Verzahnung von Arbeitsschutz und betrieblichem Gesundheitsmanagement. Gesunde Ansatzpunkte für sinnvolle Maßnahmen

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1 Verzahnung von Arbeitsschutz und betrieblichem Gesundheitsmanagement Gesunde Ansatzpunkte für sinnvolle Maßnahmen

2 Gliederung Gesundheitsschutz Arbeitsschutz Was heißt eigentlich Gesundheit? Prävention im Arbeits- und Gesundheitsschutz Gefährdungsbeurteilungen Psychische Belastungen als Bestandteil von Gefährdungsbeurteilungen Entwicklung zum betrieblichen Gesundheitsmanagement Arbeitsplatzbezogene Erkrankungen / Praxisbeispiele Betriebliches Gesundheitsmanagement

3 Was heißt eigentlich Gesundheit? Was macht krank? Gesundheit Krankheit

4 Was heißt eigentlich Gesundheit? Was macht krank? Gesundheit Krankheit Was hält gesund? Gesundheit Krankheit

5 Arbeits- und Gesundheitsschutz... repräsentieren zwei Seiten einer Medaille, die nicht ohne einander können Wechselspiel zwischen Arbeit und Gesundheit, Mensch und Arbeitsplatz Ziel: Prävention

6 Rechtsgrundlagen zur Prävention im Arbeitsschutz Arbeitsschutzgesetz Arbeitssicherheitsgesetz Lärm- und Vibrationsverordnung Gefahrstoffverordnung Arbeitsmedizinische Vorsorgeverordnung Arbeitsstättenverordnung Jugendarbeitsschutzgesetz Mutterschutzgesetz Mutterschutzrichtlinienverordnung

7 Schlüsselstellung der Gefährdungsbeurteilung gesundheitsgerechte Gestaltung von Arbeitsplätzen und Arbeitsabläufen ermitteln Risiken von Fehlbelastungen minimieren, u.a.: Gefahrstoffen, Lärm, Vibrationen Biostoffe Beratung des Arbeitgebers zur Umsetzung einer ergonomischen, menschengerechten Arbeitsgestaltung

8 Ziel der Gefährdungsbeurteilung Erhaltung und Förderung der Gesundheit der Beschäftigten, so dass diese infolge ihrer Tätigkeit keinen Schaden an ihrer Gesundheit nehmen Das geht weit über den klassischen Arbeitsschutz der Vermeidung von Unfällen und Krankheiten hinaus und betrifft u.a. Arbeitsorganisation und Arbeitsumgebung die Erfassung psychischer Belastungen

9 Gefährdungsbeurteilung: BiostoffV 4 (3) Für die Gefährdungsbeurteilung hat der Arbeitgeber insbesondere Folgendes zu ermitteln: 1. Identität, der Biostoffe 2. Art der Tätigkeit 3. Art, Dauer und Häufigkeit der Exposition der Beschäftigten 4. Substitutionsprüfung 5. tätigkeitsbezogene Erkenntnisse a) über Belastungs- und Expositionssituationen, einschließlich psychischer Belastungen, b) über bekannte Erkrankungen und die zu ergreifenden Gegenmaßnahmen, c) aus der arbeitsmedizinischen Vorsorge. BiostoffV i.d. Fassung vom 15. Juli 2013 (BGBl. I S. 2514)

10 Erfassung psychischer Belastungen Psychische Belastungen und Stress werden oft gleichgesetzt. Psychische Belastungen sind definiert als die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken. * *DIN EN ISO Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastungen

11 Die aktuelle Diskussion um die Notwendigkeit psychische Belastungen in die Gefährdungsbeurteilungen zu integrieren unterstreicht die zentrale Bedeutung der Gefährdungsbeurteilung für einen umfassenden Arbeits- und Gesundheitsschutz. Die Maßnahmenplanung ist/sollte mit dem betrieblichen Gesundheitsmanagement verzahnt sein, um keine Doppelstrukturen zu schaffen.

12 Entwicklung betriebliches Gesundheitsmanagement Krankenstandanalyse Gesundheitsförderung Senkung der Ausfalltage vorwiegend verhaltensbezogene Maßnahmen, z.b. Schulungsprogramme Gesundheitszirkelt Gesundheitsmanagement umfasst gesamten Arbeits- und Gesundheitsschutz Rahmenbedingungen für gesundheits-förderliche Arbeitsorganisation schaffen

13 Wo bestehen bereits Verknüpfungen zwischen Arbeitsschutz und betrieblicher Gesundheitsförderung?

14 Arbeitsplatzbezogene Erkrankungen Berufskrankheit z.b. Lärmschwerhörigkeit Kostenträger Unfallversicherung Anerkennung wenn berufliche Einwirkung, z.b. als Maschinist im HKW aufgetreten ist und ein Lärmschaden nachweisbar ist monokausal Listenprinzip SGB VII 9 Arbeitsbedingte Erkrankung z.b. Rückenschmerzen Kostenträger Krankenversicherung, ggf. Rentenversicherung Zusammenhang mit der Arbeit ist nicht zwingend erforderlich, Auswirkungen auf den Arbeitsplatz ergonomische Verbesserung, ggf. Umsetzung oder Umschulung multifaktoriell

15 Arbeitsplatzbezogene Erkrankungen Berufskrankheit z.b. Lärmschwerhörigkeit Kostenträger Unfallversicherung Anerkennung wenn berufliche Einwirkung, z.b. als Maschinist im HKW aufgetreten ist und ein Lärmschaden nachweisbar ist monokausal Listenprinzip SGB VII 9 Arbeitsbedingte Erkrankung z.b. Rückenschmerzen Kostenträger Krankenversicherung, ggf. Rentenversicherung Zusammenhang mit der Arbeit ist nicht zwingend erforderlich, Auswirkungen auf den Arbeitsplatz ergonomische Verbesserung, ggf. Umsetzung oder Umschulung multifaktoriell

16 Praxisbeispiel Rückenbelastende Tätigkeit durch schweres Heben und Tragen Rückenschule (Krankenkasse) Arbeitsunfähigkeit (Hausarzt) Vorstellung in der Arbeitsmedizin (Betriebsarzt) Rehabilitationsmaßnahmen (Rentenversicherung, Krankenkasse, Unfallversicherungsträger) Umsetzung (Personalabteilung) Optimierung der Arbeitsbedingungen (Arbeitssicherheit, Betriebsarzt und Arbeitgeber, ggf. mit Einbindung externer Stellen) keine systematische Verfahrenskoordination

17 Praxisbeispiel erhebliche psychische Belastungen bei Arbeit im Beschwerdemanagement Klagen über Stress (im Kollegenkreis) Organische Störungen, wie Kopfschmerzen, Magenprobleme (Vorstellung beim Hausarzt) Arbeitsunfähigkeit psychiatrische Behandlung wegen Depression... Wo sind systematische Ansatzpunkte zur Bewältigung von Fehlbelastungen zu suchen?

18 Bewältigung von Fehlbelastungen ( in Anlehnung an M. Holm, M. Geray, Integration psychischer Belastungen in die Gefährdungsbeurteilung, 2012) Ansatzpunkte der Gestaltung belastungsorientiert (Vermeiden bzw. Beseitigen gesundheitsgefährdender Arbeitsbedingungen und Belastungen) ressourcenorientiert (Schaffen bzw. Erhalten von Kraftquellen, d.h. gesundheitsförderlicher Arbeitsbedingungen und Kompetenzen) Verhältnisorientierung (im Unternehmen) Optimierung der Arbeitsbedingungen Aufbau von Kraftquellen Verhaltensorientierung (bei der Person) Optimierung der persönlichen Ressourcen Aufbau von persönlichen Kraftquellen

19 Aufgaben der Arbeitsmediziner sie erkennen arbeitsbedingte Erkrankungen frühzeitig und können helfen, sie zu verhindern, sie decken Ursachen von arbeitsbedingten Gesundheitsgefährdungen, arbeitsbedingten Erkrankungen, Berufskrankheiten und Arbeitsunfällen auf und leiten mit multidisziplinären Methoden präventive Maßnahmen ab,

20 Aufgaben der Arbeitsmediziner sie leisten einen Beitrag zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit, indem sie bei der Förderung, dem Erhalt und der Wiederherstellung der individuellen Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit mitwirken, und entwickeln den betrieblichen Gesundheitsschutz weiter.

21 Für die Bewältigung dieser Aufgaben... müssen Erkenntnisse, die in den Gefährdungsanalysen festgehalten werden, mit medizinisches Wissen verknüpft werden, um ein betriebliches Gesundheitsmanagement aufzubauen, das sowohl dem Unternehmensinteresse als auch dem der Beschäftigten gerecht wird. Dazu muss der Betriebsarzt gut in das Unternehmen und die betrieblichen Abläufe eingebunden sein.

22 Zusammenfassung Arbeits- und Gesundheitsschutz sind präventiv angelegt und begründen sich über Gesetze und deren Ausführungsbestimmungen. Betriebliche Gesundheitsförderungsprogramme haben sich parallel dazu entwickelt und standen bisher nur locker in Beziehung zu den Arbeitsbedingungen. Ein umfassendes betriebliche Gesundheitsmanagement sollte den Arbeits-/Gesundheitsschutz und Maßnahmen der Gesundheitsförderung miteinander verzahnen.

23 Dreh- und Angelpunkt der Verzahnung zwischen Arbeitsschutz und betrieblichem Gesundheitsmanagement ist eine umfassende Gefährdungsbeurteilung Vielen Dank!

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