CAS Täterarbeit Grundlagen

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3 Beschreibung und Konzeption Täterinnen- und Täterarbeit bewirkt nachhaltigen Opferschutz. Als pädagogische Intervention mit therapeutischen Zügen kann sie das Risiko für gewalttätiges Verhalten deutlich verringern. Täterarbeit dient daher der Rückfallprävention und schützt zugleich tatsächliche oder potenzielle Opfer. Sie trägt zudem dazu bei, auch andersgeartetem Problemverhalten seitens der Täterinnen und Täter vorzubeugen. Der CAS-Studiengang Täterarbeit ist eine Zusammenarbeit zwischen der Berner Fachhochschule und dem Forensischen Institut Ostschweiz (forio). Die Kooperation der beiden Institutionen gewährleistet einen ausgeprägten Praxisbezug. Der Studiengang vermittelt Ihnen die wissenschaftlichen und anwendungsbezogenen Grundlagen einer opfergerechten Täterarbeit. Im ersten Teil lernen Sie die Entstehungs- und Erklärungsmodelle von Gewalt aus psychologischer und forensischer Sicht kennen. Ergänzend verfügen Sie über diagnostisches und rechtliches Wissen. Sie entwickeln eine professionelle Haltung im Umgang mit Täterinnen und Tätern und können sie in Ihre berufliche Praxis integrieren. Der zweite Teil vermittelt Ihnen Wissen und Können für die Behandlung und Intervention. Im Zentrum stehen eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Methoden und deren konkrete Anwendung. In allem unterstützen Sie Gruppensupervisionen und eine begleitete Biografiearbeit. Zielpublikum Fachpersonen der Pädagogik und der Sozialen Arbeit, insbesondere aus den Praxisfeldern Sozialpädagogik, Bewährungshilfe, Opferhilfe und Psychiatrie, Kindes- und Erwachsenenschutz; Lehrpersonen, Psychologinnen und Psychologen, Therapeutinnen und Therapeuten, Psychiaterinnen und Psychiater, Justizvollzugspersonal, Fachpersonen der Polizei, Juristinnen und Juristen, Mitglieder von Gerichten, Leitungspersonen in Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Pflegefachfrauen und -männer. Studienziele Sie kennen Theoriemodelle und empirische Forschungsergebnisse zum Phänomen Gewalt und deren Erscheinungsformen. Sie verfügen über kriminologisches und diagnostisches Wissen wie auch über die gesetzlichen Grundlagen (StGB, ZGB, OHG, zivilrechtlicher Kindes- und Erwachsenenschutz). Sie sind mit den Phänomenen Gewalt und Delinquenz aus psychologischer Sicht vertraut und haben Grundkenntnisse zu Persönlichkeitsstörungen und Psychotraumatologie. Sie sind befähigt, forensische Behandlungs- und Interventionsmethoden in Pädagogik und Therapie anzuwenden. Sie kennen die institutionellen Massnahmen zur Prävention von Gewalt gegen Fachpersonen und verfügen über Kompetenzen in der Krisenkommunikation. Sie sind in der Lage, eine professionelle Haltung in der Arbeit mit Täterinnen und Tätern einzunehmen. Zulassungsvoraussetzungen Beachten Sie unsere allgemeinen Zulassungsbedingungen unter soziale-arbeit.bfh.ch/zulassung 3

4 Inhalte Teil I: Grenzverletzendes Verhalten und Gewalt Entstehung, Erscheinungsformen und Diagnostik Inhalte Thematische Einführung (3 Tage) Wissenschaftliche Grundlagen der Kriminologie und der Forensik, Entstehungs- und Erklärungsmodelle von Gewalt, Einführung in die Verarbeitung von statistischem Material, neue Forschungsansätze und -themen. Recht (3 Tage) Juristische Aspekte, Strafrecht, Zivilrecht, Opferhilfegesetz, zivilrechtlicher Kindes- und Erwachsenenschutz, Ablauf von der Tat zur Strafe, Umgang mit Verdachtsmomenten, rechtsvergleichende Überlegungen Deutschland Schweiz, Biografiearbeit, Supervision. Psychotraumatologie (3 Tage) Erscheinungsformen von Traumafolgen, Interventions- und Behandlungsmodelle, Neurobiologie und Neurophysiologie des Traumas, Burn-out-Prophylaxe. Diagnostik (3 Tage) Persönlichkeitsdiagnostik, tat- und täterspezifische Diagnostik, Gefährlichkeits-und Risikobeurteilung, Indikationsstellung für Unterbringung und Behandlung. Erklärungs- und Verständnismodelle verschiedener Gewaltdynamiken, abweichendem Verhalten und Täterstrategien, Grundlagen der rechtsmedizinischen Diagnostik und der forensischen Begutachtung, Grundlagen der Moralentwicklung, Supervision, Institutionsbesuche. Teil II: Täterarbeit Behandlungs- und Interventionsmethoden in Pädagogik und Therapie Inhalte Vernetzung und Behandlungsansätze (3 Tage) Überblick über Unterbringungs- und Behandlungsangebote in Deutschland und in der Schweiz, Multiund interdisziplinäre Interventionsmodelle, Methoden des Straf- und Massnahmenvollzugs, Motivationsarbeit in der forensischen Pädagogik, Umgang mit Rückfällen, Krisenkommunikation, Biografiearbeit. Behandlung und Intervention I (3 Tage) Integrative Behandlungsansätze, Schulen und Modelle, deliktorientierte Behandlungsmodelle, Übersicht über evidenzbasierte Lern- und Trainingsprogramme, Behandlungsevaluation und Rückfalluntersuchungen, Beziehungsgestaltung in Therapie und Pädagogik, Psychopharmakologie, Supervision. Behandlung und Intervention II (3 Tage) Möglichkeiten der Hilfeplanung, therapeutische Angebote und Settings, Rahmenbedingungen, Mediation im Strafverfahren, Supervisionsblock. Abschlussarbeiten (3 Tage) Präsentation der Abschlussarbeiten; Evaluation und Studienabschluss. 4

5 Lern- und Arbeitsformen Fachliche Inputs, praktische Übungen, Demonstrationen im Plenum, Bearbeitung von Fallbeispielen. Der Praxistransfer und die Reflexion der eigenen Erfahrungen werden durch Supervision, durch begleitete Biografiearbeit, durch das Führen eines Lernjournals sowie durch das Verfassen einer Abschlussarbeit unterstützt. Dozierende Anna Amstutz, lic. phil., Psychologin FSP, Rechtspsychologin SGRP, Forensisches Institut Ostschweiz Monika Egli-Alge, lic. phil. I, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, Fachpsychologin für Rechtspsychologie FSP, Geschäftsführerin Forensisches Institut Ostschweiz Chris Krapf Fofana, lic. phil., Psychologin FSP, Paar- und Familientherapeutin, Forensisches Institut Ostschweiz Naser Morina, Dr. des., Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, UniversitätsSpital Zürich Jachen C. Nett, Dr. crim., Dozent und Projektleiter Berner Fachhochschule, Fachbereich Soziale Arbeit Susanne Nielen Gangwisch, dipl. Sozialarbeiterin, Leiterin Beratungsstelle Opferhilfe Aargau Solothurn Alexandra Ott Müller, lic. iur., leitende Jugendanwältin, Jugendanwaltschaft Winterthur Meinrad Rutschmann, dipl. Heilpädagoge FH, Mediator, stv. Geschäftsführer Forensisches Institut Ostschweiz Simone Walser, Dr. phil., Psychology/Criminology Researcher, Universität St. Gallen sowie weitere ausgewiesene Expertinnen und Experten aus den Bereichen Psychologie, Psychiatrie, Kriminologie, Rechts- und Sozialwissenschaften, Justiz, Polizei und Medien. Änderungen bei der Auswahl der Dozierenden bleiben vorbehalten. Kompetenznachweise Lernjournal und schriftliche Abschlussarbeit. Abschluss und Anerkennung Certificate of Advanced Studies CAS Berner Fachhochschule in Täterarbeit Grundlagen 15 ECTS-Credits Durchführung Dauer 24 Studientage, Daten gemäss Online-Ausschreibung Studienort Der Unterricht findet in den Lokalitäten des Fachbereichs Soziale Arbeit der BFH oder in äquivalenten Räumlichkeiten an zentraler Lage in der Stadt Bern statt. 5

6 Studiengebühren CHF , Änderungen vorbehalten Rechtliche Hinweise Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Änderungen bleiben vorbehalten. Im Zweifelsfall ist der Wortlaut der gesetzlichen Bestimmungen und Reglemente massgebend. Weitere Informationen unter soziale-arbeit.bfh.ch/agb Ihre Ansprechpersonen Studienleitung Fachliche Leitung: Monika Egli-Alge, lic. phil., sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Forensisches Institut Ostschweiz Organisatorische Leitung: David Lätsch, Prof. FH Dr. phil. Telefon Administration Dora Dürner Telefon Anmeldung Geben Sie unter soziale-arbeit.bfh.ch im Suchfeld den Web-Code C-OHT-1 ein, so gelangen Sie direkt zum Anmeldeformular. Oktober 2015 / Änderungen vorbehalten Berner Fachhochschule Weiterbildung Schwarztorstrasse 48 CH-3007 Bern Telefon bfh.ch/weiterbildung soziale-arbeit.bfh.ch/weiterbildung 6

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