Jahresbericht. Mehrwert. Wellpappe. mit. Wellpappe und neue Handelstrends. Wellpappe bleibt gefragt. Energiekosten erhöhen Rohstoffpreise

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1 INFORMATIONEN AUS DER WELLPAPPEN-INDUSTRIE Jahresbericht Wellpappe bleibt gefragt Energiekosten erhöhen Rohstoffpreise Wellpappe und neue Handelstrends 2013 Mehrwert mit Wellpappe

2 Inhalt Zukunft 02 Vorwort: Zukunft sichern 04 Fakten: Wellpappenabsatz wächst weiter 08 Resultate: Mehrwert mit Wellpappe 10 Trends: Verpackungen der Zukunft sichern Gute Nachrichten vom Wirtschaftsstandort Deutschland: Die Konjunktur zieht an, es gibt wieder mehr Jobs und die Menschen zeigen sich in Konsumlaune. Ob das freundliche Bild allerdings mehr ist als eine Momentaufnahme, muss sich noch zeigen. Langfristig gesehen sind es insbesondere zwei Faktoren, die deutschen Industrieunternehmen Kopfschmerzen bereiten: die mit der Energiewende verbundenen Kostenbelastungen und der Kampf um qualifizierte Mitarbeiter. Auch in der Wellpappenindustrie haben die Steigerungen der Energiekosten bereits Spuren hinterlassen. Zwar machen die Stromausgaben in unserer Kostenstruktur einen vergleichsweise geringen Anteil aus. Aber indirekt spüren wir den Preisauftrieb bei Energie durchaus über den Einkauf des Rohstoffs Wellpappenrohpapier. Wenn die zarte Pflanze des Wirtschaftswachstums nicht wieder eingehen soll, ist eine Energiepolitik mit Augenmaß gefragt, die unseren Unternehmen im internationalen Vergleich keine übermäßigen Wettbewerbsnachteile verschafft. Von 02

3 Vorwort Jahresbericht 2013 unserer guten Ausgangsposition eines vollständig recycelbaren Produktes aus nachwachsenden Rohstoffen ausgehend, nehmen unsere Unternehmen zahlreiche Maßnahmen in Angriff, um auch im Produktionsverfahren noch umweltfreundlicher zu werden. Auf die demographische Entwicklung hierzulande haben weder die jeweiligen Bundesregierungen noch die Wirtschaft einen großen Einfluss. Für Unternehmen besteht allerdings eine immer größere Herausforderung darin, ihre Zukunft mit persönlich geeigneten und fachlich qualifizierten Mitarbeitern zu sichern. Das gilt auch für die Wellpappenindustrie. Ein besonderes Augenmerk widmen unsere Unternehmen deshalb dem Thema Ausbildung und Nachwuchsgewinnung. Unser stärkstes Argument, um junge Leute für die Branche zu interessieren, ist die große Vielfalt technischer, kaufmännischer und kreativer Aufgaben in unseren Unternehmen. Auch die guten Aufstiegschancen überzeugen und vielleicht noch wichtiger wenige Industriezweige bieten so sichere Arbeitsplätze. So weist die Statistik der im VDW organisierten Unternehmen für die vergangenen Jahre eine bemerkenswerte Kontinuität der Beschäftigtenzahlen aus: 2009 zählten wir Beschäftigte, 2011 arbeiteten Mitarbeiter in den Unternehmen und im vergangenen Jahr waren es Hinsichtlich der vielfältigen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten in der Wellpappenindustrie unterstützt der VDW die Unternehmen durch geeignete und zeitgemäße Maßnahmen: Online stehen umfassende Informationen zu Ausbildungswegen in der Wellpappenindustrie zur Verfügung, eine Ausbildungsbörse macht die Suche nach potenziellen Arbeitgebern einfach, und mit zwei Förderpreisen an der Hochschule München für besondere Leistungen in wellpappespezifischen Fächern wird auch die Verbindung zum akademischen Nachwuchs gesucht. Dass unsere Branche auch weiterhin auf qualifizierte Mitarbeiter angewiesen sein wird, steht außer Frage, denn die starke Nachfrage nach den Produkten der Wellpappenindustrie ist ungebrochen. Die wichtigsten Kennzahlen dazu finden Sie auf den nächsten Seiten. Angesichts des boomenden Online-Handels und neuer Rekorde bei der Paketzustellung werden Transportverpackungen auch weiter gefragt sein. Je rasanter hier die Entwicklungen, desto mehr Chancen eröffnen sich für die Wellpappenhersteller. Ein zentrales Zukunftsthema ist die Frage, wie wir mit Klimawandel und endlichen Ressourcen umgehen. Dass es ökologisch sinnvoll ist, Verpackungen aus Wellpappe zu nutzen, davon sind immer mehr Verbraucher überzeugt. Einige Expertenstimmen zu dieser Frage stellen wir Ihnen mit einem kurzen Bericht von der ersten Konferenz des Forum Ökologisch Verpacken (FÖV) vor. Ihr Dr. Jan Klingele Vorsitzender des Verbandes der Wellpappen-Industrie e.v. 03

4 Fakten Wellpappenabsatz wächst weiter Die Zeichen stehen weiter auf Wachstum: Mit 7,3 Milliarden verkauften Quadratmetern Wellpappe haben die im VDW organisierten deutschen Wellpappenunternehmen im vergangenen Jahr 120 Millionen Quadratmeter mehr abgesetzt als im Jahr Arbeitstäglich bereinigt entspricht das einem Zuwachs von 2,1 Prozent. Die VDW-Mitglieder übertrafen damit das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 1,7 Prozentpunkte. Auch für 2014 rechnet der VDW mit einer positiven Absatzentwicklung und prognostiziert einen Zuwachs von 1,8 Prozent. Die Entwicklung der Abgabepreise hingegen war leicht rückläufig: 2013 fiel der Preis je Quadratmeter Wellpappe im Jahresverlauf um 1,3 Prozent von 53,7 Cent auf 53,0 Cent. Konsumklima erfreut die Wellpappenindustrie Vor allem der private Konsum wirkte sich im vergangenen Jahr positiv auf den Absatz der Wellpappenindustrie aus. Er wuchs mit 0,9 Prozent mehr als doppelt so stark wie die Gesamtkonjunktur. Gute Beschäftigtenzahlen sorgten für eine hohe Kaufkraft der Verbraucher und angesichts anhaltend niedriger Zinsen war die Konsumlaune ebenfalls entsprechend hoch. Ob Lippenstift, Hühnersuppe oder Champagner: Konsumgüter müssen verpackt werden und überwiegend kommen dafür Verpackungen aus Wellpappe zum Einsatz. Das gilt für den Weg der Waren in die Regale des stationären Einzelhandels ebenso wie für den Online-Versandhandel. Dieser Vertriebsweg legte 2013 noch einmal erheblich zu und konnte nach einer Statistik des Bundesverbandes des deutschen Versandhandels (bvh) eine Umsatzsteigerung auf 39,1 Milliarden Euro verzeichnen. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Anstieg um 41,7 Prozent. Besonders die kleinteilige Direktbelieferung der Verbraucher bei Online-Bestellungen stärkt die Wellpappenindustrie, denn der Anteil der Wellpappenverpackungen pro Artikel ist hier größer als bei Lieferungen für den stationären Handel. Weitere Kostensteigerungen bei Rohstoffen Wenig erfreulich für die Wellpappenindustrie ist die Preisentwicklung bei den Rohstoffen. Die Beschaffung der verschiedenen Papiersorten schlägt bei der Herstellung von Wellpappe am meisten zu Buche: Rund 50 Prozent der Gesamtkosten fallen hier an. Während die Abgabepreise für Wellpappenerzeugnisse in den letzten fünf Jahren nur um 3,1 Prozent teurer wurden, stiegen die Papierpreise im Vergleich zum Durchschnittswert desselben Zeitraums um durchschnittlich 12,9 Prozent. Beim Wellpappenrohpapier, dem wichtigsten Rohstoff der Wellpappenherstellung, sah sich die Branche im letzten Jahr mit einer Verteuerung von durchschnittlich 7,7 Prozent konfrontiert, die Preise einiger wichtiger Sorten stiegen sogar um über 20 Prozent. Im Berichtszeitraum stand dieser Kostensteigerung allerdings noch kein entsprechend höherer Abgabepreis für Wellpappenprodukte gegenüber. Auch die steigenden Kosten für Energie machten sich 2013 mit einer Teuerung um 4,3 Prozent bemerkbar. Insgesamt betrachtet machen diese in der Wellpappenherstellung rund 2,7 Prozent aller Kosten aus, doch in der energieintensiven Papierindustrie sind es 11 Prozent des Umsatzes. Dass die Strompreise für Industriebetriebe in Deutschland mittlerweile um 18,8 Prozent über dem Durchschnitt der EU liegen, spürt die Wellpappenindustrie daher vor allem beim Einkauf ihrer Rohstoffe. 04

5 05

6 Fakten Marktstruktur bei Transportverpackungen Holz 7,5 % Kunststoff 5,1 % Wellpappe 68,9 % Vollpappe 8,0 % Folien 10,5 % Abnehmerindustrie nach Wellpappenumsatz (nur VDW-Mitglieder) Anhaltend hohe Nachfrage Wellpappe erfreut sich weiterhin einer wachsenden Nachfrage. Wichtigster Abnehmer war auch im vergangenen Jahr die Lebensmittelindustrie, deren Anteil um 0,7 Prozentpunkte auf 35,8 Prozent anstieg obwohl sich ihr mengenmäßiger Branchenumsatz nach Berechnungen der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) lediglich um 0,4 Prozent steigerte. Gefragt ist insbesondere der besonders effiziente Produktschutz, den Wellpappenverpackungen bieten. Doch nicht nur beim Transport leistet Wellpappe einen erheblichen Mehrwert. Am Point of Sale etwa nutzen Konsumgüterhersteller die Gestaltungsvielfalt des Materials, sei es als Aufmerksamkeit weckende Zweitplatzierung oder als markengerecht gestaltetes Tray im Regal. Neben den hervorragenden konstruktiven Eigenschaften wurde in Chemische Industrie 9,8 % Papier- und Druckerzeugnisse 4,2 % Elektroindustrie 4,2 % Nahrungs- und Genussmittel 35,8 % Gummi- und Kunststofferzeugnisse 3,7 % Metallverarbeitung 3,2 % Landwirtschaft 2,9 % Sonstiges 36,2 % 06

7 Wellpappenabsatz in m 2 (absolute Zahlen; gesamte Branche) den letzten Jahren die gute Bedruckbarkeit der Wellpappe besonders im Bereich der drei- und mehrfarbig gestalteten Verpackungen ausgenutzt, deren Anteil von 15 Prozent im Jahr 2005 stetig bis auf 21,6 Prozent im letzten Jahr anstieg. Unbedruckte Wellpappenverpackungen hingegen finden sich immer weniger: 2005 lag ihr Anteil noch bei rund 36,5 Prozent, 2013 nur noch bei 28,2 Prozent. Mehrwert für die Umwelt Die ökologischen Vorteile der Wellpappenverpackungen werden in Zeiten von Klimawandel, Ressourcenverknappung und einem zunehmenden Problem der Gewässerverunreinigung durch Kunststoffteile immer bedeutender. Studien und die Auswertung von Nachhaltigkeitsberichten bestätigen, dass sowohl Verbraucher als auch Konsumgüter- und Handelsunternehmen Wellpappenverpackungen aufgrund des geschlossenen Stoffkreislaufs als ökologisch besonders vorteilhaft bewerten. Hohe Beschäftigtenzahlen Trotz aller Herausforderungen, denen sich die Wellpappenindustrie ausgesetzt sieht, zeugen auch die Beschäftigtenzahlen des vergangenen Jahres von einer gesunden Branche: Menschen arbeiteten als Packmitteltechnologe, Industriekauffrau oder Mechatroniker in unseren Unternehmen 2011 waren es Die Anzahl der Auszubildenden blieb mit einem Anteil von 5,4 Prozent konstant. Bei der Nachwuchswerbung bleibt der VDW online aktiv: Über Ausbildungsmöglichkeiten in der Wellpappenindustrie können sich alle Interessierten auf dem Facebook-Angebot rund ums Thema informieren Drei- und mehrfarbige Bedruckung in Prozent (nur VDW-Mitglieder) 19, Entwicklung des Wellpappenabsatzes 2013 (Basis: absolute Zahlen; nur VDW-Mitglieder) 1. Quartal -0,1 % 19,9 2. Quartal +2,9 % ,3 3. Quartal +2,9 % ,5 21, Quartal +1,1 % 07

8 Resultate Mehrwert mit Wellpappe Optimierungspotenzial bei der Verpackungsgestaltung hin: Im Back-Store-Lager gibt es insbesondere im Non- Food-Bereich noch viele braune Kartons, die sich sehr ähnlich sehen. Im Regal selbst sorgen Verpackungen aus Wellpappe für ein lückenloses Bild. Logistikexperte Otersen berichtete von einem Vorschubtray für Milka- Schokolade, dessen Mechanismus die Tafeln automatisch nach vorne schiebt. So muss der Kunde nicht tief ins Regal hineingreifen, um an die Schokolade zu gelangen. Ein wichtiges Thema in der Diskussion war außerdem der Produktschutz, den Verpackungen leisten müssen, denn bei der Qualität der Waren am Point of Sale lässt sich keinesfalls sparen. Otersen betonte: Wir investieren bewusst in Qualität auch bei der Wahl unserer Transportverpackung. Regallücken müssen wir unbedingt vermeiden, konstatierte Jürgen Otersen, Manager Logistics Operations bei Mondelēz International, auf dem Forum Wellpappe Über den Mehrwert in der Lieferkette, den Wellpappe zum Erreichen dieses Ziels leisten kann, diskutierten Verpackungs- und Logistikexperten aus Handel, Industrie und Wissenschaft im Rahmen der VDW-Kundenveranstaltung auf der FachPack am 25. September in Nürnberg. Moderiert wurde sie auch in diesem Jahr von Stefan Schulze-Hausmann, TV-Journalist und Initiator des Deutschen Nachhaltigkeitspreises. Die Podiumsteilnehmer waren sich einig: Verpackungen aus Wellpappe leisten einen wesentlichen Beitrag zum effizienten Supply Chain Management. Schon die Warenidentifikation könnten bedruckte Wellpappenverpackungen wesentlich erleichtern, sagte Jörg Pretzel, Geschäftsführer von GS1 Germany, in einem Filmbeitrag. Denn: Etwa 4,5 Prozent vom Umsatz gehen verloren, weil Mitarbeiter die Ware im Filiallager nicht schnell genug finden, um die Regale rechtzeitig nachzufüllen. Thomas Maiwald, Quality Management Goods Packaging Development/Abteilungsleiter Verpackung, real,- SB-Warenhaus, wies ebenfalls auf das Umweltverträglichkeit papierbasierter Verpackungen Verpackungen aus Wellpappe bieten nicht nur optimalen Produktschutz, sondern sind, wie alle papierbasierten Verpackungen, fit für den Konsum von morgen. Zu diesem Ergebnis kam Rudolf Gross, Vorstandsmitglied des Forum Ökologisch Verpacken (FÖV), auf der ersten Konferenz der 2012 gegründeten Informations- und Kommunikationsplattform rund um Kreislaufwirtschaft und Recycling. Sie fand am 5. November 2013 im Zürcher Gottlieb Duttweiler Institute statt. Unter dem Titel Zukunftsfähige Verpackung für den Konsum von morgen diskutierten Experten aus Handel, Industrie, Wissenschaft und NGOs über den Beitrag von geschlossenen Stoff kreisläufen zum nachhaltigen Wirtschaften. Durch die Veranstaltung führte Stephan Klapproth, Moderator des Schweizer Fernsehens. 08

9 Franz Speer, Director Industry Affairs International Sales Laundry and Home Care bei Henkel, berichtete, das Unternehmen wolle im Rahmen der Verbesserung seines ökologischen Fußabdrucks bis 2015 ausschließlich recycelbare Verpackungsmaterialien für Märkte mit regionalen Sammel- und Recyclingsystemen einsetzen. Auch für die schweizerische Handelskette Coop ist ein funktionierender Wertstoffkreislauf ein maßgebliches Kriterium beim Einsatz von Verpackungsmaterial. Wichtig sei dabei, dass die Verbraucher das Recyclingsystem kennen und die Verwertungskette nachvollziehen können, sagte Guido Fuchs, Projektleiter Nachhaltigkeit bei Coop. Das beste Beispiel ist die Sammlung von Altpapier und gebrauchten Papierverpackungen, so Fuchs weiter. Erich Weber, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Umweltstiftung, forderte in diesem Zusammenhang eine bessere Aufklärung der Verbraucher über ökologische Verpackungen und ihre eigenen Einflussmöglichkeiten, um zum Beispiel Plastikmüll zu vermeiden: Oft fehlen dem Verbraucher einfach die notwendigen Informationen. Ökologische Gewissheit in zwölf Sprachen Um die ökologischen Vorteile von Verpackungen aus Wellpappe ins Bewusstsein der Verbraucher zu rücken, bietet der VDW für Hersteller und Verwender das lizenzfrei zu nutzende Öko-Signet an. Damit ist auf einen Blick zu erkennen: Wellpappe besteht aus nachwachsenden Rohstoffen und wird vollständig recycelt. Bio-Müsli-Versender MyMuesli nutzt das Signet und schickt seinen Kunden mit den Cerealien gleichzeitig die Information über die grundlegenden ökologischen Vorteile der Versandverpackung nach Hause. Das Öko- Signet findet großen Anklang und wirbt mittlerweile rund um die Welt für die Umweltverträglichkeit von Wellpappenverpackungen sogar in Mandarin. Wellenreiten im Internet Die Informationsbeschaffung rund um das Thema Wellpappe ist im letzten Jahr auch im Internet leichter geworden: Der Online-Auftritt des VDW, passt sich jetzt auch den Anforderungen mobiler Endgeräte an. Ob mit dem Laptop zuhause oder mit dem Smartphone unterwegs überall lässt es sich benutzerfreundlich durch die Informationen klicken. Als unkomplizierte Informations- und Kommunikationsplattform für motivierte Nachwuchskräfte fungiert weiterhin die Facebook-Seite facebook.com/ausbildung.wellpappenindustrie. Neben Informationen zu Berufsbildern und einer Ausbildungsbörse werden hier auch Hinweise auf spektakuläre Ideen und Aktionen rund um die Wellpappe geteilt. Denn das vielseitige Material kann mehr als Güter in den Supermarkt bringen oder beim Umzug helfen. Für die ganze kreative Vielfalt der Wellpappe gibt es jetzt ein eigenes Forum: den Wellenreiter-Blog. Vom Fahrrad bis zur Einrichtung eines Restaurants entstehen die unglaublichsten Dinge aus und mit Wellpappe. Berichte über ausgefallene Designs und Events gibt es seit letztem August auf

10 Trends Verpackungen der Zukunft Was ist die wichtigste Tätigkeit für den Umweltschutz? Für 75 Prozent der Konsumenten in Industrieländern ist es das Trennen und Sortieren von Verpackungen für das Recycling, so das Ergebnis einer Studie der Marktforscher von Firefly Millward Brown. Kein Wunder also, dass Verpackungen auf Papierbasis, etwa aus Wellpappe, beim Konsumenten ein besonders ökologisches Image haben: Wellpappe wird nur aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt und besteht durchschnittlich zu 80 Prozent aus Recyclingmaterial in Deutschland wird sie nach Gebrauch auch vollständig recycelt. Werthaltungen der Konsumenten verändern sich Dass das Thema Nachhaltigkeit immer wichtiger wird, zeigt sich in der öffentlichen Diskussion immer wieder. Laut einer aktuellen Studie von GfK und BVE ist die Zahl der an Nachhaltigkeit orientierten Verbraucher in den vergangenen sechs Jahren um fast ein Fünftel gestiegen. 67 Prozent von ihnen legen dabei Wert auf umweltverträgliche Verpackungen. Verbraucher hinterfragen zunehmend die Umweltauswirkungen von Verpackungen, stellt auch Dr. Sieglinde Stähle von der wissenschaftlichen Leitung des Bunds für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) fest. Dieser Wertewandel beim Verbraucher mache das Thema auch für die Lebensmittelbranche noch einmal wichtiger. Denn, so fanden Kundenbefragungen des schweizerischen Einzelhandels heraus, Konsumenten erwarten gerade in puncto Verpackungen ökologische Verbesserungen. In Verpackungsfragen hat man beim schweizerischen Handelsunternehmen Coop folgerichtig die Kundenzufriedenheit im Blick. Neben guten Recyclingfähigkeiten und Faktoren wie Produktschutz und Produktions- kosten sei es auch wichtig, dass eine Verpackung benutzerfreundlich und funktional ist, sagt Guido Fuchs, Projektleiter Nachhaltigkeit bei Coop. Frustfreie Verpackungen Als Einstoffverpackungen sorgen Päckchen und Pakete aus Wellpappe nicht nur für ein gutes Gefühl, was ihre Umweltverträglichkeit betrifft, sondern tragen auch jedes Mal zu einem positiven Auspackerlebnis bei. Besonders Online-Shopper können das einfache Handling von Verpackungen aus Wellpappe bezeugen: Der marktführende Online-Händler Amazon zum Beispiel hat frustfreie Verpackungen eingeführt, die dank Aufreißlasche aus Wellpappe einfach zu öffnen sind und keine zusätzlichen Materialien wie Plastikschalen, Drahtbinder oder Plastiktüten mehr enthalten. Das ist möglich, weil sich Verpackungen aus Wellpappe exakt an die Maße des Packguts anpassen lassen. Weniger Frust beim Konsumenten geht einher mit weniger Transportkosten: Durch die Anpassung an die tatsächliche Größe des verschickten Produkts und den Verzicht auf weiteres Füllmaterial ging nach Angaben des Versandhändlers die Anzahl der in einem übergroßen Karton verschickten Sendungen in den letzten Jahren deutlich zurück. Für die Online-Händler lohnt es sich besonders, die Benutzerfreundlichkeit ihrer Verpackungen stets im Blick zu halten, denn E-Commerce bleibt ein Zukunftsmarkt der maßgeblich auf Wellpappe baut lieferte Deutsche Post DHL erstmals mehr als eine Milliarde Pakete in Deutschland aus, Tendenz steigend. Denn die Technik macht es den Konsumenten immer 10

11 leichter, auch mobil im Internet zu bestellen: Das Umsatzvolumen bei Online-Bestellungen per Smartphone und Tablet stieg von 2012 auf 2013 fast um ein Vierfaches. Versandhandelstrend E-Food Immer schneller treffen die Pakete beim Kunden ein, mit Same Day Deliveries sogar schon am selben Tag. Wenn das Wachstumspotenzial des Online-Handels bei klassischen Versandhandelsprodukten ausgeschöpft ist, könnten Güter des täglichen Bedarfs, etwa Lebensmittel, für einen zweiten Boom sorgen, meinen Experten. In Deutschland steckt der E-Food-Handel derzeit noch in den Kinderschuhen; im vergangenen Jahr wurde deutlich weniger als ein Prozent des gesamten Lebensmittelumsatzes mit Online-Bestellungen erwirtschaftet. In Großbritannien sieht das schon anders aus im letztjährigen Weihnachtsgeschäft wurden beim Lebensmittelriesen Tesco bereits acht Prozent der Lebensmitteleinkäufe online erledigt. Auch hierzulande bringen Anbieter wie Biodirekt oder HelloFresh Obst und Gemüse an die Haustür, und Allyouneed.com oder my-time.de sind Beispiele für reine Online-Supermärkte. Auch die großen Lebensmittelkonzerne testen derzeit verschiedene Modelle. Bei Rewe gibt es sogar ein eigenes Internet-Team, das den Online-Handel vorantreiben soll, denn Rewe-Chef Alain Caparros ist überzeugt, Kunden würden ihren Tagesbedarf an Lebensmitteln schon bald online ordern. In der Tat lesen sich auch die Prognosen vielversprechend: Die Berater von A. T. Kearney etwa schätzen den Online-Anteil der Lebensmittelkäufe im Jahr 2020 auf rund sechs Prozent, eine Ernst & Young-Studie geht im gleichen Zeitraum gar von einem Anstieg auf zehn Prozent aus. Eine große Herausforderung für den Online- Versand von Lebensmitteln ist die Entwicklung der perfekten Verpackung, insbesondere wenn es um gekühlte Lebensmittel geht. Auch der Wellpappenindustrie steht damit eine spannende Zeit bevor. Das Potenzial für den Einsatz von Wellpappe ist jedenfalls groß. 11

12 Verband der Wellpappen-Industrie e.v. Hilpertstraße Darmstadt Tel.: (0 6151) Fax: (0 6151) Gütegemeinschaft Wellpappe e.v. Hilpertstraße Darmstadt Tel.: (0 6151) Fax: (0 6151) RESY Organisation für Wertstoffentsorgung GmbH Hilpertstraße Darmstadt Tel.: (0 6151) Fax: (0 6151) wfp Institut für Wellpappenforschung und -prüfung GmbH Hilpertstraße Darmstadt Tel.: (0 6151) Fax: (0 6151) Forum Ökologisch Verpacken e.v. Bockenheimer Landstraße Frankfurt Deutschland Tel.: Fax: IMPRESSUM Herausgeber: Verband der Wellpappen-Industrie e.v. Fotos: VDW, Deutsche Post Mai 2014 Verband der Wellpappen-Industrie e.v.

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