Österreichs schlüssel zum erfolg. forschung, technologie und innovation im bmvit

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1 Österreichs schlüssel zum erfolg forschung, technologie und innovation im bmvit

2 2 forschung, technologie und innovation im bmvit forschung, technologie und innovation im bmvit 3 mit innovationen in die zukunft bmvit/generation innovation der Weg zur innovationsführerschaft Die Konkurrenz schläft nicht! Durch die wachsende technologische und wirtschaftliche Kraft neuer Akteure wie China oder Indien steigt auch der Druck im Bereich der Lohnkosten. Allerdings kann und will Österreich nicht den Wettbewerb um die niedrigsten Löhne gewinnen, sondern den um Innovationen und hohe Produktivität. Mit entsprechenden Investitionen: Mittlerweile werden in Österreich rund 2,76 Prozent des BIP für Forschung & Entwicklung ausgegeben. In dieser Broschüre finden Sie eine Vielzahl an Beispielen dafür, wie Österreich seinen Weg der letzen Jahre fortsetzen und sich in manchen Bereichen an der Spitze der technologischen Entwicklung etablieren kann. Wir sind auf dem besten Weg, uns als eine der führenden forschungsnationen zu etablieren. Österreichisches Know-how ist auf der ganzen Welt gefragt. Wie werden wir in 20 Jahren leben? Wie werden wir reisen, mit welcher Energie werden wir heizen oder kühlen? Wie entwickeln sich der öffentliche Verkehr, Kommunikationssysteme, die gesamte e-mobilität? Wenn es darum geht, die Zukunft zu gestalten, wenn es darum geht, Antworten auf diese Fragen zu finden, dann sind Forschung, Technologie und Innovation die richtigen Instrumente. Um so erfreulicher ist es, dass Österreich einen beachtlichen Aufholprozess zurückgelegt hat und nun auf Platz 6 der innovativsten EU- Volkswirtschaften liegt. Mein primäres Ziel ist es, die heimischen Unternehmen weiter zu ermutigen und zu unterstützen, in Forschung & Entwicklung zu investieren. Für ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit, für das allgemeine Wirtschaftswachstum, als Grundlage für weitere Arbeitsplätze und letztlich für eine erfolgreiche Zukunft für uns alle. herausforderungen erkennen lösungen finden Die großen weltweiten Herausforderungen wie Klimawandel, Energie- und Ressourcenknappheit, die demografische Entwicklung und der steigende Bedarf nach Sicherheit fordern neue Konzepte und Lösungen. Die Strategie des bmvit fokussiert daher auf diese relevanten Zukunftsthemen. Neben Energie- und Umwelttechnologie steht die Mobilität der Zukunft im Mittelpunkt. Weitere Impulse setzen wir in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologien sowie der Produktion. Wir müssen unsere Lebensgewohnheiten ändern, um auch nachfolgenden Generationen eine entsprechende Lebensqualität zu bieten und die ökologische Tragfähigkeit der Erde nicht über zu strapazieren. Die Herausforderung einer engagierten FTI- Politik ist somit die Beantwortung der zentralen gesellschaftlichen Fragen und die Stimulierung zukünftiger Schlüsseltechnologien. von der idee bis zur umsetzung Um Innovationen zum Erfolg zu verhelfen, braucht es mehr als finanzielle Förderung. Hierbei geht es um eine aktive und integrative Herangehensweise des bmvit an die FTI-Themen mit einem umfassenden Set von Maßnahmen, die sich nicht nur auf die klassische Forschungsförderpolitik beschränken, sondern beispielsweise auch Fragen der öffentlichen Beschaffung und der rechtlichen Rahmenbedingungen berücksichtigen. innovation braucht kluge Köpfe Ohne ausreichend hochqualifizierte Frauen und Männer sind unsere forschungs- und entwicklungspolitischen Ziele nicht erreichbar. Um hier in Zukunft noch besser und gezielter zu unterstützen, bündelt das bmvit seine Aktivitäten. Vom Nachwuchs von morgen bis zum jungen Forschungstalent von heute: Neue Initiativen spannen den Bogen über internationale Forschungskarrieren und sorgen für gleiche Chancen von Frauen und Männern. ein guter Plan für eine erfolgreiche zukunft Alle strategischen Maßnahmen haben eine gemeinsame Stoßrichtung: den Zugang zu Förderung erleichtern, die Innovationsbasis verbreitern und die Wirkung der eingesetzten Mittel verbessern. Denn das neue Wachstum und die Arbeitsplätze von morgen entstehen aus den Innovationen, die wir auf den Markt bringen. Das bmvit setzt dazu entscheidende Impulse mit dem Ziel, Stärkefelder zu forcieren und Technologien von morgen zu realisieren. Wie diese im Einzelnen aussehen können, zeigen die Projekte, Konzepte und Kooperationen auf den folgenden Seiten. Sie geben einen Überblick über unsere Tätigkeiten, über unsere Investitionsstrategien und das vernetzte Arbeiten mit internationalen PartnerInnen aus Wirtschaft und Forschung. Für die erfolgreiche Gestaltung unserer Zukunft. Doris Bures Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie

3 4 forschung, technologie und innovation im bmvit forschung, technologie und innovation im bmvit 5 innovation zahlt sich aus Investitionen in Innovation sind Investitionen in die Zukunft mit garantierter Rendite. Die Zahlen sprechen für sich: Jeder Fördereuro, den ein Unternehmen in Forschung & Entwicklung (F&E) investiert, kann den Umsatz um durchschnittlich 19 Euro steigern. Mehr als drei Viertel aller eingereichten Projekte wären ohne Forschungsförderung nicht zu Stande gekommen. Das Engagement der Politik lohnt sich: 78 Prozent aller geförderten Projekte führen zu technisch und wirtschaftlich erfolgreichen Ergebnissen. Österreichs Volkswirtschaft braucht ein wissenschaftlich-technologisches Upgrading, um international wettbewerbsfähig zu bleiben, zu wachsen und den Wohlstand des Landes zu sichern. 400 mehr als millionen euro betrug das budget für forschung & entwicklung von bmvit jeweils 2009 und langfristig gesicherte arbeitsplätze werden mit einer forschungsmilliarde geschaffen. Quelle: bmvit - Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie ca unternehmen werden jährlich unterstützt. ¾ davon sind kleine und mittlere unternehmen. diese erhalten 40 Prozent der fördermittel. Platz 6 erreichte Österreich 2009 im europäischen innovationsanzeiger war es Platz 10. Quelle: WIFO - Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung Quelle: FFG - Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft Quelle: EIS - European Innovation Scoreboard 2 3 des Wirtschaftswachstums gehen auf forschung, technologie und innovation zurück. 3x mehr umsatzwachstum pro Jahr für firmen, die 10 Prozent ihres umsatzes in f&e investieren. außerdem zehnmal höheres beschäftigungswachstum. 3 millionen euro an steuern und abgaben werden durch eine million euro förderung generiert. 19 euro zusätzlicher umsatz entsteht pro fördereuro. 50 arbeitsplätze werden langfristig durch die erhöhung der f&e-ausgaben um eine million euro geschaffen. Kurzfristig sind es 13, mittelfristig 30 stellen. Quelle: WIFO - Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung Quelle: WIFO - Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung Quelle: IWI - Industriewissenschaftliches Institut Quelle: KMU Forschung Austria Quelle: WIFO - Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung

4 6 forschung, technologie und innovation im bmvit forschung, technologie und innovation im bmvit 7 der schlüssel zu erfolgreichen innovationen das bmvit versteht sich als Partner der Wirtschaft. denn jedes unternehmen, das in forschung und entwicklung investiert, investiert in den standort Österreich, in Wachstum und beschäftigung. doris bures Unsere Zukunft verlangt nach neuen Lösungen und innovativen Konzepten. Die Maßnahmen und Instrumente des bmvit fokussieren deshalb die zentralen Themen und unterstützen somit unkompliziert und nachvollziehbar die Verzahnung von Wissen und Standortpotenzialen. themen im vordergrund Das bmvit-themenmanagement ermöglicht eine konstruktive, ressortübergreifende, interdisziplinäre und internationale Arbeitsweise. In seiner führenden Rolle bei der Förderung angewandter Forschung- und Technologieentwicklung hat das bmvit vier Schwerpunktthemen definiert als Basis für den optimalen und gezielten Einsatz der Forschungsmittel: Energie Mobilität und Verkehr Informations- und Kommunikationstechnologie Produktion Hier werden die großen Technologieschübe zu erwarten sein. Aufgrund der globalen Entwicklung sind in diesen an grünen Technologien orientierten Feldern die größten Entwicklungssprünge zu erwarten. Ergänzend zu diesen vier Schwerpunktthemen stehen auch Forschung & Entwicklung in Bezug auf Sicherheits- und Weltraumtechnologien im Fokus der Aktivitäten des bmvit. Dabei sind sämtliche Themenfelder eng miteinander verknüpft. So brauchen die Städte und Regionen der Zukunft eine intelligente und leistungsfähige Infrastruktur sowie beispielsweise auch energieproduzierende Gebäude und neue Mobilitätskonzepte und -technologien wie die e-mobilität. Die Weiterentwicklung von Produktionsprozessen dient letztlich dazu, dass all diese Technologien und innovativen Produkte in Österreich hergestellt und somit ins Ausland exportiert werden können. Die Kombination revolutionärer Forschungsergebnisse und innovativer Technologien aus mehreren Schwerpunktthemen ist ebenfalls Teil der Förderstrategie des bmvit. Partner der Wirtschaft Als Partner der Wirtschaft unterstützt das bmvit die angewandte Forschung, also Innovationsprozesse, die das Ziel haben, die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Unternehmen international zu festigen und auszubauen. Die mit dieser neuen Themenfokusierung einhergehende Vereinfachung der Verwaltung und die erhöhte Effizienz in der Abwicklung seitens der FFG erleichtern zukünftige Innovationen. Von zentraler Bedeutung ist die Förderung von ForscherInnen und ExpertInnen. Nähere Informationen hierzu finden Sie im Schlusskapitel Keine Innovation ohne Begeisterung. Das bmvit und mit ihm vor allem die FFG stellen neu gestaltete Förderinstrumente zur Verfügung, die sich durch Klarheit, Transparenz und Übersichtlichkeit auszeichnen. Innovationsförderung muss einfach und schnell zugänglich sein; denn wichtige Ideen dürfen nicht an bürokratischen Hürden scheitern, sind sie doch der Ausgangspunkt für wettbewerbsfördernde Entwicklungen. Der FFG fällt hierbei die Aufgabe zu, zu beraten und zu fördern. Als nationale Förderinstitution für die unternehmensnahe Forschung & Entwicklung in Österreich öffnet sie den heimischen Unternehmen und Forschungsinstituten den Zugang zu unbürokratischer und rascher Unterstützung von Forschungsvorhaben. Das bmvit ist Mehrheitseigentümer des Austrian Institutes of Technology AIT. Das AIT ist der nationale und internationale Knotenpunkt an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Industrie. Es forciert dank seiner wissenschaftlichtechnologischen Kompetenz, seiner Erfahrung und seiner hervorragenden Forschungsinfrastruktur die Entwicklung wettbewerbsfähiger Technologie-Innovationen in den Bereichen Energie, Mobilität, Gesundheit und Umwelt sowie Sicherheit. Durch diese innovative und partnerschaftliche Vorgangsweise wird gewährleistet, dass Forschung & Entwicklung in der heimischen Wirtschaft weiter an Qualität und Bedeutung gewinnen, dass jeder investierte Euro sich nicht nur gesamtwirtschaftlich rentiert, sondern vor allem einen essenziellen Beitrag für die erfolgreiche Gestaltung unserer Zukunft darstellt. innovationscheck-hotline für Klein- und mittelbetriebe: oder im Internet unter

5 8 forschung, technologie und innovation im bmvit forschung, technologie und innovation im bmvit 9 innovation braucht Kluge KÖPfe Christian Müller Johannes Zinner qualifizierte Praktika-stellen förderte das bmvit allein im sommer Die großen gesellschaftlichen Herausforderungen Klimaschutz, Mobilität, Energie, demografischer Wandel sind Themenfelder, die nach Innovationen verlangen. Solche Innovationen werden von Menschen, die sich diesen Herausforderungen mit großer Neugierde und Begeisterung stellen, gefunden und umgesetzt. Das bmvit fördert diese Menschen und sorgt für Rahmenbedingungen, die ein exzellentes Forschungsniveau in Österreich ermöglichen. In den letzten zweieinhalb Jahren haben sich die Strukturen in der österreichischen Forschungslandschaft deutlich verbessert und Österreich als Innovationsstandort kann sich auch im internationalen Wettbewerb behaupten. Denn bei internationalen Standort- und Investitionsentscheidungen für Forschung und Innovation ist es die Verfügbarkeit von gut ausgebildeten MitarbeiterInnen, die den Ausschlag für oder gegen einen Standort gibt. Das Ausbildungsniveau in den technischen und naturwissenschaftlichen Berufen und eine große Anzahl für Innovation begeisterter Menschen sind die essenziellen Wettbewerbsfaktoren, wenn es um die Sicherung und Entwicklung des Standorts geht. innovation und forschung brauchen kluge Köpfe Es sind die Menschen, die mit ihren Ideen und ihrer Begeisterung Forschungserfolge möglich machen. Das bmvit hat sich in den letzten Jahren intensiv mit der Förderung von ForscherInnen, den Humanressourcen für Forschung, Technologie und Innovation beschäftigt. Chancengleichheit für Frauen und Männer, die Heranführung von Jugendlichen und die Gewinnung und Förderung von Forschern und Forscherinnen aus dem Inund Ausland für die anwendungsorientierte Forschung sind hierbei die Kernanliegen. Um sicherzustellen, dass künftig in den Kernfeldern für den österreichischen Innovationsstandort Humanressourcen entsprechend qualifiziert und in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen, hat das bmvit ein gebündeltes und integriertes Strategiepaket entworfen, das mit Herbst 2010 schrittweise umgesetzt wird. Ziel ist es, beginnend mit der (vor)schulischen Bildung bis hin zu den Karrierepfaden in Forschungsorganisationen und Unternehmen, nachhaltig Impulse zu setzen und konkrete Unterstützungsleistungen für die Menschen und Organisationen im Bereich Forschung, Technologie und Innovation anzubieten. Gemeinsam mit der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) werden daher erfolgreiche bestehende Humanressourcen-Aktivitäten des bmvit zu einem bedarfsgerechten Förderangebot für die FTI-Community gebündelt. mehr frauen in die technik! Chancengleichheit ist keine Fleißaufgabe, sondern ist die Lösung für den Mangel an qualifizierten Fachkräften und ForscherInnen. Der Anteil der Frauen im österreichischen FTI-Sektor liegt noch hinter den Möglichkeiten und Notwendigkeiten zurück. Das bmvit bietet seit mehreren Jahren eine Reihe von Förderungen, die die Karrieren von Forscherinnen, Technikerinnen und Wissenschafterinnen voranbringen und Forschungsorganisationen und Unternehmen bei der Umsetzung struktureller Maßnahmen die zur Chancengleichheit von Frauen und Männern in den Betrieben führen unterstützen. Mit dem neuen integrierten Humanressourcen-Maßnahmenpaket verstärkt das bmvit seine Aktivitäten im Bereich Frauenförderung und Chancengleichheit. Mehr Infos zu diesen Maßnahmen finden Sie auf den Seiten 30 und 31. PolitiK und forschung für innovation Infrastrukturministerin Doris Bures mit Brigitte Bach, energy department des AIT forschung ist spannung In Kooperation mit Partnern aus Wirtschaft und Bildung werden Jugendliche für wissenschaftliche Karrieren begeistert. bmvit/generation innovation früh übt sich Bereits ganz junge Menschen können spielerisch einen Einblick in Forschung & Entwicklung gewinnen. bmvit/generation innovation

6 10 forschung, technologie und innovation im bmvit forschung, technologie und innovation im bmvit 11 mobilität Ktm freeride Das bmvit konnte den Anstoß geben für ein Projekt, das zeigt, dass Spaß, Sport und Vernunft aus klimarevelanten Aspekten kein Widerspruch sein müssen: KTM beweist das mit dem Freeride, einem Zero Emission Motorbike. Dank eines ungewöhnlich starken Elektroantriebs die gekapselte Batterie-Motor-Einheit mit Lithium-Ionen-Batterie wurde zum Patent angemeldet können die beiden Modelle (eine Enduro und eine Supermoto) Fahrleistungen erreichen, die mit den Werten von konventionellen 125 ccm Modellen vergleichbar sind. Web-Hinweis: Prototyp KTM Freeride 20 Prozent zunahme des Personenverkehrs wird bis 2020 prognostiziert. 30 Prozent steigerung des güterverkehrs wird bis 2020 prognostiziert. Was bewegt uns morgen? Die Zukunft der Mobilität bildet einen zentralen Schwerpunkt der Aktivitäten des bmvit. Hierbei geht es darum, den vielschichtigen Herausforderungen durch den Einsatz innovativer Lösungen und Technologien gerecht zu werden. Mobilität muss sicher, nachhaltig und umweltfreundlich sowie leistungsfähig und vor allem leistbar sein. Der demografische Wandel, die Entwicklung der Ballungszentren und gleichzeitige Abwanderung aus den ländlichen Räumen, die Befriedigung neuer Mobilitätsverhalten und wachsender Ansprüche der BewohnerInnen bei gleichzeitiger CO 2-Reduktion und Erhöhung der Energieeffizienz zählen zu den Kernherausforderungen für Verkehrskonzepte und Mobilitätslösungen der Zukunft. Nicht nur die Mobilität der Bevölkerung muss entsprechend unterstützt und organisiert werden, auch die logistischen Anforderungen für die Wirtschaft müssen in vielerlei Hinsicht gewährleistet werden. Denn Mobilität bedeutet letztlich Flexibilität und die ist Voraussetzung, um im globalen wirtschaftlichen Wettbewerb zu bestehen und unsere Lebensqualität auf hohem Niveau halten zu können. der verkehr nimmt zu Wachsende Ballungsräume und Bevölkerungszahlen einerseits, sowie knapper werdende Ressourcen und ein steigender Energiebedarf andererseits, sind die Parameter der Mobilitätsentwicklung. Bis 2020 wird der Personenverkehr in Europa laut Prognosen um 20 Prozent steigen, der Güterverkehr sogar um 30 Prozent. Diese Herausforderungen bedingen eine hochwertige Infrastruktur, neue organisatorische Modelle im Verkehr und die Entwicklung sowie den Einsatz neuer Technologien. innovative verkehrstechnologien aus Österreich Für die Mobilität der Zukunft müssen wir also innovative Lösungen im Verkehrssystem umsetzen, um moderne Lebensadern für unsere Gesellschaft und Wirtschaft zu schaffen. Das bmvit verfolgt mit seinen Förderschwerpunkten einen integrativen, ganzheitlichen Ansatz, bei dem folgende drei Elemente gleichermaßen berücksichtigt werden: NutzerInnen Fahrzeug Infrastruktur. Neben neuen Fahrzeugkonzepten und -komponenten und einer hochwertigen Infrastruktur geht es darum, den Verkehr effizient zu steuern und zu managen, wobei auf neue, sich verändernde Mobilitätsanforderungen der Bevölkerung bzw. in der Logistik Rücksicht genommen werden muss. In Österreich bestehen diesbezüglich hervorragende Forschungs- und Entwicklungskompetenzen in Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die es zur Lösung dieser Anforderungen zu bündeln und weiter auszubauen gilt. Auch auf europäischer Ebene wurde im 7. Europäischen Rahmenprogramm für Forschung & Entwicklung ( ) der Verkehrsbereich als ein strategischer Forschungsschwerpunkt mit einem deutlich erhöhten Budget definiert. schlüsseltechnologien im mittelpunkt Das bmvit fokussiert mit seiner Forschungs-, Technologie- und Innovationsstrategie für Mobilität drei Schlüsseltechnologien: Alternative Antriebstechnologien (insbesondere Elektroantriebe), Verkehrstelematik sowie Werkstoffe und Leichtbau im Verkehrsbereich. Österreich will damit auch einen maßgeblichen Beitrag zur Entwicklung künftiger Verkehrs- und Mobilitäts- Salzburg Research Die Handy-Applikation ways2navigate von Salzburg Research soll FußgängerInnen die Navigation in Städten erleichtern. Ways2navigate Ziel von ways2navigate sind die Integration und Verwendung neuester Technologien für eine sichere und barrierefreie Mobilität gerade auch für FußgängerInnen mit Bewegungs- und/oder Mobilitätseinschränkungen. Anders als bei bekannten Systemen aus der KFZ-Navigation berücksichtigt die FußgängerInnen-Navigation andere Parameter für die Routenwahl, wie zum Beispiel Sicherheit, markante Orientierungspunkte oder Abwechslungsreichtum. Design by Johannes Geisler Visualisierung City Cable Car city cable cars Eine Bereicherung für den öffentlichen Personennahverkehr ist der Einsatz von Seilbahnen im urbanen Bereich. CCC City Cable Cars zeichnen sich aus durch Geräuschlosigkeit, geringste Umweltbelastung und Kosteneffizienz. KTM Motorcycle AG

7 12 forschung, technologie und innovation im bmvit forschung, technologie und innovation im bmvit 13 lösungen auf europäischer Ebene leisten. Dabei sind die Ziele der EU und der österreichischen Regierung durchaus ambitioniert: Österreich will seine Treibhausgasemissionen senken sowie Schadstoffe und Lärm reduzieren. Die Energieeffizienz soll gleichzeitig gesteigert werden, der Anteil der Energie aus erneuerbaren Quellen ebenso wie die Verkehrssicherheit erhöht werden. Hierfür müssen umweltfreundliche Mobilitätsformen forciert und gleichzeitig Mobilitätsmöglichkeiten für alle Bevölkerungsgruppen verbessert werden (beispielsweise im Bereich der Barrierefreiheit). verkehrssysteme der zukunft erfordern intelligenz Mit seinen Programmen setzt das bmvit sowohl für den Boden- als auch für den Luftverkehr richtungsweisende Aktivitäten zum Thema Verkehr und Mobilität mit neuen inhaltlichen Akzenten. Die österreichische Exzellenz in FTI soll gestärkt und die Marktrelevanz der erzielten Forschungsergebnisse soll international sichtbar gemacht werden. Die aufgebauten F&E-Kompetenzen können damit weiter in die internationalen industriellen Wertschöpfungsketten integriert werden. Gesucht wird dabei nach intelligenten technologischen und organisatorischen Innovationen, um integrierte Lösungen zu entwickeln und die Bedürfnislagen im Kontext Mensch, Gesellschaft und Technik zu berücksichtigen. Im Bereich der Information und Navigation liegen hier große Potenziale zur Unterstützung nachhaltiger Mobilitätsformen, insbesondere hinsichtlich der Nutzung des öffentlichen Verkehrs. bis zur praktischen Umsetzung laufen im bmvit zusammen. Damit zeigen wir: e-mobilität made in Austria ist möglich. neue Wege in der luftfahrt Die Anforderungen an die Mobilität der Zukunft betreffen auch den Luftraum. Die Luftfahrtindustrie gehört zu den weltweit am stärksten wachsenden Wirtschaftszweigen und Österreich profitiert davon: Während die Umsätze der österreichischen Luftfahrtindustrie im Jahr 1988 noch bei insgesamt 30 Millionen Euro lagen, betrugen sie 2008 bereits 800 Millionen Euro. Auch hier zeigen die Bündelung österreichischer FTI-Kompetenzen und die umfassende Förderung von Vernetzungsaktivitäten Wirkung. Denn österreichische Unternehmen sind Partner der bedeutenden internationalen Flugzeug- und Antriebshersteller, wie zum Beispiel Boeing, Airbus, Bombardier, Embraer, oder EADS. Wussten sie, dass die führenden österreichischen unternehmen im bereich luftfahrt 13 Prozent ihres umsatzes in f&e investieren? e-station e-station bezeichnet das Konzept für ein flächendeckendes Angebot von Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Die e-stations zeichnen sich nicht nur durch einen freien und kostenlosen Zugang aus, sondern auch durch Strom aus erneuerbarer Energie, schneller, einfacher und kostengünstiger Realisierbarkeit, flächendeckender Anbindung an den öffentlichen Verkehr sowie hoher technischer Kompatibilität. Die hieraus resultierenden Vorteile unterstützen die Zukunftschancen der e-mobilität nachdrücklich, tragen sie doch zur Erhöhung der Akkuleistung, dem schnellen Aufladen auch untertags und somit der Reichweiten-Steigerung von e-fahrzeugen bei. Web-Hinweis: Fronius International GmbH hylog von fronius Mit Wasserstoff zur Emissionsreduktion in Logistik und Güterverkehr: Das ist kurz gesagt der Inhalt des Konzeptes HyLOG von Fronius. Das Hydrogen powered Logistic System stützt sich in seinem Kern dabei auf eine spezielle Fronius Energiezelle. Der zur Wasserstoffherstellung benötigte Solarstrom wird direkt durch die werkseigene Anlage völlig emissionsfrei produziert und mittels Elektrolyse bedarfsgerecht umgewandelt. Das Ergebnis: doppelte Reichweite bei gleichzeitig völliger Emissionsfreiheit. Fünf dieser Logistikzüge haben sich bereits im operativen Alltag bei Fronius bewährt. Das Antriebskonzept bietet sich für kommunale Einsätze (z.b. Freizeitflotten) an, da sich bei den zu erwartenden Stückzahlen auch die Anschaffungskosten erheblich absenken lassen. Web-Hinweis: Der HyLOG als mobile Anwendung der Fronius Energiezelle: Bis zu fünf Schichten schafft der innerbetriebliche Transport-Zug mit einer Kartuschenfüllung. 800 millionen euro wurden 2008 in der luftfahrtindustrie umgesetzt. strom tanken, weiter kommen ExpertInnen sind sich einig: Unsere Verkehrszukunft wird elektrisch sein. Die Erwartungen an e-mobilität sind hoch gesteckt: Emissionsfreier Individualverkehr, effizient, lärmarm und ressourcenschonend. Trotzdem wird es noch dauern, bis das elektrische Summen auf Österreichs Straßen zur echten Massenerscheinung wird. Aber entscheidende Weichen für die Zukunft gilt es heute bereits zu stellen, denn e-mobilität wird eines der Kernthemen zukünftiger Verkehrskonzepte sein, wobei sie weiter als nur antriebsbezogen gedacht werden muss: Die gesamte Supply Chain von der Karosserie bis zur Steuerelektronik muss neu definiert werden. Und Elektromobilität kann nur dann funktionieren und ihre Vorteile entwickeln, wenn sie eingebettet ist in ein modernes und effizientes Gesamtverkehrssystem. Das bmvit arbeitet seit Jahren beständig an dem Thema. Alle relevanten Fäden zur Einführung von e-mobilität von der Forschung, der Entwicklung e-moove gmbh Demonstrationsmuster der e-station vor dem Museumsquartier future small aircraft Ein Konsortium rund um die Diamond Aircraft Industries GmbH betreibt die zügige Entwicklung und Realisierung eines marktgerechten, modernen und hocheffizienten Reise- und Geschäftsflugzeugs (Future Small Aircraft) in der Klasse der Allgemeinen Luftfahrt. Das Ziel dieses Projekts (Bezeichnung FSA II) ist ein zulassungsfähiger Prototyp, der höchste Effizienz, Sicherheit und Komfort bietet bei drastisch reduzierten Betriebskosten und deutlich weniger CO2- und NOX-Emissionen! Die Kosten- und Energieeffizienz wird durch Gewichtsreduktion (Highend- Carbon-Faserverbundtechnologien), besserer Nutz-/Passagierlast und einem optimierten Flugtriebwerk weiter verbessert. Diamond Aircraft

8 14 forschung, technologie und innovation im bmvit forschung, technologie und innovation im bmvit 15 energie ATB Becker LED-Retrofit-Lampen sind für den direkten Ersatz von Standardglühlampen geeignet. Philipps Licht Hamburg 20 Prozent des energieverbrauchs muss aus erneuerbaren Quellen stammen. 20 Prozent mehr energieeffizienz werden bis 2020 realisiert. 20 Prozent rückgang der treibhausgasemissionen. mit weniger energie mehr bewegen Der globale Umgang mit Energie, ihre Gewinnung und Verteilung, steht vor einem epochalen Wandel. Auch Österreich muss Konzepte für Energiesysteme entwickeln, die technisch realisierbar, ökonomisch leistbar, gesellschaftlich tragfähig und vor allem umweltverträglich sind. So sind die Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien weiter zu verbessern und alltagstaugich zu machen. Das erfordert auch eine drastische Steigerung der Energieeffizienz; erst dadurch können die erforderlichen Energiedienstleistungen mit einem Minimum an Ressourcenverbrauch und Umweltbelastung zur Verfügung gestellt werden. energieeffizienz der diätplan für die low carbon society Die größte Energiequelle bei der Gestaltung der Energiezukunft, die nur darauf wartet, angezapft zu werden, ist, Energie effizienter zu nutzen. Hierfür sind Forschung und Technologieentwicklung von zentraler Bedeutung. Die vereinbarten österreichischen Beiträge für die Zielsetzungen der EU scheinen mit bereits vorhandenen Technologien für Österreich durchaus umsetzbar. Aber eine langfristige CO 2- Reduktion um 80 Prozent bis 2050, die notwendig ist, um eine globale Temperatursteigerung auf zwei Grad Celsius zu beschränken, erfordert deutlich effizientere Technologien und Systemlösungen, als wir sie heute haben. Die EU-Gebäudeeffizienzrichtlinie verlangt beispielsweise ab 2018/2020 für neu errichtete Gebäude einen Standard von nearly zero energy buildings. Dies wird nur auf Basis hochwertiger Konzepte und Technologien möglich sein. Dass dies nicht nur erhebliche Kosten verursacht, sondern auch beträchtliche Chancen für die Wirtschaft eröffnet, hat Österreich bereits gezeigt. In einigen Energietechnologiebereichen konnte europaweite bzw. weltweite Technologieführerschaft erreicht werden. Solche innovativen Zukunftsmärkte sind der Garant für nachhaltige Wirtschaftsentwicklungen und stabile Arbeitsplätze der Zukunft. alle energie für unsere zukunft Die Anforderungen an die Energiesysteme von morgen machen besonders deutlich, dass die großen Herausforderungen nicht mit Einzelleistungen gelöst werden können. Je vernetzter und umfassender an den Aufgaben gearbeitet wird, desto zukunftsträchtiger werden die Konzepte und ihre Erfolgschancen. Die Schwerpunkte des bmvit im Bereich Energie liegen bei ihrer effizienteren Erzeugung, Übertragung und Nutzung, mit folgenden konkreten Themen: Entwicklung einer intelligenten Energieinfrastruktur, hocheffiziente Endverbrauchstechnologien, ressourceneffiziente Produktionstechnologien, Nutzungsmöglichkeiten erneuerbarer Energien. Energie AG Oberösterreich Energybase: Demonstrationsprojekt aus der Programmlinie Haus der Zukunft gebäudeintegrierte PhotovoltaiK Unter gebäudeintegrierter Photovoltaik, kurz GIPV genannt, versteht man die Kombination aus innovativer Architektur und ressourcenoptimierter Stromgewinnung. Neben Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie werden die Möglichkeiten von GIPV zur Steigerung der Energieeffizienz verwendet, wie zum Beispiel Abschattung und Klimatisierung. Das bmvit wird die Entwicklung der GIPV forcieren, geht doch die internationale Energieagentur IEA davon aus, dass ein Drittel des österreichischen Strombedarfs durch GIPV gedeckt werden kann. Entsprechend sind die Wachstumsprognosen dieses Marktes, der nach Schätzungen bis 2016 auf ein Volumen von rund 5,8 Mrd. Euro anwachsen wird. Ein starkes Argument, auch hier österreichisches Know-how rechtzeitig zu entwickeln und zu positionieren. Web-Hinweis: oreanis Die vermehrte Nachfrage nach Energiedienstleistungen erfordert sowohl den Ausbau als auch die Umstrukturierung heutiger Energiesysteme. Vor allem in Österreich werden diese zunehmend verteilt organisiert sein und mehr und mehr auf erneuerbaren Energiequellen basieren. Ziel von OREANIS ist es, durch intelligente Speicherung, Steuerung und Optimierung der Energienachfrage und Energieerzeugung die regionalen Angebotsschwankungen zu kompensieren und so einen effizienten regionalen Leistungsausgleich in elektrischen Verteilnetzen zu erreichen. Web-Hinweis: eeg.tuwien.ac.at Pumpspeicherkraftwerk zum Zwischenspeichern von Strom; Kraftund Umspannwerk Ranna im Donautal led bulb Leuchtmittel auf Basis von Halbleitertechnologien sind eine revolutionäre und höchst energieeffiziente Entwicklung. Die Sicherung der Lichtqualität, die Lebensdauer und die Kompatibilität mit bestehenden Systemen stehen dabei im Zentrum. LED Bulb ist eine Kooperation, die das Know-how von Zumtobel in Bezug auf Leuchtmittel- und das Wissen von Infineon hinsichtlich Halbleitertechnologien zu einem State of the Art Projekt zusammenführt. Mit dem hier geschaffenen Licht zum Wohlfühlen der LED-Retrofit-Lampe lassen sich alle herkömmlichen Leuchtmittel ersetzen und Energieeinsparungen von bis zu 85 Prozent realisieren (z.b. E27 Fassung, 10W-Verbrauch), ohne auf gewohntes Licht in Intensität und Anmutung zu verzichten. Web-Hinweis: Wussten sie, dass die co 2 emissionen bis 2050 um 80 Prozent reduziert werden müssen, damit die durchschnitts temperatur nicht um mehr als zwei grad celsius ansteigt?

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