Diversität und institutioneller Wandel in der stationären Langzeitpflege

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1 Diversität und institutioneller Wandel in der stationären Langzeitpflege Katharina Liewald, Schweizerisches Rotes Kreuz, Abteilung Gesundheit und Diversität

2 Diversität in der Langzeitpflege auf 2 Ebenen Ebene KlientInnen Diversität aufgrund der Komplexität des alten Menschen persönliche Merkmale, Besonderheiten, Auffälligkeiten Multimorbidität Besonders vulnerable Gruppen Hochaltrigkeit Demenz Psychische Erkrankungen Sucht Migrationshintergrund unterschiedliche Bedürfnisse und Ressourcen hohe Anforderungen an Pflege und Betreuung

3 Diversität in der Langzeitpflege auf 2 Ebenen Ebene Personal Diversität aufgrund unterschiedlicher Qualifikationen und Kompetenzen Verschiedene Ausbildungsniveaus unterschiedliche Level bei Belastungen/Überforderung Diversität aufgrund Herkunft > 20 verschiedene Nationen in Institutionen keine Seltenheit unterschiedliches Pflegeverständnis sprachliche Schwierigkeiten

4 Diversität und institutioneller Wandel Fragen Wie reagieren Institutionen der Langzeitpflege auf diesen Wandel? Wie gehen Institutionen mit ihrer Diversität um? Welches sind die Auswirkungen der Diversität? Sind die Institutionen in ausreichendem Mass für die Thematik der Diversität sensibilisiert?

5 Eine Standortbestimmung in der Praxis Fragestellung: Bestehen aufgrund der Diversität Risiken für die besonders verletzliche Bewohnerschaft? Werden die Zusammenhänge zwischen (möglichen) Risiken oder Ressourcen und der Diversität in der Institution erkannt? Ziele: Informationen aus der Praxis zum Umgang mit Diversität Massnahmen für eine verbesserten Umgang mit Vielfalt im Langzeitbereich Sensibilisierung von Fachpersonen und Mitarbeitenden

6 Eine Standortbestimmung in der Praxis Projekt HORIZONTE Erkenntnisse: komplexe Pflegesituationen erfordern professionelles Handeln hohe Anforderungen in psychosozialer Betreuung und Begleitung besonders vulnerabler BewohnerInnen (ethische Spannungsfelder) erhöhtes Diskriminierungsrisiko für besonders vulnerable BewohnerInnen fehlende institutionelle Strukturen für den Umgang mit Diversität

7 Eine Standortbestimmung in der Praxis Projekt HORIZONTE Erkenntnisse: komplexe Pflegesituationen erfordern professionelles Handeln hohe Anforderungen in psychosozialer Betreuung und Begleitung besonders vulnerabler BewohnerInnen (ethische Spannungsfelder) erhöhtes Diskriminierungsrisiko für besonders vulnerable BewohnerInnen fehlende institutionelle Strukturen für den Umgang mit Diversität konzeptionelle Grundlagen Personalführung Weiterbildungsmanagement Qualitätssicherung

8 Vier institutionelle Kernfelder Fehlende konzeptionelle Grundlagen Leitlinien und Orientierung für den Umgang mit vulnerablen Gruppen «Ich hatte auch schon Diskussionen mit Psychiatriepflegern, die sagten: Ja bei euch sind sie therapiert, weil sie nicht mehr in einer Akutphase sind. Aber bei uns ist das manchmal schwierig, so einen depressiven Menschen oder jemanden, der einfach ein psychiatrisches Krankheitsbild hat, auf einer normalen Wohngruppe zu haben, wo einfach jemand ist, der gebrechlich ist. Also, die Spannungsfelder, die die Leute gegenseitig aushalten zu müssen, sind schon schwierig.» (Wohngruppenleiter/in)

9 Vier institutionelle Kernfelder Personalhierarchien und transkulturelle Teams unterschiedliche Kompetenzniveaus beim Pflege- und Betreuungspersonal als Herausforderung «Wenn man sich überlegt, eben vor allem in der Langzeit hat man eben eigentlich sehr wenig Fachpersonal im Verhältnis zum Betreuungspersonal, das eigentlich keine Ausbildung hat. Und dann muss man relativ schnell geistig switchen können. Also, ist man bei einem depressiven Menschen, den man pflegt, und dann gehst du zu einem Demenzkranken und dann noch zu einem Alkoholkranken. Also, es sind ganz andere Ansätze, wie man diese Leute begleiten muss. Und ich denke, dass dies einmal das Grösste ist, um überhaupt diese Grundbedürfnisse wahrnehmen zu können.» (Dipl. Pflegefachperson)

10 Vier institutionelle Kernfelder Komplexität der Alterspflege erfordert spezifische Weiterbildung Kompetenzerweiterung besonders für wenig qualifiziertes Betreuungspersonal «Mehr Wissen, mehr Wissen über die Krankheiten, mehr Wissen darüber, was jetzt für ihr Wohl wichtiger ist. Ist es jetzt zum Beispiel unter die Dusche zu müssen, um sie aus dem Alltagstrott ( ) mal rauszuholen. Ist das jetzt die Realität oder ist es jetzt der Willen des Bewohners, dort ist Wissen eine grossen Hilfe.» (Mitarbeitende/r der Pflege und Betreuung)

11 Vier institutionelle Kernfelder Qualitätssicherung durch lernen aus schwierigen Fällen Lernsystem Pflege und Betreuung Was geschieht nach problematischen Ereignissen? «Ich glaube, wichtig wäre für uns auch zu definieren, was hier bei uns im Heim als diskriminierend angeschaut werden könnte, dass wir überhaupt wissen, alle zusammen, dass wir auch die Augen aufmachen können und bewusster hinschauen können. Dass man vielleicht mal definiert, was könnte hier diskriminierend ablaufen, wo wir vielleicht betriebsblind sind und nicht hinschauen können oder wollen aus irgendwelchen Gründen.» (Kaderperson)

12 Diversity Management für die Langzeitpflege Diversität der Institution analysieren Leitbild und Pflege- u. Betreuungskonzept an Diversität anpassen Diversity Mainstreaming Konzeptionelle Grundlagen Personalführung Kompetenzentwicklung der Leitungsverantwortlichen für Diversity Management Diversity Mainstreaming bei Personalrekrutierung u. entwicklung optimierter Skill- und Grademix des Pflege- und Betreuungspersonals Weiterbildung nach den spezifischen Anforderungen der Diversität ausrichten und konzeptionell verankern interne und externe Weiterbildung optimieren Weiterbildungsmanagement Lernsystem Pflege und Betreuung Qualitätssicherung durch Berücksichtigung der Diversität Konsensförderung zum Thema Diskriminierung Paradigmenwechsel von Schuldkultur zu positiver Fehlerkultur systematisches u. praxisnahes Lernen

13 Wegleitung für Alters- und Pflegeheime Erscheint demnächst Wegleitung für Alters- u. Pflegeheime Sensibilisiert für Zusammenhänge zw. Diversität und mögl. Risiken/Ressourcen Handlungsempfehlungen und praxisnahe Umsetzungsschritte für den Umgang mit Diversität

14 Sensibilisierungsfilm Wegleitung inklusive DVD 4 Fallbeispiele aus der Praxis Arbeitsblätter für den Einsatz in Aus- und Weiterbildung Bezugsquelle: >Publikationen>Gesundheit> Praxisreihe «Im Fokus» (weitere s. Promoflyer)

15 Weitere Aktivitäten Kommunikation und Promotion Produkte Sensibilisierung für Zusammenhänge Vernetzung Weiterbildungsmodul für HeimleiterInnen und Leitungsverantwortliche? und Pro Fragen?

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