Die Welt blickt nach Japan

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1 H NEWCOMER AUSGABE April Die Welt blickt nach Japan Das Erdbeben in Japan erschüttert auch die Weltwirtschaft. BIOPRODUKTE Lebensmittel- und Umweltskandale lassen Öko-Nachfrage steigen SEITE 2 PRAKTIKUM Drei Wochen im Entwicklungs - zentrum bei Ford SEITE 7 FINANZKOMPETENZ Wie Jugendliche ihr Geld im Griff behalten SEITEN I - IV GESAGT... Thorsten Giersch Handelsblatt Düsseldorf Es war ein Freitag, Uhr. Die Menschen freuen sich aufs Wochenende. Plötzlich bebt die Erde. Tausende Menschen sterben. Auf das Beben folgt ein Tsunami, eine Riesenwelle, die die Küsten im Nordosten des Landes verwüstet. Als ob die Katastrophe allein noch nicht schlimm genug wäre, erschüttert nun ein weiteres Problem das Land und bald darauf auch die ganze Welt: Im Atomkraftwerk Fukushima fällt der Strom aus. Die Batterien halten nicht lange. Und ohne Strom können die Brennstäbe nicht gekühlt werden. In den folgenden Tagen kommt es in Fukushima zu Explosionen, Bränden und gefährlicher Strahlung. Die ganze Welt hält den Atem an, weil sie sieht, wie gefährlich die Atomkraft ist. In Deutschland werden alte Meiler plötzlich abgeschaltet (siehe auch Seite 6). Die Börsen in aller Welt reagieren geschockt auf all diese Nachrichten: Die Kurse brechen ein. Allein an einem Tag werden rund eine halbe Billion Euro Folgen sind noch nicht absehbar vernichtet. Dafür könnte man in Deutschland circa jedem zweiten Fahrer einen VW Golf kaufen. Doch das ist noch nicht alles. Die Wirtschaft Japans erleidet einen herben Rückschlag. In großen Unternehmen wie Toyota stehen die Produktionsbänder still. Doch es trifft nicht nur die Autobauer. Auch Sony ist stark betroffen eben viele Konzerne, die Elektronik herstellen. Hinzu kommt: In Japan werden auch viele Dinge produziert, die man in alle Welt exportiert. Und da die Atomstrahlung so intensiv ist, könnten auch diese kleinen Zulieferteile (siehe Seite 8) betroffen sein. Wenn man die nun irgendwo in Europa oder den USA zum Beispiel in Fernsehern einbaut, könnte der gesamte Fernseher eine höhere Strahlung aufweisen und müsste entsorgt werden. Auch wenn es befremdlich klingt, es gibt auch Unternehmen, die von dem Beben und seinen Folgen profitieren: Die Medienkonzerne freuen sich über hohe Einschaltquoten und Auflagen. Die Aktien der Hersteller von Wind- und Solaranlagen steigen, weil Öko-Energie nun begehrter ist. Und die Pharmabranche (siehe Seite 8) verkauft zig Produkte gegen Strahlenschäden. Heute bin ich froh, dass ich mein Fachabitur in der Tasche habe, auch wenn es eine harte Zeit war. Mario Götze, 18-jähriger Profifußballer (siehe Seite 4) Japan aktuell Eine Auswahl aktueller Artikel aus dem Handelsblatt rund um die neuesten Entwicklungen in Japan und der Region gibt es unter Hintergrundanalysen, Grafiken und mehr informieren über den Stand und erläutern die Auswirkungen vor Ort und auf die Weltwirtschaft. Foto: ddp images/ap/kyodo News

2 2 H HANDELSBLATT THEMA April 2011, AUSGABE 13 DREI FRAGEN AN Michael Radau Michael Radau ist Gründer und Vorstand der Superbiomarkt AG. Auch Discounter wie Aldi und Lidl bieten inzwischen Erzeugnisse aus biologischem Anbau an. Haben Bioläden da überhaupt noch eine Chance? Ich denke, sie haben erst recht eine Chance. Erstens konnte man vor dem Dioxin- Skandal in den letzten anderthalb Jahren erleben, dass Bio nicht mehr so stark in den Medien war. Deshalb haben Discounter und auch traditionelle Supermärkte das Thema ein bisschen zurückgefahren. Dagegen hat der Bio-Fachhandel eine starke Präsenz bewiesen. Zweitens muss man bedenken: Ein normaler Bio-Fachmarkt hat rund Produkte, ein ernstzunehmender Discounter oder Supermarkt kommt auf 300 bis Bio-Produkte. Verbraucher, die sich auf den ökologischen Weg einlassen, sind oft daran interessiert, dass man ihnen einfach etwas mehr bietet. Hätte man in einer Ihrer Filialen Dioxin- Eier gefunden, wäre der Schaden für Sie erheblich gewesen. Ist Ihr Bio -Versprechen nicht ein zu hohes Risiko? Nein, denn wir haben ein sehr intensives Kontrollsystem: Dazu gehören zum Beispiel Untersuchungen in den Betrieben, Bodenproben, aber auch eine Warenflusskontrolle. Das kam uns bei Eiern zugute. Wir arbeiten seit rund zehn Jahren mit einem Netz von Bioland-Betrieben zusammen. Es gibt stets einen dieser Höfe in der Nähe unserer Biomärkte, und den kennen wir persönlich. Das schließt nicht völlig aus, dass es irgendwann mal irgendwelche Probleme in diesem Bereich gibt, aber im persönlichen Gespräch lässt sich so etwas viel leichter klären. Mehr Öko, bitte! Käufer achten längst nicht mehr nur auf den Preis in Zeiten von Lebensmittelskandalen und Umweltkatastrophen sollen die Produkte auch ökologisch wertvoll sein. Christoph Schlautmann Handelsblatt Düsseldorf Sechzig Sekunden im Internet, die den Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé Millionenumsätze kosteten: Zu sehen ist ein angeblicher Werbespot, in dem ein Büroangestellter gelangweilt seinen Kitkat-Schokoriegel aufreißt. Doch statt der Nestlé-Leckerei kommt, blutverschmiert, ein abgetrennter Orang-Utan-Finger zum Vorschein. Nestlés Palmöl-Lieferant zerstöre Regenwälder, lässt die Umweltschutzorganisation Greenpeace daraufhin den geschockten Zuschauer wissen. Wie gefährlich es werden kann, auf Biegen und Brechen die Gewinne eines Unternehmens auf Kosten der Umwelt zu steigern, erlebten in den vergangenen zwölf Monaten so viele Firmen wie selten zuvor. Im Mai 2010 explodierte im Golf von Mexiko wegen allzu sparsamer Sicherungsarbeiten eine Ölplattform des britischen Mineralöl- und Energieunternehmens BP. Binnen weniger Tage halbierte sich daraufhin der Firmenwert von BP an der Inzwischen gibt es Dutzende verschiedene Öko-Siegel. Börse (siehe Newcomer Nr. 3). Auch Politiker wie Cem Özdemir oder Claudia Roth (beide Bündnis 90/die Grünen) rieten Verbrauchern, BP-Tankstellen zu meiden. Zum Jahreswechsel geriet dann Deutschlands Geflügelwirtschaft in Verruf, weil sie Tierfutter eingesetzt hatte, das mit Dioxin also mit giftigen Stoffen verseucht war. Nur noch ein Viertel aller Deutschen vertraut seither darauf, dass Lebensmittel ausreichend kontrolliert werden, fand das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK heraus. Die Verunsicherung in Bezug auf verunreinigte Lebensmittel dürfte nach den jüngsten Ereignissen in Japan wohl noch steigen. Und auch das gehört zu den Ökosünden, die Unternehmen begehen: Im vergangenen Sommer enthüllte die ARD die miesen Methoden des Textildiscounters Kik, der angeblich mit Sklavenlöhnen und Kinderarbeit in Bangladesch nähen ließ. Nach Kundenprotesten sah sich das Unternehmen gezwungen, die Geschäftsführung umzubauen. Den Unmut ihrer Kunden bekommen Einzelhändler, die eifrig an der Billig- Schraube drehen, jetzt deutlich zu spüren. Trotzdem hätte einer dieser Höfe auf den Futtermittelproduzenten hereinfallen können, in dessen Lieferungen Dioxin gefunden wurde. Das hätte nicht sein können, weil ein Bioland-Betrieb diese Futterstoffe nicht verwenden darf. Er muss nachweisen, wo er sein Futter eingekauft oder produziert hat. Es gibt zudem reine Bioland-Futtermühlen, die eigens zertifiziert werden müssen. Die Fragen stellte Christoph Schlautmann, Handelsblatt Düsseldorf. Das ausführliche Interview unter Fotos: Michael Radau, Tetra Images/Tetra Images/Corbis

3 H April 2011, AUSGABE 13 HANDELSBLATT THEMA 3 Geiz ist nicht mehr nur noch geil. Dabei ist es nicht nur die Furcht vor gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffen oder genmanipulierten Lebensmitteln, die immer mehr Verbraucher von den Tiefpreis-Angeboten abhält. Trendforscher beobachten gleichzeitig einen gesellschaftlichen Wandel. Unser Einkaufsverhalten wird vom Lifestyle geprägt, sagt der Schweizer Wissenschaftler David Bossart. Der Gang in den Bioladen ist ein beliebtes Mittel, das eigene Ego aufzupäppeln. Vom Niedergang der Billigheimer profitieren indes professionell geführte Ökoketten wie Basic, der Münchener Händler und Vorreiter in Sachen Biomarkt, oder die Superbiomarkt- Kette aus Münster (siehe auch Interview). Deren Vorstandschef Michael Radau versicherte seiner Kundschaft schon kurz nach dem jüngsten Lebensmittelskandal per Internet: Unsere Eier sind von dioxinverseuchtem Futter nicht betroffen. Die Kunden glaubten ihm offensichtlich, denn die Umsätze des Supermarkts gingen in den Folgetagen steil nach oben. Nicht nur solche Ankündigungen sollen das Vertrauen der Käufer bewahren. Auch diverse Ökosiegel sollen den Kunden ein gutes Gefühl vermitteln, und selbst Discounter wie Aldi oder Netto haben eigene Bioproduktlinien eingeführt. Discounter sind Einzelhändler, die ihr Warensortiment vergleichsweise günstig verkaufen können, weil sie etwa Kosten für Lagerfläche oder großzügige Verkaufsräume sparen. Doch die Handelsbranche (siehe Seite 8) droht sich zu verzetteln. Unter den Dutzenden von Umweltsiegeln, die den Verbrauchern eigentlich Vertrauen schenken sollen, verlieren die meisten längst die Orientierung. EU-Blume, Öko-Tex-Zeichen, MSC-Fischsiegel oder LGA-Qualitätszertifikat was sich hinter diesen Umweltzeichen verbirgt, weiß kaum noch jemand. So gehört das grüne Bio-Siegel (nach EG-Öko- Verordnung) mit einem Bekanntheitsgrad von 52 Prozent zwar zu den prominentesten, die Anforderungen halten manche Kritiker aber für zu lasch. Hinzu kommt, dass es wegen der steigenden Nachfrage inzwischen zu Lieferengpässen für Bioprodukte kommt. Ackerbau oder Hühnerhaltung, die weitgehend auf Pestizide und Chemie verzichten, sind eben längst nicht so ertragreich wie Agrarfabriken. Gesunde Ernährung, schadstofffreier Anbau, gerechte Bezahlung auch der Bauern der Dritten Welt? Experten halten dies für einen unerfüllbaren Wunschtraum. Das zeigt die folgende Überlegung: Mal angenommen, jeder der rund sechs Milliarden Erdbewohner hätte das Einkommen eines deutschen Hartz-IV-Empfängers zur Verfügung und könnte das ausgeben. Dann bräuchten wir zweieinhalb Planeten, um den Bedarf an Energie und Lebensmitteln zu decken, rechnet Joachim Ganse von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (siehe Seite 8) KPMG vor. Frustrieren sollte einen das aber dennoch nicht: Jeder Verbraucher kann bereits mit kleinen Mitteln helfen, dem Ziel zumindest einen Schritt näher zu kommen etwa, indem er sich genau überlegt, was er kauft. BERUFE RUND UM ERNÄHRUNG Vom Korn bis zur Konserve Ernährung und die Qualität von Lebensmitteln spielen in unserer Gesellschaft eine wichtige Rolle. Es gibt viele Möglichkeiten, in diesem Bereich zu arbeiten. Entsprechend vielfältig sind die Ausbildungswege. Ein Beispiel ist die Ausbildung zum Ernährungsberater. Diese Experten helfen Gruppen oder Einzelpersonen etwa dabei, Essenspläne aufzustellen und Ernährungsgewohnheiten aus gesundheitlichen Gründen umzustellen. Oft haben sie zuvor eine Ausbildung im Gesundheitsbereich (wie Krankenpflege oder Diät assistenz) gemacht. Wer den Beruf ergreifen möchte, sollte Einfühlungs ver mögen und Interesse an bio logischen und medizinischen Themen mitbringen. Technikinteressierte, die gut in Mathe und Chemie sind, können sich zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik ausbilden las sen. Diese stellt aus Rohstoffen Nahrungsmittel wie Fertiggerichte oder Getränke her. Dabei muss sie die Zutatenmenge be rechnen und die Maschinen überwachen. Ernährungs- und Haushaltswissenschaften kann man aber auch studieren. Das Fach heißt Ökotrophologie. Ein Ökotrophologe hilft unter anderem Lebensmittelherstellern, neue Produkte zu entwickeln, übernimmt leitende Funktionen in Großküchen oder bietet Kurse für gesunde Ernährung an Volkshochschulen an. Weitere Informationen zu den Berufs- und Studienmöglichkeiten gibt es unter anderem auf: Lebensmitteltechnikerin Beate Faulborn Institut für Ökonomische Bildung Oldenburg Karikatur: Lea Zuch; Foto: Radius Images/Corbis

4 H 4 PROFIL April 2011, AUSGABE 13 Hochzeitsglocken lassen Kassen klingeln Endlich Prinz William und Kate Middleton heiraten am 29. April Das Geschäft mit dem königlichen Großereignis läuft auf Hochtouren. Simone Malz Institut für Ökonomische Bildung Oldenburg Lang genug mussten die Briten auf ihre Traumhochzeit warten. Ende April führt Prinz William seine langjährige Freundin Kate Middleton endlich vor den Traualtar in der Westminster Abbey. Die Brautpaar Kate und William Regierung hat den Hochzeitstag, einen Freitag, bereits zum Feiertag ausgerufen. Doch nicht nur die Bevölkerung freut sich. Mit der Vermählung lassen sich gute Geschäfte machen. Marktforschungsexperten rechnen damit, dass die britische Wirtschaft durch das Großereignis zusätzlich etwa 730 Millionen Euro einnehmen wird rund 144 Millionen Euro mehr, als ihr die Königsfamilie in normalen Jahren ohne Hochzeit einbringt. Die unterschiedlichsten Branchen (siehe Seite 8) profitieren von der königlichen Trauung. Zum Beispiel die Modebranche: Die Nachfrage nach den Kleidern, die Kate in den letzten Monaten getragen hat, reißt nicht ab. Besonders begehrt ist das blaue Kleid, das sie beim offiziellen Verlobungstermin getragen hat. Selbst eine billige Kopie, die eine Supermarktkette angeboten hat, Jugendliche Himmelsstürmer Michael Koch Institut für Ökonomische Bildung Oldenburg Mario Götze und Julian Draxler leben den Traum unzähliger Teenager: Die beiden Fußballtalente sind noch keine 20 und spielen bereits bei großen Vereinen der Fußball-Bundesliga. Der 18-jährige Mario Götze hat sich bei Borussia Dortmund in dieser Saison einen Stammplatz gesichert und sogar schon in der Nationalmannschaft gespielt. Dem 17-jährigen Julian Draxler hat Schalke 04 nach einem wichtigen Tor im DFB-Pokal prompt einen Vertrag bis 2014 angeboten Draxler unterschrieb. Beide beziehen nun ein üppiges Gehalt. Und beide stehen im Rampenlicht. Aber es gibt auch einen Unterschied: Götze hat einen Schulabschluss, Draxler noch nicht. Borusse Götze hat auf Drängen des Vaters sein Fachabitur gemacht. Zwar musste der Vater ihn hierzu überreden, doch heute ist er dankbar für den Abschluss. Draxler hingegen wollte mit Unterstützung seines damaligen Trainers Felix Magath die Schule schmeißen, um sich ganz dem Fußball zu widmen. Nach deutlicher Kritik von Vertretern des Deutschen Fußball- Bundes und einigen Politikern schalteten sich schließlich die Behörden ein. Seit Februar war nach wenigen Stunden vergriffen. Mit großer Spannung erwarten die Briten nun natürlich das Brautkleid. Auch Souvenirläden gewinnen: Sie verkaufen inzwischen alles, was das Herz der Fans begehrt. Ob auf Tassen oder T-Shirts Kate und William lächeln einem beinahe überall entgegen. Beliebt sind auch spezielle Hochzeitsreisepakete, die einige Reiseveranstalter derzeit verkaufen. Darin enthalten sind zum Beispiel Führungen zu den Orten, die für Kate und William wichtig sind. Das Großereignis selbst wird die Umsätze von Fluggesellschaften, Bahnunternehmen, Hotels und Gaststätten steigen lassen. Bis zu eine Million Fans will die Hochzeit live miterleben, erwarten Tourismusexperten und die Besucher müssen anreisen und eventuell übernachten. Wer zu Hause bleibt, kann Trauung und anschließende Fahrt zum Buckingham Palace vor dem Fernseher miterleben. Ein britischer Sender wird die Hochzeit sogar in 3-D filmen und in Kinos übertragen. Sender, Kinobetreiber und Fernsehgerätehersteller erhoffen sich profitable Geschäfte. Borussen-Youngster Mario Götze drückt er wieder die Schulbank. In Nordrhein-Westfalen herrscht Schulpflicht bis zum Alter von 18 Jahren. Mal sehen, wie er sich dann entscheidet. Fotos: POOL/Reuters/Corbis, EXPA/ nph/ Roth/NewSport/Corbis

5 H April 2011, AUSGABE 13 UNTERNEHMEN UND MÄRKTE 5 Lesen im digitalen Zeitalter Die Zeitung im Bus auf dem Handy lesen oder den neuesten Bestseller auf dem ipod hören unsere Informationsmöglichkeiten haben sich stark verändert. Die Verlage müssen stetig reagieren. Maren Kienaß Institut für Ökonomische Bildung Oldenburg Während des Frühstücks in Ruhe die Tageszeitung durchzublättern gehört für viele zu einem gelungenen Start in den Tag. Doch oftmals fehlt hierfür die Zeit. Dann müssen Alternativen her, und diese sind inzwischen meist digital. Neuigkeiten findet der Leser auf den Internetseiten der Verlage. Viele Zeitungen kann er sich dort als E-Paper ansehen oder Beiträge als Podcast runterladen. Cross-Media-Publishing nennt sich dieses Konzept: Derselbe Inhalt wird in verschiedenen Medien und Formaten bereitgestellt und aufbereitet (siehe auch Kommentar). Hinzu kommen zusätzliche Hintergrundinfos oder Fotostrecken. Und natürlich darf ein Meinungsaustausch zum gelesenen Artikel im Internet nicht fehlen. Auch im Bereich des Buchmarktes hat das digitale Zeitalter längst Einzug gehalten: E-Books, die schnell auf Lesegeräten gespeichert werden können, sind zunehmend in den Online-Shops der Buchhändler zu finden. Und auf zahlreichen ipods sind Hörbücher gespeichert. Der Markt mit solchen Buch-CDs oder -Downloads boomt besonders. Hörbücher gelten als Umsatzgaranten und bringen nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels jährlich etwa 200 Millionen Euro ein. Das hat auch Folgen für die Verkaufsstrategien der Verlage. Wurden früher nur Bestseller oder Standardliteratur als Hörbuch veröffentlicht, kommt bei vielen Neuerscheinungen mittlerweile die Hörversion gleichzeitig mit dem Printexemplar auf den Markt. Bekannte und einprägsame Stimmen wie Christian Brückner (Synchronsprecher von Robert de Niro) oder Dirk Bach sind besonders gefragt und treiben den Verkauf des jeweiligen Hörbuchs zusätzlich in die Höhe. Diese Entwicklungen sind Beispiele für einen umfassenden Strukturwandel: Unser Leben und damit unsere Konsumgewohnheiten verändern sich aufgrund technologischer Entwicklungen. Dank leistungsstarker Handys, Smartphones, Tablet-PCs oder Netbooks sind Informationen und Unterhaltung ständig und überall abrufbar. Auf diese Veränderungen muss die Medienbranche (siehe Seite 8) reagieren, will sie weiterhin erfolgreich bestehen. Eine ähnliche Herausforderung brachte übrigens die Erfindung des Fernsehens mit sich. Das TV hat das Radio und das Kino damals aber nicht wie ursprünglich befürchtet ersetzt, sondern vielmehr verändert. Neue Märkte sind entstanden. Und neue Märkte bieten damals wie heute Chancen für alle Akteure, die bereit sind, die Herausforderungen anzunehmen. NEU Die englische Version dieser Seite unter: newcomer KOMMENTAR Mehr als Bücher Regina Krieger Handelsblatt Düsseldorf Bücher sind nicht out, das sieht man jedes Jahr an dem Ansturm der Massen auf die Buchmessen in Frankfurt und Leipzig. Und auch die Verkaufszahlen von Bestsellern wie Tommy Jauds Hummeldumm oder der Stieg-Larsson- Trilogie zeigen, dass gedruckte Bücher immer noch den Löwenanteil beim Umsatz der Verlage ausmachen. Es geht also nicht um Verdrängung, sondern um Veränderung: Manchen fehlt die Zeit für einen dicken Wälzer, andere lesen lieber am Bildschirm, und vor allem Manager wollen schnelle Informationen und komprimierte Texte am liebsten auf dem ipad. Die Medienunternehmen beeilen sich, den neuen Trends zu folgen, und suchen nach Wegen, ihre Inhalte gleich mehrfach zu vermarkten. Wie das sogenannte Cross-Media-Publishing funktioniert und wie man damit sehr viel Geld verdienen kann, macht der britische Bestsellerautor Ken Follett vor. Seinen neuen Seiten- Schmöker Sturz der Titanen gibt es auf allen Kanälen: als Buch, als Hörbuch und als E-Book mit Hintergrundinformationen. Auf der Homepage des Bastei-Lübbe-Verlags, der das Buch in Deutschland herausbringt, kann man den smarten Engländer sogar per Video sehen, wie er über sein Buch spricht. Fehlen nur noch der Film und Sturz der Titanen -T-Shirts aber das kommt sicher noch. Fotos: Ron Royals/Corbis, Regina Krieger

6 H 6 HANDELSBLATT ERKLÄRT April 2011, AUSGABE 13 Die neue Nachdenklichkeit Michael Brackmann Marktforschungsunternehmen Handelsblatt, Die Front der Kernkraftbefürworter, die noch im vergangenen August in Zeitungsanzeigen für die Kernkraft geworben hatten, ist zusammengebrochen. [ ] Die fast 500 Spitzenmanager, die das Psephos [ ] befragt hat, begrüßen das dreimonatige Moratorium für alte Atommeiler. Aus Sicht der Führungskräfte muss die Pause nicht nur genutzt werden, um die Sicherheit der Atomkraftwerke zu prüfen, sondern auch, um die künftige Energiepolitik zu diskutieren, kommentierte Psephos-Chef Hans-Jürgen Hoffmann. Unternehmen, Politiker und die Bevölkerung müssen zu einem neuen Konsens finden. [ ] Offenkundig ist: Die Katastrophe in Japan hat auch die [ ] Führungskräfte gelehrt, dass Restrisiken mehr als eine theoretische Größe sind. Doch dieses Bewusstsein ist noch nicht Allgemeingut, durch die deutsche Wirtschaft geht vielmehr ein Riss. Vor allem die großen Energiekonzerne stemmen sich noch gegen den Einstieg in ein Zeitalter ohne Atomkraft. Johannes Teyssen etwa hat kein Verständnis für die aktuelle Kern- Ein Handelsblatt-Artikel mit Erklärungen für Schüler Der Begriff Manager bezeichnet grundsätzlich die Führungskräfte eines Unternehmens. Mit Spitzenmanager sind hier diejenigen der größten deutschen Unternehmen gemeint. Unter einem Moratorium versteht man, dass eine bereits getroffene Entscheidung oder eine geplante Handlung aufgeschoben oder zeitlich befristet nicht umgesetzt wird. Im vorliegenden Fall setzt man den politischen Beschluss, die Laufzeiten aller Kernkraftwerke in Deutschland zu verlängern, für drei Monate aus, um diese zu überprüfen und eventuell eine andere Entscheidung zu treffen. Unter Energiepolitik ist jede Staats tätigkeit zu verstehen, die die Bereitstellung, Umwandlung, Verteilung und Verwendung von Energie regelt. Konkret geht es dabei um Themen wie die Förderung der erneuerbaren Energien, Klimaschutz, die Atomenergienutzung, den Ausbau der Stromnetze und vieles mehr. energiedebatte in Deutschland. [ ] Der Chef von Eon, dem größten der vier deutschen Kernkraftwerkbetreiber betonte, natürlich müsse über die Sicherheit der deutschen Anlagen gesprochen werden. Voreilige Schlüsse jedoch lehnt der Eon-Chef kategorisch ab. WAS BEDEUTET DAS? Erst im Herbst 2010 hat der Bundestag eine Laufzeit ver längerung der deutschen Atom kraftwerke beschlossen. Die Begründung: Die sicheren deutschen Anlagen liefern günstigen und klimafreundlichen Strom. Und Atomkraft helfe dabei, die Zeit zu überbrücken, die für eine flächendeckende Versorgung mit erneuerbaren Energien etwa aus Sonne, Wind oder Wasser notwendig ist. Während Umweltverbände den Beschluss vehement kritisierten und auf die Gefahren hinwiesen, unterstützten viele Wirtschaftsvertreter den Kurs der Regierungsparteien. Welchen Einfluss hat Fukushima auf die Atomkraftdebatte? Die Vorfälle im japanischen Kraftwerk Fukushima verändern auch die Diskussion in Deutschland. Deutlich geworden ist, dass bei allen Sicherheitsvorkehrungen immer etwas passieren kann mit unabsehbaren Folgen. Die Bundesregierung hat sofort die Laufzeitverlängerung für drei Monate ausgesetzt, um die Sicherheit aller Kraftwerke neu zu überprüfen. Zugleich wurden die ältesten Reaktoren vorsorglich abgeschaltet. Das fand sogar Zustimmung bei Atomkraftbefürwortern. Wie realistisch ist ein Atomausstieg? Abzuwarten bleiben die Ergebnisse der Prüfung. Sicher wird sich etwas ändern. Einfach abschalten können wir in Deutschland aber nicht. Die erneuerbaren Energien allein können unsere Versorgung noch nicht sicherstellen. Und ein erhöhter Einsatz von Kohlekraftwerken würde zu größeren Klimaschädigungen führen. Zudem sind wir auf bezahlbare Energie angewiesen. Und zuletzt sind auch internationale Lösungen zu suchen, denn viele (Nachbar-)Staaten wollen an der Atomkraft festhalten. Michael Koch Institut für Ökonomische Bildung Oldenburg Grafik: Handelsblatt

7 SCHÜLER SCHREIBEN FÜR SCHÜLER H April 2011, AUSGABE 13 7 Motor, Crashtests und Getriebe Johannes Heilmann konnte während seines Praktikums bei Ford Ingenieuren über die Schulter schauen. Johannes Heilmann (10. Klasse) Erzbischöfliches Irmgardis-Gymnasium Köln Weil ich mich sehr für Autos, Physik und Technik interessiere, habe ich ein dreiwöchiges Praktikum bei Ford im Entwicklungszentrum in Köln absolviert. Während des Praktikums habe ich nicht nur Berufserfahrung gesammelt, sondern auch gesehen, wie die alltäglichen Abläufe in einer großen Firma funktionieren. Auch habe ich verschiedene Berufe kennengelernt, denn ich konnte mir am Anfang jeder Woche einen neuen Arbeitsplatz aussuchen. Die ein oder andere Aufgabe durfte ich auch selbst übernehmen. Ich habe zum Beispiel eine Woche an den Motorenprüfständen gearbeitet. Dort kontrollieren Ingenieure neue Motoren und prüfen, wie viel sie verbrauchen. Ich habe unter anderem gemeinsam mit einem anderen Praktikanten Motoren auf den Test vorbereitet. Die zweite Woche habe ich im Crashtest-Center verbracht. Diese Abteilung war sehr spannend: Ich habe gesehen, wie genau die Testverfahren sind. Außerdem war ich ziemlich erschrocken darüber, welche Unfälle entstehen können, wenn ein Fahrer mit 80 km/h irgendwo aufprallt. Zuletzt stand eine Woche bei den Getriebeprüfständen auf dem Programm. Toll fand ich, dass ich sehr oft Ingenieure zu den Tests, aber auch zum Getriebe selbst befragen konnte. Ich kann ein Praktikum sehr empfehlen. Ich habe nicht nur Einblicke in die Praxis erhalten, sondern auch gelernt, wie man eine Bewerbung schreibt. Für wichtig halte ich jedoch, dass man die Chance nutzt, sich den Platz selbst auszusuchen. Motorenbau bei Ford Wirtschaft verstehen Luca Schüler (10. Klasse) Altes Gymnasium Oldenburg Wie bilden sich Preise? Was macht einen Markt aus? Und kann ich schon von Knappheit (siehe Seite 8) reden, wenn mir bloß das neueste Handy fehlt? All solche Fragen konnte ich mir vor einigen Jahren noch nicht beantworten. Für mich war der Preis einfach das, was auf der Ware draufsteht und was ich bezahlen muss. Aber warum er steigt oder fällt, habe ich mich nie richtig gefragt. Und von Knappheit glaubte ich, dass sie nur in den Ländern herrscht, wo es an Essen und Wasser mangelt. Inzwischen weiß ich es besser. Ich bin Schüler am Alten Gymnasium Oldenburg und besuche seit drei Jahren den vierstün- Luca Schüler digen Wahlpflichtkurs Wirtschaft und Informatik an unserer Schule. Wir setzen uns mit unterschiedlichsten Begriffen und Akteuren aus dem großen Bereich der Wirtschaft auseinander. Ich war überrascht, wie vielfältig und komplex wirtschaftliche Zusammenhänge sind. Wirtschaft spielt sich auch nicht nur in großen Unternehmen oder an Börsen ab. Inzwischen erkenne ich auch immer häufiger im Alltag, wie viele verschiedene Faktoren zusammenspielen. Ich freue mich über die Chance, diesen Kurs zu besuchen. Mir fällt es jetzt leichter zu begreifen, warum etwas in der Wirtschaft passiert, und ich kann auch besser über solche Themen diskutieren. Ich erkenne jetzt viel häufiger das Prinzip hinter wirtschaftlichen Zusammenhängen. SCHÜLERWETTBEWERB Auf in die nächste Runde! Das Handelsblatt und das Institut für Ökonomische Bildung starten zum fünften Mal den bundesweiten Schülerwettbewerb zum Thema Ökonomie mit Energie diesmal unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Lehrer können sich mit ihren Schülerinnen und Schülern bis zum 19. September anmelden. Die Jugendlichen ab Klasse 7 sollen sich mit dem Thema erneuerbare Energien beschäftigen und dazu Zeitungsartikel, Videos oder Audiobeiträge erstellen. Preise im Wert von über Euro sind zu gewinnen. SOCIAL NETWORK Handelsblatt Newcomer jetzt auch auf Facebook. Unter könnt ihr euch aktiv mit anderen Lesern austauschen, über Artikel oder den Schülerwettbewerb diskutieren. Fotos: private Fotos, Ford

8 H 8 AUSZEIT April 2011, AUSGABE 13 Spickzettel Alle wichtigen Begriffe dieser Ausgabe im Überblick Zulieferteile, S. 1 Dies sind Produkte, die ein Unternehmen von einem anderen Hersteller bezieht und bei seiner eigenen Produktion weiterverarbeitet. Beispiel Elektronikbereich: Unternehmen kaufen kleine Teile wie Schrauben, die in das Endprodukt (beispielsweise DVD- Player) eingebunden werden. Branche, S. 1, 3, 4, 5 Unter einer Branche versteht man einen bestimmten Wirtschaftszweig. Unternehmen werden zu Branchen zusammengefasst, wenn sie ähnliche Produkte oder Dienstleistungen anbieten oder damit handeln. Beispiele für solche Wirtschaftszweige sind die Tourismus-, Bau- oder Energiebranche. Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, S. 3 Viele Unternehmen sind verpflichtet, am Ende seines Geschäftsjahres einen Jahresabschluss zu erstellen. Dort werden z. B. Einnahmen und Ausgaben aufgeführt und dargelegt, woher das Geld kommt und wofür es verwendet wird. Diese Angaben werden von staatlich zugelassenen Wirtschaftsprüfern kontrolliert. Zudem beraten diese Gesellschaften Firmen bei steuerlichen oder unternehmerischen Fragen. Knappheit, S. 7 Jeder Mensch hat bestimmte Wünsche. Er möchte beispielsweise essen, Musik hören oder ein neues Fahrrad haben. Diese Wünsche bezeichnet man auch als materielle Bedürfnisse, die man durch den Kauf von Waren oder Dienstleistungen befriedigen kann. Doch das Geld reicht nicht immer für alles: Kauft man sich das Fahrrad, bleibt kein Geld mehr für eine Spielkonsole. Sind also die gewünschten Güter prinzipiell vorhanden, man kann sie sich aber nicht alle gleichzeitig leisten, spricht man von relativer Knappheit. Sind im Gegensatz dazu die Güter selbst nur begrenzt vorhanden, wie zum Beispiel Wasser oder Essen in Entwicklungsländern, bezeichnet man dies als absolute Knappheit. Hermann-Josef Knipper (stv. Chefredakteur Handelsblatt) und Hans Kaminski (wissenschaftl. Leiter IÖB) Liebe Leserinnen und Leser, die weltweiten Schlagzeilen der vergangenen Tage waren von den katastrophalen Ereignissen in Japan geprägt, und auch wir beschäftigen uns mit diesen einschneidenden Entwicklungen im Titelthema. Kurz zuvor hat insbesondere in Deutschland auch die Ernährungsbranche für Schlagzeilen gesorgt: Von Lebensmittelskandalen bis zur Bedeutung von Bio-Siegeln reicht die Diskussion, die wir auf den Seiten 2 und 3 beleuchten. Um Schlagzeilen im weiteren Sinne geht es in der Rubrik Unternehmen und Märkte. Wie das digitale Medienzeitalter unser Leseverhalten beeinflusst, ist dort das Thema. Eigene Schlagzeilen können jetzt auch wieder Schüler schreiben: Unser fünfter bundesweiter Schülerwettbewerb Ökonomie mit Energie ist gestartet. Weitere Informationen gibt es unter Wir wünschen interessante (Unterrichts-) Stunden mit dem neuen Newcomer. Gewinnspiel Impressum Herausgeber: Hermann-Josef Knipper, V.i.S.d.P. (Handelsblatt) und Hans Kaminski (Institut für Ökonomische Bildung an der Universität Oldenburg) Redaktion: Monica von Wysocki Konzept: Katrin Eggert, Hans Kaminski, Michael Koch, Monica von Wysocki Art Director: Nils Werner Koordination: Maren Kienaß, Melanie Rübartsch Layout und Fotos: Jörg Fiedler, Anna Tabea Hönscheid, Sabrina Persuhn, Corinna Thiel Handelsblatt Newcomer Online: Eva Erb-Schulze Marketing und Vertrieb: Sabine Pfeiffer Englische Übersetzung: Elisabeth Frenz Verlag: Handelsblatt GmbH Geschäftsführung: Dr. Michael Stollarz, Dr. Tobias Schulz-Isenbeck Anschrift von Redaktion und Verlag: Kasernenstr. 67, Düsseldorf Tel.: +49 (0) Druck: kuncke druck GmbH, Kornkamp 24, Ahrensburg, Tel.: +49 (0) Mitarbeiter dieser Ausgabe: Johannes Heilmann, Lehrer und Schüler am Alten Gymnasium Oldenburg (Dr. Karl-Josef Burkard, Helya Andouz, Lara Kaminski, Julia Reichel, Alex Schmidtke, Luca Schüler, Onno Winters) sowie der Helene-Lange- Schule Oldenburg (Ortrud Reuter-Kaminski, Emely Bagge, Eileen Bokelmann, Tanja Bohle, Annkathrin Eckmeyer, Martha Heeke, Lena Matthes, Lea Schönborn, Inga Stapel, Lea Zuch) Sie als Lehrkraft können Handelsblatt Newcomer für Ihre Schüler kostenlos bestellen: Fragen und Feedback: Für Unternehmen mit Interesse an einer Partnerschaft: Handelsblatt Newcomer erscheint alle zwei Monate. Bildmaterial mit freundlicher Unterstützung von: Finde die richtige Lösung, gehe auf und trage das Lösungswort und deine -Adresse ein. Zu gewinnen gibt es einen ferngesteuerten Hubschrauber. 1. Im April heiraten Prinz William und Middleton. 2. Was wurde durch das Erdbeben in Japan ausgelöst? 3. Wie nennt man einen bestimmten Wirtschaftszweig? 4. Wie werden gedruckte Zeitungen und Bücher parallel veröffentlicht? 5. Bio- kennzeichnen kontrollierte und ökologisch angebaute Lebensmittel. Programme mit freundlicher Unterstützung von: Alle Antworten zu diesen Fragen findest du im Handelsblatt Newcomer. Einsendeschluss ist der 31. Mai Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Erfolg! Der nächste Handelsblatt Newcomer erscheint im Juni. Fotos: Judith Wagner/Handelsblatt; Institut für Ökonomische Bildung

9 SONDERSEITEN APRIL 2011 SONDERVERÖFFENTLICHUNG DER SCHUFA Finanzkompetenz üben IMPRESSUM Handelsblatt Sonderausgabe SCHUFA macht Schule Redaktion und Anzeigen: Christian Seidenabel, SCHUFA Holding AG Layout: Sabrina Persuhn, Anna Hönscheid STICHWORT: ÜBERSCHULDUNG Kannst du mir bis morgen fünf Euro leihen? Ist man in der Lage das geliehene Geld pünktlich zurückzuzahlen, ist man verschuldet. Auch der Dispo-Kredit, Einkaufen auf Rechnung oder der Ratenkauf eines Autos tragen zur Verschuldung bei. Die SCHUFA hat im Rahmen des Kredit-Kompasses 2011 junge Erwachsene zum Thema Finanzplanung befragt. Die meisten inden es zunehmend kompliziert, ihre Finanzen im Griff zu behalten. Hat man sich so hoch verschuldet, dass man die Rückzahlungen nicht mehr leisten kann, spricht man von einer Überschuldung. Das monatliche Einkommen reicht dauerhaft nicht aus, die ixen Lebenshaltungskosten sowie fällige Raten oder Rechnungen zu bezahlen. Du kannst nicht mehr Geld ausgeben, als du zur Verfügung hast. Diesen Rat hat fast jeder schon einmal gehört. Aber nicht jeder hält sich immer daran, denn auch Jugendliche und junge Erwachsene sind teilweise überschuldet. Weil sie ihre Finanzen nicht im Griff haben, geben sie mehr Geld aus, als sie mit ihrem regelmäßigen Einkommen zurückzahlen können. Das hat verschiedene Gründe. Jährlich ermittelt die SCHUFA Trends der privaten Kreditaufnahme und veröffentlicht sie in ihrem Kredit-Kompass. Im Kredit-Kompass 2011 wurden junge Menschen zwischen 18 und 29 Jahren zu ihrem Finanzalltag befragt. Die gute Nachricht: Für 99 Prozent der Befragten ist es wichtig, eigenes Geld zu verdienen, und 89 Prozent kommen mit ihrem Einkommen gut aus. Mehr als die Hälfte (59 Prozent) plant ihre Finanzen auch langfristig und verfolgen damit klare Ziele. Doch nicht immer fühlen sich Jugendliche und junge Erwachsene sicher in ihrem Finanzalltag: Mehr als einem Drittel der Befragten fallen inanzielle Entscheidungen schwer. 69 Prozent geben an, dass es immer komplizierter wird, die Finanzen im Griff zu behalten. Gründe sind die steigenden Kosten, das immer unübersichtlichere Produkt- und Dienstleistungsangebot sowie steigende Lebenshaltungskosten wie Miete, Versicherungen, Lebensmittel und Benzin. Die Umfrage hat auch gezeigt: Junge Menschen sind spontan in ihrem Konsumverhalten. Das spiegelt sich im Wissen um die alltäglichen Ausgaben wider. Zwar haben rund drei Viertel der Befragten ihre monatlichen Telefonkosten genau im Kopf, und immerhin rund die Hälfte kennt die jährlichen Kosten für Versicherungen oder die monatlichen Ausgaben für Bahntickets und Sprit. Doch nur noch 22 Prozent der jungen Leute können sagen, was sie im Monat für Lebensmittel ausgeben und lediglich fünf Prozent, wie hoch ihr Budget für Kleidung ist. Ein weiteres Ergebnis: Mit wichtigen Finanzthemen wie private Altersvorsorge oder Versicherungen beschäftigen sich junge Leute zu wenig. Allerdings steht Sparen allgemein hoch im Kurs bei der jungen Generation. 66 Prozent der Befragten versuchen so viel wie möglich beiseitezulegen. 88 Prozent erledigen Arbeiten im Haus lieber selbst, als Handwerker zu rufen, 87 Prozent nutzen Preisvergleiche, und 81 Prozent sind bereit, auf teure Urlaube zu verzichten. Insgesamt gibt es noch Verbesserungspotenzial in Sachen Finanzkompetenz. Auch Verbraucher- und Schuldnerberater wünschen sich eine höhere inanzielle Allgemeinbildung. An dieser Stelle setzt die SCHUFA seit 2006 mit dem Projekt SCHUFA macht Schule an und unterstützt die Vermittlung von inanzieller Allgemeinbildung an junge Menschen. Mehr zu den Unterrichtsmaterialien unter: www. SCHUFAmachtSchule.de Foto: JGI/Jamie Grill/Blend Images/Corbis

10 II SONDERSEITEN 6 TIPPS... zur Vermeidung von Schulden Arbeitslosigkeit ist die häuigste Ursache für eine Überschuldung in Deutschland. Aber auch übertriebener Konsum ist oft Ursache von i- nanziellen Schielagen. Hiervon sind gerade junge Menschen betroffen. Einige wertvolle Tipps zur Schuldenprävention: 1. Girokonto Beim ersten eigenen Konto lieber auf den Dispo-Kredit verzichten. Für das Überziehen des Kontos werden hohe Zinsen fällig. Dadurch wird das Girokonto schnell zur Schuldenfalle. 2. Internet-Abos Vorsicht vor vermeintlich kostenlosen Angeboten im Internet! Immer erst nach versteckten Kosten forschen, bevor man Abos oder Downloads per Klick bestellt. Diese sind häuig im Text oder in den allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) versteckt. Wer bereits auf eine solche Falle reingefallen ist, sollte mit den Eltern sprechen und Einspruch erheben. 3. Handykosten Ein Handy mit Vertragslaufzeit ist verlockend, kann aber hohe Kosten verursachen. Denn nicht immer sind alle Leistungen inklusive. Prepaid-Karten bieten da zumindest eine sichere Kostenkontrolle. 4. Versicherungen Nicht jede Versicherung ist in jeder Lebenssituation sinnvoll. Auch die Höhe der Absicherung und die dafür fälligen Prämien etwa für die Altersvorsorge oder gegen Berufsunfähigkeit sollten an das Einkommen angepasst sein. SCHUFA die große Unbekannte Die SCHUFA kennt in Deutschland fast jeder. Aber was genau das Unternehmen macht und welche Informationen es speichert, dazu gibt es eine ganze Reihe von Irrglauben und Mythen. Nur eines steht fest: Man hat häuiger mit der SCHUFA zu tun, als man vielleicht denkt Ein weit verbreiteter Irrglauben über die SCHUFA lautet, sie wäre eine Behörde. Viele meinen auch, dass bei der SCHUFA vor allem Informationen über nicht bezahlte Rechnungen gespeichert werden und dass es daher besser sei nicht in der SCHUFA zu stehen. Dabei ist beides falsch. Bei zahlreichen alltäglichen Einkäufen begegnen Verbraucher indirekt der SCHUFA. Viele ordern ihre Möbel, Bücher oder Kleider auf Rechnung oder gleich als günstigen Ratenkauf. In solchen Fällen gewährt der Verkäufer seinen Kunden einen Kredit: Er übergibt die Ware an den Käufer, bevor das Geld bei ihm angekommen ist. Auch beim Abschluss eines neuen Mobilfunkvertrages handelt es sich um ein Kreditgeschäft. Man erhält ein Mobiltelefon und kann gleich lostelefonieren. Die erste Rechnung erhält man erst später. Dass solche Geschäfte schnell und reibungslos zustande kommen, ist auch der SCHUFA zu verdanken. Das Unternehmen hilft den Kreditgebern bei der Einschätzung, ob Kunden ihre Rechnungen bezahlen werden. Die Unterstützung besteht dabei in erster Linie aus Informationen. Bei der SCHUFA sind 462 Millionen Einzeldaten gespeichert, die in irgendeiner Form mit Krediten zu tun haben. Dabei ist das Wiesbadener Unternehmen nicht wie oft fälschlicherweise angenommen, ein Schuldenregister, in dem nur Informationen über Personen gespeichert werden, die Rechnungen nicht bezahlen. Im Gegenteil: Zu mehr als 90 Prozent der über 66,2 Millionen Personen bei der SCHUFA sind ausschließlich positive Informationen gespeichert. Dazu zählt etwa, dass jemand einen Kredit pünktlich und in vollem Umfang beglichen hat. 5. Mahnungen Offene Forderungen sollte man so schnell wie möglich zahlen oder bei seinem Gläubiger um Stundung bitten. Mahnverfahren treiben die Beträge durch Gebühren nämlich unnötig in die Höhe. Das Gleiche gilt für Bußgelder wie zum Beispiel bei Strafzetteln. 6. Sofortkredit schufafrei Vorsicht bei solchen Angeboten. Sie sind in der Regel unseriös und bringen oft nur neue Schulden. Meist bleibt es nämlich lediglich bei einem Kreditversprechen und der Interessent bleibt auf hohen Vermittlungsgebühren sitzen (siehe auch Interview, Seite III). Die SCHUFA gibt Auskunft. Foto: Schufa.de

11 SONDERSEITEN III mutet, dass die SCHUFA entscheidet, ob ein Kredit vergeben wird oder nicht. Die Entscheidung liegt aber immer beim Unternehmen selbst. Dass nicht nur die Unternehmen davon einen Nutzen haben, liegt auf der Hand. Von den SCHUFA-Auskünften proitiert auch der Kunde: Er bekommt seine Dienstleistung schneller, muss erst zahlen, wenn die Ware angekommen ist, oder erhält kurzfristig einen Kredit. Die SCHUFA hilft somit, die Geschäftsprozesse zwischen Verbrauchern und Unternehmen zu beschleunigen und schafft auf beiden Seiten Transparenz und Vertrauen. Die SCHUFA ist also keine Institution, die die Teilnahme am Wirtschaftsleben verhindert, sondern vielmehr ein Ermöglicher, welcher den Zugang zu schnellen unkomplizierten Finanzierungs möglichkeiten schafft. Zusätzlich können Verbraucher seit Ende 2010 ebenfalls Bonitätsinformationen über Unternehmen bei der SCHUFA einholen. Mithilfe der Daten aus der SCHUFA-Unternehmensauskunft kön- Wichtig: Die SCHUFA speichert keine Angaben zu Einkommen, Beruf oder Familienstand einer Person. Auch das wird häuig angenommen, stimmt aber nicht. Die SCHUFA stellt ihre Informationen rund Vertragspartnern zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem Telekommunikationsunternehmen, Leasinganbieter, Versandhäuser, Energieversorger oder Kreditinstitute. Bevor diese Firmen ein Geschäft mit einem Verbraucher eingehen, überprüfen sie, ob dieser seiner vertraglichen Verplichtung, nämlich der Bezahlung, auch nachkommen wird. Kann mein Kunde seine Rechnungen pünktlich begleichen? Soll ich ihm einen Kreditrahmen einräumen und ihm erlauben, das Geld erst später oder in Raten zu überweisen? Bei solchen Fragen kann die SCHUFA helfen. Sie stellt Informationen zur Verfügung und schafft damit das notwendige Vertrauen. Bei mehr als Anfragen pro Tag unterstützt die SCHUFA damit Firmen bei ihren Entscheidungen. Hier liegt übrigens ein weiterer Irrglaube. Oft wird vernen sie besser abschätzen, ob der mögliche Geschäftspartner wirtschaftlich gesund ist oder kurz vor der Pleite steht. Was vorher nur Unternehmen vorbehalten war, können Privatpersonen nun nutzen, um sich vor größeren Investitionen, wie zum Beispiel einem Hausbau, besser vor Risiken zu schützen. Anteil der unter 30-Jährigen mit Negativmerkmal sinkt (in Prozent) 1,5 1,6 1, Jahre Jahre Jahre Quelle: SCHUFA Holding AG 9,8 10,2 10, ,1 14,5 14,4 NACHGEFRAGT BEI Dr. Michael Freytag Dr. Michael Freytag ist Vorstandsvorsitzender der SCHUFA Holding AG. Haben Verbraucher immer nur dann etwas mit der SCHUFA zu tun, wenn sie ihre Kredite nicht bezahlen? Nein, im Gegenteil. Zu mehr als 91 Prozent der bei der SCHUFA gespeicherten Personen liegen ausschließlich positive Informationen vor. Dies bedeutet, dass die betreffenden Personen bisher ihren inanziellen Verplichtungen nachgekommen sind. Solche Informationen schaffen Vertrauen. Das ist der Grund, warum so viele Geschäfte schnell und einfach funktionieren beispielsweise, wenn der Verbraucher etwas im Internet bestellt. Es wird oft mit dem Slogan Kredit ohne SCHUFA geworben. Geht es also doch ohne SCHUFA? Bei solchen Angeboten ist Vorsicht geboten. Einen Kredit ohne Beteiligung der SCHUFA oder einer anderen Auskunftei gibt es in Deutschland in der Regel nicht. Banken passen genau auf, wem sie ihr Geld leihen. Es ist nämlich nicht ihr eigenes, sondern es sind die Einlagen ihrer Kunden. Daher sind sie sogar verplicht zu überprüfen, ob ein Kunde den Kredit auch zurückzahlen kann. Dabei hilft die SCHUFA. Leider müssen Verbraucher aber immer wieder negative Erfahrungen mit Anbietern machen, die angeblich ohne Prüfung Kredite vergeben. Dafür wird sogar sehr stark geworben. In den meisten Fällen kommt es allerdings gar nicht zum Abschluss eines Kredits. Im Gegenteil: Hereingelegte Verbraucher müssen einen hohen Preis zahlen. Das Projekt SCHUFA macht Schule unterstützt bei der Vermittlung von inanzieller Allgemeinbildung bei Jugendlichen. Was ist ihr persönlicher Finanztipp für junge Leute? Junge Menschen genießen das Leben, und das ist auch gut so. Damit es aber keine bösen Überraschungen gibt, sollten sie ihre inanziellen Einnahmen und Ausgaben regelmäßig notieren und kontrollieren. Das kann durchaus überraschende Erkenntnisse liefern. Auch muss man nicht bei jedem Trend mitmachen und sollte seine Konsumgewohnheiten auch immer mal wieder grundsätzlich hinterfragen. Wenn man sich etwas leisten möchte, dann nur nach genauem Preis- oder Tarifvergleich. Und: Achtung beim Kleingedruckten. Allgemeine Geschäftsbedingungen sollte man immer sorgfältig lesen! Fotos: Schufa.de; Grafik; SCHUFA

12 IV SONDERSEITEN Die Finanzen fest im Griff Theoretisch verfügen Jugendliche über eine enorme Kaufkraft, praktisch ist jedoch ab und zu mal das Sparschwein leer. Doch Finanzkompetenz lässt sich lernen. Wirtschaftsmacht Verbraucher Eine neue Sonnenbrille? Klar! Kino am Abend? Logisch! Jugendliche sind den Verlockungen der Konsumgesellschaft täglich ausgesetzt. Einkaufsbummel oder Internet-Shopping gehören zum Alltag. Kleidung, Ausgehen, Handy oder ipods stehen hoch im Kurs - müssen aber auch irgendwie i- nanziert werden. Dank vielfältiger Werbeangebote von Unternehmen ist es für junge Leute heutzutage zudem im Grunde kein Problem mehr, Ratenkäufe oder Kreditgeschäfte zu tätigen. Und spätestens mit Ausbildungsbeginn werden für sie auch Produkte von Banken und Versicherungen interessant. Fragen nach einem Dispositionskredit, nach Berufsunfähigkeitsabsicherung oder Altersvorsorge stehen im Raum und müssen intelligent gemeistert werden. Umso wichtiger ist es, dass junge Menschen früh den Umgang mit ihrem Geld üben. Finanzkompetenz ist erlernbar. Bereits mit dem ersten Taschengeldkonto, das die Eltern einrichten, können Jugendliche trainieren, sich ihr Geld richtig einzuteilen. Wer seine Einnahmen und Ausgaben zudem regelmäßig in einem Heft oder in einem PC-Dokument aulistet und gegenüberstellt, behält die Übersicht und erkennt schnell, ab wann er über seine Verhältnisse lebt. Mehr noch: Er kann genau verfolgen, wie viel Geld er für was ausgibt. Das zeigt ihm zugleich, wo er vielleicht noch sparen kann, um etwa das Geld für den Führerschein zusammenzubekommen. Solch eine Finanzübersicht funktioniert aber nur, wenn wirklich alle Einnahmen und Ausgaben aufgeführt sind. Erst dann erhält man ein Abbild seiner Finanzlage und kann einer inanziellen Schielage vorbeugen. Homo oeconomicus ich zahle, also bin ich Die Arbeitslosenzahlen sinken, die Zahl der Erwerbstätigen steigt, und Wirtschaftsforscher prognostizieren für 2011 ein weiteres Wachstum des Bruttoinlandprodukts. Deutschlands Wirtschaft ist stabil aus der zurückliegenden Finanzkrise hervorgegangen. Dementsprechend beindet sich das Konsumklima auf einem hohen Niveau. Die Verbraucher sind wieder bereit, in Anschaffungen zu investieren. Doch die Krise hat viele Verbraucher mit dem Eindruck zurückgelassen, sie hätten nur eine geringe Chance, auf das Wirtschaftssystem Einluss zu nehmen. Viele sehen sich nicht als aktiven Wirtschaftsfaktor, sondern als passiven Konsumenten. Vor allem Menschen, die nur über ein geringes Einkommen verfügen, sind sich ihrer aktiven Rolle als Wirtschaftsteilnehmer oft nicht bewusst. Zu Unrecht: Alle Verbraucher haben Macht. Denn bei ihren täglichen Einkäufen nehmen sie direkt Einluss auf das Waren- und Dienstleistungsangebot der Unternehmen. Die Unternehmen selbst werden sich dessen mehr und mehr bewusst. Während der weltweiten Wirtschaftskrise waren die Verbraucher mit ihrer konstanten Binnennachfrage ein entscheidender Wirt schafts faktor. Umso wichtiger ist daher, dass sich die Verbraucher ihre Bedeutung für die Wirtschaft besser vergegenwärtigen. Preisvergleiche, eine sorgsame Auswahl des Unternehmens, bei dem man Produkte kauft oder Dienste bucht, und ein überlegtes Konsumverhalten können dazu beitragen, sich selbst und seine Funktion im täglichen Wirtschaftsgeschehen besser wahrzunehmen. Foto: ImageZoo/Corbis,Corbis

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