DER ÖFFENTLICHE RAUM ALS BÜHNE

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1 DER ÖFFENTLICHE RAUM ALS BÜHNE Steuerungsansätze zur Nutzung als Veranstaltungsfläche Das Nutzungskonzept des öffentlichen Raums der Dresdner Innenstadt Dipl.-Ing. Elena Wiezorek Dresden Leibniz Graduate School PT_Tagung am 20. Juni 2008 in Aachen

2 . 2 Gliederung Einstimmung ins Thema 1. Ausgangslage / Zielstellung / Herangehensweise 2. Platztypen im öffentlichen Raum 3. Fazit

3 1. Ausgangslage 3 Ausgangslage zunehmend großes Interesse den öffentlichen Raum für Veranstaltungen, Feste und Märkte zu nutzen Schwierigkeiten mit Art und Gestaltung der Nutzung störende Wirkung auf stadträumliches Umfeld Ziel: Ausgewogenheit zwischen gewünschter Belebung und unerwünschter Überfrachtung der öffentlichen Räume Steuerungsansatz: Nutzungskonzept für die öffentlichen Räume der Dresdner Innenstadt

4 1. Ausgangslage 4 Interessenkonflikte zu berücksichtigende Interessenskonflikte: 1. Wahrung einer qualitätsvollen Platzgestaltung und damit verbundene Nutzungsbeschränkungen 2. Interesse der Besucher an Attraktionen/Events und den Bedürfnissen der Anwohner 3. Wunsch nach breitem Angebot an Außengastronomie und dem Aufenthalt ohne Konsumzwang 4. Händlerwunsch nach qualitätsvoll gestaltetem Umfeld und ihrem eigenen Präsentationsbedürfnis

5 1. Ausgangslage 5 Zielstellung Ziele: interne Verwaltungsvorschrift, um schnell und klar über Genehmigungen entscheiden zu können Planungssicherheit für Veranstalter, gewerbetreibende Anlieger und Anwohner Entwicklung von - dem Charakter des Stadtraums angepassten - Nutzungen Belebung durch Veranstaltungen und Vermeiden unerwünschter Übernutzung

6 1. Ausgangslage 6 Herangehensweise Kategorisierung der öffentlichen Räume Entwicklung spezifischer Merkmale je Kategorie unter Berücksichtigung von: allgemeiner Platzcharakter, bauliches Umfeld und darauf bezogene gestalterische Anforderungen technische und räumliche Voraussetzungen und Anforderungen für Veranstaltungen und Märkte Anforderungen des Lärmimmissionsschutzes Festlegung konkreter Nutzungsprofile für zugelassene und untersagte Nutzungen

7 Beteiligte Presseamt Straßen- und Tiefbauamt Kulturamt verwaltungsinterne Arbeitsgruppe Wirtschaftsförderung Ordnungsamt Stadtplanung

8 Einbeziehung Verwaltungs-Externer Frauenkirchen- Gemeinde Potenzielle Marktbetreiber Anlieger punktuelle Einbindung ausgewählte Einbeziehung Dritter in die Erstellung

9 2. Platztypen 9 Platztypen des öffentlichen Raumes Definition von vier Platztypen: 1. Platz / Stadtraum mit sensiblem Gesamtensemble 2. Platz / Stadtraum mit vorwiegender Repräsentationsfunktion 3. Stadtraum mit hohen Aufenthalts- und Nutzungsqualitäten 4. Platz / Stadtraum mit Entwicklungspotential für standortangepasste Nutzungen

10 2. Platztypen 10 Beispiel: Platztyp 1: Platz / Stadtraum mit sensiblem Gesamtensemble

11 2. Platztypen 11 Stadtraum mit sensiblem Gesamtensemble Ziel: Minimierung und Qualifizierung der Nutzungen Ansätze: Definition der Art und Anzahl von Nutzungen (ausschließlich Nutzungen, die sich aus dem baulichen Umfeld ergeben) Festlegung von Platzbereichen, die für Nutzungen ausgeschlossen sind Verlagerung von dem Platzcharakter nicht angemessenen Nutzungen Gestaltungsanforderungen: technische Aufbauten, Bühnen nur im Einzelfall möglich

12 2. Platztypen 12 Standorte Typ 1: Neumarkt Theaterplatz Schlossplatz Quelle: Stadtplanungsamt Dresden / Juni 2006 Quelle: Grafik: Andreas Hummel (2007)

13 2. Platztypen 13 Beispiel Dresdner Neumarkt Juni 2008

14 2. Platztypen 14 Charakteristik 1945 weitgehend zerstört / jahrzehntelang unbebaut August 1949 Quelle: The library of congress of the USA

15 2. Platztypen 15 Charakteristik Weihe der wiedererbauten Dresdner Frauenkirche am 30. Oktober 2005 seitdem entsteht das unmittelbare städtebauliche Umfeld im Zeitraffer neu durch seine städtebauliche und kulturelle Qualität ein touristischer Höhepunkt Quelle: / Foto: Frank Schober / September 2007

16 2. Platztypen 16 Das Nutzungskonzept Konkrete Festlegungen: Beschränkung der Märkte auf kleinen Weihnachtsmarkt keine Feste, außer dem Neumarktfest der Anlieger und einer Beteiligung am Stadtfest kein ambulanter Handel, keine Informationsstände und keine Verkaufs- oder Gastronomie-Events Veranstaltungen nur, wenn sie im thematischen Zusammenhang mit der Frauenkirche stehen Quelle: Foto: Carsten Müller (Coswig) Dezember 2007

17 2. Platztypen 17 Konkrete Festlegungen: Freisitzgastronomie nur in den gekennzeichneten Flächen des Nutzungskonzeptionsplans Werbe- und Gestaltungssatzung beschreibt detailliert die Möglichkeiten der Flächen- und Freisitzgestaltung Nutzungskonzeption / Mai 2007 Gestaltungssatzung / August 2006 Quelle: Stadtplanungsamt Dresden

18 2. Platztypen 18 Beispielveranstaltung Dresdner Neumarkt Stadtfest 2007 auf dem Neumarkt Teilnahme am Stadtfest 2007 u.a. mit der Benefiz Bar Fotos: Agentur ZASTROW + ZASTROW Dresden / August 2007

19 3. Fazit 19 Aktueller Bearbeitungsstand Verabschiedung des Konzeptes für den Teilbereich NEUMARKT durch den Stadtrat Anfang 2008 Umsetzung der Gestaltungsansprüche mittels Festlegungen in den Konzessionsverträgen der Marktbetreiber geplant Schwierigkeiten mit Nutzern durch Beharren auf traditionellen Nutzungsansprüchen Entwurfsfassung für alle anderen innerstädtischen Stadträume / Plätze vorhanden

20 . 3. Fazit 20 Stärken des Konzeptes Stärken / Vorteile konkrete Handlungs- und Entscheidungsgrundlage für die Verwaltung klarer Orientierungsrahmen für andere Akteure (Veranstalter, Händler, Anwohner) weniger attraktive und unbelebte Plätze / Stadträume können langfristig Bekanntheit und Belebung erlangen verstärkter Schutz städtebaulich sensibler Stadträume

21 . 3. Fazit 21 Schwächen des Konzeptes Schwächen / Nachteile Verwaltung verfolgt kein einheitliches Ziel: Interessen wie finanzielle Einnahmen; Gestaltungsansprüche und das Verfolgen einer eingeübter Genehmigungspraxis stehen sich gegenüber benötigt für die Durchsetzung starken politischen Rückhalt, da stark restriktive Regelung zu geringe Einbindung der Privatwirtschaft wenig markt- und angebotsorientiert, da sehr viele detaillierte Vorgaben und Verbote gesetzt sind teilweise zu unflexibel Beurteilung des Maßes der benötigten Belebung bzw. zu vermeidenden Übernutzung ist stark subjektiv

22 22 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Elena Wiezorek Dresden Leibniz Graduate School Weberplatz Dresden Tel.: 0351 /

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