Erhebungen von Längsschnittinformationen Eine Herausforderung für Marktforscher

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1 Erhebungen von Längsschnittinformationen Eine Herausforderung für Marktforscher INVERMO Abschlussveranstaltung am 09. Juni 2005 in Frankfurt am Main Andreas Sauer Verkehrsforschung

2 Erhebung von Längsschnittinformationen Erhebung von Informationen zu einem bestimmten Untersuchungsgegenstand (bei INVERMO: Reisen) für einen oder mehrere Zeiträume Retrospektive Ansätze stoßen schnell an Grenzen: Befragter berichtet im Interview über die Reisen, die er in einem bestimmten Zeitraum in der Vergangenheit unternommen hat Problem: Der Berichtszeitraum kann jedoch nicht sehr weit in die Vergangenheit zurückreichen, denn länger zurückliegende Ereignisse werden nur noch ungenau berichtet oder ganz vergessen das Interview wird zu lang Lösung: Panel-Ansatz Mehrmaliges Befragen identischer Untersuchungseinheiten (z.b. Personen, Haushalte) zum selben Untersuchungsgegenstand 2 Verkehrsforschung

3 Vorteile des Panel-Ansatzes Man erhält mehr Informationen zu den einzelnen Personen: Zielpersonen werden während eines längeren Untersuchungszeitraums mehrmals befragt differenziertere intrapersonelle Analyse möglich Man hat die Chance, Verhaltensänderungen bei veränderten Rahmenbedingungen auf intrapersoneller Ebene zu beobachten, z.b. Mobilitätsverhalten ohne und mit Pkw-Besitz Auch Verhaltensänderungen aufgrund veränderter Lebensumstände sind in Panel-Erhebungen erkennbar Man kann im Panel Verhaltensänderungen über die Zeit genauer messen als bei unabhängigen Stichproben 3 Verkehrsforschung

4 Beispiele für Paneluntersuchungen I Das Sozioökonomische Panel (SOEP) Repräsentative Längsschnittstudie privater Haushalte in der Bundesrepublik Deutschland Seit 1984 kontinuierliche Beobachtung der Lebenssituation der Bevölkerung Themenschwerpunkte sind: Haushaltszusammensetzung, Wohnsituation Erwerbs- und Familienbiografien Erwerbstätigkeit und berufliche Mobilität Einkommensverläufe Gesundheit Gesellschaftliche Partizipation Lebenszufriedenheit Wissenschaftliche Leitung: DIW Datenerhebung: TNS Infratest Rund teilnehmende Personen in Verkehrsforschung

5 Beispiele für Paneluntersuchungen II Das Deutsche Mobilitätspanel (seit 1994) Erhebung der Alltagsmobilität der deutschen Wohnbevölkerung in Form eines Haushaltspanels Teilnehmer füllen jährlich im Herbst ein Tagebuch aus, in dem sie über 7 Tage hinweg über alle Wege außer Haus berichten Eine Unterstichprobe füllt jedes Jahr im Frühjahr über 2 Monate hinweg ein Tankbuch aus, in dem jeder Tankvorgang festgehalten wird Messung von Fahrleistung und Kraftstoffverbrauch "Rollierendes" Panel: Jeder Haushalt verbleibt 3 Jahre im Panel Wissenschaftliche Leitung: Institut für Verkehrswesen, Universität Karlsruhe Datenerhebung: TNS Infratest Verkehrsforschung Im Herbst 2004: 714 teilnehmende Haushalte Personen erfasste Wege 5 Verkehrsforschung

6 Die besonderen Herausforderungen von Panel- Erhebungen Ziel: Personen/Haushalte sollen möglichst dauerhaft an der Paneluntersuchung teilnehmen Gezielte Anwerbung von Personen, die a priori bereit sind, auf Dauer teilzunehmen. Information über Sinn und Zweck des Projekts Befragte sollen sich als Teilnehmer an einem wichtigen Information über Ablauf des Projekts und Aufgaben der Teilnehmer Forschungsprojekt fühlen Kontinuierliche Panelpflege und Motivation der Teilnehmer Kontaktpunkte auch in "befragungsfreien" Zeiten notwendig, um Interesse am Projekt aufrecht zu erhalten. Beim Mobilitätspanel: Versand von Incentives (Lose für "Aktion Mensch", kleine Geschenke wie Straßenkarten, Sprachführer etc.) Versand einer Weihnachtskarte Versand von interessanten Ergebnissen Hotline mit persönlichem Ansprechpartner 6 Verkehrsforschung

7 INVERMO 3-Stufiger Erhebungsablauf 1. Screening (CATI): Repräsentative Erhebung der Mobilität im Fernverkehr, Anwerbung der Panel- Teilnehmer 2. Fernverkehrspanel: Achtwöchige detaillierte schriftliche Erhebung zu Reiseplanung, Reiseablauf und Verkehrsmittelalternativen, mehrmalige Wiederholung 3. Intensivinterviews (CATI): Ermittlung von Akzeptanz und Präferenz für integrierte Mobilitätsdienstleistungen im Fernverkehr 7 Verkehrsforschung

8 INVERMO Der Projektablauf im Überblick A Telefonische Screening-Erhebung Teil 1 (n = 6.000) Kohorte 1 Teil 2 (n = 4.000) Kohorte 2 Teil 3 (n = 7.000) Kohorte / / /02 B Schriftliche Panel-Erhebungen Pretest (Welle 1, Kohorte 1) Welle 2 (Kohorten 1 und 2) Welle 3 (Kohorten 1,2 und 3) Welle 4 (Kohorten 2 und 3) 02-06/01 11/01-03/ / /03 C Intensiv-Interviews (telef.) 05-09/03 8 Verkehrsforschung

9 INVERMO Schriftliche Erhebung des Fernverkehrs Die schriftlichen Befragungsunterlagen bestanden aus Anschreiben/Datenschutzblatt Hinweise zum Ablauf der Erhebung/Beispielsergebnisse zur Motivation 1 Fragebogen zum Haushalt und zur Person (6 Seiten) 6 Reisefragebogen à 12 Seiten Insgesamt 82 Seiten Die Befragten sollten über 8 Wochen hinweg für jede Reise (ab 100 km) einen Reisefragebogen ausfüllen, zusätzlich einen Fragebogen für ihre letzte Reise vor dem Berichtszeitraum 9 Verkehrsforschung

10 Als Ergebnisse der INVERMO-Erhebungen liegen vor: Repräsentative Informationen zur Mobilität im Fernverkehr bei rund Personen Detailinformationen zu einzelnen Reisen bei ca Personen für rund Reisen Informationen zu Akzeptanz und Präferenz für integrierte Mobilitätsdienstleistungen im Fernverkehr bei 300 Befragten 10 Verkehrsforschung

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