Schmunzel mal wieder!

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1 August 2014 mit Veranstaltungskalender Schmunzel mal wieder! Die Lachnummern beim Comedy Arts Seite 14 MUSIK MIT GRUSELFAKToR Die Rocknacht und ihre Bands Seite 30 SpRINT ZURÜcK INS LEBEN David Behre im Exklusiv-Interview Seite 16 peschkenhaus VoR NEUSTART Große Ausstellung der Moerser Palette Seite 12

2 THI DENK 1 CHILLI DENK 2 DENK 1 ocean Ziegennubuk, auch in anthrazit + rot 159,90 I THI pino Nubuk, auch in schwarz 149,90 I CHILLI multi Effekt-Leder 149,90 I DENK 2 café Ziegennubuk, auch in schwarz 149,90 I Alle Modelle durch austauschbare Fußbettungen auch für lose Einlagen geeignet Moers - Kirchstraße 8 Tel Fax

3 Im Netz: Liebe Leserinnen, liebe Leser, manchmal weiß man von unerhörten Dingen, kann sie aber nicht öffentlich machen. Wenn Sie in so einer Situation sind, dann möchten wir Sie ermuntern, uns diese Dinge anonym und vertraulich mitzuteilen. Weder sind wir Wikileaks noch bilden wir uns ein, mit dem Moerser Monat einen sehr investigativen Journalismus zu leisten. Aber wir sind davon überzeugt, dass es auch in Moers ein paar vertrauenswürdige Anlaufstellen braucht, um Missstände öffentlich machen zu können. Wenn Sie also wissen, dass zum Beispiel öffentliche Aufträge in Moers unter der Hand vergeben werden, dass Immobilien aus nicht nachvollziehbaren Gründen zu billig verkauft werden, dass irgendwo gekungelt wird: Stecken Sie uns doch einfach einen Briefumschlag in die Post! Oder rufen Sie uns an: Wir haben das gute Recht, unsere Informanten zu verschweigen und tun das auch, garantiert! Im positiven Sinne konspirative Grüße von: post AUS MoERS Die Homberger Straße und ihre kuriose Geschichte Seite 5 LESETIpp Martina Benzenberg empfiehlt einen Polizei-Schocker Seite 29 EINFAcH LEcKER Marcel Fuhrmann erklärt die Vorzüge eines Klosterschweins Seite 26 EXpo Aktuelle Ausstellungen in und um Moers Seite 46 Inhalt Foto: Paweltschuk Foto: Bertenburg Stefan Brunn und dem MM-Team Redaktion: MO 1342 Anzeigen: MO 1342 Vertrieb: MO 1342 Impressum: siehe Seite 43 Titel: Arensma RUBRIKEN POST AUS MOERS 5-6 MOSAIK 8-11 RATGEBER EINFACH LECKER UNTERHALTUNG VERANSTALTUNGSKALENDER APOTHEKENNOTDIENSTE 44 FüR KOPF UND HERZ 45 EXPO 46 3

4 WENN JETZT NICHT ENdlICH WIEdEr um grosse leute kümmern, WaNN dann?! Flexible Arbeitszeitmodelle ermöglichen einen Wiedereinstieg in den Beruf. Und es gibt einen ganz besonders guten Grund dafür: Unternehmen suchen dringend Fachkräfte. Wir beraten Sie gern und Ihren Arbeitgeber gleich mit. Das bringt Sie weiter! Erfahren Sie mehr unter Bundesagentur für Arbeit

5 Früher befand sich im Erdgeschoss des Hauses Oranien noch ein Kaufhaus. Foto: Paweltschuk Die Nachricht unserer Post aus Moers ist in diesem Monat kurz, aber herzlich: Lieber Walter! Zu deinem Geburtstage sendet Dir die besten Glück- und Segenswünsche Dein Bruder. Wie lieb! Wie alt Walter wohl im August 1913, als die Postkarte abgeschickt wurde, geworden ist? Ob er vielleicht sogar noch lebt? Dann wäre er jedoch schon weit über 100 Jahre alt. Auch die auf der Postkarte abgebildete Straße hat schon ein biblisches Alter erreicht: 174 Jahre gibt es die Homberger Straße bereits, die einst Aktienstraße hieß. Mit einer Länge von 3,5 Kilometern und knapp 450 Hausnummern ist sie eine der längsten und bekanntesten Straßen in Moers. Damals wie heute stellt die Homberger Straße die Verbindung zwischen Homberg und Moers dar wie der Name schon sagt. Wer die Homberger Straße von ihrem Beginn an der Duisburger Stadtgrenze in Scherpenberg aus kommend in Richtung Moerser Innenstadt befährt, dem liegt einiges auf dem Weg: Autohäuser und Tankstellen, Friseure und Kosmetikinstitute, Anwalt- und Arztpraxen, Apotheken, Hotels, Schulen und so weiter. Den meisten Moersern ist jedoch vor allem der Straßenabschnitt zwischen dem Bahnhof und dem Busbahnhof am Königlichen Hof bekannt: als Boulevard- und Flaniermeile. Bevor die Straße zur Flaniermeile geworden ist, hat sie allerdings einiges mitmachen müs- So sieht die Homberger Straße heute an gleicher Stelle aus. 5

6 sen. Begonnen hat es mit der Frage, wer diese Verbindungsstraße von Moers nach Duisburg überhaupt finanziert und baut. Die öffentlichen Kassen für den Straßenbau waren seinerzeit nämlich ähnlich leer wie heute. Erst die Gründung eines privaten Aktienvereins im Dezember 1840 ermöglichte den Bau der sogenannten Moers-Homberg-Aktienstraße. Die meisten Aktionäre, die an der Finanzierung beteiligt waren, waren Fuhrleute. Sie richteten Wegzölle ein, um die Investitionssumme wieder herauszubekommen oder in der Hoffnung, damit Gewinne zu machen. Die zunehmende Konkurrenz der Bahn jedoch machte diesem Plan einen Strich durch die Rechnung. Bis 1883 fuhr zwischen Moers und Homberg nämlich noch eine Dampfeisenbahn; ab 1913 dann eine Straßenbahn, die zu geringen Einnahmen der Wegezölle führte. Deshalb verkauften die Aktionäre die Straße bereits 1901, um Verluste zu verhindern. Käufer war die Stadt Moers. Mit ihrer übernahme entfielen die Zollabgaben. Die Straße war nun für alle Fahrzeuge frei passierbar. Vier Jahre sollte es dann aber noch dauern, bis die Aktienstraße in Homberger Straße unbenannt wurde. Aber nicht nur am Anfang, sondern auch am Ende des Jahrhunderts, genauer 1995, gab es Probleme. Die Geschäftsleute auf der Homberger Straße waren mit dem Ausbau der Straße zu einer verkehrsberuhigten Zone, in der nur Busse und Radler fahren durften, nicht einverstanden. Sie rechneten mit deutlichen finanziellen Verlusten und protestierten. ähnliche Proteste waren schon bei der Steinund Neustraße vergeblich geäußert worden, als diese zur reinen Fußgängerzone umgebaut wurden. Während die Sorgen der Geschäftsleute in der Stein- und Neustraße weitgehend unbegründet waren, hat die Homberger Straße trotz aller ehrenwerten Bemühungen der Händler ihren Charakter als feine Flaniermeile weitgehend eingebüßt. Heute richten sich die Hoffnungen vor allem auf die GrafenGalerie am ehemaligen Horten-Standort. Sollte sich die GrafenGalerie zu einem Publikumsmagneten entwickeln, hofft man, werden die Fußgänger die Homberger Straße wieder stärker frequentieren und für bessere Umsätze sorgen. Dann würde die Straße vielleicht sogar wieder als Postkartenmotiv taugen... Schöne Bruderliebe: Die Glückwünsche wanderten einmal quer durch Deutschland von Moers nach Leipzig. Haben Sie noch alte postkarten aus Moers? Sie können auch ruhig beschrieben sein und einige Jahrzehnte auf dem Buckel haben. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns ihre interessanten Postkarten schicken per oder auf dem Postweg. Wir senden sie Ihnen natürlich postwendend wieder zurück. Herzlichen Dank! 6

7 Unser Geschenktipp: Verschenken Sie einen Gutschein für das Schloßcafé! GUTSCHEIN Der besondere Genuss ein Tag im Schloßcafé Viele Frühstücksvariationen vom Grafschafter- bis zum Gourmetfrühstück. Frisch von unserem Küchenteam für Sie zubereitet: Suppen, Salate, Pasta, Fisch, Fleisch und kleine regionale Köstlichkeiten. Traditioneller Filterkaffee oder trendiger Latte Macchiato? Ob edler Puro Fairtrade Kaffee, cremiger Milchkaffee oder duftende Kreationen mit Schuss und Sahne... für jede Kaffeenase ist etwas dabei. Dazu leckere Kuchenvielfalt traditionell handgefertigt. Lieblich fein oder klassisch herb? Wir haben Tee für jeden Geschmack. Geschüttelt oder gerührt? Jede Trinkschokolade wird für Sie individuell zubereitet. Jetzt online einkaufen: shop.gartencenter-schloesser.de Mo. - Fr.: Sa.: So.: Uhr Uhr Uhr Gartencenter.Schloesser gartencenter-schloesser.de Römerstr Moers-Schwafheim Tel.:

8 Mosaik Gospel und Rock beim Repelener Dorffest Repelen feiert ein kleines Jubiläum: Zum 25. Mal organisieren die Bürger das Repelener Dorffest. Vom 22. bis 24. August gibt es neben Kaffee und Kuchen viele musikalische, akrobatische und tanzbare Darbietungen. Auf dem Festplatz vor der Evangelischen Dorfkirche an der Linde präsentieren Bands wie Gospel Invitation, die Oldie-Rock-Cover-Band Stairway oder die Straelener Band Rocksofa ihre Songs. Kinder können mit der Kindereisenbahn einige Runden durch das Dorf fahren. Karten für das Dorffest kosten im Vorverkauf für Freitag 4 Euro, für Samstag 7 Euro. Für beide Tage zahlt man 10 Euro. Der Eintritt am Sonntag ist frei. Vorverkaufsstellen sind unter anderem das Hotel zur Linde, die Provinzial-Versicherung, Lintforter Straße 89, oder Fernseh Warnecke, Oderstraße 56a. Weitere Informationen: Wer hat noch historische Moers-Bilder? ITalIeNISche MoMeNTe pasta, Salate, Fisch und Fleisch Täglich wechselnder Mittagstisch ITalIeNIScheS WeIN- UND SpeISelokal Nordring 8b Moers Tel.: / Di Uhr Mi., Do Uhr Fr., Sa Uhr Ein Kalender, der von Moersern für Moerser gemacht wird das ist eine Idee des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins (GMGV). Anlässlich des 150. Geburtstags des Gründungsvaters Dr. Hermann Boschheidgen soll für 2015 ein Kalender mit historischen Ansichten der Grafenstadt entstehen. Im Sinne meines Großvaters rufen wir alle Moerser auf, sich an diesem Kalender mit Fotos oder Postkarten zu beteiligen, sagt Peter Boschheidgen, Vorstand des GMGV. Bis zum 15. August können die Bilder eingereicht werden: per an oder an Petra Grüntjes über die Facebook-Gruppe. Original-Fotos können bei GMGV-Vorstand Udo Pieper abgegeben werden die Originale gibt es gleich nach der Digitalisierung zurück. Der Kalender wird ab Herbst in der Barbara-Buchhandlung auf der Burgstraße und der Thalia-Buchhandlung auf der Steinstraße zu kaufen sein. 8

9 Mosaik Bethanien startet Abendsprechstunde für Frauen Einmal im Quartal veranstaltet das Krankenhaus Bethanien Sprechstunden zu Gesundheitsthemen, die für Frauen relevant sind. Die nächste Sprechstunde ist am 27. August um Uhr zum Thema weibliche Harninkontinenz und Senkungsbeschwerden. Nach kurzen Impulsreferaten von Bethanien- Chefarzt Dr. Peter Tönnies (rechts) und dem Gynäkologen Dr. Frank Olbrich (links) gibt es eine offene Gesprächsrunde. Die Treffen finden in der Personalcafeteria statt. Die Veranstalter freuen sich über Themenvorschläge an oder dr-olbrich.de. Eine Anmeldung für die Abendsprechstunden ist nicht erforderlich. Weitere Informationen: (Frau Achterberg, Frau Güner). Foto: KBM Engel-Albustin Foto: Pawltschuk Mitnehmen erwünscht! Kein Geld und keinen Büchereiausweis dabei, aber dennoch ein Buch lesen? Am Hanns-Albeck- Platz kommen Buchliebhaber und Leseratten auf ihre Kosten. Hier steht seit kurzem ein gut gefülltes Bücherregal, aus dem man sich nach Herzenslust bedienen darf. Die Stadt hat einen Teil des Motorradparkplatzes gegenüber der ehemaligen Volksschule am Südring freigemacht, um das Bücherregal aufzustellen. Denn der Ort soll gut einseh- und sichtbar sein. Das Prinzip des öffentlichen Bücherregals ist simpel: Jeder kann sich ohne Formalitäten ein Buch herausnehmen, mitnehmen und lesen. Oder ein bereits gelesenes Buch wieder einstellen. Somit wird ein freier und kostenloser Zugang zu Literatur gewährleistet. Gestiftet wurde das Bücherregal vom Initiativkreis Moers und dem SCI:Moers. Organisiert hat die Aktion die AG Moers. Wir sehen uns. augenoptik optometrie volkfriedbehmer Augenglasbestimmung Sehanalysen Aktuelle Marken-Brillen Kontaktlinsenanpassung Vergrößernde Sehhilfen Binokularkorrektionen Führerschein-Sehtest Volkfried Behmer M.S. (USA) MCOptom, F.A.A.O. Optometrist Hanns-Dieter-Hüsch-Platz Moers Tel.: / Öffnungszeiten: Mo. bis Fr und Uhr, Mittwoch Nachmittag und Samstags geschlossen 9

10 Mosaik Rosenfest im Schlosspark Am 3. August lohnt ein Spaziergang zum Rosengarten des Schlossparks besonders: Dort findet von 13 bis 17 Uhr das zweite Rosenfest statt. Es gibt Informationen rund um die Königin der Blumen, Rosenmelodien (13.30 und Uhr) und eine Rosenlesung der Geschichte Der Zauber der Rosen um und 16 Uhr. Wer möchte, kann an einem Rosenquiz teilnehmen und einen Fragebogen ausfüllen. Bei richtigen Antworten winkt eine kleine Belohnung. Rosenkarten, Kaffee und Kuchen gibt es gegen Spenden. Veranstalter des Rosenfestes ist der Moerser Geschichts- und Museumsverein. MPU ist Vertrauenssache Vertraulich kompetent einfühlsam Bei uns in den besten Händen Wenn Sie zur medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) geladen werden, dann ist das kein leichter Schritt. Unsere Ärzte, Verkehrspsychologen und Sachverständigen untersuchen und informieren Sie kompetent und einfühlsam. Selbstverständlich in allen Dingen vertraulich. Auch bei Untersuchungen zur Führerscheinverlängerung oder bei Drogenund Alkoholscreenings sind Sie bei uns in den besten Händen. Informieren Sie sich über unsere kostenlosen Informationsveranstaltungen unter www. dekra.de/mpu oder telefonisch in unseren Begutachtungsstellen: DEKRA Moers Carl-Peschken-Str Moers Tel.: DEKRA Bocholt Schaffeldstr Bocholt Tel.: Gedenken an jüdische Opfer In der Steinstraße Nummer 45, mitten in der heutigen Fußgängerzone, wohnte vor etwa hundert Jahren ein gewisser Julius Busack. Der Moerser, Jahrgang 1880, war eines der unzähligen Opfer des Nationalsozialismus gelang ihm zunächst die Flucht nach Holland. Dann jedoch wurde er inhaftiert, deportiert und am 29. Oktober 1943 in Auschwitz ermordet. Ihm und Dutzenden weiteren Moersern wurde bereits im letzten Jahr mit sogenannten Stolpersteinen gedacht, die vor den ehemaligen Wohnhäusern in den Boden eingesetzt wurden. Am Mittwoch, 27. August, werden die nächsten achtzehn Stolpersteine an insgesamt neun Orten verlegt: und zwar in der Steinstraße 19, Steinstraße 30, Steinstraße 45, Prinzenstraße 45, Lotharstraße 24, Kirschenallee 11, Lindenstraße 7G, Homberger Straße 182 und Ruhrstraße 76. Die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Moers und der Verein Erinnern für die Zukunft haben das Projekt vorbereitet. Schüler verschiedener Moerser Schulen, Kirchengemeinden und andere gesellschaftliche Gruppen werden die Verlegung mit ihren Beiträgen begleiten. Beginn ist um 15 Uhr in der Steinstraße

11 Mosaik Wo Wikinger und Piraten um die Wette paddeln Bei dieser Veranstaltung ist der Spaß-Faktor wichtiger als der sportliche Aspekt: Am Samstag, 9. August, steigt das jährliche Badewannenrennen auf dem Bettenkamper Meer. Los geht es um 14 Uhr, Veranstalter sind Enni, die DLRG-Ortsgruppe Moers und der Freundeskreis Bettenkamper Meer. In möglichst originellen Kostümen rudern die Teilnehmer jeweils zu zweit eine Wanne von der Rutsche zur Brücke: Da schwingen Frösche und OP-Schwester, Piraten, Nikoläuse oder Frösche die Paddel. Prämiert wird einerseits das schnellste Team, anderseits das originellste Kostüm. Die Kostümsieger dürfen von der Wanne in den Korb wechseln: Sie gewinnen eine Fahrt mit dem Enni-Heißluftballon. Anmeldungen zum Badewannenrennen in der Strandbar 1924 am Bettenkamper Meer (Krefelder Straße 190), unter bei Frank Hüfken (DLRG) unter oder unter SCI-Gemeinschaftsschule startet im nächsten Jahr Der Schulstart der SCI-Gemeinschaftsschule wird um ein Jahr verschoben. Zum Schuljahr 2015/16 soll die neue Schule auf waldorfpädagogischer Grundlage mit mindestens einer Eingangsklasse an den Start gehen. Für dieses Jahr konnte die erforderliche Mindestanzahl an Schülern leider nicht erreicht werden, erklärt Karl-Heinz Theußen, Geschäftsführer des SCI:Moers. Die Vorbereitungszeit war einfach sehr kurz. Für das nächste Schuljahr 2015/16 gibt es aber schon jetzt eine Vielzahl interessierter Elternhäuser, was uns sehr zuversichtlich stimmt. Das sieht auch Bernd von Blomberg (Foto) so: Aufgeschoben, nicht aufgehoben. Der Gründungslehrer wird auch zum nächsten Schuljahr dabei sein. Von den bisher angemeldeten Familien überlegen einige, ob sie nicht im kommenden Jahr einen Schulwechsel vornehmen. Das Schulkonzept hat sie überzeugt, ist sich Karl-Heinz Theußen sicher. Daher ist auch der Beginn mit einer ersten und einer zweiten Klasse nicht ausgeschlossen. Foto: SCI Oelker Fr, Lesungen zum 1. Geburtstag der Barbara Buchhandlung: Maike Maibaum Noch mehr geschenkt Eine Mutter packt aus Eintritt: 8, Do, René Schiering Ruhrpott Köter Woanders ist es schön, aber hier bin ich zu Haus Eintritt: 8, Beginn der Veranstaltungen ist jeweils um 19:30 Uhr BARBARA BUCHHANDLUNG Burgstr Moers Mo bis Fr von 9:30 bis 18:30 und Sa 9:30 bis 16:00 Uhr Telefon: ( )

12 Kultur Fotos: Berns Mitglieder der Moerser Palette wählen aus, welche Bilder bei der Jubiläumsausstellung im Peschkenhaus aushängen sollen. Die Palette und ihr Peschkenhaus KUNST Der Verein feiert sein 35-jähriges Bestehen und feiert mit einer großen Ausstellung am Stammsitz. Von Andrea Külkens Seit 35 Jahren begegnet man der Moerser Palette immer wieder an den unterschiedlichsten Orten in der Stadt auch, wenn man es vielleicht gar nicht so wahrnimmt. Wenn man mal an leeren Geschäften vorbeispaziert, in denen einige Kunstwerke ausgestellt sind, wenn man Häuserfronten sieht, die wunderschön bemalt sind, dann kann es gut sein, dass dort eines der 42 Mitglieder des Kunstvereins Moerser Palette am Werk war. Solche Aktivitäten sind allerdings eher sporadisch in der Hauptsache kann man die Bilder der Künstler in Ausstellungen in Moers und Umgebung sehen. So auch in den nächsten Wochen: Zum 35-jährigen Geburtstag des Vereins stellen die Mitglieder der Palette einige ihrer Werke im Peschkenhaus aus. Die Ausstellung beginnt am 22. August und wird vier Wochen lang, bis zum 21. September, zu sehen sein. Eine thematische Klammer gibt es bei der Ausstellung nicht. Jedes Mitglied kann sich mit seinen Bildern einbringen, ein Gremium des Kunstvereins wählt im Vorfeld die Werke aus. Wir können unsere Bilder im ganzen Peschkenhaus aufhängen, freut sich der Vereinsvorsitzende Helmut Klein. Das sind im Erdgeschoss zwei Räume, oben drei und der Dachboden. Trotz- 12

13 Kultur dem pflastern wir die Räume natürlich nicht komplett zu mit den Werken, denn jeder einzelne Künstler soll ja noch zu erkennen sein. Zu sehen gibt es viele verschiedene Kunstrichtungen, denn das Repertoire der Künstler ist groß: Da kommen Zeichnungen, Strickbilder, Skulpturen, Aquarelle, Gegenstände und Abstraktes, Metallarbeiten und Fotokunst zusammen. Seit über 30 Jahren macht Annemarie Reinitzhuber bei der Palette mit. Sie hat im Laufe der Jahre an Dutzenden von Ausstellungen partizipiert und wird ihre Werke auch im Peschkenhaus ausstellen. Damals, als ich dem Verein gerade beigetreten war, konnte ich noch nicht gut aquarellieren, erzählt sie. Aber dort habe ich exzellente Aquarellierer getroffen, die mir geholfen haben. Da konnte ich dann meine Fragen stellen: Wie geht man am besten vor? Malt man den Hintergrund zuerst? Und auch heute noch bildet sie sich regelmäßig weiter. Etwa zwei Mal im Jahr bin ich an der Kunstakademie in Trier und nehme an Fortbildungen teil. Dort lernt sie zum Beispiel, bestimmte Techniken zu vertiefen. Aber wichtig sind ihr vor allem die Anregungen der anderen Künstler. Ich habe schon Künstler getroffen, die weit über 80 Jahre alt und immer noch mit Leidenschaft dabei sind. So ein Austausch bringt wirklich viel! Und dass sich die Mitglieder weiterbilden, ist ausdrücklicher Wunsch des Vereins und sogar in den Statuten festgeschrieben. Stammsitz der palette ist seit Jahr und Tag das Peschkenhaus. Hier finden auch die monatlichen Treffen statt. In der Renovierungsphase sind wir auf andere Treffpunkte ausgewichen, sagt Helmut Klein. Die Jubiläumsausstellung ist nun die erste Ausstellung, die in den frisch renovierten Räumen in der Meerstraße stattfindet und der Auftakt zu vielen weiteren Veranstaltungen, nicht nur aus dem Kunstbereich. Ein Jahr lang war das Peschkenhaus eine große Baustelle. Der Anbau wurde abgerissen und an gleicher Stelle neu aufgebaut, das Haus ist durch einen Aufzug barrierefrei geworden. Auch der Dachboden ist jetzt bespielbar. Darüber hinaus hat sich allerdings an der Raumaufteilung nichts geändert. Vielmehr wurde das Haus nach neuen Brandschutzkonzepten fit gemacht: Wir haben zum Beispiel neue Fenster eingesetzt. Auch die sanitären Anlagen sind ganz neu, sagt Monika Jaklic vom Kunstverein Peschkenhaus. Die Moerser wurden während der Zeit durch Plakate und Bilder über das Bauvorhaben informiert, die an den Baustellenzäunen rund um das Gebäude hingen. Die Moerser haben die Kunst wirklich vermisst, schmunzelt Monika Jaklic. Wie sehr, erkläre folgende Begebenheit: Aus einem großen Plakat am Baustellenzaun hat ein Unbekannter in einer Nachtund Nebel-Aktion ein großformatiges Bild einfach ausgeschnitten und mit nach Hause genommen. RECHTSANWALT Ulrich Bäumken Haagstr. 5 (neben dem Amtsgericht) Moers Telefon: Offenbar besaß der Dieb Kunstsinn: Bild-Ausschnitt aus der Baustellenverhängung. Familienrecht Erbrecht Arbeitsrecht allg. Vertragsrecht in Bürogemeinschaft: Rechtsanwälte Brückner, Hofmann, Steinke 13

14 Titelthema Marilyn und mehr HUMoR Viel Neues beim comedy-arts: neuer Veranstaltungsort, ein zusätzlicher Festivaltag und ein Jahrmarkt auf dem Außengelände mit kostenlosem Eintritt. Um ein wenig Festivalluft zu schnuppern, braucht man in diesem Sommer noch nicht einmal Geld auszugeben: Rund um das Comedy-Arts-Festival findet ein Jahrmarkt der Künste statt, der kostenlos und für alle offen sein wird. Weil das Festival aus der Stadtmitte an den Rand der Stadt zieht, bleibt auf dem Außengelände genug Platz für Schaubuden, Straßenkünstler und Feinschmeckereien. Hier gibt es Impro-Straßentheater, die Hula-Hoop-Western-Diva Judith Lanigan oder ein komplettes Opernhaus im Zelt. Dieser Boulevard der Attraktionen ist nur eine der Veränderungen, die die Besucher beim 38. Internationalen Comedy-Arts-Festival erwartet. Nach dem moers festival zieht nun auch das Comedy-Arts-Festival in die Festivalhalle an der Filder Straße. Mit Sitzplätzen ist hier zwar etwas weniger Platz als in der Open-Air-Arena auf dem Kastellplatz, wo die Veranstaltung bislang stattgefunden hat. Einen großen Vorteil hat die Halle auf jeden Fall: Das Programm kann nicht mehr ins Wasser fallen, die Zuschauer bleiben garantiert trocken. Was man mit Papier und ein bisschen Farbe machen kann, zeigt Ennio Marchetto. Nicht nur der Standort, sondern auch das Konzept ändert sich. So gibt es statt drei nun vier humorvolle Abende. Und jeder dieser Abende steht unter einem anderen Motto. So beginnt der Donnerstagabend mit Frau Jahnke hat eingeladen... Ma gucken, wer kommt! Frau Jahnke war eine Hälfe von Missfits und hat Kolleginnen aus Kabarett, Comedy und Entertainment nach Moers eingeladen. Am Freitag gibt es das Best of Comedy Arts : Regelmäßige Festivalbesucher erkennen bestimmt den einen oder anderen Publikumsliebling aus den letzten Jahren wieder. Vielleicht ja Ennio Marchetto? Seine Videos wurden im Internet auf YouTube bereits über sieben Millionen Mal angeklickt. Der Italiener wirft sich in Papier- Kostüme und verwandelt sich in schnellen Falt- 14

15 Titelthema techniken von Celine Dion zu Marilyn Monroe. Origami ist nix dagegen. Am Samstag findet das Gipfeltreffen der Humorkunst statt: Hohes Niveau trifft auf höheren Unsinn, titeln die Veranstalter diesen Abend. Mit dabei sind zum Beispiel die Kabarettistin Christine Prayon, die in der ZDF-Heute-Show die Reporterin Birte Schneider spielt, oder die Musik-Komiker von Duel. Der Sonntagnachmittag wird mit einem kostenfreien Kindertheater und Straßenkunst auf dem Außengelände zum Familientag. Am Abend präsentiert Carolin Kebekus ihr Solo- Programm Pussy Terror. Und sie treibt den Humor am letzten Festivalabend auf die Spitze: Sie ist eine Frau, die erst ihren Mädchen- Charme spielen lässt, dann aber hemmungslos lospöbelt und damit viele Tabus bricht. Kleine Kostprobe gefällig? Ich bin eine Frau. Ich bin ein Mensch mit Menstruationshintergrund! Und: Ich hasse Shoppen, ich mache das lieber online. Dabei kann ich wenigstens Bier trinken. Oder auch: Wenn ich in einer fremden Stadt Kotze auf der Straße sehe, bekomme ich Heimweh nach Köln. Das Programm Donnerstag, 28. August, ab 20 Uhr: Frau Jahnke hat eingeladen... Ma gucken, wer kommt! Freitag, 29. August, ab 19 Uhr: MoZuluArt Ursus und Nadeschkin Ennio Marchetto Moderation: Thomas Nicolai Samstag, 30. August, ab 19 Uhr: Duel This Maag Christine Prayon Naked Lunch Moderation: Sascha Korf Sonntag, 31. August 14 bis 18 Uhr: Familiennachmittag Ab 19 Uhr: Carolin Kebekus Wurde bereits mit dem Deutschen Comedy-Preis ausgezeichnet: Carolin Kebekus. Eintrittskarten und Co Moers - Kirchstraße 8 Tel Fax Das Comedy-Arts-Festival findet statt von Donnerstag, 28. August, bis Sonntag, 31. August. Karten für Donnerstag oder Freitag kosten jeweils 24 Euro im Vorverkauf und 29 Euro an der Abendkasse. Ein Ticket für Samstag kostet 27 Euro im Vorverkauf und 32 Euro an der Abendkasse, für Sonntag 23 beziehungsweise 28 Euro. Eine Festivalkarte für Freitag und Samstag kostet 41 beziehungsweise 48 Euro. Für Schüler und Studenten bis 27 Jahre gibt es ermäßigte Preise. Vorverkaufsstellen sind das Bollwerk 108, die Stadtinformation, die Thalia-Buchhandlung sowie Weitere Infos: 185,00 auch in schwarz + braun 15

16 Sport David Behre, zweimaliger Moerser Sportler des Jahres. Ich will ein Pionier sein INTERVIEW Der Moerser David Behre hat bei einem Unfall vor sieben Jahren beide Unterschenkel verloren inzwischen hat er für sein Leben ganz neue Ziele entwickelt. David Behre ist schon zwei Mal zum Moerser Sportler des Jahres gewählt worden. Kürzlich gewann er in Berlin bei den Internationalen Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften den 400-Meter-Lauf. Er ist Europarekordhalter über 100, 200 und 400 Meter. Sieben internationale Medaillen hat er im Behindertensport bereits errungen. Sieben Jahre ist es jetzt her, dass er bei einem Zugunglück beide Unterschenkel verlor und dabei fast ums Leben kam. Mit Anastasia Paweltschuk sprach er über sein Leben seitdem und neue Ziele. Herr Behre, verbinden Sie mit Moers jetzt, sieben Jahre nach ihrem Unfall, vor allem negative Erinnerungen? Nein, ich habe vor allem gute Erinnerungen an Moers. Ich meide die Stadt auch nach dem Unfall nicht, schließlich sind meine Familie und mein Freundeskreis noch hier und ich verbinde noch viel mit der Stadt. Aber Sie wohnen nicht mehr in Moers? Nein, ich bin vor sechs Jahren wegen des Sports nach Leverkusen gezogen. Da ist mein neuer Verein Bayer Leverkusen, der beste Ver- 16

17 Sport ein in Deutschland, was Behindertensport angeht. Ich bin aber noch oft in Moers auch, weil ich die Altstadt sehr schön finde. Leverkusen ist da nicht so schön. Vor allem im Sommer kann man in Moers schön ins Café gehen. Und ich fahre immer nach Wettkämpfen hin, um mich bei meiner Familie zu entspannen. Wie sind Sie auf Leverkusen gekommen? Auf einer Feier meines jetzigen Prothesentechnikers im Westerwald habe ich Behindertensportler und Menschen mit Amputationen kennengelernt, die bei Bayer Leverkusen trainieren und mir davon berichtet haben. Zwei Wochen später habe ich mir ein Leichtathletik-Meeting in Leverkusen angeguckt und war so überwältigt, dass ich mir sagte: Okay, das will ich auch. War das auch der Moment, in dem Sie beschlossen haben, mit Leichtathletik zu beginnen? Genau. Inspiriert haben mich damals die sportlichen Erfolge von Oscar Pistorius [Anmerkung der Redaktion: ein südafrikanischer Essen und feiern am Niederrhein AUGUST: GARNELEN SATT Von Juni bis September jeden Donnerstag LECKERE KLEINIGKEITEN In unserem Biergarten bieten wir Ihnen täglich eine reichhaltige Auswahl an Flammkuchen, verschiedenen Salaten und kleinen Speisen an. BEGINN DER FISCHWOCHEN Ab Mittwoch, dem 27. August gibt s bei uns wieder Fischgenuss vom Feinsten Foto: Paweltschuk Mit Hose sieht man David Behre seine Behinderung kaum an. Eyller Straße Neukirchen-Vluyn (Rayen) / Mittwoch - Sonntag Uhr 17

18 Sport Foto: Ergo-Versicherung Foto: Paweltschuk Profi-Sport: David Behre trainiert in Leverkusen unter Top-Bedingungen. Sprinter, der ebenfalls doppelschenkelamputiert ist und derzeit unter Mordverdacht vor Gericht steht]. Noch im Krankenhaus habe ich einen Bericht über ihn gesehen, in dem er ganz normale Läufer im Wettkampf schlug. Das war für mich ein riesiger Motivationsschub. Ein Traum. Ohne ihn hätte ich wohl nicht so schnell den Weg zum Sport gefunden. Hat das vom Start weg geklappt? Im Oktober 2008 bin ich direkt nach Leverkusen gezogen und dem Verein beigetreten. Ein halbes Jahr habe ich erst einmal mit den ganz normalen Alltagsprothesen trainiert. Das hat schon sehr gut geklappt. Ich musste aber viel Krafttraining und Stabilisationstraining machen, um den Körper darauf vorzubereiten, irgendwann Sprintfedern zu tragen. Die habe ich dann Ende April 2009 bekommen. Daraufhin bin ich direkt ins Trainingslager gefahren und das lief so gut, dass ich im November bereits bei der ersten Weltmeisterschaft mitmachen konnte. Dabei habe ich eine Goldmedaille und zwei Silbermedaillen gewonnen. Ich bin wieder der, der ich vorher war David Behre. Schon zwei Jahre nach dem Unfall haben Sie also Ihre ersten Medaillen gewonnen? Wie wie Zeit haben Sie am Anfang dafür investieren müssen? Anfangs habe ich acht Einheiten in der Woche gemacht. Das waren zwischen drei und fünf Stunden am Tag, die ich trainiert habe. Man muss sich vorstellen: Bei jedem Schritt wirken mehrere Tonnen auf meinen Körper. Aber ich brauche auch einen gewissen Kitzel beim Sport. Den habe ich durch die Prothesen auch bekommen. Ich liebe es, solche Herausforderungen zu bewältigen. Aber haben Sie keine Angst oder Schmerzen, wenn Sie auftreten oder falsch landen? Die Prothese drückt schon sehr stark am Körper. Der Stumpf, also das Bein-Ende, ist es nicht gewohnt, dass solche Druckverhältnisse 18

19 Sport aufkommen. Da brauchen wir schon eine optimale Prothese, die den Druck reguliert und sich anpasst. Sie sprechen von Wir. Mit wem trainieren Sie denn? Ich bin in einer Inklusion, wie man das heute nennt. Ich trainiere also mit den Mehrkämpferinnen beziehungsweise Siebenkampf- Frauen zusammen. Wir haben also keine Behindertengruppe, sondern sind mitintegriert in den Verein und das tut uns gut. Ich bin auch schon schneller als die nicht behinderten Mädels, aber ich bin noch nicht so schnell wie die nicht behinderten Topsprinter. Dafür ich gebe mir noch ein, zwei Jahre und dann kann ich auch mit denen mithalten. Das ist mein großes Ziel. Hat Ihnen nach dem Unfall niemand gesagt: Lass es, das schaffst Du nicht? Absolut nicht. Alle haben mich unterstützt. Auch meine Familie stand voll und ganz hinter mir. Motiviert haben mich im Verein vor allem Karl-Heinz Düe, mein Trainer in der Leichtathletik-Abteilung für Sportbehinderte, und Heinrich Popow, ebenfalls ein Sprinter mit Behinderung. Wie sehr hat Ihr Unfall Sie damals menschlich verändert? Nach dem Unfall hatte ich so gut wie gar kein Selbstbewusstsein mehr. Aber ich habe es mir ziemlich schnell nach dem Verlust meiner Beine zurückgeholt. Vor allem durch die vielen Erfolge im Sport. Aber auch dadurch, dass ich wieder der geworden bin, der ich früher war. Keiner hat sich nach dem Unfall von mir abgewendet. Es hat sich so gut wie nichts verändert, einiges ist nur besser geworden. Ich war vor dem Unfall ein sehr selbstbewusster Mensch, aber ich bin jetzt noch selbstbewusster. Ist das Tragen der prothesen so selbstverständlich für Sie geworden, dass Sie sie nicht mehr bemerken? Genau. Ich ziehe sie immer an. Es ist das Erste, was ich morgens mache, und das Letzte, was ich abends mache, wenn ich ins Bett gehe. Die gehören einfach zu mir. Restaurant & Biergarten Besuchen Sie unser Restaurant und unseren Biergarten unter neuer Führung! Wir freuen uns auf Sie! Sommer & Wenzig s Tisch gedeckt, lecker gekocht! Wann sind Sie da? Vinngrabenstrasse Moers Tel Di. Sa Uhr Sonn- und Feiertage Uhr Montag Ruhetag Aug2014_70x197_RZ.indd :38

20 Sport Foto: Ergo-Versicherung David Behre beim Fotoshooting seines Sponsors. Also wie eine Brille für andere Menschen? Ich vergleiche das immer mit Socken. So wie ihr euch die Socken anzieht, ziehe ich mir meine Prothesen an. Manchmal vergesse ich sogar einfach, dass ich amputiert bin und Prothesen trage. Der Unfall ist jetzt ja auch schon ein paar Jahre her Ja, das ist jetzt über sieben Jahre her. Ich habe mich damit so arrangiert, dass ich mit meinen Prothesen alles machen kann. Es gibt nichts, was nicht geht. Na gut, schlecht wäre vielleicht Bungee-Jumping... Ja, besser nicht... Ich würde es gerne machen, also zumindest versuchen. Ich habe nämlich durch die Behinderung gelernt, dass es immer Alternativen gibt. Eine Alternative beim Bungee-Jumping wäre dann zum Beispiel ein Hüftgurt. Man kann also wirklich alles machen, wenn man will. Bereichert die Behinderung Sie in gewisser Art und Weise auch? Ich wollte ja schon als Kind Profisportler werden. Das wäre aber als normaler Sportler sehr schwer geworden und hätte sehr lange gedauert. Ich war zwar immer sehr sportlich, aber es hätte wohl nicht gereicht, um irgendwann damit Geld zu verdienen. Da musste erst so ein Schicksalsschlag kommen. Und aus diesem Schicksal habe ich meinen Traum vom Profisport verwirklicht. Deshalb bin so glücklich mit dem Leben, das ich jetzt führe. Was sind die nächsten Ziele, die Sie verfolgen? Mein größtes Ziel ist es, 2016 bei den Paralympics in Rio de Janeiro die Goldmedaille im 400-Meter-Sprint zu gewinnen. Dem ordne ich jetzt alles unter. Ich verdiene mit dem Sport mittlerweile mein Geld und kann gut davon leben. Ich hoffe einfach, dass es noch lange so weitergeht. Sie leben also Ihren Traum? Ja, ich lebe meinen Traum. Rio ist das große Ziel, dann bin ich 30 Jahre alt. Wenn alles gut läuft und ich weiterhin Spaß habe, dann mach ich auf jeden Fall noch bis Tokio weiter. Das 20

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