Erben und Vererben. Erben ohne Scherben

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1 Erben und Vererben Erben ohne Scherben Dr. Jörg Lehr, 26. Oktober 2010

2 Erbschaftsteuerreform warum? Vermögensgegenstand Barvermögen/Forderungen Wertpapiere ausländl. Grundbesitz inländ. Grundbesitz GmbH EU/PersG Land- u. forstwirtschaftliches Vermögen Bewertung Nennwert Kurswert am Tag der Übertragung Verkehrswert Grundbesitzwert/Bedarfswert Stuttgarter Verfahren Steuerbilanzwert=i.d.R. Buchwert Ertragsmesszahl BVerfG ok ok ok Verstoß Verstoß Verstoß Verstoß Folie Dr. Jörg Lehr

3 Anwendbarkeit der neuen Erbschaftsteuer Urteil BVerfG Verstoß Art 3 GG alte Rechtslage für Erbschaft/Schenkung bis neue Rechtslage für Erbschaft Schenkung WachstumsbeschleunigungsG Folie Dr. Jörg Lehr

4 Besteuerungssystematik Vorgaben des BVerfG 1. Ebene Bewertung annähern an Verkehrswert 2. Ebene Verschonungsregeln aus Gemeinwohlgründen möglich Folie Dr. Jörg Lehr

5 pers. Freibeträge bei Schenkungen Steuerklasse I Erben und Beschenkte Ehegatten Kinder, Stiefkinder Enkel, wenn Eltern verstorben Enkel pers. Freibetrag alt neu Eltern u. Großeltern im Erbfall II III Eltern u. Großeltern (bei Schenkung), Geschwister, Nichten, Neffen, gesch. Ehegatte eingetragene Lebenspartner Lebensgefährte, Freunde, übrige Erwerber, beschränkt Steuerpflichtige Folie Dr. Jörg Lehr! Freibeträge gelten bei Schenkungen alle 10 Jahre erneut!

6 Folie Dr. Jörg Lehr Gewinner der Erbschaftsteuerreform

7 Erbschaftsteuersätze Steuerklasse I Steuerklasse II Steuerklasse III steuerpflichtiger Erwerb bis alt 52 T 256 T 512 T T T T mehr neu 75 T 300 T 600 T T T T mehr Ehepartner, Kinder, Enkel, Eltern u. Großeltern im Erbfall 7 % 11 % 15 % 19 % 23 % 27 % 30 % Geschwister, Eltern u. Großeltern bei Schenkung alt 12 % 17 % 22 % 27 % 32 % 37 % 40 % ab % 50 % % 20 % 25 % 30 % 35 % 40 % 43 % übrige Erben eingetragene Lebenspartner alt 17 % 23 % 29 % 35 % 41 % 47 % 50 % neu 30 % 50 % Folie Dr. Jörg Lehr

8 Folie Dr. Jörg Lehr

9 Übertragung innerhalb Freibeträgen vorziehen Übertragung 10/ 2008 Übertragung 2009 EFH VW 500 T BW 250 T FB alt -205 T stpfl. Erwerb 45 T SchSt 7 % Vater erhöhter Freibetrag neu 400 T Freibetrag alt -205 T Erhöhung 195 T 2009 ausnutzbar 11/2018 neuer FB 205 T 2019 neuer FB 195 T Folie Dr. Jörg Lehr Tochter

10 wiederholte Nutzung persönlicher Freibeträge Vater 2020 u. hinterlässt ein Erbe von 2 Mio. Folie Dr. Jörg Lehr Erbschaftsteuer ohne Vorschenkung Mutter ½ Tochter ¼ Sohn ¼ Gesamt Erbe T 500 T 500 T Freibetrag T T T steuerpflichtig 500 T 100 T 100 T Erbschaftsteuer 75 T 11 T 11 T 97 T Erbschaftsteuer mit Vorschenkung vor mehr als 10 Jahren Mutter ½ Tochter ¼ Sohn ¼ Gesamt Vermögen T 500 T 500 T Vorschenkung T T T Erbe T 100 T 100 T Freibetrag -500 T -400 T -400 T steuerpflichtig Erbschaftsteuer

11 Berliner Testament EM 1 Mio., EF 100, gegenseitige Einsetzung zum Alleinerben (Berliner Testament), Ehemann ; Ehefrau EM T T VFB T FB 244 T ErbSt 15%= EF EM 600 T T VFB T FB 0 ErbSt = 0 EF Kind FB ErbSt 19%= T ErbSt 19%= 0 Kind 700 T T 300 T ErbSt 11%= Erbschaftsteuer insgesamt Erbschaftsteuer insgesamt Folie Dr. Jörg Lehr! Steuerersparnis

12 Bewertung Grundvermögen unbebaute Grundstücke bebaute Grundstücke BR-Wert x Grundstücksfläche Vergleichswertverfahren Ertragswertverfahren Sachwertverfahren Nachweis des niedrigeren gemeinen Wertes möglich Folie Dr. Jörg Lehr

13 Verschonung von Grundvermögen im Privatvermögen Vater Tochter BW 500 T gemeiner Wert Grundstück T alt neu Mietwohngrundstück 500 T T Verschonung 10 % soweit zu Wohnzwecken vermietet soweit kein beg. BVermögen stpfl. Grundvermögen pers. Freibetrag 500 T -205 T 100 T 900 T -400 T stpfl. Erwerb Schenkungsteuer 15 % Stundung Folie Dr. Jörg Lehr 295 T nein 500 T 75 T max. 10 Jahre

14 Kettenschenkung MFH VW T Verschonung T FB T stpfl. Erwerb 500 T SchSt 15%= 75 T ½ MFH 500 T - 50 T T 50 T 7%= ½ MFH 500 T Verschonung -50 T FB -500 T stpfl. Erwerb 0 ½ MFH 500 T - 50 T T 50 T 7%= Falsch Folie Dr. Jörg Lehr Richtig! bei Grundstücken: Schamfrist 1 Jahr

15 Vater 65 Jahre, MFH, VW T NB Recht MErtrag p.a x 11,135 = Wert des NBR VW MFH T Verschonung 10 % -100 T Nießbrauchrecht -668 T persönl. Freibetrag -400 T stpfl. Erwerb 0 SchSt 0 Tochter Folie Dr. Jörg Lehr

16 Verschonung des Familienwohnheims Inland/EU/EWR Villa am Meer VW 500 T 250 m² Wohnfläche stfrei 4/5=400 T Ehegatte Schenkung Wohnfläche unbegrenzt Nutzung zu eigenen Wohnzwecken Steuerbefreiung Ehegatte/eingetr. LPartner Wohnfläche unbegrenzt Erbschaft Kind/Kind verst. Kinder Wohnfläche begrenzt auf 200 m² Nutzung zu eigenen Wohnzwecken durch Erblasser 10 J. Nutzung zu eigenen Wohnzwecken durch Erben Steuerbefreiung Wegfall Steuerbefreiung bei Verkauf/Vermietung innerhalb 10 Jahresfrist, Ausn. zwingende Gründe z.b. Tod, Pflegebedürftigkeit Folie Dr. Jörg Lehr

17 Bewertung Anteils- und Betriebsvermögen Gewerbebetriebe Selbstständige Anteile an KapG > 25 % Anteil an PersG gemeiner Wert des betriebsnotwendigen Vermögens Ableitung aus Verkäufen Ertragswertverfahren andere anerkannte übliche Methode Folie Dr. Jörg Lehr

18 Verschonung von Betriebsvermögen Regelverschonung Optionsverschonung Anwendbar ab Steuerbefreiung Antrag Anteil des Verwaltungsvermögens Fortführungsfrist bei schädl. Verwendung Mindestlohnsumme ab Arbeitnehmern gleitender Abzugsbetrag Folie Dr. Jörg Lehr % 100 % (kraft Gesetzes) bis zum Eintritt der formellen Bestandskraft des ErbSt- Bescheides max. 50 % max. 10 % Verwaltungsvermögen kein junges VVerm. kein junges VVerm. 5 Jahre 7 Jahre Abschmelzung Abschmelzung 1 p.a. 5 1 p.a % 700 % bis

19 Übertragung von Betriebsvermögen alte/neue Rechtslage Übertragung Druckerei von Vater auf Sohn begünstigtes Vermögen (Steuerbilanzwert) 925 T BV-Freibetrag -225 T Saldo 700 T Bewertungsabschlag 35 % -245 T Verschonungsabschlag 85 % gleitender Abzugsbetrag 150 T nicht begünstigtes Vermögen alt 455 T pers. Freibetrag -205 T Bemessungsgrundlage Schenkungsteuer 250 T Schenkungsteuer 11 % Risikozeitraum 5 Jahre neu VW T T T 0 T 450 T -400 T 50 T 7 % T 5 Jahre! Übertragung begünstigten Unternehmensvermögens bis VW von ohne ErbSt Folie Dr. Jörg Lehr

20 Begünstigung von Betriebsvermögen Aussonderung jungem Verwaltungsvermögen Fortführungsfrist/Lohnsummengrenze (5-Jahres-Option) Jahre 5 Jahre Jahre Berechnung der Ausgangslohnsumme VERMÖGENS- ÜBERTRAGUNG 7 Jahre Fortführungsfrist/Lohnsummengrenze (7-Jahres-Option) Folie Dr. Jörg Lehr

21 Geld -GmbH Vater Schenkung GmbH-Anteile 100 % keine Lohnsumme kein Verwaltungsvermögen aber Behaltensfrist 5/7 Jahre Tochter Kapitalvermögen T Darlehen wegen Gefahr Überentnahme Geld GmbH Folie Dr. Jörg Lehr

22 Ein guter Rat zum Schluss: Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an und handelt. Dante Alighieri (ital. Dichter ) Folie Dr. Jörg Lehr

23 Die neue Erbschaftsteuer newsletter

24 Folie Dr. Jörg Lehr

25 pers. Freibeträge bei Schenkungen/Erbfall Erben und Beschenkte pers. FBetrag Versorgungs FB Ehegatten 500 T Kinder, Stiefkinder 400 T Enkel, wenn Eltern verstorben 400 T Enkel 200 T Hausrat Schmuck Wertpapier Eltern u. Großeltern im Erbfall 100 T Eltern u. Großeltern (bei Schenkung), Geschwister, Nichten, Neffen, gesch. Ehegatte 20 T eingetragene Lebenspartner 500 T Lebensgefährte, Freunde, übrige Erwerber, beschränkt Steuerpflichtige 20 T Folie Dr. Jörg Lehr! Freibeträge gelten bei Schenkungen alle 10 Jahre erneut!

26 Übertragung innerhalb Freibeträgen vorziehen Übertragung 2007 Übertragung 2008 V V EFH VW 400 T BW 200 T FB alt 205 T SchSt 0 bei neuem FB von 400 T ab 2008 Rest Freibetrag von 200 T EFH VW 400 T FB neu 400 T SchSt 0 kein Rest- Freibetrag S S Folie Dr. Jörg Lehr

27 Wesentliche Änderungen ErbSt neu I. Übertragung Immobilien Übertragungen von Immobilien über 400 T höher belastet Übertragung Familienwohnheim günstiger unter strengen Voraussetzungen (200 m², 10 Jahres-Frist) II. Übertragung Betriebsvermögen Unternehmensbegünstigungen nach ErbSt neu (85 %/100 % Verschonungsabschlag) erheblich höher als nach ErbSt alt (35 %) Klagen vor BVerG anhängig hohe Anforderungen für Inanspruchnahme der Begünstigungen, sachlich (Lohnsummen/Verwaltungsvermögen) zeitlich (5 Jahre Behaltensfrist) Fazit Ausweitung Bürokratie durch Überwachung von Fristen frühzeitige Gestaltung wichtiger denn je Folie Dr. Jörg Lehr

28 Güterstandsschaukel EM Beendigung der Zugewinngemeinschaft EF Endvermögen Anfangsvermögen Zugewinn Zugewinn Überschuss 800 Ausgleichsforderung kraft Gesetzes 400 keine Schenkung!! fliegender Zugewinnausgleich schädlich bei Ausgleich trotz fortbestehender Zugewinngemeinschaft liegt Schenkung vor!! ESt Folgen Folie Dr. Jörg Lehr

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