DIE REVISION DER ISO 9001:2015

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1 DGQ-REGIONALKREIS MAIN-TAUBER DIE REVISION DER ISO 9001:2015 MICHAEL WEUBEL / FRANKFURT Folie

2 Bereiche der DGQ Weiterbildung / Personenzertifizierung Wir befähigen Menschen Mitgliedernetzwerk / Erfahrungsaustausch Wir gestalten Netzwerke Forschung / FQS Wir generieren Wissen Seit über 60 Jahren Qualitätsmanagement in allen Facetten! Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 3

3 Ein paar Infos zu ISO ISO = Internationale Organisation für Normung (International Organization for Standardization) Mit Sitz in der Schweiz, Zusammengesetzt aus über 100 nationalen Normungsorganisationen ( National Standards Bodies / NSB s ) Fast Normen im ISO Portfolio Sämtliche Normen basieren auf INTERNATIONALEM KONSENS Die Erarbeitung der Normen erfolgt üblicherweise in den Technischen Komitees ( TC s ) und Unterkomitees ( SC s ) Das Technische Komitee ISO/TC176/SC2 (Qualitätssysteme) ist für die Revision der ISO 9001 verantwortlich Die ISO 9001:2015 erarbeitet eine gesonderte Arbeitsgruppe ( WG24 ) Die WG24 besteht aus internationalen Experten, die von ihrer nationalen Normungsorganisation (NSB) oder einem Verbindungsmitglied von ISO (normalerweise Industrieverbände) benannt wurden. Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 6

4 Die Meilensteine des Projektes 9001: Juni 2013 CD Komitee-Entwurf (Committee Draft) Mai 2014 DIS Internationaler Normentwurf (Draft International Standard) + Übergangsfrist für die Zertifizierung (3 Jahre) März 2015 FDIS Internationaler Schlussentwurf (Final Draft International Standard) 09/14 September 2015 IS veröffentlicht (Internationale Norm/International Standard) Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001:2015 Folie 7

5 Ziele für die Überarbeitung Berücksichtigung von Änderungen in Qualitätsmanagement-Verfahren und Technologien seit der letzten großen Revision (2000) Erarbeiten einer Norm, die den Anwendern in den nächsten 10 Jahren einen geeigneten Rahmen für ihr QM-System & dessen Zertifizierung bietet. Der Nutzen des QM-Systems für das Unternehmen und dessen Kunden soll im Vordergrund stehen. Verbesserung der Wertschöpfung der Organisation und ihrer Leistung für den Kunden Verbessern der Fähigkeit einer Organisation, ihre Kunden zufrieden zu stellen Stärken des Vertrauens der Kunden in Qualitätsmanagementsysteme, die auf ISO 9001 basieren Stärken des Vertrauens in die Fähigkeit einer Organisation, fehlerfreie Waren und/oder Dienstleistungen zu liefern Stärkere Betrachtung von Risiken und Chancen Verbesserung der Anwendbarkeit und Vereinfachung der Sprache Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 8

6 ÄNDERUNGEN AUS HEUTIGER SICHT Folie

7 High Level Structure 1. Anwendungsbereich 2. Normative Verweisungen 3. Begriffe und Definitionen 4. Kontext der Organisation Verstehen der Organisation und ihres Zusammenhangs Erfordernisse und Anforderungen Anwendungsbereich XXX-Managementsystem 5. Führung Allgemeines Verpflichtung der Leitung Politik Organisatorische Funktionen, Verantwortungen und Befugnisse 6. Planung Maßnahmen zur Erkennung von Risiken und Chancen Ziele und Pläne zu deren Erreichung 7. Unterstützung Ressourcen Kompetenz Bewusstsein Kommunikation Dokumentierte Information 8. Betrieb Betriebliche Planung und Lenkung 9. Leistungsbewertung Überwachung, Messung, Analyse und Beurteilung Internes Audit Managementbewertung 10. Verbesserung Nichtkonformität und Korrekturmaßnahmen Ständige Verbesserung Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 10

8 Der PDCA-Zyklus in der 9001:2015 PLAN DO CHECK ACT 4 Kontext der Organisation 5 Führung 6 Planung 7 Unterstützung 8 Betrieb 9 Bewertung der Leistung 10 Verbesserung Verstehen der Organisation und ihres Kontextes Führung und Verpflichtung Maßnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen Ressourcen Betriebliche Planung und Steuerung Überwachung, Messung, Analyse und Bewertung Nichtkonformität und Korrekturmaßnahmen Erfordernisse und Erwartungen interessierter Parteien Qualitätspolitik Qualitätsziele Kompetenz Bestimmen von Anforderungen Internes Audit Fortlaufende Verbesserung Anwendungsbereich des QM- Systems Rollen, Verantwortungen + Befugnisse Planung von Änderungen Bewußtsein Entwicklung von Produkten und Leistungen Managementbewertung QMS und Prozesse Kommunikation Kontrolle von extern bereitgest. Produkten und Leistungen Dokumentierte Information Produktion und Dienstleistungserbringung Freigabe von Produkten und Dienstleistungen Steuerung nichtkonformer Ergebnisse Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 11

9 Anpassung der QM-Grundsätze Die Grundsätze des Qualitätsmanagements sind nun überarbeitet 7 anstelle bislang 8 Grundsätze ( im Anhang B der 9001:2015) Kundenorientierung Führung Engagement der Personen Prozessorientierter Ansatz Fortlaufende Verbesserung Faktenbasierte Entscheidungen Beziehungsmanagement Die alten QM-Grundsätze: Kundenorientierung Führung Einbeziehung der Personen Prozessorientierter Ansatz Ständige Verbesserung Sachbezogener Ansatz Lieferantenbeziehungen zum gegenseitigen Nutzen Systemorientierter Managementansatz Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 12

10 Unternehmerisches Denken als Zertifizierungsgrundlage??? 4 Kontext der Organisation 4.1 Verstehen der Organisation und ihres Kontextes 4.2 Verstehen der Erfordernisse und Erwartungen interessierter Parteien 4.3 Festlegen des Anwendungsbereichs des Qualitätsmanagementsystems 4.4 Qualitätsmanagementsystem und dessen Prozesse Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 13

11 Unternehmerisches Denken als Zertifizierungsgrundlage??? Kontext der Organisation heißt: Den Markt verstehen Die Branche mit deren spezifischen Themen berücksichtigen Die internen Schwerpunkte der Organisation kennen Relevante Gesetze, Verordnungen, Anforderungen berücksichtigen Eine Norm aber viele individuelle Managementsysteme Ein Managementsystem muss das Unternehmen individuell bei der Zielerreichung unterstützen Das Unternehmen und den Markt verstehen, in dem das Unternehmen sich behaupten muss, ist eine Voraussetzung für ein passendes QM-System Wer das Umfeld und die aktuellen Themen kennt, kann Risiken und Chancen für die Zielerreichung einschätzen und bewerten. Weniger formale Dokumentation Der Abschnitt 4 der noch aktuellen 9001:2008 wird von formalen Fragen der Dokumentation entlastet. Der Normentwurf geht jetzt stärker auf den Gesamtzusammenhang des Unternehmens ein und fordert in Abschnitt 5 eine Fokussierung auf die Themen, die für die Umsetzung der Unternehmensstrategie Bedeutung haben. Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 14

12 Unternehmerisches Denken als Zertifizierungsgrundlage??? Wirksamkeit des Managementsystems im Vordergrund Die Norm bleibt natürlich Grundlage der Zertifizierung, wandelt sich gleichzeitig aber auch deutlich von dem formalen Kriterienkatalog hin zu einem Regelwerk, welches die Wirksamkeit des Managementsystems im unternehmerischen Sinn zum Ziel hat. (Das ist nach wie vor keine 9004, aber es ist ein deutlicher Schritt die Verantwortung einzufordern für ein wirksames auf Ergebnisse und Interessenparteien ausgerichtetes QMS) Kunde um weitere Interessenspartner ergänzt Der Kunde hatte bislang einen eigenen Abschnitt 5.2 Kundenorientierung und teilt sich an dieser Stelle nun die Aufmerksamkeit mit anderen Interessengruppen Das schadet dem Kunden nicht, es ist aber eine wichtige Erweiterung. Stakeholder / Interessenspartner Keine abstrakte Stakeholderdiskussion (9004 = alle Interessenpartner) Wer ist von der angeboten Leistung und den angebotenen Produkten betroffen? Wer nimmt Einfluss auf Leistung und Produkte? Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 15

13 Führung Aus Verantwortung der Leitung (Management Responsibility) wird Führung (Leadership) 5. Führung 5.1 Führung und Verpflichtung Führung und Verpflichtung für das QM-System Kundenorientierung 5.2 Qualitätspolitik 5.3 Rollen, Verantwortlichkeiten und Befugnisse in der Organisation Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 16

14 Verantwortung der Leitung Aus Management Responsibility also Verantwortung der Leitung wird jetzt Leadership / Führung Die Forderungen an Führung gehen weiter. Z.B: anstelle establishing the quality policy / ensuring that quality objectives are established wird jetzt gefordert, dass Qualitätspolitik und Q-Ziele auch mit der strategischen Ausrichtung und dem Kontext der Organisation vereinbar sind. Inhaltlich sind hier deutlich verstärkte Forderungen an die Leitung vorgesehen. Und der Kunde, der sich unter Abschnitt 4 die Aufmerksamkeit mit anderen Interessenpartnern teilen muss wird hier nochmals in den Mittelpunkt gestellt: Customer focus. Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 17

15 QM-System ohne QMB? Kein QMB mehr gefordert Bislang hieß es : die oberste Leitung muss ein Mitglied der Leitung benennen, das..verantwortung und Befugnis hat. Heute wird nur noch von der obersten Leitung gesprochen. Änderungen sind nicht zwangsläufig notwendig Aus unserer Sicht kann alles beim alten bleiben: Die Leitung muss sich um die genannten QM-Aufgaben kümmern und trägt Verantwortung für das QM-System. Sie kann die Aufgaben nach wie vor einem Leitungsmitglied übertragen, Sie könnte die Aufgaben aber auch gemeinschaftlich als Leitungsteam wahrnehmen. Das Wie ist nicht mehr geregelt, wir haben also weniger Vorgaben als bislang. Wenn also die Leitungsrunde in den Regelmeetings QM-bezogene Aufgaben neben anderen Punkten auf der Agenda hat und QM-Aufgaben nicht einfach nur an einen QMB wegdelegiert werden (dem man der schönen Ordnung halber im Organigramm einen Strich zur GF spendiert hat) dann wird aus dem QM ein richtiger Schuh. Dann macht s Sinn. Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 18

16 Prozessorientierter Ansatz (1) Prozessorientierter Ansatz jetzt konkreter Der Prozessorientierte Ansatz steht bislang in der Einleitung zur 9001 (0.2). Da spricht die Norm ebenso wie im Abschnitt 4.1 (Allgemeine Anforderungen an das QM) sehr unscharf davon, die für das QM erforderlichen Prozesse sowie die Abfolge und Wechselwirkungen der Prozesse festzulegen. Prozesseigner festlegen Obwohl eigentlich selbstverständlich steht im Entwurf nun klar die Forderung, dass die Verantwortungen und Zuständigkeiten für Prozesse klar zugewiesen sein müssen (Wer ist der Prozesseigner?) Es muss also eine verantwortliche Funktion / Person geben, die sich darum kümmert, dass ein definierter Prozess das geplante Ergebnis erreicht, dass er gemessen und verbessert wird. Umfassendes Prozessmanagement Da wird jetzt vieles deutlich konkreter. Es fehlt nichts mehr was ein gutes Prozessmanagement ausmacht: Rollen, Verantwortungen und Befugnisse, Kompetenzen, Messung, Verbesserung, Risikobetrachtung Ein Hauptaugenmerk soll auf risikobasiertem Denken liegen, wodurch unerwünschte Ergebnisse der Prozesse verhindert werden sollen. Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 19

17 Prozessorientierter Ansatz: Wechselwirkungen Die Forderung, die Abfolge und Wechselwirkung von Prozessen festzulegen ist bereits aus der ISO 9001:2008 bekannt. Neu ist die Forderung, die geplanten Ergebnisse eines jeden Prozesses festzulegen und die hierfür erforderlichen Eingaben. Damit wird ein weiterer Baustein ergänzt, den wir aus dem Prozessorientierten Ansatz z.b. aus dem Automotive Turtle bereits kennen. Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 20

18 Prozessorientierter Ansatz: Kennzahlen Wo bislang gefordert wurde, Kriterien und Methoden für das Prozessmanagement festzulegen kommt nun hinzu, dass Leistungsindikatoren für die Durchführung der Prozesse ebenso festzulegen (4.4 c) sind wie solche Leistungsindikatoren, die sich auf eine effektive Kontrolle der Prozesse beziehen (4.4 g). Der neue Entwurf macht also Ernst mit dem Thema Lernen und Verbessern. Abläufe werden nicht mehr als gegeben hingenommen und sind im Interesse einer wirksamen Steuerung anhand geeigneter Informationen zu hinterfragen und ggf. anzupassen Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 21

19 Anhang A.4 Risikobasierter Ansatz Das Unternehmen verstehen Eine Organisation muss ihr Umfeld, Ihren Markt und die Erwartungen der interessierten Parteien verstehen. Dies ist eine Voraussetzung dafür, Risiken und Chancen zu identifizieren und zu berücksichtigen QM-System soll als vorbeugendes Instrument wirken. Mit diesem Konzept der vorbeugenden Maßnahmen durch einen risikobasierten Ansatz sind der Wegfall konkret formulierter Anforderungen begründet (Wegfall der Vorbeugungsmaßnahmen ) Es gibt aber keine Forderung nach einem umfassenden Risikomanagementsystem Bei der Planung des QM-Systems geht es darum, sicherzustellen, dass die geplanten Ergebnisse erreicht werden können unerwünschte Auswirkungen verringert oder vermieden werden Verbesserungsmöglichkeiten bewertet und genutzt werden. Anforderungen ergeben sich aus 4.1 und 4.2 (Kontext und Interessierte Parteien) sowie 4.4 QM-System und dessen Prozesse (g) Maßnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen müssen proportional zum möglichen Einfluss auf die Konformität von Produkten und Dienstleistungen sein. Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 22

20 Dokumentierte Information (neu: 7.5) Dokumentierte Information Es wird nicht mehr zwischen (Vorgabe-)Dokumenten und Aufzeichnungen unterschieden. Der Begriff documented information befreit die Diskussion auch von dem Format, in dem eine Information transportiert wird. Hinweis: Hierbei geht es nicht Datenspeicherung (Information = Daten mit Wert ) Angemessenheit der erhobenen Informationen bewerten Neu ist die Forderung, bei der Erhebung und Aktualisierung von Informationen (Creating and updating) darauf zu achten, die Eignung und Angemessenheit der erhobenen Informationen auch zu bewerten und formal festzustellen (review and approval for suitability and adequacy). Informationssicherheit explizit angesprochen Ganz explizit wird nun auch die Informationssicherheit angesprochen. Der Schutz der Vertraulichkeit wird ebenso gefordert, wie der Schutz vor Missbrauch. Konkrete Forderungen hierzu betrachten alle Phasen der Datenerhebung, Nutzung, Speicherung und Änderungs-/ Aktualisierungsfragen. Preservation of legibility = Sicherstellen der Lesbarkeit Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 23

21 Qualitätsmanagement-Handbuch QM-Handbuch wird nicht mehr gefordert Jede Organisation legt die für sie angemessene Form der Dokumentation fest. Entscheidend ist, dass die Informationen und Festlegungen vorhanden sind, die von ISO 9001 gefordert werden. Wer will, kann ein Buch ausdrucken.. Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 24

22 Dokumentierte Verfahren Die sechs dokumentierten Verfahren fehlen als explizite Forderung im Normentwurf. Allerdings gibt Anhang A.6 im DIS wieder einen Hinweis auf das Verständnis des Begriffes maintain documented information. Grundsätze bleiben, das Format ist frei Entscheidend ist: Es werden Grundsätze zu Umfang, Erstellung, Änderung, Lenkung und Archivierung aufgestellt, die im Wesentlichen unverändert sind. Z.B. wird für interne Audits kein dokumentiertes Verfahren mehr gefordert. Stattdessen legt man u.a. Wert darauf, das dokumentierte Informationen als Nachweis z.b. für die Einführung eines Auditprogramms aufbewahrt werden. retain documented information as evidence of the implementation of the audit programme and the audit results. Klar: Dokumentation ist immer auch ein Teil der Kommunikation, es geht nicht ohne. Fazit: Die bestehende QM-Dokumentation muss also nicht grundlegend umgekrempelt werden! Es gibt aber mehr Freiheit in der Umsetzung. Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 25

23 Entwicklung 8.3 Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen Allgemeines Wenn die ausführlichen Anforderungen an Produkte und Dienstleistungen der Organisation noch nicht feststehen oder vom Kunden oder von anderen interessierten Parteien noch nicht festgelegt worden sind, damit sie für die anschließende Produktion oder Dienstleistungserbringung gelten, muss die Organisation einen Entwicklungsprozess einführen, umsetzen und aufrechterhalten. Durch die Formulierung der Anforderungen im Abschnitt Entwicklung, erübrigt sich die bisherige Option, bestimmte Anforderungen als nicht zutreffend auszuschließen. Der Anwendungsbereich muss detaillierter als bisher beschrieben werden. (Welche Produkte und Dienstleistungen fallen unter das QM- System? ) Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 26

24 Messmittel Entwicklungsergebnisse Die Organisation muss sicherstellen, dass die Entwicklungsergebnisse. c) Anforderungen an die Überwachung und Messung sowie Annahmekriterien.. enthalten Steuerung der Produktion und d. Dienstleistungserbringung.. Beherrschte Bedingungen enthalten, falls zutreffend,. c) Überwachungs- und Messtätigkeiten, um zu verifizieren, dass die Annahmekriterien erfüllt wurden... e) Die Verfügbarkeit und Nutzung geeigneter Ressourcen zur Überwachung und Messung. Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 27

25 Weitere Systemnormen ISO/DIS 13485:2014 Deutsche Übersetzung im März 2014 veröffentlicht Orientiert sich derzeit noch an der Struktur der ISO 9001:2008 (aktuell noch keine Anwendung der High Level Structure erkennbar) ISO/TS Es ist noch unklar, ob sich die Automobilindustrie mit der Überarbeitung an der 9001:2015 und der High Level Structure orientieren wird. ÍSO/CD CD im Juli 2014 veröffentlicht BS OHSAS (Arbeitsschutzmanagementsysteme) wird gegen Ende 2016 durch die ISO ersetzt. E DIN EN ISO 14001: Anwendung der neuen Struktur Veröffentlichung im Juni 2015 geplant ISO/IEC DIS 27001:2013 Deutsche Übersetzung liegt seit Februar 2014 vor Anwendung der neuen Struktur DIN EN ISO 50001: Aufgrund des Erscheinungstermins keine Anwendung der High Level Structure DIN EN 9100: kein ISO-Regelwerk bezieht sich derzeit noch auf 9001:2008 (Veröffentlichung 2009, bzw. deut. Fassung 2010) Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 28

26 Fazit Wer mit dem QM-System einen wichtigen Beitrag zum Erfolg seiner Organisation leisten will, wird mit der neuen 9001 gestärkt. Es gibt in der 9001 wieder sehr viele Freiheitsgrade: Wie schon bisher ist sehr oft festgelegt, was eine Organisation regeln muss und nicht wie. Manche Anwender wünschen sich mehr konkrete Anforderungen, man spart sich damit Diskussionen zur Angemessenheit der eigenen Ansätze mit dem Auditor Sicher werden die Freiräume auch in Zukunft wieder in verschiedenen Branchen mit einem eigenen Regelwerk geschlossen. Das gilt neben der Automobilindustrie in besonderem Maße für den gesetzlich geregelten Bereich, z.b. für Medizinprodukte oder Luftfahrt, Es ist aber gut, dass für alle anderen Anwender eine Flexibilität gewahrt wurde. Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 29

27 Was ist für Sie jetzt wichtig? Machen Sie Leitung und Mitarbeiter nicht irre. Vor Frühjahr 2015 (falls es dann den FDIS gibt) ist keine interne Aktivität erforderlich. Sie haben alles wichtige im Blick. Sie halten sich auf dem Laufenden und werden rechtzeitig in der Lage sein, die Organisation auf ggfs. notwendige Maßnahmen vorzubereiten. Dabei hilft Ihre DGQ. Viele ISO 9001-Aspekte werden dann einfacher. Einige neue Aspekte sind aus unternehmerischer Sicht sehr wünschenswert. Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 30

28 Was ist für Sie jetzt wichtig? Sehen Sie vor, mit Veröffentlichung des FDIS einen Migrationsplan zu erarbeiten. Nutzen Sie Veröffentlichungs- und Übergangsfristen weidlich aus, um keinen unangenehmen Druck in der Organisation zu erzeugen. Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihr System zu vereinfachen und für Leitung und Mitarbeiter attraktiver zu machen Ein QM-System ist nicht dann gut, wenn man nichts mehr hinzufügen kann. Es ist gut, wenn man nichts mehr weglassen kann. Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 31

29 Was macht die DGQ? wirkt in den internationalen und nationalen Normungsgremien aktiv an der Revision mit informiert aktiv in ihren Regionalkreisen wird ihre Mitglieder intensiv über den Stand der Entwicklung informieren Steht ihren Mitgliedern zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung bietet mit DIN und DQS gemeinsam ab September 2014 ausführliche Informationsveranstaltungen an Infos und Termine unter: wird in all ihren Trainings und Veranstaltungen (mit Themenbezug) jeweils den aktuellen Stand der Entwicklung berücksichtigen Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 32

30 Ansprechpartner Michael Weubel Leiter Landesgeschäftsstelle Mitte T +49 (0) F +49 (0) M +49 (0) E Profil Dipl.-Ing. (FH) Maschinenbau / Fluggerätmechaniker Auditor, Qualitätsmanager, Qualitätsingenieur, EFQM-Assessor Auditmethoden, Geschäftsprozesse, gelebte QM-Systeme Landesgeschäftsstelle Mitte Information, Unterstützung, Beratung der Mitgliedsunternehmen Unterstützung der DGQ-Regionalkreise / Koordination Erfahrungsaustausch im Expertennetzwerk der DGQ Ansprechpartner für Mitgliedschaft, Regionalkreise, Fachkreise, Weiterbildung, Inhouse-Trainings, Zertifikate, Unternehmensberatung Deutsche Gesellschaft für Qualität e.v. I Die Revision der ISO 9001: /14 Folie 33

31 VIELEN DANK FÜR IHRE AUFMERKSAMKEIT. HABEN SIE FRAGEN? Kontaktdaten Deutsche Gesellschaft für Qualität August-Schanz-Straße 21A Frankfurt am Main T + 49(0) F + 49(0) Folie

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