Integrierte Sozialraumplanung

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1 LIGA-Studie Machbarkeit zur Implementierung eines strategischen Zentrums für Sozialplanung Integrierte Sozialraumplanung Fachtagung 06. Juli 2011 Bad Blankenburg

2 Komplexe sozialpolitische Megatrends viele Handlungsfelder in einer dynamischen Umwelt viele Akteure & vielfältige Interessen Die Herausforderungen wollen organisiert werden! Hohe Komplexität Langfristige Prozesse dies benötigt: Strategische Ausrichtung Zusammenarbeit statt Abgrenzung Verständigung über Planungsprozess Zielkonsens finden Etappenziele definieren & Priorisierung

3 Erster Teil: Sozialraum

4 Sozialräume und Lebenslagen Kinder und Jugendliche Pflegebedürftige Alleinerziehende Erwerbstätige Menschen mit Behinderung Studierende RentnerInnen Arme Erwerbslose Chronisch Kranke Zugezogene Millionäre Die Lebenslagen in einem Sozialraum lassen sich umschreiben mit ökonomischen kulturellen sozialen symbolischen Dimensionen gesellschaftlicher Teilhabe. KünstlerInnen

5 Sozialräume und Strukturen Verbände ÖPNV Parteien Familien Kirchen Unternehmen Vereine Initiativen Bausubstanz Nachbarschaften Selbsthilfe- Gruppen Verwaltung Einrichtungen Kommunalpolitik Die Strukturen eines Sozialraums prägen die gesellschaftlichen Teilhabe-Spielräume der BewohnerInnen im positiven (erweiternden) wie im negativen (einschränkenden) Sinn.

6 Sozialräume in Bewegung Gesellschaftliche und (sozial-) politische Entwicklungen Fachliche Entwicklungen soz. Arbeit Ambulant vor Stationär Persönliches Budget Methoden der Hilfebedarfsfeststellung Inklusion Die Demografische Dynamik Schrumpfende Bedarfe Wachsende Bedarfe Neuartige Bedarfe Fachkräftemangel Handlungsbedarf Rahmenbedingungen im Wandel Sozialplanung (Re-)Kommunalisierung Finanzielle Lage der öffentlichen Haushalte

7 Zweiter Teil: Sozialplanung

8 Sozialplanung Der Begriff Erfasst Lebenslagen, ermittelt Bedürfnisse Vorausschauende Entwicklung sozialer Unterstützungssysteme und ihre Evaluation Ziel ist ein bedarfsgerechtes, leistungsfähiges und wirtschaftliches Angebot sozialer Dienstleistungen Sicherstellung des erwünschten Versorgungsniveaus Lebensräume für die Zukunft gestalten Forschungs-, Planungs- und Koordinationsinstrument im Sozialbereich Soziale Infrastruktur Soziale Kommunalpolitik Kommunale Sozialpolitik Aktive Gesellschaftspolitik

9 Sozialplanung Der Begriff Im Optimalfall findet sie stark vernetzend statt und mindert die fachliche Versäulung sozialer Stadtgestaltung Wirkung: präventiv, gestaltend, informativ, kontrollierend, verändernd, reaktiv anhand der Datengrundlage Birgt Spannungen Interessenausgleich als Gemeinschaftsaufgabe in Koproduktion Sozialplanung ist Daueraufgabe!

10 Von der Planung zur Umsetzung Ergebnisse und Wirkungen: Was wollen wir erreichen? Projekt oder Produkt : Was müssen wir dafür tun? Prozess und Struktur: Wie müssen wir es tun? Ressourcen: Was müssen wir dafür einsetzen? zwei Leitfragen: Machen wir die richtigen Dinge? bzw. Machen wir die Dinge richtig? Effektivität Wirkung Effizienz Wirkungsgrad

11 Sozialplanerischer Managementkreislauf (VSOP) Definition sozialpolitischer Leitlinien und politische Auftragserteilung Grunddaten für sozialpolitische Leitlinien durch Sozialberichterstattung Politik Zieldefinition auf der Basis von Bedarfsermittlungsprozessen Überprüfung und Bewertung von Wirkung und Wirtschaftlichkeit der Leistungen und der Leistungserbringung Träger BürgerInnen Verwaltung Produkt- oder Maßnahmenplanung mit Ressourcenplanung Leistungserbringung Bereitstellung von Ressourcen und Leistungen (interne, externe Leistungserbringer) Von der Planung zur Umsetzung

12 Sozialraumplanung Sozialraumplanung benötigt Daten aus dem Sozialraum Sozialberichterstattung kann diese liefern Prognosen, qualitative Informationen um vorausschauend handeln zu können. Qualität der Planung Reagieren auf Probleme oder Gestalten? Zielvorstellungen der Beteiligten? Zeitlicher Horizont der Planung

13 Charakteristik Integrierter Sozialraumplanung Sozialraumplanung als wesentlicher Bestandteil der Stadtentwicklung Vernetzung und Synchronisation aller Fachplanungen über Fachplanungskonferenz Planungsraumkonferenz als Brücke zu den Sozialräumen und der Erbringungsebene (z. B. Quartiersmanagement, Einrichtungen, Bürgerschaftliches Engagement) Professionelle Vernetzungsarbeit sorgt für Kontinuität und Informationskreisläufe Prozessmanagement! Hohes Maß an Kooperation innerhalb der Verwaltungsstrukturen und an den Schnittstellen zu Politik und Gesellschaft Quelle: Lutz et al.

14 Hintergrund des Konzepts Integrierte Sozialraumplanung Öffentliche Sozialplanung Qualitativ hochwertige Fachplanungen untereinander nur bedingt kompatibel Regelmäßige Planungsfortschreibungen neben projektbezogenen Einmalplänen diverse Software und Datenstrukturen Diskussion um Definition von Sozialräumen Planungsräume Sozialräume grenzüberschreitendes Nutzerverhalten Partizipation und Wissensproduktion von Praxisexperten Bedarf an konkreten, empirisch fundierten und verbindlichen Entwicklungszielen Dauerhafte übergreifende Kommunikationsstruktur Klare Verantwortlichkeiten für den Gesamtprozess Organisationen der Freien Wohlfahrtspflege Quelle: Lutz et al.

15 Dritter Teil: freie Wohlfahrtspflege als Partner der Sozialplanung

16 Der Deutsche Verein regt an bereits in den Anfangsstadien der integrierten Sozial- und Finanzplanung eine Verabredung mit der Freien Wohlfahrtspflege über deren Rolle und Aufgaben im gesamten Prozess der strategischen Steuerung und Sozialplanung anzustreben. Diese Verabredung sollte [ ] die grundsätzlichen Regeln der Mitwirkung und Mitverantwortung klären helfen. Davon unberührt bleibt das Hauptziel der Sozialplanung, kommunalpolitische Entscheidungen mit vorzubereiten []. Hellwig, U., Eckpunkte für eine integrierte Sozial- und Finanzplanung in Kommunen, in DV 08/11 AF I, , S. 10 ff.

17 Herausforderungen personelle Ausstattung von Sozialplanungsstellen Methodenwissen unterschiedlich komplexe integrierte Planungsprozesse Ideen verlaufen im Sande Beteiligung vs. Zeitknappheit Beschreibung sozialer Problemlagen Unterschiedliche Interessenlagen

18 LIGA-Studie zur Machbarkeit der Implementierung eines strategischen Zentrums für f r Sozialplanung Wo und durch wen findet Sozialplanung statt? Um welche Felder sozialer Arbeit geht es dabei? Welche Methoden kommen zur Anwendung und sind erfolgreich? Welche sozialplanerischen Kapazitäten und Kompetenzen sind bei freien Trägern vorhanden? Welche Daten dienen als Planungsgrundlage, welche Daten fehlen? Welche Beispiele guter Praxis gibt es, z. B. bei Kooperationen?

19 LIGA-Studie zur Machbarkeit der Implementierung eines strategischen Zentrums für f r Sozialplanung - Praxisbezüge in Thüringen - Begleitung partizipativer Sozialplanungsprozesse unterschiedlicher Größenordnungen in Thüringer Kommunen und Landkreisen Integrierte Teilhabeplanung zeitgemäße Hilfebedarfsfeststellung Nach dem Arbeitsleben Ältere Menschen mit Behinderung im Ruhestand Studienbegleitung zur Bedeutung der Sozialwirtschaft in Thüringen (FSU Jena)

20 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Ihre Fragen, Anregungen, Kritik, Ideen: LIGA-Studie Kompetenzzentrum Strategische Sozialplanung c/o Der PARITÄTISCHE Thüringen e. V. OT Neudietendorf Bergstraße Nesse-Apfelstädt, Tel /

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