SAP gibt es in fünf Jahren nicht mehr und dann?

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1 SAP gibt es in fünf Jahren nicht mehr und dann? Wenn der Umbruch an die Tür klopft Veranstaltung Brennpunkt ERP- Systeme Essen Helmuth Gümbel These materials have been compiled as an aide memoire for your personal use. Opinions, recommendations and all analysis must not be used outside of the context of the presentation as it was delivered by the speaker. SAP a registered TM of SAP AG. All other TMs are property oftheir respective owners. 1

2 Allgemeine Trends und Beobachtungen Der ERP Markt orientiert sich nicht mehr an Technologie Technologie und Geschäftprozesse müssten überholt werden Es gibt kaum Umstellungen Die ERP-Kunden leiden unter Komplexität Outsourcing und BPO werden immer wichtiger Das klassische ERP-Lizenz-Modell ist nicht mehr aktuell Viele (kleinere) Anbieter haben eine modernere Architektur als SAP 2

3 Die Situation Die meisten grossen Unternehmen haben ein ERP System, meist ist es in Europa SAP Selten werden alle Funktionen, die für das Unternehmen interessant sind, genutzt Überlizensierung (30% und mehr) Keiner der grossen Hersteller hat seine Architektur auf die Erfordernisse der neuen Technologie voll ausgerichtet. Keiner der führenden Hersteller hat eine durchgängige Prozessorientierung. Kampf um die Systemführerschaft Die führenden Anwendungshersteller (SAP, Oracle, Microsoft) haben bleiben hinter ihrem Integrationsanspruch zurück, weil sie architektonisch inhomogene Produkte im Feld haben (->Zukäufe) Innovationsbremse (hohe Betriebskosten, Komplexität, Eigenentwicklungen) Lock-in (Wartung, Eigenentwicklungen) Wettbewerb der Schröpfer 3

4 Agenda Wie kam es zu ERP? Welche Erwartungen waren damit verknüpft Wie sieht die Realität für Anwender und Hersteller aus? Marktsituation Herausforderungen für den Hersteller Mögliches Szenario Zusammenfassung und Empfehlungen 4

5 ERP: ein kurzer historischer Abriss Cloud ERP SOA/ESA OO-based Apps N.A. Same client/server GUI, RDBMS R/3 Real time, Single DB, OLTP integrated R/

6 Erwartungen oder Mythen? Anwendungsprobleme erledigen sich beim Wechsel auf eine ERP- Suite Integrierte ERP-Anwendungen werden mit all ihren Funktionen fächendeckend im Unternehmen genutzt Die ERP-Hersteller führen die jeweils neueste Technologie zeitgerecht ein Es ist einfach und billig auf neue Versionen zu migrieren Hat man einmal eine homogene Umgebung erreicht, kann man sie dauerhaft nutzen Architektur und Anwendungsarchitektur kann man getrost für immer dem Hersteller überlassen 6

7 SAP Lizenz und Wartungseinnahmen Year 2000 Bubble Post 2000 Slack Upgrades Bundles, GEAs Milliion SAP 2675 BOBJ 485 SYBS 232 License 1000 Maintenance Source: Strategy Partners Intl., SAP 7

8 Herstellererwartungen Finanziell Der Lizenzmarkt kann für immer um mindestens 15% p.a. wachsen Es ist egal, ob der Kunde die Software nutzt oder nicht Hauptsache, er zahlt Eine Wartungsalternative wird es nicht geben. Da man Wartung braucht, kann man die Preise erhöhen Das ganze Ökosystem (Zertifizierungen, Benutzermessen, Partner) kann man getrost zu einer Gelddruckmaschine ausbauen man hat ein Monopol Man kann und soll die Margen erhöhen immer Technisch Man kann den Bestandskunden die Technologie diktieren Produkte verbrauchen sich nicht. Daher kann man Innovationen immer einpflegen TCO ist ein Marketingschlagwort, dass keine technische Basis braucht 8

9 Der Alptraum des Herstellers Permafrost der Basis: die Kunden bleiben auf alten Versionen Die Kundeninstallationen sind durch Ergänzungen zugewuchert Technologie interessiert nicht mehr Die Kunden emanzipieren sich weil sie nicht mehr anders können Der ERP-Markt geht auf den echten Bedarf zurück Der Hersteller beginnt vom selben Bazillus infiziert zu werden, der zuvor die Anwender plagte er kommt mit dem Volumen seiner Produkte nicht mehr zurecht und sie veralten Der Hersteller verpasst seine eigene Neuerfindung Da er seine Aktionäre verwöhnt hat, bleiben ihm radikale Neuansätze verwehrt 9

10 Der Hersteller weiss es eigentlich besser Er kennt die Anwender aus seinem SDN Netz über 1 Mio Registrierungen Seine Partner haben ihm seit über einem Jahrzehnt Probleme berichtet Er hat sich an der Zukunft mit BBD versucht Er weiss, dass man Wartung auch unabhängig und billig machen kann (TomorrowNow) Er kennt die billigsten Softwareschmieden der Welt und nutzt sie aber er hat kaum etwas getan, sein Produkt und Ökosystem auf low-tco zu trimmen sondern setzt auf teure Tuningmassnahmen beim Kunden (SLO) (nach einer Folie von Vinnie Mirchandanie, 10

11 Kunden fehlt das Geld zur Innovation Source: SAP (Sapphire 2004) 11

12 Mehr als nur eine Randbedingung wie ist die Lage der SAP? Employees Investors Users Technology Source: Strategy Partners International 12

13 Herausforderung #1: Die Kundschaft Installed Base: Shelfware, TCO, Business Model Alignment Traditionelle Märkte: Überfischt, Reserven im unteren Mittelstand Emerging Markets: Grosses Potenzial, hohes Risiko Offene Punkte: TCO Zunehmende Ablehnung gegenüber One-Stop-Shopping / Full Suite Preismodell Lock-in Nachhaltigkeit Derzeit geringer Wettbewerb 13

14 DSAG Wünsche 2009 (Quelle: DSAG Umfrage) Reduzierung der Komplexität 4,9 Weniger Fehlerkorrekturen durch Produktqualität 4,6 Funktionalität in weniger Komponenten 3,9 Verbesserung der Integrationsfähigkeit 3,7 Eliminierung von JAVA wo möglich 3,5 Verringerung der Anzahl der SAP Systeme 3,1 Verbesserung der Bedienbarkeit 2,9 Erweiterung der Funktionen 2,2 0 0,5 1 1,5 2 2,5 3 3,5 4 4,5 5 14

15 Herausforderung #2: Die Belegschaft Sehr hohe Bezahlung Schlechte Motivation Zerstörte kulturelle Basis Deutsche Mitarbeiter im AR überrepräsentiert Derzeit geringer Wettbewerb aber das ändert sich schnell 15

16 Herausforderung #3: Die Technologie Offenkundige Herausforderungen Cloud Neue Plattformen Consumer Empowerment Web2, Web der Dinge GRC / Process Management / Content Management / Information Management Nicht so offenkundig, aber schwerwiegend: ungenügende Entkopplung von Funktion / Prozess, Technologie, Präsentation, Daten Schlechte Produktivität bei Umsetzung Katastrophale Durchdringung der Kundenbasis mit Innovationen Fortwährende Frischzellenkuren durch Aufkauf von Innovatoren Derzeit (scheinbar) geringer Wettbewerb 16

17 Herausforderung #4: Die Investoren ERP Business Modell Marge Lock-in ROI Transition von Growth Ä Cyclical Unvereinbarkeit Marge Neuaufstellung Rolle von Hasso Plattner Sehr grosser Wettbewerb 17

18 Trend: Process und Information Management Business Process Management Suite (BPMS) Business Activity Monitoring (BAM) Business Services Master Data Management (MDM) Case Management SOA Grid Rules CAF UI Corporate Data Claims Products ERP CRM Legacy app Legacy app 18

19 Mega-Trend: Anstelle der Suite tritt die Infrastruktur (1) Management aller Prozesse über alle Anwendungen Trusted Data über alle Datenbestände hinweg Totale Verantwortung im GRC-Bereich Unternehmensübergreifende Kollaborationen Web Services auch ausserhalb des Unternehmens Ergo: Prozess- und Datenkontrolle müssen anwendungsübergreifend erledigt werden. Die notwendige Infrastruktur muss unabhängig von den Anwendungen sein. Damit werden bisherige Anwendungen wie SAP dieser Infrastruktur untergeordnet 19

20 Mega-Trend: Anstelle der Suite tritt die Infrastruktur (2) ERP-Suite Post-ERP-Architektur Prozesse in der Suite in Middleware Datenintegration in der Suite in Middleware Workflow in der Suite Applikationsübergreifend GRC in der Suite für das ganze Portfolio Trusted Data teilweise in der Suite Alle Daten Fremdanwendungen integrieren, migrieren alle Anwendungen sind gleich und werden integriert Orientierung Hersteller, Suite Geschäftsprozess, Business, Markt Benutzer Enterprise Konsument, Enterprise, X-Enterprise 20

21 Trend: User Empowerment (Smartphones, Web2, Web3) Rasche Aufrüstung der Konsumenten LTE bringt Chance für Always On Mehrere Clients: Smart, Web, mobile Integration weiterer Kommunikationsmöglichkeiten (Multi-message Plattformen) Durchgängigkeit über alle Produkte Keine Medienbrüche Apps-Stores neue Geschäftsmodelle Rollen Einbezug der Konsumentenwelt Von der Kollaboration zum Ubiquituous Computing das Netz der elektronischen Helferlein ERP for the masses 21

22 Trend: Nicht-SAP Anwendungsergänzungen Stärkere Hinwendung zu best-of-breed Bedeutung von Anwendungsunabhängiger Middleware nimmt zu Das make/buy-pendel schwingt wieder mehr zu make Logische Konsequenz: SAP kann nicht mehr das daten- und prozessführende System sein Damit muss man Prozess- und Datenmanagement für alle Anwendungen regeln, darf sie nicht an einer Architektur eines Herstellers ausrichten schon der Versionsunabhängigkeit wegen. make buy 22

23 Trend: SaaS/PaaS - Cloud Attraktiv Geringe Investition Skalierbarkeit (auch nach unten!) Das Angebot wächst ständig Kein 1:1 Ersatz für konventionelle SW Neue Anbieter (NetSuite, Plex) Neue Geschäftsmodelle z.b. Knowledge as a Service Neue Plattformen (Google, Facebook...) Neue Bündel siehe Lotus Hybridmodelle unvermeidlich wie administrieren? Noch ungelöste Probleme: Standards, Datenspeicherung, Haftung u.a.m. 23

24 Mögliches Szenario Relaunch BBD Cloud Ergänzungen BBD in Hub and Spoke Nächste ERP- Generation vorgestellt Migration der Basis beginnt Neues Hub- and Spoke Konzept Angebote für Altanwender Neue Packages Zurück zu Komponenten Öffnung für andere Stacks?? Neue Entwicklungsorganisation Vorstand: Ende der Doppelspitze Hasso Plattner zieht sich zurück Völlige Neupositionierung Ende des TN Prozesses Versuch einer neuen Unternehmensstruktur (Holding)? Nochmalige Vorstandsumbildung oder? Neue Marktschwerpunkte, China wird Markt #1 Überarbeitung Partnerkonzept Erkenntnis: Software ist Service Übernahme Investitionen in Social Network Firmen Investitionen in Cloud Nischenanbieter

25 Zusammenfassung SAP ist ein Hersteller von zentraler Bedeutung (unfreiwillige) Kundenbindung 100 year replacement cycle Diese Bindung wirkt auch auf SAP: sie retardiert Technologie, Business Modell und Management sich reif für eine Generalüberholung SAP hat sich bisher noch nie neu erfunden erst dann ist ein Unternehmen erwachsen Pubertät ist für alle Beteiligten eine Prüfung Den Kunden stehen neue Erkenntnisse ins Haus: One-stop Shopping und Single Vendor Strategie haben zu viele Nachteile Sie brauchen einen Systemarchitekt wieder! Erlangen Sie Kontrolle über Prozesse und Daten bereiten Sie sich auf die Zukunft vor Cloud ist keine Option, sondern unvermeidlich Nutzen Sie den Markt und züchten Sie keine Monopolisten 25

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