Smarte Autos in einer vernetzten Welt. Was ist ein Blog und wie funktioniert er? Familienunternehmen: ein deutsches Erfolgsrezept. Marktfokus, Seite 6

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1 Das Vontobel-Magazin für strukturierte Produkte September/Oktober 2015 Ausgabe Schweiz Smarte Autos in einer vernetzten Welt Marktfokus, Seite 6 Was ist ein Blog und wie funktioniert er? Know-how, Seite 12 Familienunternehmen: ein deutsches Erfolgsrezept Investmentidee, Seite 14

2 2 Inhaltsverzeichnis 3 Editorial 4 Marktbericht Aktuelle Entwicklungen auf dem Weltmarkt 6 Marktfokus Smarte Autos in einer vernetzten Welt 9 Interview Mit Frank M. Rinderknecht, Gründer und Chief Executive Officer der Rinspeed AG 10 Themenrückblick Technologieführer mit weiterhin überdurchschnittlicher Profitabilität 11 Schweizer Aktienmarkt Swiss Life dürfte Dividenden nachhaltig erhöhen 12 Know-how Was ist ein Blog und wie funktioniert er? 14 Investmentidee Familienunternehmen: ein deutsches Erfolgsrezept 16 Schuldner-Check Glencore: genügend Reserven für das, was bevorstehen könnte? 17 Wussten Sie, dass 18 News und Tipps Jetzt verfügbar: Factsheets zu Themenindizes 19 Hinweise «Das Auto der Zukunft: automatisiert, nachhaltig und connected.» Frank M. Rinderknecht, Gründer und Chief Executive Officer der Rinspeed AG

3 3 Editorial Liebe derinews-leserinnen und -Leser «Neu ist, was Ihr Leben besser macht», sagt ein bekannter Autobauer und bringt damit den Nutzen von vernetzten Autos auf den Punkt. «Connected Cars» fungieren als mobile Endgeräte des Internets und schaffen über mehr Sicherheit, Komfort und Entertainment ein neues Fahrerlebnis. Im «Marktfokus» auf Seite 6 erfahren Sie, wie gross das Marktpotenzial ist und was für Sie als Investor dabei herausspringen kann. Deutschland profitiert von der oft überlegenen Strategie seiner Familienunternehmen. Sie orientiert sich üblicherweise an langfristigen Renditen, ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet und hat sich zudem als äusserst innovativ erwiesen. Welche Familienunternehmen im oft unbekannten DAXplus Family 30 Index enthalten sind, erfahren Sie in der «Investmentidee» auf Seite 14. derinews ist zehn Jahre alt geworden und hat einen weiteren Meilenstein in seiner Entwicklung gesetzt: derinews-blog ist lanciert das Web 2.0 lässt grüssen. Was es mit der Neuheit auf sich hat und welche Vorteile sich für Sie daraus ergeben, entnehmen Sie dem «Know-how» auf Seite 12. Wir wünschen Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre und viel Erfolg beim Investieren. Freundliche Grüsse Sandra Chattopadhyay Redaktionsleiterin «derinews» Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und Ihr Feedback zu «derinews». Senden Sie uns ein an In der Rubrik «Antworten auf Ihre Fragen» werden unsere Spezialisten Stellung nehmen.

4 4 Marktbericht Aktuelle Entwicklungen auf dem Weltmarkt Aktienmärkte Swiss Market Index (SMI ) EURO STOXX 50 MSCI Emerging Markets Index Indexpunkte Indexpunkte Indexpunkte Aug 14 Aug Aug 14 Aug Aug 14 Aug 15 Swiss Market Index (SMI ) EURO STOXX 50 MSCI Emerging Markets Index USA 1 Der Sommer stand ganz im Zeichen der Zinswende. Eine Rede der Fed-Chefin Janet Yellen im Juli wurde von Marktteilnehmern so interpretiert, dass eine Anhebung der Zinsen im September wahrscheinlich sei. Nachdem auch James Bullard, Präsident der regionalen Notenbank des US-Bundesstaates St. Louis, entsprechende Erwartungen bekräftigte, bezifferten Experten die Wahrscheinlichkeit einer Zinswende im Herbst auf über 50 %. Allerdings bleibt trotz der boomenden Beschäftigungslage in den USA die Inflation deutlich unter den Erwartungen. Weil die US-Notenbank Zinserhöhungen jedoch nicht nur an die Beschäftigungslage, sondern auch an die Inflationsrate koppeln will, erschien es einigen Analysten wenig plausibel, dass die Fed ihren Zinssenkungsfantasien Taten folgen lassen könnte. Sie sahen sich überraschend bestätigt, als China Mitte August unverkennbare Anzeichen konjunktureller Schwäche zeigte und der Yuan kräftig abwertete. Vor diesem Hintergrund erschien ein starker Dollar für die US-Wirtschaft alles andere als zuträglich. Als dann auch noch wichtige US-Konjunkturindikatoren wie der Empire State Manufacturing Index unerwartet einbrachen, gingen einige Experten davon aus, dass die USA eine Zinswende nicht verkraften würden. Sie argumentierten, eine Zinserhöhung würde den kreditgetriebenen und hoch verschuldeten USA schaden. Schweiz 2 Der Schweizer Markt (SMI ) musste im August nach Erreichen eines neuen Jahreshochs massive Verluste verbuchen. Es gab dafür mehrere Gründe: 1) die wachsende Befürchtung, dass sich der China-Crash negativ auf die Wirtschaft auswirken könnte, 2) an - haltend schwächer werdende Makroindikatoren aus China und anderen aufstrebenden Märkten, 3) die Befürchtung, dass die beabsichtigte US-Zinserhöhung der Fed zu früh kommen könnte, 4) die Erkenntnis, dass der anhaltend starke Schweizer Franken der inländischen Wirtschaft bereits grossen Schaden zugefügt hat. Die nach 1Q15 noch verhalten optimistischen Ausblicke der Gesellschaften wurden nach Publikation von wegen des starken Frankens durchwachsenen 2Q/1H15-Resultaten mehrheitlich aufgehoben oder stark relativiert. All diese negativen Punkte werden durch eine langsame, aber stetige Verbesserung von EU- und US-Makroindikatoren nicht ausreichend kompensiert. Wegen der erheblichen Verluste wurde die Überbewertung teilweise korrigiert, doch dürften die negativen Gewinnrevisionen für 2H15 und 2016 erst noch anstehen. In Zeiten anhaltend hoher Volatilität dürften sich bei Pharma- sowie Finanzwerten Kaufgelegenheiten ergeben. 1 Beitrag von GodmodeTrader (www.godmode-trader.de) 2 Beitrag von Vontobel Research Investment Banking 3 Beitrag von Vontobel Research Asset Management

5 5 Marktbericht Rohstoffmärkte Zinsen Währungen JPMCCI Aggregate 3-Monats-LIBOR CHF 5 y CHF Swap EUR/CHF USD/CHF Indexpunkte Aug 15 Absoluter Wert (in CHF) Absoluter Wert (in CHF) Absoluter Wert (in CHF) Aug 14 Aug 15 Absoluter Wert (in CHF) 300 Aug 14 JPMCCI Aggregate Aug 14 Aug 15 3-Monats-LIBOR CHF 5 y CHF Swap EUR/CHF USD/CHF Europa 1 Schon seit Monaten meldet China immer wieder enttäuschende Konjunkturzahlen. Nachdem seit Wochen die chinesischen Börsen trotz massiver Stützungsmassnahmen der Zentralregierung in Peking immer weiter zurücksetzten, werden aus Angst vor Chinas Konjunkturschwäche nun auch die europäischen Börsen immer mehr in Mitleidenschaft gezogen. Der DAX schloss in der Woche zum nach verlustreichen Vortagen 2.9 % im Minus mit Punkten. Auf Wochensicht musste der deutsche Leitindex damit einen Verlust von 7.8 % hinnehmen der grösste Wochenverlust seit vier Jahren. Fast ebenso schwer traf es den EURO STOXX 50 : Der Leitindex der Eurozone gab am Freitag, um 3.17 % auf 3247 Punkte nach und beendete die Handelswoche mit knapp 7 % im Minus. Im gleichen Mass ging am selben Tag in Paris der CAC-40 - Index um 3.19 % auf 4630 Punkte zurück. Nur unmerklich besser hielt sich der Londoner FTSE 100 : Er musste 2.83 % abgeben und steckte auf 6187 Punkte zurück. Im STOXX Europe 600 kamen am Freitag vor allem Pharmawerte unter die Räder; der Sektor schloss mit einem Minus von mehr als 4 %. Relativ gut hielten sich die Autowerte im STOXX Europe 600 : Sie gaben nur um rund 2 % nach. Emerging Markets 3 Anlageklassen in Schwellenländern sind in den vergangenen Monaten gehörig unter Druck geraten. Der wenig erfreuliche Konjunkturausblick sowie ein schwächerer Yuan haben den Abwertungsdruck auf die Währungen anderer Schwellenländer (Asien) erhöht. Hinzu kommen Rezessionen in Brasilien und Russland sowie Neuwahlen in der Türkei; sie sorgen für Unsicherheit. Die Vontobel- Experten gehen von einer weiteren massiven geldpoliti schen Lockerung in China aus, weswegen der Yuan nochmals moderat abwerten dürfte. Dies und die US-Zins erhöhung für frühestens Dezember erwartet stellen eine gewisse Gefahr für Schwellenländeran lageklassen dar könnte es attraktive Einstiegsniveaus geben, denn Schwellenländerwährungen sind leicht günstig bewertet. Den Experten aber nicht günstig genug, weshalb sie zur Zurückhaltung raten und weiter Schwellenländeranleihen in Hartwährung bevorzugen. In US-Dollar beträgt die gegenwärtige Rendite 6.2 % gegenüber derzeit 7.1 % bei Lokalwährungsanleihen. Währungsentwicklung CHF/EUR/USD 1 Von Ende Juni bis Anfang August hat sich der Wert des Frankens gegenüber dem Euro um fast 6 % abgeschwächt. In der stark unter Wettbewerbsdruck stehenden Schweizer Export industrie kam daher die Hoffnung auf, sie könnte entlastet werden: Jüngsten Zahlen zufolge sanken die Ausfuhren im Juli nominal um 7.4 %, real um 4.9 %. Besonders stark leidet die Schweizer Uhrenbranche. Ihre Exporte brachen nominal um 9.3 % und real um 10 % ein. Für die Schweizer Wirtschaft bedeutet die Aufwertung des Euro im Zuge der stark nachgebenden Aktienmärkte Ende August eine ersehnte Erleichterung. Die zunehmende Un sicherheit um China belastet den Dollar. Eine sich zuspitzende Krise in China und sinkende Rohölpreise dürften die US-Notenbank bei ihren Zinserhöhungen bremsen. Die Ein schätzung wird vom jüngst veröffentlichten Index der Frühindikatoren für die Entwicklung der US-Wirtschaft gestützt: Der Indikator war im Juli um 0.2 % gegenüber dem Vormonat zurückgegangen, erwartet worden war eigentlich ein Zuwachs um 0.2 %. Der Euro wiederum profitiert von der Schwäche des US-Dollar und hat zum Monatsende kräftig auf über 1.15 zugelegt. Quelle: Bloomberg; Stand am Frühere Wertentwicklungen und Simulationen sind keine verlässlichen Indikatoren für die künftige Wertentwicklung. Steuern und allfällige Gebühren wirken sich negativ auf die Rendite aus.

6 6 Marktfokus Smarte Autos in einer vernetzten Welt Die virtuelle Welt richtet sich zunehmend nach dem echten Leben und das nutzt unserer Mobilität. So fungieren intelligente Autos mittlerweile als mobile Endgeräte des Internets und schaffen zum Beispiel über mehr Sicherheit, Komfort und Entertainment ein neues Fahrerlebnis. Die übliche Rushhour nach einem anstrengenden Arbeitstag und dann das: Der Wagen kolli diert mit einem anderen Fahrzeug. Mit einem aktiven Spurhalte-Assistenten, wie ihn zum Beispiel Mercedes anbietet, wäre das nicht passiert. Die rundherum eingebauten Radarsensoren hätten den dichten Verkehr überwacht und eine gestiegene Unfallwahrscheinlichkeit im Vorfeld antizipiert. Über gezielte Bremseingriffe hätte das Auto dem Zusammenstoss schliesslich entgegen gewirkt (www.mercedes-benz.de; August 2015). Die Technologie gehört zu den sogenannten Fahrassistenz-Systemen der «Car-to-X»- Gene ration, über die Autos drahtlos miteinander sowie mit ihrer Umwelt kommunizieren. Sie soll Fahrer entlasten und für mehr Sicherheit im Strassenverkehr sorgen. «Die beste Verbindung ist nicht immer eine Strasse», erklärt Mercedes die intelligenten Assistenten. Wie viele andere seiner Konkurrenten baut der deutsche Autotitan sie mittlerweile serienmässig ein und zu den aktiven Spurhaltehelfern haben sich mittlerweile auch Fahrdynamik- und Hinderniswarnsysteme sowie intelligente Seitenwind-, Fern- und Fahrlichtassistenten gesellt. Sicherheit, Komfort, Information, Entertainment Für viele ist das Auto ein unverzichtbarer Bestandteil des Alltags, der weltweit gefragt bleiben dürfte. Angesichts verstopfter Strassen und anhaltender Verstädterung können internetbasierte Funktionen jedoch nicht nur die Sicherheit, sondern weitere Aspekte des Indivi dualverkehrs verbessern. Autofahren als Kundenerlebnis so preisen es viele Autobauer zwar schon seit Langem, doch scheint sich die Bedeutung des Begriffes endgültig bewahrheitet zu haben. Vernetzte Autos sind beliebt, denn so beschreibt es Mercedes der Kunde wird mit allem verbunden, was ihm wichtig ist das ist nicht nur das Auto. Es sind neue Lösungen, konzipiert für schon immer da gewesene Kundenbedürfnisse, die aber aus Mangel an passenden Technologien für das Autofahren undenkbar schienen. Autobauer versprechen einen noch besseren Komfort, zum Beispiel durch (teil-)auto nomes Fahren, interaktives Infotainment (eine Kombination aus Informationsübermittlung und Unterhaltung) sowie intelligente Entertainment-Angebote. Das weltweite Marktpotenzial der zweckbasierten Internetlösungen für den Individualverkehr ist gross (Grafik 1), um eine Zukunftsvision handelt es sich schon lange nicht mehr. «Connected Car»-Services könnten laut BI Intelligence bis 2020 Erlöse von bis zu 152 Milliarden Dollar generieren (März 2015). «Neu ist, was Ihr Leben besser macht» Lenken, Bremsen, Beschleunigen das vernetzte Auto kann den Fahrer dabei unterstützen oder sogar «davon befreien». Ein «eingebauter Chauffeur» macht die motorisierte Fortbewegung nicht nur sicherer, sondern auch effizienter und bequemer. Auf seiner Homepage spricht BMW von «intuitiven Innovationen», die den Lenker und sein Auto enger mit der Aussenwelt vernetzen. Mittels einer fest verbauten SIM-Karte lassen sich zum Beispiel Tele-, Remote- und Concierge- Services sowie Echtzeitverkehrsinformationen einfach abrufen und mithilfe eines im Controller integrierten Touchpads Zieladressen per eigener Handschrift eingeben. Funktionen wie «Wischen» oder «Zeigen» kann man Grafik 1: Weltweites Marktpotenzial internetbasierter Funktionen in PKW Milliarden US-Dollar E Fahrassistenz Jährliche Wachstumsrate: 29 % (CAGR) 2016E 2017E 2018E 2019E 2020E Jahr Sicherheit Mobilitätsmanagement nun mit einer Handbewegung auslösen und jeder BMW ist ausserdem mit einem eigenen Hotspot ausgestattet, der dem Beifahrer das Internetsurfen während der Fahrt ermöglicht (www.bmw.com; August 2015). Der Konkurrent Volkswagen auch ein Vorreiter der Autovernetzung bringt die Idee in seinem «Think New»-Slogan auf den Punkt: «Neu ist, was Ihr Leben besser macht.» Und so dreht sich alles um den immensen Zusatznutzen, den die neuen Technologien stiften. Umfrageergebnissen der Strategieberatung LSP Digital zufolge ist die Vernetzung sogar zu einem wichtigen Kriterium beim Autokauf geworden (Grafik 2). Vernetzung: die sinnvolle Erweiterung des Autos Eine im April 2015 durchgeführte deutsche Umfrage hat ergeben, dass 67 % der Teilnehmer sogar bereit wären, je nach angebotenen Vernetzungsfunktionen die Automarke zu wechseln. Bei den Unter-30-Jährigen sei diese Wechselbereitschaft mit 74 % besonders stark ausgeprägt. Im Schnitt würden 69 % aller befragten Frauen und 65 % aller Männer abwandern (Statista). Vor allem in der Premium-Klasse legen Kunden Wert auf die Intelligenz ihres Autos und BMW, VW und Mercedes haben den Trend alles andere als verschlafen. In Bezug auf Kommunikations-, Grafik 2: Kaufkriterium Autovernetzung bei Premium-Marken-Fahrern BMW Audi Mercedes VW Citroën Honda Entertainment Komfort Fahrzeugmanagement Anteil befürwortende Premiumfahrer Quellen: Booz & Company, BI Intelligence Estimates; März Quelle: LSP Digital; Juli Aktuell gefahrenes Auto Fiat KIA Nissan Renault 33 % 33 % 30 % 30 % 29 % 27 % 35 % 41 % 54 % 53 % 60

7 7 Marktfokus Informations- und Fahrassistenz-Systeme galten sie laut dem Center of Automotive Management schon im Jahr 2012 als die Top 3 der innovativsten Autobauer weltweit. Viele Autofahrer halten die intelligenten Systeme für eine sinnvolle Erweiterung ihres Fahrzeuges (Tomorrow Focus Media; November 2014) und Grafik 3 veranschaulicht dies mit einer vielversprechenden Prognose. Insbesondere in Schwellenländern wie Indien und China werden die «Connected Services» interessanterweise schon rege genutzt. Im Vergleich dazu scheint ausgerechnet die Auto-Nation Deutschland Nachholbedarf zu haben (Grafik 4). Grafik 3: Weltweite Entwicklungsprognose für «Connected Cars» % 5 % Milliarden Fahrzeuge % 10 % 12 % 14 % 17 % % 22 % Jahr Traditionelle Autos + 4 % p. a % p. a. Autos mit Network-Solutions Markendifferenzierung dank neuem Fahrerlebnis Glaubt man dem Car Connectivity Compass (Juni 2015) des Strategieberaters Berylls, sind Connectivity-Angebote bei deutschen Autokunden aber auch viel unbekannter als bei ihren chinesischen Pendants. Letztere würden wegen eines fehlenden Service- Angebots allerdings auch schneller abwandern. Gerade dem chinesischen Automarkt traut die Strategieberatung McKinsey ein immer noch hohes Wachstum zu. Wer sich als Autobauer langfristig im hart umkämpften Markt positionieren will, sollte die intelligenten Vernetzungstechnologien also schon jetzt als strategisch wichtiges Element eines Autos sehen. Von unschätzbarem Wert scheinen ausserdem die neuen Möglichkeiten, die sich weniger auf Fahrer-, sondern auf After-Sales- und Markenerlebnisse beziehen. Denn über internetbasierte Kommunikationskonzepte könnten Autobauer im Rahmen ihres Content-Marketings Botschaften gezielter und flexibler übermitteln und Kunden effizienter für einen Wiederkauf gewinnen. Die Geschmäcker sind verschieden und divergieren je nach Region und Kultur üblicherweise stark. Was normalerweise hohe Kosten verursacht und ein Problem bei der Serienproduktion darstellt, schafft nun Potenzial für die Positionierung am Markt. So lassen sich aus unzähligen Kombinationsmöglichkeiten von Vernetzungsdiensten hochwertige Kunden lösungen schnell und flexibel gestalten sowie an spezifische Bedürfnisstrukturen anpassen. Da bis 2020 jedes fünfte Fahrzeug mit dem Internet verbunden sein wird und Autofahrer im Schnitt 50 Minuten pro Tag in ihrem Wagen verbringen, sollte man clevere Entertainmentlösungen nicht vernachlässigen. Gemäss McKinsey könnten zum Beispiel Musikdienste oder Touristikinformationssysteme ein lukratives Geschäftsfeld darstellen und ebenfalls zur Markendifferenzierung beitragen. Autohersteller sollten sich jedoch auf kürzere Entwicklungszyklen und spezialisierte Zulieferer einstellen (2013). Spezialisierte Zulieferer: Basis für Erfolg «Spezialisierte Zulieferer» lautet auch die grundsätzliche Devise, denn massgeblich für den Markterfolg eines vernetzten Autos sind Qualität und Nutzenstiftung von Innovationen. In aller Regel produzieren Autobauer die Vernetzungsdienste nicht selbst und so sind sie auf hoch spezialisierte Partner mit herausragender Expertise angewiesen. Viele dieser Automobilzulieferer haben sich schon Grafik 4: Nutzeranteil «Connected Car»- Services 2012 Indien China Frankreich USA UK Brasilien Russland Deutschland Quellen: Carpark, McKinsey; September Quelle: Capgemini; % 9 % 14 % 13 % 12 % 11 % Anteil der Befragten 20 % % früh im aufstrebenden Segment positioniert und Kenner sagen, dass der Vernetzungstrend im Begriff ist, die Zuliefererbranche nachhaltig zu revolutionieren. Bei den Lieferanten der gefragten Lösungen handelt es sich vielfach um namhafte Unternehmen, die sich bereits erfolgreich im lukrativen Segment positioniert haben. Hinzugekommen sind aber auch Technologieunternehmen, die hauptsächlich auf die Autovernetzung spezialisiert sind. Da Automobilzulieferer dem Konnektivitätstrend am stärksten ausgesetzt sind, dürften sie auch am ehesten von der Marktdynamik profitieren. Continental ist das Paradebeispiel eines «alteingesessenen» Automobilzulieferers mit guter Positionierung: Der deutsche Konzern der Schaeffler-Gruppe war im Jahr 2014 Weltmarktführer nach Erlösen in Euro und ist im deutschen Leitindex DAX vertreten. Bekannt geworden ist Continental eigentlich wegen seiner Weichgummiprodukte insbesondere der Reifen. Das Unternehmen hat sich aber nicht nur deshalb zum weltweit Besten der Branche entwickelt. Laut eigener Aussage erforscht Continental die Zukunftsfragen der Mobilität und entwickelt Lösungen für die Autovernetzung entlang aller gefragten Belange. Aus dem Segment «Connected Cars» fliesst mittlerweile ein erheblicher Teil von Continentals Unternehmensumsatz (Continental; Juni 2015). Bei weiteren global agierenden Zulieferern, die das Segment ähnlich dominieren, handelt es sich um den Kanadier Magna, den Japaner Denso oder den US-Amerikaner Johnson Controls. Magna ist dafür bekannt, die Sicherheitsassistenten mehr Autofahrern zugänglich machen zu wollen. Dazu wurde ein neuartiges Kamerasystem entwickelt, das weniger als EUR 100 kostet. Vorläufer dieser Innovation werden bereits in Autos von beispielsweise Opel eingebaut (www.car-it.com; November 2014). Software-Entwickler: innovative Nischenplayer An den kleineren Nischenplayern, die sich ebenfalls im Segment tummeln, scheinen sich die Platzhirsche angesichts des immensen Marktpotenzials derzeit wenig zu stören. Im Gegenteil, sie profitieren von ihnen und treten bei den spezialisierten Software- Entwicklern als Kunden auf. Nischenplayer als Zulieferer der Zulieferer? Eine gute Strategie, um einen nicht unbedeutenden Teil des Kuchens zu ergattern.

8 8 Marktfokus Mobileye ein Stellvertreter des Genres macht es vor (Grafik 5): Das Unternehmen mit Sitz in Jerusalem hat mit Innovationen wie Mono-Optik, System-on-Chip-Lösungen und Computer-Vision-Algorithmen von sich reden gemacht und ist schon seit ein paar Jahren unangefochtener Weltmarktführer in der Entwicklung von Fahrassistenz- Systemen. Mobileye liefert Lösungen an Zulieferer wie Autoliv, Delphi und Magna und auch die namhaften Autobauer selbst darunter BMW, Volvo, General Motors und Hyundai zählen zu seinen guten Kunden (PWC, 2015). Das Geheimrezept des israelischen Softwarespezialisten? Mobileye konzentriert sich auf seine Kernnische, das ist die «Entwicklung von Kollisionswarnsystemen» (PWC; 2015). «Vernetzt» investieren Für Anleger, die am potenziell weitergehenden Aufwind der neuen Mobilitätskonzepte teilhaben und in entsprechende Unternehmen investieren möchten, hat der Indexprovider Solactive den global ausgerichteten Solactive Smart Cars Performance-Index konzipiert. In ihm enthalten sind bis zu 20 internationale Unternehmen, bei denen es sich um Automobilzulieferer und Technologieunternehmen handelt. Deren Geschäftsmodell basiert massgeblich auf der Herstellung von Vernetzungstechnologien für die Automobilindustrie. Die Technologien dienen dem Zweck, die Kom- munikation innerhalb und ausserhalb des Automobils zu erweitern und/oder zu optimieren beispielsweise um Fahrsicherheit und -komfort zu verbessern und intelligente Infotainment- sowie Entertainmentangebote während der Fahrt zur Verfügung zu stellen. Zusammensetzung des gleichgewichteten Solactive Smart Cars Performance-Index bei Anfangsfixierung: Unternehmen Sektor Land (Hauptsitz) Aisin Seiki Co Ltd Automobilkomponenten Japan Altera Corp. Halbleiter USA AMETEK Inc. Elektrikequipment USA Amphenol Corp. Elektrikequipment USA BorgWarner Inc. Automobilkomponenten USA Continental AG Automobilkomponenten Deutschland Delphi Automotive Plc. Automobilkomponenten Grossbritannien DENSO Corp. Automobilkomponenten Japan Garmin Ltd Langlebige Konsumgüter Schweiz Johnson Controls Inc. Automobilkomponenten USA Linear Technology Corp. Halbleiter USA Magna International Inc. Automobilkomponenten Kanada Mobileye N. V. Software & Services Israel NVIDIA Corp. Halbleiter USA Omron Corp. Technologie-Hardware/Ausstattung Japan Renesas Electronics Corp. Halbleiter Japan Rockwell Automation Inc. Elektrikequipment USA Skyworks Solutions, Inc. Halbleiter USA STMicroelectronics N. V. Halbleiter Schweiz Trimble Navigation Ltd Technologie-Hardware/Ausstattung USA Quellen: Solactive, Vontobel Produkteckdaten VONCERT OPEN END Für die Auswahl der Indexmitglieder gelten die für Vontobel und Solactive üblichen Qualitätsstandards (siehe Indexleitfaden). Angepasst wird der Solactive Smart Cars Performance-Index an den jährlichen Selektionstagen. Grafik 5: Mobileyes Nettoverkäufe Millionen US-Dollar Basiswert Solactive Smart Cars Performance-Index Solactive Smart Cars Performance-Index Solactive Smart Cars Performance-Index Valor / Symbol / VZSCC / VZSCE / VZSCU Emissionspreis CHF (inkl. CHF 1.50 Ausgabeaufschlag) Anfangsfixierung / Liberierung / EUR (inkl. EUR 1.50 Ausgabeaufschlag) / USD (inkl. USD 1.50 Ausgabeaufschlag) / Laufzeit Open End Open End Open End Zeichnungsfrist , Uhr MEZ , Uhr MEZ , Uhr MEZ Emittentin/Garantin: Vontobel Financial Products Ltd, DIFC Dubai/Vontobel Holding AG, Zürich (Moody s A3). SVSP: Tracker-Zertifikat (1300). Kotierung: SIX Swiss Exchange. Index provider: Solactive AG. Termsheets mit den rechtlich verbindlichen Angaben unter Hinweis: Produktrisiken siehe Seite Quelle: Mobileye Jahr Kompakt Vernetzte Autos verändern unser Mobilitätsverhalten. Sie machen unsere Fortbewegung angenehmer und sicherer. Über die Investition in den neu lancierten Solactive Smart Cars Performance-Index können Anleger am aussichtsreichen Trend teilhaben.

9 9 Interview «Es geht um Milliarden-Investments und ums Überleben» Frank M. Rinderknecht Gründer und Chief Executive Officer der Rinspeed AG Rinderknecht ist CEO der Rinspeed AG, die er 1977 in seiner Zeit als junger Student an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) gründete. Er wurde zum Pionier der damals entstehenden Tuning-Industrie. Die Erfindung eines Lenkrades mit integrierter Tastatur für die Radiound Telefon bedienung, nachhaltige Antriebs konzepte sowie Fahrassistenzsysteme sind einige der bedeutenden Meilensteine. Seit dem Verkauf aller Tuningaktivitä ten im Jahr 2008 konzentriert sich Rinderknecht auf den Aufbau eines Think-Tanks für den Automobilsektor und weitere Industrien sowie auf die Entwicklung von innovativen Technologien, Materialien und Transportmitteln von morgen. derinews: Sind es gesellschaftliche Trends, die unseren Individualverkehr beeinflussen? Ich glaube eher, dass wirtschaftliche Fakto ren sowie technologische und vor allem dis ruptive Innovationen die Veränderungen herbeiführen. Die Gesellschaft ist grundsätzlich träge und verändert sich meist nur über den «Leidensdruck». derinews: Das Auto der Zukunft was muss es in nächster Zeit leisten können? Es wird automatisiert, nachhaltig und «connected» sein. derinews: Sind es neue Technologien, die neue Bedürfnisse wecken? Oder bringen neue Bedürfnisse entsprechende Technologien hervor? Meiner Ansicht nach sind die Technologien die Treiber der Bedürfnisse. derinews: Bislang diente das Auto als Transportmittel und Statussymbol. Viele behaupten, diese traditionelle Vorstellung vom Automobil zerfalle. Was ist Ihre persönliche Einschätzung? Ein «automobil» wird es lange noch als individuelles Transportmittel geben. Nur dessen Nutzen und Nutzung, das Besitztum, innere und äussere Werte sowie die mit dem Auto verbundenen Möglichkeiten werden sich radikal ändern. derinews: Wie wird sich der Individualverkehr demnächst entwickeln? Sitzen wir bald in rollenden Computern? Das Auto der Zukunft ist ein «Smart Device» auf vier Rädern. Die gebotene «User Experience» das sogenannte Nutzererlebnis wird eine der Schlüsselfaktoren sein. derinews: Automobil-Konnektivität als Grundlage für neue Geschäftsmodelle. Inwiefern erfindet sich die Branche gerade neu? Der Autohersteller von heute muss sich sputen, um die Transformation zum Morgen zu schaffen. Gelingt ihm dies nicht, wird er sich in die Liste von Unternehmen wie Kodak, Nokia, Blackberry, Sony etc. ein reihen und kein vernünftiges Geschäftsmodell mehr haben. Es ist allerdings eine Herkulesaufgabe, da sich die «Original Equipment Manufacturer» (OEM), wie die Erstausrüster im Fachjargon heissen, meiner Meinung nach zu äusserst schwer fälligen Supertankern entwickelt haben. derinews: Lukrativ ist der Konnektivitätstrend vor allem für Hersteller von Autokomponenten. Was ist in Zukunft denkbar? Ich denke, dass die wirkliche Wertschöpfung nicht bei den Komponentenherstellern stattfinden wird, sondern bei den Software- Lieferanten. Diese Software wird lernfähig, adaptiv und intuitiv sein (müssen). derinews: Bei welchen Neuheiten könnte es sich um eine kurzfristige Spielerei handeln? Welche Gadgets dürften sich langfristig durchsetzen? Im Moment sehe ich bei den Herstellern ein paar abstrakte Adaptionen davon vielleicht ausgenommen keine grossen Spielereien. Ich denke, die Lage lässt dies auch nicht zu. Es geht schlichtweg um Milliarden-Investments und ums Überleben. derinews: Wir haben über die nahe Zukunft gesprochen. Dabei haben Sie sicherlich auch eine Vision für die nächsten zehn oder zwanzig Jahre? Der Individualverkehr wird vor allem im Kurzstreckenbereich bis dahin häufig über vernetzte und autonome «Kapseln» erfolgen. Und diese gehören dann nicht mehr «mir».

10 10 Themenrückblick Technologieführer mit weiterhin überdurchschnittlicher Profitabilität Valor Symbol Basiswert Verfall Währung Kurs am Performance Monat August Performance von Lancierung bis VZSXB SXI Bio+Medtech Price Index Open End CHF % % VZHDC Solactive European High Div. Low Vol. Perf-Index Open End CHF % 6.6 % VZRWA China Railway II Basket CHF % 35.7 % VZUST US Technology Basket USD % 4.1 % VZWTU Solactive Wearable Tec Performance-Index Open End USD % 4.9 % VREIT Vontobel REITs Low Volatility Performance-Index Open End EUR % 66.4 % VZAGS Agrar Rohstoff Aktien Index (Total Return) Open End EUR % 42.2 % WOMEN Top Executive Women Basket Open End CHF % 11.3 % VZITC IT Leaders CHF % 12.6 % VZGIU Vontobel Natural-Gas-Strategy Index Open End USD % 7.7 % VZOPA Palladium (Troy Ounce) Open End USD % 38.8 % VZSME Solactive Social Media Titans Performance-Index Open End EUR % 9.2 % VZCUC DAXglobal China Urbanization Performance-Index Open End CHF % 10.9 % Hinweis: Produktrisiken siehe Seite 19 bei VONCERT. Kommentar von unserem Vontobel Research Investment Banking Solactive European High Div. Low Volatility Die Niedrigzinspolitik lässt Anlagen in An leihen aktuell unattraktiv erscheinen. Die Renditen bewegen sich auf sehr tiefen oder gar negativen Leveln. Die Dividendenrenditen europäischer Aktienindizes notieren gegenüber den Renditen langfristiger Unternehmens- und Staatsanleihen höher. Unternehmen mit nachhaltigem Wettbewerbsvorteil können beständig hohe Dividenden ausschütten. Diverse Studien belegen, dass Dividenden langfristig mindestens die Hälfte der absoluten Anlagerendite erwirtschaften. Das Rezept des Index: maximale Dividendenrendite durch dividendenstarke Aktien und überdurchschnitt liche Anlage performance verbunden mit niedriger Volatilität. Die 4%ige Performance (2 % Outper formance gegen über dem EURO STOXX 50 ) seit Jahresbeginn bestätigt die Qualität der Strategie trotz der hauptsächlich europäischen Titelauswahl. IT Leaders Mit einer Performance von 7 % seit Jahresbeginn hat der IT Leaders Basket gegenüber seinem Benchmark-Index S&P 500 ( 8 %) eine leichte Outperformance erzielt. Einerseits profitiert der Basket von der zunehmenden Digitalisierung vieler Wirtschaftsprozesse, andererseits hat sich gezeigt, dass die Marktführer in ihrem Segment ein überdurchschnittliches Wachstum und eine entsprechende Profitabilität erzielen («the winner takes it all»). Trotz der Gewinnmitnahmen im Zuge der neusten Marktturbulenzen sowie der Befürchtungen, dass Unternehmen wie Apple und Avago durch die Wachstumsunsicherheit in China belastet werden könnten, dürften die Technologieführer auch künftig einen grösseren Teil der verfügbaren Mittel («Share of Wallet») unter sich aufteilen. Die Volatilität der Kursentwicklungen dürfte anhaltend hoch bleiben. DAXglobal China Urbanization China erlebt Urbanisierung im Schnelltempo, was für Unternehmen in den Sektoren Im mobilien, Versorgung, Infrastruktur/Transport, Baugewerbe/Materialien, Automobil eine vielversprechende Ausgangslage ist. In über hundert Städten der Volksrepublik leben bereits mehr als eine Million Einwohner und das derzeit überdurchschnittliche Städtewachstum dürfte auch künftig hoch bleiben. So wächst nicht nur die Nachfragestruktur, sondern auch das Ausmass der Produktivität. Dabei fürchten sich Investoren vor einer möglichen chinesischen Kredit- und Immobilienblase, weshalb eine weit verbreitete Zurückhaltung herrscht. Der Crash der Inlandsbörsen (Shanghai, Shenzhen) und anhaltend schwache Makroindikatoren haben zudem zu einer Neubewertung der chinesischen Wachstumsaussichten geführt, wodurch auch der Basket überdurchschnittlich stark belastet wurde. Panagiotis Spiliopoulos, Leiter Research, Vontobel Investment Banking Das Vontobel-Aktien-Research betreut weltweit die wichtigsten Investoren und ist in den entscheidenden Finanzzentren präsent. Rund 130 Schweizer Unternehmen deckt das Research ab. Mit einem sehr breiten Know-how im Bereich der kleinen und mittelgrossen Unternehmen können Kundenwünsche rasch und kompetent umgesetzt werden.

11 11 Schweizer Aktienmarkt Swiss Life dürfte Dividenden nachhaltig erhöhen ABB Ltd Rieter Holding AG Swiss Life Holding AG Kursentwicklung ABB Ltd Absoluter Wert in CHF Aug 14 Aug 15 ABB Ltd Barriere bei CHF Kursentwicklung Rieter Holding AG Absoluter Wert in CHF Aug 14 Aug 15 Rieter Holding AG Barriere bei CHF Kursentwicklung Swiss Life Holding AG Absoluter Wert in CHF Aug 14 Aug 15 Swiss Life Holding AG Barriere bei CHF Quelle: Bloomberg; Stand am Frühere Wertentwicklungen und Simulationen sind keine verlässlichen Indikatoren für die künftige Wertentwicklung. Steuern und allfällige Gebühren wirken sich negativ auf die Rendite aus. ABB vermochte mit der Veröffentlichung seines 2Q15-Resultates die Erwartungen nur auf Profitabilitätsstufe zu erfüllen. Im Auftragseingang zeigten sich deutliche Bremsspuren infolge der wirtschaftlichen Abschwächung Chinas und der anderen aufstrebenden Märkte, des anhaltend tiefen Ölpreises und der stark rückläufigen Rohstoffpreise. Auch im Hinblick auf den Umsatz konnte ABB nicht vollends überzeugen, da sich der tiefere Auftragsbestand negativ auswirkte. Zudem machte sich der stärkere US-Dollar mit einem zweistelligen Minus auf beiden Stufen bemerkbar. Das Positive: Drei von fünf Divisionen Low Voltage Products, Process Automation und Power Systems steigerten ihre Marge. Nach einer durch Aufbaukosten für neue Produktionsstätten entstandenen temporären Schwäche im 1Q15 konnte die Marge in «Power Products» im 2Q15 wieder auf das alte Niveau angehoben werden. Die kurzfristigen Aussichten bleiben wegen der latenten Makrounsicherheiten und schwacher Rohstoffpreise eingetrübt; die strukturelle Nachfrage nach Automationsprodukten und -dienstleistungen sowie die hohe Dividendenrendite und günstige Bewertung dürften mittelfristig in den Vordergrund treten. Der Spinnmaschinen-Produzent verzeichnete im ersten Halbjahr solide Umsätze und konnte die operativen Margen auf ansprechende 8 % ausweiten. Während das Maschinengeschäft unter Preis- und Währungsdruck leidet, konnte das Service- und Komponentengeschäft deutlich zulegen und attraktive zweistellige EBIT- Margen erzielen. Letzteres macht zwar nur etwa 30 % des Gesamtumsatzes aus, jedoch trägt es zu mehr als 60 % des Gewinnes bei. Für Rieters Profitabilität und insbesondere für die Gewinnstabilität ist dies von entscheidender Bedeutung, denn der Auftragseingang im Maschinengeschäft zeigte im ersten Halbjahr bereits einen beunruhigenden Rückgang von 55 % an. Nach einer Boomphase erlebte die türkische Nachfrage eine harte Korrektur und in China und Indien bewegt sie sich auf tiefem Niveau. Rieter muss sich daher auf scharfe Umsatzeinbussen im zweiten Halbjahr einstellen; die Vontobel-Experten mahnen Investoren zur Vorsicht. Die 1H15-Resultate haben weitere operative Fortschritte nachgewiesen. So die Kosteneinsparungen, die ihrem Plan voraus sind, sowie eine erstaunlich robuste Neugeschäftsmarge oberhalb der 1.5%igen Zielmarke dies trotz der rekordtiefen Zinsen. Realisierte Gewinne erlauben eine weitere Verstärkung der Reserven um CHF 750 Millionen, um die Situation an das Tiefzinsniveau anzupassen. Die durchschnittliche Verzinsung für Versicherungsnehmer sinkt deshalb um 8 Basispunkte auf 1.85 % verglichen mit einer 1H15-Neugeldanlagenrendite von 2.5 % und von 2 % im 2H15. Ebenfalls über dem Plan liegt das sogenannte Fee-Wachstum, das auch dank der Corpus-Sireo-Übernahme mit 15 % auf CHF 617 Millionen angestiegen ist. Der Aufbau eines zweiten Standbeines mit wenig Kapitalbedarf ist also gut auf Kurs, auch wegen des starken Neugeldes von CHF 4.2 Milliarden im Anlagengeschäft für Dritte. Die grösste Herausforderung scheint bei der Aufsicht zu liegen, wo im Juli 2015 mehrere FINMA-Rundschreiben eine neue Rechtsgrundlage ankündigten (neue AVO, u. a. keine temporären Erleichterungen mehr und höhere Priorität eines Solvenz-Standardmodells). Die Experten gehen weiter davon aus, dass Swiss Life die Dividende nachhaltig anheben kann. Produkteckdaten Produktname Defender VONTI auf ABB Ltd Valor Ausübungspreis CHF Barriere CHF Anfangs- / Schlussfixierung Coupon (p. a.) Aktueller Briefkurs* % / % (5.84 % p. a.) Produkteckdaten Produktname Defender VONTI auf Rieter Holding AG Valor Ausübungspreis CHF Barriere CHF Anfangs- / Schlussfixierung Coupon (p. a.) Aktueller Briefkurs* % / % (5.73 % p. a.) Produkteckdaten Produktname Defender VONTI auf Swiss Life Holding AG Valor Ausübungspreis CHF Barriere CHF Anfangs- / Schlussfixierung Coupon (p. a.) Aktueller Briefkurs* % / % (4.71 % p. a.) Hinweis: Produktrisiken siehe Seite 19. * Stand am

12 12 Know-how Was ist ein Blog und wie funktioniert er? Ein online geführtes öffentliches Tagebuch das war früher. Heute sind viele Blogs kaum noch von professionellen Nachrichten- oder Magazinseiten zu unterscheiden und leisten einen grossen Beitrag zur Vernetzungsdichte im «World Wide Web». Die Geschichte des Web 2.0 könnte mit den Worten «Alles begann mit den Blogs» beginnen. Mit Fokus auf der einfachen Bedienung sowie Interaktion ermöglichten sie die hohe Vernetzungsdichte im «World Wide Web» (www.chip.de). Mittlerweile gibt es unzählige Blogs weltweit und täglich werden es mehr. Kunstwort ohne allgemein gültige Definition Der Begriff Weblog gehört zur Gattung der Kunstworte und ist eine Zusammensetzung aus den Komponenten Web und Log (engl. Logbuch). Meist wird jedoch die verkürzte Version «Blog» als Synonym benutzt. Eine allgemein gültige Definition des Begriffs Blog besteht nicht weder in der Literatur noch in der Praxis ist eine zu finden. Einig ist man sich jedoch über eine Vielzahl von Merkmalen, die kennzeichnend für Blogs stehen. Typische Merkmale von Blogs Die Hauptschwerpunkte eines Blogs liegen, wie bereits erwähnt, in der leichten Bedienung sowie der Interaktion. Dabei bezieht sich die Interaktion nicht nur auf die Besucher beziehungsweise Leser, sondern auch auf andere Blogs und Suchmaschinen. Blogs verfügen über charakterisierende Merkmale. Typischerweise werden die Beiträge, auch Posts genannt, in umgekehrt chronologischer Weise angezeigt. Die aktuellsten stehen also am Anfang und wandern mit jedem neuen zusätzlichen Eintrag weiter nach unten, bis sie letztlich «archiviert» werden. Die verschiedenen Posts werden gewöhnlich bestimmten Themen beziehungsweise Katego rien zugeordnet. Eine eingebaute Suchfunktion erleichtert den Lesern das Auffinden von Inhalten auf einem Blog. Die Mehrheit der Blogs verfügt klassischerweise über eine Kommentar funktion. Dank ihr kann ein Blog zu einem regen Gedankenaustausch unter Gleichgesinnten führen. Beiträge können dabei gelobt, kritisiert und/ oder ergänzt werden. Eingebaute RSS-Feeds (Really Simple Syndication) ermöglichen dem Leser, Inhalte eines Blogs zu abonnieren und so immer auf dem Laufenden gehalten zu werden. Das bereits erwähnte Archiv vereinfacht das Aufrufen vergangener Artikel, die nicht mehr unter den aktuellsten Einträgen sichtbar sind. Wichtig ist zu erwähnen, dass all die oben genannten Merkmale von einem Blog nicht zwingend bereitgestellt werden müssen (www.blogsheet.info, Wie gelangt der Blogbeitrag zum Leser? 1 Der Betreiber eines Blogs (Blogger) verfasst einen Beitrag und speichert ihn in seinem Blog-System. 2 Das System integriert den Beitrag auf der Startseite sowie im Archiv. Der RSS-Feed wird aktualisiert sowie eine Nachricht (Ping) an die PING-Server abgesendet. Damit wird den Suchmaschinen mitgeteilt, dass eine Aktualisierung auf dem Blog stattgefunden hat. 3 In regelmässigen Zeitabständen holen sich nun die Suchmaschinen (z. B. Google) die neusten Änderungen von den PING-Servern und indexieren die Seiten neu. Durch die wiederkehrende Indexierung steht jeweils die aktuellste Version in den Datenbanken der Suchmaschinen. 4 Besucher haben grundsätzlich drei Möglichkeiten, Neuigkeiten von ihrem Lieblingsblog zu erfahren. Sei dies beim direkten Besuch via Internetbrowser (Internet Explorer, Firefox etc.) oder über den RSS-Reader beziehungsweise das Abonnement des RSS- Feeds. Die dritte Variante, um zu den aktuellsten Inhalten zu gelangen, ist via Suchmaschine (Google, Yahoo etc.). Je nach Angebot können sich Besucher für einen Newsletter des Blogs anmelden, um sich so auf dem Laufenden zu halten. Dieser informiert dann die Abonnenten via ebenfalls regelmässig über Aktualisierungen auf dem Blog. Illustration: Vom Blogbeitrag zum Leser Erfassen Newsletter Newsletter senden Startseite & Archiv surfen Browser speichert Beitrag 1 Blog- System Ausgabe 2 RSS-Feed abonnieren RSS-Reader Blogger PING-Server 1. Neues? 2. Indexieren Suchmaschine Besucher 4 3 Quelle: Vontobel

13 13 Know-how «Zehn Jahre auf dem Buckel und innovativer denn je» Im Gespräch mit Sandra Chattopadhyay, Chefredakteurin des derinews-magazins derinews: 2015 ist ein Jubiläumsjahr Genau. derinews ist zehn Jahre alt geworden. Das Magazin kann dabei auf eine interessante Entwicklung zurückblicken. Seinen Ursprung fand es in einem einfach gehaltenen elektronischen Newsletter, der schliesslich zu einem Magazin heranwuchs, für das dann auch eine gedruckte Ausgabe zur Verfügung gestellt wurde. Im Juli dieses Jahres haben wir nun derinews-blog lanciert, ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Geschichte von derinews. derinews: Was ist der Unterschied zur derinet-website? Unser Vontobel-Derivateportal derinet.ch fungiert als Schaufenster, über das wir strukturierte Produkte anbieten oder über uns als Emittenten informieren. derinews-blog grenzt sich von derinet.ch inhaltlich ab. Und gleichzeitig handelt es sich um ein zusätzliches Element, das in derinet.ch integriert worden ist. Über derinet.ch/blog haben Leser letztlich einen einfachen Zugang zu einem elektronischen Journal, dessen Beiträge in Form einer umgekehrt chronologisch auf gebauten Liste abrufbar sind. derinews: Aber gibt es das derinews-magazin nicht schon in elektronischer Form? Das ist richtig. Jedoch nur als fest definiertes Magazinformat. Als das haben sich derinews in der Schweiz und mehrwert in Deutschland auch stark etabliert. Die Zahl unserer Abonnenten der Druck- und Online-Versionen ist in beiden Ländern mittlerweile sehr gross. Weshalb ein zweites Online- Format? Nun, heutzutage lässt sich sagen, dass online nicht immer gleich online ist. Das Web 2.0, also die sozialen Netzwerke, bietet neue Perspektiven. Neue Technologien verändern nicht nur die Art, wie wir leben, sondern auch unser Informationsverhalten. Hinzu kommt, dass Investment-Trends keinem starren Medienplan folgen. Als Blog kann derinews nun jederzeit und kontinuierlich aktualisiert werden. Zusätzlich können wir damit auf weitere verwandte, für den Leser ebenfalls relevante Inhalte verweisen. Unsere klassische Informationsübermittlung können wir ausserdem bereichern, indem wir mit unseren Lesern, Kunden und potenziellen Investoren direkt interagieren. derinews: Interagieren ein Leserbedürfnis? Definitiv. Die Leute setzen sich mit unseren Inhalten intensiv auseinander und geben regelmässig Feedback. Meist in Form von s. Jedoch erhalten wir auch viele Zuschriften in Briefform dies manchmal nur, um mitzuteilen, dass der Artikel gefallen hat. Auf derinews-blog können Leser nun ihr direktes Feedback niederschreiben, Fragen stellen, miteinander diskutieren und Beiträge inhaltlich kommentieren. derinews: Welcher weitere Nutzen kann über derinews-blog geschaffen werden? Die Angebotsqualität von Anlageprodukten und Finanzdienstleistungen kann über adäquat aufbereitete Investmentinhalte grundsätzlich gestärkt werden. Vontobel begreift die «Produktion» von spannenden Investmentinhalten schon lange als wichtiges Element seiner Angebotspalette. Nicht nur gute Anlageprodukte, sondern auch gute Inhalte können also Werte schaffen. derinews-blog ersetzt nicht das Magazin. Vielmehr stellt er einen zusätzlichen und zugleich modernen Kanal dar, über den der hochwertige «Investment Content» zugänglich ist und mittels Social Media gezielt gestreut werden kann. derinews: Der Unterhalt des Blogs bedeutet Aufwand. Lohnt sich das? Natürlich lohnt es sich. Denn auch wir wollen als Emittent von strukturierten Produkten in eine stärkere Interaktion mit unserer Leserschaft treten; sie deckt einen nicht unwesentlichen Teil des Marktes ab. derinews-blog stellt in diesem Zusammenhang einen qualifizierten «Touchpoint» dar, über den wir uns mit der Aussenwelt (permanent) austauschen können. So können Themen und Trends von potenziellen Investoren noch zeitgerechter und flexibler umgesetzt werden. Gleichzeitig erfahren wir wiederum nun noch früher, wenn sich Bedürfnisstrukturen ändern. derinews: An wen richtet sich derinews-blog? An finanzaffine Internet-User oder alle, die es werden wollen. Dank der Nutzung von Tablets und Smartphones ist heute fast jeder fast überall erreichbar und viele der (vor allem neuen) Leser möchten Informationen nicht mehr nur einseitig «konsumieren». Auf derinews-blog ist das Angebot von Inhalten diversifiziert so wie es Anleger von unseren Produkten gewohnt sind. In Anlehnung an das bewährte Magazinformat finden sich also Blog-Beiträge, die auf vielzählige Aspekte und Marktereignisse abzielen und auf verschiedenste Leserinteressen beziehungsweise unterschiedliche Wissensstände ausgerichtet sind. derinews: Was möchten Sie derinews-lesern auf den Weg geben, die noch wenig Erfahrung mit der Nutzung von Blogs gemacht haben? Besuchen Sie derinews-blog und profitieren Sie von hochaktuellen Beiträgen rund um strukturierte Produkte. Sie finden uns auf Tauschen Sie sich mit uns aus und diskutieren Sie mit! Sandra Chattopadhyay Redaktionsleiterin «derinews»

14 14 Investmentidee Familienunternehmen: ein deutsches Erfolgsrezept Familienunternehmen bilden das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Ihre Unternehmensstrategie ist der von Nicht-Familienunternehmen oft überlegen. Mit dem VONCERT Open End auf den DAXplus Family 30 können Investoren am Erfolg deutscher Familienunternehmen teilhaben. Auch wenn der Nachfragemotor in manchen Weltregionen etwas ins Stottern geraten ist, bleiben deutsche Produkte gefragt; die Wirtschaft der Exportnation brummt und die Konsumenten befinden sich in Kauflaune. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Juli nochmals angestiegen von auf 108 Punkte und insbesondere das verarbeitende Gewerbe sieht dem jüngsten Bericht zufolge den weiteren Geschäftsverlauf sehr optimistisch. Deutschland profitiert von seinen Familienunternehmen. Gemäss einer im letzten Jahr aktualisierten Studie zu ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung, die von der Stiftung Familienunternehmen herausgegeben wird, bilden Familienunternehmen das Rückgrat der deutschen Wirtschaft: Sie stellen über 90 % des gesamten Unternehmensbestandes, beschäftigen deutlich über die Hälfte der inländischen Arbeitnehmer und erwirtschaften etwa 50 % des Indlandsumsatzes. Sogar 78 % der deutschen Kapitalgesellschaften sind familienkontrolliert und 71 % eigentümergeführt. Ihre Anteile am Bruttoinlandsprodukt betrugen im Erhebungszeitpunkt 2012 etwa 46 % und 42 %. Top-500-Familienunternehmen erfolgreicher als DAX -Konzerne Familienunternehmen werden in Deutschland oft mit mittelständischen Unternehmen gleichgesetzt. Zwar ist die Überschneidung gross, jedoch sind auch viele von ihnen auf eine beachtliche Grösse angewachsen. Zum Teil handelt es sich um Berühmtheiten, deren Familieneinfluss in der Öffentlichkeit nicht immer offenkundig ist. Und selbst im DAX finden sich immer wieder welche, die entweder unter erheblichem Familieneinfluss oder unter Familienkontrolle stehen. Im Untersuchungszeitpunkt der erwähnten Studie waren zum Beispiel die bekannten Unternehmen Beiersdorf, Henkel und Merck im Leitindex vertreten. Weltweit arbeiteten in den deutschen Top-500-Familienunternehmen im Jahr 2012 insgesamt 4.6 Millionen Menschen und erwirtschafteten Erlöse von über einer Billion Euro. Grafik 1 vergleicht die konzernweiten Umsätze von deutschen Top-500-Familien- unternehmen mit denen des DAX -27 (DAX abzüglich der enthaltenen Blue Chips unter Familienkontrolle). Mit einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von jährlich 4.6 % konnten die Top-500 zwischen 2006 und 2012 den DAX -27, der im gleichen Zeitraum jährlich 1.9 % erzielte, klar übertreffen. Mit dem eigenen Geld wirtschaftet man besser Schon das Vorwort ihrer Studie beginnt die Stiftung damit, dass sich Familienunternehmen in Krisenzeiten als das überlegene Modell erweisen und dass Wirtschaftshistoriker dies immer wieder feststellen. Doch was ist ihr Erfolgsrezept? Viele Untersuchungen haben gleich mehrere Antworten auf diese Frage gegeben. Demnach orientiert sich die Unternehmensführung an lang- und nicht kurzfristigen Renditen; die Unternehmensstrategie sowie das Geschäftsmodell sind auf die Dauer von mehreren Generationen und daher auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Das Verantwortungsgefühl für Unternehmen und Mitarbeiter ist typischerweise stark ausgeprägt, weswegen die Unternehmenskultur auch grundsätzlich stabiler ist. Zudem sind der Eigentümerfamilie der Erhalt ihres Wohlstandes Grafik 1: Top-500- vs. DAX -27-Unternehmen Konzernweite Umsatzentwicklung gegenüber Vorjahr in % Jahresdurchschnitt Top-500 (Umsatz) Jahr 4.6 % Top DAX -27 (Umsatz) % DAX -27 Quelle: Institut für Mittelstandsforschung, Mannheim 12 und ihr eigener guter Ruf wichtiger als die Steigerung des Share-Holder-Values. In seiner Studie «The Family Business Model» vom Juli 2015 stellte das Credit Suisse Research Institute fest, dass diese Mentalität sogar nationenunabhängig ist und Familienunternehmen grundsätzlich vorsichtiger und überlegter mit ihren (eigenen) Ausgaben umgehen. Demnach legen Familien zum Beispiel ein besonderes Augenmerk darauf, dass Forschung und Entwicklung effizient vonstattengehen und neue Produkte einen nachhaltigen Nutzen stiften und so die Unternehmensmarke langfristig stärken. Starke Cashflows, hohe Eigenkapitalquote Familienunternehmen verfügen in der Folge über meist stärkere Cashflows und eine hohe Eigenkapitalquote; Letztere nimmt laut Stiftung Familienunternehmen mit der Grösse des Unternehmens tendenziell zu. Gemäss ihrer Studie begründet sich die solidere Kapital struktur durch eine engere persönliche Bindung zum Unternehmen. Erwartungsgemäss falle die Eigenkapitalausstattung im für Deutschland typischen kapitalintensiven verarbeitenden Gewerbe besonders hoch aus. Dort wuchs sie von 2008 bis 2012 letztlich um 10 Prozentpunkte auf 40 %, während die Nicht-Familienunternehmen des Sektors im gleichen Zeitraum ein Plus von nur 4 Prozentpunkten auf 35 % verzeichneten. Den Experten zufolge spielt aber auch das Streben nach Unabhängigkeit von externen Kapitalgebern eine grosse Rolle. Sie ist den Familienunternehmen wichtig, um die Existenz des Unternehmens auf lange Zeit zu sichern. Eine bereits vor zwei Jahren durchgeführte Analyse der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC untermauerte den interessanten Aspekt. Demnach hatten die 30 grössten börsennotierten Familienunternehmen begonnen, verstärkt auf alternative Finanzierungsquellen zu setzen obwohl Bankkredite schon damals sehr günstig zu haben waren. So hatten die damaligen Mitglieder des bei Investoren eher unbekannten DAXplus Family 30 ihren Anteil von Bankkrediten an den Finanzierungs-

15 15 Investmentidee quellen um insgesamt 4.7 Prozentpunkte auf 54.2 % heruntergeschraubt. Beim Gross- und Einzelhandelsriesen Metro sowie beim Stahlkonzern ThyssenKrupp betrugen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinsti tuten schliesslich nur noch etwas mehr als 15 % bzw. etwas weniger als 17 % (PWC; August 2013). Konservativ und doch innovativ Je stärker der Familieneinfluss auf die Geschäftsführung, desto harmonischer ist die Zusammenarbeit von Geschäftsführern und Eigentümern, desto schneller fallen (bessere) Entscheidungen und desto effektiver werden Unternehmensstrategien umgesetzt. Wegen ihrer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Unternehmensführung gelten Familienunternehmen zwar als konservativ, jedoch tragen sie das ihnen oft angedichtete angestaubte Image zu Unrecht. So weisen deutsche Familienunternehmen mit hoher Exportintensität eine um 24 Prozentpunkte signifikant höhere Innovationswahrscheinlichkeit auf als Nicht-Familienunternehmen. Ganz besonders innovativ sind Familienbetriebe, die den technologie- und wissensintensiven Wirtschaftszweigen angehören. Ein weiterer Aspekt, der den Erfolg von Innovationen begünstigt: Deutsche Familienunternehmen profitieren in der Regel von einer Verwurzelung mit ihrer Heimatregion sowie von den oft über Generationen etablierten tief greifenden Beziehungen zu Kunden und Zulieferern (Stiftung Familienunternehmen; 2014). Wie man mit nachhaltiger Strategie zum Marktchampion werden kann, zeigt das Beispiel Fresenius. Als aktuelles DAX -Mitglied profitiert der globale Anbieter von Produkten und Therapien für schwer und chronisch kranke Menschen vom aktuellen demografischen Wandel und einem Wachstumsmarkt. Die Weltmarktführerschaft hat Fresenius erreicht und will sie dennoch weiter (international) festigen, indem er sich auf zusätzliche Märkte mit interessanten Wachstumsraten konzentriert. Technologien, Kompetenzen, die Behandlungsqualität sowie kosteneffektive Herstellungsprozesse sollen gleichzeitig gestärkt werden und für die weitere Innovationskraft will Fresenius nun noch wirksamere Produkte und individuell anpassbare Behandlungsmethoden entwickeln (Fresenius-Unternehmensbericht; 2015). Wie Familienunternehmen ihre Zukunft sehen Das Institut für Mittelstandsforschung in Bonn hat seine übliche Frühjahrsbefragung unter den grössten deutschen Familienunternehmen durchgeführt. Demnach befinden sich die Unternehmen in guter bis sehr guter wirtschaftlicher Verfassung, sind für die nächsten zwölf Monate positiv gestimmt und profitieren aktuell von einer starken Binnennachfrage. Ihre Finanzierungsmöglichkeiten bleiben wegen des anhaltenden Tiefzinsumfeldes günstig. Nahezu neun von zehn Unternehmen sind auf internationalen Märkten aktiv und der schwache Euro trägt dazu bei, dass mehr Waren exportiert werden als im Jahr Der wichtigste Absatzmarkt ist zurzeit Frankreich, jedoch könnte die USA in den nächsten drei Jahren den Spitzenplatz einnehmen. Auch als Produktionsstandort gewinnt Amerika an Bedeutung und im Hinblick auf die wirtschaftlichen Verflechtungen erhofft man sich grosse Chancen aus dem Handels- und Investitionsabkommen TTIP (Mai 2015). Grafik 2: Performancevergleich DAXplus Family 30 vs. DAX Indexentwicklung in % Jahr DAXplus Family 30 (Performance-Index) DAX (Performance-Index) Quelle: Bloomberg; Stand am Historische Kurse geben keine Hinweise auf künftige Entwicklungen. Vom Erfolg deutscher Familien profitieren Grafik 2 veranschaulicht die Entwicklung des DAXplus Family 30 (aus Vergleichsgründen handelt es sich um den Performance-Index). Während der letzten fünf Jahre hat er seine Benchmark, den DAX, um über 25 Prozentpunkte übertroffen (Stand: ). Der DAXplus Family 30 reflektiert die Aktienkursentwicklung der 30 grössten und liquidesten deutschen Familienunternehmen. Ein Unternehmen qualifiziert sich für den Index als Familienunternehmen, wenn sich mindestens 25 % der Gesellschaft im Besitz der Gründerfamilie befinden. Mindestens 5 % können es sein, wenn Mitglieder der Gründerfamilie im Vorstand oder im Aufsichtsrat sitzen. Die deutschen und internationalen Indexmitglieder folgen höchsten Transparenzanforderungen (Deutsche Börse, Prime Standard), ihre Zusammensetzung wird quartalsweise überprüft (mehr Informationen sowie Indexzusammensetzung unter Neben Fresenius sind im «Familien»-DAX derzeit weitere bekannte Grössen wie Axel Springer SE, Dürr AG, Fielmann AG, Henkel AG & Co., SAP oder Sixt vertreten. Produkteckdaten VONCERT Open End auf DAXplus Family 30 Index Basiswert DAXplus Family 30 (Kurs-)Index Valor / Symbol / VZDFD Emissionspreis EUR (10.05 % des Schlusskurses des Basiswertes am Anfangsfixierungsdatum inkl. 0.5 % Ausgabeaufschlag) Anfangsfixierung / Liberierung Laufzeit / Open End Aktueller Briefkurs* EUR Emittentin/Garantin: Vontobel Financial Products Ltd, DIFC Dubai/Vontobel Holding AG, Zürich (Moody s A3). SVSP: Tracker-Zertifikat (1300). Kotierung: SIX Swiss Exchange. Index provider: Deutsche Börse AG. Termsheets mit den rechtlich verbindlichen Angaben unter Hinweis: Produktrisiken siehe Seite 19. * Stand am Kompakt Deutsche Familienunternehmen verfügen über solidere Kapitalstrukturen und höhere Cashflows als anteilsgestreute Pendants. Denn ihre Strategien zielen auf den langfristigen Unternehmenserhalt ab und sind oft erfolgreicher. Für Anleger könnte sich ein Investment in das VONCERT Open End auf den DAXplus Family 30, ein Tracker-Zertifikat, lohnen.

16 16 Schuldner-Check Glencore: genügend Reserven für das, was bevorstehen könnte? Seit Januar 2015 sind die fünfjährigen CDS- Spreads von Glencore (GL) von rund 80 auf gegenwärtig über 350 Basispunkte angestiegen (~«B»-Credit-Rating), der Aktienkurs hat sich mehr als halbiert. Haupttreiber war der massive Sturz der Rohstoffpreise auf die tiefsten Stände seit der Finanzkrise 2008/09. Alleine im 1H15 gingen die Preise für Öl um 46 %, die für Kohle um 15 bis 20 %, die für Kupfer um 14 % und die für Nickel um 17 % zurück. Dies hat deutliche Spuren in Glencores Halbjahreszahlen hinterlassen. So ist der bereinigte EBITDA 1 während eines Jahres um 29 % auf noch USD 4611 Mio. zurückgegangen und der Rückgang des Ölpreises zwang GL, Wertberichtigungen (USD 792 Mio.) auf seinem Chad-Projekt vorzunehmen. Interessanterweise ist auch der EBITDA- Beitrag des physischen Handelsgeschäftes, das GL wegen der unterliegenden Arbitrage stets als weniger zyklisch als das Rohstoffabbaugeschäft anpries, während eines Jahres um 29 % auf nur noch USD 3431 Mio. gesunken dies wegen der historisch ungewöhnlich hohen Preiskorrelation unter den einzelnen Rohstoffen. CEO Ivan Glasenberg hat neben weiteren Sparmassnahmen (u. a. Opex USD 0.4 Mrd. für zwölf Monate und Investitionen von insg. USD 2.4 Mrd. für FY15 und FY16) und der Bekräftigung seines Kommitments zum Investment-Grade-Rating (derzeit BBB/stabil und Baa2/stabil) angekündigt, die Nettoverschuldung von USD 29.5 Mrd. per 1H15 auf USD 27 Mrd. per Ende FY16 zu reduzieren. Letzteres soll helfen, die Verschuldungsobergrenzen «Nettoverschuldung/ EBITDA» < 3.0 x (2.7 x per 1H15) und «FFO 2 / Nettoverschuldung» > 25 % (30 %) zu halten. Zudem erwartet Glasenberg unter Marktbedingungen von Mitte August einen positiven FOCF 3 für FY15E und FY16E. Dennoch stellt sich die Frage, ob GL genügend Reserven und strukturelle Anpassungsmöglichkeiten besitzt, um a) sein Investment-Grade-Rating zu halten und b) einen möglichen weiteren drastischen Rohstoffpreiszerfall abzufedern; bei einem 10%igen Rückgang spricht GL immerhin von einem negativen Effekt auf den indikativen 2H15-EBIT von USD 615 Mio. bei Kupfer, USD 235 Mio. bei Kohle, USD 185 Mio. bei Zink und einem kumulierten Effekt von USD 270 Mio. für Blei, Nickel, Chromeisen, Gold und Silber. Als Antwort stellen wir fest, dass eine 10%ige Abschwächung des Rohstoffwährungskorbes von GL gegenüber dem US-Dollar das erwartete 2H15-EBIT um zusätzliche USD 650 Mio. unterstützt. Aufgrund der zunehmend schwierigeren Rohstoffpro gnosen (China-Un sicherheit) scheint zudem ein Blick auf die Liquidsituation sinnvoll. So verfügte GL per 1H15 über flüssige Mittel und zugesagte Kreditlinien von total USD 10.5 Mrd. Dazu rechnen die Ratingagenturen noch 80 % des vertragsmässig verkauften Umlaufvermögens von USD 19 Mrd. (also USD ~15.2 Mrd.). Dies ist mehr als ausreichend, um die relativ hohen kurzfristigen Fälligkeiten im Folgejahr zu decken. In einem Krisen szenario könnte GL zusätzlich weitere Aktiv en verkaufen, sein Nettoumlaufvermögen (lt. Management um bis zu CHF 5 Mrd.) reduzieren und die Dividenden von gegenwärtig rund USD Mrd. kürzen. Letztendlich dürfte GL aber wegen seiner breiteren (geografischen und Produkteckdaten Wertentwicklung in % Floored Floater mit Referenzanleihe Rohstoffpreisentwicklungen: guter Vorläufer für die Finanzmarktbewertung Index 100 = August Jahr Glencore-Aktienkurs (indexiert, links) S&P GSCI (indexiert, links) 5Y CDS Glencore (rechts) Quelle: Vontobel Credit Research produktbezogenen) Diversifi ka tion und seiner Grösse weitaus weniger krisenanfällig als seine Konkurrenz sein, was sich auch in den tieferen Credit-Default-Spreads widerspiegelt. 1 EBITDA: Earnings before interest, taxes, depreciation, and amortization betrieblicher Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation. 2 FFO: Funds from operations betrieblicher Geldfluss vor Veränderungen im Nettoumlaufvermögen. 3 FOCF: Free operating cash flow betrieblicher Geldfluss nach Veränderungen im Nettoumlaufvermögen und nach Kapitalinvestitionen. Basiswert CHF 3M-LIBOR USD 3M-LIBOR Valor Referenzanleihe GBP 6.5 % Glencore Finance Europe SA (XS ) GBP 6.5 % Glencore Finance Europe SA (XS ) Anfangs- / Schlussfixierung / / Liberierung / Rückzahlung / / Minimum-Coupon 1.10 % p. a % p. a. Aktueller Briefkurs* % % Emittentin/Garantin: Vontobel Financial Products Ltd, DIFC Dubai/Vontobel Holding AG, Zürich (Moody s A2). SVSP: Referenzschuldner-Zertifikat mit bedingtem Kapitalschutz (1410). Kotierung: SIX Swiss Exchange. Termsheets mit den rechtlich verbindlichen Angaben unter Hinweis: Produktrisiken siehe Seite 19. * Stand am Basispunkte Credit-Default-Swap Dominik Meyer, Leiter Credit Research, Vontobel Investment Banking Das Vontobel Credit Research unterstützt Investoren bei der Suche nach aus Relative- Value-Sicht werthaltigen Anleihen im Schweizer Bondmarkt. Die Basis bildet ein transparenter und nachvollziehbarer Research-Prozess, was das Verfassen und Publizieren vertiefter Unternehmens- und Branchenanalysen sowie die Zuweisung finaler Kreditratings und Investitionsempfehlungen beinhaltet.

17 17 Wissenswertes Wussten Sie, dass Von der Vision zur Realität: Autos sind intelligent geworden. Sie kommunizieren heute untereinander sowie mit ihrer Umgebung eine beeindruckende Entwicklung. Ein Blick auf den Automobilbau gestern und heute fördert allerlei Erstaunliches zutage. Wussten Sie beispielsweise, dass... die Kapazität einer Strasse bei 1500 bis 2500 Fahrzeugen pro Stunde und Fahrspur liegt? Gemäss einer ADAC-Studie stehen Autofahrer in Deutschland jährlich rund 65 Stunden im Stau. Abhilfe schaffen sollen sogenannte kooperative intelligente Transportsysteme (ITS). die grossen Fortschritte bei Komfortund Sicherheitssystemen selbstfahrender Autos eine breitbandige Vernetzung mit der Internet-Cloud voraussetzen? Da die Bordsysteme im Auto mit den riesigen Datenmengen überfordert sind, erhalten sie eine eigene IP-Adresse, über die sie Daten zur Fahrzeugumgebung mit einem IT-Backend austauschen. der Tesla Model S nicht nur Parklücken aufspürt, sondern auch vollkommen automatisch einparkt? Das Elektroauto meldet passende Parklücken, übernimmt dann das Steuer und parkt ein. Auch die heimische Garage findet er von allein. an der Bundeswehr-Hochschule in München bereits in den 1990er-Jahren ein führerlos fahrendes Forschungsfahrzeug entwickelt wurde? Seine Technik basierte einzig auf visuellen Informationen. Die Bilder wurden digitalisiert und als Datensätze an ein Computernetzwerk überspielt, das damals den gesamten Kofferraum ausfüllte. Googles selbstfahrendes Auto innerhalb von sechs Jahren 2.7 Millionen Kilometer zurücklegte? Google entwickelt seit 2009 selbstfahrende Autos. In diesem Zeitraum waren diese in elf leichte Unfälle verwickelt. die Swisscom für ihr selbstfahrendes Auto eine Haftpflichtversicherung mit einer Deckung von 100 Millionen Franken vorlegen musste? Als erste Schweizer Firma führte der Schweizer Telekommunikationsanbieter Swisscom diesen Mai ein selbstfahrendes Auto vor; der Bund legte die Höhe der Versicherungssumme fest. sich der Autoschlüssel der Zukunft am Handgelenk befindet? Die Gear S Smartwatch des deutschen Zulieferers Continental nutzt eine Bluetooth-Verbindung zum «Gateway- Schlüssel», der als Schnittstelle zwischen Auto und Uhr fungiert. Cohda Wireless im Jahr 2014 bereits die fünfte Generation seines Produktes «sprechendes Fahrzeug» lanciert hat? Das Unternehmen ist führender globaler Anbieter von Technik für das vernetzte Auto. in den USA um 1900 knapp Elektro fahrzeuge registriert waren? 40 % der Autos in den USA waren damals dampfbetrieben, 38 % elektrisch und nur 22 % liefen mit Benzin. BMW einen Parkassistenten entwickelt hat, der per Smartwatch aktiviert wird? Das Auto soll dank 360-Grad-Laserscannern und weiterer Sensoren im Parkhaus allein den Weg zum nächsten freien Platz finden. Vernetzte Autos können die heimische Garage auch alleine finden. Das Auto der Zukunft wird es vielleicht fliegen?

18 18 News und Tipps Jetzt verfügbar: Factsheets zu Themenindizes Die neuen Index-Factsheets der Solactive-Themenindizes werden täglich aktualisiert und stehen als PDF auf zur Verfügung. Inhaltlich sind sie so konzipiert, dass interessierte Anleger die wichtigsten Informationen zum Themenindex schnell und einfach finden. Unsere Themenpalette wird stets erweitert. Dabei wird ein Grossteil unserer Investmentthemen über speziell von Solactive lancierte Indizes abgebildet. Bei einem der neuesten Indizes handelt es sich beispielsweise um den «Solactive Wearable Tech Performance-Index», der die Kursentwicklungen von Unternehmen ab bil det, die eine Geschäftstätigkeit in der Wearable-Tech-Industrie verfolgen. Doch was ist genau Wearable-Tech? Welche Idee steckt dahinter und welche Unternehmen sind im Index enthalten? Wie ist die Währungs- und Länder allokation des Index? Wie sieht die Performance aus? Um diese und weitere Fragen schnell und einfach zu beantworten, haben wir für Sie entsprechende Factsheets erstellt. Diese sind immer auf dem neuesten Stand (tägliche Aktualisierung) und unter beim jeweiligen Produkt unter «Dokumente» abrufbar. Die Indexleitfäden sowie bestehende Anlageprodukte auf die Themenindizes sind direkt über die Factsheets abrufbar. Inhalt der Factsheets Strategie/Idee des Themeninvestments/-index Stammdaten zum Index Währungs- und Länderallokation des Index Chart historische Wertentwicklung (falls vorhanden mit Backtesting) des Index Statistische Daten wie Performance, Volatilität, Hochs und Tiefs des Index Zusammenfassung des Indexkonzeptes sowie der Auswahlkriterien (Bullet Points) Aktuelle Zusammensetzung (Komponenten) des Index Produktliste (VONCERT Open End Tracker-Zertifikat auf den Index) Möchten Sie mehr über Anlagethemen beziehungsweise Themenindizes erfahren? Besuchen Sie uns auf Übersicht Themeninvestments Healthcare Facilities Der Index bildet die Kursentwicklung von Unternehmen ab, die als Krankenhausbetreiber beziehungsweise Betreiber von spezialisierten Pflege- und Vorsorgeeinrichtungen auftreten. REITs Low Volatility Der Index bildet die Entwicklung von Real Estate Investment Trusts (REITs) ab, die global gut diversifiziert sind und eine tiefe Volatilität aufweisen. Wearable Tech Der Index bildet die Entwicklung von Unternehmen ab, die eine Geschäftstätigkeit in der Wearable-Tech- Industrie verfolgen. Global Spin-Off Der Index bildet die Entwicklung von Unternehmen ab, die in der jüngeren Vergangenheit im Rahmen einer Abspaltung von einem existierenden Unternehmen neu zur Notierung an einer Börse aufgenommen wurden. Oil-Strategy Der Index bildet die Entwicklung einer je nach Marktsituation alternierenden Strategie zwischen Investments in Öl-Futures sowie Direktinvestments in Aktien aus dem Ölsektor ab. European High Dividend Low Volatility Der Index bildet die Entwicklung von europäischen Unter nehmen ab, die eine hohe Dividendenrendite aufweisen, über eine stabile Dividendenentwicklung verfügen und deren Aktien eine geringe Volatilität haben. Social Media Titans Der Index reflektiert die Wertentwicklungen von Aktien aussichtsreicher grosser Unternehmen, die durch ihr Geschäftsmodell einen massgeblichen Teil des Firmenumsatzes im Bereich Social Media erwirtschaften. Natural-Gas-Strategy Der Index bildet die Entwicklung einer alternierenden Strategie zwischen Investments in Natural-Gas-Futures sowie Direktinvestments in Aktien aus dem Gassektor ab. China Policy Der Index bildet die Kursentwicklung chinesischer Unternehmen ab, die am meisten von den aktuellen wirtschaftspolitischen Ausrichtungen und Massnahmen der chinesischen Regierung und Administration profitieren könnten. Smart Grid Der Index bildet die Kursentwicklung von Unternehmen ab, die auf den Aufbau von intelligenten Stromnetzen («Smart Grids») sowie die Entwicklung, Produktion und den Verkauf von damit verbundener Infrastruktur, Produkten und Dienstleistungen fokussieren. Luxury Performance Der Index bildet die Entwicklung von Unternehmen ab, die in den Bereichen Mode und Accessoires Produkte entwickeln und/oder herstellen, die aufgrund ihrer hochwertigen Qualität dem Luxussegment zuzuordnen sind. China Automobile Der Index bildet die Kursentwicklung von chinesischen Automobilherstellern, Automobilzulieferern, Automobilhändlern und Technologieentwicklern im Bereich Automobile ab.

19 19 Hinweise Produkt- und Risikohinweise Quanto (währungsgesichert) Wenn der oder die Basiswerte auf eine andere Währung als die Referenzwährung des Produktes lauten, sollten Anleger berücksichtigen, dass damit Risiken aufgrund von schwankenden Wechselkursen verbunden sein können und dass das Verlustrisiko nicht allein von der Entwicklung des Wertes der Basiswerte, sondern auch von ungünstigen Wertentwicklungen der anderen Währung oder Währungen abhängt. Dies gilt nicht für währungsgesicherte Produkte (Quanto-Struktur). Bei Quanto-währungs gesicherten Produkten wird die entsprechende Quanto-Gebühr in den Zertifikatspreis eingerechnet. Defender VONTI [SVSP-Produkttyp: Barrier Reverse Convertible (1230)] Defender VONTI zeichnen sich durch einen garantierten Coupon, eine Barriere sowie eine allerdings nur bedingte Rückzahlung zum Nennwert aus. Falls der Basiswert die Barriere während der Barrierenbeobachtung berührt oder durchbricht, entfällt der Rückzahlungsanspruch in Höhe des Nennwertes unmittelbar. Die Risiken einer Anlage in ein Defender VONTI sind erheblich. Sie entsprechen bei nach oben begrenzten Gewinnchancen weitgehend den Risiken einer Direktanlage in den Basiswert. Je tiefer der Schlusskurs des Basiswertes bei Verfall unter dem Ausübungspreis ist, desto grösser ist der erlittene Verlust. Die angegebenen Renditen können durch Transaktionskosten wie Courtagen, Steuern und Abgaben geschmälert werden. Floored Floater mit Referenzanleihe [SVSP-Bezeichnung: Referenzschuldner-Zertifikat mit bedingtem Kapitalschutz (1410)] Floored Floater mit Referenzanleihe beziehen sich gegenüber herkömmlichen Floored Floater zusätzlich auf eine Referenzanleihe, indem bestimmte Ereignisse in Bezug auf die Referenzanleihe (Ausfall- bzw. Rückzahlungsereignis) einen nachteiligen Einfluss auf den Wert und eine vorzeitige Rückzahlung zur Folge haben können. Vorausgesetzt, dass mit Bezug auf die Referenzanleihe kein Ausfall- bzw. Rück zahlungsereignis eintritt, entspricht die Funk tions weise dieses Produktes derjenigen eines herkömmlichen Floored Floaters. Floored Floater zeichnen sich durch einen Kapitalschutz von 100 % in der Referenzwährung per Verfall aus. Darüber hinaus erfolgen periodisch Coupon zahlungen, die sich nach einem bestimmten Referenzzins richten und so in ihrer Höhe variabel ausfallen können. Ein Minimum-Coupon ist jedoch garantiert. Der maximal mögliche Gewinn ist auf die Coupons begrenzt. Das Risiko eines Floored Floaters ist damit verbunden, dass der Kapitalschutz erst am Ende der Laufzeit garantiert ist. Während der Laufzeit kann der Wert unter den Rückzahlungspreis fallen. VONCERT VONCERT [SVSP-Produkttyp: Tracker-Zertifikat (1300)] bilden grundsätzlich die Performance des Basiswertes ab. Bei einer Investition in ein VONCERT sind weitgehend die gleichen Risiken wie bei einer Direkt anlage in den Basiswert zu beachten, insbesondere die entsprechenden Fremdwährungs-, Markt- und Kursrisiken. VONCERT erbringen keine laufenden Erträge und verfügen über keinen Kapitalschutz. COSI COSI bezeichnet ein Segment von strukturierten Produkten, welches das Emittentenrisiko minimiert. Dabei werden auf Basis des Marktpreises und des Fair Value eines Produktes Sicherheiten in Form eines Pfandes bei der SIX Swiss Exchange hinterlegt. Rechtlicher Hinweis Die vorliegende Publikation dient lediglich der Information und stellt keine Anlageempfehlung oder Anlageberatung dar und ersetzt nicht die vor jeder Kaufentscheidung notwendige qualifizierte Beratung, insbesondere auch bezüglich aller damit verbundenen Risiken. Diese Publikation wurde von der Organisationseinheit Financial Products & Distribution unseres Instituts erstellt und ist nicht das Ergebnis einer Finanzanalyse. Die «Richtlinien zur Sicherstellung der Unabhängigkeit der Finanzanalyse» der Schweizerischen Bankiervereinigung finden auf die vorliegende Publikation keine Anwendung. Inhalte dieser Publikation, welche auf andere Vontobel-Organi sationseinheiten bzw. Drittparteien zurückgehen, sind per Quellenangabe als solche gekennzeichnet. In der Vergangenheit erzielte Performance darf nicht als Hinweis oder Garantie einer zukünftigen Performance verstanden werden. Allein massgeblich sind die in den jeweiligen Prospekten enthaltenen vollständigen Bedingungen, die bei der Bank Vontobel AG, Financial Products, Bleicherweg 21, CH-8022 Zürich, unter Tel. + 41(0) kostenlos erhältlich sind. Weiter verweisen wir auf die Broschüre «Besondere Risiken im Effektenhandel», die Sie bei uns bestellen können. Strukturierte Produkte gelten nicht als kollektive Kapitalanlagen im Sinne des Bundesgesetzes über die kollektiven Kapitalanlagen (KAG) und unterstehen deshalb nicht der Bewilligung und der Aufsicht der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA. Die Werthaltigkeit von strukturierten Produkten kann nicht nur von der Entwicklung des Basiswertes, sondern auch von der Bonität des Emittenten abhängen. Der Anleger ist dem Ausfallrisiko des Emittenten/Garantiegebers ausgesetzt. Diese Publikation und die darin dargestellten Finanzprodukte sind nicht für Personen bestimmt, die einem Gerichtsstand unterstehen, der den Vertrieb der Finanzprodukte oder die Verbreitung dieser Publikation bzw. der darin enthaltenen Informationen einschränkt oder untersagt. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. September/Oktober Bank Vontobel AG. Alle Rechte vorbehalten. Lizenzhinweis Die Wertpapiere werden von J.P. Morgan Securities Ltd nicht gesponsert, gefördert, verkauft oder unterstützt. J.P. Morgan bietet den Wertpapierinhabern oder sonstigen Personen keine ausdrückliche oder stillschweigende Garantie oder Zusicherung, weder hinsichtlich der Zweckmässigkeit, allgemein in Wertpapiere oder speziell in diese Wertpapiere zu investieren, noch hinsichtlich der Fähigkeit des JPMorgan Commodity Curve Index, ein festgelegtes Ziel zu erreichen. J.P. Morgan hat der Bank Vontobel AG («Lizenznehmerin») eine Lizenz zur Nutzung des JPMorgan Commodity Curve Index in Zusammenhang mit den Wertpapieren erteilt. J.P. Morgan ist nicht verantwortlich für die Ausgabe, Verwaltung, das Marketing oder den Handel der Wertpapiere und übernimmt in dieser Hinsicht keinerlei Verpflichtungen oder Haftung. J.P. Morgan ist der Marketingname für JPMorgan Chase & Co. und deren Tochter- und Beteiligungs gesellschaften weltweit. Impressum Herausgeberin: Bank Vontobel AG Financial Products, Bleicherweg 21, 8022 Zürich Redaktion: Sandra Chattopadhyay, Stefan Rammelmeyer Marketing: Katia Bezzola Bussinger, Viviana Jost Erscheinungsweise: Alle zwei Monate Auflage: 6300 Exemplare Gestaltung: E,T&H Werbeagentur AG BSW Hauptstrasse 102, 9401 Rorschach, Bestellen Sie via: Internet: oder schreiben Sie an: Bank Vontobel AG Financial Products, Marketing Bleicherweg 21, 8022 Zürich COSI Collateral Secured Instruments Investor Protection engineered by SIX /15 SC

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