Textilnews. Frische Brise im. Outdoor-bekleidung. Das Fashion & Lifestyle Magazin April 2015

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1 Textilnews Das Fashion & Lifestyle Magazin April 2015 Outdoor-bekleidung Frische Brise im Outdoor-Markt

2 Textilnews Inhalt 2 Campen für ein Paar Turnschuhe Die Anschaffungsneigung der Deutschen ist nochmals gestiegen, der private Verbrauch längst zur stabilen Konjunkturstütze geworden. Dabei stehen Möbel, der nächste Urlaub oder das neue Auto ganz oben auf der Wunschliste, mit Mode hingegen scheint kein Blumentopf zu gewinnen zu sein. Da staunt man schon, wenn junge, überwiegend männliche Interessenten zum Teil tagelang vor einem Sportartikel-Laden ausharren, um ein Paar der von Kanye West designten, streng limitierten Adidas Yeezy Boost für 350 Euro zu ergattern. Ob sie die jemals tragen werden, oder nur auf eine möglichst große Wertsteigerung der begehrten Sammelobjekte hoffen, bleibt offen. Ganz anders als die Käufer der neuen Outdoor-Kollektion, für die die Marke nachrangig ist, sondern neben der Funktionalität vor allem das persönliche Erlebnis mit dem neuen Outfit in der Natur im Fokus steht. Blickpunkt Textil 3 Schwacher Start ins neue Jahr Blickpunkt Konsumklima 6 Verbraucher voller Zuversicht Outdoor-Bekleidung 9 Frische Brise im Outdoor-Markt Blickpunkt Trends 12 DER FRÜHLING, DIE MODE, DIE UMSÄTZE Blick über den Tellerrand 14 Deutschlands Urlauber sind nicht zu bremsen Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre. Ihre Petra Mücke, Account Director Fashion & Lifestyle

3 Blickpunkt Textil 3 Schwacher Start ins neue Jahr Das Tal der Tränen ist noch immer nicht durchschritten. Nach der sehr schwachen Herbstsaison ging es auch in den Wintermonaten Dezember bis Februar für den Textilhandel nicht bergauf. Zwar war das Minus bei weitem nicht so schlimm wie im Herbst, doch trotz einer vom Dezember geprägten schwachen Vorlage aus dem Vorjahr mussten die Textilhändler in allen drei Vergleichsmonaten rote Zahlen schreiben. Die Hoffnung auf eine Wende zum Jahresbeginn war groß. Aber mit den Umsätzen ging es weiter bergab. Natürlich passten die Temperaturen draußen nicht zur Ware drinnen. Aber das galt im Vorjahr genauso. Die wahren Probleme liegen woanders. Die Sortimente sind zu vergleichbar. Es fehlt vielerorts an den entscheidenden Kaufimpulsen. Vor allem vertikal aufgestellte Vertriebsformen, die ihre Zielgruppe klar fokussieren, gewinnen Marktanteile. Und natürlich

4 Blickpunkt Textil Schwacher Start ins neue Jahr 4 gibt es die Mega-Herausforderung durch E- Commerce. Das kostet den stationären Handel massiv Frequenz und Umsatz. Die Zuwächse im Online-Shopping haben sich zwar etwas abgeschwächt, doch die Umsatzkurve beim Modeshopping via Internet zeigt weiter nach oben. Zum Saisonverlauf: Mit frühen Reduzierungen im Dezember und starken Abschriften im Januar gelang dem Textilhandel ein Pari bei der verkauften Menge. Aber da fast jedes zweite Teil reduziert über den Tresen ging, reichte es nicht zu einem Pari bei den Umsätzen. Richtig schlimm kam es dann im Februar. Mit dem Mix aus neuer Frühjahrsware und drastisch reduzierter Winterware war für den stationären Textilhandel kein Blumentopf zu gewinnen. Die Umsatzkurve beim Modeshopping via internet zeigt weiter nach oben Der Einbruch bei den Umsätzen betraf alle großen Warenbereiche. Weder DOB, HAKA, KOB oder Schuhe konnten sich über ein Plus in den Wintermonaten freuen. Am wenigsten hart traf es noch die HAKA. Aufgrund höherer Durchschnittspreise rutschte sie nur leicht in die roten Zahlen. Ähnlich lief es im Geschäft mit den Schuhen. In der DOB war das Minus jedoch schon rund doppelt so hoch. Und am schlimmsten traf es die KOB. Interessanterweise zeigten sich die Geringverdiener in der abgelaufenen Saison besonders kauffreudig. Doch bei allen anderen landeten weniger Teile in den Einkaufstüten als in den Vorjahresmonaten. Und das trieb die Umsätze nach unten. Beim Blick auf die Altersklassen fällt auf, dass die Teens sich in diesem Winter am wenigsten für die neue Mode begeistern konnten. Die Jungs noch viel weniger als die Mädels. Da stand wohl eher ein neues Handy oder Tablet auf dem Wunschzettel als ein neues Outfit. Da der Anteil der unter 20-Jährigen an den textilen Gesamtausgaben jedoch sehr gering ist, fiel das nicht so stark ins Gewicht. Ausschlaggebender für das Gesamtminus war vielmehr, dass die kaufkraftstarke Zielgruppe 50 Plus deutlich weniger Lust verspürte, ihre Garderobe aufzufrischen. Das tat richtig weh. Wie schon im Herbst traf auch in den Wintermonaten der Umsatzrückgang den Fachhandel stärker als den Nichtfachhandel. Rote Zahlen schrieben aber beide. Auffällig war dabei die gegensätzliche Entwicklung bei den Preisen.

5 Blickpunkt Textil Schwacher Start ins neue Jahr 5 Im Fachhandel gingen Pullover, Jacken & Co. zu leicht höheren Preisen als im Vorjahr über den Tresen, aber die Menge der verkauften Artikel dafür deutlich zurück. Der Nichtfachhandel verkaufte seinen Kunden hingegen mehr Teile. Allerdings zu so viel niedrigeren Preisen, dass es auch hier nicht zu einem Pari reichte. Nur der LEH konnte sich über ein Umsatzplus freuen. Für die lange Zeit erfolgsverwöhnten Factory Outlets zeigte die Umsatzkurve hingegen erneut nach unten. Wenn auch nicht mehr so stark, wie in der vorangegangenen Herbstsaison. Ebenfalls enttäuschend waren die Umsätze im Sportfachhandel. Bei den milden Temperaturen wollte bei den Kunden keine rechte Lust auf Skimode aufkommen. Einzig die Versender schafften in den Wintermonaten ein leichtes Plus. Ansonsten blieb und bleibt für die allermeisten nur die Hoffnung auf einen Aufwärtstrend im Frühjahr. Aber die im März gestarteten sehr frühzeitigen und zahlreichen Midseason-Sales zeigen schon: Einfach wird das nicht. Es fehlt vielerorts an entscheidenden Kaufimpulsen Im Fachhandel mussten fast alle Vertriebsformen leichte bis mittlere Umsatzrückgänge hinnehmen. Bei den Filialunternehmen fällt auf, dass die Multilabel-Konzepte schlechter davon kamen als die Monomarken-Konzepte, was allerdings auch an unterschiedlicher Flächenentwicklung liegen könnte. Die Textildiscounter traf es ebenfalls hart. Auch die Warenhäuser hatten überdurchschnittlich hohe Verluste. Obwohl sie die Durchschnittspreise der bei ihnen gekauften Artikel stark nach oben schrauben konnten. Fragen Sie uns zu Marktgröße, Marktentwicklung, Sortimentsanteilen, Preislagen und Zielgruppen. Petra Dillemuth T

6 Blickpunkt Konsumklima 6 Verbraucher voller Zuversicht Die deutschen Verbraucher sind mental belastbar: Terror, Katastrophen und politische Krisen weltweit können ihnen die Zuversicht nicht nehmen. Sie glauben fest an einen stabilen Aufschwung. Dass Deutschland spart und exportiert, aber nichts für die Nachfrage zuhause tut, ist im Ausland ein weit verbreitetes Urteil. Dabei ist diese Einschätzung seit geraumer Zeit nur noch ein Vorurteil und weniger denn je durch Fakten gedeckt. Der private Verbrauch ist längst zur Konjunkturstütze Deutschlands geworden und zieht damit ganz Europa nach oben. Ein Blick auf die jüngsten Tarifabschlüsse macht schnell deutlich, dass die Leute Geld in der Tasche haben und noch mehr bekommen werden. Ihre Verdienste tragen sie auch gerne in die Geschäfte, wie die regelmäßigen GfK-Umfragen zeigen. Beispiel öffentlicher Dienst: In diesem Jahr soll es für Mitarbeiter in Behörden, Lehrer, Hausmeister, Krankenschwestern, Feuerwehrleute und Polizisten 2,1 Prozent mehr Lohn geben, und im kommenden Jahr noch mal 2,3 Prozent oben drauf. In der Metall- und Elektroindustrie geht es noch großzügiger zu:

7 Blickpunkt Konsumklima Sorgen suchen? Nein danke! 7 Ein Aufschlag von 3,4 Prozent ist beschlossen worden mit Signalwirkung für etliche andere Branchen. Selbst auf die Rentner strahlt das ab. Ihre Bezüge sind eng an die Entwicklung der Löhne und Gehälter gekoppelt, daher dürfen die Pensionäre mit spürbaren Zuwächsen rechnen. Nach Angaben der Bundesregierung sollen zum 1. Juli dieses Jahres die Renten im Westen um 2,1 Prozent und in den neuen Ländern um 2,5 Prozent angehoben werden. Das lässt die Ausfuhren der deutschen Unternehmen auf Märkte außerhalb des Euroraumes noch wettbewerbsfähiger werden und macht zuhause die Arbeitsplätze sicherer. Gleichzeitig sind die Energiekosten stark gesunken, auch wenn der Effekt des geringen Ölpreises durch den schwachen Euro teilweise vermindert wird. Der schwache Euro, die niedrigen Spritpreise und die Geldflut der Zentralbanken wirken wie ein umfangreiches Konjunkturprogramm für Haushalte und Unternehmen. Vor diesem Hintergrund wächst der Optimismus der deutschen Verbraucher weiter. Die von der GfK gemessene Konjunktur- und Einkommenserwartung sowie die Anschaffungsneigung haben abermals zugelegt. Die gute Stimmung erscheint belastbar: Terroranschläge Der schwache Euro, die niedrigen Spritpreise und die Geldflut der Zentralbanken wirken wie ein umfangreiches Konjunkturprogramm Bei einer immer noch niedrigen Inflation führen diese größeren Lohntüten zu einer beeindruckenden Kaufkraftsteigerung. Die Verbraucherpreise stiegen im März zwar so kräftig wie seit vier Monaten nicht mehr durchschnittlich um 0,3 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Doch ein stabiler Trend ist das noch nicht. Die Teuerungsrate lag im März noch deutlich unter dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese wird daher weiterhin viel Liquidität in die europäische Wirtschaft pumpen. Investoren und die Abnehmer von Konsumentenkrediten dürfen sich über günstige Kredite freuen. Zudem drückt die Geldschwemme der EZB den Kurs des Euro gegenüber dem Dollar. oder das Tauziehen in Europa um die Zukunft Griechenlands lassen die deutschen Verbraucher derzeit völlig unbeeindruckt. Die meisten Deutschen rechnen mit einer Stabilisierung des Aufschwungs. So verzeichnete die Konjunkturerwartung im März ihren vierten Anstieg in Folge. Die Verbraucher vertrauen damit jenen Wirtschaftsexperten, welche die offizielle Wachstumsprognose der Bundesregierung für zu niedrig halten: Nicht nur um 1,5 Prozent werde das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr

8 Blickpunkt Konsumklima Sorgen suchen? Nein danke! 8 zulegen, sondern um fast 2 Prozent, lautet die Vorhersage vieler Ökonomen. Haushalte und Unternehmen ziehen dabei an einem Strang. Das ifo-geschäftsklima erlebte im März den fünften Zuwachs hintereinander. Die Wirtschaft bekommt wieder Lust zu investieren. Kein Wunder, dass da auch der Indikator der Einkommenserwartungen bei den Verbrauchern seinen dritten Anstieg in Folge aufweist und das von einem bereits hohen Niveau kommend. Warum da das Geld horten? fragen sich die Verbraucher. Auf der Bank bringt es mit der Ausnahme von Aktiendepots kaum Rendite. Die Sparneigung hat daher im März nur leicht zugenommen und das auf niedrigem Niveau. Gleichzeitig garantieren die guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Planungssicherheit. Daher legt der Indikator der Anschaffungsneigung jetzt schon seit einem halben Jahr zu. Im März übertraf er das höchste Niveau seit acht Jahren. Im Schlepptau dieser Aufwärtsbewegung klettert der Gesamtindikator des Konsumklimas auf ein neues Langzeit-Hoch. Für April 2015 prognostizieren die GfK-Experten das Erreichen des höchsten Standes seit mehr als 13 Jahren. Sie bestätigen auch ihre Prognose, dass die realen privaten Konsumausgaben 2015 um etwa 1,5 Prozent steigen werden. Impressum Herausgeber: GfK SE, Fashion & Lifestyle Nordwestring 101, Nürnberg T F Verantwortlich: Petra Dillemuth Redaktionsteam: Peter Alten, Petra Dillemuth, Elke Giese, Petra Mücke, Stefanie Tauchen Bildquellen: verschiedene Bildarchive Layout: Design Büro, Stephan Hasselbauer Wiedergabe des Inhalts auch auszugsweise nur mit Genehmigung des Herausgebers. Die nächste Ausgabe der TEXTILNEWS erscheint Anfang Juli Hier finden Sie die vorherigen Ausgaben der Textilnews. Fragen Sie uns zu Konsumklima und Textilprognose. Bernd Lochschmidt T

9 Outdoor-Bekleidung 9 Frische Brise im Outdoor- Markt Jahrelange satte Zuwachsraten im Ganzjahressegment Outdoor haben Industrie und Handel gleichermaßen erfreut. Mittlerweile summieren sich die Umsätze im Segment Outdoor auf gute 20% der Einnahmen eines Sporthändlers. Als angenehmen Nebeneffekt hat der Händler damit auch die Wetterabhängigkeit, die insbesondere für das Wintersortiment gilt, reduzieren können. Allerdings ist Outdoor mittlerweile kein Selbstläufer mehr. Für die Branche gilt es, sich wetterfest für die Zukunft zu machen: Eine gezielte Vorgehensweise ist unabdingbar, um den Markt differenziert nach unterschiedlichen Zielgruppen zu bearbeiten. Eine aktuelle Studie von Fashion & Lifestyle identifiziert diese Zielgruppen und liefert wertvolle Anhaltspunkte, wie man individuell auf die Bedürfnisse der Outdoor-Kunden einzugehen hat. Entdecken, erobern, ausleben, durchatmen, bewältigen, erzählen all diese Worte beschreiben in Summe sehr gut, was das Marketingzauberwort Outdoor ausdrücken soll. Es geht um verschiedene Aktivitäten und Sportarten in der freien Natur, bei denen das Erlebnis vor sportlicher Leistung steht. Outdoor besetzt emotio-

10 Outdoor-Bekleidung Frische Brise im Outdoor-Markt 10 gfk Roper Consumer Styles Landkarte mit Indexwerten zur Frage nach der Bedeutung der Marke beim Outdoor-Bekleidungskauf Bedürfnis HABEN" Materialismus, Preisorientierung Träumer Schlaue Angepasste Bodenständige Bedürfnis "Leidenschaften LEBEN Abenteurer Realisten Bedürfnis SICHERHEIT & FRIEDEN Hedonismus Vergnügen Weltoffene Kritische Anspruchsvolle Puritanismus Sicherheit Orientierung Bedürfnis "SEIN" Postmaterialismus, Qualität, Orientierung Index im Vergleich zum Gesamtmarkt + + überdurchschnittlich + durchschnittlich unterdurchschnittlich nale Sehnsuchtsthemen in unserer Gesellschaft Ruhe und Entschleunigung, das Wertschätzen des Ehrlichen und Echten in unserem hektischen Alltag, im wahrsten Sinne des Wortes die persönliche Entdeckungsreise. Der Begriff Outdoor hat also viele Facetten, er wird für das Extrembergsteigen im Himalaya genauso genutzt wie für Fahrradtouren bis hin zur Familienwandertour im Harz. So vielfältig die Aktivitäten sind, so unterschiedlich sind auch die Personen, die sie betreiben und so unterschiedlich sind deren Ansprüche und Erwartungen. Hier setzt die aktuelle Studie von Fashion & Lifestyle an sie liefert Anhaltspunkte zur Segmentierung des Marktes und ermöglicht es, den Konsumenten genau zu verstehen und zu quantifizieren. Nur so kann man auch in Zukunft seinen Kunden optimal bedienen und langfristig an sich binden. Die Marke spielt bei Outdoor-Kunden bislang eine untergeordnete Rolle Worauf die Käufer beim Kauf von Outdoor-Bekleidung Wert legen, zeigt die aktuelle Studie

11 Outdoor-Bekleidung Frische Brise im Outdoor-Markt 11 von Fashion & Lifestyle. Dabei wurden im Jahr 2014 bundesweit Personen ab 15 Jahren in einer repräsentativen Ad-hoc-Befragung interviewt. Einzigartig macht die Studie insbesondere die Verbindung zur Zielgruppensegmentierung der GfK Roper Consumer Styles (die genau aufzeigen, wie einzelne Konsumententypen ticken) und die Verbindung zu den Einkaufsdaten des GfK Textilpanels, in dem über Haushalte detailliert Auskunft über ihr Einkaufsverhalten bei Bekleidung geben. Outdoor wird härter umkämpft und stellt Hersteller und Händler vor die Herausforderung, den Markt zielgruppenspezifisch zu bearbeiten Auffallend an den Ergebnissen ist auch, dass für nur 35% der Befragten die Marke beim Kauf von Outdoor-Bekleidung eine Rolle spielt. Diese Werte schwanken allerdings zwischen den einzelnen Zielgruppen (siehe Grafik). Bekannter und relevanter bei der Kaufentscheidung sind oft die sog. Ingredience Brands, also Marken der Membran- und Faserhersteller wie Gore-Tex, Primaloft oder Polartec. Die Bekleidungsmarken sehen dies mit gemischten Gefühlen und wollen vermeiden, hier zum Steigbügelhalter für Ingredience Brands zu werden. Hausaufgabe für die Anbieter von Outdoor-Bekleidung ist es nun, Markenbekanntheit, USP und Emotionalität einer Marke zu steigern. Nach Jahren des Wachstums gilt es nun für die Outdoor Branche, sich fit für die Zukunft zu machen. GfK beantwortet gerne Ihre Fragen zur gezielten Marktbearbeitung. Welche Rolle spielt neben der Funktion der Produkte auch das Thema Mode? Wofür stehe ich als Marke? Wen will ich hauptsächlich ansprechen? Diese entscheidenden Fragen werden für jede Zielgruppe differenziert beantwortet. Die Studie macht deutlich, dass offenbar noch erhebliche Potenziale im Bereich Funktionsunterwäsche (First Layer) bestehen, was Grundvoraussetzung für eine gute Funktion des 3-Schichten Prinzips darstellt. Aber für welche Zielgruppe sind diese Produkte relevant? Wie argumentiert man am besten? Welche Rolle spielt hier die Marke? Fragen zur Outdoor-Studie beantworten Ihnen gerne Saskia Thieme, T Stefan Brunner, T

12 Blickpunkt Trends 12 DER FRÜHLING, DIE MODE, DIE UMSÄTZE Noch klettern die Temperaturen nur selten über 15 Grad, aber die Steppmäntel und pelzbesetzten Parkas sind endlich aus dem Straßenbild verschwunden. Mützen werden nur noch aus modischen Gründen getragen und von den jungen Fashion People nicht selten durch originelle Hüte ersetzt: Kleine Herrenhüte, runde Bowler oder Schlapphüte im Seventies-Style. Die jungen Frauen, die jetzt in den Städten die Straßen und Cafés bevölkern, präsentieren ein klares Modebild: Lässige Kurzmäntel aus Wolle, Rollkragenpullis, kurze Röcke mit schwarzen Strümpfen oder knallenge Jeans. Die Must Haves dieses Frühjahres sind weiße Sneaker und die besagten Hüte. Die jungen Männer stehen nicht zurück. Schlanke Beine durch enge Hosen gehören auch bei ihnen zur Trendsilhouette. Die Breithüftigen, die es auch unter den jungen Männern zahlreich gibt, kultivieren den schlunzigen Chinostyle. Schmale Wollmäntel, Baumwollblousons oder Outdoor-Strickjacken haben die Winterparkas verdrängt. Hüte und Mützen sind auch bei den modischen Männern beliebt Schals und Sonnenbrillen sowieso.

13 Blickpunkt Trends DER FRÜHLING, DIE MODE, DIE UMSÄTZE 13 Es macht Spaß, die Selbstinszenierung der 20 bis 40-Jährigen zu beobachten. Sie balzen und konkurrieren miteinander. Der Konkurrenz- und Leistungsdruck beruflich und privat ist in dieser Altersgruppe enorm groß. Trotzdem soll alles ganz zwanglos und easy aussehen. Dazu braucht es die richtige Inszenierung, dazu braucht es die Mode. Das ist seit jeher eine ihrer wichtigsten Funktionen: Status, Zugehörigkeit und Abgrenzung zu inszenieren. Noch nie war der Druck, attraktiv, fit und potent zu sein, größer als heute. Der Zeitgeist verlangt brutal nach Selbstoptimierung. Eigentlich sind das alles glänzende Voraussetzungen für klingende Kassen im Modehandel. Wie aber passen die schockierend sinkenden Umsätze zu dem beschriebenen Bild? Nicht nur die Jungen stehen unter Attraktivitätsdruck, auch die Älteren, die den größten Anteil am Umsatzvolumen im Textileinzelhandel tragen. Was läuft also schief beim Geschäft mit der Mode? Diese Frage stand im Zentrum einer gewichtigen Runde von Entscheidern und Bestimmern aus der Branche, die unter dem Dach der Textilwirtschaft im Februar dieses Jahres stattfand. Ein kleines Davos der Modebranche. Und wie beim großen Vorbild will man sich jetzt regelmäßig zu Austausch, Problemanalyse und Lösungssuche treffen. Der ehrliche Austausch über die Situation zeigt, dass es an allen Ecken brennt. Bei den betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, am saisonalen Timing, an funktionierenden Beziehungen zwischen Industrie und Handel, an Flexibilität auf der Fläche und nicht zuletzt an der jetzt nötigen Einkaufs- und Modekompetenz des Handels. Die Modebilder, die jetzt den Frühling auf den städtischen Straßen anzeigen, waren nur in wenigen Schaufenstern so einprägsam zu sehen. Die Modehändler haben sich noch immer nicht als die Modekuratoren, Moderegisseure verstanden, als die sie heute gebraucht werden. Es geht um Inhalte, also darum, Modekompetenz an die Kunden zu vermitteln. Eindeutig und klar. Denn Es geht darum, modekompetenz an die kunden zu vermitteln in der heutigen Bilderflut ist unüberschaubare Vielfalt kein Wert mehr. Das wissen auch die Teilnehmer der Frankfurter Runde. Aber was kommt an die Stelle der vielen gleichen Hosen und Blusen? Wie findet man die Modebilder, die für das eigene Haus stehen und nicht identisch sind mit denen in den Schaufenstern der Konkurrenz? Konzerne wie Zara und H&M haben ausgefeilte Personal- und Ablaufstrukturen für die Entwicklung und Visualisierung ihrer Themen. Die Verständigung über Stilikonen, wie sie bei Hagemeyer in Minden als Basis für die Einkaufskonzeption installiert wurde, ist sicher ein entwicklungsfähiger Anfang und eine große Herausforderung für die Zukunft. Wenn man das Gruppenfoto der Frankfurter Runde betrachtet, scheint die Integration von klugen Frauen unserer Branche eine nicht weniger große Herausforderung zu sein. Vielleicht aber eine Chance. Elke Giese, Trendanalystin, Modejournalistin, Berlin

14 Blick über den Tellerrand 14 Deutschlands Urlauber sind nicht zu bremsen Fernreisen und Kreuzfahrten sind trotz des schwachen Euros höchst beliebt. Für die Sparwilligen locken zudem Allinclusive-Angebote und die Ferien in Deutschland. Wie die jüngste GfK-Umfrage zum Reiseverhalten ergeben hat, stehen Mittelmeerländer ganz oben auf der Wunschliste der deutschen Urlauber, wenn sie im Reisebüro gebucht haben. Die Urlaubsländer am Mittelmeer weisen zweistellige Umsatzzuwächse auf und stehen für fast 60 Prozent der diesjährigen Erlöse. Die spanischen Urlaubsziele, hier besonders die Balearen, bleiben eine feste Größe in der Planung der Deutschen: Bei den Buchungen über das Reisebüro kommt kein anderes Land als Spanien auf ein größeres Volumen, wie die GfK- Daten zeigen.

15 Blick über den Tellerrand Deutschlands Urlauber sind nicht zu bremsen 15 Die Deutschen bereiten sich gerne früh vor; dem Zufall soll wenig überlassen werden. Daher haben bis Ende Januar schon knapp 6 Millionen Bürger ihren diesjährigen Sommerurlaub im Reisebüro gebucht. Neben den klassischen Ferien am Mittelmeer stehen besonders Kreuzfahrten und Fernreisen hoch im Kurs. Unter den im Internet gebuchten Pauschalreisen hat jede zweite eine All-Inclusive- Verpflegung Die günstige Konjunktur mit kräftigen Lohnsteigerungen, schwacher Inflation und niedriger Arbeitslosigkeit bekommt den Urlaubsbudgets gut. Allein im Januar 2015 haben die Deutschen rund 2,1 Milliarden Euro für ihre diesjährigen Sommerurlaube in Reisebüros ausgegeben. Der kumulierte Umsatz liegt schon 5,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Selbst wenn die Reise über die Grenzen des Euroraumes hinausgeht, lassen sich die Deutschen nicht bremsen. Der Euro-Wechselkurs, der sich durch die Interventionen der Europäischen Zentralbank abgeschwächt hat, macht den Urlaub im ferneren Ausland teurer. Etliche Reiseveranstalter haben ihre Kontingente aber früh eingekauft, wodurch sie den preistreibenden Wechselkursverschiebungen noch weitgehend entgingen. Sparen kann man zudem mit der Buchung von All-Inclusive-Angeboten. Schon im vergangenen Touristikjahr 2013/14 (Reisemonate November 2013 bis Oktober 2014) hat diese Urlaubsform bei den Veranstalterreisen um 12 Prozent zugenommen. Jetzt kommen neue Zuwächse hinzu. Unter den im Internet gebuchten Pauschalreisen hat bereits jede zweite eine All-Inclusive-Verpflegung - Tendenz steigend. Fernreisen sind somit auch mit einem schwachen Euro möglich. Zuletzt haben sie um 7 Prozent zugelegt. Wohin lockt es die Deutschen dabei? Vor allem Urlaubsziele in Mittelund Südamerika sind aktuell beliebt. Doch das höchste Wachstum verzeichnet derzeit Australien; zudem erleben die USA und Kanada viel Zulauf. Es können bei den Deutschen aber auch gerne exotischere Ziele sein: Kuba, das mit den verbesserten Beziehungen zu den Vereinigten Staaten von sich reden macht, sowie Mauritius und Thailand gehören ebenfalls zu den beliebten Urlaubsorten der Deutschen. Afrika dagegen bleibt deutlich hinter dem Vorjahr zurück. Die Deutschen sind ein reiselustiges Volk: Fast 89 Millionen Urlaubsreisen haben die Bundesbürger im Touristikjahr 2013/14 unternommen, das sind 7 Prozent mehr als im Vorjahr. Viele Deutsche bleiben auch gerne in der Heimat oder in deren Nähe. Fast jeder zweite Urlaub der Deutschen findet im eigenen Land statt, und die Tendenz nimmt zu. Knapp 10 Prozent Zuwachs registrierten die Deutschland-Urlaube der Deutschen im vergangenen Jahr. Das erfordert auch weniger Organisationsaufwand. Die Inlandsreisen werden von den Reisenden weitgehend selbst organisiert. Wenn man sich die Reisenden genauer anschaut, dann sind dort mehr Familien und jüngere Menschen als im Vorjahr zu entdecken.

16 Blick über den Tellerrand Deutschlands Urlauber sind nicht zu bremsen 16 Die Deutschen bereiten sich gerne früh vor; dem Zufall soll wenig überlassen werden Familienurlaube mit zwei oder mehr Kindern haben um fast 21 Prozent zugenommen. Auch Jugendliche im Alter zwischen 14 und 19 Jahren (+18,8 Prozent) und junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren (+14,4 Prozent) sind mehr unterwegs gewesen. Dennoch gilt weiterhin: Urlaubsreisen sind vor allem eine Sache der Erwachsenen über 35 Jahre. Mit 71 Prozent geht der Löwenanteil aller Urlaubsreisen auf ihr Konto. Weitere Informationen zum Sommerurlaub 2015 gibt Ihnen gerne Petra Dillemuth T Deutsche verbringen wenig Zeit mit Kochen Nürnberg, 30. März 2015 Im Durchschnitt wird knapp sechseinhalb Stunden pro Woche gekocht laut einer internationalen GfK-Umfrage in 22 Ländern. Die Deutschen stehen im Schnitt eine Stunde weniger in der Küche. Italiener und Südafrikaner legen beim Kochen die größte Leidenschaft an den Tag. Für die Studie befragte GfK mehr als Verbraucher ab 15 Jahren. > weiterlesen (GfK website)

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