Richtlinie zum Ablauf der Prüfung zur Erlangung der Gebietsbezeichnung Fachzahnarzt für Kieferorthopädie

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1 Richtlinie zum Ablauf der Prüfung zur Erlangung der Gebietsbezeichnung Fachzahnarzt für Kieferorthopädie Der Antrag auf Zulassung zur Prüfung ist an den Vorstand der Zahnärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, Wismarsche Str. 304, Schwerin, zu richten. Dem Antrag ist ein Patientenjournal als Nachweis der praktischen Tätigkeit des Bewerbers während der dreijährigen kieferorthopädischen Weiterbildung beizufügen. Das Patientenjournal muss 100 Patienten benennen, die der Antragsteller insgesamt oder in wesentlichen Teilen kieferorthopädisch behandelt hat. Die Patientenangaben müssen Namen, Vornamen, Alter und Stand der Gebissentwicklung zu Beginn der Behandlung enthalten. Es sind ferner die kieferorthopädische Diagnose und wesentliche Therapiemittel bzw. spezielle interdisziplinäre Therapiemaßnahmen oder Besonderheiten, wie kombiniert-kieferorthopädische Therapie oder kieferorthopädisch-parodontaler Fall, aufzuführen. Es sollten nur Patientenfälle im Journal angegeben werden, bei denen die kieferorthopädische Behandlung medizinisch indiziert war und die bis zum Ende der Behandlung oder in wesentlichen Teilen vom Antragsteller durchgeführt wurden. Therapien, die wegen einer unzureichenden Mitarbeit des Patienten abgebrochen oder mit einem Kompromissergebnis abgeschlossen wurden, sind zur Präsentation nicht geeignet. Das Patientenjournal ist als pdf-datei oder schriftlich in fünffacher Ausfertigung beizufügen. Der Beirat Weiterbildung des Kammervorstandes prüft, ob die Voraussetzungen für die Zulassung zur Weiterbildungsprüfung gegeben sind und legt den Vorgang sodann dem Vorstand der Zahnärztekammer zur Entscheidung vor. Nach der Zulassung des Antragstellers zur Prüfung durch den Vorstand der Zahnärztekammer erhält der Antragsteller über die Geschäftsstelle der Zahnärztekammer einen Prüfungstermin benannt. Er hat sodann bis spätestens fünf Wochen vor dem Prüfungstermin fünf gut dokumentierte Behandlungsfälle mit den Modellen an die Vorsitzende des Prüfungsausschusses zu übersenden. Drei weitere Ausfertigungen der fünf Behandlungsfälle in Form von Patientenmappen sind an die Geschäftsstelle der Zahnärztekammer zu senden, die sie an die übrigen Mitglieder des Prüfungsausschusses weiterleitet. Die von den Prüfungskandidaten einzureichenden Patientenfälle müssen dem Umfang der durchgeführten kieferorthopädischen Behandlung und den inhaltlichen Forderungen an die Weiterbildung im Fach Kieferorthopädie gerecht werden. Einleitend sind auf einem Deckblatt die persönlichen Patientendaten darzustellen. Nachfolgend sind aufzuführen: 1. Angaben zur Anamnese Patientenanamnese, Familienanamnese 1

2 2. Darstellung der klinischen Befunde extraorale Befund intraorale Befunde (Weichteile, Knochen, Dentitionsstadium, Mundhygiene, dentoalveoläre / skelettale Abweichungen, funktionelle Befunde etc.) 3. Darstellung paraklinischer Befunde Fotostatanalyse (Profil- und enface mit Auswertung) des Anfangs-, Zwischen- und Endbefundes Modellanalyse des Anfangs-, Zwischen- und Endbefundes mit Auswertung und Zusammenfassung der Befunde FRS-Analysen des Anfangs-, Zwischen- und Endbefundes mit Auswertung und Zusammenfassung der Befunde, inkl. Auswertung aller röntgenologisch zu beurteilenden Strukturen / Befunde OPG-Analysen des Anfangs-, Zwischen- und Endbefundes mit Auswertung und Zusammenfassung der Befunde, inkl. Auswertung aller röntgenologisch zu beurteilenden Strukturen / Befunde intraorale Fotodokumentation der durchgeführten Behandlung bei kombiniert kieferorthopädisch kieferchirurgischer Behandlung Darstellung der OP-Planung und OP-Simulation darstellen 4. Zusammenfassende Darstellung Erstellung einer Diagnose unter Berücksichtigung der Einteilung der Gebissanomalien nach den Leitsymptomen von Prof. Dr. Klink-Heckmann mit Angabe des Okklusionsbefundes Darstellung des medizinischen Behandlungsbedarfs Umfang und Dauer der Behandlung mit Wahl der Therapiemittel einschließlich der Retentionsphase Darstellung der vom Weiterbildungskandidaten selbst erbrachten Behandlungsschritte Epikrise 2

3 Beschreibung der Qualität der einzureichenden Unterlagen a) Modellpaare Die Qualität der dreidimensional korrekt getrimmten bzw. gesockelten Modellpaare muss den Anforderungen des Weißbuch Kieferorthopädie des Berufsverbandes Deutscher Kieferorthopäden (1993) entsprechen. Bei abgeschlossenen Behandlungsfällen sind mindestens 3 Modellpaare (Anfangs-, Zwischen-, Endbefund) und bei Frühbehandlungen nach BEMA Rili KFO 8c mindestens 2 Modellpaare (Anfangs und Endbefund) zur Dokumentation des Behandlungsverlaufes vorzulegen. Zur Darstellung wesentlicher Behandlungsschritte wird die Einreichung zusätzlicher Modellpaare empfohlen. b) Röntgenaufnahmen Bei der Einreichung von Röntgenaufnahmen sind die Anforderungen an die Qualität von Röntgenaufnahmen nach der jeweils gültigen Fassung der Röntgenverordnung zu berücksichtigen. c) Patientenkartei Die ausführlichen Angaben zum Verlauf der Behandlung erfolgen in geeigneter digitaler Form oder durch Vorlage gut leserlicher Kopien aus der Patientenkartei. Nicht allgemein gebräuchliche Abkürzungen bedürfen einer verständlichen Erläuterung. In den Unterlagen müssen die vom Antragsteller durchgeführten Therapieabschnitte unter Beifügung von Kopien der Behandlungspläne eindeutig ausgewiesen sein. Die KIG- Einstufung (nur bei Versicherten der GKV) sowie die erhobenen Befunde einschließlich Funktionsbefund, Zahnstatus und PA-Befund sind anzugeben. Die verwendeten Behandlungsgeräte sind bildlich darzustellen. Werden die eingereichten Falldokumente ganz oder teilweise von dem Prüfungsausschuss nicht anerkannt, wird der Prüfungsausschuss andere Fälle aus dem Patientenjournal benennen, die beim Ausschuss einzureichen sind. Ggf. ist ein neuer Prüfungstermin zu bestimmen. 3

4 Ablauf der Prüfung Die Prüfung besteht aus drei Abschnitten: I. Klinische Patientendemonstration a. Klinische und paraklinische Befunderhebung b. Diagnosestellung c. Einschätzung der Behandlungsnotwendigkeit mit medizinischer Begründung d. Therapieempfehlungen Die Gesamtdauer des Teilabschnittes beträgt ca. 30 Minuten. II. Fachgespräch über theoretische und praktische kieferorthopädische Inhalte anhand der eingereichten Behandlungsunterlagen Dauer: ca. 45 Minuten III. Referat zum aktuellen Thema in der Kieferorthopädie Das Vortragsthema wird dem Prüfungskandidaten rechtzeitig vor der Prüfung mitgeteilt. Die Zeitdauer sollte 10 Minuten nicht überschreiten. Das Referat wird den Mitgliedern der Prüfungskommission spätestens am Tag der Prüfung in geeigneter Form zur Verfügung gestellt. 4

5 Mitglieder des Prüfungsausschusses Weiterbildung Kieferorthopädie Universität Rostock Klinik und Polikliniken für Zahn-, Mundund Kieferheilkunde Hans Moral Frau Prof. Dr. Franka Stahl de Castrillon Vorsitzende des Prüfungsausschusses Direktorin der Poliklinik für Kieferorthopädie Strempelstraße Rostock Herr Dipl.-Stom. Holger Donath Fachzahnarzt für Kieferorthopädie Poggestraße Teterow Ernst-Moritz-Arndt-Universität Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Prof. Dr. Karl-Friedrich Krey Direktor der Poliklinik für Kieferorthopädie Rotgerberstraße Greifswald Stellv. Mitglieder Frau Elisabeth Heller Kieferorthopädin Patriotischer Weg Rostock Frau Dr. Siegrid Piel Fachzahnärztin für Kieferorthopädie Feldstraße Neubrandenburg Herrn Dr. Andreas Riedel Marienstraße Greifswald 5

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