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1 - Eine Handschriftendatenbank zum weltlichen Recht im Frankenreich Informationen zur Handschrift aus: Ein Projekt der Universität zu Köln unter der Leitung von Prof. Karl Ubl Mit freundlicher Genehmigung der MGH

2 82 Handschriftenanalysen Provenienz: Nach der im Spiegel des Vorderdeckels eingeklebten Notiz war die Hs. Ein Geschenk des Herrn Predigers Richter zu Rees (preuß. Herzogtum Kleve) an Herrn D. und Profess. Berg (Johann Peter Berg [ ], seit 1762 Professor in Bremen, seit 1763 in Duisburg; vgl. Allgemeine Deutsche Biographie 2 [1875] S. 364); Universitätsbibliothek Duisburg, 1818 von der Universitätsbibliothek Bonn übernommen. Alte Signatur: 96a. D ie Bonner Sammlung ist nahe verwandt mit der kleineren Hs. Schaffhausen Min. 75, soweit die Texte dort überliefert sind bzw. sich dort erhalten haben (Ansegis-Worms-Block, Thegan), und mit dem Kapitularienteil von Cod. Paris Lat. 4417, der dieselben Wormser Kapitularien (a. 829) tradiert wie die Reimser Gruppe (siehe Cod. Paris Lat ) und die Sammlung der Codd. Vatikan Pal. Lat. 582 und Paris Lat. 9654, ansonsten - was die Abfolge einiger Stücke und Textvarianten betrifft - Parallelen auch zum weitaus jüngeren Cod. Vatikan Reg. Lat Einhard, Vita Caroli Magni (M GH SS rer. Germ. [25], S ) Thegan, Gesta Hludowici imperatoris in einer stark redigierten Sonderform (ed. G. H. P e r t z, M GH SS 2 [Hannover 1829] S , ohne Benutzung der Hs.; demnächst ed. E. T r e m p, M GH SS rer. Germ. [64]) Ansegisi abbatis capitularium collectio, Praefatio, Buch 1-4 und Appendix 2, cc. 1-3, 7-8, , 27, , 38 (MGH Capit. 1, S ), mit der Überschrift: INCIPIT PROLOGUS SALICE LEGIS LIBRI PRIMI. Zusatz wie in den Codd. Schaffhausen Min. 75 und Paris Lat. 4417: 64 (direkt anschließend an Ansegis 1,77) Gelasius I., JK Constitutio de synodis anno 829 in regno Francorum habendis (a. 828): CAP. A PIO LV D H E W IC O EDI- TVM. Anno sexto decimo regnante domno luthouvico - in octauis pasch$ (MGH Capit. 2, Nr. 184, S. 2 Z. 9 f., S. 2 Z S. 3 Z. 5; also mit dem Schlußabsatz, obwohl in MGH Capit. 2, S. 3 Anm. o nicht vermerkt).

3 Bonn S I - V I - Capitula ab episcopis in placito tractanda (a. 829): HEC CAP. AB EPISCOPIS TRACT. SUNT. De decimis quq ad capellam dominicam - noticiam deferant (M G H Capit. 2, Nr. 186, S. 6 Z S. 7 Z. 14); c. 7 (Capitulum de expeditione exercitali), das nach Form und Inhalt einem sonst unbekannten Kapitular Ludwigs des Frommen (a. 828/829) entstammen dürfte, ist unter VI subsumiert VI1-XV1I - Capitulare Wormatiense (a. 829): D e his qui sine consensu episcopi presbiteros - ad palatium venire compellatur (M GH Capit. 2, Nr. 191, S. 12 Z S. 14 Z. 13); c. 9 zweigeteilt (neues Kapitel ab Ut de frugibus) XVIII-X X X II - Capitulare missorum Wormatiense (a. 829): De beneficiis destructis hoc obseruetur - ministerium amittat (MGH Capit. 2, Nr. 192, S. 14 Z S. 17 Z. 9) XXXIII XXXVIIII Capitulare pro lege habendum Wormatiense (a. 829): De homicidiis in $cclesiis uel in atriis earum commissis - maius dampnum non adcrescat ex hoc (MGH Capit. 2, Nr. 193, S. 18 Z. 2 - S. 20 Z. 11); cc. 7 und 8 unter XXXVIIII subsumiert, doch c. 8 durch kleine Initiale in neuer Zeile abgesetzt. 140 X L Tractoria de coniectu m issis dando (a. 829): Volumus ut tale coniectum missi nostri accipiant - in octavis PENTECOSTEN (das letzte Wort ist sehr breit geschrieben und füllt fast eine ganze Zeile) (M GH Capit. 2, Nr. 189, S. 11 Z ) II-V III und Cap. primum - XII - Pactus Childeberti I et Chlotharii I (a. 511/558): PACTUM CHILDEBERTI REGIS PRO TENORE PACIS. CHildeberti et Clotharii emissum ut quia malorum insania conualuerat - periculum subiacere cognoscat (M GH Capit. 1, Nr. 3, S. 4 Anm. a (wie Cod. Vatikan Reg. Lat. 1036), S. 4 Z S. 6 Z. 6, S. 6 Z S. 7 Z. 1 und S. 7 Z [ohne Benutzung der Hs.]; K. A. E c k h \ r d t, Pactus legis Salicae 112, S ); cc. 11 und 16 des separat numerierten DECRETUM CLOTARII REGIS fehlen,

4 84 Handschriftenanalysen cc. 10 und 15 sind gekürzt, cc. 9, 12 und 14 zweigeteilt, c. 10 dreigeteilt, cc. 17 und 18 zusammengefaßt II-X II - Capitulare Haristallense (a. 779) in der Forma communis: INCIPIUNT DECRETA DOM NI KAROLI REGIS FRANCORUM. ANNO feliciter X I regni domni nostri karoli gloriosissimi regis facto capitulare in mense martio - consenserunt decretum. De metropolitanis ut suffraganei episcopi eis secundum decretum canonum - emendauerit moriatur (M G H Capit. 1, Nr. 20, S. 47 Anm. a, S. 47 Z S. 51 Z. 26); cc gezählt als II-X I, cc unnumeriert; dazwischen wie in Cod. Vatikan Reg. Lat eingeschoben: XII - Capitula Italica Karls des Großen, c. 2, ohne Rubrik: De latronibus qui in custodiam missi sunt - qui ecclesiam infregerit moriatur (MGH Capit. 1, Nr. 105, S. 216 Z. 5-7, nur nach dem Reginensis ediert; sinnvolle Variante der Bonner Hs.: precium accipiat statt precium pendat) INCIPIT ORIGO FRANCORUM: Origo Francorum Bonnensis (M GH SS rer. Merov. 7, S. 528, nach dieser Hs.; tradiert, wie die folgende Lex Salica, auch in den Codd. Vatikan Reg. Lat. 1036, Reg. Lat und Ottob. Lat [15. Jh.]) Lex Salica (Karolina emendata), Langer Prolog (ed. K. A. E c k h \ r d t, Lex Salica. 100 Titel-Text, S ), Titelverzeichnis, Kurzer Prolog und Text mit Titel (M GH LL nat. Germ. 4, 1, S , S. 2 f. und S ; Sigle K 65; zur Hs. S. XXIV); anschließend, als gehöre es noch zur Lex Salica: 182 Capitulare missorum (a. 803), c. 19: Vt populus interrogetur de capitulis qu in lege nouiter addita sunt - in ipsis capitulis faciant (MGH Capit. 1, Nr. 40, S. 116 Z ). Nach freier Zeile, mit Initiale: Exzerpte aus Regino von Prüm, Libri duo de synodalibus causis et disciplinis ecclesiasticis: 2, (mit Auslassungen), 258, 260, 262 (nicht 261); 2, 6-9 ; 1, 329

5 114 Handschriftenanalysen + ( I V - 1 [vor 22J) IV52 + (IV -2 [vor57])58 + IV66 + ( I V - 1 [vor 69J)73 + IV -5 [nach 76; noch 2 schmale Blattreste mit Schrift erhalten: 76<bls> und 76<tcr>]) IV108 + ( I V - 1 [nach 115])115 + IV123 + ( V - l [vor 132])m + IV140 + (IV -5 [4 Blätter fehlen nach 142, eins nach 143])143, danach noch Blattreste von IV + II + IV. Geht man davon aus, daß der heutige Binio einst ein Quaternio war, so käme man - mit K. Lehmann - auf insgesamt 186 foll. für die ursprüngliche Hs. Gerade im heute fehlenden Schlußteil könnten weitere Kapitularien gestanden haben (auf den Resten nach 143 sind nur noch wenige Buchstaben lesbar, keine Worte). Jüngere Kustoden: IIII (52^, VI (66^, VIIII (84^, X (92*), d. h. die Hs. begann einst mit der Lex Salica emendata vor fol. 22. Die Blätter waren wohl ursprünglich an einer anderen Stelle der Hs. plaziert oder separat aufbewahrt. Text in hell- und dunkelbrauner Tinte; Rubriken in Capitalis rustica oder Unziale, rot und braun, ebenso die einfachen Initialen; rote Zahlen. Provenienz: Die Hs. wurde im Jahre 1794 von Graf Johann-Christian Solms, ansässig auf Schloß Klitschdorf bei Bunzlau (Schlesien), erworben und wird deshalb in der älteren Literatur als Klitschdorfer Hs. oder als Hs. des Grafen Solms-Baruth (Codex Solmsianus) zitiert. W e r m i n g h o f f notierte 1897 (M GH Capit. 2, S. XVII): Codex Klitschdorflanus... nunc in castro W ehrau prope Bunzlau sub Rep. Xb. IV. V asservatus von Martin Bodmer bei H. P. Kraus in New York gekauft. D ie auf das Leges-Quartett (Salica, Ribuaria, Alamannorum, Baiuvariorum) folgende kleine Kapitulariensammlung mit Erlassen Karls des Großen ist nur noch fragmentarisch erhalten. Am Schluß könnten jene Texte verlorengegangen sein, die in der nahestehenden Kapitulariensammlung der Codd. Vatikan Reg. Lat und Reg. Lat an dieser Stelle auftauchen: Capitulare Bononiense und Capitulare de iustitiis faciendis, beide vom Jahre 811. Möglicherweise kom men auch die zahlreicheren, gleichfalls nur bis 811 reichenden Stücke des Cod. Nürnberg Cent. V, App. 96 in Betracht, der in einer ähnlichen Abfolge von Texten (siehe dort) als Mittradent des seltenen c. 3 Nr. 104 auszumachen ist. Verwandt ist das Opusculum zudem mit der Kapitulariensammlung des Cod. St. Petersburg Q.v. II. 11; die Gemeinsamkeiten beginnen, abgesehen von der Lex Salica, ab fol. 133r mit M GH Capit. 1, Nr. 39 und den Lex-Salica-Kapiteln 71 und 72,1 (Nachtrag) und reichen über M GH Capit. 1, Nrn. 40, 104 c. 3 und Recapitulatio solidorum der Lex Salica bis Nr. 67, dem fragmentarischen Ende der St. Petersburger Hs.

6 New Haven MS Rote Rubriken in Capitalis rustica, auch Halbunziale; dem Reimser Stil zur Zeit Hinkmars ähnelnde Initialen in Gold, Rot, Grün und in brauner Texttinte, mit Flecht- und Blattomamentik; zwei ganzseitige Zeichnungen (am Anfang und Ende der Hs.). Im dekorativen Stil zeigt sich der Rechtscodex eng verwandt mit der in Reims verfertigten Bibel von San Paolo fuori le Mura, Rom, doch ist B. Bischoff von seiner früheren Annahme abgerückt, die zweite Haupthand des Beinecke-Manuskripts gleiche jener des Ingobertus in der St. Pauler Bibel. Das Pergament weist z. T. braune Wasserflecken auf, so daß etwa fol. 104v sehr schlecht zu lesen ist. Brauner Ledereinband (18. Jh.). Provenienz: vielleicht Kirche SS. Gervasius und Protasius (Soissons?), vgl. Nachtrag fol. 2r; später wohl Louis-J6röme Gohier, französischer Justizminister , ; um diese Zeit wurde die Hs. in Paris versteigert, dann über den Londoner Buchhändler Payne von Sir Thomas Phillipps ( t 1872) erworben (Signatur: MS 10190); seit 1923 im Besitz von A. Chester Beatty (Western MS. 11); Auktion bei Sotheb/s am 24. Juni 1969 (Käufer: H. P. Kraus); noch in demselben Jahr von Edwin J. Beinecke der Yale University geschenkt. Nach S c h r \ m m - M ü t h e r i c h, Denkmale der deutschen Könige und Kaiser, S. 135 handelt es sich bei dem für sein Genre ungewöhnlich prachtvoll ausgestatteten Kapitulariencodex um eine Luxusausgabe des Werkes, angelegt für den H of Karls des Kahlen, vielleicht, so C h r i s t, Schloßbibliothek von Nikolsburg, S. 315 Anm. 3 von S. 314, die prächtigste Ansegisus-Hs., ein ausgezeichnetes Werk der Schule von Reim s. D er zur Klasse C gehörende Ansegis zeigt engste Verwandtschaft mit Cod. Vatikan Reg. Lat Im weiteren Kapitularienbereich steht Cod. New Haven 413 der großen Sammlung der Hss. Vatikan Pal. Lat. 582 und Paris Lat nahe. D ie streng chronologisch geordneten Stücke, Kapitularien ausschließlich Karls des Kahlen von Soissons 853 bis Quierzy 873, nähern sich am Ende der Entstehungszeit der Hs.; dies und die Hofnähe lassen vermuten, daß der Verfertiger der Sammlung mit Vorlagen arbeiten konnte, die ihm einen ungewöhnlich zuverlässigen Text boten. V Leer (bis auf die Signatur Phillipps M S 10190). l v Zeitgenössische oder wenig jüngere Federzeichnung: zwei miteinander ringende Figuren (dazu ganz links ein weiterer Kopf ähnlich dem des linken Ringers), nach N ees eine an den Herkules-Zyklus der Cathedra Petri

7 Nürnberg Cent. V, App Nürnberg, Stadtbibliothek, Cent. V, App. 96 N 9. Jh., 1. Hälfte; vielleicht von einem westfränkischen Schreiber im deutschinsularen Gebiet (B. Bischoff). Schafpergament, 39 foll., ca. 225 x 140 mm (ca. 190 x mm), karolingische Minuskel, Zeilen. Lagen: 2 IV16 + (III+ l)23 + (III+2)31 + IV39. Kustoden: a (8*) bis d (31*). Rote Rubriken (meist in Unziale) und Zahlen; wenige größere Initialen ( lr: /; 26v: A ) in Umrißzeichnung mit Flechtwerk und kleineren Verzierungen, sonst einfache Initialen in brauner Texttinte mit gelblichen Füllungen. Schrift zuweilen mit langen Unterlängen am Seitenende wie in Urkunden; merkwürdige Abkürzung für episcopi: epis.bu Einband: helles Halbleder um Holzdeckel mit Schließe restauriert. Provenienz: Dombibliothek Würzburg ( l r: CLXXVy darunter: Sextemuli quinque legalium [15. Jh.]) aus dem Eigentum des Nürnberger Historikers Dr. Maximilian Moritz Mayer versteigert und vom Magistrat der Stadt Nürnberg für die Stadtbibliothek gekauft. Vorderdeckel Innenseite unten 292 (alte Signatur?). Jüngstes Stück der chronologisch aufgebauten Nürnberger Rechtssammlung, die nach der Lex Salica ausschließlich Kapitularien Karls des Großen ab Herstal a. 779 aufgenommen hat, sind die sonst nur noch von der Collectio capitularium der Codd. Vatikan Pal. Lat. 582 und Paris Lat bewahrten Capitula tractanda cum comitibus, episcopis et abbatibus (a. 811). Das Werk dürfte nicht lange danach entstanden sein, tradiert aber trotz seines hohen Alters nicht immer den besten Text. Daß Cod. Nürnberg Cent. V, App. 96 eine Kapitulariensammlung wiedergibt, die zumindest im Kern, einsetzend mit MGH Capit. 1, Nr. 39, aus der Zeit Karls des Großen stammt, beweist die verwandte Collectio des alten Cod. Montpellier H 136 und ihm ähnliche Werke. Nichts Abschließendes läßt sich über die Codd. Cologny Bodmer 107 und St. Petersburg Q.v. II. 11, alleinige Mittradenten von MGH Capit. 1, Nr. 104 c. 3, sagen, da sie nur fragmentarisch auf uns gekom men sind, die Sammlung der Codd. Vatikan Reg. Lat und Reg. Lat bringt, abgesehen von Nr. 46, weniger Material; zu vergleichen wären noch die Sammlungen des Cod. Paris Lat. 4995, des Cod. Paris Lat. 4626, des Cod. Paris Lat u. a. Dagegen läßt sich das von B e s t \, Fonti, S. 245 Anm. 1 aufgestellte Postulat einer Abhängigkeit der Nürnberger Hs. vom Monacensis Lat nicht halten.

8 496 Handschriftenanalysen 78rb- 8 0 ra den Kapitelzahlen und aus der Ansegis-Capitulatio unten fol. 103ra. Childeberti II decretio (a. 596): INCIPIT DECRETIO HILDEBERTI REGIS. Hildebertus rex francorum uir inluster - colonia feliciter amen (MGH Capit. 1, Nr. 7, S. 15 Z S. 17 Z. 27; W. A. E c k h \ r d t, Decretio Childeberti, S ; Version D ). Das Stück ist in anderer Version schon oben foll. 73ra- 7 4 va zitiert. 80ra_rb Lex Salica, Epilog (W. A. E c k h \ r d t, D ecretio Childeberti, S. 48, 50; MGH LL nat. Germ. 4, 2, S. 188, 190). 80rb Lex Salica, Königsliste (M GH SS rer. Merov. 7, S. 479 f., zur Hs. S. 472; vgl. auch MGH LL nat. Germ. 4, 1, S. 253 f. und MGH LL nat. Germ. 4, 2, S. 192, 194). 80rb ra Ansegisi abbatis capitularium collectio (Klasse D ), Praefatio (Rubrik: INCIPIT PRAEFATIO. UERTE FOLIUM INANTEA; am Ende: EXPLICIT PRAE FATIO. IN CHRISTI NOmine [c] incipiunt capitula episcoporum regum et maxime - precare bonum; vgl. Cod. Paris Lat , pp. 141 f.), Bücher 1-4 und Appendices 1 und 2 (MGH Capit. 1, S. 394 mit Anm. a - S. 449); der jüngere Einschub foll (nach der von Cod. Vatikan Reg. Lat vertretenen Version) ergänzt die verlorenen Ansegis-Kapitel 1, 79 (ab carpendo in unam regulam) bis 1,141 (vollständig; die letzten vier Worte des Kapitels stehen bereits wieder von alter Hand fol. 101r). Zusätze, die meisten wie im Parisinus Lat : 83vb- 8 4 ra (zwischen der Praefatio domni Karoli und Ansegis 1,1 ) Epitome Iuliani 115, 28, ohne Rubrik, für die eine Zeile freigelassen ist (MGH Capit. 1, S. 397 Z. 47 f. und S. 398 Z [Anm. f von S. 397]; neuere Edition G \ n s h o f, Droit romain, S. 29); 92rb-va (vor Ansegis 1, 77) Tempore adriani pape et caroli magni imperatoris - monachi uiuerent (M G H Capit. 1, S. 405 Anm. a Z );

9 Paris Lat ; von dieser Vorlage hängt indirekt auch die Ansegis-Version in den Hss. N ew Haven 413 und Vatikan Reg. Lat ab. Cod. Paris Lat dürfte besonders deshalb von Bedeutung sein, w eil wir in ihm wohl die älteste Überlieferung der Falschen Kapitularien des Benedictus Levita fassen, die nahe an die Entstehungszeit des Werkes herankommt - ein optisch unauffälliges Exemplar ohne jeden farblichen Schmuck. 3r- 2 4 v Ansegisi abbatis capitularium collectio (Klasse C, ohne den Nam en Lothars), Bücher 1-4 und Appendices 1-3, beginnt fragmentarisch mit 1, 99 quod si post haec; Teilblatt- und Textverlust foll. 3-8 (siehe oben), Blattverlust zwischen fol. 8 (nach 2, 25 nouioma) und fol. 9 (vor 2, 29 nosodomium) (M GH Capit. 1, S , ). 24v- 142v Benedicti Levitae capitularium collectio, Bücher 1-3 und Additiones 1-4, bricht fragmentarisch ab Add. 4,8 Et dominus per prophetam m onet...; auch sonst sind Blätter herausgerissen (siehe oben); Additio 2, c. 24 neu einsetzende Zählung (MGH LL 2, 2, S ; Additio 1 = Collectio capitularis Benedicti monastica: Kapitulariensammlung, deren cc aus den Capitularia monastica I [a. 816] und III [a. 818/819?] zusammengestellt und vom Fälscher mit Rubriken versehen sind; das Schlußkapitel 80 bringt unter der Überschrift De disciplina (Kauda nachgetragen?) modo ein schon in den alten Codd. Paris Lat. 1603, Köln 91, Brüssel und Stuttgart HB V I 109, partiell auch Paris Lat der Collectio Vetus Gallica [XLVI, ] tradiertes Exzerpt aus cc. 2, 3, 28, 67 und 70 der Benediktregel [CCM 1, S und M GH Capit. 1, Nr. 170, S , jeweils ohne Capitulatio; Vetus- Gallica-Text ed. M o r d e k, Kirchenrecht und Reform, S ]). Katalog: Catalogus codicum manuscriptorum Bibliothecae Regiae 3, 3 (Paris 1744) S. 617.

10 Paris Lat Baluzes Codex Regius) (11. Jh., 2. Hälfte; Frankreich), Paris Lat (früher Notre-Dame 105) (12. Jh.; Frankreich) sowie - wohl auf eine gemeinsame Vorlage zurückgehend - Paris Lat A (früher Baluze 90 [Baluzes Codex Noster]; Regius ) (11. Jh., 2. Hälfte; aus Saint-Aubin, Angers) und Palermo, Archivio della Cattedrale, 14 (12. Jh.; Frankreich). l r- 6 5 r Ansegisi abbatis capitularium collectio (Klasse C, ohne den Namen Lothars), Praefatio, Bücher 1-4 und Appendices 1-3 (MGH Capit. 1, S. 394 [mit Anm. a] - S. 450); mit Korrekturen einer neuzeitlichen Hand, die sich an der Version der Codd. New Haven 413 und Vatikan Reg. Lat orientierte. 65r v Benedicti Levitae capitularium collectio, endet trotz vollständiger Capitulatio zum zweiten Buch fragmentarisch mit 2, 176 cognita est et nota (MGH LL 2, 2, S ). 153r- 160v Benedicti Levitae capitularium collectio, Fragment von 3, 253 bis 3, 305 quod fidem et con (M GH LL 2, 2, S ). 161r v Benedicti Levitae capitularium collectio, Fragment von Buch 1, 318 uitandam praetermittuntur (ohne Rubriken, für die jedoch vor den Kapiteln Raum gelassen wurde) 176r 176v bis Capitulatio 2,117 (MGH LL 2,2, S ). (Von anderer Hand in schiefen Zeilen, fragmentarisch) Gebet in nomine tuo saluum m efac... (Von anderer Hand des 10. Jh., fragmentarisch) Brief Bischof Lamberts von Le Mans an Bischof Hildebrand von S6es ( M i g n e, PL 132, Sp. 467 f., nach dieser Hs.). Katalog: Catalogus codicum manuscriptorum Bibliothecae Regiae 3, 3 (Paris 1744) S L iteratun B \ l u z e, Capitularia 1, Praefatio, LXV1II (Codex Colbertinus); M GH Capit. 2, S. XXIII (irrtümlich Regius 4243 A); S e c k e l, Benedictus Levita decurtatus et excerptus, S. 384 f. und 386 f.; C h r is t, Schloßbibliothek von Nikolsburg, S. 316; W. A. E c k h \ r d t, Die von Baluze benutzten Handschriften,

11 Paris Lat Pergament, 64 foll., x mm ( x mm), karolingische Minuskel, Zeilen. Lagen: 4 IV32 + I ( IV -1) IV64 (auch am Anfang und Ende Blattverlust); dazu folgende Lagen aus Papier: I + ( V I+ 1) Anßll5, VIInach * 41, II643^. Die Teile 1 und 2 sind von späterer Hand mit Buchstabenkustoden versehen (von^l bis 7). Rote Rubriken in Capitalis rustica. Teil 2 (foll ): 9. Jh., 2. Viertel; wohl Frankreich. Pergament, 56 foll., x mm (stark beschnitten; diese Hs. war also urspünglich um einiges größer) ( x mm), karolingische Minuskel, in zwei Spalten zu Zeilen geschrieben. Lagen: ( IV -1) IV95 + l 96 + ( IV- 2 ) IV118 + I120; dazu folgende Papierblätter: 296bis und tcr pach 102 Rote Unzialrubriken. Teil 3 (foll ): 9. Jh., 2. Viertel; Frankreich? Pergament, 24 foll., x mm ( x mm), karolingische Minuskel, 21 Zeilen. Lagen: 3 IV144 (danach Lagenverlust); am Ende Papierblätter: ( 1+ IV) + I. Kustoden: I (1287) bis III (144v). Rote Unzialrubriken, am Anfang Capitalis rustica rot und in brauner Texttinte; Initialen oft mit Blattverzierungen und roten Füllungen, 126v großes S in Umrißzeichnung mit Vogelköpfen. Brauner Ledereinband; Rückenaufschrift: ANSEGISI CAPITULARIA - LE X SALICA. Provenienz: Die Hs. stammt aus dem Besitz des Pariser Advokaten Antoine Loisel ( ). Über dessen Enkel* Claude Joly, Kantor von Notre-Dame, kam sie 1680 an das Kapitel dieser Pariser Kirche. Sollte die Vermutung von Lesne, Les livres, S. 589 f. zutreffen, mit den Nrn. 37, 80 und 82 des Notre-Dame zugeschriebenen Bibliothekskatalogs des 11. Jh. (Capitula regum, Liber legis salice und Item liber salice legis, ed. debruyne, Le plus ancien catalogue des manuscrits de Notre-Dame de Paris, in: Rev. Bén. 29 [1912] S. 484) seien die Parisini Lat und gemeint, so hätten die Hss. schon vor Loisel zur Pariser Kathedralkirche gehört von der Bibliothèque Royale erworben. Alte Signaturen: F 9, Bibliothèque de l Eglise de Paris; Notre-Dame 252. D ie drei Teile der Hs. sind m. E. nicht als einheitliches Werk konzipiert, sondern sukzessive aneinandergefügt worden. D er erste Teil bietet ausschließlich Kapitularienrecht in Form der Collectio des Ansegis, eng verwandt mit den Überlieferungen des Cod. Paris Lat (siehe auch dort) und der Codd. New Haven 413 und Vatikan Reg. Lat D ie im Anschluß an die Lex Salica kopierten merowingischen Kapitularien des zweiten Teils, von dem die Codd. Mailand A. 46 inf. und Vatikan Reg. Lat. 291 partiell abhängen, gehen nach W. A. E c k -

12 Sankt Petersburg Q. v. II Codex schließen) + 4 IV32 + ( I I - 2)34 + l 35 + II39 + l 40 (Blattverlust nach fol. 40). Rubriken in roter Unziale (stark verblichen), einfache Initialen in brauner Texttinte. Die Hs. ist besonders vorn und hinten durch Wassereinwirkung beschädigt, der Text daher z. T. unleserlich. H eller Ledereinband. Provenienz: H. C. du Cambout de Coislin, Bischof von Metz (Vol. 780 im Katalog der Coislinschen Bestände des Pariser Klosters Saint-Germain-des-Pr6s bei B. d e M o n t f \ u c o n, Bibliotheca bibliothecarum manuscriptorum nova 2 [Paris 1739] S. 1078; wohl aus der Bibliothek von Coislins Großvater Sgguier); Saint- Germain-des-Pr6s (Nr auf Papierblatt Iv und im Verlustinventar bei D e u s l e, Le cabinet des manuscrits 2, S. 56); 1792 im Besitz des russischen Botschaftssekretärs in Paris Peter Dubrowskij; 1805 vom russischen Staat erworben (foll. l r und 40r: Ex Musceo Petri Dubrowsky). Trotz ihres fragmentarischen Charakters verdient die alte St. Petersburger Hs. unsere volle Aufmerksamkeit. Hat sie doch neben der bruchstückhaften Lex Salica und einigen oft und, wie damit bewiesen, schon früh mit ihr verbundenen Kapitularien Kaiser Karls des Großen ein nur hier bezeugtes Kapitularienkapitel bewahrt. Zur Verwandtschaft des Werkes mit den umfangreicheren Sammlungen des Cod. Cologny Bodmer 107, des Cod. Nürnberg Cent. V, App. 95 und der Codd. Vatikan Reg. Lat und Reg. Lat. 1728, siehe jeweils am Ort. Aus ihnen läßt sich mutmaßen, was einst am Ende der St. Petersburger Hs. gestanden haben könnte, wenigstens wohl noch das allen gemeinsame Capitulare missorum in Theodonis villa datum. Schon H u b, S. XXI, vertrat die Meinung, das handliche Bändchen sei für den praktischen Gebrauch bestimmt gewesen. l r- 3 3 v Fragment der Lex Salica (Karolina emendata): Titel 18 bis 64, 1 (et insuper I.CC dr. qui) und Titel 67, 3 (ab et conuicta) bis 70, endet mit EXPLICIT L E X SALICAE. Von zeitgenössischer Hand nachgetragen: Titel 71 und 72, 1 (MGH LL nat. Germ. 4, 1, S , ; Sigle K 81; zur Hs. S. XXVI). 34r- 3 6 r Capitulare legibus additum (a. 803), Inskription: CAPL. QUE IN LEGE SALICE MITTENDA SUNT, cc. 1-2 damnum fecerit D C (danach Blattverlust), c. 6 ab coram traditio quibus bis c. 11 possit indicere (M GH

13 844 Handschriftenanalysen offenbar mit Notariatssignet). Vatikanstempel, z. T. mit abgeschnitten (deutet auf späten Pergamentverlust). Literatun Les manuscrits de la Reine de Suède. Réédition du catalogue de Montfaucon et cotes actuelles (Studi e Testi 238, Vatikan 1964) S. 64 Nr L. Bethmann, in: Archiv 12 ( ) S. 312; Conrat, Geschichte, S. 240 f.; Mommsen - Meyer, Theodosiani libri XVI, Bd. 1,1, S. C; Bd. 2, S. XLIX; D olezalek, Verzeichnis 2; E. V olterra, La Graduum agnationis vetustissima descriptio segnalata da Cujas, in: Atti della Accademia Nazionale dei Lincei anno CCCLXXV, 1978, Serie ottava: Memorie. Classe di Scienze morali, storiche e filologiche 22 (Rom 1978) S u. ö. Abbildungen: V o l t e r r \, La Graduum agnationis vetustissima descriptio, Tav. VII (foll. 66v- 6 7 r); S q i \ d t, Die Darstellungen der Arbores Consanguinitatis, Abb. 3 (foll. 64v und 65r). Vatikan, Biblioteca Apostolica Vaticana, Reg. Lat Vi7 15. Jh. Helles Pergament, 147 foll., vorne 1 Pergamentschutzblatt, hinten 3 unbeschriebene Blätter, 290 x 195 mm (200 x mm), Humanistenschrift (gotische Minuskel), 25 Zeilen. Lagen: 18 IV144 + III; einige Reklamanten noch sichtbar. Text in dunkelbrauner bis grauer Tinte. Rubriken: erste Zeile Gold, sonst blau und rot; herrliche Initialen in Gold auf farbigem Grund und umgekehrt: eine Prachths. Provenienz: Alexandre Petau (fol. l r Besitzvermerk a. 1647); Königin Christine von Schweden (Montfaucon Nr. 370). Alte Signatur: 729. D ie Kapitulariensammlung des Cod. Vatikan Reg. Lat (zweimal chronologisch geordnete Kapitularien Karls des Großen und , dazwischen die Lex Salica mit dem merowingischen Pactus Childeberti I et Chlotharii I) ist identisch mit jener des Cod. Vatikan Reg. Lat. 1728, foll (dort fehlt aber der Ansegis); derselbe Inhalt großenteils (bis zum Capitulare Haristallense) im spätkarolingischen Cod. Cologny Bodmer 107, teilweise auch in Cod. St. Petersburg Q. v. II. 11; vgl. zu weiteren verwandten Werken Cod. Nürnberg Cent. V, App. 96. Einige Texte stimmen mit Cod. Bonn S. 402 überein.

14 Vatikan Reg. Lat Beim sich anschließenden Ansegis steht die Hs. in besonderer N ä he zu Cod. N ew Haven 413, nicht zu Cod. Bonn S l r- 2 r Incipit origo Francorum (in Goldschrift): Origo Francorum Bonnensis (MGH SS rer. Mer. 7, S. 528 Z ). 2r- 4 v I - X I - Capitulare legibus additum (a. 803): Incipiunt Capitula que in lege Salica Domnus Karolus Anno Incarnationis domini nostri iesu christi DCCCIII Imperii vero sui Anno III preponendo addere iussit. De homicidiis Clericorum. Qvi subdiaconum occiderit so l CCC culpabilis iudicetur - possit obicere (M GH Capit. 1, Nr. 39, S. 112 Z. 4-6, S. 113 Z. 4 - S. 114 Z. 27); cc. 1-5 mit Rubriken. 4V- 5 V I-X X V III - Capitulare missorum (a. 803), ohne c. 14, c. 22 nach c. 16: De causis ammonendis. De ecclesiis - habere volumus (MGH Capit. 1, Nr. 40, S. 115 Z S. 116 Z. 5, S. 116 Z ). 5V- 6 V I Cap. - XVI - Capitulare missorum in Theodonis villa datum primum, mere ecclesiasticum (a. 805): Infra ecclesiam de Lectionibus - vero constringantur (MGH Capit. 1, Nr. 43, S. 121 Z S. 122 Z. 18). 6V- 10r I Ca. - XX II - Capitulare missorum in Theodonis villa datum secundum, generale (a. 805): A d omnes generaliter. De pace - esse cognoscitur (M GH Capit. 1, Nr. 44, S. 122 Z S. 126 Z. 3). 10r v Cap. / - / / / / - Capitula per m issos cognita facienda (a. 805/813): Hec capitula missi nostri cognita faciant omnibus in omnes partes. Ut nullus ad mallum - ignorantia fiat. Et hoc missi nostri ante natiuitatem domini omnibus cognita faciant (MGH Capit. 1, Nr. 67, S. 156 Z S. 157 Z. 10). 10v- 1 3 r I-X V III - Capitulare missorum Niumagae datum (a. 806): Capitula que ad niumaga Addita sunt. Vt vnusquisque in suo missatico - çqualia modia. Expliciunt capitula (M GH Capit. 1, Nr. 46, S. 130 Z.36, S.131 Z S. 132 Z. 38).

15 846 Handschriftenanalysen 13r- 4 4 r Incipit Tractatus Legis Salice Lex Salica (Karolina emendata), Langer Prolog (ed. K. A. E c k h a r d t, Lex Salica. 100 Titel-Text, S ), Titelverzeichnis, Kurzer Prolog und Text bis Titel 71 (M GH LL nat. Germ. 4, 1, S , S. 2 f. und S ; Sigle K 66; zur Hs. 5. XXIV). 44r- 4 6 r Pactus Childeberti I et Chlotarii I (a. 511/558), mit verkürzten cc. 10 und 15 (nach sortem prinderit cul. iud. bzw. de pretium) und ohne die darauf folgenden cc. 11 und 16: Pactu. Childeberti Regis pro tenore pacis. Childeberti et Chlotharii emissum, ut quia malorum insania - subiacere cognoscat (M GH Capit. 1, Nr. 3, S. 4 Z S. 6 Z. 6, S. 6 Z S. 7 Z. 1, S. 7 Z ; K. A. E c k h a r d t, Pactus legis Salicae I I 2, S ); direkt anhängend: 46r Titel 72,1 der Lex Salica (Karolina emendata) mit zusätzlichem Schluß excepto capitale in loco restituat wie in Titel 72,2 (MGH Capit. 1, S. 7 Z. 38 f.; vgl. M GH LL nat. Germ. 4,1, S. 235). 46r- 4 8 v Cap. primum - X X V - Capitulare H aristallense (a. 779) in der Forma communis: Incipit decretum Karoli preciosi Regis francorum. Anno feliciter X I Regni domini nostri Karoli gloriosissimi Regis facto capitulare in mense martio - consenserunt decretum. De metropolitanis ut suffragani episcopi eis secundum decretum canonis - emendauerit moriatur (M GH Capit. 1, Nr. 20, S. 47 Anm. a, S. 47 Z S. 51 Z. 26); nach c. 10 einge- schoben: 47r Capitula Italica Karls des Großen, c. 2: De latronibus qui in custodiam - moriatur (MGH Capit. 1, Nr. 105, S. 216 Z. 5-7 ); sonst nur noch in den Codd. Bonn S. 402 und Vatikan Reg. Lat überliefert. 48v- 5 1 r Cap. I - Cap. X I - Capitulare Bononiense (a. 811), mit Rubriken aus der Kapitulariensammlung des Ansegis (3, 67-75): Incipiunt capitula que domnus Imperator constituit Bononie que est in litore maris. Anno regni sui XLIIII Mense Octobrio indictione Quinta. De Libero homine in hoste bannito. Quicunque liber homo in hoste -

16 Vatikan Reg. Lat sint preparati (MGH Capit. 1, Nr. 74, S. 166 Z S. 167 Z. 32). 51r- 5 3 r Cap. I-X III - Capitulare de iustitiis faciendis (a. 811), mit Rubriken des Ansegis (3, ): Item capitula quç propter iusticias intra patriam faciendas constituta sunt. De termino causarum et litium - seruare debeant (M GH Capit. 1, Nr. 80, S. 176 Z S. 177 Z. 30; d e C l e r c q, N euf capitulaires, S ). 53v r Ansegisi abbatis capitularium collectio (Klasse C, ohne den Namen Lothars), Bücher 1-4 (M GH Capit. 1, S mit Inskription S. 394 Anm. a). 147* Leer. nach 147 (Eingebundener Pergamentrest in gotischer Kursive) Accursius, Glossa ordinaria in Infortiatum, Fragment (zu Dig. 33, 4,1,1 3-33, 4, 2,1). Literatun Les manuscrits de la Reine de Suède. Réédition du catalogue de Montfaucon et cotes actuelles (Studi e Testi 238, Vatikan 1964) S. 25 Nr P \ r d e s s u s, Loi Salique, S. LIII f.; MGH Capit. 2, S. XXIX; C h r i s t, Schloßbibliothek von Nikolsburg, S. 318; K. A E c k h \ r d t, Pactus legis Salicae 1 1, S. 36; D o l e z \ l e k, Verzeichnis 2; S c h m i t z, Thegans Vita Hludowici, S. 7 mit Anm. 9; M c K t i t e r i c k, The Carolingians and the written word, S. 48 Tab. A; d e S o u s \ C o s t \, Studien zu volkssprachigen Wörtern, S Vatikan, Biblioteca Apostolica Vaticana, Reg. Lat Vatikan Lat Vatikan, Biblioteca Apostolica Vaticana, Reg. Lat Vi9 9. Jh., frühe 2. Hälfte; Frankreich. Pergament, 166 foll. (numeriert 1-165, dazu 1 ungezähltes Blatt nach 128; die ersten 4 Blätter aus jüngeren Hss. vorgebunden), ca. 305 x 228 mm (ca. 225 x 165 mm), karolingische Minuskel, wenigstens 3 Haupthände: foll , , 125 ff., 23 (bis fol. 108) und 31 Zeilen in zwei Spalten, über den Leges braune Kolumnentitel (THEODOSII L IB E R Iu.ä.); codicologisch lassen sich zwei Hauptteile unterscheiden: und 109 ff. Lagen (heute): II IV163 + I165; sie sind im letzten Viertel der Hs. falsch zusammengebunden, wie sich aus

17 852 Handschriftenanalysen L ite ra tu n T raube, P errona Scottorum, S. 503 (auch ders., N om ina sacra, S. 211); Les m anuscrits de la R eine de Suède. R éédition du catalogue de M ontfaucon et cotes actuelles (Studi e Testi 238, V atikan 1964) S. 26 Nr. 379; D. G aborit- C h o p i n, L a décoration des manuscrits à Saint-M artial de Limoges et en Limousin du IXe au XIIe siècle (Paris - G enf 1969) S. 216; J. Bignami O dier, Membra disiecta du fonds de la R eine dans le fonds V atican latin de la Bibliothèque V aticane. N otes inédites de Bernard Itier, in: M élanges de PÉcole Française de R om e. M oyen âge - Tem ps m odernes 85 (1973) S. 589 A nm. 1; É. P ellegrin, Possesseurs français et italiens de manuscrits latins du fonds de la R eine à la Bibliothèque Vaticane, in: Revue d histoire des textes 3 (1973) S. 281; M o stert, Fleury, S. 278; M ordek, Frühm ittelalterliche G esetzgeber (im Druck). P e r t z, in: Archiv 5, S. 7; P \ r d e s s u s, Loi Salique, S. LIV-LVI; L. B e t h m \ n n, in: Archiv 12 ( ) S. 313; MGH LL 3, S.7 f., 195, ; MGH LL 5, S. 200; MGH Capit. 2, S. XXIX; M e y e r, Leges novellae, S. LIV; B ü c h n e r, Textkritische Untersuchungen, S. 87 f.; K. A E c k h \ r d t, Pactus legis Salicae 1 1, S. 37; D o l e z \ l e k, Verzeichnis 2; K o t t j e, Lex Alamannorum, S. 372 mit Anm. auf S. 375; M c K t i t e r i c k, The Carolingians and the written word, S. 54 Tab. A. Abbildung: G \ b o r t t - C h o p i n, La décoration des manuscrits à Saint-Martial, Abb. 40 (fol. 5V, Ausschnitt: M-Initiale); M o r d e k, Frühmittelalterliche Gesetzgeber, Abb. 1 (fol. 61r). Vatikan, Biblioteca Apostolica Vaticana, Reg. Lat. 1283a, fol. 66 Vatikan Reg. Lat. 980, foll Vatikan, Biblioteca Apostolica Vaticana, Reg. Lat. 1728, foll Vis 15. Jh. Papier, unser Teil: 9 foll., ca x 225 mm (ca x mm), Zeilen, Bastarda; Quaternio mit Einzelblatt. Text meist in dunkelbrauner, manchmal auch etwas hellerer Tinte. Initialen in Texttinte, keine Farben. Im Jahre 1976 restauriert. Provenienz der Sammelhs.: Königin Christine von Schweden (Montfaucon Nr. 779). Dieselbe Kapitulariensammlung wie in Cod. Vatikan Reg. Lat (siehe alles Weitere dort), am Schluß allerdings ohne die Collectio des Ansegis.

18 Vatikan Reg. Lat r Origo Francorum Bonnensis, ab Cum omni populo (MGH SS rer. Mer. 7, S. 528 Z ). 153r r I I I- X I (cc. 1 und 2 ohne Zahl) - Capitulare legibus additum (a. 803): Incipiunt capitula que in lege salica domnus karolus anno incarnationis domini nostri ihesu christi DCCCIII imperii vero sui anno 111 preponendo addere iussit de homicidiis clericorum. Qui subdiaconum occiderit so l CCC culpabilis iudicetur - possit obicere (MGH Capit. 1, Nr. 39, S. 112 Z. 4-6, S. 113 Z. 4 - S. 114 Z. 27); cc. 1-5 mit Rubriken. 154r v capi I-X X V III - Capitulare missorum (a. 803), ohne c. 14, c. 22 nach c. 16: De causis ämmonendis. De ecclesiis - habere volumus (MGH Capit. 1, Nr. 40, S. 115 Z S. 116 Z. 5, S. 116 Z ). 154v r Ic a p l - X V I - Capitulare missorum in Theodonis villa datum primum, mere ecclesiasticum (a. 805): Infra ecclesiam de lectionibus - vero constringantur (M GH Capit. 1, Nr. 43, S. 121 Z S. 122 Z. 18). 155r v I c a p l - XX II - Capitulare missorum in Theodonis villa datum secundum, generale (a. 805): A d omnes generaliter, de pace - esse cognoscitur (MGH Capit. 1, Nr. 44, S. 122 Z S. 126 Z. 3). 156v r I capi. - / / / / - Capitula per m issos cognita facienda (a. 805/813): Hec capitula missi nostri cognita faciant omnibus in omnes partes. I capi Ut nullus ad malum - ignorantia fiat. Et hoc missi nostri ante natiuitatem domini omnia cognita faciant (M GH Capit. 1, Nr. 67, S. 156 Z S. 157 Z. 10). 157r v I-X V III - Capitulare missorum Niumagae datum (a. 806): Capitula que ad niumaga addita sunt. Ut vnusquisque in suo missatico - equalia modia. Expl. capitula (M GH Capit. 1, Nr. 46, S. 130 Z. 36, S. 131 Z S. 132 Z. 38). Incipit tractatus legis salicae. Der Großteil der Lex Salica (Karolina emendata), der von Cod. Vatikan Reg. Lat verbürgt wird, ist hier verloren. Erhalten hat sich lediglich:

19 854 Handschriftenanalysen 158r Titel 66 ab patria componere debuit bis zum Schluß, Titel 71 (von jüngerer Hand nachgetragen: Expl. Lex Sal.) (M GH LL nat. Germ. 4,1, S ; Sigle K 67; zur Hs. S. XXIV). 158r r Pactus Childeberti I et Chlotarii I (a. 511/558), mit verkürzten cc. 10 und 15 (nach sortem prinderit culpabilis iudicetur bzw. de precium) und ohne die darauf folgenden cc. 11 und 16: Pactus childeberti Regis pro tenore pacis. Childeberti et chlotharii emissum ut quia mallorum insania - submittere cognoscat (M G H Capit. 1,N r.3, S.4 Z S.6 Z.6,S.6 Z S.7 Z. 1,S.7 Z ; K. A. E c k h a r d t, Pactus legis Salicae 112, S ); in einem Zuge weitergeschrieben: 159r Titel 72, 1 der Lex Salica (Klasse K) mit zusätzlichem Schluß excepto capitale (et delatura durchgestrichen) in loco restituat wie in Titel 72, 2 (M GH Capit. 1, S. 7 Z. 38 f.; vgl. M GH LL nat. Germ. 4, 1, S. 235). 159r r Capl. I -X X V - Capitulare Haristallense (a. 779) in der Forma communis: Incipit decretum Karoli preciosi Regis francorum. Anno feliciter X I Regni domini nostri Karoli gloriosissimi Regis facto capitulare in mense martio - consenserunt decretum. De metropolitanis ut suffragani episcopi eis secundum decretum canonis - emendauerit moriatur (M GH Capit. 1, Nr. 20, S. 47 Anm. a, S. 47 Z S. 51 Z. 26); nach c. 10 eingeschoben: 159v Capitula Italica, c. 2: De latronibus qui in custodiam - moriatur (MGH Capit. 1, Nr. 105, S. 216 Z. 5-7 ) ; sonst nur noch im Reginensis 1036 überliefert. 160r-v I - X I - Capitulare Bononiense (a. 811), mit Rubriken des Ansegis (3, 67-75): Incipiunt capitula que dominus Imperator constituit Bononie que est in lictore maris Anno regni sui XLIIII mense octobrio indicione. De homine libero inhoneste bannito. Quicunque liber hom o inhoneste - sint preparati (M GH Capit. 1, Nr. 74, S. 166 Z S. 167 Z. 32).

20 Nachwirkung 1041 venienz der Texte durchweg vermerkt wäre, vgl. die seitenlangen, hier nicht wiederholten Inhaltsübersichten im Katalog von M. V \ t t \ s s o - H. C \ r u s i, Codices Vaticani latini: Codices (Rom 1914) S. 16 ff. bzw. 25 ff. Sammelhss. wie Rom, Biblioteca Vallicelliana, C. 19, C. 23, C. 27 oder Rom, Biblioteca Corsiniana, 41. A. 23 (13) und 41. A. 24 (14), für den Kapitularienbereich wenig ergiebig, verdienten wohl als eigene frühneuzeitliche Werke besondere Analysen, wie sie L. G \ s p \ r r i, Osservazioni sul codice Vallicelliano C. 24, in: Studi Gregoriani 9 (1972) S für den Vallicellianus C. 24 vorgelegt hat. Auch die Collection Baluze der Bibliothèque Nationale Paris tradiert einschlägiges Material, so vor allem Cod. Paris Baluze 94, foll , mit Abschriften und Kollationen aus zahlreichen Kapitularienhss., die bis auf wenige Ausnahmen heute noch erhalten und daher besser direkt zu benutzen sind (meist aus Pariser Hss.; anderer Provenienz sind nur Texte aus den Codd. Barcelona Ripoll 40, Berlin Phill. 1762, St. Gallen 733, Wolfenbüttel Heimst. 496a und Heimst. 532, siehe dazu jeweils oben am Ort. Nicht identifizieren ließen sich der fol. 81r_v für Rubriken des Kapitulars von Herstal [Forma communis; M GH Capit. 1, Nr. 20] kollationierte Cod. MS. Ecclesiæ Albiensis und die fol. 90r-v benutzte Überlieferung (Rubrik der Teilkopie: Herib. Ross., d. i. wohl Heribert Rosweyde SJ, ), die - bis Nr. 80 in Übereinstimmung mit den Codd. Vatikan Reg. Lat und Reg. Lat. 1728, ab Ansegis wie Cod. N ew Haven zumindest enthielt (vermutlich ist mehr als eine Überlieferung herangezogen): M GH Capit. 1, Nrn. 39, 40, 43, 44, 67, 46, Lex Salica, Nrn. 20 (Forma communis), 74, 80, 78, Lex Ribuariorum, Ansegisi abbatis capitularium collectio, Nrn. 259, 260, 266, 272, 273 [B. Edictum]). Cod. Baluze 2 bringt zunächst foll. l r- 3 0 v ein Exzerpt aus Cod. Barcelona Ripoll 40 (siehe dort), foll ähnlich Cod. Baluze 94, doch viel kürzer - Angaben aus m eist erhaltenen Hss. von Paris und St. Gallen, oft wieder durchgestrichene Notizen, die für die Texte selbst wenig hergeben (erwähnt seien nur foll. 240r r Ansegis, Benedictus Levita und Capitula Karoli Calvi aus der verschollenen Hs. von Beauvais). Bei Cod. Paris Baluze 141, foll. 186r- 187v handelt es sich um eine Kopie von Cod. Paris Lat. 4613, foll. 92r- 9 4 v (siehe dort), während Baluze 141, foll. 51r- 5 3 r zwar Texte aus der verschollenen Kapitularienhs.