Universität Augsburg, Institut für Informatik Sommersemester 2005 Prof. Dr. Werner Kießling 16. Juli 2005 Dr. Alfons Huhn, Timotheus Preisinger

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1 Universität Augsburg, Institut für Informatik Sommersemester 2005 Prof. Dr. Werner Kießling 16. Juli 2005 Dr. Alfons Huhn, Timotheus Preisinger Informatik II Hinweise: Die Bearbeitungszeit beträgt 90 Minuten. Klausur 1 Verwenden Sie für Ihre Lösungen ausschließlich die separat erhaltenen gehefteten Blätter. Die Heftklammern dürfen nicht entfernt werden. Melden Sie sich bei der Aufsicht, falls diese Blätter nicht ausreichen sollten! Diesen Angabenteil dürfen Sie behalten. Es sind nur Hilfsmittel in Papierform zugelassen. Benutzen Sie einen dokumentenechten Stift! Verwenden Sie keinen Bleistift! Benutzen Sie außerdem keinen roten und keinen grünen Stift! Schreiben Sie auf jedes Blatt Ihren Namen und Ihre Matrikelnummer. Die Klausur besteht aus fünf Aufgaben mit insgesamt 40 Punkten: 1. Quer durch Java (Multiple Choice) [5 Punkte] 2. Textanalyse (Programmieraufgabe) [6 Punkte] 3. Kommandozeile, I/O und Dialoge (Programmieraufgabe) [8 Punkte] 4. Grafische Oberfläche (Programmieraufgabe) [12 Punkte] 5. Grafikprogrammierung (Programmieraufgabe) [9 Punkte]

2 Aufgabe 1 (6 Punkte): Quer durch Java Kreuzen Sie die richtige(n) Antworte(n) an. Pro Teilaufgabe gibt es einen Punkt, falls alle richtigen Antworten angekreuzt und alle falschen Antworten nicht angekreuzt sind. Dabei können auch alle oder gar keine Antwort richtig sein. (a) Die Anweisung (A) int i = 2 / 3; (B) int i = new Integer(2); (C) int i = new Double("2").intValue(); (D) int i = (int) new Double(2); ist eine korrekte Java-Anweisung. (b) Polymorphie (A) Eine Methode kann von einer Unterklasse nur überladen oder überschrieben werden, aber nicht beides. (B) Jede Methode ruft (falls vorhanden) die Methode auf, die sie überschreibt. (C) Finale Methoden können nicht überschrieben werden. (D) Abstrakte Methoden können nicht überladen werden. (c) Welche Kombination(en) von Modifikatoren für Klassen ist/sind zulässig? (A) public abstract final class MyClass{...}; (B) default class MyClass{...}; (C) public protected class MyClass{...}; (D) synchronized class MyClass{...}; (d) Java-Plattform: (A) Java-Programme können Betriebssystem-unabhängig kompiliert werden. (B) Java unterstützt Adress-Arithmetik für Speicheradressen. (C) Der Garbage Collector entfernt unerreichbare Objekte aus dem Speicher. (D) Java-Programme können auch ohne Virtual Machine ausgeführt werden, da diese nur zum Kompilieren benötigt wird. (e) Vererbung: (A) Java unterstützt Mehrfachvererbung. (B) Unterklassen erben nur die sichtbaren Methoden, die mit dem Schlüsselwort inheritable gekennzeichnet sind. (C) Unterklassenobjekte können als Oberklassenobjekte verwendet werden. (D) Java verwendet dynamisches Binden.

3 Aufgabe 2 (6 Punkte): Textanalyse Es soll eine Klasse TextAnalyzer entstehen, die die Häufigkeit von Wörtern in einem Eingabetext zählt. a) Die Klasse besitzt ein nur für die Klasse sichtbares Attribut wordhash, das eine typisierte Hashtable ist. Die Typisierung erfolgt dabei auf String für die Schlüssel und Integer für die Werte der Hashtable. Der Schlüssel ist also ein Wort, der Wert gibt die Anzahl der Vorkommen des Worts an. b) Schreiben Sie eine öffentliche Methode analyze(string text) ohne Rückgabewert, die die verschiedenen Wörter des Eingabetextes bestimmt. Gehen Sie dabei wie folgt vor und benutzen Sie nach Möglichkeit vorhandene Standardklassen des Java-API: Zerlegen Sie den Eingabetext in die verschiedenen Wörter. Gehen Sie die soeben erzeugte Liste Wort für Wort durch. Ist es das erste Vorkommen des Worts, speichern Sie es als Schlüssel in wordhash, wobei der Wert 1 sein soll. Ist das Wort bereits vorgekommen, ist es in wordhash bereits als Schlüssel vorhanden. Die damit als Wert verbundene bisherige Wortanzahl soll dann um 1 erhöht werden. Hinweis: Die Wörter werden nur durch Leerzeichen und Zeilenumbrüche getrennt, eventuell vorhandene Satzzeichen brauchen Sie in der Programmierung nicht zu berücksichtigen.

4 Aufgabe 3 (8 Punkte): Kommandozeile, I/O und Dialoge Schreiben Sie eine Klasse Copy, die Dateien kopieren kann. Gehen Sie dabei wie folgt vor: a) Die Quell- und die Zieldatei können als Kommandozeilenparameter angegeben werden, müssen aber nicht: Werden zwei Parameter angegeben, so soll der erste der Pfad zur Quelldatei sein, der zweite der Pfad zur Zieldatei. Wird kein Parameter angegeben, sollen Quell- und Zieldatei jeweils über ein Dialog- Fenster festgelegt werden. Den Fall, dass genau ein Parameter angegeben wird, brauchen Sie in Ihrem Programm nicht zu berücksichtigen. b) Eine Klassenmethode void copy(string quelle, String ziel), die für alle Unterklassen sichtbar ist, soll den Inhalt der Datei quelle lesen und in die Datei ziel schreiben. Die Methode soll keine möglicherweise auftretenden Ausnahmen selbst abfangen. c) Nach Abschluss des Kopiervorgangs soll ein Dialogfenster eine Meldung zeigen, falls ein Fehler aufgetreten ist.

5 Aufgabe 4 (12 Punkte): Grafische Oberfläche Es soll die grafische Oberfläche eines einfachen -programms entstehen: a) Erstellen Sie mit Swing-Komponenten eine Oberfläche, wie sie die große linke Abbildung zeigt. Teilen Sie die Oberfläche dazu in die folgenden Teilkomponenten auf: Oberer Teil: Bereich für unstrukturierten Text in der Fenster-Mitte. Achten Sie darauf, dass bei Bedarf Rollbalken angezeigt werden. Send-Knopf: Das Fenster soll beim ersten Anzeigen die Oberfläche im großen linken Bild zeigen. Vergessen Sie die verschiedenen -adressen nicht, die das kleine rechte Bild zeigt und achten Sie auf die Importance. b) Fügen Sie dem Programm die folgenden Funktionalitäten hinzu: Bei Mausklick auf Send soll die Klassenmethode Mail.send(String to, boolean hasveryhighimportance, String text) aufgerufen werden. Die Parameter sollen den entsprechenden Eingabefeldern der Oberfläche entnommen werden. Sie können davon ausgehen, dass die Klasse Mail mit dieser Methode bereits existiert und von Ihnen nur aufgerufen werden muss. Bei der Auswahl der -adresse soll die Wichtigkeit auf very high gesetzt werden. Wird eine andere -adresse ausgewählt, soll die Wichtigkeit auf normal voreingestellt werden. (Die Wichtigkeit soll sich aber auch noch frei wählen lassen.)

6 Aufgabe 5 (9 Punkte): Grafikprogrammierung In einem Fenster soll eine Grafik Haus angezeigt werden, die aus einem Dreieck und einem Rechteck besteht. Gehen Sie wie folgt vor: a) Schreiben Sie eine Klasse Haus als Unterklasse einer leichtgewichtigen Swing-Komponente und zeigen Sie ein Objekt dieser Klasse in einem Fenster mit der Größe 300x300 Pixel an. b) Das Rechteck soll die Koordinaten (100, 150), (100, 200), (200, 200) und (200, 150) haben, das Dreieck die Koordinaten (100, 150), (200, 150) und (150, 100). c) Am Anfang sollen nur die Umrisse von Dreieck und Rechteck in schwarz gezeichnet werden. Der Pinsel soll eine Breite von 3 haben. Das Verhalten von Polygon-Ecken und Endlinien ist beliebig. d) Erfolgt ein Mausklick auf das Dreieck, soll es rot ausgefüllt werden. Der Umriss soll weiterhin schwarz gezeichnet werden. Erfolgt ein weiterer Mausklick auf das Dreieck, soll es wieder mit der Hintergrundfarbe ausgefüllt werden. Erfolgt ein Mausklick auf das Rechteck, soll es blau ausgefüllt werden. Der Umriss soll weiterhin schwarz gezeichnet werden. Erfolgt ein weiterer Mausklick auf das Rechteck, soll es wieder mit der Hintergrundfarbe ausgefüllt werden.

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