Auszug aus den STRUKTURVORGABEN und LEITLINIEN für die Konzeption von Bachelor- und Masterstudien *

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1 Universität für Bodenkultur Wien University of Natural Resources and Applied Life Sciences, Vienna Auszug aus den STRUKTURVORGABEN und LEITLINIEN für die Konzeption von Bachelor- und Masterstudien * ARBEITSPAPIER der Arbeitsgruppe Studienmodelle im Rahmen des Projekts BOKU-Studien für die Zukunft * Die vorliegenden Punkte stellen jenen Teil der Strukturvorgaben und Leitlinien dar, über die ein Beschluss des Senats vom vorliegt. Oktober 2007

2 Inhaltsverzeichnis 1 Präambel BOKU-Studienkonzept Inhaltliche Grundstruktur Das 3-Säulenmodell Identität und Charakteristikum von BOKU-Studien Bachelorstudien Studienprofil Grundstruktur und Aufbau Bachelorabschlüsse Masterstudien Studienprofil Grundstruktur und Aufbau Masterabschlüsse Durchlässigkeit Modularer Aufbau...9 2

3 1 Präambel Die österreichische Bundesregierung hat die Bologna-Erklärung unterzeichnet, somit ist diese die Grundlage für die Studienplangestaltung. Die BOKU hat die Umstellung in das 3-gliedrige Studiensystem zur Gänze vollzogen, um an der Harmonisierung der europäischen Bildungslandschaft aktiv teilzunehmen. Die nunmehrige europäische Studienarchitektur mit Bachelor-, Master- und Doktoratsstudien strebt eine Harmonisierung im Sinne einer strukturellen Vergleichbarkeit von Studienabschlüssen an. Eine inhaltliche Vereinheitlichung ist nicht Ziel des europäischen Hochschulraums. Der Erfolg gemeinsamer europäischer Maßstäbe zeigt sich darin, inwieweit wesentliche Impulse des Bologna-Prozesses an der Universität für Bodenkultur aufgegriffen wurden und in Form von Standards und Richtlinien Gültigkeit besitzen. Die Übernahme des Bologna-Modells und die Umstellung auf Bachelor- und Masterabschlüsse bewirkt eine Reihe von Veränderungen der Lehr- und Lernprozesse. Die Planung von Curricula orientiert sich nunmehr an Lernzielen und zu erwerbenden Kompetenzen, an der Anwendung des European Credit Transfer System (ECTS), an der Entwicklung von Joint und Double Degree-Programmen mit Partneruniversitäten sowie mehrsprachigen Studienangeboten. Nicht zuletzt spannt das Konzept der lebenslangen und lebensbegleitenden Bildung den Bogen und bildete zugleich den Ausgangspunkt für die Konsolidierung der Lehre. 3

4 2 BOKU-Studienkonzept Das Studienkonzept für Bachelor- und Masterstudien an der BOKU sieht eine begrenzte Anzal von Bachelorstudien vor. Die Masterstudien orientieren sich stärker nach dem Bedarf der jeweiligen Anspruchsgruppen; eine Eingrenzung auf eine bestimmte Anzahl scheint daher nicht zielführend. Insgesamt soll es eindeutig weniger Bachelor- als Masterstudien geben. Abb. 1: BOKU-Studienkonzept 3 Inhaltliche Grundstruktur Die inhaltliche Grundstruktur, die Bachelor- und Masterstudien zugrunde liegt gliedert sich in: 1. Fachliche Ausbildung nach Punkt 4 (3-Säulenmodell) 2. Grundkonzepte und Werte - Systemdenken (Modelldenken) - Wissenschaftstheorie - Nachhaltigkeit - Interdisziplinarität - Ethik Skills - Interdisziplinäres Denken - Kommunikationsfähigkeit - Konfliktmanagement -... Hinsichtlich der inhaltlichen Bezüge zwischen Bachelor- und Masterstudien sind zwei Varianten möglich: 4

5 Ein Bachelorstudium wird mit einem (oder mehreren) aufbauenden Masterstudien kombiniert. Die Bachelor- und Masterstudien sind zwar formal eigenständig und unabhängig. Inhaltlich kann ein Masterstudium eine fachliche Vertiefung eines Bachelorstudiums oder fachübergreifende Erweiterung darstellen. (konsekutiv). Ein Studium wird nur als Bachelorstudium angeboten. Darauf aufbauende Masterstudien sind nicht vorgesehen (nicht-konsekutiv). Um Synergien bestmöglich zu nutzen, wird bei den Masterstudien angeregt durch sog. Programmcluster sinnvolle Einheiten von thematisch verwandten Masterstudienprogrammen (z.b. fremdsprachige Programme oder im Rahmen von Joint- und Double Degrees) zu schaffen. Diese Form der Studienanordnung soll ausreichende TeilnehmerInnen- bzw. AbsolventInnenzahlen pro Studienprogramm gewährleisten. 4 Das 3-Säulenmodell Identität und Charakteristikum von BOKU-Studien Das 3-Säulenmodell ist das zentrale Identifikationsmerkmal der Bachelor- und Masterstudien an der BOKU. Es sieht in allen Bachelor- und Masterstudien in den Pflicht- und Modulfächern die Verknüpfung von naturwissenschaftlichen, technischen und sozio-ökonomischen Studieninhalten vor. Abb. 2: 3-Säulenmodell NAWI TECHNIK SOWI Im Bachelorstudium soll der Anteil pro Säule mindestens 25% im Masterstudium mindestens 15% betragen. Dies bedeutet, dass in den Bachelorstudien mindestens 75% und in den Masterstudien mindestens 45% der Pflicht- und Modulfächer naturwissenschaftliche, technische und sozio-ökonomische Studieninhalte aufweisen müssen. 1 1 Eine Zuordnung nach der Frascati-Klassifikation kann bei Bedarf vorgenommen werden 5

6 5 Bachelorstudien 5.1 Studienprofil Jedes Bachelorstudium muss ein eigenständiges Studienprofil aufweisen und als solches klar erkennbar sein. Es soll wissenschafts- und grundlagenorientiert und in diesem Sinne berufsvorbildend und berufsbefähigend sein. Der hohe Anteil technischer und naturwissenschaftlicher Grundlagen garantiert sowohl das typische BOKU-Studienprofil und trägt zugleich den von der Praxis geforderten Ansprüchen nach einer fundierten Grundlagenausbildung Rechnung. Ist ein bzw. sind mehrere aufbauende Masterstudien für ein Bachelorstudium vorgesehen, so ist dieses bzw. sind diese bei der Entwicklung des jeweiligen Bachelor-Curriculums zu berücksichtigen. Hinsichtlich der inhaltlichen Ausrichtung soll es Bachelorstudien mit geringerem und mit höherem Spezialisierungsgrad geben. Bei den aufbauenden Bachelorstudien ist eine geringere Spezialisierung als bei den nicht aufbauenden anzustreben. 5.2 Grundstruktur und Aufbau Das Modell für Bachelorstudien an der BOKU stellt in seiner Grundstruktur ein modulares System vor. Dieses Modell gilt grundsätzlich für alle Bachelorstudien. Der Hauptteil eines Bachelorstudiums umfasst - inklusive Studieneingangsphase - Pflichtlehrveranstaltungen im Ausmaß von 150 ECTS (5 Semester). Die Pflicht-lehrveranstaltungen sollten bereits in Form von Modulen abgehalten werden. Aufbauend auf die Pflichtlehrveranstaltungen sieht ein Bachelorstudium Vertiefungs-möglichkeiten von geringem Umfang vor (15-20 ECTS fachspezifische Module). Diese sollen sowohl auf das definierte Bachelor-Kompetenzprofil abzielen als auch im Hinblick auf aufbauende Masterstudien konzipiert werden. Die freien Wahlfächer (max. 18 ECTS) 1 gewährleisten wissenschaftliche Freiheit und bieten bereits Möglichkeit der fachlichen Spezialisierung bzw. eine Ausrichtung auf ein folgendes Masterprogramm. Pflichtpraktika sind in den Bachelorstudien vorzusehen. Die Ausgestaltung obliegt den Fachstudienkommissionen. 1 Gemäß BOKU-Satzung, Abschnitt III, 9 Abs. 1 (9) beträgt das Ausmaß freier Wahlfächer bis zu 10 v.h. der Gesamt ECTS-Anrechnungspunkte. 6

7 Abb. 3: Bachelor-Strukturmodell 6 Semester 180 ECTS Freie Wahlfächer 18 ECTS ECTS Wahlfächer (Module) Bachelorarbeit 15 ECTS 5.3 Bachelorabschlüsse Für jedes Bachelorstudium an der BOKU wird der akademische Grad Bachelor of Science (Kurzformen: BSc oder B.Sc. ) vergeben. Wird der akademische Titel geführt, so ist dieser dem Namen nachzustellen 1 6 Masterstudien 6.1 Studienprofil Jedes Masterstudium muss ein klares Profil aufweisen und für die Studierenden ein differenziertes Bildungsangebot darstellen. (z.b. soll ein Kulturtechnik-Masterstudium ein Profil aufweisen, dass einen Absolventen bzw. eine Absolventin zu 100% als KulturtechnikerIn ausweist.). Bei der Bezeichnung eines Masterstudiums ist darauf zu achten, dass diese die jeweiligen Inhalte zutreffend widerspiegeln muss. Nach dem Motto: Was drauf steht, muss auch drin sein. Auf Grundlage der in Bachelorstudien oder anderen gleichwertigen Studien erworbenen Kompetenzen erfolgt die Vertiefung fachlicher und persönlicher Kompetenzen sowie die Entwicklung von Forschungskompetenz in den Masterstudien. Je nach Studienprofil sind Masterstudien entweder stärker forschungs- bzw. anwendungsorientiert bzw. können eine fachliche Vertiefung oder fachübergreifende Kompetenzerweiterung eines Bachelorstudiums darstellen Abs. 2 UG

8 6.2 Grundstruktur und Aufbau Die Grundstruktur eines Masterstudiums sieht zu Beginn Pflichtlehrveranstaltungen im Ausmaß von 20 ECTS vor. Vorrangig haben diese Lehrveranstaltungen den Zweck, eine Angleichung der Eingangsqualifikationen zu erreichen. Der Hauptteil eines Masterstudiums wird in Form von Modulen absolviert. Die Module umfassen 100 ECTS Wahlfächer, inklusive höchstens 18 ECTS freie Wahlfächer 1. Die in den Modulen zu absolvierenden Lehrveranstaltungen haben mindestens 6 ECTS zu enthalten. Das Masterstudienstrukturmodell ist grundsätzlich für alle Masterstudienprogramme an der BOKU gültig. Ausnahmen sind bei Joint- oder Double Degree Programmen zulässig. Die Durchführung von Pflichtpraktika ist zu empfehlen. Abb. 4: Masterstudium-Strukturmodell 6.3 Masterabschlüsse Bei den Masterstudien erfolgt eine differenzierte Vergabe von Studienabschlüssen, wobei zwei akademische Grade an der BOKU vergeben werden: Der akademische Grad Diplomingenieur/Diplomingenieurin (Dipl.Ing/DI) ist für jene Masterstudien zu vergeben, die ein hohes Maß an Ingenieurwissenschaften aufweisen. Der akademische Grad Master of Science (MSc) wird für Masterstudien vergeben, deren Studienschwerpunkte stärker in naturwissenschaftlichen, technischen oder sozio-ökonomischen Disziplinen liegen bzw. trans- oder 1 Gemäß BOKU-Satzung, Abschnitt III, 9 Abs. 1 (9) beträgt das Ausmaß freier Wahlfächer in den Masterstudien bis zu 15 v.h. der Gesamt ECTS-Anrechnungspunkte. 8

9 interdisziplinär ausgerichtet sind. Internationale Masterstudien sollen ebenfalls mit einem Master of Science Degree abschließen. 7 Durchlässigkeit Die BOKU strebt eine hohe interne und externe Durchlässigkeit an, die insbesondere durch die Einhaltung des 3-Säulenmodells und durch die Formulierung konkreter Qualitätskriterien und Anforderungsprofile für jedes Studium gewährleistet werden soll. In Bezug auf die Erfüllung der gesetzten Anforderungen wird eine starke Eigenverantwortung der Studierenden vorausgesetzt. 8 Modularer Aufbau Im Sinne der Bologna-Studienarchitektur sollen die Bachelor- und Masterstudienprogramme in modularer Form angeboten werden. Für ein Bachelorstudium wird die Ausarbeitung einer geringen Zahl an Fachbereichs-Modulen empfohlen, für das Masterstudium erscheinen mehrere kleine Modulblöcke sinnvoll. 9

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