HOFFNUNG. Wenn ich nicht mehr da bin, bin ich trotzdem hier. Leb in jeder Blume, atme auch in dir.

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1 I HOFFNUNG Wenn ich nicht mehr da bin, bin ich trotzdem hier. Leb in jeder Blume, atme auch in dir. Wenn ich nicht mehr da bin, ist es trotzdem schön. Schließe nur die Augen, und du kannst mich sehn. Wenn ich euch verlasse, ist nicht alles aus. Haltet fest zusammen, blickt geradeaus. Seid ihr ohne Hoffnung, meint, dass nichts mehr geht, faltet still die Hände. Kraft schenkt ein Gebet.

2 AN DIE NACHT Sommerabend lau und schön. Wind singt im Geäst. Mond lässt sich am Himmel sehn, Kindchen schläft schon fest. Nimm auch mich, du blaue Nacht, hülle mich in Träume ein. Streichle meine Seele sacht, will in dir geborgen sein. Breite aus dein sanftes Tuch, decke alle Menschen zu. Nimm Bedrängnis Schmerz und Fluch, schenke süße Ruh.

3 HINTER MEINER GARTENHECKE Niemand hört mich, niemand stört mich. Bin hier ganz allein. Bei mir ist nur die Natur. Ich spür, dass sie mich trägt und meine Sinne prägt.

4 ERZÄHLE MIR EIN MÄRCHEN Er hatte eine Tochter, die ließ er nie allein. Sie war sein Ein und Alles, zu schön, um wahr zu sein. Als sich die Eltern trennten, den Vater sie verlor. Sie war erst sieben Jahre, und ihre Seele fror. Er wird sie nie vergessen, die allerletzte Nacht, als sie im Bett schon lagen, kein Auge zugemacht. Die Uhr, sie tickte seltsam und raste viel zu schnell. 0h, Zeit, so bleib doch stehen, es werde niemals hell. Erzähle mir ein Märchen, dann bin ich nicht allein. Ich lausche deiner Stimme und kann so bei dir sein. Erzähle mir ein Märchen, da ist das Ende gut. Dann bin ich nicht mehr traurig und habe neuen Mut. Beim Anruf jeden Sonntag: Ach nein, Paps, gut geht s nicht. Ich kann dich nicht vergessen und denk so oft an dich. Der Vater spürt die Schwere, dafür gibt s Worte nicht. Er hört nur ihren Atem, indes das Mädchen spricht: Erzähle mir ein Märchen, dann bin ich nicht allein. Ich lausche deiner Stimme und kann so bei dir sein. Erzähle mir ein Märchen, da ist das Ende gut. Bald bin ich wieder bei dir und habe neuen Mut.

5 DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME Er war bucklig, krank und hässlich, in Paris lebt er allein. Niemand möchte so ein Monster. Seine Freunde sind aus Stein. Esmiralda, diese Schöne, Leid erlebte sie zuviel. Notre Dame gewährt ihr Zuflucht, und der Glöckner schenkt Asyl. Notre Dame war sein Zuhause, und die Welt, er kennt sie nicht. Oben einsam in dem Turme er mit seinen Glocken spricht. Notre Dame war sein Zuhause, und als Narr ward er verlacht, bis die Liebe zu den Menschen ihn hat endlich froh gemacht. Kam ein fescher, junger Hauptmann, der die Stadt beschützte schon. Quasi half, dass zwei sich fanden: Zigeunerin und Kriegerssohn. Quasimodo, Quasimodo, du bist doch ein toller Mann, zeigst, dass Liebe tief im Herzen klingt und viel bewegen kann. Notre Dame war sein Zuhause, und die Welt, er kennt sie nicht. Oben einsam in dem Turme er mit seinen Glocken spricht. Notre Dame war sein Zuhause, und als Narr ward er verlacht, bis die Liebe zu den Menschen ihn hat endlich froh gemacht.

6 GEDANKEN Was oft ich denke, niemals sage, in meinen Träumen hinterfrage, begleitet mich bei jedem Schritt und bringt ein tiefes Grübeln mit. Es lenkt mein Denken und mein Tun, hab keine Muße auszuruhn. Ist gegenwärtig stets bei mir, hält mich gefangen heut und hier. Befrei mich, spreche alles aus und lass die Ängste endlich raus. So kann dies falsch sein oder richtig. Vielleicht nehm ich mich viel zu wichtig. Zur rechten Zeit ein offnes Wort kann nehmen mir die Zweifel fort. Erkenn ich auch des Schweigens Wert, dann leb ich froh und unbeschwert.

7 BLACKY Ein Hund mit Namen Blacky, der führt am Rand der Stadt ein frohes, freies Leben, weil er sein Herrchen hat. Im Garten fröhlich spielen und jagen übers Feld, im frischen Klee sich siehlen, doch dann - der Schmerz der Welt. An einem Sonntagmorgen, da ging s hinaus zum Wald. Für Blacky keine Heimfahrt, verlassen ward er bald. Der Mittag und der Abend, für Blacky Ewigkeit. Ein Mann ist spät gekommen und hat den Hund befreit. Auch Tiere können weinen. Sie haben doch Gefühl. Sie können s nur nicht sagen und müssen dulden still. Auch Tiere können weinen, wenn ihnen Leid geschehn. Ich möchte ja so gerne nur Freuden-Augen sehn.

8 KATER MURR Kater Murr kam an ein Heringsfass. Steht davor, denkt, was ist das? Hängt ein Schild am Fasse dran: Jeder frisst soviel er kann. Denkt der Murr: Da hau ich rein, meine Zunge wird sich freun. Schlingt, soviel er schlucken kann, jammert etwas später dann: Ach, ich halt s vor Durst nicht aus, hängt mir schon die Zunge raus. Kommt der Wirt vom Heringsfass: Nur zehn Euro kost das Glas.

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