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1 Allianz AMOS Allianz Managed Operations & Services SE Geschäftsbericht 2010 Geschäftsbericht 2010

2 Auf einen Blick Kaufmännische Kennzahlen Umsatzerlöse in Mio. Euro 601,9 581,9 Investitionen in Mio. Euro 103,7 43,6 Aktive Mitarbeiter jeweils zum * Kennzahlen IT Rechnerkapazität in MIPS Plattenspeicher in Terabyte Anzahl Server Anzahl Workstations ** Druckseiten in Mio. Stück Anzahl der SAP-Applikationen (Circa-Angabe) 45 Anzahl der SAP-Services 68 Kennzahlen Operations OPEX Black Belt-trainierte Mitarbeiter (kumuliert) OPEX Blue Belt-trainierte Mitarbeiter (kumuliert) Durchgeführte OPEX-Training 55 OPEX Kundenprojekte und Workshops 46 Kennzahlen Services Einkaufseinsparungen für die Allianz Gruppe in Mio. Euro bei IT-Produkten und -Services 39,9 bei Non-IT-Produkten und -Services 30,0 * Als aktive Mitarbeiter werden hier und im Lagebericht gezählt: alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Ausnahme von Vorständen, Geschäftsführern, Fachbereichsleitern, MitarbeiterInnen in passiver Altersteilzeit, MitarbeiterInnen im Vorruhestand, Auszubildenden, Praktikanten, Wehrdienstpflichtigen, MitarbeiterInnen in Elternzeit und Entsandte aus anderen Allianz Gesellschaften. ** Rückgang aufgrund des Verkaufs der Dresdner Bank AG 2

3 AMOS Geschäftsbericht 2010 Inhalt 04 Bericht des Aufsichtsrat 06 Aufsichtsrat 07 Vorstand Lagebericht jahresabschluss 09 Allgemeine Angaben 10 Strategie und strategische Geschäftsfelder 13 Personal 14 Schwerpunkte des Jahres 2010 Geschäftsbereich IT Geschäftsbereich Operations Geschäftsbereich Services Vielfältiges Umweltengagement 20 Geschäftsverlauf Risikobericht Organisatorische Verankerung des Risikomanagements Risikokategorien und Steuerungsmaßnahmen 25 Unternehmensverträge 25 Nachtragsbericht 26 Ausblick Wirtschaftlicher Ausblick Ausblick auf AMOS Schwerpunkte Bilanz 32 Gewinn- und Verlustrechnung 33 Anhang 46 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers 3

4 Bericht des Aufsichtsrats Dr. Christof Mascher Vorsitzender des Aufsichtsrats Im Frühjahr 2010 wurde mit dem Aufbau einer zentralen Shared-Services-Gesellschaft begonnen. Dazu wurde die Allianz Shared Infrastructure Services SE (ASIC), der IT-Infrastruktur-Dienstleister der Allianz, am 17. Mai 2010 im ersten Schritt in Allianz Managed Operations & Services SE (AMOS) umfirmiert. Im nächsten Schritt wurde die Allianz Common Applications and Services GmbH (ACAS) am 30. September 2010 auf die AMOS verschmolzen. Die ACAS war der gesellschaftsübergreifende Service Provider für Prozess- und IT-Lösungen für die Gesellschaften der Allianz Gruppe (insbesondere SAP). Zum 1. Oktober 2010 wurden ferner Einheiten des Ressorts H4 der Allianz SE im Wege des Betriebsübergangs nach 613 a BGB auf die AMOS übertragen. Im Rahmen der Umsetzung des Target Operating Model (TOM) wurden operative IT- und Non-IT Services in der AMOS zusammengefasst. Wir haben die Geschäftstätigkeit des Vorstands entsprechend den uns nach Gesetz und Satzung zugewiesenen Aufgaben fortlaufend überwacht und den Vorstand beratend unterstützt. Im Rahmen unserer Überwachungs- und Beratungstätigkeit ließen wir uns vom Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend unterrichten, und zwar sowohl schriftlich als auch mündlich. Im Berichtszeitraum trat der Aufsichtsrat zu zwei Sitzungen zusammen, die im März und Dezember stattfanden. Dort berichtete uns der Vorstand über die Geschäftsentwicklung, die wirtschaftliche Lage und die beabsichtigte Geschäftspolitik. In Entscheidungen von grundlegender Bedeutung waren wir unmittelbar eingebunden. Darüber hinaus haben fünf Beschlussfassungen des Aufsichtsrats im schriftlichen Umlaufverfahren im April, Mai, September, Oktober und Dezember 2010 stattgefunden. Im Mittelpunkt unserer Beratungen stand die beschriebene neue Ausrichtung der Gesellschaft als Allianz Shared-Services-Einheit und die dazu durchgeführten und noch erforderlichen Maßnahmen. In allen Sitzungen ließen wir uns vom Vorstand ausführlich über die laufenden Aktivitäten informieren und diskutierten eingehend die damit für die Gesellschaft verbundenen organisatorischen und sonstigen Auswirkungen. Mit dem Ausbau der Gesellschaft zur Shared-Services- Einheit legte Herr Patrick Dixneuf sein Aufsichtsratsmandat mit Wirkung zum Ablauf der außerordentlichen Hauptversammlung am 30. April 2010 nieder. Zu seinem Nachfolger wurde Herr Dr. Markus Rieß gewählt. Herr Dr. Ralf Schneider legte sein Aufsichtsratsmandat zum Ablauf der außerordentlichen Hauptversammlung am 4. August 2010 nieder. Zu seinem Nachfolger wurde 4

5 AMOS Geschäftsbericht 2010 Herr Jacques Richier berufen. Beide neu gewählte Herren sind Vertreter der Anteilseigner. Zum neuen stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden wählte der Aufsichtsrat Herrn Dr. Markus Rieß. Der Aufsichtsrat dankt den ausgeschiedenen Mitgliedern des Gremiums für ihre sachkundige Mitarbeit und ihren engagierten Einsatz zum Wohle der Gesellschaft. Auch die Zusammensetzung des Vorstands hat sich verändert. Die Vorstandsmandate der Herren Dr. Markus Müller, Dr. Martin Elspermann und Bertrand d Origny wurden jeweils einvernehmlich mit Wirkung zum Ablauf des 16. Mai 2010 beendet. Zu neuen Mitgliedern des Vorstands bestellte der Aufsichtsrat mit Wirkung zum 17. Mai 2010 die Herren Patrick Dixneuf und Holger Werner. Herr Werner wurde gleichzeitig zum zuständigen Vorstandsmitglied für den Bereich Arbeit und Soziales ernannt. Der Aufsichtsrat bestellte mit Wirkung zum 1. Oktober 2010 Herrn Dr. Ralf Schneider zum Mitglied des Vorstands der AMOS. Mit Wirkung zum 2. Dezember 2010 wurde das Vorstandsmandat von Herrn Dixneuf einvernehmlich beendet. Mit Wirkung zum 1. Januar 2011 bestellte der Aufsichtsrat am 2. Dezember 2010 Herrn Dr. Rüdiger Schäfer zum Mitglied des Vorstands. Aufgrund unserer eigenen Prüfung dieser von Vorstand und Abschlussprüfer vorgelegten Unterlagen erheben wir keine Einwendungen und schließen uns dem Ergebnis der Abschlussprüfung durch die KPMG an. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss genehmigt. Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die im Geschäftsjahr 2010 geleistete Arbeit Dank und Anerkennung aus. München, den 28. März 2011 Für den Aufsichtsrat: Dr. Christof Mascher Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der Allianz Managed Operations & Services SE geprüft und für das Geschäftsjahr 2010 einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Jahresabschluss, Lagebericht und Prüfungsbericht der KPMG lagen allen Mitgliedern des Aufsichtsrats vor und wurden in der Aufsichtsratssitzung am 28. März 2011 in Gegenwart des Abschlussprüfers umfassend behandelt. 5

6 Aufsichtsrat Mitglieder des Aufsichtsrats Unterjährig ausgeschiedene Mitglieder des Aufsichtsrats Dr. Christof Mascher Mitglied des Vorstands Allianz SE Vorsitzender Manfred Büttner Angestellter Allianz Managed Operations & Services SE Vertreter der Arbeitnehmer Jürgen Lawrenz Angestellter Allianz Managed Operations & Services SE Vertreter der Arbeitnehmer Patrick Dixneuf Leitender Angestellter Allianz SE Stellvertretender Vorsitzender (bis ) Dr. Ralf Schneider Leitender Angestellter Allianz Deutschland AG (bis ) Jacques Richier Chief Executive Officer Allianz France (ab ) Dr. Markus Rieß Vorsitzender des Vorstands Allianz Deutschland AG Stellvertretender Vorsitzender (ab ) Dr. Klaus-Peter Röhler Direttore Generale Allianz S.p.A. Italien 6

7 Vorstand Dr. Rüdiger Schäfer Mitglied des Vorstands (ab ) Holger Werner Mitglied des Vorstands Zuständiges Vorstands mitglied für den Bereich Arbeit und Soziales (ab ) Dr. Ralf Schneider Mitglied des Vorstands (ab ) Unterjährig ausgeschiedene Mitglieder des Vorstands Dr. Markus Müller Vorstandsvorsitzender Zuständiges Vorstandsmitglied für den Bereich Arbeit und Soziales (bis ) Bertrand d Origny Mitglied des Vorstands (bis ) Dr. Martin Elspermann Mitglied des Vorstands (bis ) Patrick Dixneuf Mitglied des Vorstands (ab bis ) Der Vorstand der Allianz Managed Operations & Services SE dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr herzlich für ihre Leistungen und ihre große Einsatzbereitschaft im Jahr Die Belegschaft der AMOS hat mit ihrem Engagement maßgeblich dazu beigetragen, den Integrationsprozess innerhalb der AMOS und den Ausbau des Shared-Services-Geschäfts erfolgreich voranzutreiben. Der Dank gilt ebenso den Arbeitnehmervertretern für die konstruktive Zusammenarbeit. 7

8 8 Lagebericht

9 AMOS Geschäftsbericht 2010 Lagebericht AMOS will best in class - Produkte und Dienstleistungen für die Kunden in der gesamten Allianz Gruppe bereitstellen und so zum Supplier of Choice der Kunden und Employer of Choice für jeden der Mitarbeiter werden. 1. Allgemeine Angaben Die Allianz SE hat 2010 mit dem Aufbau einer Shared- Services-Gesellschaft begonnen, die konzerninterne Dienstleistungen der Allianz aus einer Hand anbietet und allen Allianz Einheiten weltweit zur Verfügung stellt. Ziel ist es, die Fähigkeiten, Ideen und Talente von Mitarbeitern aus der ganzen Welt in einer globalen Einheit zu bündeln und den Kunden exzellente Produkte und Services zu niedrigen Kosten anzubieten. Aus der räumlichen und funktionellen Vernetzung und Integration bestehender Service-Angebote ergeben sich Synergien, die konsequent genutzt werden können. Gesellschaftsrechtlich vollzog sich der Aufbau der Shared-Services-Einheit durch die Umfirmierung der Allianz Shared Infrastructure Services SE (ASIC) im Mai 2010 in Allianz Managed Operations & Services SE (AMOS). Zeitgleich nahm die AMOS ihre Geschäftstätigkeit auf. Die AMOS ist als Societas Europaea (Europäische Aktiengesellschaft, SE) eine 100-%ige Tochter der Allianz SE. In den Vorstand wurden zunächst Holger Werner (verantwortlich für Services und die Zentralfunktionen) und Patrick Dixneuf (verantwortlich für Operations) berufen. Zum 1. Oktober 2010 kam Dr. Ralf Schneider als Verantwortlicher für den Geschäftsbereich IT hinzu. Als Nachfolger von Patrick Dixneuf übernahm Dr. Rüdiger Schäfer zum 1. Januar 2011 den Geschäftsbereich Operations. Im Februar 2011 hat die AMOS rund aktive Mitarbeiter. Sie sind vor allem im Geschäftsbereich IT tätig. 9

10 lagebericht 2. Strategie und strategische Geschäftsfelder Höhere Effektivität und Effizienz durch Shared Services Viele Konzerne haben in den letzten Jahren mit dem Aufbau interner Shared-Services-Einheiten begonnen. Die Attraktivität und stetig wachsende Akzeptanz von Shared Services ist kein Zufall. Der Aufbau von Shared Services hat das Ziel, zentral standardisierbare Dienstleistungen kostengünstiger und in höherer Qualität bereitzustellen als es dezentral möglich ist. Höhere Qualität bei gleichzeitig konstanten oder niedrigeren Kosten dies ist durch Standardisierung von Prozessen, Skaleneffekte und fachliche Spezialisierung erreichbar. Dabei geht es vorrangig um administrative Prozesse und Dienstleistungen. Shared-Services-Center werden in der Regel vom betreffenden Konzern selbst betrieben und stellen ihre Leistungen für dezentral geführte operative Geschäftseinheiten oder Konzernunternehmen bereit. Shared Services in der Allianz Gruppe Standardisierte Prozesse und einheitliche Betriebsmodelle verringern die Komplexität erheblich und bieten der Allianz Gruppe die Möglichkeit, ihre Leistungen effektiver und günstiger zu erbringen. Die Shared-Services-Center, die innerhalb der Allianz Gruppe bereits existieren, sind gute Beispiele dafür: So stellte die ehemalige Allianz Shared Infrastructure Services SE (ASIC) die IT-Infrastruktur für Allianz Gesellschaften in ganz Europa und verschiedenen außereuropäischen Regionen. Diese Leistungen wurden bereits unter das Dach der AMOS geführt. Ein anderes Beispiel ist das Shared-Services-Center der Allianz in Bratislava, das eine Reihe von Dienstleistungen zum Beispiel für Bilanzierung und Rechnungslegung für die Allianz Gesellschaften in Mittel- und Osteuropa erbringt. Die Allianz Gruppe hat jedoch die Möglichkeiten, die die Nutzung von Shared Services bietet, bei weitem noch nicht ausgeschöpft. AMOS ein globaler und integrierter Ansatz Die Gründung der AMOS im Mai 2010 war der Startschuss für den kontinuierlichen Transfer von bestehenden Allianz Einheiten in die neue AMOS. Den Anfang machte zum 17. Mai 2010 die Allianz Shared Infrastructure Services SE, gefolgt von der Allianz Common Applications and Services GmbH, die am 30. September mit der AMOS verschmolzen wurde. Beide Bereiche wurden dem Geschäftsbereich AMOS IT zugeordnet. Anfang Oktober folgten Einheiten aus dem Vorstandsbereich H4 der Allianz SE. Diese Einheiten wurden den AMOS Säulen IT, Operations und Services zugeordnet. Zum Jahresbeginn 2011 kamen weitere 342 Mitarbeiter aus den Bereichen Allianz Business System (ABS) und Business Intelligence (BI) der Allianz Deutschland AG zur AMOS. Shared Services Unter Shared Services wird die Bündelung von Dienstleistungen verstanden, die zuvor in verschiedenen Unternehmenseinheiten oder an verschiedenen Standorten parallel und praktisch identisch erbracht worden sind, um sie danach unternehmensintern allen Einheiten anzubieten. 10

11 AMOS Geschäftsbericht 2010 Transparenz Nutzen von Shared Services Spezialisierung und Erfahrung Skaleneffekte Standardisierte Prozesse Fokussierung auf das Kerngeschäft Reaktionsgeschwindigkeit Für die Gründung der AMOS waren über den generellen Shared-Services-Ansatz hinaus zwei Elemente wesentlich. Erstens: Die AMOS verfolgt einen integrierten Ansatz. Statt dem Angebot von einzelnen, selektiv gewählten Service-Produkten hat AMOS das Ziel, eine breite Palette von unternehmensinternen Dienstleistungen aus IT, Operations und Services anzubieten. Zweitens: AMOS arbeitet konsequent global. Ziel ist es, die Dienstleistungen weltweit anzubieten, denn die konzernweiten Einsparpotenziale und die Bündelung von Fähigkeiten können nur dann in voller Höhe ausgeschöpft werden, wenn möglichst viele Gesellschaften die Shared Services in Anspruch nehmen. Als Kunden werden deshalb grundsätzlich alle Unternehmen und Einheiten der Allianz Gruppe inklusive der Holding- Funktionen angesprochen. Die Gesellschaften profitieren vom wirtschaftlichen Nutzen, der hohen Produktqualität sowie von innovativen Lösungen und können sich dabei ganz auf ihr Kerngeschäft, die Finanzdienstleistung, konzentrieren. Geschäftsbereiche der AMOS Die AMOS stellt ihren Kunden im Allianz Konzern Produkte und Lösungen kostengünstig und in hoher Qualität in drei Geschäftsbereichen zur Verfügung: Geschäftsbereich IT Ein stabiler und gleichzeitig qualitativ hochwertiger IT- Betrieb, der von effizienten Prozessen unterstützt wird, ist essentiell für einen leistungsstarken Finanzdienstleister. Die AMOS IT beschäftigt zum 1. Februar aktive Mitarbeiter und ist einer der größten europäischen IT-Services-Provider im Finanzdienstleistungsbereich. AMOS IT liefert weltweit für die Allianz Gruppe Dienstleistungen rund um die IT-Infrastruktur und betreibt eines der größten Rechenzentren Europas. Hier werden Mainframe- und Server-Lösungen entwickelt, bereitgestellt, zuverlässig betrieben und alle damit zusammenhängenden Services gesteuert. Darüber hinaus erbringt die AMOS IT weltweit SAP- Serviceleistungen rund um zentrale Anwendungen und Prozesse in den Bereichen Finanzen, Investment, Personal- und Beschaffungswesen. Die gruppenweite Koordination und Vergabe der SAP-Applikations-Entwicklung und Wartung an externe SAP-Dienstleister gehört ebenso zu den Aufgaben wie die Etablierung einer standardisierten, gruppenweiten SAP-Anwendungsarchitektur. Ein weiterer Fachbereich innerhalb der AMOS IT verantwortet seit Januar 2011 den Aufbau, die Weiterentwicklung und den Applikationsbetrieb des Allianz Business Systems (ABS) und Business Intelligence. ABS ist die IT-Plattform für Kernversicherungsprozesse, die außer bei der Allianz Deutschland AG und ihren Tochtergesellschaften nun auch als Standardplattform bei anderen Allianz Gesellschaften etabliert werden soll. Die Verantwor- 11

12 Lagebericht tung für Analyse, Konzeption und Implementierung im internationalen Umfeld ist bei der AMOS IT angesiedelt. Geschäftsbereich Operations Im Geschäftsbereich Operations sind die Aktivitäten gebündelt, die sich mit Design und Implementierung des Allianz Zielbetriebsmodells und mit der Unterstützung von gruppenweiten Projekten beschäftigen. Derzeit sind 57 Mitarbeiter in Operations tätig. Das sind vor allem die Mitarbeiter von Allianz Group OPEX, die als interne Berater Gesellschaften der Allianz Gruppe und die Holding der Allianz Gruppe weltweit bei der Planung und Durchführung von strategischen Projekten unterstützen. Hinzu kommen zwei Projektgruppen für eine exzellente Schadenabwicklung und für die Einführung des Zielbetriebsmodells TOM in der gesamten Allianz Gruppe. Geschäftsbereich Services Im Geschäftsbereich Services der AMOS liegt der Schwerpunkt auf der Entwicklung und Bereitstellung von administrativen Dienstleistungen, die den Allianzinternen Kunden als Shared Services angeboten werden. Der Geschäftsbereich beschäftigt zum 1. Februar Mitarbeiter und befasst sich vor allem mit dem Aufbau von Angeboten in den Arbeitsgebieten Einkauf, Corporate Real Estate and Services, Financial Business Services und HR Services. Im Einkauf kann AMOS durch die Bündelung von Volumina wertvolle Skaleneffekte erzielen. Konzernweite Transparenz über den Beschaffungsbedarf trägt ganz erheblich zum Erfolg und zur richtigen Priorisierung der Einkaufsverhandlungen bei. Corporate Real Estate and Services optimiert gesellschaftsübergreifend die Nutzung von Büroflächen durch die Allianz Gruppe. Hierzu unterstützt der Bereich auch Verhandlungen mit Geschäftspartnern aus dem Immobilienbereich. OPEX steht für Operational Excellence und ist ein strukturierter Ansatz zur kontinuierlichen Prozessverbesserung mit dem Ziel, Kundenzufriedenheit unter gleichzeitiger Beachtung der Profitabilität zu erreichen. OPEX konzentriert sich auf folgende Ziele: Verbesserung der Kundenzufriedenheit (Effektivität) Rentabilität durch Kosteneinsparung (Effizienz) und Einbindung aller Prozessbeteiligten (Engagement) Bei den Financial Business Services wird AMOS zukünftig den Allianz Gesellschaften Services rund um das Rechnungswesen anbieten. Beim Aufbau von HR-Services geht es vor allem darum, administrative Tätigkeiten aus dem Personalwesen länderübergreifend zu vereinheitlichen. Zusätzlich ist im Geschäftsbereich Services auch das Service Management angesiedelt. Es arbeitet am Aufbau einer zentralen Schnittstelle zwischen AMOS und den Kunden. Die Einheit wird der klar definierte Ansprechpartner für alle AMOS Kunden werden, deren Anforderungen umsetzen, die erbrachte Servicequalität messen und so die Qualität der AMOS Dienstleistungen nachhaltig optimieren. 12

13 AMOS Geschäftsbericht Personal Die Gründung der Allianz Managed Operations & Services SE und der Aufbau der Shared-Services-Organisation hatte im Geschäftsjahr 2010 folgende Auswirkungen auf die Personalzahlen: Als Folge des Verkaufs der Dresdner Bank AG an die Commerzbank AG gingen im April 2010 zunächst 192 Mitarbeiter der damals noch unter Allianz Shared Infrastructure Services SE (ASIC) firmierenden Gesellschaft an die Commerz Systems GmbH über. Zum 1. Juli 2010 wechselten 72 AMOS IT-Mitarbeiter im Rahmen eines Betriebsteilübergangs zur Allianz Deutschland. Im Zuge der Verschmelzung der Allianz Common Applications and Services GmbH mit der AMOS zum 1. Oktober stieg der Personalbestand der AMOS um 280 Mitarbeiter. Zum gleichen Zeitpunkt folgten 142 Mitarbeiter aus dem Vorstandsbereich H4 der Allianz SE per Betriebsübergang zur AMOS. Zum 31. Dezember 2010 waren aktive Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den drei deutschen Standorten der AMOS in München, Frankfurt am Main und Stuttgart beschäftigt. In den Niederlassungen in Großbritannien, Irland, Belgien und den Niederlanden arbeiteten 227 Mit arbeiter (einschließlich Delegierungen) für die AMOS. Insgesamt 26 Auszubildende wurden 2010 zentral am Standort München ausgebildet. Zum 1. Januar 2011 kamen weitere 342 Mitarbeiter aus den Bereichen Allianz Business System (ABS) und Business Intelligence (BI) der Allianz Deutschland neu zum Geschäftsbereich IT der AMOS. Zum 1. Februar 2011 hat die AMOS bereits aktive Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten im Geschäftsbereich IT, 57 in Operations, 89 bei Services und 123 in den Corporate Functions. 13

14 Lagebericht 4. Schwerpunkte des Jahres Geschäftsbereich IT 2010 wurden die IT-Infrastruktur-Services und die SAP- Services unter dem Dach der AMOS gebündelt. In diesen Bereichen lag der Fokus auf folgenden Aktivitäten: AMOS IT Qualitätsoffensive Um die Qualität der IT-Services kontinuierlich zu steigern, wurde für den IT-Infrastruktur-Bereich der AMOS 2010 eine Qualitätsoffensive gestartet. In 30 Arbeitspaketen und sieben Kerninitiativen wurde die Qualität anhand klar definierter Service Levels und Key Performance Indicators (KPI) gemessen und verbessert. Die Kerninitiativen beschäftigten sich vor allem mit folgenden Themen: -Konsolidierung Eine zentrale, stabile und sichere -Plattform für alle Allianz Einheiten weltweit das ist eine der Kernaufgaben der AMOS IT. Rund Nutzer aus elf europäischen und asiatischen Allianz Gesellschaften wurden 2010 zusätzlich in das zentrale Mailsystem der Allianz eingebunden. Den insgesamt Anwendern steht die gesamte Microsoft Kommunikationspalette zur Verfügung angefangen von Web-Zugriff über Synchronisation von Mobilgeräten bis hin zu Mail-Archivierung. Durch diesen globalen Shared Service wird die Kommunikation im gesamten Unternehmen vereinfacht und lokale IT-Kosten werden gesenkt. Konsolidierung der europäischen Rechenzentren und Gründung von Niederlassungen Die IT-Infrastruktur, also Mainframes und Server der euro päischen Allianz Gesellschaften, wurde unter dem Dach der AMOS als Shared Service konsolidiert. Ein wich - tiger Meilenstein und ein konsequenter Schritt beim Ausbau der internationalen Tätigkeiten war 2010 die Grün dung europäischer Niederlassungen. Die lokalen Vertretungen stellen sicher, dass die Kunden vor Ort noch besser unterstützt werden, die Qualität kontinuierlich steigt und Kosteneinsparungen realisiert werden können. Die Niederlassungen in Großbritannien, Irland und den Niederlanden nahmen im Januar 2010 den Betrieb auf. Im Mai 2010 folgte die Niederlassung in Belgien wurden bei der technischen Migration die geplanten Meilensteine erreicht. Rund 800 Server von Allianz Niederlande, Schweiz, Belgien, Irland, Großbritannien und des Headquarters von Mondial Assistance in Paris wurden nach München überführt bzw. konsolidiert, abge schaltet oder in einen höheren Service-Level überführt. Internationaler Service Desk Der Allianz IT Service Desk ist Dreh- und Angelpunkt für die Behebung von Störungen und die Bearbeitung von Anfragen rund um den IT-Service und IT-Changes. Die Einrichtung eines Internationalen Service Desk im Juli 2010 war ein bedeutender Schritt hin zu einer serviceübergreifenden, globalen Anlaufstelle. Dabei unterstützt eine internationale Lösungsdatenbank die lokalen Call Center bei der Bearbeitung der Anwender-Anfragen eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Integration der internationalen Allianz Gesellschaften und der AMOS Niederlassungen ist damit erfüllt. Die Neugestaltung des AMOS IT Operation Center in Unterföhring 2010 fördert den intensiven Know-how-Austausch zwischen den Verantwortlichen der verschiedenen Prozess- Stufen und ermöglicht eine schnelle Lösungsfindung. 14

15 AMOS Geschäftsbericht 2010 Zukunftsweisende Technik und Überwachungsmechanismen im AMOS IT Operation Center Service Offering Readiness Die Lieferfähigkeit der Services zu optimieren, das war 2010 das Ziel der Service-Offering-Readiness-Initiative. Das IT-Service-Angebot zeichnet sich jetzt durch mehr Transparenz aus und die Qualität der Standard-Infrastruktur-Services wurde systematisch erhöht. Die AMOS Kunden können seit 2010 aus einem Servicekatalog mit 66 Standard-IT-Infrastruktur-Services wählen. Gemeinsam mit den Kunden wurden für jeden dieser Services Kriterien festgelegt, die die vereinbarte Lieferzeit und Qualität gewährleisten. Standardisiert und erfasst wurden auch die sogenannten Service Requests für bestehende Services. Diese rund 500 möglichen Service-Anforderungen umfassen alles, was Kunden bei einem Service benötigen zum Beispiel das Zurücksetzen eines Passworts oder die Rücksicherung von Daten. Sie wurden den 66 Standard-Services zusortiert und den Kunden sukzessive zur Bestellung elektronisch zur Verfügung gestellt werden die erarbeiteten Ergebnisse systematisch in die Tool-Landschaften integriert. Für die Projekte International Client Management und Global Network wurden Konzepte und Architekturen entwickelt wird der International Client für die Allianz Deutschland AG und ihre Tochtergesellschaften und die Allianz SE eingeführt werden. Die Mitarbeiter können sich dann jederzeit, von jedem Ort und von unterschiedlichen Endgeräten über eine gesicherte Verbindung via Intranet bzw. Internet mit dem Server verbinden und auf ihre kompletten Daten inklusive Desktop-Oberfläche zugreifen. Die Infrastruktur für die European IT Platform wurde ebenfalls erfolgreich bereitgestellt. Hier unterstützt die Offensive die zentrale Initiative Greenfield European Platform der Allianz Gruppe, mit der das Direkt- und Automotive-Geschäft länderübergreifend ausgebaut werden soll. Der Programmfortschritt der IT-Qualitätsoffensive wird in den vier Dimensionen Finanzen, Kundenorientierung, Prozesse und Mitarbeiter gemessen. Eine Scorecard steuert die Zielerreichung. Fazit: Die Ziele der Qualitätsoffensive für 2010 sind weitgehend erreicht und teilweise sogar übertroffen worden. Die Einsparungen sind deutlich höher als geplant. Regelmäßige Kundenbefragungen über alle Organisationsebenen hinweg ergaben klar: die Kunden sind mit den erbrachten Leistungen zufriedener. Unter anderem liegt dies an der Optimierung der Prozesse, durch die sich die Betriebsstabilität erheblich erhöht hat. Auch die Steuerung und Umsetzung bestehender Dienstleistungen zum Beispiel im Hinblick auf pünktliche Server-Bereitstellung hat sich signifikant verbessert und liegt innerhalb der mit den Kunden abgeschlossenen Service-Vereinbarungen. Die Qualitätsoffensive in der AMOS IT wird 2011 fortgeführt. Sie konzentriert sich auf die Themenfelder Kostenreduktion, Transparenz, Nachhaltigkeit der Konzepte bei der Service-Erbringung (Service Delivery Management), weitere Optimierung der Prozesse sowie Fortsetzung der Qualifizierungs-Maßnahmen. Zusätzlich werden die erfolgreichen Initiativen International Client Management und -Konsolidierung bei der Implementierung unterstützt. 15

16 Lagebericht SAP-Service-Management Die mit dem Global-Reporting-Programm angestrebte Harmonisierung und Standardisierung der Rechnungswesenprozesse wurde 2010 kontinuierlich vorangetrieben. Allianz Frankreich startete dazu das Projekt France. Die AMOS hat nach der Allianz SE, Allianz Deutschland, Großbritannien, Irland, Belgien und Griechenland im Rahmen des zum 1. Januar 2011 ebenfalls auf die Common Accounting Platform (CAP) gewechselt. Im Januar 2010 erfolgte die erfolgreiche Einführung der SAP Investment-Management-Accounting-Plattform (SAP-IMA) für Allianz SE und Allianz Deutschland. Damit konnte auch im Investmentbereich ein bedeutender Schritt zum Aufbau weiterer Shared Services gemacht werden. Allianz Deutschland, AMOS und Allianz Asia Pacific wurden 2010 an die SAP-basierte Lösung für erecruiting angebunden. In Kombination mit der Umstellung auf ein neues SAP Release und einem neuen Frontend konnte die Benutzerfreundlichkeit der Allianz Karrierewebsite weiter gesteigert werden. Dieses spiegelt sich auch darin wieder, dass die Website nach 2010 von dem schwedischen Marktforschungsund Beratungsunternehmen Potentialpark 2011 erneut als Beste Karrierewebsite Europas nominiert ist. Als Shared-Services-Center implementiert der AMOS IT-Bereich auch gruppenweite, zentrale IT-Systeme innerhalb der Funktionsbereiche, die nicht auf SAP-Lösungen basieren. So startete 2010 die Gruppeninitiative Anti-Money-Laundering-Program zur Vorbeugung gegen Geldwäsche und gegen die Finanzierung krimineller und terroristischer Aktivitäten. Mit der Oldenburgischen Landesbank und der Allianz Leben in Polen wurde die Pilotlösung im November 2010 auf der neu entwickelten Plattform in Betrieb genommen ist die Einführung für Allianz Deutschland und Allianz Frankreich geplant. Mit der grundlegenden Optimierung der SAP-Infrastruktur durch Server-Virtualisierung wurde 2010 ebenfalls begonnen. Mittlerweile konnten bereits 90 % der SAP- Systeme auf die Zielplattform migriert werden, was zu einer signifikanten Kostenreduktion in den Folgejahren beitragen wird Geschäftsbereich Operations 2010 kam die Allianz Group OPEX (AGO) unter das Dach der AMOS. Als unternehmensinterne Consulting-Einheit unterstützt AGO die erfolgreiche Umsetzung gruppenweiter Projekte und fungiert zudem als Drehscheibe für den Kompetenzaufbau innerhalb der Allianz unterstützte AGO 34 Gruppen- und Allianz SE- Projekte und beriet 17 Gesellschaften weltweit. Dadurch wurde ein Umsatz von 9,3 Millionen Euro erwirtschaftet, wobei das Ziel für 2010 ursprünglich bei nur 6,9 Millionen Euro lag. Am Ende eines Projektes wird das Feedback der Kunden eingeholt. Dabei sollen die Kunden auf einer Skala von 0 bis 10 bewerten, wie wahrscheinlich es ist, dass sie AGO einem Freund oder Kollegen weiterempfehlen. Der so ermittelte Net Promoter Score (NPS) lag 2010 bei 79 % und übertraf damit das gesetzte Ziel von 70 %. 16

17 AMOS Geschäftsbericht 2010 Der Black Belt ist die höchste Qualifizierung im Rahmen des OPEX-Qualitätsmanagementprogramms. AGO ist des Weiteren für die Entwicklung und Einführung des OPEX-Qualitätsmanagements verantwortlich wurde das Ziel, Black Belts nach der OPEX- Methodik zu schulen, erreicht. Weitere Allianz Mitarbeiter erhielten ein Training als OPEX Blue Belts wurde darüber hinaus Social OPEX ins Leben gerufen. Mit diesem Programm haben Allianz Mitarbeiter die Möglichkeit, ausgewählte soziale Initiativen mit ihrem betriebswirtschaftlichen Know-how und ihren OPEX- Fähigkeiten zu unterstützen. Zehn Social OPEX-Teams nahmen im Laufe des Jahres hierfür an Fortbildungen teil, insgesamt wurden sechs soziale Projekte erfolgreich abgeschlossen Geschäftsbereich Services Mitte 2010 begann ein Projektteam mit der Analyse des Shared-Services-Potenzials innerhalb der Allianz Gruppe. Zunächst wurde zusammen mit Vertretern der obersten Führungsebene die Vision einer integrierten Shared-Services-Organisation auf Gruppen- und Gesellschaftsebene entwickelt und geschärft. Im Anschluss untersuchte das Projektteam, welche Einheiten und Aufgaben zur strategischen Ausrichtung der AMOS passen und deshalb in die AMOS integriert werden sollten. Aufgrund des großen Potenzials standen dabei administrative Services im Fokus. Die möglichen Verbesserungen und Einsparungen für die Allianz Gruppe, die technische Machbarkeit und die Implikationen für die Schnittstellen zwischen AMOS und den Allianz Gesellschaften sowie die zu installierenden Steuerungsgremien wurden in umfangreichen Analysen und Bewertungen untersucht. Das Ergebnis war der Blueprint, also das übergeordnete Konzept für die AMOS Services. Ende 2010 hat der Vorstand der Allianz SE der Umsetzung des Konzepts zugestimmt. Abhängig vom internationalen Einheitlichkeits- und Reifegrad der jeweiligen Bereiche werden die Vorschläge nun schrittweise implementiert bzw. weiter detailliert, so dass sie zeitnah umgesetzt werden können. Im Einkauf findet bereits seit einigen Jahren eine Koordination über Gesellschaftsgrenzen hinweg statt, auf die nun aufgebaut werden kann. Hier werden bereits 2011 erhebliche Synergien realisiert werden. Für die AMOS Services wurde das Vorgehen und das Konzept gemeinsam mit der Allianz Deutschland, Österreich, Schweiz und Frankreich erarbeitet. Die Shared Services der AMOS sollen aus einem weltweiten Netz von Niederlassungen und regionalen Zentren erbracht werden. Die existierenden Niederlassungen der AMOS in Großbritannien, Irland, Belgien und den Niederlanden sind Teil dieses Netzes, das weiter ausgebaut werden soll. Das Projektteam wurde mittlerweile in die Linienorganisation eingebunden, da die Etablierung und Optimierung von Shared Services eine dauerhafte Aufgabe ist. Einkauf Im Geschäftsbereich Services hat die AMOS mit dem Aufbau einer globalen Einkaufsstruktur begonnen. Der zentrale IT-Einkauf war bereits mit der Gründung der AMOS im Mai 2010 von der ehemaligen Allianz Shared Infrastructure Services SE zur AMOS übergegangen und erbringt auch unter dem Dach der AMOS nationale und internationale Dienstleistungen für den gesamten Allianz Konzern. Globale Rahmenverträge, das Bündeln von Einkaufsvolumina und die Einbindung in internationale und nationale Projekte sind die Hebel, um beste Preise für alle Kunden zu erzielen. Gleichzeitig war der IT-Einkauf 2010 auch Dienstleister für die europäischen Niederlassungen der AMOS in Großbritannien, Irland, Belgien und den Niederlanden und trug so zur lokalen Implementierung der Allianz IT-Strategie bei. 17

18 Lagebericht Der zentrale Non-IT-Einkauf wurde im Oktober 2010 von der Allianz SE in die AMOS überführt und mit dem IT-Einkauf zusammengeführt. Er konzentriert sich vorwiegend auf internationale Preis- und Mengenmaßnahmen, zum Beispiel für Geschäftsreisen, Marketingdienst leistungen, Beschaffung von Büromaterial oder Zeitarbeit. Es gibt aber auch nationale Einkaufsmaßnahmen, wie beispielsweise die 2011 umzusetzenden Maßnahmen im Facility Management der Allianz Deutschland, die zusammen mit dem lokalen Einkauf erarbeitet und umgesetzt werden. Corporate Real Estate and Services Das Geschäftsmodell für die neue globale Corporate Real Estate-Funktion wurde 2010 entwickelt und wird seit Anfang 2011 gemeinsam mit Allianz Frankreich in einer Testphase auf den Prüfstand gestellt. Daneben wurden neue und bereits laufende Umzugs-Projekte in verschiedenen Ländern begleitet. Hier wird ab 2011 eine Datenbank unterstützen, in der alle Mietverträge der mehr als vier Millionen Quadratmeter umfassenden Bürofläche der Allianz verwaltet werden. Der Bereich Business Services hat 2010 fünf Projekte initiiert, um allen Allianz Gesellschaften weltweit Services anzubieten, die bisher in der Form nicht oder nur mit erhöhtem Aufwand und Kosten erbracht werden konnten. Dazu zählen unter anderem Übersetzungsservices und das Management der eigenen Versicherungen. Die Umsetzung und weitere Optimierung dieser Services wird 2011 nach einer Testphase erfolgen. Financial Business Services Der Bereich Financial Business Services (FBS) erbringt Leistungen rund um das Rechnungswesen und verwandte Services. FBS hat die Verschmelzung der ACAS und den Transfer von operativen Einheiten des Vorstandsressorts H4 aus der Allianz SE begleitet. Im Rahmen des Projekts wurde im zweiten Halbjahr die Migration der Buchhaltung der AMOS auf die SAP Common Accounting Platform (CAP) vorbereitet und zum Jahreswechsel erfolgreich umgesetzt. Mit der Migration wurden die Prozesse im Rechnungswesen der AMOS harmonisiert und standardisiert. Darüber hinaus wurde der Blueprint für künftige Financial Shared Services entwickelt. Hierbei wurden wesentliche Geschäftsprozesse in der Grundstruktur analysiert und beschrieben und ein Vorschlag für das künftige Design potenzieller Shared Services im Rechnungswesen entwickelt. Service Management Im Rahmen des Gesamtprojektes AMOS Services wurden 2010 erste Konzepte und Inhalte für ein übergreifendes Service Management entwickelt. Um ein optimales Vorgehen zu gewährleisten, hat der Bereich die Geschäftsmodelle nationaler und internationaler Shared-Services- Organisationen analysiert und in direkten Vergleich zur AMOS gesetzt. 18

19 AMOS Geschäftsbericht Vielfältiges Umweltengagement Die Allianz gehört zu den Wegbereitern einer nachhaltigen Entwicklung in der Finanzdienstleistungsbranche und verfolgt im Hinblick auf die langfristigen Herausforderungen einen strategischen Ansatz. Nachhaltigkeit ist im Kerngeschäft und bei internen Prozessen, wie beispielsweise in der IT, fest verankert. Themen wie der Schutz von Umwelt und Klima sind auch im Fokus der AMOS Nachhaltigkeitsstrategie und werden in der Lieferkette berücksichtigt. So wird am Standort Unterföhring unter anderem für die Druckerei und das Rechenzentrum konsequent Energie aus Wasserkraft eingesetzt. Geschlossene Recycling-Kreisläufe bei allen verwendeten Ressourcen wie Papier, Toner, Entwicklern und Fixierölen werden seit vielen Jahren praktiziert. Darüber hinaus wurde flächendeckend Recyclingpapier bzw. umweltfreundliches FSC-Papier (Forest Stewardship Council) eingeführt. Im Rahmen der GoGreen-Initiative der deutschen Post versendet das Output Center der AMOS die Post an die deutschen Allianz Kunden seit 2008 CO2-neutral. Das bedeutet, über 150 Millionen Briefe werden jährlich unter Einsatz alternativer Fahrzeuge und Kraftstoffe zugestellt. Gleichzeitig werden die CO2- Emissionen über Klimaschutzprojekte ausgeglichen wurden so erneut nahezu Tonnen CO2 ausgeglichen. Im Rechenzentrum trägt unter anderem die zunehmende Virtualisierung der Systeme zur Senkung des Energieverbrauchs bei. Mit der Abwärme aus dem Rechenzentrum werden außerdem die umliegenden Bürogebäude beheizt. Gleichzeitig werden auch die IT-Geräte energieeffizienter wurden die AMOS Hardware-Einkaufsrichtlinien entsprechend verschärft. Alle heute eingesetzten Geräte müssen in der Energy-Star-Datenbank gelistet sein. Energy Star ist eine Produktkennzeichnung für energiesparende Geräte. Darüber hinaus wird bei der Beschaffung von PCs und Laptops auf die sogenannten EPEAT- Kriterien geachtet. EPEAT steht für Electronic Product Environmental Assessment Tool und bewertet elektronische Produkte hinsichtlich 51 umweltrelevanter Kriterien wie zum Beispiel Schadstoffarmut nach RoHS-Vorgaben (Restriction of Hazardous Substances). Ein Großteil der CO2-Emissionen ist nach wie vor auf Reisetätigkeiten zurückzuführen. Zusammen mit dem Energie- und Papierverbrauch verursachen Reisen 99 % der CO2-Emissionen der Alllianz Gruppe. Der AMOS IT-Infrastruktur-Bereich hat einen umfassenden, weltweit verfügbaren Videokonferenz-Service für die Allianz entwickelt. Allianz-interne Verbindungen werden nicht mehr über ISDN aufgebaut, sondern über das bereits vorhandene interne IP-Netzwerk. Positiver Nebeneffekt: Dadurch entfallen auch Telefongebühren und vor allem erhöht sich die Bildqualität auf High-Definition-Niveau. Dies entspricht in etwa der Qualität einer aktuellen Heimkinoanlage. So entwickeln sich Videokonferenzen zu einer echten Alternative zu Dienstreisen. Die Mitarbeiter der AMOS werden laufend für den spar - samen Umgang mit Ressourcen sensibilisiert. Eine Projektgruppe entwickelt ganzjährig Aktionen und Initiativen, um nachhaltige Maßnahmen zur Ressourcen-Schonung zu identifizieren und die Umsetzung anzustoßen. 19

20 Lagebericht 5. Geschäftsverlauf Im Laufe des Geschäftsjahres 2010 durchlief die AMOS mehrere Neu- und Umorganisationsprozesse. In einem ersten Schritt nahmen im Januar die Niederlassungen in Großbritannien, Irland und den Niederlanden den Betrieb auf. Anfang Mai folgte die Gründung der Niederlassung in Belgien. Damit hatte die AMOS Ende 2010 vier ausländische Niederlassungen. Im Rahmen der Gründungen wurden die erforderlichen Vermögensposten, wie z. B. Softwarelizenzen, sowie die relevanten Verträge, z. B. Wartungsverträge, aus den jeweiligen lokalen Allianz Gesellschaften in die lokalen AMOS Niederlassungen transferiert. Im Zuge der Internationalisierung konnten 2010 wesentliche Fortschritte bei der Migration ausländischer Rechenzentrums-Komponenten an den zentralen Standort in München erzielt werden. In diesem Zusammenhang wurde der IT-Infrastruktur-Bereich reorganisiert, so dass die Services effizienter und kostengünstiger erbracht werden können. Um die Qualität der Services nachhaltig zu verbessern, wurde zudem ein Qualifizierungsprogramm mit Unterstützung einer externen Prozessberatungs-Gesellschaft gestartet. Am 17. Mai 2010 wurde die Allianz Shared Infrastructure Services SE (ASIC) in Allianz Managed Operations & Services SE (AMOS) umbenannt, um dem neuen erweiterten Geschäftszweck eines umfassenden Shared-Service- Centers Rechnung zu tragen. Die Organisation der AMOS gliedert sich seitdem in die drei Säulen IT, Operations und Services lag der Schwerpunkt der Geschäftsaktivitäten auf den IT-Services. In diesem Bereich ist das Geschäft der vormaligen ASIC, also das Erbringen von IT- Infrastruktur-Services, gebündelt. Mit der Verschmelzung der Schwestergesellschaft Allianz Common Applications and Services GmbH (ACAS) am 30. September ging auch deren Geschäft weltweite SAP-Serviceleistungen rund um zentrale Anwendungen und Prozesse in den Bereichen Finanzen, Investment, Personal- und Beschaffungswesen in den Geschäftsbereich IT der AMOS über. Anfang Oktober 2010 kamen im Wege eines Betriebsübergangs nach 613 a BGB noch Holding-Einheiten aus dem Vorstandsbereich H4 der Allianz SE hinzu. Diese Holding-Einheiten wurden den drei Säulen IT, Operations und Services zugeordnet. Wie in den Vorjahren erbrachte die AMOS 2010 den Großteil ihrer Serviceleistungen innerhalb der Allianz Gruppe. Der Anteil des Drittmarktgeschäfts wurde wesentlich durch das Geschäft mit der Commerzbank AG bestimmt. Die Erweiterung der Organisation um die ACAS und die Holding-Bereiche erhöhte den Anteil der konzerninternen Intercompany-Leistungen, Drittgeschäft wurde hier nicht erzielt. In der Folge werden die Zahlen des Geschäftsberichts 2009 der ASIC mit den Zahlen 2010 der neuen, erweiterten AMOS verglichen. Neben den organisatorischen Einflüssen ist auch die Umstellung im Geschäftsjahr 2010 auf die veränderten Berichtspflichten, die durch das BilMoG (Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz) entstanden sind, beim Vergleich zu berücksichtigen. Die Bilanzsumme der AMOS ist im Rahmen der genannten organisatorischen Erweiterung um 45,0 Millionen von 219,8 Millionen Euro Ende 2009 auf 264,9 Millionen Euro Ende 2010 gestiegen. Dieser Anstieg ist auf der Aktivseite zu rund 80 % durch eine deutliche Steigerung des Anlagevermögens und zu etwa 17 % durch einen Anstieg der Vorräte bedingt. Das Anlagevermögen erhöhte sich zum einen durch die Übernahme von SAP- Lizenzen im Wert von 32,6 Millionen Euro von der Allianz SE Anfang Juli Diese Lizenzen wurden der AMOS von der Allianz SE im Hinblick auf die Verschmelzung mit der ACAS bereit gestellt. Der Lizenztransfer erfolgte im Rahmen einer Sacheinlage der Allianz SE in die Kapitalrücklage der Gesellschaft. Zum anderen übernahm die AMOS am Jahresende von der Allianz Deutschland AG Mietereinbauten in Höhe von 17,7 Millionen Euro für das bestehende Rechenzentrum im Betriebsgebäude 20

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