IT REALITY CHECK Spannungsfeld moderne Infrastruktur

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1 IT REALITY CHECK Spannungsfeld moderne Infrastruktur PAC/Berlecon Report im Auftrag von Beck et al. Services Beck et al. Services Zielstattstr München Germany PAC/Berlecon Am Kupfergraben 6a Berlin Germany Analyst: Dr. Andreas Stiehler, August Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag der Beck et al. Services GmbH

2 Warum wollen wir das wissen? EDITORIAL Unser dritter und letzter Teil der IT-Reality Check»Trilogie«beschäftigt sich mit dem Status Quo der Modernisierung von IT-Infrastrukturen in deutschen Unternehmen. Hier haben uns insbesondere die Ziele der IT Organisation, deren konkrete Maßnahmen und Umsetzungspläne sowie die Barrieren bei der Realisierung interessiert. Zudem wollten wir wissen, ob die Cloud-Offerten der Anbieter überhaupt dem derzeitigen Modernisierungsanspruch der Anwenderunternehmen gerecht werden. Warum uns der Blick hinter die Kulissen bei Planung und Umsetzung von moderner Infrastruktur so wichtig ist? Um die Bereiche der beiden vorangegangenen Reports in einer IT Organisation überhaupt wirksam in Angriff nehmen zu können, muss das Fundament, das Infrastrukturkonzept, stimmen. Die IT kann nur flexibel und agil auf Businessanforderungen reagieren, wenn die Infrastruktur dies auch unterstützt. Die nachfolgende Auswertung liefert dazu ein aktuelles Stimmungsbild. Wir möchten dem Leser damit eine Bestandsaufnahme zum Status der modernisierten IT-Infrastruktur geben und ihm Ansätze liefern, wie er davon profitieren kann. Er be kommt konkrete Argumente an die Hand, um eigene Lösungsansätze zu hinterfragen und auf den Prüfstand zu stellen. Ich wünsche Ihnen eine anregende und erkenntnisreiche Lektüre. Ihr Siegfried Lautenbacher Geschäftsführender Gesellschafter der Beck et al. Services GmbH 2011 Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag der Beck et al. Services GmbH 2 /17

3 I NHALT 1 EINFÜHRUNG 4 2 ERGE BNISSE DE R BEFRAGUNG 2.1 Ziele der Modernisierung 2.2 Modernisierungsmaßnahmen in Umsetzung und Planung 2.3 Barrieren für die Realisierung neuer Infrastrukturkonzepte FAZIT 13 4 ZUSAMME NFASSUNG DE R ERGE BNISSE DE S 1. TEI LS»COLLABORATION ZWISCH E N ANSPRUCH UND WIRKLICHKE IT«15 5 ZUSAMME NFASSUNG DE R ERGE BNISSE DE S 2. TEI LS»ANWE NDE RZUFRIE DE NHE IT IN DE R REIFE PRÜFUNG«16 6 ÜB E R BECK ET AL. SERVICES 17 PAC/Berlecon Report im Auftrag von Beck et al. Services Berlecon, a PAC Company Am Kupfergraben 6a Berlin Germany Fon/Fax: /-29 Mail: Analyst: Dr. Andreas Stiehler, August Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag der Beck et al. Services GmbH 3/17

4 1. EINFÜHRUNG ANALYSE 1 Eine Modernisierung der IT-Infrastruktur gilt als Grundvoraussetzung, um die IT nachhaltig zum»business Enabler«entwickeln zu können. Erstens werden für den Infrastrukturbetrieb immer noch viele Ressourcen gebunden, die in anderen businesskritischen Bereichen dringender benötigt werden. Zweitens kann der verbreiteten Forderung des Business nach einer agileren IT nur nachgekommen werden, wenn die Infrastruktur auch eine solche Flexibilität unterstützt. IT-Verantwortliche sind deshalb gefordert, sich mit neuartigen Konzepten zur Modernisierung des Infrastrukturbetriebs, wie Virtualisierung und Cloud Computing, auseinanderzusetzen. Die nachfolgende Studie liefert eine Bestandsaufnahme über Ziele, Maßnahmen und Umsetzungspläne der Unternehmen bei der Modernisierung des IT-Infrastrukturbetriebs. In diesem Zusammenhang wird auch geprüft, inwieweit die derzeitigen Angebote tatsächlich die Bedürfnisse der Anwender treffen und welche Hemmnisse einer Erneuerung der IT-Infrastruktur entgegenstehen. 1 Siehe Berlecon-Studie im Auftrag von Beck et al. Services:»IT: Kostenstelle oder Businessmotor?« Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag der Beck et al. Services GmbH 4 /17

5 METHODIK DER BEFRAGUNG UND ZUSAMMENSETZUNG DER STICHPROBE PAC/Berlecon befragte von Februar bis April 2011 dazu 100 IT-Verantwortliche aus Unter nehmen, die in Deutschland mindestens 500 Mitarbeiter beschäftigen. Die Stichprobe wurde per Zufallsziehung aus einem kommerziellen Adressdatensatz ausgewählt. Abbildung 1 zeigt die Zusammensetzung der Stichprobe nach Branchengruppen und Größenklassen. Zusammensetzung der Stichprobe nach Branchengruppe Produzierendes Gewerbe Dienstleistung, Handel, Verkehr & Nachrichtenübermittlung Zusammensetzung der Stichprobe nach Anzahl der Mitarbeiter 500 bis und mehr ABB. 1 ZUSAMMENSETZUNG DER STICHPROBE Anteile in Prozent aller Unternehmen (ab 500 MA), n = % 76% 23% 77% PAC 2011 für Beck et al. Services Die Befragung wurde telefonisch als Computer Aided Telephony Interview (CATI) durchgeführt. Damit wurde u. a. sichergestellt, dass ausschließlich CIOs, ITK-Leiter bzw. Mitglieder der IT-Leitung befragt wurden. Bei der Feldarbeit wurde Berlecon durch Psephos (www.psephos.de), einem auf B2B-Befragungen fokussierten Marktforschungsinstitut aus Hamburg, unterstützt. Darüber hinaus führte PAC/Berlecon mit verschiedenen Teilnehmern Vertiefungsgespräche durch. Die daraus gewonnen Erkenntnisse flossen in die Dis kus sion der Befragungsergebnisse ein. Dieser Report ist Bestandteil einer insgesamt dreiteiligen Untersuchung von PAC/ Berlecon im Auftrag von Beck et al. Services. Das IT-Services Unternehmen möchte aufzeigen, was für ITK-Fachbereiche auf dem Weg zum Businesspartner wirklich zählt. Dazu wird den Entscheidern ein konkreter Einblick in die Umsetzungssituation dreier Kernbereiche der IT gegeben: DREI TEILE DER UNTERSUCHUNG Collaboration zur strategischen Unterstützung der Zusammenarbeit durch die IT; Anwenderzufriedenheit zur Rolle und Messung von Performance, Verfügbarkeit und Usability der IT aus Sicht der Endanwender; Infrastructure zu Umsetzungsstand, Chancen und Barrieren bei der Realisierung von Cloud- und Virtualisierungsstrategien Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag der Beck et al. Services GmbH 5 /17

6 2. ERGE BNISSE DE R BEFRAGUNG ZI E LE DE R MODE RNISIE RUNG Relevanz von Zielen bei der Modernisierung der IT-Infrastruktur Sehr relevant Eher relevant Teilweise relevant Vereinfachung des Infrastrukturmanagements ABB. 2 RELEVANZ VON ZIELEN BEI DER MODERNISIERUNG DER IT-INFRASTRUKTUR Senkung der IT-Betriebskosten Senkung der IT-Anschaffungsund Lizenzierungskosten Mehr Transparenz beim Monitoring der IT-Infrastruktur Anpassung an Bedarfsschwankungen Mehr Transparenz bei der Nutzung durch Fachbereiche Umwandlung fixer in variable Kosten Mehr Autonomie für die Fachbereiche PAC 2011 für Beck et al. Services Anteile in Prozent aller Unternehmen (ab 500 MA), n = 100»Einfacher, kostengünstiger, transparenter und flexibler«: In dieser Reihenfolge lassen sich die Kernanforderungen an die Modernisierung der ITK-Infrastruktur aus Sicht der ITK-Verantwortlichen beschreiben. Dieses Ergebnis ist insgesamt nicht überraschend und spiegelt die öffentlich geführte Diskussion zum Thema»Virtualisierung und Cloud«wider. Einige Aspekte sind dennoch bemerkenswert. Beispielsweise verdeutlichen die Befragungsresultate, wie wichtig den IT-Verantwortlichen eine Vereinfachung des Infrastrukturmanagements ist. Dieses Ziel, das mindestens genauso hoch gewichtet wird wie die Kosteneinsparungen, spielt in den Werbebotschaften vieler IT-Anbieter bislang allerdings häufig nur eine untergeordnete Rolle. Stattdessen steht häufig eine flexiblere Anpassung der Infrastruktur an die Bedarfsschwankungen im Fokus der Angebote. Tatsächlich werden die Flexibilitätsziele aber nur von etwa jedem zweiten IT-Verantwortlichen als»relevant«und von jedem fünften als»sehr relevant«eingestuft. Sicher spielt dieser Aspekt in verschiedenen Branchen und in einzelnen Unternehmen eine überdurchschnittlich wichtige Rolle. Allein über das Thema»Flexibilität«ist heute aber offensichtlich nur ein vergleichsweise kleiner Teil der IT-Verantwortlichen von neuartigen Infrastrukturmodellen zu überzeugen. Aus Sicht vieler IT-Verantwortlicher ist schließlich auch fraglich, ob»mehr Autonomie für die Fachbereiche«im Infrastrukturbetrieb tatsächlich zielführend ist. Besser wäre es nach Meinung verschiedener Befragungsteilnehmer, den Austausch zwischen IT und Business zu intensivieren, um auf dieser Basis schnell auf sich ändernde Bedarfe zu reagieren. Dieses Ergebnis spiegelt freilich nur die Sicht der IT auf dieses Thema wider. Viele Businessverantwortliche werden diese Meinung nicht teilen insbesondere dann nicht, wenn die IT im Unternehmen passiv auftritt bzw. als»verhinderer«wahrgenommen wird Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag der Beck et al. Services GmbH 6/17

7 Was für den Einzelnen wirklich zählt:»aus Sicht der Anwender spielt Autonomie natürlich eine Rolle. Allerdings müssten wir dann die Leistungen auch autonom, d. h. nach Verbrauch, verrechnen. Das will aber wiederum der Vorstand nicht.«auszüge AUS VERTIEFUNGSGESPRÄCHEN»Self-Service-Systeme lösen die Probleme nicht. Wichtiger ist es, dass die IT-Mitarbeiter in den Fachbereichen integriert sind und so den mittelfristigen Bedarf abschätzen können. Kurzfristige Ad-hoc-Anfragen lassen sich über Virtualisierung heute schnell lösen.«quelle: Auszüge aus Vertiefungsgesprächen mit Befragungsteilnehmern 2.2 MODERNISIERUNGSMASSNAHMEN IN UMSETZUNG UND PLANUNG Maßnahmen zur Modernisierung der ITK-Infrastruktur Bereits umgesetzt In Planung In Umsetzung In Diskussion Backend-Virtualisierung ABB. 3 MASSNAHMEN ZUR MODERNISIERUNG DER ITK-INFRASTRUKTUR Standardisierung und Konsolidierung Desktop-Virtualisierung Cloud-Angebote externer IT-Dienstleister Self-Service-Strukturen für Fachbereiche Nutzung öffentlicher Cloud-Angebote Externe Dienstleistungen für Aufbau einer privaten Cloud PAC 2011 für Beck et al. Services Anteile in Prozent aller Unternehmen (ab 500 MA), n = 100 Standardisierung und Virtualisierung Die Standardisierung und Konsolidierung der ITK-Infrastruktur ist eine Grundvoraussetzung, um die im Vorabschnitt diskutierten Ziele (einfacher, kostengünstiger, transparenter und flexibler) zu erreichen. Aus dieser Sicht ist es nur konsequent, dass sich nahezu alle Unter nehmen mit diesem Thema beschäftigen und mehr als drei Viertel der IT-Verantwortlichen die Umsetzung oder den Abschluss entsprechender Maßnahmen berichten können Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag der Beck et al. Services GmbH 7/17

8 Erstaunlich ist vielmehr, dass in mehr als 80 % der befragten Unternehmen darunter viele Mittelständler bereits Backend-Systeme virtualisiert wurden beziehungsweise Projekte dazu in Umsetzung sind. Die hohe Verbreitung lässt darauf schließen, dass sich dieses Konzept mit vertretbarem Aufwand umsetzen lässt und offensichtlich Erfolg bringt. Tatsächlich sind während der letzten Jahre die Technologien zur Servervirtualisierung deutlich gereift. Gleichzeitig belegen zahlreiche Erfolgsbeispiele, dass zentrale Wertversprechen der Virtualisierung, wie Kosteneinsparungen, Transparenz und Flexibilität, auch in der Praxis eingelöst werden. Die Erfolgsgeschichte»Virtualisierung«scheint sich nun auch verstärkt im Desktop- Umfeld fortzusetzen. Immerhin knapp 40 % der befragten Unternehmen führten bzw. füh ren entsprechende Projekte durch. Damit werden ähnlich wie bei der Backend-Virtualisierung die Voraussetzungen geschaffen, um die Effizienz im IT-Betrieb zu erhöhen und das Management zu vereinfachen. Aufbau von»private Clouds«Angesichts der hohen Verbreitung von Virtualisierungskonzepten stellt sich die Frage, wo genau die zusätzlichen Mehrwerte von privaten oder öffentlichen Cloud-Angeboten liegen. So werden mit der Virtualisierung bereits in vielen Unternehmen cloud-ähnliche Infrastrukturen aufgebaut. Vielfach wird die Virtualisierung deshalb auch mit sogenannten»private Clouds«gleichgesetzt. Streng genommen erfordert eine»private Cloud«allerdings neben einer virtualisierten Infrastruktur auch die Einrichtung von Strukturen bzw. Systemen, auf deren Basis In frastrukturleistungen durch die Fachbereiche selbstständig in Anspruch genommen und abgerechnet werden können. Die damit einhergehenden Ziele, wie mehr Autonomie für die Fachbereiche oder mehr Transparenz bezüglich der Nutzung von Infrastrukturdiensten, sind aus Sicht der IT-Verantwortlichen bislang allerdings nur von nachrangiger Be deutung (vgl. Abschnitt 2.1). So ist es wenig überraschend, dass Self-Service-Strukturen bisher nur in etwas mehr als 10 % der befragten Unternehmen umgesetzt werden. Insgesamt ist die Bereitschaft der IT-Verantwortlichen, in den Aufbau von (vollständigen)»private Clouds«zu investieren oder gar externe Dienstleister mit deren Aufbau zu beauftragen, vergleichsweise gering. Die optimistischen Erwartungen vieler Marktbeobachter an eine hohe Investitionsdynamik bei»private Clouds«wird zumindest wenn dieses Konzept weiter als Virtualisierung gefasst wird durch die Befragungsresultate nicht gedeckt. Zwar interessieren sich die IT-Verantwortlichen für die Vorteile der Virtualisierung; eine flexible und transparente Beanspruchung von Infrastrukturleistungen durch die Fachbereiche scheint dagegen aus Sicht der IT-Verantwortlichen nur von untergeordneter Bedeutung Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag der Beck et al. Services GmbH 8 /17

9 Externe Cloud-Angebote Externe Cloud-Angebote bergen zahlreiche Vorteile, von denen zumindest in der Theorie insbesondere mittelständische IT-Anwenderunternehmen profitieren können. Schließlich sind Public-Cloud-Anbieter wie Amazon oder Microsoft oder große IT-Dienstleister und Outsourcing-Anbieter wesentlich besser in der Lage, über geteilte Tools, Prozesse und Technologien Skalenerträge zu generieren sowie Effizienz- und Flexibilitätsvorteile der Virtualisierung auszuschöpfen. Im Idealfall können durch die höhere Effizienz beim Infrastrukturbetrieb Win-Win Situationen geschaffen werden, von denen Kunden und Anbieter gleichermaßen profitieren. Trotz dieser Chancen haben sich externe Cloud-Angebote in der Breite des Marktes noch nicht etabliert. Etwa 13 % der Befragten nutzen nach eigenen Angaben heute Cloud- Dienste von (lokalen) IT-Dienstleistern oder Outsourcing-Anbietern. Öffentliche Cloud- Angebote von Anbietern wie Microsoft und Amazon werden zwar vielfach diskutiert, in der Praxis jedoch nur von wenigen Unternehmen genutzt. Offensichtlich klafft zwischen Theorie und praktischer Realisierung des Cloud-Konzepts noch eine große Kluft. Damit stellt sich die Frage, wo genau die Barrieren für die Realisierung neuer Infrastrukturmodelle, hierbei insbesondere des Cloud-Konzeptes, liegen. Die im nachfolgenden Abschnitt 2.3 präsentierten Ergebnisse geben Aufschluss darüber. 2.3 BARRIEREN FÜR DIE REALISIERUNG NEUER INFRASTRUKTURKONZEPTE Interne Hemmnisse Interne Hemmnisse bei der Modernisierung der ITK-Infrastruktur Großes Hemmnis Eher großes Hemmnis Teils-teils Zeit und Personal ABB. 4 INTERNE HEMMNISSE BEI DER MODERNISIERUNG DER ITK-INFRASTRUKTUR Budgets für notwendige Anfangsinvestitionen Akzeptanz bei den Fachbereichen Unterstützung durch das Top-Management Know-how der Mitarbeiter PAC 2011 für Beck et al. Services Anteile in Prozent aller Unternehmen (ab 500 MA), n = Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag der Beck et al. Services GmbH 9 /17

10 In jedem zweiten befragten Unternehmen fehlt es laut Aussage der IT-Verantwortlichen an Zeit und Personal, um sich mit neuen Konzepten zur Modernisierung der IT-Infrastruktur auseinanderzusetzen. Dieses Argument sollte durchaus ernst genommen werden. In vielen Unternehmen gibt es heute nur noch eine»rumpf-it«mit einer vergleichsweise kleinen Anzahl an Beschäftigten, die sich steigenden Anforderungen seitens des Business gegenübersieht. Für das Studium visionärer Konzepte bleibt dabei wenig Zeit. Insofern müssen sich Cloud-Anbieter und -Dienstleister fragen, inwieweit sie die Realisierung ihrer Angebote vereinfachen können. Die Realisierung des Cloud-Konzeptes erfordert zudem auch eine Neuausrichtung der IT weg vom Betreiber hin zum Manager des Infrastrukturbetriebs. Tatsächlich mangelt es vielen IT-Managern an Ressourcen, um diesen Wechsel vorzubereiten. Allerdings sollte der häufig geäußerte»mangel an Zeit und Personal«als Barriere für die Umsetzung moderner IT-Betriebsmodelle auch kritisch hinterfragt werden. Denn wer, wenn nicht die IT, sollte sich mit Möglichkeiten der Modernisierung der Infrastruktur auseinandersetzen zumal eine Umsetzung der diskutierten Konzepte auch eine Minderung des Arbeitsaufwandes und Kostendrucks verspricht sowie bei den Fachbereichen und dem Top-Management offensichtlich auf Akzeptanz stößt. Der Verweis auf fehlende Zeit und knappes Personal erscheint aus dieser Perspektive zum Teil auch vorgeschoben, um der damit im Zusammenhang stehenden Outsourcing- Diskussion auszuweichen. Was für den Einzelnen wirklich zählt:»als IT-Verantwortliche müssen wir generell umdenken. Das Denken à la»meine Prozesse, meine Server-Farm, meine Workstations«funktioniert nicht mehr. Fachkräftemangel und Kostendruck zwingen uns, verstärkt auslagern. Nur so können wir die IT effizient betreiben und haben die Ressourcen, um uns stärker als Dienstleister zu positionieren und Eigenmarketing zu betreiben.«auszüge AUS VERTIEFUNGSGESPRÄCHEN»Viele Argumente gegen Outsourcing im Allgemeinen und Cloud Computing im Speziellen halte ich für Ausflüchte. Unsere Daten sind im Rechenzentrum eines großen Players in der Regel sicherer als im eigenen. Zudem muss man ja nicht zwingend Cloud Services von Google und Amazon beziehen; viele lokal ansässige Dienstleister bieten heute ähnliche Services.Wir sind ein relativ kleines Unternehmen. Da wird das Thema»Cloud«irgendwann kommen. Wir benötigen schließlich mehr Flexibilität, um angesichts des wirtschaftlichen Auf und Ab die Kosten im Griff zu halten.«quelle: Auszüge aus Vertiefungsgesprächen mit Befragungsteilnehmern 2011 Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag der Beck et al. Services GmbH 10 /17

11 Ungenügende externe Angebote Argumente gegen die Nutzung externer Cloud- oder Virtualisierungsangebote Probleme wegen Rechts- und Sicherheitsaspekten Großes Hemmnis Eher großes Hemmnis Teils-teils ABB. 5 ARGUMENTE GEGEN DIE NUTZUNG EXTERNER CLOUD- ODER VIRTUALISIERUNGS- ANGEBOTE Abhängigkeit von einzelnen Anbietern Ungenügende Legacy-Einbindung Für uns zu teuer Schwer zu managen Unterstützen sanfte Migration nicht PAC 2011 für Beck et al. Services Anteile in Prozent aller Unternehmen (ab 500 MA), n = 100 In ähnlicher Weise muss auch hinterfragt werden, ob die Diskussion um Sicherheitsund Rechtsaspekte zum Teil vorgeschoben wird. Klar ist: Der Weg in die Cloud ist verbunden mit anderen Sicherheitsrisiken und einer größeren Abhängigkeit von den jeweiligen Providern. Diese Punkte müssen bei der Auswahl der Lösung und der Steuerung der Provider adressiert werden. Allerdings muss auch hinterfragt werden, ob die Server im eigenen Haus tatsächlich besser vor Angriffen gewappnet sind als in der Umgebung eines spezialisierten Rechenzentrumsbetreibers. Zudem muss auch ehrlich hinterfragt werden, wie schnell Anwenderunternehmen in der Lage sind, Schäden in der Infrastruktur zu beheben. Für größere Cloud-Provider bedeuten Ausfälle erhebliche Schäden für Image und Geschäftsmodell. Sie besitzen somit den Anreiz und in der Regel auch die Marktmacht, um Ausfälle zu vermeiden bzw. schnell zu beheben. Die Argumente bzw. Befürchtungen der IT-Anwender sind dennoch nicht aus der Luft gegriffen. Insbesondere mangelt es bislang an marktfähigen Angeboten für mittelständische Unternehmen. So garantieren zwar viele Infrastruktur-Cloud-Angebote von großen, lokal ansässigen IT-Services- und Outsourcing-Anbietern ein hohes Maß an Sicherheit und Verfügbarkeit, orientieren sich aber eher an den Bedürfnissen von Großunternehmen Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag der Beck et al. Services GmbH 11 /17

12 So werden Cloud-Dienste durch herkömmliche Outsourcing-Anbieter häufig auf der Basis sogenannter»hosted Private Clouds«, die zumindest teilweise auf dedizierten Infrastrukturen basieren, angeboten. Für mittelständische Anwender sind diese Angebote aufgrund ihres Zuschnitts häufig schlicht zu teuer bzw. durch die Provider nur schwer zu realisieren. Dies gilt umso mehr, wenn zusätzlich Legacy-Komponenten eingebunden werden sollen bzw. eine sanfte Migration gefordert wird. Öffentliche Cloud-Anbieter wie Amazon oder Microsoft adressieren mit ihren Angeboten und Preismodellen zwar auch mittelständische Unternehmen, leben allerdings vom Massengeschäft; eine stärkere Individualisierung oder eine stärkere Berücksichtigung von Rechts- und Sicherheitsaspekten, z. B. durch das lokale Hosting von Daten, widerspricht zumindest bislang ihrem Geschäftsmodell. Was für den Einzelnen wirklich zählt:»cloud-angebote werden derzeit schon allein aus Sicherheitsgründen von uns nicht genutzt. Wir kennen momentan keinen größeren Cloud-Anbieter, der uns gewährleisten kann, dass die Daten zumindest in Europa gehalten werden.«auszüge AUS VERTIEFUNGSGESPRÄCHEN»Auch viele große Outsourcer verkünden: Wir machen Cloud. Sie haben vielleicht die Systeme, aber bieten uns als Mittelständler keine flexiblen Cloud Services an. Wenn es konkret wird, wollen sie klassisches Outsourcing oder neue Serverhardware verkaufen.cloud ist für uns derzeit kein Thema. Wir wollen Herr unserer Daten sein und bleiben. Für unkritische Anwendungen oder für das Testen ist die Nutzung von Cloud- Diensten sicher sinnvoll. Allerdings kommen die Vorteile des Konzepts hier wegen des geringen Umfangs für uns nicht zum Tragen.Wir haben im CRM-Umfeld auf eine Cloud-Lösung umgestellt und dabei innerhalb von 12 Monaten den kompletten italienischen und deutschen Markt aufgebaut und ausgerollt. Dies würden wir mit eigenen Ressourcen in so kurzer Zeit überhaupt nicht schaffen. Insofern bringt Cloud Computing ganz klar Vorteile in Sachen Schnelligkeit und Flexibilität. Zudem sind keine Anfangsinvestitionen notwendig, was sich letztlich auch finanziell auswirkt.«quelle: Auszüge aus Vertiefungsgesprächen mit Befragungsteilnehmern 2011 Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag der Beck et al. Services GmbH 12 /17

13 3. ZUSAMME NFASSUNG UND FAZIT 3 Modernisierung der IT-Infrastruktur Ziele:»Einfacher, kostengünstiger und flexibler«lauten die Prämissen;»mehr Autonomie für die Fachbereiche«stößt bislang auf wenig Interesse Umsetzung: Boom bei Virtualisierung; kaum Interesse an erweiterten»private Clouds«; externe Cloud-Angebote nur wenig genutzt Barrieren: IT häufig nicht zum Paradigmenwechsel bereit, externe Cloud-Angebote adressieren zu wenig die Bedürfnisse des Mittelstandes Mittelständische Anwenderunternehmen sollten sich der Cloud-Diskussion stellen; andernfalls drohen sie im Wettbewerb hinter den»großen«zurückzufallen. Cloud-Anbieter müssen bei Mittelstandsangeboten nachbessern Chance für Markteintritt echter Mittelstandspartner PAC 2011 für Beck et al. Services ABB. 5 MODERNISIERUNG DER IT-INFRASTRUKTUR Die Prämissen bei der Modernisierung der Infrastruktur lauten»einfacher, kostengünstiger, transparenter und flexibler«wobei die Gewichte von den IT-Verantwortlichen genau in dieser Reihenfolge verteilt werden. Um diese Ziele zu erreichen, setzen IT-Organisationen heute vorwiegend auf die Standardisierung und Konsolidierung der ITK-Infrastruktur sowie auf die Virtualisierung von Backend-Systemen und Desktop-Anwendungen.»Private Clouds«, die neben der Virtualisierung auch Self-Service-Strukturen für die Inanspruchnahme und Abrechnung von Infrastrukturleistungen durch die Fachbereiche vorsehen, spielen dagegen in den Modernisierungsstrategien bislang nur eine untergeordnete Rolle. Offensichtlich sind die Vorteile sogenannter»private Clouds«, die über die reine Virtualisierung hinausreichen, z. B. mehr Autonomie für die Fachbereiche, bisher für die meisten Befragten nur von untergeordnetem Interesse. Auch externe Cloud- Angebote werden bislang nur von einem marginalen Teil der befragten Unternehmen genutzt. Diese Resultate sollten allerdings nicht als»scheitern des Cloud-Modells«schlechthin oder als»sieg der Virtualisierung über die Cloud«fehlinterpretiert werden; denn insbesondere externe Cloud-Services bergen speziell für mittelständische Anwender die Chance, den Infrastrukturbetrieb zu vereinfachen, Kosten einzusparen und so im Wettbewerb mit den»großen«aufzuschließen. So profitieren die Mittelständler im Vergleich zu Großunternehmen ungleich weniger von den Vorteilen der Virtualisierung. Die Inanspruchnahme externer Cloud-Angebote bietet die Möglichkeit, diese Größennachteile zumindest teilweise auszugleichen Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag der Beck et al. Services GmbH 13 /17

14 Die Gründe für die bislang geringe Inanspruchnahme externer Cloud-Angebote sind sowohl bei den Anwendern als auch bei den Anbietern zu finden. So setzt die Nutzung externer Cloud-Angebote bei den IT-Anwendern die Bereitschaft zum Paradigmenwechsel im IT-Infrastrukturbetrieb voraus. Gleichzeitig sind Angebote erforderlich, die auf die Bedürfnisse des Mittelstands zugeschnitten sind und dessen Anforderungen an die Gewährleistung von Sicherheit und Verfügbarkeit Rechnung tragen. Die Befragungsresultate lassen darauf schließen, dass beide Voraussetzungen bisher noch nicht in ausreichender Form gegeben sind. Verantwortliche in mittelständischen Anwenderunternehmen sollten sich dennoch schon heute der Cloud-Diskussion stellen, also Strategien für die Realisierung neuer Modelle beim Infrastrukturbetrieb entwickeln und ihre Kompetenz für das Sourcing und die Governance externer Angebote ausbauen. Nur so sind sie in der Lage, dauerhaft im Wettbewerb mit großen Unternehmen Schritt zu halten. Dabei ist noch offen, welche Akteure sich zukünftig als erste Ansprechpartner beim Thema»Cloud«für mittelständische Anwenderunternehmen etablieren. Große (öffentliche und lokale) Cloud-Anbieter sind offensichtlich nur begrenzt in der Lage, die Bedürfnisse mittelständischer Anwenderunternehmen zu adressieren. Für IT-Services-Anbieter, die bereits heute als Partner mittelständischer Anwenderunternehmen agieren, bietet sich damit eine Chance, durch eigene Cloud-Services diese Lücke im Angebot zu schließen Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag der Beck et al. Services GmbH 14 /17

15 4. ZUSAMME NFASSUNG DE R ERGE BNISSE DE S 1. TEI LS»COLLABORATION ZWISCH E N ANSPRUCH UND WIRKLICHKE IT«4 Mit der ersten Erhebung wurde das Ziel verfolgt, den geschäftlichen Stellenwert von Collaboration anhand seiner Aufnahme als Investitionsziel, seiner technischen Anwendungen und seiner Effizienzbewertung zu ermitteln. 80% aller befragten ITK-Leiter gaben an, künftig in Collaboration investieren zu wollen. Was einen eindeutigen Beweis dafür liefert, dass die virtuelle Zusammenarbeit im Team auf der Business-Agenda angekommen ist. Als strategische Ziele wurden dabei die bessere Vernetzung der Teams an verteilten Standorten, generelle Förderung der Teamarbeit sowie die Steigerung der Produktivität angegeben. Die Ergebnisse aus den Fragen zur entsprechenden praktischen Umsetzung machen aber deutlich, dass Anspruch und Wirklichkeit beim Thema Collaboration im IT-Management noch auseinanderklaffen. Wesentliche Ergebnisse im Überblick: Mehr als 80% wollen in den kommenden 2 3 Jahren in Anschaffung und Integration von Collaboration-Anwendungen investieren Mehr als Zwei Drittel aller Unternehmen mit konkreten Investitionsplänen haben das Ziel, vorhandene Tools und Anwendungen effizienter zu nutzen Video- und Webkonferenzen sind mit 61% die am häufigsten eingesetzten Collaboration-Tools Knapp 45% setzen bereits sogenannte Enterprise 2.0 Tools ein Social Media Tools sind bei 14% der Befragten im Einsatz Jedes zweite Unternehmen plant die Integration von Telefonie und Collaboration 51% der Befragten bevorzugen bei Collaboration eine Best-of-Breed Lösung Jeder zweite ITK-Leiter schreibt der Schulung von Endanwendern hohe Bedeutung zu 21% machen Bestandsaufnahmen zu Nutzen und Kosten von Collaboration Tools Weitere Informationen zum gesamten Report erhalten Sie unter: Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag der Beck et al. Services GmbH 15 /17

16 5. ZUSAMME NFASSUNG DE R ERGE BNISSE DE S 2. TEI LS»ANWE NDE RZUFRIE DE NHE IT IN DE R REIFE PRÜFUNG«5 Mit der zweiten Erhebung wurde das Ziel verfolgt, inwieweit sich die IT an den Anforderungen des Endanwenders ausrichtet. Das heißt konkret, welche Rolle die Anwenderzufriedenheit für IT-Verantwortliche spielt, ob und wie sie anhand von Kennzahlen gemessen wird und wie die Ergebnisse in der IT-Organisation genutzt werden. Auch im zweiten Teil geht Beck et al. Services damit indirekt der Frage nach, ob die Voraussetzungen in der IT gegeben sind, um sich als strategischer Partner des Business zu entwickeln und im Unternehmen als Dienstleister akzeptiert zu werden. Wesentliche Ergebnisse im Überblick: Zwei Drittel aller Befragten halten die Verbesserung der Performance, Verfügbarkeit und Nutzbarkeit von IT-Anwendungen für ein Wesensmerkmal jeder IT-Organisation. Die Mehrheit der Befragten beschränkt sich auf das Messen der Verfügbarkeit von Backend-Systemen, denn auf die Performance von IT-Services aus Endanwender- Sicht. Zeit- und Personalmangel sind aus Sicht der Befragten die wichtigsten Hindernisse für eine End-to-End Messung der Anwenderzufriedenheit. Mehr als 50% der Befragten, die End-to-End-Messungen durchführen, gaben an, der IT Betrieb sei effizienter. Mehr als 40% der Befragten konnten eine besserte Kommunikation zwischen Business und IT sowie eine gesteigerte Zufriedenheit der Anwender feststellen. Weitere Informationen zum gesamten Report erhalten Sie unter: Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag der Beck et al. Services GmbH 16 /17

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