In der Schweiz oder in Luxemburg anlegen?

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1 BFFM GmbH & Co KG Normannenweg Hamburg Juli 2012, Nr. 4 In der Schweiz oder in Luxemburg anlegen? Das funktioniert, aber es lohnt sich nur legal. Und zwar aus rechtlichen wie vor allem auch aus Ertrags - Gründen: (Übersicht für den schnellen Leser: siehe am Ende des Textes unter Fazit ) Seit der deutsche Ex-Minister Steinbrück die Schweiz in 2009 mit gezielten Attacken beleidigt hat, ist das Verhältnis zwischen Deutschland und der Schweiz in Steuerdingen immer noch angespannt. Der jetzige Finanzminister Schäuble konnte einiges wieder glätten. Trotzdem werden immer wieder in der deutschen Presse Meldungen über angeblichen Lug und Trug bei schweizerischen Banken lanciert. Und es landen auch immer wieder Daten tatsächlicher oder angeblicher deutscher Steuersünder auf skurrilen Wegen bei deutschen Finanzbehörden. Auch in den letzten Tagen steht mit der Credit Suisse mal wieder eine schweizerische Bank am Pranger : Man habe normale Konten als Versicherungen ausgegeben und damit zum Steuerbetrug in Milliardenhöhe eingeladen. Ob das tatsächlich in allen Fällen illegal ist und was da wirklich dran ist, lassen wir hier mal dahin gestellt. Bei Steuerfahndern gehört klappern natürlich auch zum Handwerk... Trotzdem muss man sich deshalb, aber auch aus anderen Gründen fragen: Lohnt sich das alles mit der Schweiz überhaupt? Die Antwort muss lauten: Zur Zeit und seit einiger Zeit nicht mehr. Das hat mehrere aktuelle und seit 2011 nun auch dauerhafte Gründe: 1. Risiken illegaler Transfers in die Schweiz Sollten Sie Ihr Geld trotz aller Warnungen illegal in die Schweiz bringen wollen, sollten Sie wissen, dass es nicht einfach ist, größere Geldbeträge unbemerkt dort einzuführen oder aus der Schweiz wieder heraus zu bekommen. Postsendungen werden in der Schweiz stichprobenartig kontrolliert, Bargeldbeträge über ,- sind an der Grenze meldepflichtig und natürlich gibt es dort auch Kontrollen. Und Überweisungen von Deutschland aus werden nicht nur bei der Bank registriert, sondern müssen ab ,- sogar an die Finanzbehörden gemeldet werden. Wenn Ihre Bank das nicht tut, macht sie sich der Beihilfe schuldig.

2 Und man hört auch immer wieder von diversen Tricks, mit denen besonders deutsche Steuerfahnder arbeiten. So bleibt - auch wenn Sie Ihr Geld rübergeschafft haben, dann trotzdem dauerhaft das Risiko, dass Ihre Daten über windige Ex-Banker, verschobene CDs oder besonders scharfe deutsche Steuerfahnder zum deutschen Fiskus gelangen können. 2. Erträge festverzinslicher Wertpapiere 2.1. Zinsen von festverzinslichen Wertpapieren Und sollten Sie ihr Geld in der Schweiz dann - legal oder illegal - in festverzinslichen Wertpapieren anlegen wollen, ist das auch nicht sehr lohnend. Der einfache Vergleich von frei zugänglichen Daten der Deutschen Bundesbank und der Schweizer Nationalbank zeigt, warum: Zehnjährige schweizerische Staatsanleihen (sog. Bundesobligationen in Schweizer Franken) bringen zur Zeit unter 0,7 % Zins*. Deutsche Bundesanleihen (in Euro) gleicher Laufzeit dagegen 1,75 %**. Man kann also ruhig auf den deutschen Zins die deutsche Abschlagsteuer von fast 29% (inkl. Kirchensteuer und Soli) bezahlen und liegt mit ca. 1,25 % nach Steuern immer noch deutlich besser als ein Schweiz - Anleger. Das gilt besonders, da es seit 2011 auch in der Schweiz eine pauschal (auch bei Konten von EU- Bürgern) abzuführende Verrechnungssteuer in Höhe von 35 % gibt. Die Schweiz führt von dieser Verrechnungssteuer (allerdings ohne Preisgabe der einzelnen Anleger) ca. 2/3 an die entsprechenden Länder der EU ab. Und nach Steuern bleiben Ihnen von den 0,7 % Zins dann nur noch ca. 0,45 % übrig. Der Zinsertrag nach Steuern ist also in der Schweiz selbst auf die lange Zeit von 10 Jahren derzeit so niedrig, dass man nicht mehr wirklich von Ertrag sprechen kann Kurse von festverzinslichen Wertpapieren Es kommt ein weiteres Risiko dazu: Festverzinsliche Wertpapiere können während ihrer (im o.g. Beispiel 10 Jahre dauernden) Laufzeit auch zu anderen Kursen als ihrem Ausgabekurs gehandelt werden. Die Kurse solcher Papiere reagieren dabei gegenläufig zur Zinsentwicklung. Und zwar in direkter Abhängigkeit von Ihrer Restlaufzeit mehr oder weniger stark. Das gilt für alle Anlagen dieser Art: Sowohl in der Schweiz wie auch überall sonst. Da das Zinsniveau in Europa insgesamt aber schon extrem niedrig ist (nur die paar PIIG - Staaten - Portugal, Irland, Italien, Griechenland - zahlen hohe Risikozuschläge auf Ihre Staatsschulden), wird es voraussichtlich kaum noch weiter sinken können. In manchen Ländern muss man bei kürzeren Laufzeiten derzeit schon zuzahlen, um überhaupt in Staatsanleihen anlegen zu dürfen. Und bei einem wahrscheinlichen Anstieg des Gesamt - Zinsniveaus werden die Kurse von festverzinslichen Wertpapieren dann eher Verluste als Gewinne verzeichnen müssen. Das werden solche Papiere sowohl als Einzelanlage wie auch in Rentenfonds zu spüren bekommen. Das Kursverlust - Risiko ist bei allen Anleihen - also auch in der Schweiz - gegeben. Und es wirkt sich stärker aus als die o.g. niedrigen Zinsen. Man kann es zwar umgehen, indem man Einzelpapiere für ihre ganze Laufzeit behält und sie dann zum Einstandskurs zurück gibt, wobei man dann aber wieder sehr an einzelne feste Zeitpunkte für die Auszahlungen gebunden ist. *www.snb.ch/de/iabout/stat/statpub/zidea **www.bundesbank.de/redaktion/de/downloads/presse/pressenotizen/2012/2012_07_11_tenderergebnis.pdf? blob=publicationfile

3 3. Währungsrisiko Schweizer Franken zu Euro Seit einigen Monaten hat die Schweizer Notenbank den Franken zwar an den Euro gekoppelt bzw. eine Grenze gesetzt, bei der man weitere Stärkung des Franken nicht zulassen will. Das wird aber keine dauerhafte Maßnahme sein. Mittelfristig besteht also ein erhebliches Währungsrisiko. Und das ist mindestens so hoch wie das Kursrisiko der Anleihen selbst und in jedem Fall höher als die Zinsdifferenz zwischen beiden Ländern. Der Schweizer Franken war schon am Beginn dieser Maßnahme sehr stark. Ein Franken kostet derzeit ca. 0,83. Man bekommt für ,- also nur ca. CHF ,-. Sollte der Euro aber später wieder stärker werden und z.b. auf den in den letzten Jahren durchschnittlichen Wechselkurs von 1,35 CHF / Euro steigen, würde man für die CHF ,- dann nur knapp ,- zurück bekommen: Ein Verlust von über 10%, gegen den die o.g. Zinsdifferenz sich kaum auswirkt. 4. Aktien in der Schweiz? Oder in anderem Ausland? Besser sieht es mit Aktien aus. Die rentieren sich in ganz Europa in den letzten Monaten zwar eher mäßig, viele aber trotzdem deutlich besser als die o.g. Anleihen. Die Wirtschaft der reicheren Länder brummt, viele Aktien sind unterbewertet und die Fundamentaldaten für Aktien sind für die längere Zukunft gut. Das gilt natürlich sowohl für Aktienanlagen über die Schweiz wie auch für solche über Deutschland. Wenn man dann seine Anlagen möglichst steuergünstig in Aktien oder Aktienfonds machen möchte und das unbedingt in der Schweiz (oder in einem ähnlichen Ausland wie Liechtenstein usw.) sein soll, dann kann man das auf folgende Arten tun: 4.1. Als normale Anlage in der Schweiz Schweizer Anlagen mögen ähnlich gute Renditen haben wie deutsche, steuergünstig sind sie nicht mehr. Denn das Ganze hat auch bei Aktienanlagen seit 2011 den gleichen Haken wie bei den o.g. festverzinslichen Wertpapieren. Die o.g. schweizerische Verrechnungssteuer gilt natürlich auch für Aktienrenditen. Und ist damit höher als die Besteuerung in Deutschland. Und es gibt außerdem noch nicht einmal Freibeträge Außerdem kommt man auch nicht drum herum : Diese Steuer wird auch dort (wie in Deutschland) jedes Jahr aus dem Konto oder Depot entnommen und sofort und direkt von der Bank an den schweizerischen Fiskus abgeführt. Es gibt keine Möglichkeit der Freistellung oder des Verschiebens bis zur Auszahlung der Anlage Als legale Versicherung in einem dieser Länder Das, was die Credit Suisse deswegen gemacht hat und weswegen sie jetzt angeprangert wird - nämlich normale Aktiensparpläne oder Konten aus Steuergründen in den Mantel einer Versicherung einpacken - ist an sich völlig legal. Versicherungen sind in der Schweiz ähnlich steuerbegünstigt wie in Deutschland. Deshalb wird das Ganze häufig und in vielen Ländern und von vielen Banken und Versicherungen gemacht. Wir selbst bieten auch solche Versicherungsmäntel an, auch in der Schweiz, in Liechtenstein,

4 Luxemburg, Österreich oder anderen Ländern. Und zwar von renommierten Anbietern und meist zu geringeren Kosten als bei normalen deutschen Versicherungsgesellschaften. Es ist nur nicht legal, so etwas dann wie ein normales Konto zu betreiben, d.h. Ein- und Auszahlungen gegen die für Versicherungen geltenden Vorschriften (bezüglich Laufzeit, Regelmäßigkeit der Beiträge, Bedingungen der Versicherungsleistung etc.) vorzunehmen. In wieweit das aber alles dann wirklich auch bei der Credit Suisse so geschehen ist, wird erst noch in vielen Einzelverfahren geklärt werden müssen. Aber natürlich ist es möglich und sinnvoll, auch die günstigen Angebote solcher Versicherungsmäntel in solchen Ländern zu nutzen. - offiziell und offen und - von Deutschland aus und - mit deutschen Steuervergünstigungen einer Versicherung (halber Steuersatz) - mit den geringen Kosten solcher reinen Anlagepolicen Entscheidend ist dabei neben dem halbierten Steuersatz vor allem auch die in solchen Policen dann nicht mehr jährlich stattfindende Entnahme der entsprechenden jährlichen Steuern. In Versicherungen wird eben stets erst am Ende bei der Auszahlung besteuert und so lange bleiben die sonst anzuziehenden Gelder mit im Topf und rentieren sich deshalb mit. Das ist ein längerfristig ein sehr wichtiger Effekt und es macht dann über die längere Laufzeiten erhebliche Unterschiede aus! 4.3. Als Aktienfonds in Luxemburg Einen ähnlichen Verschiebungs - Effekt kann man aber auch erzielen, indem man einfache Aktienfonds (d.h. ohne Versicherung drum herum) in einem Depot einer in Luxemburg sitzenden Anlagegesellschaft nach luxemburgischem Recht anlegt. Alle größeren Anlagegesellschaften haben Töchter in Luxemburg... Das ist von Deutschland aus völlig legal möglich und der BVI (Bundesverband Investment und Asset - Management e.v., der Dachverband der Kapitalanlagegesellschaften) erklärt, wie...***. Und wenn diese Fonds dann noch thesaurierend (d.h., dass sie Ihre Erträge nicht ausschütten, sondern wieder anlegen) sind, bleiben auch hier alle Erträge während der gesamten Anlagezeit unbesteuert im Fonds und rentieren sich mit. Das geht, weil man bei luxemburgischen Depots als Ausländer bei der Eröffnung im Antrag ankreuzen kann, dass die dort im Land geltende Kapitalertragssteuer (15%, die aber nur auf Dividenden gilt...) nicht laufend abgezogen werden soll. Dafür wird sie dann für Deutsche erst bei Auszahlung ermittelt und auch dann erst gemeldet.***. Und die dann anfallende deutsche Abgeltungssteuer wird dann wesentlich verringert und damit deutlich erträglicher als bei einer Anlage in einem Depot in Deutschland. So hat man dort auch eine ähnlich gute Gestaltungsmöglichkeit wie bei einem Versicherungsmantel. Und die kann man mit guten Renditen, geringen Kosten und vor allem legal erreichen... Und wenn man dabei außerdem dann dem Euro nicht traut und deswegen in eine andere Währung gehen möchte, kann man in der Vielzahl der Aktienfonds dann auch (fast) jede beliebige *** siehe Besteuerungs-Übersicht vom BVI in der Anlage, markierte Position auf der zweiten Seite unten rechts

5 Fondswährung wählen - dann allerdings wieder mit dem o.g. oder einem anderen Währungsrisiko. Aber jedenfalls kann man in solche Fonds oder Versicherungen bequem, offiziell und legal von Deutschland aus auf Konten deutscher Banken einzahlen - ohne Tricks, risikoreiche Grenzübertritte o.ä.. Ob dann letztlich ein oder mehrere thesaurierende luxemburgische Aktienfonds oder einer der o.g. Versicherungsmäntel für Sie besser ist, sollte im Einzelfall je nach Ihrem voraussichtlichen, späteren Steuersatz (der sich auf die geringe, aber vorhandene Besteuerung eines Versicherungsmantels auswirkt), nach der gewünschten Assetklasse und noch nach ein paar weiteren Faktoren (besondere Fondswünsche, Risikobereitschaft etc.) entschieden werden Depots in Übersee von der Schweiz aus Das ist noch ein neuer Punkt. Darauf ist man nun - nachdem gerade ein neues Besteuerungsabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz verhandelt wird - in der Schweiz gekommen. Es bedeutet, dass man bei einer dortigen Bank (nachdem man sein Geld wiederum auf versteckten Wegen in die Schweiz gebracht hat) ein Konto oder Depot bei einer Tochtergesellschaft oder Filiale der jeweiligen Bank in Übersee anlegt. Dabei wird z.b. immer wieder Singapur genannt. Und zwar, weil es dort dann eben keinen Besteuerung der Erträge gibt. Nur sind die Zinsen dort natürlich ähnlich bzw. gleich niedrig wie bei der Schweizer Mutterbank, so dass man auch da nicht wirklich von Erträgen sprechen kann. So etwas lohnt also auch kaum. Und es erfordert schon einige kriminelle Energie Verstecken von Einnahmen Bei einigen Anlegern geht es bei dem In die Schweiz bringen vermutlich auch darum, nicht nur das Versteuern von Erträgen zu vermeiden, sondern darum, illegal erworbenes oder nicht als Umsatz- oder Einkommen versteuertes Kapital unterzubringen. Hierzu ist ja bereits vor der Anlage erhebliche kriminelle Energie nötig gewesen. Beim Anlegen von solchem Kapital möchten wir uns - auch aufgrund unserer gegebenen Melde- und Legitimationspflichten nach dem Geldwäschegesetz - nicht beteiligen. Es lohnt sich meist viel eher mit einer der beiden o.g. legalen Varianten. Das bringt keinen Ärger. Und höhere Renditen Fazit Es ist in jedem Fall besser, auf dem Boden der Legalität zu bleiben. Die schweizerischen Renditen längerfristiger Anlagen in festverzinslichen Wertpapieren sind deutlich geringer als bei ähnlichen deutschen Papieren. Das gilt sowohl für die anfallenden Zinsen wie auch für Kursgewinne. In der Schweiz gilt auf normale Anlagen eine höhere Pauschalbesteuerung auf Kapitalerträge als in Deutschland (seit 2011 sind das 35 % im Vergleich zu 29 %). Diese wird zu großen Teilen anonym an die EU abgeführt.

6 Aktienanlagen haben sowohl in der Schweiz wie auch in Deutschland derzeit langfristig gute Aussichten. Die Fundamentaldaten zeigen auf Einstieg. Aktienanlagen in Fonds können sowohl wie in der Schweiz auch von Deutschland aus steuerlich optimiert werden. Das geht mit schweizerischen oder anderen in- oder ausländischen Produkten. Ein Mittel dazu sind Versicherungsmäntel, Das geht trotz Credit Suisse - Skandal sowohl in Deutschland wie auch in der Schweiz. Und es geht ohne umständliches und illegales Rüberbringen von Bargeld in die Schweiz bequem und legal von Deutschland aus: Einfach per Überweisung. Den gleichen Effekt erzielt man mit einem ähnlich günstigen Steuereffekt auch mit einer Anlage in thesaurierenden Aktienfonds in Luxemburg. Und auch das natürlich legal und einfach per Überweisung von Deutschland aus. Auch dabei kann man sich die gewünschte Währung der Anlage aussuchen. Denn auch jeder luxemburgische Fonds kann eine dritte Fondswährung haben. Welche der beiden Variante für Sie persönlich besser ist, richtet sich nach ihrem späteren persönlichen Steuersatz und nach persönlichen Präferenzen. Anlagen, bei denen Ihr Kapital von einer schweizerischen Bank nach Übersee weiter geleitet wird, werden zwar nicht besteuert, haben aber ähnlich schlechte Renditen wie schweizerische Anlagen. Das loht sich also auch nicht. Schwarzgelder möchten wir nicht anlegen. Denn wir haben die gleichen Meldepflichten wie Banken sie haben. Legale deutsche Anlagen sind nach Steuern in der Rendite zur Zeit besser als illegale steuerfreie Anlagen in der Schweiz. Sie sehen: Man muss nicht mehr in die Ferne schweifen und unnötige Gesetzeskonflikte riskieren. Mit geeigneten Produkten und sinnvoller Gestaltung kann man auch legal und von Deutschland das steuerliche Optimum herausholen. Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gern. Freundliche Grüße Ihr BFFM - Team _Homepage_Anlagen Schweiz und Luxemburg_6.pdf

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