Elektrozylinder ET - metrisch

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1 Elektrozylinder ET Electromechanical Automation ET Handbuch - Montage, Inbetriebnahme, Wartung, Reparatur Elektrozylinder ET - metrisch N6 Juni 2008 Technische Änderungen vorbehalten : N6 Juni 2008 Daten entsprechen dem technischen Stand zum Zeitpunkt der Drucklegung.

2 Einleitung Elektrozylinder ET Produktionsstätte: Q U C DIN EN ISO 9001 A E L I R T T Y I S F Y I E S T Reg. Nr D E M Parker Hannifin GmbH & Co. KG Electromechanical Automation Europe [EME] Robert-Bosch-Strasse Offenburg (Germany) Tel.: + 49 (0781) Fax: + 49 (0781) Internet: Parker Hannifin GmbH & Co. KG - Sitz: Bielefeld - Amtsgericht: Bielefeld HRA Persönlich haftende Gesellschafterin: Parker Hannifin Management GmbH - Amtsgericht: Bielefeld HRB Geschäftsführung: Dr. Gerd Scheffel, Günter Schrank, Christian Stein, Kees Veraart, Hans Wolfs - Vorsitzender des Aufsichtsrates: Hansgeorg Greuner Zentralen: Italien: England: Parker Hannifin S. p. A Electromechanical Automation Via Gounod 1 I Cinisello Balsamo (MI), Italy Tel.: +39 (0) Fax: +39 (0) Internet: Parker Hannifin plc Electromechanical Automation Arena Business Centre Holy Rood Close Poole, Dorset BH17 7FJ UK Tel.: +44 (0) Fax: +44 (0) Internet: Weltweiter Vertrieb -EME.pdf Haftungsausschluss Wir haben den Inhalt dieser Publikation auf Übereinstimmung mit der zugeordneten Hard- und Software geprüft. Abweichungen können jedoch nicht ausgeschlossen werden, so dass wir für die vollständige Übereinstimmung keine Gewähr übernehmen. Die Angaben in dieser Publikation werden regelmäßig überprüft, notwendige Korrekturen sind in den nachfolgenden Publikationen enthalten. Internet: Weitere Infos: Unser Produkt im Internet: N6 Juni 2008

3 Parker EME Einleitung Inhalt 1. Einleitung Gerätezuordnung Typenschild Sicherheitshinweise Allgemeine Gefahren Bestimmungsgemäße Verwendung Kennzeichnen von Restgefahren und Gefahrenbereichen Sicherheitsbewusstes Arbeiten Sicherheitshinweise für das Verwenderunternehmen Sicherheitshinweise für das Bedienpersonal Verpackung, Lagerung, Transport Spezielle Transporthinweise Garantiebedingungen Einsatzbedingungen Inbetriebnahme Montage Montage über zylindereigene Montagegewinde Montage über Montagezubehör Montagehinweise Elektrische Installation Montage und Anschluß der Weginitiatoren Endgrenzen einrichten Motoranbau - Motorwechsel Wartung Nachschmierung Reparatur Technische Daten Maximal möglichen mechanischen Hub ermitteln Zulässige Seitenbelastung Schubkraftfaktor und Losbrechmoment Übertragbare Momente bei Parallelantrieb Nominelle Lebensdauer Abmessungen Zubehör Ausführungen der Kolbenstange Gabelkopf Kugelkopf Flexible Kupplung Montagemöglichkeiten Stangenführung Schwenkzapfen Schwenkflansch mit Bohrung Schwenkflansch mit Achsbolzen Lagerblock Anbauflansche Fußmontage Montageplatten Initiatoren / Endlagenschalter Bestellschlüssel Index Internet N6 Juni

4 Einleitung Elektrozylinder ET 1. Einleitung 1.1 Gerätezuordnung In diesem Kapitel finden Sie Gerätezuordnung...4 Typenschild...4 Sicherheitshinweise...5 Verpackung, Lagerung, Transport...7 Garantiebedingungen...9 Einsatzbedingungen...9 Diese Anleitung gilt für folgende Geräte: Elektrozylinder für Standard-NEMA-Motoren: ETS32 ETS50 ETS80 Elektrozylinder für metrische Motoren und Getriebe, sowie Sonder-NEMA-Motoren: ETB32 ETB50 ETB80 ETB100 ETB125 Elektrozylinder für metrische Motoren und Getriebe, jedoch mit verlängerter Lebensdauer: ETV32 ETV Typenschild Die genaue Bezeichnung des Linearmoduls finden Sie auf dem Typenschild Beispiel: ETB50M05PA57FMA450A Erläuterung: ET Produktbezeichnung Ausführung B Baugröße 50 Spindelsteigung Motoranbauposition P Übersetzung A vorbereitet für (Codenr. Antrieb) 57 Montageart F Art der Kolbenstange M Gehäuseorientierung M05 A Hub in mm 450 Bezeichnung/Schutzart A Details zu den Angaben finden Sie im Bestellschlüssel (siehe Seite 44) N6 Juni 2008

5 Parker EME Einleitung 1.3 Sicherheitshinweise Allgemeine Gefahren Allgemeine Gefahren bei Nichtbeachten der Sicherheitshinweise Diese Maschinenkomponente ist nach dem Stand der Technik gebaut und betriebssicher. Es können jedoch Gefahren von der Maschine ausgehen, wenn sie nicht von geschultem oder zumindest eingewiesenem Personal, unsachgemäß oder zu nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch eingesetzt wird. Durch spannungsführende, bewegte oder rotierende Teile kann Gefahr für Leib und Leben des Benutzers oder Dritter und materieller Schaden drohen. Beim Einbau des Linearmoduls in eine Maschinenanlage sind die in dieser Anleitung angegebenen Sicherheitsvorschriften in die Betriebsanleitung der Maschine sinngemäß zu integrieren Bestimmungsgemäße Verwendung Das Linearmodul dient u.a. zum: Positionieren, Transportieren, Zuführen, Entnehmen, Palettieren, Laden, Entladen, Hantieren und Manipulieren von Werkstücken oder Werkzeugen. Da die Komponente in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt werden kann, geht die Verantwortlichkeit der spezifischen Anwendung mit dem Einsatz auf den Anwender über. Achten Sie darauf, dass durch die Montage von Werkstücken oder Werkzeugen keine Gefahren für Personen und/oder Schäden an Sachen entstehen. Dies gilt auch z.b. im Falle eines Bruchs des Zahnriemens. Das Linearmodul darf nur in Bereichen eingesetzt werden, welche während des Betriebes für Personen nicht zugänglich sind. Sollte das Linearmodul in Bereichen eingesetzt werden, die Personen zugänglich sind, so ist es derart einzubauen, dass Personen während des Betriebes nicht gefährdet werden können Kennzeichnen von Restgefahren und Gefahrenbereichen Sollte trotz des konstruktiv sicheren Einsatzes des Linearmoduls Restgefahren für Personen oder Sachen vorhanden sein, so hat der Anwender auf diese Restgefahren durch Schilder und schriftliche Verhaltensregeln hinzuweisen. Verwendete Sicherheitshinweise: Gefahr bedeutet, dass eine bevorstehende Gefahrensituation, wenn sie nicht durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen verhindert wird, zu Tod oder schwerer Körperverletzung führen kann. Warnung Vorsicht Hinweis bedeutet, dass eine mögliche Gefahrensituation, wenn sie nicht durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen verhindert wird zu schwerer oder leichter Körperverletzung führen kann. bedeutet, dass eine mögliche Gefahrensituation, wenn sie nicht durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen verhindert wird, zu leichter Körperverletzung oder Sachschaden führen kann. ist eine wichtige Information über das Produkt, die Handhabung des Produktes oder den jeweiligen Teil des Handbuches, auf den besonders aufmerksam gemacht werden soll N6 Juni

6 Einleitung Elektrozylinder ET Sicherheitsbewusstes Arbeiten Hinweise beachten Bei allen Arbeiten, die die Aufstellung, die Inbetriebnahme, das Rüsten, den Betrieb, Änderungen von Einsatzbedingungen und Betriebsweisen, Wartung, Inspektionen und Reparaturen betreffen, sind die Hinweise in dieser Anleitung zu beachten. Diese Anleitung muß bei allen Arbeiten am Linearmodul verfügbar sein. Das Linearmodul darf nur in einwandfreiem Zustand betrieben werden. Bedienpersonal Folgende Arbeiten dürfen nur von entsprechend ausgebildetem und autorisiertem Personal durchgeführt werden: Montage- und Einstellarbeiten am Linearmodul Anbau von Sicherheitsendschaltern (Initiatoren) Anschluss des Antriebs und Prüfung der Bewegungsrichtung Hinweis auf besondere Gefahren Das Linearmodul ist entsprechend den Angaben in dieser Anleitung zu befestigen oder zu stützen. Es ist darauf zu achten, dass durch den Betrieb des Linearmoduls keine Gefahren entstehen. Bewegt sich das Linearmodul in Gefahrenbereichen, so können diese Bereiche mit Sicherheitsendschaltern abgegrenzt werden Sicherheitshinweise für das Verwenderunternehmen Vorgesetzte haben sich ebenfalls mit dem gesamten Kapitel "Sicherheit" und den erforderlichen Handhabungen am Linearmodul vertraut zu machen. Vorgesetzte haben darauf zu achten, dass das Kapitel "Sicherheit" und die Beschreibung der entsprechenden Handhabung vom Montage- und Betriebspersonal gelesen, verstanden und eingehalten wird. Diese Anleitung muß bei allen Arbeiten am Linearmodul verfügbar sein. Das Linearmodul darf nur in einwandfreiem Zustand betrieben werden Sicherheitshinweise für das Bedienpersonal Es ist jede Arbeitsweise zu unterlassen, die die Betriebssicherheit des Linearmoduls beeinträchtigt. Das Betriebs- oder Aufsichtspersonal ist verpflichtet, das Linearmodul bzw. die Maschine mindestens ein Mal pro Schicht auf äußerlich erkennbare Schäden und Mängel zu prüfen, eingetretene Veränderungen (einschließlich des Betriebsverhaltens), die die Sicherheit beeinträchtigen, sind sofort zu melden. Bauteile und Zubehör sind speziell für das Produkt konzipiert. Bei der Beschaffung von Ersatz- und Verschleißteilen sind ausschließlich Originalteile der Firma Parker zu verwenden. Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam, dass nicht von uns gelieferte Ersatzteile und Zubehör auch nicht von uns geprüft und freigegeben sind. Der Einbau und/oder die Verwendung solcher Produkte kann daher unter Umständen konstruktiv vorgegebene Eigenschaften negativ verändern und N6 Juni 2008

7 Parker EME Einleitung dadurch die aktive und/oder passive Betriebssicherheit des Produkts beeinträchtigen. Für Schäden, die durch die Verwendung von Nicht-Originalteilen und Zubehör entstehen, ist jedwede Haftung des Herstellers ausgeschlossen. Sicherheits- und Schutzeinrichtungen dürfen grundsätzlich nicht demontiert oder umgangen der außer Betrieb gesetzt werden. Grundsätzlich sind beim Einbau und Betrieb unseres Linearmotormoduls die einschlägigen Bestimmungen und nationalen Unfallverhütungsvorschriften zu beachten. 1.4 Verpackung, Lagerung, Transport Erste Prüfung Prüfen Sie die Verpackung auf Beschädigung. Entfernen Sie die Verpackung. Nicht entsorgen, bei Rücklieferungen wird dringend empfohlen die Orginalverpackung zu verwenden. Je nach Lagerort können Metalloberflächen eine Temperatur von 0 C oder darunter haben. Sorgen Sie für geeignete Arbeitsschutzmaßnahmen (z.b. Schutzhandschuhe). Stellen Sie sicher, daß die Lieferung genau Ihrer Bestellung entspricht. Kontrollieren Sie das Produkt auf eventuelle Beschädigungen. Benutzen Sie niemals ein Gerät, das beschädigt erscheint. Lesen Sie das Installationshandbuch bevor Sie das Produkt installieren oder in Betrieb nehmen. Verpackungsmaterial Die Verpackung ist brennbar; bei unsachgemäßer Entsorgung durch Verbrennung können tödlich wirkende Rauchgase entstehen. Die Verpackung ist für den Fall der Rücksendung aufzubewahren. Unsachgemäße oder falsche Verpackung kann zu Transportschäden führen. Transport Transportieren Sie das Linearmodul immer auf sichere Weise und mit einem geeigneten Hebezeug (Transportmittel (siehe Seite 8)). Lagerung Lagern Sie das Linearmodul eben und ohne jegliche mechanische Beanspruchung. Entsorgung Wir empfehlen, die jeweiligen Materialien entsprechend der jeweilig gültigen Umweltverordnung zu entsorgen. In der nachstehenden Tabelle sind recycelfähige und gesondert zu entsorgende Materialien aufgeführt. Material recyclefähig Entsorgung Metall ja nein Kunststoffe ja nein N6 Juni

8 Einleitung Elektrozylinder ET Spezielle Transporthinweise Spezielle Transporthinweise Benutzen Sie nur Transportmittel mit ausreichender Tragkraft. Achten Sie bei der Verwendung von Seilen darauf, dass diese nicht in sich verdreht oder verknotet sind. Bei Verwendung mehrerer Seile sollten alle gleichmäßig straff gespannt sein. Nicht unter die schwebende Last treten - Verletzungsgefahr! Bewegte Teile - sind grundsätzlich gegen Verrutschen/Verfahren zu sichern. Erforderliche Mindesttragkraft der Transportmittel: ET_32 ET_50 ET_80 ET_100 ET_125 80kg 200kg 400kg 750kg 1500kg In diesen Tabellenwerten ist bereits ein Sicherheitsfaktor von S=8 berücksichtigt (incl. Motor- und Getriebegewicht). Das heißt sie stellt nicht das Zylindergewicht dar. Folgende am Zylinder angebrachte Gewinde können zum Anbringen von Transport- oder Montage-Hilfsmitteln (z.b.: Augenschrauben) benutzt werden: BG 4xJJ BH DD ET_32 ET_50 ET_80 ET_100 ET_125 DD M6x1,0 M8x1,25 M10x1,5 M12x1,75 M16x2,0 JJ M6x1,0 M8x1,25 M10x1,5 M10x1,5 M12x1,75 BH 9 12,7 17, BG 14, N6 Juni 2008

9 Parker EME Einleitung 1.5 Garantiebedingungen Verbot von eigenmächtigen Umbauten und Änderungen Das Linearmodul darf - ohne unsere Zustimmung - weder konstruktiv noch sicherheitstechnisch verändert werden. Jede eigenmächtige Veränderung in diesem Sinne schließt eine Haftung unsererseits aus. 1.6 Einsatzbedingungen Allgemeine einführende Hinweise Sie haben mit dem Elektrozylinder der Baureihe ET ein Produkt erworben, das mit größtmöglicher Sorgfalt hergestellt und vor Auslieferung geprüft wurde. Bitte nehmen Sie sich deshalb für die folgenden Hinweise einen Augenblick Zeit, damit Sie bei der Inbetriebnahme und im Betrieb ebenso vorgehen können. Der Betrieb des Elektrozylinders ist nur innerhalb der in dieser Anleitung angegebenen Grenzwerte zulässig. Anderenfalls erlöschen jegliche Gewährleistungsansprüche und es ist dann mit einer verringerten Lebensdauer bzw. einem Schadensfall zu rechnen. Vergleichen Sie die Betriebsdaten mit den angegebenen Grenzwerten besonders hinsichtlich: Hublänge und Einstellung der Initiatoren, diese sind so zu wählen, dass sich ein ausreichender Sicherheitsweg an beiden Hubenden ergibt Auch eine ggf. vorliegende Montage der Initiatoren ab Werk ist bezüglich des Betriebes in der Regel nicht zutreffend und muss daher geeignet angepasst werden! Schub- und Zugkraft in Wirkrichtung Seitenkraft (z.b. als Komponente der Wirkkraft, aber auch durch Eigengewicht bei horizontalem Einbau, besonders bei parallelem Motoranbau und langen Hüben) Geschwindigkeit Beschleunigung Umgebungsbedingungen (z.b. Temperatur, Schmutz) Berücksichtigen Sie bei den Betriebsdaten auch eventuell auftretende Impulse durch bewegte Massen. (Selbst geringe schlagartige Belastungen können schädlich sein, besonders wenn sie häufig an der selben Stelle auftreten.) Die Grenzwerte für die Schub- und Zugkraft, Seitenkraft, Geschwindigkeit und Beschleunigung sind teilweise von mehreren Merkmalen beeinflusst und sind veränderlich je nach: Baugröße des Elektrozylinders Spindelsteigung Direkter oder Parallelantrieb über Zahnriemenvorgelege Übersetzungsverhältnis im Antrieb Befestigungsart Einbauorientierung vertikal oder horizontal bzw. geneigt Hublänge Sollte der am ET-Zylinder verwendete Motor in der Lage sein, einzelne Grenzwerte für den Zylinder zu überschreiten, sind in der Steuerung bzw. Regelung für den Motor die entsprechenden Werte durch geeignete Parametrierung zu begrenzen N6 Juni

10 Einleitung Elektrozylinder ET Die Parametrierung sollte sogar bis auf die für den Betrieb notwendigen Werte heruntergenommen werden. z.b. erhielte man dann, bei einem späteren Auftreten von verschleißbedingter Schwergängigkeit in der Maschine oder im Zylinder durch die Fehlermeldung des Reglers, einen Hinweis auf einen möglichen Defekt oder vorbeugende Wartung. Die internen Endanschläge des ET-Zylinders dürfen im Betrieb unter keinen Umständen angefahren werden. Lediglich im Einrichtebetrieb und nur zur Ermittlung der Endlagen darf der Zylinder mit wenigen N Kraft (Momentbegrenzung wenn möglich kleiner 10%) und sehr langsam (max. 2% der Nenngeschwindigkeit) in die internen Endlagen bewegt werden. Die Lebensdauer des ET-Zylinders ist stark davon abhängig, inwieweit seine Leistungsfähigkeit ausgeschöpft ist und ob sich auch wenn nur kurzzeitig - unzulässige Betriebszustände ergeben haben N6 Juni 2008

11 Parker EME Inbetriebnahme 2. Inbetriebnahme In diesem Kapitel finden Sie Montage...11 Elektrische Installation...14 Motoranbau - Motorwechsel...19 Das Linearmodul wird komplett montiert und mechanisch betriebsbereit ausgeliefert. Sollte kein Antrieb von Parker vorgesehen sein, so befestigen Sie ihre Motor- Getriebe-Kombination entsprechend den für Sie geltenden Herstellerangaben. Die Angaben im Kapitel Technischen Daten (siehe Seite 24) sind unbedingt einzuhalten. 2.1 Montage Bitte beachten: Das Zylindergehäuse muß spannungs- und verzugsfrei montiert werden. Das Zylindergehäuse ist genau auf die Lastbewegungsrichtung auszurichten. Auftretende Seitenkräfte (siehe Seite 27) auf den Zylinder berücksichtigen Montage über zylindereigene Montagegewinde Die einfachste und wirtschaftlichste Befestigung ist die Montage über die bereits vorhandenen Montagegewinde am Zylinderkörper. Stellen Sie sicher, das die Montageoberfläche eben ist und das der Zylinder spannungs- und verzugsfrei montiert wird. Diese Montageart ist nur möglich, wenn die Unterseite der Montageoberfläche zugänglich ist. Montage über zylindereigene Montagegewinde Abmessungen (siehe Seite 33) N6 Juni

12 Inbetriebnahme Elektrozylinder ET Montage über Montagezubehör Zylindermontage über Montageplatten oder Fußmontagewinkel Wenn die Unterseite der Montageoberfläche nicht zugänglich, sind Montageplatten oder Fußmontagewinkel als Zubehör verfügbar. Es werden zahlreiche Zylindermontageoptionen dargestellt. Eine der dort aufgeführten Methoden sollte für Ihre Anwendung geeignet sein. Zubehör ET-Zylinder (siehe Seite 35) Montage über Montageplatten Montage über Montagewinkel (Fußmontage) Zylindermontage über Anbauflansche (Frontplatte und Endplatte) Für das vordere und hintere Zylinderende sind jeweils Montageplatten erhältlich. Die hintere Montageplatte kann nur angebaut werden bei Motorposition parallel oder gegenparallel. Wenn Sie den Zylinder nur am hinteren Ende Befestigen (z.b auch mit einem Schwenkflansch), dann achten Sie besonders auf die Wirkrichtung auftretender Kräfte. Kritisch sind vor allem Seitenkräfte in horizontaler oder vertikaler Richtung. Montage über die Frontplatte Montage über die Endplatte N6 Juni 2008

13 Parker EME Inbetriebnahme Montagehinweise Horizontale Montage In horizontaler Einbaulage verursacht jede an der Kolbenstange montierte Masse eine Seitenkraft auf die Lagerung. Beachten Sie die Angaben: Diagramme maximal zulässige Seitenkraft (siehe Seite 27) Nutzen einer Stangenführung (siehe Seite 38) Die Baugrößen ET_100 und ET_125 haben Initiatorbefestigungsnuten an allen vier Gehäuseseiten. Die Gehäuseorientierung ist dem Typenschild (siehe Seite 4) zu entnehmen. Seitenkraft-Belastbarkeit 100% Seitenkraft Initiatornuten (12Uhr) 50% Seitenkraft 50% Seitenkraft 100% Seitenkraft Beispiel: Wenn hohe Seitenkräfte auftreten, kann es nützlich sein, einen Zylinder mit einem größeren Hub auszuwählen als für die Applikation erforderlich. Ein ET_50 mit 200mm Hub kann im voll ausgefahrenen Zustand ca. 72N Seitenkraft aufnehmen. Ein ET_50 mit 300mm Hub kann, wenn nur 200mm ausgefahren werden, ca. 166N Seitenkraft aufnehmen. Sollte ihre Applikation eine noch größere Belastungsfähigkeit erfordern, dann können Sie den Zylinder auch mit der optional angebotenen Stangenführung (siehe Seite 38) verstärken (nicht für ETB125) Vertikale Montage In vertikaler Einbaulage verursacht jede an der Kolbenstange horizontal wirkende Kraft eine Seitenkraftbelastung. Hier gilt sinngemäß das gleiche wie bei der horizontalen Einbaulage. Montieren Sie den Zylinder so, das alle Kräfte in der Richtung wirken, in der der Zylinder die volle Seitenkraftbelastung aufnehmen kann. Seitenkraft-Belastbarkeit 100% Seitenkraft Initiatornuten (12Uhr) 50% Seitenkraft 50% Seitenkraft 100% Seitenkraft N6 Juni

14 Inbetriebnahme Elektrozylinder ET Montage der Nutzlast Verbinden Sie die Nutzlast mit dem Kolbenstangenende stets so, das auftretende Seitenkräfte minimiert werden. Wenn die Nutzlast separat geführt wird, dann können kleinste Abweichungen zwischen diesem Führungssystem und der Zylinder-Längsachse hohe Seitenkräfte verursachen und die Lebensdauer des Elektrozylinders erheblich verkürzen. Es gibt zwei Möglichkeiten, um dieses Problem zu vermeiden: Verwenden Sie eine flexible Kupplung (siehe Seite 37). Diese Kupplung kann bis zu 3mm Axialversatz und bis zu 10 Winkelversatz ausgleichen. Verwenden Sie andere Kolbenstangen-Verbindungselemente (Zubehör (siehe Seite 35)), die gewisse Abweichungen ausgleichen können, wie z.b. Gabelkopf oder Kugelkopf Verwenden Sie eine flexible Zylinderbefestigung (Zubehör (siehe Seite 35)) wie z.b. Schwenkflansch oder Schwenkzapfen. 2.2 Elektrische Installation Im Bereich der Nachschmieröffnung kann kein Initiator angebracht werden. Sollten Sie an dieser Stelle applikationsbedingt einen Initiator benötigen, halten Sie bitte Rücksprache mit Parker Montage und Anschluß der Weginitiatoren Alle ET-Zylinder haben einen Permanentmagneten in der Spindelmutter. Dieser soll die Initiatoren bedämpfen, die an einer Zylinderseite in den speziellen Befestigungsnuten montiert sind. Wenn bei der Bestellung gewünscht, werden die Initiatoren ab Werk montiert und verdrahtet. Verfügbare Initiatoren (siehe Seite 43) N6 Juni 2008

15 Parker EME Inbetriebnahme Vorgehensweise Montieren Sie die Initiatoren an ihren ungefähren Positionen in den Nuten des Zylinderkörpers. Ziehen Sie die Befestigungsschrauben an den Initiatoren leicht an und führen Sie das Kabel am Zylinderkörper entlang zum Motor. Wenn es sich bei den Verbindungsleitungen zwischen Initiatoren und Regler um geschirmte Kabel handelt, dann muß der Schirm mit dem Zylinder-Gehäuse geerdet werden, um die Anforderungen der EMV-Richtlinien zu erfüllen. Zu diesem Zweck befinden sich am hinteren Ende des Zylinderkörpers zwei Bohrungen. Dort können die abisolierten Kabel mit Hilfe eines Clips am Gehäuse befestigt werden. Initiatoren anbauen 1: Clip 2: Erdung 3: Stecker 4: Stangenende 5: geschirmtes Kabel 6: ungeschirmtes Kabel mm Initiatoren anschliessen Entfernen Sie auf einer Länge von ca. 10mm vorsichtig die Isolation der Kabel an der Stelle, an der Sie später über den Clip mit dem Zylinder verbunden werden, um die Schirmung des Kabels freizulegen. Verbinden Sie den Kabelschirm mit dem Zylindergehäuse, indem Sie den Clip benutzen. Im Zylinderkörper befinden sich zwei Bohrungen passend für M3 Schrauben. Die Bohrungen sind mit Verschlußstopfen abgedeckt. Verbinden Sie die Erdungsleitung an einer der Clip-Befestigungsschrauben und das andere Ende mit einem geeigneten Erdungspunkt. Hinweis: Die Kabel an den Initiatoren sind nicht geschirmt. Die großflächige Verbindung zwischen der Kabelschirmung und dem Zylindergehäuse ist eine wesentliche Vorraussetzung, um die Anforderungen der EMV-Richtlinie zu erfüllen - benutzen Sie keine andere Methode als die hier beschriebene! Verbinden Sie die Initiatoren mit dem Regler. 4 1: Initiator 2: Stecker 3: braun, +24V 4: schwarz, Signal 5: blau, 0V N6 Juni

16 Inbetriebnahme Elektrozylinder ET Die Schirmung des Kabels darf nicht mit dem Regler verbunden werden. Die Initiatoren müssen in Abhängigkeit zur Motor-Drehrichtung richtig verdrahtet werden. In der Motorposition Zeichnung a und b (direkt und gegenparallel), fährt die Zylinderstange aus, wenn sich der Motor im Uhrzeigersinn dreht (Blickrichtung von vorne auf die Motorwelle). Bei dieser Motordrehrichtung muß die positive Endgrenze (E+) vorne am Zylinder montiert werden. In der Motorposition c (parallel), fährt die Zylinderstange ein, wenn sich der Motor im Uhrzeigersinn dreht (Blickrichtung von vorne auf die Motorwelle). Wird bei dieser Motordrehrichtung die positive Endgrenze (E+) vorne am Zylinder montiert, müssen die Initiatoren entsprechend verdrahtet werden. Bei unseren Reglern heißt der Initiator E+ "CW" oder "+", der Initiator E- heißt "CCW" oder "-". Werksmäßig werden E+ und E- angebaut. Drehrichtung des Motors beim Ausfahren des Zylinders E- E- E- E+ E+ E+ a b c Bei parallelem Antrieb (Zeichnung c) kehrt sich die Drehrichtung des Motors gegenüber dem gegenparallelen und direkten Antrieb um! N6 Juni 2008

17 Parker EME Inbetriebnahme Endgrenzen einrichten Die nachfolgend beschriebenen Arbeitsschritte lassen sich am besten mit zugeschaltetem Antrieb ausführen. Deshalb dürfen sie nur von geschultem und autorisiertem Personal durchgeführt werden. Verfahren Sie nur mit Kriechgeschwindigkeit (<10mm/s) und reduzieren Sie das Antriebsmoment auf ein Minimum. Stellen Sie sicher, dass sich keine Personen im Gefahrenbereich aufhalten. Die Einstellung der Endgrenzen ist applikationsabhängig. Initiator / Endlagenschalter - Anbau (siehe Seite 14) Im Bereich der Nachschmieröffnung kann kein Initiator angebracht werden. Sollten Sie an dieser Stelle applikationsbedingt einen Initiator benötigen, halten Sie bitte Rücksprache mit Parker. L P 0,5 x L P 0,5 x L P (1): Nachschmieröffnung S1, S2: Sicherheitswege (siehe Seite 26) A, B: Schaltabstände B+S1 (1) Ø24 A+S2 alle Angaben in mm Mindest - Sicherheitswege Zylinder ET_32 ET_50 ET_80 ET_100 ETB125 Typ M05 M10 M05 M10 M16 M05 M10 M25 M05 M10 M20 M40 M05 M10 M20 M50 S1 = S Schaltabstand [mm] A: kolbenstangenseitig B: motorseitig ET_32M ET_32M ET_50M ET_50M ET_50M ET_80M ET_80M ET_80M ETB100M ETB100M ETB100M ETB100M ETV100M ETV100M ETB125M ETB125M ETB125M ETB125M N6 Juni

18 Inbetriebnahme Elektrozylinder ET Justieren des Maschinennull-Initiators Die korrekte Position für den Maschinennullinititator hängt von der Anwendung ab. Es ist ratsam, das Maschinennull am oder nahe beim Ende des Verfahrwegs festzusetzen dies spart Zeit, da es die Wahrscheinlichkeit minimiert, daß das Maschinennull in der falschen Richtung gesucht wird. In manchen Fällen ist es möglich, einen der Endschalter als Maschinennull zu benutzen, diese Methode ist jedoch von eingeschränkter Genauigkeit, da die resultierende Position normalerweise nicht mit einem Encoderindeximpuls verundet werden kann N6 Juni 2008

19 Parker EME Inbetriebnahme 2.3 Motoranbau - Motorwechsel Hinweise zur Motorverdrahtung Um die EMV-Richtlinie einhalten zu können, ist es erforderlich den Motor - wenn irgend möglich - unverändert anzubauen. Wenn das Kabel verlängert werden muss, dann ist die bevorzugte Methode, die gesamte Leitung mit einem gleichen oder gleichwertigen Kabel zu ersetzen. Wenn Sie einen Stecker an das neue Kabel anschließen, dann achten Sie darauf das die 360 -Motorkabelschirmung erhalten bleibt und keine Verbindung mit Erde über das Steckergehäuse zustande kommt. Der Motor muß mit einem separaten PE-Schutzleiter (grün/gelb, Querschnitt mindestens 2,5mm 2 ) geerdet werden. Dieses Kabel muß mit dem vorhandenen Motor-Erde-Anschluß verbunden werden oder - wenn es keinen gibt - mit einer Montageschraube. Im letzteren Fall muß zuvor die Farbe unter dem Schraubenkopf entfernt werden. Bei senkrechter Achslage, Achse gegen herausfahren sichern! Motormontage Vorgehensweise Verschlußdeckel (50) entfernen. Klemmschrauben (55) soweit lockern, bis Sie den Motor etwas in Richtung des Zylinderkörpers schieben können. Dadurch wird der Zahnriemen entspannt. Motor-Befestigungsschrauben (59) entfernen und Motor aus Flansch herausziehen. Markieren Sie die Stellung der Zahnscheibe auf der Motorwelle Gewindestift (56) lösen und Zahnscheibe vom alten Motor abziehen und gemäß Markierung auf die neue Motor-Welle aufstecken. Gewindestift wieder anziehen N6 Juni

20 Inbetriebnahme Elektrozylinder ET Motor wieder in Flansch einführen und mit Schrauben (59) am Flansch befestigen. Vor Zahnriemenmontage Achse auf ca. halben Hub ausfahren (Durch manuelles Drehen an der Spindel) Zahnriemen wieder in die Zahnscheiben einlegen. Deckel (48) wieder mit allen Schrauben (49) befestigen! Zahnriemen entsprechend nachfolgender Tabelle (Riemenspannungen) spannen. Wir empfehlen dazu das Riemenspannungsmessgerät RSM2005 ( ) zu verwenden (siehe links). Praxistipp: In vielen Fällen kann es genügen, die Zahnriemenvorspannung behelfsweise zu überprüfen. Dazu kann der Zahnriemen mit dem Finger durchgebogen werden, wobei Durchbiegung und Kraft verglichen werden mit einem vorherigen korrekten Zustand bzw. mit einem anderen Vergleichsmuster. Durch Anheben des Motors mit der Hand Zahnriemen leicht spannen (2-3mm zusammendrücken ). Klemmschrauben (55) wieder fest anziehen. Deckel (50) wieder anschrauben Maschinennullpunkt neu einrichten (siehe Seite 17) Riemenspannungen: Bei neuem Riemen ET32 ET50 ET80 ET100 ET125 Riemenspannung [N] 40±2 147±7 238±12 335±15 656±32 Trumfrequenz [Hz] 310±8 304±8 260±6 150±3 125±3 Bei gebrauchtem Riemen ET32 ET50 ET80 ET100 ET125 Riemenspannung [N] 29±2 105±7 170±12 304±21 469±32 Trumfrequenz [Hz] 262±9 257±9 220±8 144±5 106±4 Riemenmasse ET32 ET50 ET80 ET100 ET125 Riemenmasse [kg/m] 0,036 0,059 0,098 0,186 0, N6 Juni 2008

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