Was hat das Thema Heizung in der Raumplanung verloren?

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1 Was hat das Thema Heizung in der Raumplanung verloren? Markus Dittli 22. September 2010 Referent Markus Dittli, 46 Jahre, Altdorf Dipl. Ing. FH, Eidg. Dipl. Energieberater Master of Business Studies FH ewl energie wasser luzern Bereich Energiecontracting & Energiedienstleistungen Aktuelle Tätigkeit Planung, Realisierung & Betrieb von Projekten mit Abwärmenutzung aus Abwasser, Wärme-Kraftkopplungsanlagen (BHKW), Dampfproduktionsund Wärmeverbundanlagen mit Holzschnitzelzentrale, Projektleiter Energielandkarte Stadt Luzern (Grundlage für die regionale EnergieversorgungsstrategieBereich Wärme) Mittwoch, 22. September 2010 Seite 1

2 Inhalt / Thema Raumplanung / Richtplankarte Energiequellen / Energiesenken Primärenergiefaktoren von Energiesystemen Engineeringtools und Planungsbeispiele Energierichtplan / Priorität für Energiesysteme Aktionsraum für Gemeinden / Beispiele Nachhaltige Quartiere / Energiestadt Die Raumplanung Die Raumplanung ist die Summe aller Vorgänge für ein räumlich definiertes Verwaltungsgebiet hinsichtlich deren Nutzung und Gestaltung in den Breichen Natur, Wirtschaft, Verkehr, Soziales etc. Bund, Kanton und Gemeinden erlassen Vorgaben u.a. für die Nutzung von Wasser, Erdreich und Luft. Mittwoch, 22. September 2010 Seite 2

3 Richtplan unteres Reusstal Uns Urner bestens bekannt ist aktuell die Auflage des Richtplan unteres Reusstal Gebiete und Standorte von besonderer Priorität für die Zukunft werden grafisch dargestellt Heizen mit Grundwasser Grundwasser als Energiequelle ist allen (insb. in der unteren Reussebene) bestens bekannt, Die Verfügbarkeit und Eignung ist abhängig vom Anlagestandort, Wärmepumpen mit Grundwasser erzielen die besten Jahresarbeitzahlen Mittwoch, 22. September 2010 Seite 3

4 Holzheizung / Nahwärmeverbund Holzschnitzelheizungen mit einem Nahwärme-Netz sind im Kanton Uri auch bereits realisiert Wärmeübergabestationen dienen als Übergabestelle für die Raumheizung und Warmwasseraufbereitung Die Wärmeverteilung erfolgt über erdverlegte Heizungsleitungen Wärme / Elektrizität aus der Sonne Solarkollektoren nutzen die Sonnenenergie zur Warmwassererwärmung oder Unterstützung der Raumheizung Fotovoltaikanlagen nutzen die Sonnenenergie zur Produktion von Elektrizität Mittwoch, 22. September 2010 Seite 4

5 Begriff Energiequelle Wasser, Erdreich und Luft sind am einzelnen Standort mehr oder weniger geeignet zur Nutzung als Energiequellen, Elektrizität, Erdöl, Holz und Erdgas müssen in der Schweiz für die Beheizung zugeführt werden, Die Sonne ist überall mehr Wärmeerzeugung oder weniger umfangreich gratis nutzbar Energiequelle Energiesenke Wärmeerzeugung Heizzentralen nutzen die Energiequellen zur Wärmeerzeugung für die Raumheizung und Warmwasseraufbereitung Heizkessel und Wärmepumpen sind die am meisten verbreiteten Wärmeerrzeuger, In Spezialfällen kommen Blockheizkraftwerke u.ä. Wärmeerzeugung zum Einsatz Die Effizienz wird über den Wirkungsgrad gemessen Energiequelle Energiesenke Mittwoch, 22. September 2010 Seite 5

6 Begriff Energiesenke Die produzierte Wärme (auch Dampf u.ä.) wird für die Raumheizung, Lüftung und Warmwasseraufbereitung eingesetzt Wohnüberbauungen haben eventuell eine gemeinsame Heizung und verteilen die erforderliche Wärme über Nahwärmenetze Der spezifische Wärmebedarf für neue Gebäude Wärmeerzeugung sinkt stetig Energiequelle Energiesenke Ökologische Energiesysteme? Wärmepumpe, Holzheizung, Solaranlage Welche sind denn überhaupt die ökologischsten Energiequellen? Wärmepumpen benötigen ja auch Elektrizität, Holzheizungen verursachen auch Emmissionen, selbst Solaranlagen sind in Diskussion betreffend deren grauen Energie.. Mittwoch, 22. September 2010 Seite 6

7 Primärenergiefaktoren CO2 Belastung für Referenzgebäude mit 150 MWh/a Sonnenkollektoren für Raumheizung und WW Sonnenkollektoren für Warmwasser WW BHKW Gas Kehrichtverbrennung Heizzentrale Geothermie Energieträger Wärme WP Abwasser (JAZ 3.4) Wärme WP Erdsonde (JAZ 3.9) Wärme WP Grundwasser (JAZ 3.4) Wärme WP Luft/Wasser (JAZ 2.8) Heizzentrale Holz Gas Heizöl EL Kohlendioxid fossil [t / Jahr] Quelle: ESU Services Primärenergiefaktoren Umweltbelastungspunkte UBP für Referenzgebäude mit 150 MWh/a Sonnenkollektoren für Raumheizung und WW Sonnenkollektoren für Warmwasser WW BHKW Gas Kehrichtverbrennung Heizzentrale Geothermie Energieträger Wärme WP Abwasser (JAZ 3.4) Wärme WP Erdsonde (JAZ 3.9) Wärme WP Grundwasser (JAZ 3.4) Wärme WP Luft/Wasser (JAZ 2.8) Heizzentrale Holz Heizzentrale Gas Heizzentrale Heizöl EL 0 5'000 10'000 15'000 20'000 25'000 30'000 35'000 40'000 Umweltbelastungspunkte [UBP'06 / Jahr] Quelle: ESU Services Mittwoch, 22. September 2010 Seite 7

8 Geologische Daten Geothermiepotential Mittwoch, 22. September 2010 Seite 8

9 Grundwasservorkommen Hydrologische Messpunkte Mittwoch, 22. September 2010 Seite 9

10 Grundwassernutzung 10-20m Quelle: Energie GIS fernwärme Schweiz Grundwassernutzung 2-10m Quelle: Energie GIS fernwärme Schweiz Mittwoch, 22. September 2010 Seite 10

11 Grundwasser in tonigen Schottern Quelle: Energie GIS fernwärme Schweiz Gebäudebestand Mittwoch, 22. September 2010 Seite 11

12 Gebäudestandorte Potential in Bauzonen Quelle: Energie GIS fernwärme Schweiz Mittwoch, 22. September 2010 Seite 12

13 Potential der Wärmenachfrage Quelle: Energie GIS fernwärme Schweiz Wärmelastfilter Szenario I Quelle: Energie GIS fernwärme Schweiz Mittwoch, 22. September 2010 Seite 13

14 Wärmelastfilter Szenario II Quelle: Energie GIS fernwärme Schweiz Grosse Heizzentralen >750kW... als mögliche Wärmequelle zur Versorgung der eigenen Heizung... Quelle: Energie GIS fernwärme Schweiz Mittwoch, 22. September 2010 Seite 14

15 Bestehende Wärmeverbünde... mit möglichen Anschlusspunkten für die eigene Heizung... Quelle: Energie GIS fernwärme Schweiz ARA Abwasserreinigungsanlagen... als mögliche Standorte zur Nutzung von Abwärme für die eigenen Heizung... Quelle: Energie GIS fernwärme Schweiz Mittwoch, 22. September 2010 Seite 15

16 Solarkataster Solarkataster visualisieren die Eignung von Dachflächen für die Nutzung der Sonne Quelle: swissphoto Methodik Energieplanung Aktuelle Gebiete mit einer hohen spezifischen Wärmelast für Gebäude und Infrastruktur werden hinsichtlich einer zukünftigen nachhaltigen Energieversorgung priorisiert Quelle: hesse schwarz partner Mittwoch, 22. September 2010 Seite 16

17 Priorität Energiesysteme 1. ortsgebundene hochwertige Abwärme aus industriellen Prozessen u.ä. 2. ortsgebunden niederwertige Abwärme aus Abwasser, Grundwasser, Restwasser etc. 3. regionale erneuerbare Energiesysteme aus lokalem Energieholz, lokaler Biomasse 4. leitungsgebundene fossile Energieträger mit hoher Energiedichte (Erdgas) 5. Wärme aus frei verfügbaren fossilen Energieträger (Heizöl) Quelle: hesse schwarz partner RaumlicheKoordination Energiesysteme Die kommunale & kantonale Energieplanung mit Prioritätsgebieten zur Nutzung von Abwärme und ortsgebundenen, erneuerbaren Energien zusammen mit der Rechtsgrundlage für eine Anschlusspflicht sind das CO2-wirksamste bau-und planungsrechtliche Instrument... schaffen eine ausreichende Rechtssicherheit für Investoren zur Nutzung von Abwärme und Umweltwärme in Wärmeverbunden Mittwoch, 22. September 2010 Seite 17

18 Aktionsraum für Gemeinden Einbezug der Energiethemen in Ortsplanung (Leitfaden Energie & Umwelt / Nachhaltigkeit, Klimastrategie, energiepolitische Grundsätze) Energierichtplan Vorreiterrolle / Vorbildfunktion bei Sanierung und Neubau von kommunalen Gebäuden Label Energiestadt / Nachhaltige Quartiere Anreizsysteme zur Förderung erneuerbarer Energienutzung und Ressourcenschonung Best practice Vom Besten im Markt lernen Beispiel Appenzell Quelle: hesse schwarz partner Mittwoch, 22. September 2010 Seite 18

19 Beispiel Appenzell Quelle: hesse schwarz partner Beispiel Energierichtplan SH Quelle: hesse schwarz partner Mittwoch, 22. September 2010 Seite 19

20 Beispiel Energierichtplan SH Quelle: hesse schwarz partner Quelle: hesse schwarz partner Beispiel Potenzial Wärme/Kälte ZH Quelle: hesse schwarz partner Mittwoch, 22. September 2010 Seite 20

21 Beispiel Zentralenstandorte BE Quelle: hesse schwarz partner Arbeitsgrundsätze für Gemeinden Kooperation mit örtlichen Wissensträger Beteiligung der örtlichen Entscheidungsträger Öffentliche Mitwirkung und Information Festlegung von realistischen, konkreten Massnahmen Behörden-Verbindlichkeit des Planes Kombination mit Anschlussverpflichtung Zuständigkeiten und Federführung festlegen Begleitgruppe bestimmen periodisches Controlling durchführen Mittwoch, 22. September 2010 Seite 21

22 Nachhaltige Quartiere Anleitung für eine nachhaltige Gestaltung von Quartieren > 10 Themen > 44 Kriterien Quelle: Bundesamt für Energie BfE Nachhaltige Quartiere Quelle: Bundesamt für Energie BfE Mittwoch, 22. September 2010 Seite 22

23 Energiestadt Quelle: Energiestadt Innovative Dienstleistungen Proaktive Vernetzung bestehender Quartierheizungenzu Nahwärmeverbundanlagen mit etappierter Erneuerung der Heizzentralen mit erneuerbarer Energie Ausbau der Beratungsangebote für Private / Unternehmungen im Bereich Nachhaltigkeit (Bsp: Mobilitätsmanagement, Ökoberatung) Internet gestützte Bereitstellung energierelevanter GIS-Daten (Bestehende Gebiete mit Nahwärmeverbund/ Standorte mit grossenheizzentralen / Standorte mit Abwärmepotential) Mittwoch, 22. September 2010 Seite 23

24 Förderbeiträge Prüfen Sie für Ihren Standort Förderbeiträge für Energieberatungen / -analysen Förderbeiträge für Solaranlagen, Förderbeiträge für Holzheizungen, Förderbeiträge für Wärmepumpen, Förderbeiträge für Gebäudesanierung, situativ bzw. projektspezifisch Anschlussbeiträge Nahwärmenetze mit Energie aus erneuerbarer Energie (Holzschnitzelheizung u.ä.) Förderbeiträge Mittwoch, 22. September 2010 Seite 24

25 Fazit Die Verdichtung des Siedlungsgebietes zwingt uns zum haushälterischen Umgang der Ressourcen Kommunale Strategien und Energierichtpläne reduzieren Parallelerschliessungenvon Zonen und Gebäuden mit leitungsgebundenen Medien Anreize zur Nutzung erneuerbarer Energie fördern die Investitionen in nachhaltige Infrastrukturanlagen Viele Dialoge und innovativer Pioniergeist braucht es auch heute noch, um nachhaltigen Lösungen zum Durchbruch zu verhelfen. Dank / Fragen Danke für Ihre Aufmerksamkeit Für Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung Mittwoch, 22. September 2010 Seite 25

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