3 Der Markt. 3.1 Der Markt Kern unserer Wirtschaft. Überblick

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1 30 I. Wirtschaft 3 Der Markt Überblick In diesem Kapitel lernst du, was ein Markt ist und welche Funktion er hat, welche Faktoren ngebot und Nachfrage beeinflussen, wie sich der Marktpreis bildet und wovon er abhängig ist, welche Marktformen es gibt und welche Rolle diese Marktformen in unserer Wirtschaft spielen. 3.1 Der Markt Kern unserer Wirtschaft Oliver trägt zwei schwere Einkaufstüten vom Wochenmarkt nach Hause. Er hofft, dass er nichts von dem vergessen hat, was ihm seine Mutter aufgetragen hatte. Obwohl er nicht sehr gerne einkauft, ist der Einkauf auf dem Wochenmarkt immer etwas Besonderes. Ihm gefallen das rege Treiben, die Rufe der Marktschreier, die verführerischen Düfte, überhaupt das große ngebot an frischem Obst, Gemüse, Fleisch oder Fisch. Sogar Kleidung, Elektronik, Schuhe und viele andere Waren sind auf dem Wochenmarkt zu finden. Die Verkäufer rufen ihre ngebote in die Menschenmenge, die Käufer begutachten, prüfen und kosten die einzelnen Waren. Einige schlendern auch nur an den Ständen vorbei, schauen oder unterhalten sich mit Bekannten. Grundfragen aller Volkswirtschaften: was wie für wen wird produziert? So wie diesen Wochenmarkt gibt es Tausende andere Märkte. Sie sind der unverzichtbare Kern unserer Wirtschaftsordnung. uf einem Markt kommen Verkäufer (nbieter) und Käufer (Nachfrager) zusammen. Das kann auf dem Wochenmarkt sein, im Internet, im Baumarkt, am Telefon oder an einem Kiosk. Der Markt ist der Treffpunkt von ngebot und Nachfrage.

2 3 Der Markt 31 Der Markt stellt die Verbindung zwischen n und sowie zwischen und her. Kaum jemand kauft Güter direkt bei den ein. Nur in seltenen Fällen gibt es den sogenannten Werks- oder Fabrikverkauf, bei dem die Kunden direkt im Herstellerbetrieb einkaufen. Und nicht immer bietet ein rbeitnehmer seine rbeitskraft oder sein Wissen direkt beim Unternehmer an oft wird er auch über eine rbeitsagentur vermittelt. uch für den Kauf und Verkauf von ktien wird ein Markt gebraucht, nämlich die Börse. ktien sind Wertpapiere, die einen Eigentumsanteil an einer ktiengesellschaft verbriefen. Ein Markt führt also die Interessenten an Gütern und Diensten zusammen. Betrachtet man bb. 31.2, erkennt man den Güterfluss aus dem einfachen Wirtschaftskreislauf wieder. uf dem Markt bildet sich auch der Preis einer Ware. Wie hoch oder niedrig der Preis ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab (siehe bschnitt 3.2). ber auch auf die Nachfrage und das ngebot wirken verschiedene Einflussfaktoren ein. ngebot Markt bb. 31.1: Einfaches Marktmodell Güter und Dienste Kapitel, Inves tionsgüter ngebot rbeit und Wissen, Kapital Markt bb. 31.2: Erweitertes Marktmodell Nachfrage rbeit und Wissen, Kapital, Investionsgüter Nachfrage Güter und Dienste, Kapital Die Nachfrage ist abhängig: vom Preis des Gutes (gleiche Qualität vorausgesetzt). Je niedriger der Preis eines Gutes ist, desto mehr wird davon nachgefragt. von der Preisentwicklung. Sind Steuererhöhungen angekündigt, reagieren die Käufer oft mit vorgezogenen Käufen. von der Kaufkraft. In Gebieten mit hoher rbeitslosigkeit ist die Kaufkraft der Menschen geringer. von den Bedürfnissen. Die Bedürfnisse der Käufer im ländlichen Bereich sind anders als die in Städten. Das ngebot ist abhängig: vom Preis des angebotenen Gutes. Je teurer ein Produkt verkauft werden kann, desto mehr wird der Unternehmer davon auf den Markt bringen. von den Gewinnerwartungen. Bei guter Wirtschaftslage wird der Reingewinn nach bzug aller Kosten höher ausfallen als bei schlechter Wirtschaftslage. von den Wünschen der Nachfrager. Saisonbedingt werden verschiedene Waren in größeren oder kleineren Mengen angeboten (z. B. Skisaison). von den Produktionsmöglichkeiten. Begrenzt wird die Menge der angebotenen Waren durch die vorhandenen Produktionskapazitäten des Unternehmers. 1. Nenne weitere Beispiele für Märkte! 2. Sammle Zeitungsausschnitte zum Thema und ordne sie den Einflussfaktoren von Nachfrage und ngebot zu! 3. Gibt es auch noch weitere Einflussfaktoren auf die Höhe von Nachfrage und ngebot?

3 4 Geld und Zahlungsverkehr 53 M Mindmap zur Strukturierung eines Themas Mindmapping ist eine einfache Kreativitätsmethode, um ein Thema zu strukturieren und zu ordnen. Mindmaps unterstützen den Denkprozess durch grafische Visualisierung der Gedanken. uf diese Weise kannst du dir schnell einen Überblick über ein Thema verschaffen und damit verbundene ufgaben besser lösen. Wie erstelle ich eine Mindmap? 1. Blatt (DIN 4) quer legen 2. Das zentrale Schlüsselwort in die Mitte schreiben 3. Vom Zentrum nach außen verzweigen vom llgemeinen zum Speziellen innen stärkere Zweige nach außen verfeinern 4. Schlüsselwörter / Stichworte verwenden (Substantive, djektive oder Verben) möglichst einzelne Wörter keine Sätze keine Wertigkeit der Zweige durch Nummerierung 5. Symbole, Bilder und Farben verwenden 6. Verbindungslinien und Hinweispfeile einzeichnen Durch die visuelle Gestaltung mit Farben und Bildern wird ein räumliches Bewusstsein, ein Gesamtbild hervorgerufen. Dies unterstützt den Denkprozess und hilft dir dabei, Strukturen zu schaffen. Beim Mindmapping bindest du beide Gehirnhälften aktiv ein. ls Ergebnis werden Erinnerungsprozesse und Wiederholungstechniken effektiver und schneller. Mindmaps kannst du schrittweise aufbauen, jederzeit erweitern und überarbeiten. Innere Zweige dicker dargestellt äußere Zweige Symbole Notrufnummern Farben Idee elektronischer Zahlungsverkehr dünner dargestellt! EC-Karte POS POZ EC + Unterschrift EC + PIN Geldausgabeautomat $ Idee Homebanking zentrales Schlüsselwort 1. Vervollständige die Mindmap zum Thema elektronischer Zahlungsverkehr! 2. Erstelle eine Mindmap zum Thema Jugendliche und ihr Umgang mit Geld!

4 54 I. Wirtschaft Zusammenfassung In diesem Kapitel hast du gelernt, wie sich das Geld ausgehend von der rbeitsteilung und Spezialisierung entwickelt hat. Dabei hast du die verschiedenen Stufen wie Warengeld, Wägegeld, Münzgeld, Papiergeld und Buchgeld sowie elektronisches Geld kennengelernt. Damit Geld seine ufgaben erfüllen kann, muss es als allgemeines Tauschmittel, allgemeines Zahlungsmittel (Wertübertragungsmittel), Wertmesser und Recheneinheit (Vergleichsmaßstab), Wertaufbewahrungsmittel und allgemeines Kreditmittel anerkannt werden. Weiterhin hast du den Zusammenhang zwischen dem Wert des Geldes und der Kaufkraft kennengelernt und erkannt, dass sowohl Inflation als auch Deflation für unser Wirtschaftssystem schädlich sind. Beim Zahlungsverkehr stehen dir verschiedenste Möglichkeiten offen. Die Barzahlung wird am häufigsten verwendet, verliert aber immer mehr an Bedeutung. Daher ist das Girokonto heute eine Grundvoraussetzung zur Teilnahme am Zahlungsverkehr. Mit einem Girokonto kannst du bargeldlose Zahlungen in Form von Überweisungen, Daueraufträgen und Lastschriftverfahren nutzen. Dabei spielt die EC-Karte mit ihren vielfältigen Funktionen eine bedeutende Rolle im täglichen Zahlungsverkehr. Daher ist es wichtig, dass du sorgsam mit EC-Karte, PIN und TN umgehst und im Schadensfall schnell reagierst. bschlussaufgaben 1. Fasse die Entwicklung des Geldes vom Naturaltausch bis zum elektronischen Geld zusammen! 2. Erkläre den Zusammenhang zwischen Geldentwicklung und rbeitsteilung! 3. Erkläre die Unterschiede zwischen Überweisung, Dauerauftrag und Lastschriftverfahren mit den Untertypen Einzugsermächtigung und bbuchungsverfahren! 4. Stelle Vor- und Nachteile von Barzahlung, elektronischer Zahlung und Homebanking in geeigneter Form gegenüber! 5. Wie verhältst du dich, wenn ein Mitarbeiter deiner Bank anruft und nach deiner PIN fragt? 6. Stelle verschiedene Zahlungsarten gegenüber und bewerte sie! Barzahlung Rechnung bbuchung EC-Karte Datenschutz Zahlungszeitpunkt (erst Ware, dann Geld oder umgekehrt) Stornierungsmöglichkeit Zusatzkosten Zeitaufwand Vorbereitung Eigene Wertung

5 58 II. Berufswahlvorbereitung bb. 58.1: Der Thüringer Berufswahlpass Zur Selbsteinschätzung siehe S. 60 f. 5.2 Der Thüringer Berufswahlpass Der Thüringer Berufswahlpass gibt dir Hilfen auf dem Weg zu deiner Berufsausbildung. Er kommt ab der 7. Klasse in verschiedenen Fächern zum Einsatz. Für das Führen des Berufswahlpasses bist du selbst verantwortlich. Deine Eltern und deine Lehrer werden dich dabei unterstützen. Wenn du kontinuierlich damit arbeitest, wirst du im Laufe der Jahre auch Veränderungen in deiner Entwicklung feststellen. Führe den Berufswahlpass sorgfältig. Dies wird dir bei der Berufsentscheidung am Ende deiner Schulzeit helfen. Der Berufswahlpass besteht aus drei Teilen. Der erste Teil bietet dir ngebote zur Berufsorientierung. Hier kannst du die Informationen zusammentragen, mit denen dich deine Schule auf dem Weg zur Berufsausbildung begleitet. Dazu gehören die nsprechpartner deiner Schule wie der Beratungslehrer oder der Verantwortliche für die Berufswahlvorbereitung. uch dein Lehrer für Wirtschaft und Recht kann dich in Fragen der Berufswahlvorbereitung beraten. Die Kammern der Wirtschaft bieten vielfältige Unterstützung bei der Berufswahl, zum Beispiel ktionstage zur beruflichen Orientierung. Die dressen solltest du im Berufswahlpass zusammentragen. ußerdem solltest du die Kontaktadresse des zuständigen Berufsberaters der gentur für rbeit eintragen. Die Berufsberater der gentur für rbeit informieren und beraten, vermitteln usbildungsmöglichkeiten und fördern die Berufsausbildung finanziell. Zur gentur für rbeit gehören auch die Berufsinformationszentren (BIZ). Der zweite Teil des Berufswahlpasses begleitet dich auf deinem Weg zur Berufswahl. Hier findest du Vorlagen, mit deren Hilfe du deine Stärken und Schwächen ermitteln kannst. Die Methode ist einfach. Versuche dich möglichst genau selbst einzuschätzen. Du findest im Berufswahlpass eine Tabelle mit Fähigkeiten, nach denen du dich einschätzen kannst. Neben der Selbsteinschätzung ist eine Fremdeinschätzung sinnvoll. Bitte deine Eltern, deine Geschwister, deine beste Freundin oder den besten Freund, deine Fähigkeiten zu beurteilen. Die Einschätzungen zeigen dein persönliches Profil. Wenn die Einschätzungen übereinstimmen, so sind das Interessen und Fähigkeiten, die auf dich zutreffen. Damit hast du Hinweise für deine weitere Planung. Der dritte Teil ist für Dokumentation vorgesehen. lles was dir bei einer späteren Bewerbung um eine usbildungsstelle helfen kann, wie Zeugnisse, Zertifikate für ein Betriebspraktikum oder Teilnahmebestätigungen bei Wettbewerben, kannst du hier zusammentragen und abheften. Um erfolgreich bei der Berufswahl zu sein, müssen viele Fragen geklärt werden. Bereits frühzeitig kannst du damit beginnen, deine Fähigkeiten und Stärken, aber auch deine Schwächen zu erkunden. Nur so kannst du ein Ziel bestimmen, auf das du zuarbeiten willst! bb. 58.2: Beratungsgespräch bei der gentur für rbeit

6 5 Berufswahlswahlvorbereitung in der Orientierungsphase 59 Thomas fragt sich: Wie schaffe ich es, alle Schritte zur richtigen Zeit zu erledigen und nichts zu vergessen? uch hier hilft der Berufswahlpass: Er enthält einen möglichen Fahrplan auf dem Weg zum Beruf. In der 7. und 8. Jahrgangsstufe stehen vor allem Information und Orientierung im Mittelpunkt. In den nächsten Jahren schließen sich die Phasen der Entscheidung und Bewerbung an. Klasse 7 usgabe des Berufwahlpasses eigene Stärken und Schwächen erkunden Klasse 8 Klasse 9 erstes Betriebspraktikum mit dem Ziel, Berufsbilder zu erfahren persönliches Profil durch Selbst- und Fremd- einschätzung ermitteln Berufe von Eltern, Verwandtenen und Bekannten erkunden Klasse 10 bei der Berufsberatung anmelden! Berufswahltests machen! dressen von usbildungsbetrieben besorgen Bewerbungsunterlagen zusammenstellen INFORMIEREN BEWERBEN ENTSCHEIDEN ins BIZ gehen! auf Tests und Vorstellungs- zweites gespräch vorbereitenreiten Betriebspraktikum Bewerbungsbeginn für bestimmte Berufe beachten! Berufswünsche können sich mit dir ändern deswegen: Immer am Ball bleiben! 1. Überprüfe in deinem Berufswahlpass, ob du schon alle persönlichen ngaben sauber eingetragen hast! Wenn nicht, hole es nach! 2. Informiere dich bei deinen Eltern, bei Verwandten oder Bekannten über ihren Beruf! Was interessiert dich persönlich an diesen Berufen? 3. Wer ist der / die Berufsberatungslehrer / in deiner Schule? Trage den Namen in den Berufswahlpass ein! 4. Wie findest du Kontakt zum zuständigen Berufsberater der gentur für rbeit? 5. Ermittle die Kontaktadressen der nächsten Industrie- und Handelskammer (IHK) und Handwerkskammer (HWK)! Informiere dich dort über Veranstaltungen zur beruflichen Orientierung und überlege, ob eine Teilnahme daran sinnvoll sein könnte!

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