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1 Personalversicherungen Eine Kurzorientierung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer AHV/IV 1. Säule ALV Arbeitslosenversicherung BVG 2. Säule / Pensionskasse UVG Obligatorische Unfallversicherung KTG Krankentaggeldversicherung EO Mutterschaftsentschädigung FAK Familienausgleichskasse

2 Das «3-Säulen-System» der Sozialversicherungen in der Schweiz Bundesverfassung In der Bundesverfassung ist Folgendes verankert (Art. 111 Abs. 1): Der Bund trifft Massnahmen für eine ausreichende Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge. Diese beruht auf drei Säulen, nämlich der eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (1. Säule: AHV/IV), der beruflichen Vorsorge (2. Säule: BVG) und der Selbstvorsorge (3. Säule). AHV/IV 1. Säule: Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung Zweck Die 1. Säule soll das Existenzminimum im Alter, infolge Todesfall und bei Invalidität sichern. Versichert sind alle in der Schweiz einer Erwerbstätigkeit nachgehenden oder einen festen Wohnsitz aufweisenden Personen. Beitragspflichtig sind alle Erwerbstätigen ab dem 18. Lebensjahr, Nichterwerbstätige ab dem 21. Lebensjahr. im Alter, bei Invalidität oder im Todesfall Die Höhe der richtet sich nach dem durchschnittlichen AHV-Einkommen, der Vollständigkeit der Beitragsjahre und bei Invalidität nach dem Grad der Erwerbsunfähigkeit. Die maximale Leistung wird erreicht, wenn im Durchschnitt aller Beitragsjahre über ein Einkommen in Höhe der dreifachen maximalen Altersrente entrichtet wurden und keine Beitragslücken bestehen. Bis zu dieser Einkommenshöhe ist somit höchstens ein Drittel des Einkommens durch die 1. Säule abgedeckt. Die Grenzwerte werden alle zwei Jahre der Teuerung angepasst. Die aktuellen können dem Beiblatt entnommen werden. Einfache Altersrente 100% Ehepaar - Altersrente 150% der entsprechenden Altersrente Invalidenrente 100% der entsprechenden Altersrente Kinder- und Waisenrente 40% der entsprechenden Altersrente Witwen- und Witwerrente 80% der entsprechenden Altersrente Die werden von Arbeitnehmern und Arbeitgebern je zur Hälfte finanziert. Sie werden in Prozenten des Bruttolohnes bestimmt. Anmeldung und Auskunft Der Arbeitgeber meldet den Arbeitnehmer bei der zuständigen AHV-Ausgleichskasse an. Über die Kasse können die Versicherten einen individuellen Kontoauszug verlangen, welcher Aufschluss über die Höhe der abgerechneten Einkommen und die Vollständigkeit der Beitragsjahre gibt. Der Auszug kann auch über die Website bestellt werden. Im Übrigen finden Versicherte dort informative Merkblätter zu allen Bereichen der AHV/IV.

3 ALV Arbeitslosenversicherung Zweck Die staatliche Arbeitslosenversicherung erbringt bei Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und bei Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers. Obligatorisch versichert sind alle in der Schweiz tätigen Arbeitnehmer. Arbeitnehmer mit Unterhaltspflichten gegenüber Kindern erhalten ein Taggeld in Höhe von 80%, die übrigen erhalten 70% des versicherten Verdienstes. Der versicherte Verdienst entspricht im Maximum dem UVG-Höchstlohn (siehe Beiblatt). Die Anzahl der Taggelder ist nach Alter abgestuft. Die werden von Arbeitnehmern und Arbeitgebern je zur Hälfte finanziert. Sie werden in Prozenten des Bruttolohnes bestimmt. BVG 2. Säule / Pensionskasse Zweck Die 2. Säule soll in Ergänzung zur AHV/IV die gewohnte Lebenshaltung in angemessener Weise sichern. Obligatorisch zu versichern sind alle Arbeitnehmer ab dem 18. Lebensjahr, deren Bruttojahresgehalt 6/8 der maximalen einfachen AHV/IV-Rente übersteigt. Versicherter Lohn Der versicherte Lohn errechnet sich aus dem AHV-pflichtigen Jahreslohn, in der Regel vermindert um den Koordinationsabzug (7/8 der maximalen einfachen Altersrente der AHV). Altersgutschriften Bis Alter 24 sind nur die Risiken Tod und Invalidität versichert. Ab dem 1. Januar nach Vollendung des 24. Lebensjahres gelten nachstehende Ansätze in Prozent des versicherten Lohnes für die jährlichen Altersgutschriften: Alter Frauen/Männer /65 Altersgutschriften 7% 10% 15% 18% Massgebend für die Höhe der (und ) sind das Reglement, der gewählte Vorsorgeplan und die Beitragsordnung der Vorsorgeeinrichtung. Obligatorische sind: Bei Invalidität Invalidenrenten Invaliden-Kinderrenten Prämienbefreiung auf Risiko- und Sparbeitrag Im Todesfall Ehegattenrenten/Waisenrenten evtl. Todesfallkapital Im Alter Altersrenten oder Alterskapital

4 Der Arbeitgeber beteiligt sich gemäss Gesetz mindestens zu 50% an der Finanzierung der jährlichen. Information der Versicherten Die Vorsorgeeinrichtung erstellt für jede versicherte Person jährlich einen Vorsorgeausweis, aus welchem die aktuellen Risikoleistungen, das vorhandene Altersguthaben und der Jahresbeitrag hervorgehen. Stellenwechsel Mit einem Stellenwechsel ist in der Regel auch ein Wechsel der Vorsorgeeinrichtung verbunden. Beim Austritt entsteht ein Anspruch auf das Freizügigkeitsguthaben. Dieses entspricht meist dem beim Austritt vorhandenen Sparguthaben, bestehend aus den für die versicherte Person einbezahlten Sparbeiträgen (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge), den eingebrachten Freizügigkeitseinlagen sowie den gutgeschriebenen Zinsen. Der Freizügigkeitsanspruch muss auf die Vorsorgeeinrichtung des neuen Arbeitgebers übertragen werden. Barauszahlung Eine Barauszahlung der Freizügigkeitsleistung bei endgültigem Verlassen der Schweiz ist nur unter bestimmten Voraussetzungen (z. B. Ausreise in ein Nicht-EU-Land) möglich. Uneingeschränkt möglich ist die Auszahlung nur bei Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit. Vorbezug, Verpfändung Im Rahmen des Wohneigentumsförderungsgesetzes (WEF) kann das aktuelle Altersguthaben oder ein Teil davon zum Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum oder zur Tilgung von bestehenden Hypotheken auf demselben vorzeitig bezogen werden. Unter diesem Gesetz ist auch die Verpfändung von Vorsorgeleistungen möglich.

5 UVG Obligatorische Unfallversicherung Betriebs und Nichtbetriebsunfall Aus historischen Gründen ist der Schutz der Arbeitnehmer gegen die Folgen von Berufsunfällen (BU) und Nichtberufsunfällen (NBU) in einem eigenen Gesetz geregelt. Gegen BU (Berufskrankheiten gelten als Berufsunfälle) sind alle Arbeitnehmer obligatorisch zu versichern. Gegen NBU sind nur Arbeitnehmer mit einer Arbeitszeit von mindestens acht Stunden/Woche obligatorisch versichert. Versichert sind Taggelder und Renten als Erwerbsersatz bei kurzfristigem Erwerbsausfall, bei Invalidität und im Todesfall in folgendem Umfang: Unfalltaggeld 80% des versicherten Verdienstes/Jahr Invalidenrente 80% des versicherten Verdienstes/Jahr Witwenrente 40% des versicherten Verdienstes/Jahr Waisenrente pro Kind 15% des versicherten Verdienstes/Jahr Der versicherte Verdienst entspricht dem AHV-Lohn bis maximal zum UVG-Höchstlohn. Die Gesamtleistung im Todesfall ist auf max. 70% des versicherten Verdienstes begrenzt. Die ausgerichteten Geldleistungen dürfen zusammen mit den der AHV/IV 90% des versicherten Lohnes nicht übersteigen. Ebenfalls versichert sind die Heilungskosten bei Unfall, ambulanter Behandlung und Spital (allgemeine Abteilung). im Ausland sind begrenzt. Personen, die sowohl gegen BU als auch gegen NBU versichert sind, können die Unfalldeckung in ihrer Krankenkassen-Grundversicherung ausschliessen. Abredeversicherung Bei einem Arbeitsunterbruch oder bei unbezahltem Urlaub besteht Versicherungsdeckung noch während 30 Tagen nach Beendigung des Lohnanspruches. Es besteht jedoch die Möglichkeit, die Versicherung im bisherigen Rahmen für längstens 180 Tage weiterzuführen (Abredeversicherung). Diese muss vor dem Arbeitsunterbruch beantragt werden. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber oder dessen Versicherer. Die Prämien für BU gehen zu Lasten des Arbeitgebers. Die Prämien für NBU werden den Arbeitnehmern belastet. Die Prämiensätze sind abhängig von der Berufsbranche sowie der Versicherungsgesellschaft. KTG Krankentaggeldversicherung Es ist üblich, Arbeitnehmer gegen Krankheit (in Analogie zum UVG) für die ersten 24 Monate mit Taggeldleistungen zu versichern. Diese Aufgabe übernimmt die betriebliche Krankentaggeldversicherung. Versichert sind sämtliche Arbeitnehmer, wahlweise mit oder ohne Teilzeitbeschäftigte. In der Regel werden 80% des AHV-Lohnes nach einer Wartefrist von 30 Tagen versichert. Die Prämien sind abhängig von der Versicherungsgesellschaft und werden hälftig von Arbeitnehmer und Arbeitgeber übernommen.

6 EO Mutterschaftsentschädigung Anspruch Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung haben Frauen, die zum Zeitpunkt der Geburt ihres Kindes entweder Arbeitnehmerinnen sind, oder Selbständig Erwerbende sind, oder im Betrieb des Ehepartners oder der Familie mitarbeiten, oder arbeitslos sind und Taggelder der Arbeitslosenversicherung beziehen, oder wegen Krankheit, Unfall oder Invalidität arbeitsunfähig sind und deswegen Taggeldleistungen einer Sozial- oder Privatversicherung beziehen. Entstehung Der Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung entsteht, wenn die Anspruchsberechtigte während neun Monaten unmittelbar vor der Geburt des Kindes im Sinne des AHV-Gesetzes obligatorisch versichert war und in dieser Zeit mindestens fünf Monate lang eine Erwerbstätigkeit ausgeübt hat. Dauer Der Anspruch dauert 14 Wochen bzw. 98 Tage und endet vorzeitig, wenn die Mutter die Erwerbstätigkeit während dieser Zeit ganz oder teilweise wieder aufnimmt. Höhe Die Höhe der Mutterschaftsentschädigung beträgt 80% des vor der Niederkunft erzielten durchschnittlichen Erwerbseinkommens. Höchstbetrag siehe Beiblatt. Merkblatt Website: Merkblatt 6.02 «Mutterschaftsentschädigung» FAK Familienausgleichskasse Arbeitgeber müssen sich der FAK anschliessen und auf Basis der Gesamtlohnsumme des Personals entrichten. Die FAK wird ausschliesslich durch die Arbeitgeber finanziert. Die Höhe der und Kinderzulagen sind kantonal unterschiedlich. Sofern von Seiten eines Arbeitnehmers Ansprüche auf Kinderzulagen bestehen, werden diese über den Arbeitgeber ausbezahlt. Die ausbezahlten Zulagen kann dieser bei der zuständigen Familienausgleichskasse zurückfordern. Die Familienausgleichskassen werden von den AHV-Ausgleichskassen geführt. Mark & Michel Vorsorge- und Versicherungsberatung für akademische Berufe Löwenstrasse 25 Postfach Zürich Tel , Fax

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