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1 Seite 1 Sicherheit von Serverräumen Infrastruktur muss stimmen Telefonanlage gehört zur IT! 1 Sicherheit von Serverräumen Zum Inhalt: Eine umfassende Absicherung der Infrastruktur, die IT beherbergt, ist die Grundvoraussetzung für die nachhaltige Verfügbarkeit der IT. Der Beitrag zeigt Problemquellen auf, die in Serverräumen immer wieder vorzufinden sind, und hilft diese durch technische und organisatorische Maßnahmen zu beheben. Neben den zentralen Komponenten darf es aber keine vergessenen IT-Räume und Komponenten geben. Auch das Bedrohungspotenzial, das in LAN-Verteilern in Besenkammern etc. liegt, muss erkannt und beherrscht werden. Arbeitshilfen: Checkliste Physische Sicherheit Checkliste Schutz von dezentralen IT-Einheiten Autor: Werner Metterhausen Das wichtigste Ziel der IT-Verantwortlichen ist heutzutage, die Verfügbarkeit der Systeme zu gewährleisten. Die IT ist ein Service, der von den Kunden jederzeit in ordentlicher Qualität verlangt wird. Alle auf Hard- und Softwarekonfiguration verwendete Sorgfalt ist aber vergebens, wenn die Infrastruktur nicht stimmt, in der die Systeme eingebettet sind. IT-Systeme, gleichgültig ob Server oder Netzwerkkomponenten wie Router und Switches, müssen in geeigneten Räumen untergebracht sein. Dabei ist inzwischen die Unterscheidung in Serverräume, sonstige IT-Räume und echte Rechenzentren nicht zeitgemäß. Es ist nicht mehr entscheidend, ob ein echter Hostrechner in einem solchen Raum stationiert ist oder ob dort nur einige Server in PC-Architektur stehen. Entscheidend ist, dass diese Server über ein Netz ein Unternehmen bedienen. Dieses Unternehmen ist nur sehr einge-

2 06210 Sicherheit von Serverräumen Seite 2 Unterstützung nötig schränkt oder gar nicht mehr arbeitsfähig, wenn die Server ihre Dienste nicht mehr in Richtung Arbeitsplatz liefern können. Gerne vergessen wird übrigens bei der Technik, die in den Serverraum gehört, die Telefonanlage. Im Weiteren ist nur noch von Serverraum die Rede, die meisten der vorgestellten Erkenntnisse und Forderungen gelten gleichermaßen für Räume, in denen 5 Server und ein paar aktive Netzkomponenten stehen, wie auch für ein Rechenzentrum mit 500 m 2 Stellfläche. Wenn dieser Serverraum nicht richtig organisiert und ausgestattet ist, sind für das Unternehmen Probleme vorprogrammiert. Wenn die Stromversorgung nicht IT-gerecht ausgelegt ist oder die Klimatisierung ausfällt, ist es im besten Fall nur noch eine Frage von Minuten, bis die gesamte Informationsverarbeitung sowie die Telekommunikation ausfallen und dies oft ohne Vorwarnzeiten. Der Neubau oder die detaillierte Revision eines Serverraums sind ohne Unterstützung eines Fachplaners nicht zu leisten. Die weiteren Ausführungen zu diesem Themenkomplex können aber viele Hinweise geben, wem man welche Fragen stellen sollte und wo ein kritischer Blick auf die vorhandene Infrastruktur wichtig ist. 1.1 Was soll ein Serverraum leisten? Zunächst einmal soll der Serverraum vor all dem schützen, was man als höhere Gewalt bezeichnen kann. Dieser Aspekt der Sicherheit wird in der englischen Sprache als safety bezeichnet. Sie ist im Englischen abgegrenzt von security, die den Schutz gegen die vorsätzliche Herbeiführung von Gefahren bezeichnet.

3 Seite 3 Sichere Versorgung der IT GSHB liefert Vorgaben Die höhere Gewalt umfasst die Elementargefahren Feuer und Wasser und die Auswirkungen anderer Ereignisse, die nicht zu steuern sind. Der Serverraum soll so ausgestattet sein, dass er seinen Inhalt vor den Folgen eines Stromausfalls oder eines Blitzschlages schützen kann, und er soll auch so angelegt sein, dass weder der Brand in der Nachbarschaft noch Probleme mit der Energieversorgung im eigenen Gebäude Ausfälle der IT mit sich bringen. Zudem soll der Serverraum eine technische Infrastruktur bereitstellen, die eine sichere und dauerhafte Versorgung der stationierten Geräte liefert. Auf der anderen Seite ist der Serverraum ein Schutzbereich für die IT, der gegen zufällige oder böswillige Manipulationen an den Geräten schützt, der eben auch Security bietet. Damit ist der Serverraum aus Sicht des Risikomanagements als eine technische und organisatorische Einheit mit Schutzfunktion zu betrachten. Nach Darstellung des IT-Grundschutzhandbuches (GSHB) des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) soll er vor folgenden Gefährdungen schützen: Höhere Gewalt: Blitz Feuer Wasser Kabelbrand Unzulässige Temperatur und Luftfeuchte Staub, Verschmutzung Technische Katastrophen im Umfeld

4 Seite 19 Korrekte TN-S-Installation Festplatten undefinierbare Fehler aufweisen und auch hochwertige Großbildschirme flackern. Weitere Schäden im Gebäude betreffen Kompensationsanlagen, Leitungen, die überhitzen und sogar abbrennen, Sternpunktverschiebungen, elektronische Netzteile, die trotz Überspannungsschutz durchbrennen, und EDV-Schnittstellen die ab und zu ausfallen. Die einfache Konsequenz daraus ist, zu fordern, dass für die gesamte, die IT versorgende elektrotechnische Installation, ein TN-S-Netz (siehe Abb. 2) verlegt sein muss. fremdes leitfähiges Teil, z. B. Gebäudekonstruktion oder Rohrleitung PE N L gelb/grün Betriebsmittel 1 Betriebsmittel 2 Masseleitung schwarz2 braun schwarz1 blau Abb. 2: So sieht die korrekte TN-S Installation aus.

5 Seite 51 Anhang 2 Basis-Check Dezentrale IT-Einheiten Ja Nein Nicht anwendbar Umsetzung bis Ist der Raum ständig verschlossen? Bemerkung Sind Schlüsselverwaltung und Zutrittsberechtigung für den Raum geregelt? Sind die Geräte sachgemäß aufgestellt (z. B. in einem verschließbaren 19 -Schrank)? Herrscht Rauchverbot im Raum? Wird der Raum mindestens durch einen Rauchmelder überwacht? Ist ein geeigneter Feuerlöscher in der Nähe des Raumes greifbar? 06210_b.doc

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