Energiepreise in Maintal Transparenz und Vertrauen

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1 Energiepreise in Maintal Transparenz und Vertrauen Fakten - Argumente - Hintergründe

2 Maintal, im Juli 2005 Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, die Gaspreiserhöhungen der vergangenen Monate hat bei Verbrauchern, in der Presse und der Politik zu Unmut geführt. Auch wir haben seit dem 1. Januar 2004 unseren Erdgaspreis um 0,47 Cent die Kilowattstunde erhöht. Unser Einkaufspreis ist in diesem Zeitraum sogar um 0,86 Cent die Kilowattstunde gestiegen. Es gelang uns somit, einen Teil der höheren Beschaffungskosten intern aufzufangen. Den größeren Teil mussten wir allerdings in Form einer Preiserhöhung weitergeben. Diese Entwicklung bedauern wir sehr. Vor allem in Zeiten wachsender finanzieller Belastungen und hoher Arbeitslosigkeit. Wir versichern Ihnen aber, dass wir unsere Unternehmensentscheidungen weiterhin mit Verantwortung treffen. Denn für uns steht ein guter Kundenservice, hohe Kundenzufriedenheit und langfristige Versorgungssicherheit an erster Stelle. Mit den folgenden Informationen wollen wir Ihnen die komplexen Zusammenhänge verdeutlichen, die in Maintal für die Erdgas-, Strom- und Wasserpreise bestimmend sind. Ihre Maintal-Werke-GmbH 1. ENERGIE unter dem Einfluss des Weltmarktes Die globale Energiepreisentwicklung belastet derzeit Privatkunden ebenso wie die Industrieunternehmen. Das hat verschiedene Gründe: Das Erdöl befindet sich mit rund 60 Dollar pro Barrel auf Rekordniveau; der Weltmarktpreis für Kohle ist in fast zwei Jahren von 40 auf 62 Dollar je Tonne gestiegen. Die Vorgänge auf den internationalen Devisenmärkten bestimmen ebenfalls die Energiepreise sowie die Preispolitik der Erdöl exportierenden Staaten (OPEC). Weiteren Einfluss auf die Energie- und Rohstoffpreise hatte der Irak-Krieg. Auch können sich innenpolitische Geschehnisse in Russland jederzeit auf die Erschließung von neuen Erdgasvorkommen auswirken. Dazu kommt das schnelle Wirtschaftswachstum Chinas, das wie kein zweites Land weltweit Rohstoffe nachfragt. Diesem Beispiel können schon bald andere Länder folgen, die erst am Anfang ihrer wirtschaftlichen Entwicklung stehen. Zuletzt wirkt sich auch das Klima auf die Energiepreise aus. Der bundesdeutsche Energiemarkt ist zudem durch nationale und europapolitische Entscheidungen, wie die Liberalisierung, Steuererhöhung und dem Emissionshandel geprägt. 60,0% 50,0% 40,0% 30,0% 20,0% 10,0% 0,0% Preissteigerung von Rohstoffpreisen Jan.-Dez in Prozent Heizöl Zucker Kupfer Rohöl Erdgas Platin Gold Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

3 2. Erdgas - eine Importware Erdgas wird in Deutschland bei Privathaushalten und der Industrie immer beliebter. In Maintal liegt die Anschlussquote der vergangenen acht Jahre bei mehr als 95 Prozent aller Neubauten. Erdgas ist jedoch eine Importware. Achtundsiebzig Prozent des bundesdeutschen Bedarfs stammen aus den Niederlanden, Norwegen und Russland, weitere kleinere Mengen aus Großbritannien und Dänemark. Lediglich 16 Prozent kommen aus dem Inland. Zudem steigt jährlich die Nachfrage an Erdgas, so dass neue Vorkommen erschlossen werden müssen. Die Produktion und den Transport des flüchtigen Energieträgers zahlen die Produzenten. Den großen Erdgas-Konzernen stehen Kunden gegenüber, die darauf bedacht sind, ihren Energiebedarf möglichst preisgünstig zu decken. Theoretisch besteht die Möglichkeit, dass sie den Brennstoff für Ihre Heizung wechseln, wenn sich eine preiswertere Alternative bietet. Da ein Wechsel technisch oder wegen erheblicher Investitionen nicht einfach möglich ist, spielt Fairness zwischen den Verbrauchern und den Produzenten eine wichtige Rolle. Um letztlich eine Balance zwischen den Preisen von Erdöl und Erdgas zu schaffen, hat sich auf dem Energiemarkt das Instrument der Ölpreisbindung durchgesetzt. 19% 24% 6% Erdgasbezugsquellen % 35% Deutschland Russland Norwegen Niederlande Großbritannien/Dänemark und andere Quelle: BGW 2.1 Die Ölpreisbindung Öl ist weltweit der wichtigste Energieträger. Aus diesem Grund kam man auf die Idee, die Gaspreise an die Notierungen für den Ölpreis zu koppeln. Damit wollte man eine kalkulierbare Grundlage für die Preisbildung schaffen. Um die starken Schwankungen der Ölpreise zu glätten, wird ein mehrmonatiger Durchschnittspreis des Heizölpreises gebildet. Die Gaspreise folgen deshalb den Ölpreisen mit Verzögerung. Dadurch wird gewährleistet, dass die Gaspreise sinken, wenn die Ölpreise zurückgehen. An diese internationale Branchenvereinbarung ist auch die Maintal-Werke-GmbH gebunden. In Zeiten steigender Ölpreise fragen sich die Verbraucher, ob diese Kopplung Sinn ergibt. Produzenten und Gasimporteure könnten Festpreise aushandeln. Das Problem dabei ist, dass bei fallenden Öl- und Gaspreisen die ausgehandelten Festpreise weitergezahlt werden müssten. Die Preisbindung hat sich daher bewährt und verhindert, dass die wenigen Erdgasproduzenten bei sinkenden Ölpreisen ihre Marktmacht ausspielen und die Gaspreise hoch halten. Auch auf Märkten wie den USA und Großbritannien, auf denen es keine Ölpreisbindung gibt, folgen die Gaspreise den Ölpreisen allerdings mit stärkeren Ausschlägen. Die deutschen Erdgasimportwerte sind im März 2005 weiter gestiegen, teilt der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) mit. Laut einer Statistik des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) lag der Wert im März ,2 Prozent über dem Vergleichswert vom März Nach aktuellen Prognosen wird sich diese Entwicklung auch in den kommenden Monaten weiter fortsetzen. Damit vollziehen die Erdgasimportwerte den deutlichen Anstieg des Ölpreises nach. Sie folgen mit zeitlicher Verzögerung dem Ölpreisanstieg.

4 2.2 Verwendung der Einnahmen - Gassparte Wenn das Erdgas unsere Übergabestationen in Maintal erreicht, sind bereits 73 Prozent unserer Einnahmen aus dem Erdgasverkauf aufgezehrt 48 Prozent davon machen die Beschaffungskosten aus, 25 Prozent fließen in Form von Steuern und Abgaben in die Staatskasse. Die Netzkosten in Maintal betragen weitere 15 Prozent. Darin enthalten sind Abschreibungen, Betrieb und Unterhaltung. Für die Abrechnung und die Verwaltung fallen 4 Prozent an, so dass am Ende 8 Prozent als Überschuss und Rücklage übrig bleiben. 25% 4% 8% 15% Erdgasversorgung Maintal 2004 Gasbezug netto Netzkosten in Maintal Verwaltung u. Abrechnung 48% Steuern u. Abgaben Überschuss u. Rücklage 2.3 MWG-Preise im Vergleich zu anderen hessischen Versorgern 4,600 4,400 4,200 4,000 3,800 3,600 3,400 Gaspreisübersicht Hessen bei kwh/jahr zum in Cent/kWh GÜNSTIGSTES GASVERSORGUNGSUNTERNEHMEN IN HESSEN MAINTAL-WERKE-GMBH GASVERSORGUNG MAIN-KINZIG GMBH TEUERSTES GASVERSORGUNGSUNTERNEHMEN IN HESSEN Nebenstehende Grafik zeigt, wo die Gaspreise der Maintal-Werke-GmbH im Umfeld anderer hessischer Gasversorger angesiedelt sind. Betrachtet wird hier ein Gaskunde mit einem Verbrauch von kwh/jahr, einem Anschlusswert von 13,5 kw und erteilter Bankeinzugsermächtigung (3% Bonus.) Das entspricht einem typischen Verbrauchswert, der auch durch die Landeskartellbehörde-Energie herangezogen wird. Diesen Durchschnittspreis haben wir mit den entsprechenden Preisen des teuersten und des günstigsten Unternehmens in Hessen verglichen. Deutlich wird auch, dass die Preise der Maintal-Werke-GmbH unter den Preisen des ehemaligen Gasversorgers in Maintal liegen der Gasversorgung Main-Kinzig GmbH. Daraus resultiert: Der Gaspreis in Maintal wäre höher, wenn die Maintal-Werke-GmbH nicht die Gasversorgung übernommen hätten. Preisunterschiede aufgrund der örtlichen Gegebenheiten wie Netzstruktur und Anschlussdichte sind unvermeidbar.

5 3. STROMPREISE Nur der Energiemix gewährleistet gegenwärtig, dass wir in Deutschland jederzeit Strom in der gewünschten Menge und Qualität bereitstellen können. Etwa 50 Prozent des bundesdeutschen Stroms wird aus Braun- und Steinkohle gewonnen. Der Anteil der Kernenergie beträgt etwa 28 Prozent. Rund zehn Prozent stammen aus Erdgas. Ein etwa ebenso großer Teil wird aus Anlagen zur Nutzung von erneuerbaren Energien erzeugt. Heizöl macht dagegen nur einen geringen Teil aus. Der Energiemarkt wurde 1998 mit dem Ziel liberalisiert, die Strompreise zu senken. Die Preisaufsichtsbehörde des Landes Hessen prüft jedoch weiterhin die Tarife der Versorgungsunternehmen. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an Faktoren, die sich auf unsere Preisgestaltung auswirken. Folgende Bestandteile werden von uns an den Staat, die Stadt Maintal oder den vorgelagerten Netzbetreiber abgeführt: - Der stark gestiegene Anteil an Strom aus Sonne, Wind, Wasser und Biogas basiert auf dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Das EEG besagt, dass Öko-Strom zu festgelegten Preisen eingekauft werden muss. Da diese Preise über denen des Marktes liegen, schlagen sie sich auf die Verbraucherpreise nieder. - In Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) wird Strom umweltschonend erzeugt. Die anfallende Wärme wird genutzt und in Nah- oder Fernwärmenetze eingespeist. KWK-Anlagen werden gesetzlich gefördert. Daher zahlen alle Verbraucher eine Umlage, die im Strompreis enthalten ist. - Für die Nutzung öffentlicher Wege erhält die Stadt Maintal eine Konzessionsabgabe. - Die Stromsteuer schlägt mit 2,05 Cent/kWh und die Umsatzsteuer wesentlich stärker zu Buche. Damit beträgt der Anteil am Strompreis, der in öffentliche Haushalte fließt, nahezu 40 Prozent. Neben diesen Steuern, Umlagen und Abgaben, führen steigende Preise von Kohle, Öl und Erdgas auf den Weltmärkten, für die Stromproduzenten zu höheren Rohstoffpreisen. Somit steigen auch unsere Einkaufspreise. 3.1 Verwendung der Einnahmen - Stromsparte Wenn der Strom unsere Übergabestationen in Maintal erreicht, sind bereits 69 Prozent unserer Einnahmen aus dem Stromverkauf aufgezehrt 28 Prozent davon machen die Beschaffungskosten aus, 41 Prozent fließen in Form von Steuern und Abgaben in die Staatskasse. Die Netzkosten in Maintal betragen weitere 20 Prozent, resultierend aus den Pachtkosten für das Stromnetz, dem Betrieb und der Unterhaltung. Für die Abrechnung und die Verwaltung fallen 5 Prozent an, so dass am Ende 6 Prozent als Überschuss und Rücklage übrig bleiben. 6% 28% Stromversorgung Maintal 2004 Strombezug netto Netzkosten in Maintal Durch effiziente Organisation, gute Kooperationen und motivierte Mitarbeiter ist es uns gelungen, im liberalisierten Strommarkt günstige Energiepreise anzubieten. So lagen die Preise seit der Übernahme der Stromversorgung stets unter den Preisen der EAM. 41% 5% 20% Verwaltung u. Abrechnung Steuern u. Abgaben Überschuss u. Rücklage

6 4. WASSERVERSORGUNG Im Auftrag der Stadt Maintal erfolgt seit dem 01. Januar 2005 die Versorgung des Stadtgebietes mit Wasser durch die Maintal-Werke-GmbH. Mit der vorhandenen Erfahrung aus dem Strom- und Gasbereich bringt die Maintal-Werke-GmbH die besten Voraussetzungen mit, eine zuverlässige Versorgung zu günstigen Preisen zu gewährleisten. Bestehende Strukturen werden genutzt - auch für die Wasserversorgung wurden effektive und bewährte Kooperationen eingegangen. Eine belastbare Darstellung der Einnahmenverwendung aus der Wassersparte ist derzeit nicht möglich - hierzu müssen mindestens die Zahlen eines abgeschlossenen Geschäftsjahres vorliegen. 4.1 Die Stadt Maintal und ihre Bürger sind die Gewinner Jährlicher Vorteil aus der MWG- Wasserversorgung: bis 2004 ab 2005 Konzessionsabgabe und Gewerbesteuer 0 > Gewinnanteil für die Stadt Maintal 0 > Summe der Preisreduktion für die Bürger 0 > Summe der jährlichen Vorteile: > Ein starker Partner für die Region Für ein gesundes und stabiles Unternehmen sind Überschüsse unerlässlich. Seit neun Jahren erwirtschaftet die Maintal-Werke-GmbH einen jährlichen Überschuss. Dieser Überschuss fließt nur zum Teil den Anteilseignern (Stadt Maintal 51 Prozent / Energieversorgung Offenbach AG 49 Prozent) zu. Der größere Überschussanteil verbleibt im Unternehmen und wird für Neuinvestitionen - z.b. zum Kauf des Wassernetzes für rund 7,5 Millionen Euro - verwendet. Mit der Energieversorgung Offenbach AG hat die Stadt Maintal vor mehr als zehn Jahren einen kompetenten und starken Partner gewonnen. In Zeiten, die mit großen Veränderungen verbunden sind, sind verlässliche Partnerschaften wichtiger denn je. Die Konzessionsabgaben, Gewerbesteuer und städtische Überschussanteile kommen den Bürgern der Stadt Maintal wieder zu Gute. Diese stützen den Haushalt der Stadt und werden beispielsweise für soziale Einrichtungen, das Maintalbad oder den öffentlichen Nahverkehr eingesetzt. Weil die Stadt die Mehrheit der Anteile hält, ist gewährleistet, dass die zuverlässige Versorgung mit Energie und Wasser im Sinne der Bürger erfolgt. Damit ist die Maintal-Werke-GmbH nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region Maintal. Das Unternehmen steigert auch die Lebensqualität und sichert Arbeitsplätze in Maintal. Maintal-Werke-GmbH Neckarstraße Maintal-Dörnigheim Tel.: 06181/ Fax: 06181/ Internet:

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