Zwei in einem Boot. Pädagogik. Studierende. Handlungsorientierung

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1 Zwei in einem Boot Ein Konzept zur Verbesserung der Lehre durch ein gemeinsames Modul für Studierende der Pädagogik und Ingenieurswissenschaften am Beispiel eines integrativen Moduls für Berufspädagogikstudierende und Studierende der Elektrotechnik und Informationstechnik an der Technischen Universität München. Pädagogik Studierende Ingenieur Studierende Handlungsorientierung Prof. Dr.-Ing. Klaus Diepold Lehrstuhl für Datenverarbeitung Technische Universität München Arcisstr München 1

2 Kurzbeschreibung Ein Bachelor-Studiengang in den Ingenieurwissenschaften soll neben technischwissenschaftlichen Grundlagen auch berufsqualifizierende Kompetenzen vermitteln. Diese können jedoch schwer in einer traditionellen Frontalvorlesung vermittelt werden. Eine ähnliche Problematik existiert in der Ausbildung von Berufspädagogik Master-Studierenden, da sich Kompetenzen im Bereich Teamentwicklung und Projektbegleitung anwendbar nur durch praktische Erfahrungen in der Betreuung von Projektgruppen vermitteln lassen. Das hier vorgestellte innovative projekt- und teamorientierte Lehrkonzept Zwei in einem Boot vereint darum Studierende beider Studienrichtungen in einer gemeinsamen Lehrveranstaltung, die einerseits den angehenden Ingenieuren in einer Projektarbeit Handlungskompetenz vermittelt, andererseits den angehenden Berufspädagogen durch die Begleitung dieser Projektarbeit als Moderatoren praktische Erfahrungen zur Teamentwicklung ermöglicht, wodurch beide Gruppen gleichermaßen voneinander profitieren. Dieses Lehrkonzept bietet sich auch zur Verbesserung der Methoden- und Sozialkompetenz in naturwissenschaftlichen und pädagogischen Studiengängen im Allgemeinen an. 2

3 Inhalt Kurzbeschreibung Motivation Beschreibung des Lehrkonzepts Modul: Teamentwicklung Modul: Handlungsorientierung Ziele Darstellung von Kriterien, mit denen der Erfolg des Lehrkonzepts bewertet werden kann Innovationsgrad, Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit Mitwirkende A. Arbeitsplan A.1. Umsetzung des Moduls Teamentwicklung A.2. Umsetzung des Moduls Handlungsorientierung B. Finanzplan C. Lebenslauf

4 1. Motivation Ein Bachelor-Studiengang in den Ingenieurwissenschaften soll neben technisch-wissenschaftlichen Grundlagen auch berufsqualifizierende Kompetenzen vermitteln. Der Aspekt der Berufsqualifikation muss dabei nicht im Widerspruch zu einer grundlagenorientierten Ausbildung stehen, wie sie traditionell in den Ingenieurwissenschaften der Technischen Universität München (TUM) gepflegt wird. Die berufsqualifizierenden Aspekte betreffen häufig nichtfachliche Kompetenzen, die von einem jungen Ingenieur im Berufsleben erwartet bzw. verlangt werden. Diese nichtfachlichen Kompetenzen(Soft Skills), wie beispielsweise Teamfähigkeit, Kommunikations- und Präsentationsfähigkeiten, aber auch praktische Problemlösungskompetenzen können schwer in einem Lehrplan vermittelt werden, der primär auf einen traditionellen Frontalunterricht aufbaut. Eine ähnliche Problematik existiert in der Ausbildung von Diplom-Berufspädagogik Studierenden auf dem Gebiet der Ausbildung zum professionellen Lernbegleiter an beruflichen Schulen oder Projektbegleiter in industriellen Unternehmen. Kompetenzen im Bereich Teamentwicklung und Projektbegleitung lassen sich anwendbar nur durch das Ermöglichen von praktischen Erfahrungen durch das Betreuen von Projektgruppen vermitteln. Durch dieses hier vorgestellte projekt- und teamorientierte Lehrkonzept können Studierende beider Studienrichtungen ihr Verständnis für bereits gelernte theoretische Konzepte vertiefen und gleichzeitig ihre praktischen Problemlösekompetenzen entwickeln. Nach dem Prinzip des Konstruktivismus kann man dieses Konzept des selbstgesteuerten und aktiven Lernens mit Produktion statt Rezeption umschreiben. An der Technischen Universität München studieren sowohl angehende Berufspädagogen als auch angehende Elektrotechnik und Informationstechnik Ingenieure an verschiedenen Fakultäten. Eine Vernetzung der komplementären Studieninhalte über das hier vorgestellte Projekt würde eine gegenseitige Bereicherung der jeweiligen Studiengänge darstellen und die Lehrerbildung zurück in das Zentrum der Universität bringen. 4

5 2. Beschreibung des Lehrkonzepts Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Pädagogik der TUM School of Education und dem Kompetenzzentrum für Hochschullehre an der TUM, ProLehre, erarbeitete der Lehrstuhl für Datenverarbeitung (LDV) der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der TUM, bei dem sowohl die Studierenden der Elektrotechnik und Informationstechnik (EI) als auch angehende Berufspädagogen gleichermaßen voneinander profitieren. Das hier vorgestellte innovative Lehrkonzept umfasst zwei wesentliche Aspekte: 1. Modul: Teamentwicklung Anhand einer Lehrveranstaltung für Studierende der Elektrotechnik und Informationstechnik erhalten angehende Berufspädagogen (Masterstudierende für berufliche Bildung) die Möglichkeit, Teamentwicklungsprozesse projektbegleitend zu beobachten und zu moderieren. Das erworbene Wissen aus dem Lehramtsstudium für die berufliche Bildung kann so bereits während des Studiums in der Erwachsenenbildung angewendet und durch Erfahrung ausgebaut werden. Als Multiplikatoren geben angehende Berufspädagogen ihr Wissen an EI Studierende weiter. 2. Modul: Handlungsorientierung Bachelor EI Studierende im fünften oder sechsten Semester erhalten anhand einer neuen, handlungsorientierten Struktur eines Moduls und die Begleitung durch Prozessmoderatoren (Berufspädagogen) die Möglichkeit, durch das aktive Erarbeiten eines Projekts neben dem Fachwissen auch die im Berufsleben erforderliche Sozial-, Kommunikations-, Präsentations- und Methodenkompetenz zu erwerben. Modul Teamentwicklung Modul Handlungsorientierung Zwei in einem Boot Abbildung 1: Module des Lehrkonzepts "Zwei in einem Boot" Im Folgenden werden die beiden Kernbausteine unseres Lehrkonzepts näher erläutert. 5

6 2.1. Modul: Teamentwicklung Masterstudierende für berufliche Bildung Tandems für jeweils eine Projektgruppe von ca. 20 EI-Studierenden Gesamtteam Seminar Teamentwicklung (Gesamtteam) Gruppenbildungsprozesse moderieren Prozessbegleitung: Moderieren von Themenfindung und Mediation Konzeption und Durchführung von Teambuilding, Präsentationsund Rhetorikworkshops für EI- Studierende Vorbereitender Workshop: Tutorenqualifikation Möglichkeit der Reflexion und Erfahrungsaustausch durch Seminar Teamentwicklung am Lst. für Pädagogik Begleitung durch einen erfahrenen Prozessbegleiter von ProLehre Abbildung 2: Überblicksdarstellung des Moduls Teamentwicklung für Master-Berufspädagogik Studierende. Berufspädagogik Studierende begleiten im Rahmen eines Seminars Ausgewählte Aspekte der Pädagogik: Teamentwicklung (3 ECTS) einerseits EI-Studierende während der Projektphase, andererseits vermitteln sie Qualifikationen hoher Reichweite (Softskills) den EI- Studierenden in Form von Lernzirkeleinheiten. Während Gruppen von je ca. 20 EI-Studierende ein semesterbegleitendes Projekt bearbeiten, kommt es durch die großen Teams und durch gemeinsam genutzte Ressourcen zu Intra- und Intergruppenkonflikten. Jeder großen EI-Projektgruppe ist ein Tandem angehenden Berufspädagogen mit bereits gesammeltem theoretischen Wissen aus Pädagogik- und Psychologievorlesungen zugeordnet. Das erworbene theoretische Wissen soll nun durch Projektmanagement, Prozessbegleitung und Moderation innerhalb der EI-Projektgruppen zu anwendbarem Wissen werden. Ein weiterer Bestandteil des Moduls Teamentwicklung ist die Konzeption und Durchführung von Softskill-Workshops. Hier entwickelt die Gruppe angehender Berufspädagogen Lernzirkel, beispielsweise zum Präsentations-, Rhetorik- und Teambuildingtraining. Anhand der Lernzirkel erwerben die EI-Studierenden Qualifikationen in theoretischer und praktischer Hinsicht, die zu einer erfolgreichen Bewältigung des Projekts notwendig sind. Als Vorbereitung auf die herausfordernde Aufgabe erhalten die Masterstudierenden für berufliche Bildung einen speziell auf die Projektbedürfnisse zugeschnittenen Tutorenqualifikationsworkshop von ProLehre. Außerdem stehen im Rahmen eines semesterbegleitenden Coachings je ein kompetenter Ansprechpartner von ProLehre mit langjähriger Erfahrung im Bereich Arbeits- und Organisationspsychologie sowie ein erfahrener Betreuer vom Lehrstuhl für Pädagogik für regelmäßige Treffen zur Verfügung. 6

7 2.2. Modul: Handlungsorientierung Elektrotechnik und Informationstechnik Studierende Projektgruppen zu je 20 Studierenden Hausaufgabengruppen zu je 5 Studierenden Präsenzphase (Plenum) Selbstorganisiertes Bearbeiten des semesterbegleitenden Projekts Reflexionsmöglichkeit der Teamentwicklung und Gruppendynamik durch Prozessbegleitung (Pädagogikstudierende) 3-4 Teilprojekte mit Bezug zum großen Hauptprojekt Vermittlung fachlicher Inhalte und Betreuung Vermittlung überfachlicher Kompetenzen Lehrpersonal Industriepartner Regelmäßige Präsentation des Projektfortschritts durch EI Studierende Lernzirkel mit angehenden Berufspädagogik Studierenden Abbildung 3: Überblicksdarstellung des Moduls Handlungsorientierung für EI Studierende. Zahlreiche Untersuchungen aus der Pädagogik und Psychologie legen nahe, dass ein handlungsorientiertes Vorgehen in Lehrveranstaltungen besonders gut in der Lage ist, die Lernenden auf berufliche Herausforderungen vorzubereiten. Besonders wichtige Kompetenzen, wie die Fähigkeit sich Wissen selbst zu erarbeiten in Form der Methodenkompetenz, aber auch der Sozial-, Kommunikations- und Präsentationskompetenz sowie die Anwendbarkeit des Gelernten auch lange nach bestandener Prüfung auf ähnliche Problemstellungen sind erstrebenswerte Ziele einer Lehrveranstaltung. Um anwendbares Wissen zu vermitteln und dabei gleichzeitig Qualifikationen hoher Reichweite zu vermitteln, wie sie im Ingenieursberuf nachgefragt werden, schlägt die Lernpsychologie ein handlungsorientiertes Lehr-Lern-Arrangement vor. Um dies zu erreichen stellen wir im Rahmen eines Moduls eine semesterüberdauernde Projektarbeit in den Mittelpunkt der Veranstaltung. Die EI-Studierenden bearbeiten ihr Projekt in Teams von ca. 20 Studierenden, deshalb sind sowohl Absprachen zu Zielsetzungen und Aufgabenteilung innerhalb der Gruppe erforderlich. Aufgrund sich zu teilender Ressourcen zur Projektbearbeitung ist auch eine Kommunikation zu den anderen Gruppen nötig. Unterstützung beim Gruppenbildungsprozess, bei der Planung der Ergebnispräsentationen und bei der Kommunikation der Studierenden untereinander, erhalten die EI-Studierenden durch die angehenden Berufspädagogen in Form einer semesterüberdauernden Prozessbegleitung der Gruppen und zusätzlich durch Softskills-Workshops in Lernzirkeln. 7

8 Je nach Projektphase erfolgt Input für die EI-Studierenden durch: Instruktionsblöcken durch das begleitende Lehrpersonal (Professor und Übungsleiter) Workshops durch Industriepartner aus dem jeweiligen Wissensbereichen Lesen wissenschaftlicher Literatur zum Projektthema Strukturierte Programmieraufgaben, die EI-Studierende in 5er-Teams lösen Lernzirkel und Workshops durch die Berufspädagogik-Studierenden Regelmäßige Präsentationen der verschiedenen EI-Projektgruppen im Plenum: EI-Studierende vermitteln dadurch Wissen an EI-Studierende Ziele Berufspädagogik- und EI-Studierende betreffend Anhand des Projekts erlernen Studierende, Wissen unterschiedlicher Bereiche selbst zu erarbeiten. Diese Förderung von Methodenkompetenz erlaubt, auch neue Projekte im Studium und Berufsleben selbstständig und schnell in den Griff zu bekommen Durch das Agieren in Teams wird Kommunikations- und Sozialkompetenz gefordert, um auch in zukünftigen Teamprojekten erfolgreich Ziele zu kommunizieren und Konflikte zu lösen Studierende und Lehrende stehen in der Verantwortung für eine erfolgreiche Lehrveranstaltung. Professor und Übungsleiter rücken mehr als bisher in die Rolle des Lernbegleiters und ermöglichen durch die Schaffung von Rahmenbedingungen, dass Studierende sich Wissen selbst erarbeiten Durch das vorgestellte Lern-Lehrkonzept werden wissenschaftliche Inhalte anwendbar Der Individualität von Studierenden wird Rechnung getragen, indem nicht der Lehrende das Tempo vorgibt, sondern über weite Strecken des Semesters Studierende eine ihrem Lerntempo angemessene Rolle im Team übernehmen Durch die Gruppenstruktur haben Studierende die Chance, im Gespräch mit anderen Studierenden Inhalte zu erarbeiten und zu erfragen. Auch schüchterne Studierende, die den Professor nicht fragen würden, haben so die Chance auf Antworten Die Integration ausländischer Studierender durch die zahlreichen Kontaktmöglichkeiten zu anderen Studierenden innerhalb der Projektgruppen trägt darüber hinaus zu dem Thema Diversity bei. Ziele für Berufspädagogik-Studierende Studierende erhalten die Möglichkeit, theoretisches Wissen im Bereich Projektmanagement aus Pädagogik- und Psychologievorlesungen in der Praxis zu erproben Aufbau von anwendbarem Wissen zur Teamentwicklung durch die Begleitung der Berufspädagogik-Studierenden durch ProLehre, dem Lehrstuhl für Pädagogik und die unmittelbare Anwendung im Projekt Angehende Berufspädagogen sind schon während des Studiums Multiplikatoren für Qualifikationen hoher Reichweite Möglichkeit für Lehramtsstudierende Wertschätzung für die Inhalte ihres Studiums zu erhalten, um so Selbstvertrauen aufzubauen 8

9 Ziele für EI-Studierende Studierende konstruieren sich fachliche und wissenschaftliche Inhalte, die dadurch anwendbar, transferierbar und nachhaltig verfügbar sind Projektphasenspezifischer Input von Softskills durch Lehramtsstudierende Umfassende Bildung, sowohl fachlich als auch in der Sozialkompetenz, für vielseitige und moderne Anforderungen des Ingenieursberufs Ziele für andere Lehrveranstaltungen Ausführliche Dokumentation des Konzepts Ein umfassender Leitfaden zur Durchführung des Konzepts soll auf Basis der Erfahrungen des ersten Durchlaufs erstellt werden, um interessierten Dozenten die Möglichkeit zu geben, ihre Lehrveranstaltungen basierend auf dem Konzept umzusetzen. Fertige Handreichungen, zum Beispiel in Form von Skripten, für teilnehmende Pädagogik-Studierende zur Durchführung der Soft-Skills Seminare im Rahmen des Moduls Handlungsorientierung. 3. Darstellung von Kriterien, mit denen der Erfolg des Lehrkonzepts bewertet werden kann Zur Evaluierung des hier vorgeschlagenen innovativen Lehrkonzepts sind folgende aufgeführte Evaluationsmethoden angedacht: 1. Bewertung des Lernfortschritts der teilnehmenden Studierenden Neben regelmäßigen Präsentationen des Projektfortschritts der einzelnen Gruppen ist am Ende des Moduls sowohl für die Master-Berufspädagogik Studierenden als auch für die Elektrotechnik und Informationstechnik Studierenden eine Prüfung angedacht, in der jeweilige Kursinhalte abgeprüft werden sollen. Durch den Vergleich der Prüfungsleistungen mit vorhergehenden Jahrgängen lassen sich Rückschlüsse erzielen, inwiefern sich die Leistungen durch das hier vorgestellte Konzept von denen aus den vergangenen Jahrgängen (traditionelle Vorlesung) unterscheiden. 2. Evaluation des Lehrkonzepts durch ProLehre Die Begleitung von Zwei in einem Boot durch ProLehre gibt eröffnet die Möglichkeit, eine fundierte Einschätzung des Projekts von ProLehre zu erhalten. 3. Evaluation der Veranstaltung durch teilnehmende Studierende Ein wichtiges Instrument, das neue Lehrkonzept nach der erstmaligen Durchführung zu beurteilen, ist die ausführliche Evaluation der Veranstaltung durch teilnehmende Studierende in Form von Gruppengesprächen und Feedback-Fragebögen. 9

10 4. Innovationsgrad, Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit Im Bereich der Lehrerausbildung für Berufliche Schulen und der Ausbildung von EI- Studierenden an der Technischen Universität München ist das vorgestellte Konzept als sehr innovativ zu betrachten. Eine Integration des Moduls Teamentwicklung in das Berufspädagogikstudium ist aufgrund der geringen finanziellen Kosten für weitere Durchgänge nach erfolgreicher erstmaliger Durchführung sehr gut möglich. Eine Ausweitung auf andere Fachrichtungen innerhalb der TUM School of Education, zum Beispiel für die gymnasiale Lehramtsausbildung, aber auch generell auf andere Pädagogik-Studiengänge ist denkbar. Ebenso verhält es sich mit dem Modul Handlungsorientierung in der Ausbildung von EI- Studierenden. Es ist geplant, das Modul fest in den Lehrbetrieb am LDV zu integrieren, da die lernpsychologischen Vorteile auf der Hand liegen. Durch eine exemplarische Durchführung im Rahmen des Fellowships für Innovationen in der Hochschullehre kann neben dem Beispielcharakter für die Lehre auch die Akzeptanz bei EI-Studierenden erhöht werden, sodass handlungsorientierte oder in Teilen handlungsorientierte Lehrkonzepte auch von Seiten der Studierenden Akzeptanz finden und zukünftig womöglich sogar nachgefragt werden. Als konstruktivistischer Ansatz der Wissensvermittlung kann das hier vorgestellte Konzept und die damit erzielten Erfahrungen als Prototyp für Lehrveranstaltung aller Fachrichtungen der Ingenieurswissenschaften dienen. Die Integration, Verstetigung und Ausweitung der Kombination beider Module, wie hier vorgestellt, ist unseres Erachtens möglich und an der Technischen Universität München selbst nur durch die relativ geringe Anzahl von Master Berufliche Bildung Studierender begrenzt. Darüber hinaus bietet sich das Konzept auch zur Umsetzung an anderen Hochschulen an, die sowohl ingenieurwissenschaftliche oder naturwissenschaftliche, als auch pädagogische Studiengänge anbieten. 5. Mitwirkende Bei der Erstellung dieses Konzepts haben folgende Personen mitgewirkt: Dipl.- Berufspäd. M. Rothbucher Dipl.-Ing. C. Keimel Prof. Dr. phil. A. Riedl Dipl.-Psych. R. Aichner Lehrstuhl für Datenverarbeitung Technische Universität München Lehrstuhl für Pädagogik Technische Universität München Carl von Linde-Akademie Technische Universität München Arcisstr. 21 Lothstr. 17 Arcisstr München München München 10

11 A. Arbeitsplan Das hier vorgestellte innovative Lehrkonzept soll im Sommersemester 2012/2013 im Studienbetrieb durchgeführt werden, wobei eine Vorbereitungsphasen zur detaillierteren Ausarbeitung des Konzepts vor dem Start des Semester und eine Nachbereitungsphase zur Anpassung des Konzepts basierend auf den Erfahrungen aus aktiven Lehrbetrieb am Ende des Semester eingeplant ist. Im Folgenden wird detailliert angegeben, wie die Umsetzung der oben beschriebenen Punkte möglich ist. A.1. Umsetzung des Moduls Teamentwicklung Zum Sommersemester 2013 bietet Herr Prof. Dr. phil. Riedl vom Lehrstuhl für Pädagogik der TUM ein Seminar Teamentwicklung für Masterstudenten für berufliche Bildung an. Dieses Seminar im Umfang von 3 ECTS bietet den Rahmen des Moduls Teamentwicklung. Die identifizierten Meilensteine für das Modul Teamentwicklung sind in Abb. A.1 illustriert und wie folgt definiert: Meilenstein M1 o Orientierungsgespräche zum semesterbegleitenden Coaching der angehenden Lehrer durch ProLehre mit Rudolf Aicher (ProLehre Zuständiger für die TUM School of Education). Meilenstein M2 o Planen der Umsetzung des Moduls Teamentwicklung, insbesondere eines mehrtägigen, vorbereitenden Workshops für die teilnehmenden Berufspädagogik-Studierenden in Zusammenarbeit mit ProLehre. Meilenstein M3 o Vorbereitender Workshop für angehende Berufspädagogen durchgeführt und Vorbereitung der Studierenden damit abgeschlossen. o Zusätzlich wird über diesen Meilenstein hinaus eine entsprechende Begleitung und Coaching während des Semesters zur Verfügung gestellt. Meilenstein M4 o Arbeitsaufträge für die angehenden Berufspädagogen sind definiert. Meilenstein M5 o Bewertungskriterien für die die Berufspädagogik-Studierenden sind festgelegt worden Meilenstein M6 o Die Projektphase für die angehenden Berufspädagogen ist abgeschlossen. Während der Projektphase haben die Studierenden folgende Aufgaben durchgeführt: Erarbeiten des eines oben bereits beschriebenen Softskill-Zirkels durch die Lehramtsstudierenden. 11

12 Meilenstein M7 o Meilenstein M8 o Projektbegleitend: Teambuildingprozesse reflektieren, diskutieren und positiv anleiten. Unterstützung der jeweiligen Projektgruppen bei der Präsentation der Projektfortschritte. Evaluation des ersten Durchlaufs anhand der oben aufgeführten Evaluationskriterien ist abgeschlossen. Überarbeitung des Konzepts basierend auf den Erfahrungen des ersten Durchlaufs ist abgeschlossen. A.2. Umsetzung des Moduls Handlungsorientierung Als Grundlage für die Umsetzung des Moduls Handlungsorientierung bietet sich die LDV- Veranstaltung Digitales Video mit regelmäßig ca. 60 Hörern an. Das Modul mit 6 ECTS besteht bisher aus einer Vorlesungs-, Übungs- und Praktikumskomponente und findet unter den EI-Studierenden des 5. Semesters große Akzeptanz. Sowohl die bisherigen Erfahrungen des Lehrpersonals mit dem Modul, als auch zahlreiche Gespräche mit teilnehmenden Studierenden und Evaluationsfeedbacks lassen den Schluss zu, dass Teilnehmer des Moduls Digitales Video eine offene Grundeinstellung zur Lehre mitbringen, die nötig ist, um ein hier vorgestelltes Lehrkonzept umzusetzen. Kernelement des vorgeschlagenen Konzepts ist ein semesterüberdauerndes Projekt mit der Eignung, dass sowohl fachliche, wissenschaftliche und praktische Fragestellungen in einer Gruppe von bis zu 20 EI-Studierenden bearbeitet werden können. Das Erstellen eines 3D- Films bietet als Projekt folgende Elemente an: Vermittlung von Grundlagen im Bereich digitale Bildverarbeitung, wie Sampling, Subsampling, Farbräume etc. Verfügbarkeit aktueller Forschungsliteratur für die Vermittlung und Diskussion aktueller Forschungsfragen im Bereich 3D-Video Es gibt keine auf dem Consumer-Markt verfügbare Hardware bzw. Software zum 3D-Filmerstellen, wie es in unserem Projekt erforderlich ist. Deshalb sind kreative, aber auch wissenschaftlich anspruchsvolle Lösungsansätze gefragt Voraussetzung der Abstimmung einerseits innerhalb einer Gruppe bezüglich Selbstorganisation, Themenfindung und Projektdurchführung. Andererseits ist eine Abstimmung auch zwischen den Gruppen wegen gemeinsam genutzter Ressourcen wie Kameraausrüstung und Schnittplatz nötig. Notwendigkeit für die Projektteilnehmer, sich Softskills anzueignen, insbesondere Konfliktlösung und Präsentationstechniken. Programmieren von abgeschlossenen Problemstellungen der 3D-Filmtechnik, beispielsweise Transformationen, Farbraumanpassungen, Tiefenkartenschätzung, mit Hilfe von MATLAB in 5er Gruppen Vermitteln von Wissen zur erfolgreichen Projektbewältigung durch renommierte Industriepartner, wie ARRI, Kabel Deutschland, Astra Platform Services, ITK Engineering. Der bisherige für das Modul aufgeteilte Zeitraum für Vorlesungen, Übung und Praktikum verschmilzt zu einem Präsenzblock, in dem Input-Phasen möglich sind (siehe Abb. A.2) 12

13 Die identifizierten Meilensteine für das Modul Handlungsorientierung sind in Abb. 5 illustriert und wie folgt definiert: Meilenstein M1 o Bereitstellung der Hardware- und Softwareinfrastruktur abgeschlossen. Meilenstein M2 o Orientierungsgespräche zur Projektumsetzung mit ProLehre durchgeführt. Meilenstein M3 o Planung der Durchführung des Moduls Digitales Video im Sommersemester 2013 abgeschlossen. o Tutorial zum Themenkomplex Filmproduktion erstellt. o Gespräche mit Industriepartnern über potentielle Beiträge durchgeführt. Meilenstein M4 o Kick-off Veranstaltung für die Projektphase der EI-Studierenden. o Parallel zur Durchführung des Projekts finden Präsenztermine nach Bedarf zur Unterstützung der Studierenden statt und werden praktische Hilfestellungen für die im Projekt zur erwartenden Probleme in Form von erläuternden Hausaufgaben bereitgestellt. Meilenstein M5 o Nach abgeschlossener Planungsphase stellen die EI-Studierenden in einer Zwischenpräsentation ihre bisherigen Ergebnisse dar. o Unter Berücksichtigung des fachlichen Feedbacks der Betreuer startet die Phase der Projektumsetzung. Meilenstein M6 o Abschlusspräsentation der Projektphase der EI-Studierenden. Meilenstein M7 o Mit Ende der Vorlesungszeit werden die Präsenztermine und Hausaufgaben beendet. Meilenstein M8 o Evaluation des ersten Durchlaufs anhand der oben aufgeführten Evaluationskriterien ist abgeschlossen. Meilenstein M9 o Überarbeitung des Konzepts basierend auf den Erfahrungen des ersten Durchlaufs ist abgeschlossen. 13

14 Abbildung A.1: Projektplan für Umsetzung des Moduls "Teamentwicklung" 14

15 Abbildung A.2: Projektplan für Umsetzung des Moduls "Handlungsorientierung" 15

16 C. Lebenslauf 17

17 Curriculum Vitae Dr.-Ing. Klaus Diepold Address (office) Technische Universität München, Dept. of Electrical Engineering and Information Technology, D München (mail), Arcisstr.21, München (Visitors), Germany, Tel: +49 (0) , Fax: +49 (0) , Web: Education Doktor-Ingenieur Degree ( PhD) in Electrical and Computer Engineering from Technische Universität München (TUM) Diplom-Ingenieur Degree ( MSc) in Electrical and Computer Engineering, Technische Universität München (TUM) Abitur ( High School degree), Theresiengymnasium München Professional Experience Since 10/2008 DOTS Seminare GbR, Ottobrunn, Germany Partner Organisation Development, Trainings, Seminars Technical Consulting for Investors, Technology Transfer, Patent Strategy Since 04/2002 Technische Universität München, Department of Electrical Engineering and Information Technology, Professor, Chair for Data Processing Research Interests Visual Computing, Video Coding (MPEG-4), Computer Vision Signal Processing for 3D Audio and 3D Video Time-Varying System Theory and Fast Algorithms for Structured Matrices Machine Learning and Data Mining in Cognitive Systems Information Security and Cryptology, High Speed Cryptography, Trusted Computing, Digital Rights Management, Multimedia Signal Processing and Standardization (MPEG-4, MPEG-A) High-Fidelity Telepresence and Teleaction Technology Transfer and Innovation Management Activities 2011 Scientific Director Center for Digital Technology and Management 2011 Founding Member of ABBY-Net Albertan-Bavarian Research Network (www.baay.net.org) 2010 icore Visiting Professor University of Alberta, Edmonton, Canada

18 2010 Founding Member COST Action IC 1003 Qualinet (www.qualinet.eu) 2010 Secondary Appointment TUM Department of Informatics Member of the Advisory Board TUM Inst. for Advanced Study 2007 Visiting Scientist, NICTA, Canberra, Australia Dean of Study, Dept. of Electrical Engineering, TUM Since 2006 Member Executive Board Cluster of Excellence Cognition for Technical Systems (CoTeSys) Since 2004 Board member for Center for Digital Technology and Management (CDTM) Principle Investigator - Cooperative Research Center SFB 453 High Fidelty Telepresence and Teleaction Managing Director Cooperative Research Center SFB TR-28 Kognitive Automobile ISO Standardization (MPEG) 2004 Organizer of the 68 th MPEG Meeting in Munich (www.mpeg-68.de) since 2004 Initiator and Organizer of Ohm Lecture at TUM (www.ohmlecture.org) Project Evaluator for the European Commission 11/ /2001 DynaPel Laboratories GmbH, Ismaning, Germany Managing Director DynaPel Systems, Inc. New York, NY Chief Technical Officer (CTO) DynaPel Laboratories GmbH is a 100% subsidiary of DynaPel Systems, Inc. Representation in MPEG Standardization activities New Corporate Strategy for Video Technology and Video Security Product Definition and Development for MotionPerfect TM and SteadyHand and DynaPel s video coding products Innovative Software of the Year Award for MotionPerfect Filed various patents in video signal processing Interfacing with investors 10/ /1999 International Digital Technologies Deutschland GmbH, Ismaning, Germany Chief Scientist and Technical Director Research for Video Signal Processing, Motion Estimation and Video Compression (MPEG-2, MPEG-4) Statistical Data Analysis and System Theory Represented the Corporation in ISO Standardization Organizations (MPEG) Managed Development and Implementation of a Novel Compression Technology for Digital Video Technical Consulting on Video Technology for Kirch Group 09/ /1994 BetaTechnik GmbH, Unterföhring, Germany Project Manager Management of a Technical Due Diligence for New Investment Project of the Kirch Group Technical Evaluation of a New Proposal for Compressing Broadcast Video 04/ /1994 Institut für Rundfunktechnik GmbH, München (Institute for Broadcasting

19 Technology) Research Engineer Represented the Public Service Broadcasters of Germany in the national HDTV-T project for the development of a digital system for terrestrial transmission of TV broadcast (DVB-T). Developed and operated software system for the simulation of channel coding and receiver synchronization of terrestrial broadcast systems based on OFDM. Simulation and assessment of non-linear distortions for TV transmitters sending OFDM signals 01/ /1993 Quantec Tonstudiotechnik GmbH, München Consultant Technical Marketing for professional audio systems in digital recording studios and radio broadcast stations (clock distribution and synchronization of digital audio systems) Marketing of Quantec s celebrated professional studio reverb Yardstick 12/ /1993 Institute for Network Theory and Circuit Design, Technische Universität München (Prof. J.A. Nossek), München, Germany Research Assistant Research and teaching in the field of Network Theory, Circuit Design and VLSI Signal Processing Doktor-Ingenieur Degree in Electrical and Computer Engineering;, Supervisor: Prof.J.A. Nossek, Thesis Title: Ein abstraktes Kaskadenmodell zur Schur-Parameterisierung von Matrizen. 10/ /1988 Institute for Communication Technology, University of the Federal Armed Forces, Neubiberg (Prof.K.Tröndle), Germany Research Assistant Research and teaching in the field of Digital Communications Systems, Channel Coding and Digital Modulation Schemes (CPM) Miscellaneous Member of: ACM SIGGRAPH, DIN NI.29, ISO/IEC JTC1 SC29 WG11 (MPEG), Member of Münchner Kreis Industry courses and seminars on video coding, MPEG technology, technology push and product innovation 1992 Best Paper Award Germany Society of Information Technology (ITG) 2000 Award most innovative software product of the year (MotionPerfect) 2004 TUM Student Association s Teaching Award 2011 TUM Teaching Award Freisemester für Lehre Munich, 16. October 2011

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