Auswahlverfahren eines Projektträgers für das Projekt Berliner JobCoaching bei Unternehmen

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1 Auswahlverfahren eines Projektträgers für das Projekt Berliner JobCoaching bei Unternehmen Fördergeber: Land Berlin, Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, Referat II C. Es handelt sich um öffentliche Mittel des Landes Berlin und Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) Auswahlverfahren und Durchführung der Förderung: ABG Arbeit in Berlin GmbH Verfahrensart: Teilnahmewettbewerb 1. Kurzbeschreibung des Projekts Berliner Jobcoaching bei Unternehmen Das Land Berlin beabsichtigt das Projekt Berliner Jobcoaching bei Unternehmen zur Stabilisierung von Arbeitsverhältnissen neu eingestellter, zuvor arbeitslos gemeldeter Personen in Unternehmen auf dem ersten Arbeitsmarkt mit dem Ziel einer nachhaltigen Integration in Arbeit zu fördern. Finanziert wird für die Unternehmen neben dem eigentlichen Coaching auch ein Zuschuss zur begleitenden Qualifizierung der neu eingestellten Beschäftigten sowie bei Nichtleistungsempfangenden auch ein Zuschuss zum Arbeitsentgelt. Die Förderung durch Beratung und Begleitung der Unternehmen sowie der neu eingestellten Beschäftigten im Rahmen des Projekts Berliner Jobcoaching erfolgt im ausgeschriebenen Projektzeitraum bei Berliner Privatunternehmen in der Regel in den ersten sechs Monaten nach Begründung der Arbeitsverhältnisse, können jedoch auch bereits davor beginnen. Zum förderfähigen Personenkreis zählen im Wesentlichen die Leistungsbezieher/-innen nach dem SGB II (aber auch Nichtleistungsempfangende), die durch eine Eingliederungszuschussförderung (Eingliederungszuschuss Jobcoaching), durch eine Förderung von Arbeitsverhältnissen gemäß 16 e SGB II (FAV-Jobcoaching, das grundsätzlich mit 8,50 pro Stunde entlohnt werden muss) oder durch sonstige Förderungen des Landes bzw. des Bundes oder ohne Förderung durch die Berliner Jobcenter in den 1. Arbeitsmarkt vermittelt werden. Optional kann bei Beschäftigten mit einer Förderung nach 16 e SGB II die Beratung und Begleitung des Projektträgers auf bis zu 12 Monate verlängert werden. Aktivitäten zum Abschluss der Beratung und Begleitung können auch nach Ende des vereinbarten Bewilligungszeitraums liegen (u. a. Einholung des Verwendungsnachweises, Abschlussgespräche). Private Wirtschaftsunternehmen sind hinsichtlich der Leistung von Qualifizierungszuschüssen und Lohnkostenzuschüssen für Nichtleistungsempfangende nur solche, die den Schwellenwert der de-minimis-regelung einhalten. Stand: Seite 1

2 2. Beschreibung der Aufgaben im Einzelnen (1) Nach der Entscheidung über die Umsetzung des Projekts stellt der ausgewählte Projektträger einen entsprechenden Antrag bei der ABG Arbeit in Berlin GmbH unter Verwendung der online-datenbank EurekaPlus 2.0. Ergänzend wird bezüglich der mit ESF-Mitteln finanzierten Qualifizierungen ein Antrag im ESF- Begleitsystems (EurekaPlus) gestellt. Die Regelungen der ESF-Föderfibel des Landes Berlin sind zu beachten. (2) Der ESF-Antrag wird nach Prüfung und Zustimmung durch die ABG Arbeit in Berlin GmbH an die Technische Hilfe Berlin (ECG) weiter gereicht. Nach Vorliegen des positiven ECG-Prüfvermerks erlässt die ABG Arbeit in Berlin GmbH einen Zuwendungsbescheid über die Gesamtförderung. Darin sind auch alle für die ESF-Förderung relevanten Regelungen, insbesondere die Höhe der ESF- Mittel mit Angabe des Zieles aufzunehmen. Die Förderbedingungen des Europäischen Sozialfonds sind verbindlich. Durch die Einbindung in das ESF-Begleitsystem wird der Projektträger über alle geltenden Vorschriften des ESF informiert und mit dem Zuwendungsbescheid des Treuhänders werden diese als Nebenbestimmungen für verbindlich erklärt. (3) Der Projektträger schließt mit den Unternehmen und den neuen Mitarbeitenden eine Vereinbarung über die geplanten Coachingleistungen ab. In diesem Rahmen können die Unternehmen Zuschüsse für die Qualifizierung und Lohnkostenzuschüsse (bei Nichtleistungsempfängern) beantragen, die auf entsprechenden Nachweis vom Projektträger nachträglich ausgezahlt werden. (4) Die Auszahlung der Mittel an den Projektträger erfolgt auf entsprechende Mittelanforderung bis zu zwei Monate im Voraus. (5) Der Projektträger hat seiner Berichtserstattungspflicht gegenüber dem Land Berlin unter Berücksichtigung der Förderbedingungen des Europäischen Sozialfonds mit den durch ECG zur Verfügung gestellten EDV-Programmen und Formularen nachzukommen. Die Berichte sind online im ESF-Begleitsystem EurekaPlus einzureichen. Insbesondere sind die Beratungszeiten aller Beschäftigten zu dokumentieren und im zur Verfügung gestellten EDV-Teilnehmer- Registratur-System (TRS) zu erfassen und entsprechende Unterlagen zum Zwecke der Prüfung auf Abruf bereitzuhalten. Er ist verpflichtet, Nachweise zu Prüfzwecken vorzuhalten, wenn ein/e Beschäftigte/r die Beratung bzw. Qualifizierungsmaßnahme abbricht oder begründete Anhaltspunkte für einen Abbruch vorliegen. (6) Die für den Förderzweck gewährten Mittel sind durch den Projektträger in einer Projektverwaltung aufzuzeichnen, die folgenden Forderungen gerecht werden muss: Erfassung/Buchung aller projektbezogenen Einnahmen und Ausgaben über eine eigene Kostenstelle im Rahmen der Finanzbuchhaltung; Stand: Seite 2

3 nachvollziehbare Zuordnung aller Belege und Projekte (Kennzeichnung mit ESF-Projekt-Nummer), die Belege müssen die im Geschäftsverkehr üblichen Angaben enthalten; Personalkosten sind nach Vorgabe der Technischen Hilfe Berlins nachzuweisen; sachgerechte und ökonomisch begründete Aufteilung von Gemeinkosten auf einzelne Projekte mittels eines nachvollziehbaren Umlageschlüssels; separater Zahlungsnachweis projektbezogener Ausgaben auch bei Sammelüberweisungen; die Mittel sind nach Maßgabe der im Kosten- und Finanzierungsplan aufgeführten Einzelansätze zu verwenden. (7) Die Mittel für die nationale Kofinanzierung werden durch die Berliner Jobcenter und durch das Land Berlin finanziert. Im Rahmen der ESF-Berichterstattung sind die nationalen Fördermittel durch die bewilligten, wenn möglich auch die tatsächlich gezahlten Mittel der Jobcenter und die tatsächlich gezahlten Landesmittel darzustellen. (8) Zwischenverwendungsnachweise, -berichte und TRS sind innerhalb von vier Wochen entsprechend zu den in den Förderbedingungen laut Förderfibel des Landes Berlin genannten Terminen und der Endbericht spätestens zwei Monate nach Projektende zusammen mit einer externen Wirtschaftsprüfererklärung vorzulegen. Für alle Abrechnungen müssen prüfbare Originalbelege beim Projektträger vorgehalten werden. (9) Neben den im Rahmen der Berichtserstattung erforderlichen Angaben sind bei Schulungen Teilnehmerlisten zu führen, die von den Teilnehmern/-innen mit Angabe des Datums täglich eigenhändig abzuzeichnen sind und als Nachweis der erbrachten Beratungsstunden dienen und zu Prüfzwecken bis zum Ablauf des Jahres 2023 aufzubewahren sind. Die erteilten Unterrichtsstunden sind durch Unterschrift des jeweiligen Dozenten zu bestätigen und ebenfalls zu Prüfzwecken sechs Jahre aufzubewahren. (10) Der Europäischen Kommission und dem Land Berlin ist der Zutritt zu den Räumen des Projektträgers zu gestatten, und es steht ihnen sowie dem Rechnungshof von Berlin im Rahmen dieses Vertrages das inhaltlich materielle und finanzielle Prüfungsrecht zu. Der Projektträger ist verpflichtet, alle für die Prüfung erforderlichen Auskünfte zu erteilen und alle die Maßnahmen betreffenden Originalunterlagen vorzulegen, insoweit ist auch Einblick in die Geschäftsbücher und Belege zu gewähren. (11) Bei jedem Schriftwechsel ist die ESF-Projektnummer anzugeben. (12) Alle in Verbindung mit diesem Auftrag vorgesehenen öffentlichen Aktivitäten (z. B. Pressemitteilungen, Werbung etc.) sind gemäß den Förderbedingungen des Europäischen Sozialfonds mit dem Land Berlin abzustimmen, bei Veröffentlichungen ist über die Mitfinanzierung der Maßnahme aus Mitteln des Europäi- Stand: Seite 3

4 schen Sozialfonds zu informieren. Der Projektträger verpflichtet sich, auch die Teilnehmer/-innen und Unternehmen nachweislich über die Mitfinanzierung der Maßnahme aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds zu informieren. 3. Finanzielle Rahmenbedingungen Im Rahmen einer Fehlbedarfsfinanzierung werden gefördert: 1. Stellen beim Projektträger für die Durchführung des Coaching für die Betriebe mit einem Schlüssel von 1:40 im Verhältnis zu den geplanten Arbeitnehmer/-innen in den Unternehmen. Für ein Coaching pro Teilnehmer/-in sind mindestens 10 Teilnehmerberatungsstunden nachzuweisen (TRS); 2. erforderliche Sachkosten für die Durchführung des Auftrags; 3. Qualifizierungskosten für die bei den Unternehmen eingestellten Arbeitskräfte in Höhe von bis zu 1.440, bei Unternehmen ab einer Mitarbeiterzahl von 50 höchstens jedoch 50% der Kosten und/oder 4. bei sog. Nichtleistungsempfangenden einen Eingliederungszuschuss aus Landesmitteln bis zu EUR in 6 Monaten bei einem Vollzeitarbeitsverhältnis in Höhe von mindestens AN-Bruttoentgelt (mindestens 8,50 je Stunde. 5. Der Träger verpflichtet sich, 150 Teilnehmer/-innen aus den genannten Zielgruppen im Projektzeitraum umfassend zu beraten und zu begleiten. Als Teilnehmereintritt gilt der Abschluss einer schriftlich zu verfassenden Coachingvereinbarung. 6. Es werden insgesamt Beratungsstunden für 150Teilnehmer/ -innen absolviert. 7. Ab einer Minderrealisierung der geplanten Teilnehmerberatungsstunden i. H. von 20,1 % erfolgt eine anteilige Reduzierung der Gesamtvergütung um den 20 % übersteigenden Teil. Eine Abweichung i. H. v. bis zu 20 % der zum Berechnungszeitpunkt realisierten Teilnehmerberatungsstunden vom geplanten Soll ist unerheblich. Bestandteile des Bescheides sind: Allgemeine Nebenbestimmungen zur Projektförderung in der jeweils gültigen Fassung Förderfibel des Landes Berlin in der jeweils gültigen Fassung, Verordnung (EG) 1081/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates (ABL.L.210 vom , S.12) Verordnung (EG) 1083/2006 des Rates (ABL. L 210 vom , S. 25) Verordnung (EU) 539/2010 des Europäischen Parlaments und des Rates (ABL. L 158 vom , S.1) Verordnung (EG) 1828/2006 der Kommission (ABL. L 371 vom , S.1) Verordnung (EG) 1998/2006 der Kommission (ABL. L 379 vom , S.5) Verordnung (EG) 800/2008 der Kommission (ABL. L214 vom , S.3) Stand: Seite 4

5 Vergütung: Für die Durchführung des Projekts Berliner Jobcoaching erhält der Träger Zuwendungen zur Projektförderung im Rahmen einer Fehlbedarfsfinanzierung als nicht rückzahlbaren Zuschuss entsprechend dem genehmigten Finanzierungsplan des Projektes. 4. Nachweis über den Erfolg der Auftragsumsetzung (1) Mit der Förderung ist die Eingliederung der in Unternehmen beschäftigten Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter im 1. Arbeitsmarkt vorgesehen. Der Projektträger hat nach Ablauf von vier Wochen und nochmals nach Ablauf von sechs Monaten nach Beendigung der Förderung den Verbleib der geförderten Arbeitnehmer zu prüfen. In der Verbleibsuntersuchung soll erfasst werden, ob die Geförderten im gleichen Betrieb oder in einem andern Unternehmen weiterbeschäftigt oder als Selbständige tätig sind. (2) Der Projektträger verpflichtet sich, in einem Jahresbericht, der bis zum des Folgejahres vorzulegen ist, unter anderem über folgende Punkte zu berichten: Anzahl der Eintritte von ALG II-Empfangenden, Nichtleistungsempfangenden und anderen Arbeitslosen Beteiligung der Berliner Jobcenter Altersstruktur der Teilnehmenden, berufliche Qualifikationen Größe der Unternehmen Höhe der Löhne und Gehälter Einstellungen im Monatsverlauf Auflistung der durchgeführten Informationsveranstaltungen. 5. Laufzeit des Zuwendungsbescheides an den Projektträger Die Umsetzung des Projekts durch den Projektträger erfolgt im Zeitraum vom (Laufzeit des Zuwendungsbescheides). Es besteht die Option einer Verlängerung bis längstens Erforderliche Qualifikation der mit der Projektumsetzung beauftragten Personen beim Projektträger Die Personen, die die fachlichen Aufgaben beim Projektträger erbringen werden, müssen in ihrem Ausbildungsprofil den Anforderungen für einen Coach genügen. Dies ist bei der Bewerbung um das Projekt durch Beifügen von entsprechenden Mitarbeiterprofilen nachzuweisen. Stand: Seite 5

6 7. Eignungsnachweis des Projektträgers Der Antragsteller hat in geeigneter Form den Nachweis über die Eignung zur Umsetzung des Projekts zu führen. 8. Zuschlagskriterien Qualität des Konzepts in Bezug auf Realisierbarkeit und prognostizierten Erfolg Qualifikation und Erfahrung der Mitarbeiter/-innen in Bezug auf den Projektinhalt (Coachingerfahrung, Kenntnisse SGB II/ III, Bildungsberatung in Bezug auf die betriebliche Weiterbildung) Erfahrungen in der Kooperation mit Wirtschaftsunternehmen (Erfahrungen mit Unternehmen im Bereich der Beschäftigungsförderung, Einbindung in Netzwerke, Zugang des Projektträgers zu Unternehmen, Referenzliste) Kooperation mit Jobcentern Kenntnisse und Zuverlässigkeit des Bewerbers im Hinblick auf den Umgang mit ESF-Förderung/ Zuwendungen (Mittelverwendung, Abrechnung, EUREKA plus etc.) 9. Fristen Die Bewerbungsfrist für die Projektträgerschaft Berliner Jobcoaching bei Unternehmen endet am Die Bewerbungsunterlagen sind schriftlich in einfacher Form in einem geschlossenen Umschlag mit der Bezeichnung: Interessenbekundungsverfahren Berliner JobCoaching in Unternehmen bei der ABG Arbeit in Berlin GmbH, Rungestraße 19, Berlin einzureichen. Nach Ablauf der Frist eingereichte Unterlagen können keine Berücksichtigung finden. Alle Bewerber werden über das Ergebnis informiert (Zuschlag / Absage). Stand: Seite 6

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