FINANZ THEMENBLÄTTER WIRTSCHAFT & FINANZEN. Die Bedeutung des Euro für Wirtschaft und Bevölkerung INITIATIVE WISSEN

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1 OESTERREICHISCHE NATIONALBANK EUROSYSTEM INITIATIVE THEMENBLÄTTER WIRTSCHAFT & EN Nr. 1 B Die Bedeutung des Euro für Wirtschaft und Bevölkerung Der Euro besteht seit 1999 als Buchgeld bzw. seit 2002 als Bargeld. Mittlerweile wird er als Zahlungsmittel in 17 Ländern bzw. von rund 332 Mio Menschen verwendet. Langfristiges Ziel ist, dass alle dzt. 27 EU-Länder den Euro einführen, um den Handel im gemeinsamen Binnenmarkt durch eine einheitliche Währung florieren zu lassen. Dieses Themenblatt informiert über die Voraussetzungen, um den Euro einführen zu können, und skizziert die Vorteile des Euro für Verbraucher und Wirtschaft. Weiters wird die Rolle der Geldpolitik des Eurosystems für die Stabilität des Euro beleuchtet. Diese trug maßgeblich dazu bei, dass sich der Euro neben dem US-Dollar schnell zur zweitwichtigsten internationalen Währung entwickelt hat. Die Finanz-, Wirtschafts- und Schuldenkrise zeigte aber auch Fehlentwicklungen in der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) auf. In einem letzten Abschnitt wird daher auf Reformen eingegangen, die mittelfristig zu einer Neuordnung der Architektur der WWU und Stabilisierung des Euro führen sollen. Autor: Manfred Fluch, Hauptabteilung Kommunikation, Planung und Personal

2 Die Bedeutung des Euro für Wirtschaft und Bevölkerung Der Euro ist Währung für rund 332 Millionen Menschen Der Euro wurde mit Beginn der dritten Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) am 1. Jänner 1999 zuerst als Buchgeld (das heißt nur kontenmäßige elektronische Verrechnungen auf den Finanzmärkten erfolgten in Euro) und mit 1. Jänner 2002 als Bargeld und gesetzliches Zahlungsmittel in 12 europäischen Staaten eingeführt. Durch den Wegfall der Währungsschranken wurden Wirtschaftsaktivitäten im 1991 geschaffenen europäischen Binnenmarkt mit frei zirkulierenden Personen-, Güter-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr wesentlich erleichtert. Wechselkursschwankungen und Umtauschkosten von Währun gen innerhalb des Währungsraums fielen weg. Beides zusammen bewirkt dauerhaft erhebliche Kostenersparnisse für Wirtschaft und Bevölkerung und übersteigt die einmaligen Umstellungskosten bei weitem. Seit 1. Jänner 2011 haben bereits 17 EU-Staaten bzw. rund 332 Mio Menschen den Euro als Währung. Der Name Euro wurde 1995 bei einem Treffen der Staats- und Regierungschefs in Madrid festgelegt. Die Einführung des Euro ist an Konvergenzkriterien gebunden Voraussetzung für die Einführung des Euro ist eine hohe Konvergenz, d.h. eine annähernde (oder übereinstimmende) Entwicklung wichtiger wirtschaftlicher Kennziffern. Dies ist deshalb notwendig, damit wirtschaftspolitische Maßnahmen, wie z. B. Zinsänderungen durch die Geldpolitik, möglichst in allen Ländern des Währungsraums die gleichen (gewünschten) Effekte bringen. Deshalb legt der Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) die Konvergenzkriterien als relevant für die Euro-Einführung fest und nimmt im Protokoll 13 deren ergänzende Definition vor (Kurzform der Kriterien siehe nebenstehende Übersicht). Die Erfüllung der Konvergenzkriterien jener EU-Länder, die den Euro à la longue einführen wollen (und keine besondere Klausel zur Nicht-Einführung haben) wird länderweise durch die EZB und die Europäische Kommission alle zwei Jahre geprüft und beurteilt. Die endgültige Entscheidung, ob ein Land an der WWU teilnehmen bzw. den Euro einführen kann, trifft der Europäische Rat. Neben der wirtschaftlichen spielt auch die rechtliche Konvergenz eine Rolle: So sind insbesondere die innerstaatlichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften der nationalen Zentralbanken und Währungsangelegenheiten gemäß den Bestimmungen des AEUV bzw. der ESZB/EZB-Satzung 1 anzupassen und zu vollziehen. Dazu zählen insbesondere die Unabhängigkeit der natio nalen Zentralbank und ihre Integration in das Euro system. Wirtschaftliche Konvergenzkriterien für die Euro-Einführung Preisstabilität Inflationsrate gemäß Harmonisiertem Verbraucherpreisindex Nicht mehr als 1,5 Prozentpunkte über der durchschnittlichen Inflationsrate jener drei EU-Mitgliedstaaten, die am preisstabilsten sind Gesunde öffentliche Finanzen Haushaltsdefizit nicht mehr als 3 % des BIP Staatsverschuldung nicht mehr als 60 % des BIP (oder wenn höher deutliche Annäherung in Richtung dieses Wertes) Stabile Zinsen Langfristige Zinssätze nicht mehr als 2 Prozentpunkte über dem Nominalzinssatz jener drei Mitgliedstaaten, die am preisstabilsten sind Stabile Wechselkurse Teilnahme am Wechselkursmechanismus (WKM) für zwei Jahre ohne starke Spannungen innerhalb einer Bandbreite von +/- 15 % zum Euro 1 Siehe dazu im Detail: html/index.de.html 2

3 Die Vorteile des Euro für Bevölkerung und Wirtschaft Stabile Währung und niedrige Inflation: Der Euro ist gemessen an seiner durchschnittlichen Inflationsrate eine stabile Währung. Sie lag im Euroraum und in Öster reich zwischen 1999 und 2011 bei etwa 1,9 % jährlich. Ein stabiler Geldwert erhält die Kaufkraft der Einkommen, schützt die Sparer vor der Entwertung ihres Geldvermögens und erleichtert den Unternehmen finanzielle Planungen (z. B. bei mittel- und langfristigen Investitionen). Preistransparenz: Durch die einheitliche Währung lassen sich die Preise in 17 Staaten Europas besser vergleichen. Dank der Preisangaben in Euro können die Verbraucher die günstigsten Preise finden, ohne dabei schwankende Wechselkurse oder Umtauschkosten berücksichtigen zu müssen. Preiskonvergenz: Die Preistransparenz führt im Euroraum zu Wettbewerb und niedrigeren Preisen sowie tendenziell auch zu einer Angleichung der Preise. Dieser Prozess geht aber sehr langsam vor sich, da u. a. Unterschiede in der Preisgestaltungspolitik der Unternehmen, bei den Steuersätzen und in den nationalen Einkommensniveaus nach wie vor Preisdifferenzen mit sich bringen. Niedrigere Zinsen: Schon im Vorfeld der WWU sanken die Zinsen und blieben dann in den Jahren seit der Einführung des Euro auf niedrigem Niveau. Niedrige Zinsen ermöglichen den Bürgern einen leichteren Zugang zu Krediten, begünstigen die Finanzierung der Investitionen von Unternehmen und senken auch die Finanzierungskosten der Staatsschuld. Wegfall der Umtauschkosten und begünstigter Geldverkehr: Mit dem Euro ist das individuelle Reisen im Euroraum leichter und billiger, da die anfallenden Spesen für den Geldumtausch entfallen. Auch für Unternehmen fallen Transaktionskosten für den Umtausch von Währungen oder Wechselkursrisiken weg die Handelsaktivitäten werden damit wesentlich erleichtert. Sicheres Zahlungsmittel: Die Euro-Banknoten verfügen über eine Reihe von Sicherheitsmerkmalen und zählen mit ihrer Beschaffenheit und ihrem Design zu den fälschungssichersten Banknoten der Welt. Europaweit gab es im Jahr 2011 in Relation zu fast 15 Milliarden Stück echten Banknoten Fälschungen. Im Jahr 2010 wurden in Österreich bei einem Umlauf von geschätzten 500 Millionen Banknoten, was einem Wert zwischen 25 und 27 Mrd EUR entspricht, rund Die Vorteile des Euro Europäische Wirtschaft profi tiert, weil. der Euro eine Weltwährung wurde der Euroraum ein großer Wirtschaftsraum ist die Integration der Finanzmärkte zunimmt der internationale Handel gefördert wird Mitgliedstaaten des Euroraums profi tieren, weil. stabile Preise und niedrige Infl ationsrate das soziale Klima stärken nachhaltig gesunde öffentliche Finanzen gefördert werden wirtschaftliche Störeinfl üsse (Schocks) besser verkraftet werden Unternehmen profi tieren, weil. wesentliche Handelserleichterungen geschaffen werden (Wegfall des Wechselkursrisikos und -gebühren) niedrige Zinsen mehr Investitionen bedeuten Verbraucher profi tieren, weil. stärkerer Wettbewerb herrscht Preistransparenz geschaffen wird die Preise weitgehend stabil sind und die Kaufkraft gestärkt wird Reisen einfacher und günstiger ist niedrigere Zinsen günstige Kredite ermöglichen Arbeitnehmer profi tieren, weil. die Integration der Arbeitsmärkte gefördert wird stabile Preise viele neue Arbeitsplätze im Euroraum geschaffen haben Fälschungen eingezogen. Im Jahr 2011 waren es mit rund deutlich weniger. Der österreichische Anteil am Fälschungsaufkommen liegt bei rund 1 %. Schneller und sicherer überweisen: Durch den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA Single Euro Payments Area) ist der Zahlungsverkehr zwischen den Ländern des Euroraums schneller und sicherer. Mit IBAN und BIC werden Überweisungen in der Regel für die Konsumenten auch billiger. Für Unternehmen bedeutet SEPA einen großen Kostenvorteil in einem Binnenmarkt mit stetig zunehmendem Handel. Euro verbilligt und verbessert Finanzdienstleistungen: Der Euro bringt mehr Wettbewerb bei Banken, Versicherungen sowie Pensions- und Investmentfonds. Die Verbraucher können auch länderübergreifend die Angebote vergleichen. Dadurch sind die Kosten für diese Dienstleistungen gesunken. 3

4 Euro festigt internationale Rolle Die internationale Rolle einer Währung wird üblicherweise an ihren Funktionen als Anlage- und Emissions-, Reserve-, Fakturierungs- und Transaktionswährung sowie als Ankerwährung bei der Wechselkurspolitik gemessen. Einige wenige Daten 1 verdeutlichen, dass der Euro sich im Laufe der Jahre als zweite Weltwährung neben dem US-Dollar etabliert hat und als leistungsstarker Katalysator für die Finanzmarktintegration wirkt. Bereits im Jahr 2008 lag der Eurobargeldumlauf höher als jener des US-Dollar. Der Anteil der in Euro gezeichneten Schuldverschreibungen erhöhte sich von 22% (1999) auf rund 30 % (2011). Der Anteil des Euro als Reservewährung weitete sich zwischen 1999 und 2011 von 18 % auf 26 % aus. Überdies orientieren weltweit rund 40 Staaten ihre Wechselkurspolitik am Euro. Österreichs Wirtschaft profitiert vom Euro Euro und WWU haben in Österreich beträchtliche Wohlstandsgewinne generiert. Für Österreich eröffnet sich mit dem Euroraum und seinen rund 332 Millionen Einwohnern ein Wirtschaftsraum, der gut 40-mal mehr Menschen beheimatet und dessen Wirtschaftsleistung mit Mrd EUR rund 30-mal größer ist als jene der heimischen Volkswirtschaft Fakten, die für Österreich Vorteile brachten gehörte Österreichs Wirtschaftsleistung je Einwohner (BIP pro Kopf; EUR), der auch als Wohlstandsindikator verstanden wird, zu den vier höchsten im Euroraum. Euro bringt niedrigere Inflation in Österreich Veränderung des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) zum Vorjahr in % Euro-Buchgeldeinführung 4,0 3,5 3,0 2,5 2,0 1,5 1,0 0,5 0,0 Ø : 2, Quelle: Statistik Austria, EU-Kommission. 1 Prognosewerte der EU-Kommission vom Herbst Ø : 1,9 Prognose Euro stärkt Österreichs Exportwirtschaft Export- und Importquoten in % des nominellen BIP Exporte von Waren und Dienstleistungen Importe von Waren und Dienstleistungen Euro-Buchgeldeinführung Leistungsbilanzsaldo in % des nominellen BIP Quelle: Statistik Austria, EU-Kommission. 1 Prognosewerte der EU-Kommission vom Herbst Euro-Buchgeldeinführung Exporte von Waren Österreichs Volkswirtschaft wuchs real in diesem wechselkursstabilen Umfeld seit 1999 um durchschnittlich 2% pro Jahr und damit um einen halben Prozentpunkt kräftiger als der Euroraum. Die Arbeitslosenquote war international gesehen niedrig, die Beschäftigung wuchs über weite Strecken dynamisch (insgesamt um etwa ). Die hohe Preisstabilität in Österreich (1999 bis 2012 jährliche Inflationsrate von 1,9%), die dadurch günstige preisliche Wettbewerbsfähigkeit und die wirtschaftliche Integration haben zu einer deutlich verbesserten außenwirtschaftlichen Position Österreichs beigetragen. Die Exportquote (Ausfuhren von Güter und Dienstleistungen in % des BIP) erhöhte sich von 43 % (1999) auf fast 60 % (2011). Etwa 57 % der Exporte gehen in den Euroraum und sichern in Österreich rund eine halbe Million Arbeitsplätze. Seit dem Jahr 1999 exportiert Österreich durchgängig mehr Güter und Dienstleistungen, als es importiert. Die österrei- Prognose Prognose Siehe ausführlich: ECB (2012). The international role of the Euro. July

5 chische Leistungsbilanz weist seit 2002 jährlich einen Überschuss aus. Auch der Internationalisierungsgrad der österreichischen Wirtschaft ein Maß dafür sind die Direktinvestitionen in Relation zur Wirtschaftsleistung hat sich dynamisch entwickelt. So haben sich die (aktiven) Direktinvestitionen von Österreichs Unter nehmen zwischen 1999 und 2011 von 9,6 % auf über 50 % verfünffacht. Ebenso stiegen die Investitionen von ausländischen Unternehmen in Österreich von 12,2 % vor der Einführung des Euro (1999) auf knapp 40 % (2011) des BIP. Österreich hat hier als kleines, exportorientiertes Land überproportional profitiert. Der krisenbedingte Einbruch im Laufe des Jahres 2008 hat Österreich zwar auch stark getroffen (insbesondere 2009), aber nicht ganz so schwer wie viele andere Länder bzw. gelang es Österreichs Wirtschaft sich schneller wieder zu erholen. Euro hat in der Bevölkerung hohe Akzeptanz erreicht Krise trübte Einstellung Die Wirtschaftstreibenden waren infolge der Erleichterungen im grenzüberschreitenden Handel und vereinfachten Geschäftsabwicklungen von Anfang an vom Euro überzeugt. Auch bei der Bevölkerung hat die Akzeptanz des Euro schnell zugenommen. Anhand von Stimmungsindikatoren lässt sich für die österreichische Bevölkerung und teilweise auch für den gesamten Euroraum ein durchgängiges Meinungsprofil zum Euro(-Bargeld) ableiten. Eine Studie der OeNB 2 zeigt zwei differenzierte Stimmungsperioden: Einerseits eine steigende sowie letztlich hohe Akzeptanz und Zufriedenheit mit dem Euro bis zum Jahr 2009 und andererseits bedingt durch die Schuldenkrise und ihre Folgewirkungen eine rückläufige Pro- Euro-Haltung der Bevölkerung ab 2010, bis hin zu kritischen Einschätzungen am Höhepunkt der Krise im Sommer und Herbst Vom Vertrauenshoch im Jahr 2009 fast 80 % der Österreicher bewerteten den Euro positiv reduzierte sich dieser Umfragewert bis auf rund 60 % (Herbst 2011). Der Umgang mit dem Euro-Bargeld im täglichen Leben bereitet der österreichischen und europäischen Bevölkerung jedoch kaum mehr Probleme. Das Euro-Preisgefüge verleitet insbesondere bei Großbeträgen noch zu Vergleichen mit dem Schilling bzw. zu früheren nati onalen Währungen im Euroraum. Große Zustimmung gibt es für die persönlichen Vorteile durch den Euro: mehr Preistransparenz, günstigeres und einfache res Reisen und Kostenvorteile im Zahlungsverkehr sind in der Bevölkerung unbestritten. Geldpolitik des Eurosystems gewährleistet Preisstabilität des Euro Aufgabe der Geldpolitik des Eurosystems bestehend aus der EZB und den 17 nationalen Zentralbanken jener Länder, die den Euro eingeführt haben ist, Preisstabilität im Euro-Währungsgebiet zu gewährleisten. Diese liegt gemäß Definition des EZB-Rats dem obersten Entscheidungsgremium des Eurosystems 3 vor, wenn der jährliche Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindex im Durchschnitt des gesamten Euroraums unter, aber nahe bei 2 % liegt. Anhand der geldpolitischen Strategie, die eine Reihe von Indikatoren mit Einfluss auf die Preisentwicklung beurteilt, überprüft der EZB-Rat laufend die weiteren Aussichten für die Wirtschafts- und Preisentwicklung und trifft auf dieser Basis die geldpolitischen Entscheidungen. Dabei können die Leitzinsen 4 unverändert bleiben, erhöht oder gesenkt werden. Höhere Leitzinsen verteuern Kredite, dämpfen die Investitionen und den Konsum, das Wirtschaftswachstum und somit die Inflationsrate gehen zurück. Bei niedrigen Zinsen ist es umgekehrt. Neben der stabilitätsorientierten Geldpolitik ist für stabiles Geld auch die Unterstützung der übrigen Wirtschaftspolitik notwendig: Weitere Säulen sind insbesondere eine nachhaltige und stabile Budgetpolitik sowie eine dynamische Strukturpolitik, die die Flexibilität der Wirtschaft fördert, die Preisstabilität unterstützt und das Wirtschaftswachstum und die Beschäf- 2 Siehe Fluch, M. und Schlögl, S Der Euro ein Stimmungsbild 10 Jahre nach der Bargeldeinführung. In: OeNB. Geldpolitik & Wirtschaft Q Der EZB-Rat besteht aus dem Präsidenten und Vizepräsidenten, den vier Direktoren der EZB sowie den 17 Gouverneuren der nationalen Zentralbanken. Insgesamt umfasst das Gremium damit 23 Personen, darunter auch den Gouverneur der OeNB. Bei Entscheidun gen gilt das Prinzip: 1 Mitglied 1 Stimme. 4 Jene Zinssätze zu denen sich Geschäftsbanken Geld bei den nationalen Zentralbanken leihen können. 5

6 tigung sichert. Damit die geldpolitischen Zinsimpulse des Eurosystems wirksam übertragen werden können, ist auch ein stabiles und reibungslos funktionierendes Finanzsystem wichtig. Euro schützt in der Wirtschaftskrise Die von den USA ausgegangene und sich im Laufe des Jahres 2008 vertiefende Finanz- und Wirtschaftskrise erfasste im Herbst 2008 auch den Euroraum. Die Wirtschaftsleistung brach ein und die Arbeitslosigkeit erhöhte sich kräftig. Die Inflationsrate hat sich als Folge der rückläufigen Rohstoffpreise deutlich verringert. Notwendige umfangreiche Stützungspakete der Länder für Konjunktur, Arbeitsmarkt und Banken haben die Gebarung der öffentlichen Haushalte belastet und die Budgetdefizite stark erhöht. Der Euro und die Zusammenarbeit der Zentralbanken des Eurosystems wirkten selbst in dieser extremen Krisenzeit als Schutzschild und bewahrten Europa und Österreich vor noch größeren negativen Auswirkungen. Durch die Mitgliedschaft in einem großen Währungsraum wurden die Unternehmen vor starken Schwankungen der Wechselkurse geschützt, Abwertungen innerhalb des Euroraums waren nicht möglich. Der Euro ermöglichte es Europa und seinen wirtschaftspolitischen Institutionen, gemeinsam rasch und entschlossen zu handeln. Durch ein koordiniertes Vorgehen bei den Maßnahmen der Geld- und Wirtschaftspolitik konnte der Schaden für den Finanzsektor und die Konjunktur einigermaßen abgefedert werden. Die Geldversorgung durch das Eurosystem wurde sehr flexibel gestaltet, und die Leitzinsen im Laufe der Krise auf den niedrigsten Stand seit Bestehen der WWU und des Euro gedrückt. Zur Bewältigung der Schuldenkrise hat die EZB unkonventionelle Maßnahmen gesetzt. Beispiele dafür sind die dreijährigen Tender zur Liquiditätsversorgung der Banken im Euroraum sowie der Ankauf von Staatsanleihen überschuldeter Euroländer auf dem Sekundärmarkt. Krise zeigt Fehlentwicklungen der WWU auf Ohne Zweifel hat die seit 2008 anhaltende Krise Fehlentwicklungen aufgezeigt. Die Staatsschulden in einigen Euroländern sind durch die Finanz- und Wirtschaftskrise und zum Teil auch durch mangelnde Budgetdisziplin aus dem Ruder gelaufen. Ein wesentlicher Grund dafür war, dass die Spar- und Konsolidierungsmaßnahmen in einigen Ländern vor Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise unzureichend waren. Zudem waren auch für die wirtschaftlich schwächeren Staaten die Zinsen infolge des Beitritts zur WWU stark gesunken. Dieses niedrige Zinsniveau hat private und öffentliche Haushalte dazu verleitet, sich in übergroßem Maß zu verschulden. Auch wurde aufkeimenden makroökonomischen Ungleichgewichten, die das Funktionieren der Wirtschaft einzelner Länder des Euro-Währungsgebiets oder der gesamten EU beeinträchtigen können, vor Ausbruch der Krise kaum bzw. zu wenig Augenmerk geschenkt. was mittelfristig tiefgreifende Reformen erfordert Zur Überwindung der Krise und mittelfristigen Neuordnung der WWU-Architektur wurden auf europäischer und nationaler Ebene umfassende Maßnahmen eingeleitet. Sie dienen der Stärkung der wirtschaftspolitischen Koordination, zur Sanierung der öffent lichen Finanzen, zur Stabilisierung des europäischen Bankensystems und begleiten Reformen, die ein nachhaltiges Wachstum und mehr Wettbewerbsfähigkeit garantieren sollen 5. 5 Siehe auch Fakten zum Euro unter 6

7 Als spezielle fiskalpolitische Maßnahme des Krisenmanagements wurden zur Bewältigung der Schuldenkrise Rettungsschirme für EU-Staaten aufgebaut. So wurde die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) geschaffen, die über die Ausgabe von Anleihen ein Kreditvolumen von 440 Mrd EUR zur Verfügung stellte. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) und der Europäische Finanzstabilisierungsmechanismus (EFSM) der Europäischen Kommission gewähren den Krisenländern Kredite, die alle mit Zinsen zurückzuzahlen sind. Im Jahr 2011 wurden EFSF und EFSM durch einen permanenten Rettungsschirm dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) ersetzt. Über den ESM, der seit Oktober 2012 in Kraft ist, können Kredite in Höhe von 500 Mrd EUR abgewickelt werden. Die kommenden Herausforderungen mit dem Euro bewältigen Obwohl bereits eine Reihe von stabilisierenden Maßnahmen gesetzt wurden, erfordert die Bewältigung der Krise und die Stärkung des Euro als stabile Währung weitere große Anstrengungen. Dazu gehört: nachhaltig die konjunkturelle Schwäche zu überwinden, das Wachstum im Euroraum wieder in Schwung zu bringen und damit Beschäftigung zu schaffen, die Geldpolitik weiterhin am vorrangigen Ziel der Preisstabilität auszurichten und gleichermaßen einer möglichen Deflation wie auch höherer Inflation ent gegenzuwirken, die Finanzmarktstabilität durch eine Neuordnung der Finanzmärkte und reformierte Aufsichtsstrukturen herzustellen und langfristig zu gewährleisten, durch Vorantreiben der Strukturreformen zur Flexibilität der Märkte, verbesserter Bildung und mehr Forschung die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, nach der krisenbedingten Phase übermäßiger öffentlicher Haushaltsdefizite die Konsolidierung konsequent und zügig umzusetzen, um langfristig solide Haushalte zu erreichen, den Euro und die Vorteile der Integration nicht nur als wirtschaftliches Erfolgsmodell transparent zu machen, sondern auch als gesellschaftliches und sicherheitspolitisches Projekt zu sehen, das zum Ziel hat, den sozialen Frieden zu stärken und den Wohlstand zu vermehren. Europa braucht eine gemeinsame Währung Der europäische Binnenmarkt braucht auch eine gemeinsame Währung, damit er seine volle Wirkung entfalten kann. Mit dem Zusammenschluss von 17 Ländern zum Euro-Währungsgebiet entstand gemessen am BIP die nach den USA nunmehr zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Der Euro verschafft dem Euroraum und der EU damit auch eine starke Stimme in der Weltwirtschaft. Weiterführende und laufende Informationen: Erläuterungen und Erklärungen zu in diesem Themenblatt verwendeten Begriffen finden sich im Glossar der OeNB unter Medieninhaber und Herausgeber: Oesterreichische Nationalbank, 1090 Wien. Stand: November

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