Internationaler Konjunkturzusammenhang

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1 Internationaler Konjunkturzusammenhang Simulationsmodell und Fallstudie Deutschland USA Harald Mattfeldt - Conrad Heilmann - Martin Sauber Sozialökonomische Texte Nr. 107

2 - 2 - Prof. Dr. Harald Mattfeldt Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik Von-Melle-Park Hamburg Tel.: Fax: Conrad Heilmann Student am Institut d Etudes Politiques (IEP) in Lille, Frankreich und an der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (HWP) Martin Sauber Student an der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (HWP) Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik Hamburg 2004 ISSN X

3 - 3 - Inhaltsverzeichnis Vorbemerkung... 4 Harald Mattfeldt Simulationsmodell zum internationalen Konjunkturzusammenhang 1. Einleitung Ein 2-Länder-Simulationsmodell Die Modellgleichungen Reaktionen der Variablen auf Parameteränderungen Stabilisierung durch nachfrageorientierte Politik? Zusammenfassung Conrad Heilmann, Martin Sauber Der Konjunkturzusammenhang zwischen Deutschland und den USA 1. Wachstum des Bruttoinlandsprodukts Der Einfluss des Beitritts der DDR Transmissionskanäle Außenwirtschaft Geld und Kapitalmarkt Direktinvestitionen Börsenkurse Wechselkurse Zinsen Erwartungen Wirtschaftspolitik der USA Reagonomics Clintonomics Zusammenfassung Anhang Literaturverzeichnis (für beide Beiträge)... 40

4 - 4 - Vorbemerkung Die folgenden beiden Beiträge befassen sich mit dem Themenbereich des internationalen Konjunkturzusammenhangs. Die Anregungen dazu erhielten die Verfasser aus einem Seminar über die theoretischen Hintergründe aktueller wirtschaftspolitischer Probleme an der HWP, sowie durch einen Aufsatz von Adolf Wagner. 1 Wie Wagner mußten sie bei der Literaturrecherche zum Thema feststellen, daß es bisher kaum eine systematische Behandlung dieses volkswirtschaftlichen Problembereichs in dem Sinne gibt, daß etwa auf der Grundlage solider und explizit formulierter konjunkturtheoretischer Ansätze empirische Untersuchungen durchgeführt werden. Voll durchgearbeitete theoretische Ansätze, die alle vier makroökonomischen Märkte (Gütermarkt, Geldmarkt, Devisenmarkt und Arbeitsmarkt) einbeziehen und die Wechselwirkungen zwischen ihnen nicht nur im jeweiligen Inland, sondern im Inland und Ausland synchron behandeln, sind so gut wie nicht zu finden. In den empirischen Abhandlungen herrscht Measurement without (Business Cycle) Theory (Koopmans) vor. Dies gilt auch für die Untersuchungen des Sachverständigenrats zum Konjunkturzusammenhang zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten. 2 Der erste Beitrag stellt auf der Grundlage eines endogenen konjunkturtheoretischen Ansatzes in einem dynamischen 2-Länder-Modell mögliche gegenseitigen Einflüsse der konjunkturellen Entwicklungen in zwei Volkswirtschaften dar. Dies geschieht mit Hilfe von Simulationsstudien, die problemlos am eigenen PC nachvollzogen werden können, da sie mit einer allgemein zugänglichen und schnell erlernbaren Standardsoftware formuliert wurden und auf einer CD- ROM beiliegen. Gerade für die Untersuchung des internationalen Konjunkturzusammenhangs ist schon bei einfachen Modellen eine relativ große Anzahl von Variablen und Parametern in ihren Wechselwirkungen aufeinander zu berücksichtigen. Von daher ist es sinnvoll, simulationsfähige und in ihren Ergebnissen nachvollziehbare Modelle zu formulieren, die ohne großen Programmieraufwand erweitert und verfeinert werden können. Da das Modell als Datei diesem Beitrag beigefügt ist, und der interessierte Leser verschiedene Simulationen selbst durchspielen bzw. die drei behandelten Beispiele nachrechnen kann, wurde im ersten Beitrag fast völlig auf grafische Darstellungen verzichtet. 1 Vgl. Adolf Wagner, Konjunkturtheorie im Zeichen der Globalisierung, in: WISU, 4/2003, S. 546 ff sowie ders., Materialien zur Konjunkturforschung, in: Diskussionsbeiträge der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig, Nr. 11, Dez. 1999, insbesondere S. 8 f 2 vgl. das Gutachten des Sachverständigenrats , S. 400 ff

5 - 5 - Der zweite Beitrag basiert auf einem Referat, das die beiden Verfasser im Rahmen des o.g. Seminars gehalten haben. Im Mittelpunkt steht die Identifikation von Transmissionskanälen des Konjunkturzusammenhangs zwischen Deutschland und den USA. In der wirtschaftspolitischen Diskussion wird ja oft auf die besondere Rolle der USA für die Entwicklung der Weltwirtschaft und für die deutsche Konjunktur hingewiesen. Wenn ein Zusammenhang zwischen der deutschen und der US-Wirtschaftsentwicklung in der Weise bestehen sollte, dass die konjunkturelle Entwicklung in den USA die in Deutschland mehr oder weniger stark bestimmt, wird sich das in den wichtigen volkswirtschaftlichen Größen niederschlagen. Die Form der Veröffentlichung der Beiträge, nämlich die Kombination gedruckter Text mit CD- ROM ist für die HWP und ihre Sozialökonomischen Texte neu. Neben den Textbeiträgen stellt die CD-ROM zusätzlich das verwendete Modell Verfügung, und zwar in einer Weise, die es nicht nur Lesern mit speziellen Programmierkenntnisse ermöglicht, die Ergebnisse der Modellsimulationen nachzuvollziehen, sondern sie allen Interessierten zugänglich macht. Für das eingangs genannte Seminar gehörte diese Form allerdings zu den Standardpräsentationen und wurde von den TeilnehmerInnen, überwiegend Studierende mit dem Schwerpunkt Volkswirtschaftslehre, aus inhaltlichen wie didaktischen Gründen außerordentlich begrüßt. Die vorliegende Form der Veröffentlichung ist teurer als die bisherige. Die HWP war deshalb nicht in der Lage, diese Veröffentlichungsneuerung gänzlich aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Insofern danken die Verfasser nicht nur der HWP und insbesondere Herrn Dr. Röhr vom Referat für Forschungsförderung, sondern ebenfalls dem Fachbereich Volkswirtschaftlehre der HWP, namentlich dem Kollegen Spilker sowie dem Evangelischen Studienwerk Villigst e.v. und der Hans-Böckler-Stiftung für ihre finanzielle Unterstützung. Conrad Heilmann Harald Mattfeldt Martin Sauber

6 - 6 - Harald Mattfeldt Simulationsmodell zum internationalen Konjunkturzusammenhang 1. Einleitung In seinem Gutachten für die Periode 2001/2002 befaßt sich der bundesrepublikanische Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Situation (SVR) ausführlicher mit der Frage des Konjunkturverbundes zwischen Deutschland und den USA. Der Grund dafür liegt in der Diskussion um die Ursachen des Konjunktureinbruchs nach dem Jahr So hat die derzeitige Bundesregierung als einen der wichtigstens Gründe für die bundesrepublikanischen Wachstumsschwäche in den Jahren 2002 und 2003 immer wieder auf die zunehmende Globalisierung und dabei insbesondere auf den Konjunktureinbruch in den USA verwiesen. Vor dem Hintergrund des üblichen bundesrepublikanischen Krisenzyklus ist es nicht abwegig, dies als einen Versuch zu werten, sich aus der konjunkturpolitischen Verantwortung zu stehlen. Immerhin ist seit Mitte der 60er Jahre in der (alten) BRD ein Krisenzyklus mit einer Periode zwischen 6 bis 8 Jahren feststellbar. 3 Die Wiedervereinigung mit ihrer megakeynesianischen Staatsausgabenpolitik hat die für die Anfang der 90er Jahre vorhersehbare Rezession um zwei Jahre nach hinten verschoben. Statt im Jahre 1991, wie in vielen anderen entwickelten Ländern, ist sie deshalb erst 1993 eingetreten. Rechnete man nach der Vereinigung weiterhin mit Krisenzyklen zwischen 6 und 8 Jahren und es gab keinen Grund, dies nicht zu tun so war die nächste Talsohle zwischen 2000 und 2001 zu erwarten. Wer also 1998 die Regierungsverantwortung übernimmt, hätte sich - zumindest prophylaktisch - mit seiner Wirtschaftspolitik auf eine entsprechende wirtschaftliche Entwicklung einstellen müssen. Dieser Notwendigkeit hat sich die bundesrepublikanische rotgrüne Koalition nicht gestellt, ist ihr jedenfalls nicht durch die vorsorgliche Bereitstellung einer geeigneten wirtschaftspolitischen Toolbox gerecht geworden. Ihr Versuch, die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland zu einem erheblichen Teil ursächlich auf die Entwicklung in den USA zurückzuführen, sollte deshalb als Ausrede oder Unkenntnis über die wirtschaftlichen Zusammenhänge eingeschätzt werden. Selbst wenn es einen ins Gewicht fallenden US- Ursachenkomplex für den Konjunktureinbruch in Deutschland geben sollte, enthebt dies die Regierung nach dem Stabilitätsgesetz nicht ihrer Pflicht gegenzusteuern und hierfür rechtzeitig - 3 Vgl. hierzu die Untersuchung von Gerhard Wehner, Der Konjunkturverlauf in BRD und USA , Frankfurt am Main 1988, S. 198 f, der mit Hilfe der Spektralanalyse für die BRD die Länge des Hauptzyklus für fast alle makroökonomischen Aggregate mit 6,7 bis 7,4 Jahren angibt.

7 - 7 - und das heißt in der Wirtschaftspolitik immer vor dem erkennbaren Ausbruch einer Krise ein angemessenes Instrumentarium bereitzustellen. Wenn ein Zusammenhang zwischen der bundesrepublikanischen und der US-Wirtschaftsentwicklung in der Weise bestehen sollte, daß die konjunkturelle Entwicklung in den USA die in der Bundesrepublik mehr oder weniger stark bestimmt, es aber möglicherweise auch eine Beeinflussung der US-Konjunktur durch die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland gibt, ist damit noch keineswegs die Frage beantwortet, wie es denn zu den Konjunkturschwankungen in den USA kommen kann. Die konjunkturtheoretische Diskussion hat sich in der letzten Zeit und unter dem Einfluß der neoklassischen Hegemonie von den endogenen Konjunkturerklärungen politökonomischer und keynesianischer weg und hin zu theoretischen Ansätzen entwickelt, die in nicht ökonomieimmanenten Schocks die Hauptursachen für Konjunkturschwankungen sehen. Zweifellos können und haben z.b. die terroristischen Aktivitäten und der Ausbruch von Seuchen mit ihren weltweiten Folgen Wachstumseinbrüche gebracht, wie vermehrte Rüstungsproduktion und Kriege positive Wachstumsimpulse geben können. Trotzdem stellt sich weiterhin die Frage, ob diese Erscheinungen nicht zumindest zum Teil ökonomisch verursacht sind, zweitens aber, ob sie insgesamt quantitativ und qualitativ in der Lage sind, ganze Volkswirtschaften von ihrem normalen Zyklus und Wachstumspfad abzubringen oder ob sie nur krisen- bzw. boomverstärkend wirken, wie dies bei der ersten Ölkrise Anfang der 1970er Jahre der Fall war. Die Theorie des internationalen Konjunkturzusammenhangs ist wenig entwickelt. 4 Die in vielen Lehrbüchern behandelten Mundell-Fleming-Ansätze thematisieren zwar den Einfluß der Finanzund Geldpolitik eines Landes (groß oder klein) auf ein anderes Land (groß oder klein) unter verschiedenen Wechselkursregimen, häufig auch unter der Überschrift Internationaler Konjunkturzusammenhang, ein expliziter konjunkturtheoretischer Bezug fehlt aber meist. Es wird von einem in- bzw. ausländischen Konjunkturimpuls ausgegangen, der aber selbst nicht erklärt und in einem konjunkturtheoretischen Zusammenhang entwickelt wird. Die Veränderungen von IS, LM und ZZ mit ihren Einflüssen auf das Sozialprodukt, den Zins und die Wechselkurse werden darüber hinaus oft lediglich im Rahmen statischer Modellpaletten diskutiert. 5 In empirischen Untersuchungen wiederum, insbesondere solchen, die sich auf die 4 Vgl. Adolf Wagner, Konjunkturtheorie..., a.a.o., S. 546 f 5 Vgl. z.b. Klaus Rose, Karlhans Sauernheimer, Theorie der Außenwirtschaft, 13. Aufl., München 1999, S. 235 ff. Ein dynamisiertes Mundell-Fleming-Modell findet sich bei Bernhard Fippel, Ein Beitrag zur Konjunkturtheorie offener Volkswirtschaften, Frankfurt am Main u.a sowie bei Adolf Wagner, Materialien...,a.a.O., S. 24 f

8 - 8 - Zeit nach der Freigabe der Wechselkurse gegenüber dem Dollar beziehen, wird vor allem nicht thematisiert, wieso es eigentlich zu Konjunkturübertragungen kommen kann, wenn es flexible Wechselkurse gibt. Flexible Wechselkurse und die damit verbundenen Anpassungsmechanismen bei Preisen und Zinsen im jeweiligen Inland müßten eigentlich solche Übertragungen weitgehend verhindern. Auf diesem Gebiet liegt also noch ein bisher wenig beackertes volkswirtschaftliches Forschungsfeld. Die Behandlung außenwirtschaftlicher Probleme gehört zu den schwierigeren Feldern der Wirtschaftstheorie. Für offene Volkswirtschaften sind ja nicht nur die wirtschaftlichen Prozesse in einem Land und mit einer einheitlichen Währung zu analysieren, sondern zugleich die in anderen Ländern mit anderen Währungen (und anderen jeweils national geprägten Bedingungen), sowie zusätzlich die wechselseitigen Beeinflussungen. Modelltheoretisch gesprochen hat man es immer zumindest mit einer mehr als doppelten Anzahl von Variablen und Parametern zu tun als bei einer Ein-Land-Volkswirtschaft. Vielleicht ist das einer der Gründe für die geringe Entwicklungsdynamik auf dem Theoriegebiet des internationalen Konjunkturzusammenhangs. Zur Darstellung der möglichen konjunkturellen Interdependenzen benutzen wir deshalb ein 2- Länder-Modell und beschränken uns dabei auf die Zusammenhänge zwischen den beiden gesamtwirtschaftlichen Nachfragen auf den Gütermärkten. Für die Analyse des internationalen Konjunkturzusammenhangs ist es wegen der hohen Komplexität des Gegenstands sinnvoll, simulationsfähige Modelle zu formulieren. Schon bei einfachen dynamischen Mehrländer-Konjunkturmodellen, die nicht-numerisch ansetzen, müßten je nach Lag-Struktur - längere algorithmische Umwege bei dem Versuch in Kauf genommen werden, allgemeingültige Lösungen von inhomogenen Differential- bzw. Differenzengleichungssystemen höherer Ordnung zu finden, um verallgemeinerungsfähige Aussagen über das Stabilitätsverhalten und die Wirkungen von wirtschaftspolitischen Interventionen im Rahmen eines dynamischen Modells einzuschätzen. 6 Formal noch aufwendiger wären die Lösungsansätze bei Nichtlinearität einiger Gleichungen. Dies würde notwendigerweise zu einer überproportionalen Ausweitung des mathematischen Apparates im Vergleich zum ökonomischen Gehalt des Untersuchungsgegenstandes führen. Man vergleiche dazu einige mathematische Anhänge in Lehrbüchern, Dissertationen und Habilitationen, die vielfach mehr Seiten beanspruchen als die jeweils zugeordneten ökonomischen Ausführungen. Vergleichsweise wenig Raum nehmen dagegen die methodischen Ausführungen zu Simulationsmodellen ein, insbesondere wenn ihre Formulierung und die Durchführung der Simulationen mit einer

9 - 9 - Standardsoftware wie Microsoft Excel erfolgt. Im folgenden soll solch ein rudimentäres Modell vorgestellt werden. Es ist diesem Beitrag beigefügt, so daß verschiedene Parameterkonstellationen selbst durchgespielt oder vom interessierten Leser Erweiterungen vorgenommen werden können. 2. Ein 2-Länder-Simulationsmodell 2.1 Die Modellgleichungen Das Kernstück zahlreicher endogener Konjunkturansätze für ein einzelnes Land besteht aus dem Zusammenspiel von Multiplikator und Akzelerator. Dies ist auch der konjunkturtheoretische Hintergrund unseres Simulationsmodells für zwei Länder. Beide Länder werden jeweils als offene Volkswirtschaften mit Staat modelliert. Für eine offene Volkswirtschaft mit Staat erfaßt der Ansatz alle wesentlichen ökonomischen Akteure (private Haushalte und Investoren, den Staat sowie das Ausland). Dabei beschränken wir uns auf die Modellierung der Gütermärkte zweier Länder. Die beiden Länder (Inland und Ausland genannt) sind über Güter-(Import- und Export)- Beziehungen miteinander verbunden. Geld-, Devisen- und Arbeitsmarkt werden nicht weiter diskutiert. Das Modell ähnelt dem von Fippel, 7 wird aber ergänzt durch Annahmen über die Preise in beiden Ländern und den nominalen Wechselkurs. Die gesamtwirtschaftliche (reale) Nachfrage der laufenden Periode des Inlands (vgl. Gleichung 1) bzw. des Auslands (vgl. Gleichung 7) setzt sich damit zusammen aus der privaten Nachfrage nach Konsum- und Investitionsgütern, der Staatsnachfrage und der Nachfrage des Auslands nach inländischen (Exporte) und der des Inlands nach ausländischen Gütern (Importe). Zu beachten ist, daß die Exporte des einen Landes die Importe des anderen sind und vice versa. Für die Modellformulierung gelten die üblichen Abkürzungen der ökonomischen Literatur (mit X inl wird bei uns z.b. der Export des Inlands bezeichnet, der vom ausländischen Einkommen der Vorperiode und dem realen Wechselkurs WKreal und dem zugehörigen Verhaltensparameter wkreal ausl abhängt), die verwendeten Bezeichnungen für die einzelnen Parameter sind selbsterklärend ( cmarg inl ist z.b. die marginale Konsumquote des Inlandes bei einer linearen Konsumfunktion, impq ausl die marginale Importquote des Auslandes mit Bezug zum ausländischen Einkommen der Vorperiode etc.). Da Excel keine Probleme hat und längere 6 vgl. die Bemerkungen von Adolf Wagner, Materialien..., a.a.o., S Vgl. Bernhard Fippel, a.a.o., S. 65 ff. Nicht ganz nachvollziehbar ist die Bedeutung der Export-Parameter x bzw. x* bei Fippel auf S.67

10 Namen bzw. Abkürzungen akzeptiert, ist es insbesondere bei komplexeren Modellen mit vielen Parametern und Variablen sinnvoll, entweder ihre voll ausgeschriebenen Namen bzw. möglichst selbsterklärende Abkürzungen zu verwenden. Das lästige Hin- und Herblättern zwischen Abkürzungsverzeichnis und eigentlichem Text kann so entfallen. Die Gleichungen für den Modellteil Inland lauten: (1) Y inl (t) = C inl (t) + I inl (t) + G inl (t) + X inl (t) M inl (t) mit (2) C inl (t) = cmarg inl *Y inl (t-1) cexpinl (3) I inl (t) = akz inl *[Y inl (t-1) Y inl (t-2)] + I inl aut (4) X inl = M ausl (5) M inl (t) = impq inl *Y inl (t-1) wkreal inl *WKreal (6) G inl (t) = -gq inl *[Y inl (t-1) Y inl (t-2)] + G inl aut, die für den Modellteil Ausland (7) Y ausl (t) = C ausl (t) + I ausl (t) + G ausl (t) + X ausl (t) M ausl (t) mit (8) C ausl (t) = cmarg aus l*y ausl (t-1) cexpausl (9) I ausl (t) = akz ausl *[Y ausl (t-1) Y ausl (t-2)] + I ausl aut (10) X ausl = M inl (11) M ausl (t) = impq ausl *Y ausl (t-1) wkreal ausl *WKreal (12) G ausl (t) = -gq ausl *[Y ausl (t-1) Y ausl (t-2)] + G ausl aut. Wie oben erwähnt, berücksichtigen wir - anders als im Fippel-Modell - den Wechselkurs (WKnom) sowie das inländische (P inl ) und das ausländische Preisniveau (P ausl ) explizit. Der nominale Wechselkurs wird hier definiert als das Verhältnis von inländischer Währung zu einer Einheit der ausländischen Währung. Aus den drei Größen lassen sich der reale Wechselkurs (WKreal) bzw. die Terms of Trade (ToT) berechnen. Der reale Wechselkurs gibt an, wieviel Einheiten des Exportgutes eines Landes exportiert werden müssen, um eine Einheit aus dem Ausland kaufen zu können. (13) WKreal = WKnom*P ausl /P inl (13a) ToT = 1/Wkreal Eine weitere Neuerung bezieht sich auf die Nichtlinearität der Konsumfunktion, die wir hier einführen. Der Konsum nimmt zwar mit zunehmenden Einkommen zu, aber mit abnehmender

11 Rate. Die Konsumfunktion wird keynesianischer. Dazu versehen wir Y t-1 sowohl für die inländische (cexpinl) wie für die ausländische Volkswirtschaft (cexpausl) mit einem Exponenten, der bei unseren Simulationsläufen ebenfalls verändert werden kann. Für eine lineare Konsumfunktion liegt sein Wert bei eins. Durch die Einführung einer nichtlinearen Konsumfunktion ist die Bezeichnung cmarg als marginale Konsumquote für die beiden Länder nicht mehr ganz korrekt. Sie trifft nur bei einer linearen Konsumfunktion zu, im inhaltlichen Sinne aber nicht mehr für die nichtlineare Funktion, wenn der Exponent in der Konsumfunktion zum Beispiel kleiner als eins ist. Wir bleiben jedoch bei dieser Bezeichnung und meinen damit den Faktor, mit dem das Einkommen der Vorperiode multipliziert wird. Die Staatsausgaben werden stabilitätspolitisch, d.h. antizyklisch modelliert. Sie wirken dem destabilisierenden Akzelerator 8 entgegen. Betreibt ein Land eine prozyklische Politik, so würde dies in unserem Modell durch ein positives Vorzeichen vor dem Staatsquoten-Parameter (gq) indiziert. Eine solche Politik würde die konjunkturellen Ausschläge verstärken. Insgesamt besteht das Gesamtmodell mit seinem inländischen und ausländischen Teil aus 12 endogenen Variablen, 7 exogenen Größen (WKreal und ToT lassen sich daraus ableiten) und 10 Parametern. Da es sich um ein Realmodell handelt, sind die jeweiligen Nachfrageaggregate preis- und wechselkursbereinigt darzustellen. Die Einbeziehung des inländischen und ausländischen Preisniveaus sowie des Wechselkurses ermöglicht es, die Einflüsse dieser Größen auf die konjunkturelle Entwicklung mit zu simulieren. Die Simulation erfolgt über 100 Perioden. Die jeweiligen Ergebnisse werden mit entsprechenden Grafiken für die gesamtwirtschaftliche Nachfrageentwicklung in den beiden Ländern interaktiv dargestellt. Außerdem wurde ein zeitbezogenes Periodogramm für beide Länder berechnet und ebenfalls grafisch ausgegeben, um die dominanten konjunkturellen Amplituden und Periodenlängen und ihre Reaktion auf Parameteränderungen interaktiv feststellen zu können. Auf eine Kreuzspektralanalyse wurde verzichtet. Bei einer Veränderung eines Parameters und/oder einer exogenen Größe sind die Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Nachfrage ebenfalls sofort erkennbar. Die gleichzeitige Veränderung mehrerer oder sogar aller Parameter und/oder exogener Variablen und der damit verbundenen Wirkungen auf die Nachfrage, Amplitude und Periode ist ebenfalls möglich. Das Ergebnis würde durch sich gegenseitig verstärkende bzw. kompensierende Effekte zu interpretieren sein. Die grafische Darstellung der Entwicklung aller Aggregate der Gesamtnachfrage ist problemlos möglich (die Reihen sind in der Datei hinterlegt), wird aber 8 vgl. William J. Baumol, Pitfalls in contracyclical policies: Some tools and results, in: Review of Economics and Statistics, Vol. 43 (1961), S. 21 ff

12 wegen der dann stark wachsenden Zahl von Grafiken und der damit verbundenen Unübersichtlichkeit hier nicht vorgenommen. Die Formulierung des Simulationsmodells mit der Tabellenkalkulation Excel bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Es handelt sich um eine Software, die nicht nur schnell erlernbar und preiswert ist. Wegen ihrer ausgezeichneten Grafik und den vielen eingebauten mathematischen und statistischen Funktionen eignet sie sich sehr gut für Simulationen im Bereich der Ökonomie, aber auch in vielen anderen Bereichen. Auf den formalen Aufbau unseres Modells soll aber nicht weiter eingegangen werden. Es ist dieser Abhandlung beigefügt und selbst für den Excel- Anfänger selbsterklärend und leicht nachvollziehbar. Selbst für jemanden, der über keinerlei Excel-Kenntnisse verfügt, ist das Simulationsmodell leicht bedienbar. Wir wollen es nutzen, um beispielhaft die Wirkungen staatlicher Ausgabenpolitik im Rahmen der Modellannahmen zu zeigen. 2.2 Reaktionen der Variablen auf Parameteränderungen Veränderungen der einzelnen Parameter haben unterschiedliche Wirkungen auf die beiden Nationaleinkommen. Eine Verstärkung der privaten Nachfrage nach Konsumgütern durch eine Erhöhung der marginalen Konsumquoten in einem Land oder in beiden Ländern führt zu einem positiven Wachstum beider Einkommen. Außerdem verändert sich die Länge und die Bedeutung der beiden im Modell erzeugten Zyklen. Für die Ausgangskonstellation unseres Modells mit einer marginalen Konsumquote für beide Länder von 0,85 und einer linearen Konsumfunktion ergeben sich für beide Länder gleichlange Doppelzyklen bei knapp 6 und bei ca. 8,4 Perioden, der Hauptzyklus liegt bei beiden unterschiedlich, im Ausland bei 6, im Inland bei 8,4. Bei einer Erhöhung der Auslandskonsumquote auf 0,98 verlängert sich der Zyklus um mehr als eine Periode. Gehen wir von einer linearen zu einer nichtlinearen Konsumfunktion über, z.b. durch eine Verminderung bei cexpinl von 1,0 auf 0,93, so zeigen sich sowohl bei der Zyklenlänge wie bei den Amplitudenwerten Veränderungen, die Amplituden werden größer und die Zyklen werden kürzer. Die Reaktionen insgesamt sind, und das ist bei nichtlinearen dynamischen Systemen die Regel, relativ ausgeprägt Starke Reaktionen beim Einkommen und den anderen Variablen des Modells lösen Veränderungen des Akzelerators aus. Eine Erhöhung in einem Land destabilisiert das Gesamtsystem, also beide Länder, erheblich. Setzen wir den Akzelerator im Inland von der Ausgangsgröße 1,67 auf 1,77 (ceteris paribus), so wird aus dem bisherigen konvergenten Entwicklungspfaden der beiden Sozialprodukte ein explodierendes System. Erhöhen sich beide

13 Akzelerationswerte gleichzeitig, sind die Auswirkungen noch heftiger. Bei entgegengesetzten Veränderungen der beiden Akzeleratoren kommt es zu sich teilwese oder vollständig kompensierenden Effekten. Die Auswirkungen auf die Periodizitäten sind weitaus geringer. Hier sind die Multiplikatordimensionen entscheidender. Als drittes Beispiel sollen die Auswirkungen von nominalen Wechselkurs- sowie Preisänderungen auf die Stabilität, die Amplitude und die Zyklenlängen betrachtet werden. Eine Wechselkurssteigerung, damit eine Verbilligung der Importe des Auslandes, führt zu der erwarteten Erhöhung der Exporte des Inlandes unter der Bedingung gleichbleibender Preise in beiden Ländern. Dies führt durchschnittlich zu einer Steigerung des inländischen Sozialprodukts, gleichzeitig aber auch zu größeren Schwankungen im Inland. Es entspricht den empirischen Erfahrungen, die zeigen, daß neben den Investitionen die Exporte die am stärksten destabilisierend wirkenden Nachfrageaggregate sind. Die Zykluslänge in beiden Ländern wird durch den Wechselkurs nicht beeinflußt. Eine gleichzeitige Erhöhung des inländischen Preisniveaus mit den dadurch sich verschlechternden Wettbewerbsbedingungen wirkt den Folgen der Wechselkurserhöhung entgegen und vermindert die Dauer beider konjunktureller Zyklen. Erhöht sich gleichzeitig auch das ausländische Preisniveau, so wird die gegenläufige Wirkung des inländischen Preisniveaus verstärkt. Eine anschauliche Vermittlung, sowohl für die Dynamik wie die Stabilität des Systems, sind grafische Darstellungen der Variablen im Phasenraum. Sie werden als Phasendiagramme bezeichnet. Diese Art der Darstellung gibt einen Eindruck vom zeitlichen Zusammenhang der einzelnen Variablen des Modells mit anderen Variablen oder von einer Variablen mit sich selbst als verzögerte Variable. Die Zeit erscheint also nur implizit. Die dadurch entstehenden Bahnkurven im Phasenraum werden als Trajektorien bezeichnet. Die folgende Abbildung zeigt das Phasendiagramm für die beiden Nationaleinkommen und für unsere Ausgangskonstellation. Der grün markierte Punkt bezieht sich dabei auf den Anfangswert, der blaue auf den Wert nach 100 Perioden. Es ist gut erkennbar, daß sich die Trajektorie von außen nach innen bewegt und die Amplituden geringer werden, der Durchmesser ständig abnimmt.

14 Darstellung des in- und ausländischen Sozialprodukts im Phasenraum Yausl grüne Markierung =Anfangswert blaue 120 Markierung=Endwert (nach Perioden) Yinl Statt weitere Parameterkonstellationen durchzuspielen, soll unser Modell jetzt noch die Frage beantworten, ob die Veränderung der Staatsausgabenquote tatsächlich stabilitätsfördernd für die Gütermärkte eingesetzt werden kann. 2.3 Stabilisierung durch nachfrageorientierte Politik? Kann eine nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik, die insbesondere in den vergangenen Jahrzehnten von den Vereinigten Staaten ohne ideologische Scheuklappen betrieben worden ist wie der Beitrag von Conrad Heilmann und Martin Sauber zeigen wird - tatsächlich eine stabilisierende Wirkung auf den Wirtschaftskreislauf zweier über Importe und Exporte verbundenen Volkswirtschaften ausüben? Dies soll im Rahmen unseres Simulationsmodells in der Weise untersucht werden, indem wir als Ausgangspunkt eine Situation mit ausgeprägten konjunkturellen Schwankungen in beiden Ländern nehmen. Die Konjunkturlängen, indiziert durch das Periodogramm, stimmen hinsichtlich der ausgeprägtesten Schwingung zwar überein, in der Ausgangskonstellation bei etwa 6 und etwas über 8 Perioden, wegen der Verhaltensannahmen des Modells schwingen die beiden Länder aber nicht synchron. Die Situation wird durch die Grafik Einkommensentwicklungen in beiden Ländern in jeweils eigener Währung beschrieben, die die time-lags deutlich macht.

15 Einkommensentwicklungen in beiden Ländern in jeweils eigener Währung (beachte: zwei verschiedene Ordinatenskalierungen) Yrealinl Yrealausl Yinl Yausl Zeit Würde sich die Geldpolitik stabilitätspolitisch betätigen wollen und erfolgreich preisniveaudämpfend eingesetzt werden (das Ausgangspreisniveau liegt in unserem Modell in beiden Ländern bei 1,7), so würde sich in unserer Modellkonstellation eine weitere Destabilisierung im Sinne einer Vergrößerung der Amplituden ergeben, allerdings auf einem höheren durchschnittlichen Einkommensniveau (man beachte die Entwicklung der Phasendiagramme). Die Geldpolitik gäbe also Wachstumsimpulse. Bei einer Senkung des inländischen Preisniveaus würde sich außerdem der dominante Zyklus verlängern, und der konvergente Entwicklungspfad des Einkommens in der Ausgangskonstellation würde in einen sich aufschaukelnden verwandeln. Dies gilt sowohl bei einer entsprechenden Aktivität eines Landes wie auch bei einem konzertierten Vorgehen beider Länder. Eine Erhöhung der autonomen Investitionen dagegen hat in unserem Modell eine dämpfende Wirkung, gleichzeitig fördert sie das Wachstum. Das gesamtwirtschaftliche Einkommensniveau wird in beiden Ländern angehoben. Ähnliches gilt für die autonomen Staatsausgaben. Eine entsprechende konzertierte Vorgehensweise der Regierungen der beiden Länder würde die konjunkturellen Ausschläge erheblich vermindern und Wachstumsimpulse liefern, die das gesamtwirtschaftliche Einkommensniveau anheben würden. Gleichzeitig würde sich die Bedeutung der nicht-dominanten Zyklen verändern, in welche Richtung hängt von den jeweiligen Größen in den beiden Ländern ab. So kann eine Verschiebung hin zu den kürzeren Zyklen im Inland durch eine entsprechend dimensionierte Ausgabenpolitik im Ausland konterkariert werden.

16 Der Einfluß einer Veränderung der Exportquote eines Landes (bzw. der Importquote des anderen Landes) ist nicht eindeutig. Das Wachstum des exportierenden Landes wird zwar durch Exporte stimuliert, aber das Stabilitätsverhalten verändert sich keineswegs zum Positiven. Hinsichtlich der Dauer des Zyklus kommt es hier ebenfalls zu einer Aufwertung der kurzfristigeren Schwingungen. Am deutlichsten ist die stabilisierende Wirkung einer antizyklischen Fiskalpolitik erkennbar, hier dargestellt durch einer bei null beginnenden Steigerung des Staatsausgabenparameters gq. Es sei noch einmal daran erinnert, daß sich dieser Parameter auf eine Veränderung der Gesamtnachfrage der Vorperiode im jeweiligen Land bezieht. Er ist also kein Symbol für die Staatsausgabenquote. Die Veränderung dieses Parameters im Sinne einer antizyklischen Politik zeigt innerhalb bestimmter Bandbreiten - sofort seine stabiliserende (dämpfende) Wirkung. Sie beeinflußt die Entwicklungen in beiden Ländern in der gleichen Weise. Insofern bieten sich insbesondere bei diesem Politikfeld konzertierte Aktionen zwischen den beiden Ländern an. Auf der anderen Seite ist dieser Bereich der Politik in den vergangenen 30 Jahren ideologisch außerordentlich aufgeladen worden. Wir werden bei einem Vergleich der betriebenen Wirtschaftspolitik in der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten feststellen (siehe Beitrag Heimann/Sauber), daß die weniger ideologische denn pragmatische Politik der US-Regierungen gerade deshalb in den meisten wirtschaftlichen Politikfeldern besser abgeschnitten hat. Sie läßt sich in ihrer tatsächlich betriebenen Konjunkturpolitik sehr viel weniger von Ideologien leiten. Antikeynesianische Attacken lassen sich jedenfalls mit der in den letzten Jahrzehnten in den Vereinigten Staaten umgesetzten Konjunkturpolitik nicht begründen. 3. Zusammenfassung Das hier vorgestellte dynamische und nichtlineare Simulationsmodell auf der Grundlage eines endogen ausgelegten konjunkturtheoretischen Ansatzes zeigt die Einwirkungen der konjunkturellen Entwicklungen auf den gesamtwirtschaftlichen Gütermärkten der beiden Länder. Da es auf einer explizit formulierten Konjunkturtheorie basiert, ermöglicht es angemessenere Diskussionen des internationalen Konjunkturzusammenhangs als solche, die mit statischen Mundell-Fleming-Modellen als Grundlage argumentieren. Das Simulationsmodell lässt sich um weitere makroökonomische Module (Geld-, Devisen- und Arbeitsmarktmodule) erweitern. Die Parameterempfindlichkeit der wesentlichen makroökonomischen Aggregate des Modells wurde exemplarisch getestet sowie einige konjunkturpolitische Optionen angesprochen. Es

17 konnte im Rahmen des Modells gezeigt werden, dass die realökonomisch-fiskalpolitisch ansetzende Strategie stabilitätspolitisch einen größeren Erfolg verspricht insbesondere wenn sie als abgestimmte zwischen beiden Ländern betrieben wird - als die geldpolitisch-monetaristische. Selbst wenn die Wirtschaftspolitik zwischen den beiden Ländern nicht abgestimmt ist, können die von einem Land ausgehenden Destabilisierungstendenzen durch eine kompensierende Wirtschaftspolitik vermindert werden. Der Sachverständigenrat hat sich im Anhang zu seinem Gutachten für die Periode 2001/2002 ausführlicher mit der Frage des Konjunkturverbundes zwischen Deutschland und den USA befaßt. Der Grund dafür liegt in der Diskussion um die Ursachen des Konjunktureinbruchs nach dem Jahr So wurde als einer der wichtigeren Ursachen für die deutsche Wachstumsschwäche in den letzten Jahren immer wieder auf die zunehmende internationale Verflechtung und dabei insbesondere auf den Konjunktureinbruch in den USA verwiesen. Andererseits ist seit Mitte der 60er Jahre im alten Bundesgebiet ein Konjunkturzyklus mit einer Periode zwischen 6 bis 8 Jahren feststellbar. Die These, die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland zu einem erheblichen Teil ursächlich auf die Entwicklung in den USA zurückzuführen, ist durch die Auswertung der Daten noch einmal genauer zu untersuchen. Dies geschieht im folgenden Beitrag von Conrad Heilmann und Martin Sauer in beschreibender Darstellung, aber vor dem Hintergrund des gerade skizzierten theoretischen Gerüsts. Selbst wenn die herangezogenen empirischen Indikatoren wie unsere theoretischen und mit Hilfe des Simulationsmodells gefundenen Ergebnisse einen ins Gewicht fallenden US-Einfluß für den Konjunktureinbruch in Deutschland ergeben, enthebt dies die bundesrepublikanische Regierung nicht ihrer politischen Pflicht zu effektiverem Handeln. Das sollte mit den Regierungen der anderen EU-Länder abgestimmt werden. Dazu gehörte ohne Zweifel eine Revision der Maastricht-Kriterien. Deshalb sollte die Diskussion um das dafür notwendige Instrumentarium schon jetzt, also rechtzeitig, und sehr konkret geführt werden. Denn bei aller Vorsicht gegenüber wirtschaftlichen Prognosen, eins ist ganz sicher: Die nächste Krise kommt bestimmt!

18 Conrad Heilmann Martin Sauber Der Konjunkturzusammenhang zwischen Deutschland und den USA Der Konjunkturzusammenhang zwischen Deutschland und den USA wird in der wirtschaftspolitischen Diskussion oft als wichtiger Einflussfaktor genannt. Der vorliegende Beitrag untersucht daher mögliche Transmissionskanäle des Konjunkturzusammenhangs zwischen Deutschland und den USA. Als Referenz für die Untersuchung der Transmissionskanäle dient dabei der Vergleich des Konjunkturverlaufs von Deutschland und den USA. In Teil Drei werden die einzelnen Transmissionskanäle untersucht. Dabei wird auf die Außenwirtschaft, die Geldund Kapitalmärkte (Direktinvestitionen, Aktienmärkte, Wechselkurse und Zinsen) sowie auf die Erwartungsbildung eingegangen. In Teil Vier wird die Wirtschaftspolitik der USA unter außenwirtschaftlichen Gesichtspunkten und in ihrer Auswirkung auf Deutschland analysiert. 1. Wachstum des Bruttoinlandsprodukts Die USA als stärkste Volkswirtschaft der Welt (BIP im Jahr 2002: $10.446,2 Mrd., in Preisen von 1995: $9.260,6 Mrd.) sind dominierend im Welthandel: Die Leistungsbilanz der USA ist stark negativ, die US-Importe machen zugleich ca. 23% des Welthandels aus. Zur Finanzierung des Leistungsbilanzdefizits werden ausländische Investitionen und Kapitalanlagen genutzt. Im Zusammenhang mit einem hohen Staatsdefizit ( Zwillingsdefizite ) sehen manche Autoren deswegen langfristige Probleme in der Stellung der US-Volkswirtschaft in der Welt. 9 Für Deutschland sind die USA der wichtigste Handelspartner außerhalb der EU. Auch in anderen ökonomischen Bereichen gibt es starke Verflechtungen. Dies lässt vermuten, dass es tatsächlich einen relativ starken Zusammenhang des Wachstums der beiden Wirtschaftsräume gibt. Die Abbildung 1 zeigt die jährlichen Wachstumsraten des realen BIP von 1965 bis 2002 in Deutschland und den USA. Die BIP-Wachstumsraten werden in beschreibenden Analysen als wichtigste Konjunkturindikatoren angesehen. Das Jahr 1965 wurde als Ausgangspunkt gewählt, weil der Wiederaufbau in Westdeutschland als abgeschlossen gelten kann und die Auswirkungen des Mauerbaus in Berlin auf die wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere den Arbeitsmarkt, als verkraftet gelten können. Für den genannten Zeitraum lassen sich vier Phasen unterscheiden:

19 Wachstumsraten des realen BIP in v Jahre WaBRD WaUSA Abbildung 1: Wachstumsraten des realen BIP in Deutschland und den USA, : In der zweiten Hälfte der Sechziger Jahre ist eine unterschiedliche Wirtschaftsentwicklung in Deutschland und den USA festzustellen. Die Bundesrepublik Deutschland, mit einem zunächst niedrigeren Wachstumsniveau 1965, gerät 1966/67 in eine Krise, aus der sie mit einer Exportoffensive und einem staatlichen Konjunkturprogramm auf der Grundlage des 1967 verabschiedeten Stabilitätsgesetzes herausfindet. Die rezessive Entwicklung in den Vereinigten Staaten ist zwar zeitgleich, verläuft aber weniger tief, erreicht z.b. keine negativen Wachstumsraten wie in der BRD. Die eigentliche US-Wachstumskrise liegt im Jahre 1970 mit einem realen Wachstum von nur noch 0,2 Prozent. Die Synchronizität ist insgesamt schwach ausgeprägt : Im Gegensatz zur ersten Phase ist für die zweite Phase ein sehr enger Gleichlauf der konjunkturellen Entwicklung feststellbar. Die Wachstumsraten gleichen sich in ihrem Verlauf und in ihren Größenordnungen stark an. Das durchschnittliche Wachstum liegt in den USA allerdings höher, für die BRD beträgt die durchschnittliche Wachstumsrate in dieser Periode 1,9 Prozent, in den USA 2,6 Prozent. Nicht zuletzt dürften die beiden in diese Phase fallenden Ölkrisen zu einer ähnlichen Konjunkturfigur geführt haben. 9 Vgl. WSI (2003), S. 717f. und Brenner (2003), S. 149ff., 277ff.

20 : In den achtziger Jahren werden in Deutschland und den USA unterschiedliche Wachstumsniveaus bei etwa gleichem Verlauf realisiert. Die teilweise stark unterschiedlichen Wachstumsraten haben vor allem wirtschaftspolitische Hintergründe: Während die Wirtschaftspolitik in Deutschland wenig wachstumsorientiert war, verfolgten die USA unter Präsident Reagan, nicht zuletzt durch seine Aufrüstungsprogramme, eine Politik des deficit spending bzw. eines rechten Keynesianismus : Durch die Wiedervereinigung entkoppelt sich die Bundesrepublik, wie in ihrem Gefolge auch andere EU-Länder, von der internationalen Entwicklung. Für die neunziger Jahre ist ein wenig ausgeprägter Zusammenhang festzustellen. Dies liegt an der Sonderentwicklung in Deutschland im Zuge des Beitritts der DDR zum Bundesgebiet, die anschließend etwas genauer analysiert wird Deutschland USA Abbildung 2: Konjunkturzyklen in Deutschland und den USA, Die Entwicklung in den letzten drei Phasen wird noch deutlicher, wenn wir vierteljährliche Daten verwenden. Nach der Saisonbereinigung berechnen wir die Wachstumsraten für die einzelnen Quartale (jeweils zum gleichen Quartal des Vorjahres) und bearbeiten die so gefundenen Reihen für die beiden Länder mit einem HP-Filter. Das Ergebnis ist in Abbildung 2 dargestellt. Sehr deutlich wird, dass sich ab Mitte der 80er Jahre der BRD-Zyklus vom US-Zyklus löst. Der US- Rezession im Jahre 1991 steht in Deutschland der Vereinigungsboom gegenüber. 10 Ermittelt auf Basis vierteljährlicher Daten, Glättung mit dem Hodrick-Prescott-Filter.

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