FH Frankfurt am Main WS 2007/2008. Unix-Praktikum

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1 FH Frankfurt am Main WS 2007/2008 Fachbereich 2 UNIX-Praktikum Studiengang Informatik Dr. Joachim Schneider Übungsblatt 3 Unix-Praktikum Lernziele: Dateiattribute, Umgang mit Zugriffsberechtigungen, Archivieren und Komprimieren von Dateien, Übertragung von Dateien mit Hilfe des ftp-programmes Dateiattribute Dateiattribute sind systemseitig gespeicherte Eigenschaften einer Datei. Mit dem Kommando ls mit der Option -l (long-version) werden einige dieser Attribute auf dem Bildschirm ausgegeben. Beispiel: -rw mueller info 386 lrwxrwxrwx 1 mueller info :18 brief :42 public ->/home/student/public drwxr-xr-x 2 mueller info :42 public html drwxrwxrwx 3 root root :05 tmp Die Ausgabe ist in Spalten gegliedert. Die erste Spalte wird weiter unten genauer beschrieben. Die zweite Spalte gibt bei Verzeichnissen die Anzahl der Einträge in diesem Verzeichnis und bei Dateien die Anzahl der Verweise (hard links) auf diese Datei an. Die dritte Spalte gibt den Eigentümer der Datei an. Die vierte Spalte enthält die Benutzergruppe der Datei. die fünfte Spalte beschreibt die Dateigröße in Bytes. Die sechste und siebte Spalte geben das Datum und die Uhrzeit der letzten Änderung an dieser Datei an. Die achte Spalte enthält schließlich den Dateinamen. In der ersten Spalte sind mehrere Informationen untergebracht. Das erste Zeichen gibt den Typ der Datei an. 1

2 Der Bindestrich - steht für eine flache Datei. d bedeutet, dass es sich um ein Verzeichnis handelt. l kennzeichnet einen Link c bezeichnet ein Character-Gerät, d.h. eine Hardware-Einheit, auf die ungepuffert zugegriffen wird, z.b. bezeichnet /dev/ad0 die erste Festplatte. b steht für ein Block-Gerät, d.h. eine Hardware-Einheit, auf die gepuffert zugegriffen wird: Bei FreeBSD gibt es das nicht, bei anderen UNIX-Varianten schon. Die nächsten 9 Zeichen beschreiben die Zugriffsberechtigungen den Datei Modus für die Datei. Für jede Benutzerklasse können die Berechtigungen lesen (r= read), schreiben (w=write) und ausführen (x=execute) vergeben werden. Die erste Dreiergruppe beschreibt die Rechte des Eigentümers der Datei (u=user), dann folgen die Rechte der Gruppe (g=group), der dieser angehört und als letztes die Rechte für alle anderen (o=other). Die Bedeutung der Zugriffsrechte ist für Dateien leicht verstdändlich. Der Eigentümer der Datei kann für jede seiner Dateien für sich selbst, für die Gruppe und für alle anderen Benutzer des Systems festlegen, ob Mitglieder dieser Benutzerklasse die Datei zum Lesen öffnen, hineinschreiben oder diese ausführen dürfen. Die Ausführungsberechtigung muss bei Programmen oder Shellskripten vergeben werden. Für Verzeichnisse ist die Bedeutung der Benutzerrechte nicht so offensichtlich. Für das Durchsuchen eines Verzeichnisses werden das Lese- und das Ausführungsrecht (das Recht, in dieses Verzeichnis zu wechseln) benötigt. Wer über die Schreibberechtigung auf ein Verzeichnis verfügt, darf in diesem Verzeichnis Dateien anlegen und löschen!. Der Datei-Modus ist eigentlich eine 12-Bit-Zahl, von der in dem -#########-Feld nur die unteren neun Bit sichtbar sind. Von diesen beschreiben (von rechts nach links) die unteren drei die Berechtigungen für other, die mittleren drei die Berechtigungen für group und oberen drei die Berechtigungen für user. Jede dieser Dreiergruppen enhält von rechts nach links ein Bit für execute (X), read (R) und write (W), so daß sich der Modus wie folgt als Dualzahl darstellen läst user group other R W X R W X R W X # # # # # # # # # Dabei ist für # 1 oder 0 einzusetzen, je nachdem ob das entsprechende Recht gesetzt ist oder nicht. So würde man bei den Berechtigungen user=rwx, group=wr und other=r folgendes Schema erhalten: 2

3 user group other R W X R W X R W X r w x r w - r Es ergibt sich für den Modus die in der dritten Zeile angegebene Bildschirmdarstellung und die in der vierten Zeile dargestellte Dualzahl, nämlich Die untere Zeile zeigt dann die Darstellung dieser Zahl im Oktalsystem. Die Stellen der Oktalzahl ergeben sich einfach durch Zusammenfassung je dreier Dualstellen: 7 = 111 = 1*2^2 + 1*2^1 + 1*2^0 6 = 110 = 1*2^2 + 1*2^1 + 0*2^0 4 = 100 = 1*2^2 + 0*2^1 + 0*2^0 Ändern der Zugriffsberechtigungen Das Kommando chmod (change mode) ändert die Zugriffsberechtigungen für alle Arten von Dateien. Mit + werden Berechtigungen vergeben, mit - Berechtigungen entzogen. Beispiele: chmod go-w tmp entzieht den Mitgliedern der Gruppe, der der Dateieigentümer angehört, und allen anderen das Recht, im Verzeichnis tmp Dateien anzulegen. chmod g+r brief erlaubt der Gruppe, die Datei brief zu lesen. Diese Form des chmod-befehls ändert also den bestehenden Dateimodus. Man kann mit dem chmod-befehl die Berechtigungen auch direkt durch Angabe der Oktalzahl, die den Dateimodus repräsentiert, setzen: chmod 764 file1 Archivieren und Komprimieren von Dateien Mit dem Programm tar werden Dateien in einem sogenannten tar-file archiviert oder aus diesem extrahiert. Ein tar-file kann ein Gerät oder eine gewöhnliche Datei sein. Das Programm tar wird zur Datensicherung auf Geräte wie Band- oder Plattenlaufwerke verwendet. Es erweist sich aber auch als nützlich, wenn Teile des Dateisystems im Verzeichnisbaum verschoben oder auf eine andere Hardware gebracht werden sollen, denn die ursprünglichen Eigentumsverhältnisse und Zugriffsberechtigungen bleiben erhalten. Das Programm gzip komprimiert Dateien, mit gunzip werden mit gzip erzeugte Dateien wieder dekomprimiert. 3

4 Aufgaben 1. Legen Sie in Ihrem Heimatverzeichnis 3 Ordner an (z.b. fuer gruppe, darf gruppe ansehen, geht gruppe nichts an). Setzen Sie die Zugriffsrechte der 3 Ordner so, dass Ihre Gruppe in dem ersten Ordner Dateien anlegen, den zweiten Ordner durchsuchen, aber auf den dritten Ordner gar nicht zugreifen darf. Kontrollieren Sie mit dem Kommando ls, ob die Rechte wie gewünscht gesetzt sind. 2. Erzeugen Sie in einem der neuen Ordner mit dem Editor vi Ihr erstes Shellskript mit folgendem Inhalt: date whoami pwd Speichern Sie die Datei unter einem aussagekräftigen Namen ab. Geben Sie sich selbst das Ausführungsrecht auf diese Datei. Führen Sie das Skript aus, indem Sie den Namen eingeben. 3. Setzen Sie die Rechte auf das Shellskript so, dass es jeder ausführen, aber niemand außer Ihnen verändern darf. Kopieren Sie das Shellskript in die beiden anderen neu angelegten Ordner. 4. Arbeiten Sie mit einer Partnerin oder einen Partner zusammen und überprüfen Sie gegenseitig, ob die Rechte auf die neuen Verzeichnisse und Dateien so gesetzt sind, wie erwartet. Überprüfen Sie, ob Sie in das Heimatverzeichnis Ihrer Partnerin oder Ihres Partners wechseln dürfen. Danach versuchen Sie nacheinander in die 3 Ordner Ihrer Partnerin oder Ihres Partners zu wechseln, den Inhalt des Shellskripts anzusehen, das Shellskript auszuführen, das Shellskript zu löschen und eine Datei mit Namen Berechtigungstest in allen 3 Verzeichnissen anzulegen. 5. Wechseln Sie zurück in Ihr eigenes Heimatverzeichnis. Geben Sie den Inhalt Ihrer Unterverzeichnisse auf dem Bildschirm aus. Wie oft existiert eine Datei mit Namen Berechtigungstest und wem gehört sie? 6. Schlagen Sie in den Manual-Pages nach, mit welcher Option die Berechtigungen gleichzeitig für einen Ordner und alle darunterliegenden Dateien geändert werden können. Probieren Sie das Kommando chmod mit dieser Option an einem der Ordner, die Sie heute erzeugt haben, aus. 4

5 7. Geben Sie fuer die folgenden Dateimodi die zugehoerigen Oktalzahlen an. Schreiben Sie die Übersetzungen in die Datei modelist.txt in Ihrem Home-Directory: -r ===> -r--r--r-- ===> -rwxr-xr-x ===> -rw-r--r-- ===> -rw-rw-r-- ===> ===> Erzeugen Sie in Ihrem Home-Verzeichniss sechs Dateien file1... file6 mit Hilfe des touch-befehls und geben Sie diesen mit Hilfe des chmod-befehls in der Oktalzahl-Form die obigen Berechtigungen. 8. Lesen Sie in den Manual-Pages des Befehls tar die Beschreibungen der Optionen c, v, z, f. Sichern Sie den Ordner aus Aufgabe 1, auf den Ihre Gruppe volle Zugriffsrechte hat, in einen tar-file. Bewegen Sie sich hierfür in Ihr Heimatverzeichnis und führen Sie dort den Befehl tar -cvf <sinnvoller Name. tar> <ordner > aus. Ermitteln Sie die Größe des tar-files. Komprimieren Sie anschließend die Datei mit dem Kommando gzip. Wie hat sich die Größe der komprimierten Datei gegenüber der des tar-files gedndert? 9. Erzeugen Sie einen neuen Ordner mit geeignetem Namen und kopieren Sie die Archiv-Datei Ihrer Partnerin oder Ihres Partners dorthin. Wechseln Sie in den neuen Ordner und extrahieren Sie die in der Archiv-Datei enthaltenen Dateien. 10. Legen Sie in Ihrem Heimatverzeichnis einen weiteren Ordner an. Kopieren Sie den in Aufgabe 7 durch Ihre Partnerin oder Ihren Partner archivierten Ordner mit dem Kommando cp und der Option -R (Vorsicht, diese Option ist Plattformspezifisch) in den neu erzeugten Ordner. Betrachten Sie mittels ls -l die Inhalte der Ordner aus dieser Aufgabe und der Aufgabe 8 und vergleichen Sie die Dateiattribute der gleichnamigen Dateien in diesen beiden Verzeichnissen miteinander. 11. Lesen Sie auf Ihrem Arbeitsplatzrechner die Manual-Page des ftp-befehles. Übertragen Sie die oben erzeugte Archiv-Datei mit Hilfe des ftp-programms auf Ihren Arbeitsplatzrechner. Entpacken Sie es dort in einem Unterverzeichnis uxpr, das Sie vorher angelegt haben. Schauen Sie sich das Resultat an. Versuche Sie auch Dateien auf den Praktikumsrechner zu übertragen. Führen sie die gleichen Schritte auch mit dem sftp-befehl durch! 5

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