Outlook 1. Quartal 2007

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1 Portfolio Management Outlook 1. Quartal 2007 Global Don t push the river, it flows. George Tabori (*1914), dt. engl. Dramatiker Im Jahresdurchschnitt 2007 erwarten wir anhaltendes Wachstum der Weltwirtschaft. Die aufstrebenden Länder werden weiterhin die grössten Wachstumsraten aufweisen. Die Dynamik sollte aber überall gegen Ende des Jahres nachlassen. Wir erwarten für das erste Quartal 2007, dass sich die regionalen Unterschiede nicht zurück bilden. Das noch immer schwungvoll verlaufende globale Wachstum wird rezessive Tendenzen in der westlichen Welt abmildern, der asiatische Raum wird mehr und mehr die Führungsrolle übernehmen. Die Inflation bleibt unter der Kontrolle der Zentralbanken und ist derzeit keine Gefahr, obwohl die kurzfristigen Zins eher weiter nach oben tendieren werden. In 2007 werden wir keine überschiessenden Aktienkurse sehen. Die Bewertungen sind durchschnittlich, die Erwartungen sind mit dem optimistischen Ende von 2006 wohl etwas zu hoch und die Zinsen als Anlagealternative sind niedrig und daher wenig attraktiv. Aber gerade von der Schuldenseite könnte die grösste Gefahr ausgehen. Die letzten Jahre werden mit der Schaffung strukturierter Produkte und mit anderen, so genannten Alternativen Anlagen, als eine Schuldenblase und die Zeit immenser Kreditschöpfung in Erinnerung bleiben der grössten Kreditschöpfung die die Weltgeschichte bisher gesehen hat. Dabei spielt sich diese Kreditschöpfung hauptsächlich in den westlichen Industrienationen ab ohne die USA. Dort ist kein Verständnis dafür vorhanden, dass ein Emittent die Marktrisiken verschiedener, zum Teil scheinbar willkürlich zusammengesetzter Baskets, an Anleger verkauft und dafür die enthaltenen Dividende behält, ohne den vollen Ausgleich als Zins zu bezahlen. Und auch noch zufriedene Anleger findet! USA Das Wirtschaftswachstum wird sich weiter verlangsamen. Die Nachfrage nach Investitionsgütern sollte weiterhin hoch bleiben, obwohl sich die Industrieproduktion zurückbildet. Aufgrund der hohen Kapazitätsausnutzung ist der aktuelle Investitionszyklus noch nicht zu Ende. USA Industrieproduktion 1

2 USA Bestellungseingang für Anlagegüter Der Erwartungsindex bleibt somit in der rückläufigen Tendenz und signalisiert die weitere Abkühlung der Konjunktur. USA Leading Indicator 2

3 Als Ursprung der Korrekturen wird der kaum mehr vorhandene Markt für Wohnneubauten genannt. Die Neubaubeginne sind sehr stark gesunken, was allerdings aufgrund des vorangegangenen jahrelangen Booms zu erwarten war. USA Neubaubeginne USA Verkauf bestehender Häuser Die Marktteilnehmer haben diese Entwicklung seit langem vorweggenommen und nach wie vor glauben wir nicht, dass hieraus eine Rezession abgeleitet werden kann. Vielmehr sehen wir die stützende Wirkung der oben erwähnten hohen Kapazitätsauslastung und der starken Nachfrage nach Investitionsgütern. 3

4 USA Konsumentenvertrauen USA Monatsveränderung der Einzelhandelsumsätze Solange der Arbeitsmarkt stabil bleibt, sehen wir für die Konsumentenseite auch kaum Anlass zur Sorge. Der Arbeitsmarkt ist derzeit aber robust und der private Konsum ist von daher keiner kurzfristigen Schwäche ausgesetzt. Die private Nachfrage hat sich zudem bereits in 2006 den rückläufigen Erwartungen angepasst und befindet sich aktuell schon unterhalb der potenziellen Wachstumrate. 4

5 USA Arbeitslosenquote Die beiden Einkaufsmanagerindices reflektieren zwar die nachlassende Dynamik, aber weder die aktuelle Einschätzung noch die Erwartung, wie sich die Situation in 6 Monaten präsentieren wird, lassen auf markante Einbrüche schliessen. USA Nationaler Einkaufsmanagerindex Die Befürchtungen der FED gehen daher in erster Linie auch von den Inflationszahlen aus. Auch wenn der Nachfragezuwachs schon verlangsamt ist, bleibt doch das Ausgabeverhalten der privaten Haushalte vom Einkommen abhängig. Die privaten Einkünfte profitieren aber nach wie vor von hervorragenden Unternehmensgewinnen. Zusammengenommen gab es erste Zeichen dafür, dass die FED am Ende des Zinserhöhungszyklus angekommen ist, dass aber genügend private Nachfrage vorhanden ist um die wirtschaftliche Expansion 5

6 mit kleinerer Rate zu unterstützen. Insgesamt kommen wir zu der Einschätzung, dass in den kommenden Monaten mit stabilen Geldmarktzinsen zu rechnen ist. USA Consumer Price Index Japan Trotz aller Prognosen auf Basis einer gesundeten japanischen Wirtschaft gehörte der japanische Aktienmarkt in 2006 zu den Enttäuschungen. Der Tankan Report unterstreicht aber wiederum die Stärke des Unternehmenssektors. Japan Tankan Report Diese jüngste Bestandaufnahme wird auch dazu beitragen, die aufgekommene Skepsis über eine Schwäche der japanischen Wirtschaft zu beenden. Zwar wurde im 3. Quartal 2006 ein niedrigeres Wachstum des realen Bruttoinlandprodukt veröffentlicht und Indikatoren für einzelne Teilbereiche 6

7 tendierten ebenfalls nach unten. Aber alles deutet daraufhin, dass dieses keine Signale für eine andauernde Schwächephase sind. Japan Bestellungseingang Maschinen Sowohl der Bestellungseingang wie in der Folge auch die Industrieproduktion unterstreichen das positive Bild des Tankan Report. Japan Industrie Produktion YoY 7

8 Einzig der private Konsum ist noch sehr zurückhaltend und stellt derzeit die einzige Wachstumsbremse dar. Wir verweisen aber wiederum auf die Situation auf dem Arbeitsmarkt und gehen davon aus, dass die japanische Normalisierung weiter langsam vor sich geht. Japan Arbeitslosenrate Die Binnenkonjunktur wird sich vor diesem Hintergrund ebenfalls gemächlich erholen und entspricht so nicht den vielen Erwartungen, die eine beschleunigte Verbesserung der Situation erhofften. Wir gehen deshalb davon aus, dass die Zurückhaltung am Aktienmarkt lediglich eine Anpassung an veränderte Erwartungen war. Der japanische Markt wird in 2007 aus unserer Sicht zu den stabilsten gehören. Japan Konsumentenpreisindex Die Bank of Japan hat schon vor geraumer Zeit die Zinspolitik auf steigend geändert und wird diesen Kurs auch in 2007 fortsetzen. Wir erwarten keine grossen Überraschungen von den bevorstehenden Massnahmen. Die derzeitige Dynamik, die immer mehr auch auf die Binnenwirtschaft übergreift, lässt auf dem aktuellen Niveau Zinserhöhungen zu, ohne dass das Wachstum Schaden nehmen würde. Aufgrund 8

9 des Inflationsdrucks, der sich bereits angestaut hat, wären wir eher skeptisch, wenn Zinsschritte ausbleiben würden. Europa Die Aussichten für 2007, die schon im letzten Jahr als ausgezeichnet eingestuft wurden, haben sich nicht wesentlich eingetrübt. EU Stimmungsindikator EU Vertrauensindex der Industrie Die Konsumenten fassen vermehrt Vertrauen in den Aufschwung. Die Mitte 2005 kaum unterbrochene Tendenz setzt sich zum Positiven hin fort. EU Konsumentenvertrauen 9

10 EU Arbeitslosenrate Einerseits ist die Arbeitslosigkeit in Vergleich zu den weiteren westlichen Industrienationen nach wie vor sehr hoch und kaum jemand erwartet kurzfristig nennenswerte Verbesserungen an den strukturellen Verwerfungen. Aber die negative und effektheischende Berichterstattung der Medien über die wirtschaftliche Situation verschleiert, dass insbesondere die deutsche Wirtschaft nicht wegen sondern trotz der Politik sehr gut leben kann. Politik findet in Deutschland seit geraumer Zeit nicht mehr statt, aber die Unternehmen haben sich in letzten 3 Jahren neu positioniert. Ob Outsourcing nach Osteuropa oder Produktivitätssteigerungen im eigenen Land, die positiven Ergebnisse werden sich in 2007 fortsetzen und nochmals ein überdurchschnittliches Gewinnwachstum bringen. EU Industrieproduktion 10

11 Die Unternehmen sehen derzeit die Lage durchwegs als sehr gut an. Der Geschäftsklimaindex befindet sich auf dem höchsten Stand seit mehr als 5 Jahren und der Optimismus wird noch einige Zeit auf EU Geschäftsklimaindex Die Erwartungen für die kommenden 6 Monate haben sich im Verlauf etwas zurückgebildet, aber schon wieder gefangen. Das Ausmass ist nach unserer Einschätzung auf den Bremseffekt der geringer expandierenden US Wirtschaft zurück zu führen. Dies wird sich in erster Linie im Export bemerkbar machen. Die Nachfrage aus Asien und Osteuropa wird aber hoch genug bleiben, um ein gutes Stück auf dem Wachstumspfad weiter zu kommen. Deutschland ZEW Erwartungsindex 11

12 Schweiz Im Überblick halten wir an dieser Stelle unsere Einschätzung fest, dass sich das Wachstum in der Schweiz in den kommenden Monaten an den reduzierten Wachstumserwartungen des Weltwarenverkehrs orientiert. Vorerst bleibt aber der Schwung aus dem Jahr 2006 erhalten. CH KOF CH SVME Index Die Binnenwirtschaft, gestärkt durch den Arbeitsmarkt, wird die Gesamtsituation wesentlich unterstützen. Die Attraktivität der Sektoren wird sich aber verschieben. Entsprechend dem Verlauf des Konjunkturzyklus ist damit zu rechnen, dass die Bauwirtschaft ihre konjunkturtreibende Rolle abgeben wird und vermehrt die Ausrüstungsinvestitionen in den Mittelpunkt bzw. die Rolle des Zugpferdes rücken. CH Arbeitslosenrate saisonal adjustiert 12

13 Die Verbraucher sehen denn auch derzeit keinen Grund, auf Konsum in vernünftigen Massen zu verzichten. CH Konsumentenvertrauen CH UBS Consumption Indicator 13

14 CH Konsumentenpreisindex Die Vorzeichen für die Zinspolitik der SNB sind mit diesen Erwartungen bereits gesetzt. Der Trend hin zu höheren Zinsen wird bestehen bleiben. Die Globalisierung verhindert aber, dass die Inflation zu schnell zunimmt. Die SNB wird also in der komfortablen Situation sein, mit einem Auge auch die schwache Währung zu beobachten und gegebenenfalls korrigierend einzugreifen. CH Industrieproduktion Die Handelsbilanz ist unter den genannten Voraussetzungen keine fragwürdige Grösse. Der Überschuss wird weiterhin hoch ausfallen, aufgrund der guten Konjunktur in den Nachbarländern und in Asien wird auch der Tourismus steigende Beiträge liefern und die Schweiz wird auch in 2007 zu den wenigen Ländern mit einem Handelsbilanzüberschuss gehören. 14

15 CH Handelsbilanz 15

16 Volkswirtschaftliche Schätzungen Bruttoinlandprodukt USA e*) Japan e*) 2.6e*) EUR Länder e*) 1.4e*) UK e*) 2.3e*) Schweiz e*) 1.6e*) div. Quellen; *) eigene Schätzung Konsumentenpreise USA e*) Japan e*) 0.5e*) EUR Länder e*) UK e*) Schweiz e*) div. Quellen; *) eigene Schätzung Währungen (Jahresende) USA e*) Japan e*) EURO e*) UK e*) div. Quellen; *) eigene Schätzung Zinsen 10 Jahre (Swapsatz) USA e*) Japan e*) EUR e*) UK e*) Schweiz e*) div. Quellen; *) eigene Schätzung 20. Januar 2007 PM/KDI Die Lienhardt & Partner Privatbank Zürich AG ist in Übereinstimmung mit den Global Investment Performance Standards(GIPS ). Die Übereinstimmung mit den GIPS wird seit dem 01. Januar 2000 erklärt. Eine Liste aller Composites und deren Beschreibung kann bei der Lienhardt & Partner Privatbank Zürich AG,, CH 8024 Zürich, angefordert werden. Als Firma im Sinne der GIPS gilt das zentralisierte Portfolio Management der Lienhardt & Partner Privatbank Zürich AG mit allen gebührenpflichtigen Vermögensverwaltungsmandaten von privaten und institutionellen Kunden. Die Lienhardt & Partner Privatbank Zürich AG ist eine konzernunabhängige Bank und Vermögensverwalterin und die Nachfolgerin der ehemaligen Gewerbebank Zürich AG. Alle hier enthaltenen Grafiken stammen von Bloomberg. 16

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