WERTE WANDEL WIRTSCHAFT

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1 P.b.b. 13z M 8010 Graz W! WERTE WANDEL WIRTSCHAFT Das Magazin des Wirtschaftsbund Steiermark Ausgabe 02 Dezember 2013 Bewegter Handel TOP THEMA: Einkaufswagerl vs. Onlineshop 4 fotolia/montage tricom Thema: Recht muss Recht bleiben 4 Erfolg: Premiere für steirischen WKO-Unternehmertag 14 Trends: Green Tech Bridge mit den USA 27 Interview: Die Zukunft mit Google Glass 28

2 Beschäftigte sind im steirischen Handel tätig. Dafür sorgen aktive Mitgliedsbetriebe dieser Sparte. Unternehmer schaffen Arbeit! Impressum Medieninhaber, Herausgeber und Eigentümer: Wirtschaftsbund Steiermark Zusertalgasse 2, A-8021 Graz Tel Fax Konzeption und Design: TRIC M PR DESIGN CONSULTING TRICOM Edelsbrunner-Simmerstatter-Windisch OG Körösistraße 9, 8010 Graz, , Druck: Wallig Ennstaler Druckerei und Verlag Ges.m.b.H. Mitterberger Straße 36, A-8962 Gröbming Geschäftsführer und für den Inhalt verantwortlich: Mag. (FH) Kurt Egger Projektleitung: Tanja Haiden, MA Chefredakteur: Mag. Markus Simmerstatter Redaktion: Kristina Kurzweil, MA Georg Holzer Layout: Siegfried Windisch, Anna Pichler Anzeigenverkauf: Mag. Christian Edelsbrunner Theresina Jürgens Lektorat: Bernhard Sax, Onlineversion auf 2

3 Editorial Wissen, was drin ist 02 Impressum 04 Thema: Recht muss Recht bleiben 06 TOP Thema: Bewegter Handel 11 Portrait: 140 Jahre Kastner & Öhler 12 Interview: Die Zukunft der RLB Steiermark 14 Erfolg: Erster steirischer WKO-Unternehmertag 16 Thema: Vollgas bei Gemeindestrukturreform 18 Interview: NRAbg. Andreas Zakostelsky 20 Thema: AK-Wahl Regionen: Neuigkeiten aus den Bezirken 25 Regionen: Wahlen in den Bezirken 26 Erfolg: WBNet-Wachstumspartnerschaft 27 Trends: Green Tech Bridge mit den USA 28 Interview: Die Zukunft mit Google Glass 30 Events: WB-Veranstaltungen 33 Porträt: Stundenlohn 35 Porträt: Ein Leben für die Wirtschaft 36 Service: Die Erste Geige spielen 38 Thema: Lehrlingscorner 39 Service: W! Buchtipps Am 29. September hat Österreich seinen Nationalrat gewählt. Nun wird es Zeit, dass die neue Regierung wichtige Entscheidungen für die Zukunft unseres Landes trifft. Nur wenn es den neuen Regierungspartnern gelingt, in den kommenden fünf Jahren Reformen voranzutreiben und die richtigen Maßnahmen zu setzen, bleibt Österreich im internationalen Wettbewerb weiterhin konkurrenzfähig. Einen Stillstand kann sich Österreich sechs Jahre nach der europaweiten Schuldenkrise nicht mehr leisten. Auf dem Spiel stehen tausende Arbeitsplätze, unser wirtschaftliches Niveau und damit auch die Solidarleistungen an Benachteiligte. Österreich steht vor der Wahl: alles beim Alten zu belassen, keine Veränderungen herbeizuführen und damit Österreich wie andere EU-Länder langsam, aber sicher in die Krise zu stürzen, oder einen Sanierungskurs der Staatsfinanzen mit nachhaltigen Reformen in den Bereichen Gesundheit, Verwaltung, Pensionen und Bildung einzuschlagen. Außerdem braucht Österreich dringend eine Steuersenkung, denn die Belastung des Faktors Arbeit ist in Österreich enorm. Trotz schwacher internationaler Wirtschaftsprognosen weist unser Land die besten Arbeitsmarktdaten Europas auf. Rund zusätzliche Arbeitsplätze wurden seit der Finanzkrise 2009 von österreichischen Unternehmen geschaffen. Im europäischen Spitzenfeld liegt Österreich leider auch in puncto Steuern und Abgaben. In Österreich liegen die gesamten Lohnnebenkosten etwa bei 50%. Das bedeutet, nur die Hälfte dessen, was die Arbeit unseren Betrieben kostet, kommt beim Arbeitnehmer an. Der Druck im globalen Wettbewerb und die Dynamik am Arbeitsmarkt verschärfen die Situation. Hinzu kommen geänderte Lebensbedingungen der Menschen, die eine höhere Flexibilität und neue Arbeits(zeit)modelle erfordern. Österreich braucht eine neue Ausrichtung, mutige Ideen und Innovationen sowie nachhaltige Wirtschaftsimpulse. Die neue Regierung muss alte Strukturen aufbrechen und Österreich mit spürbaren Veränderungen wieder zukunftsfit machen. Allem voran muss deshalb die Abgaben- und Staatsquote signifikant gesenkt werden. Unsere Klein- und Mittelbetriebe sind derzeit mit abschreckenden 53 Prozent zu stark belastet. Pläne für Steuererhöhungen sowie sämtliche standortschädliche Wahlzuckerln und die Ausdehnung von Wohlfahrtsleistungen oder Vermögenssteuern müssen endlich vom Tisch. Ausgaben- und Steuersenkungen müssen im Mittelpunkt stehen und für die nächsten fünf Jahre zum Hauptprogramm der neuen Regierung werden. Kurt Egger WB-Direktor Robert Frankl 3

4 Recht muss Recht bleiben Rechtssicherheit ist ein wichtiger Standortfaktor Jeder weiß, dass Legislative, Exekutive und Jurisdiktion die Säulen einer funktionierenden Demokratie sind. Dennoch häufen sich in letzter Zeit die Attacken auf unser Rechtssystem. Das gefährdet nicht nur den Staat in seinen Grundfesten, sondern auch den Wirtschaftsstandort. Österreich, und damit auch die Steiermark, ist 2012 für ausländische Inverstoren deutlich attraktiver geworden. Die Betriebsansiedelungen sind um beeindruckende zehn Prozent gestiegen. 201 Betriebe aus dem Ausland haben sich 2012 in Österreich niedergelassen und dabei 2385 Arbeitsplätze geschaffen. Einer der Gründe für diesen schönen Erfolg: die Rechtssicherheit im Land. Sie gilt für viele von uns als Selbstverständlichkeit. Dabei wird leider oft übersehen, um welch hohes Gut es sich bei der Rechtssicherheit handelt, erläutert Wirtschaftslandesrat und WB-Obmann Christian Buchmann. Was passiert, wenn es bei der Rechtssicherheit hapert, haben wir bei den EU-Beitrittsverhandlungen mit Kroatien gesehen. Gerade ausländische Investoren haben sich immer darüber beklagt, dass es in puncto Rechtssicherheit mangelt. Es hat viel Anstrengung von kroatischer Seite bedurft, um die Rechtssicherheit auf europäisches Niveau zu bringen, betont Buchmann. Zur Rechtssicherheit gehört nicht nur, dass es konkrete Vorschriften und Normen gibt und nur nach diesen geurteilt und entschieden werden darf. Es gehört auch dazu, dass Entscheidungen zur Kenntnis genommen werden und nicht jene, die entscheiden das sind in der 4

5 Thema Regel Richter und Beamte, unter Druck gesetzt und ihre Entscheidungen permanent kommentiert werden. Wer das tut, rüttelt am Rechtsstaat, untergräbt Gerichte und Behörden und erweist der Demokratie einen schlechten Dienst. Dennoch passiert das. Nicht immer nur von der Verfassung fernstehenden Gruppen, manchmal sogar von demokratisch legitimierten Parteien. Zuletzt etwa haben sich die Grünen hier unrühmlich hervorgetan. Trotz rechtsgültiger Bescheide gingen die Grünen weiter gegen das Kraftwerk an der Schwarzen Sulm vor, erklärt Wirtschaftsbund-Direktor Kurt Egger. Das ist insofern verwunderlich, weil eine Abgeordnete wie Sabine Jungwirth auf die Beachtung der Verfassung und der Gesetze von Bund und Land vereidigt wurde. Durch ihr Vorgehen vermittelt sie aber den Eindruck, dass, wenn einem etwas nicht passt, man es eben passend machen kann. Nur das widerspricht ganz klar dem Rechtsstaat, der eben bestimmte Spielregeln hat, an die man sich zu halten hat, bricht Egger eine Lanze für den Rechtsstaat. Wenn einem Bescheide nicht passen, dann kann man nicht einfach zur Gewalt aufrufen, Behördenwege verlängern und neue bürokratische Hürden für die Beteiligten schaffen. Recht muss Recht bleiben. der zu Beginn der 1960er Jahre errichte wurde, sollte neu gebaut werden. Weil dabei vier alte Bäume gefällt werden sollten, kam es zu Protesten. Grabkerzen wurden aufgestellt, Bäume mit Sprüchen verziert, Schals um sie gewickelt etc. Dass damit 20 Arbeitsplätze gefährdet wurden, schien die Aktivisten nicht sehr zu bewegen. Auch nicht, dass durch die Verhinderung ein weiterer Nahversorger abwandern könnte und dadurch das Viertel weiter ausdünnt. Denn in den letzten Jahren haben fünf Greißler aufgegeben. Schon gar nicht wurde darüber nachgedacht, dass durch weiter entfernte Einkäufe mit mehr Verkehr zu rechnen ist. Letztendlich gab es einen Kompromiss. Ein alter Baum wird versetzt, zwei neue Bäume werden gepflanzt und auf das Dach kommt eine Bienenzucht. Über die Kosten der Bauverzögerung machten sich die Umweltaktivisten keine Gedanken. Es geht aber noch besser. In der bereits erwähnten Causa Schwarze Sulm haben die Grünen neben Verzögerung und Verhinderung eine weitere Vorgehensweise angewandt: Beamte und Regierungsmitglieder werden mit Amtsmissbrauchsklagen bedroht. Das ist wohl der Gipfel, regt sich WKO-Steiermark Präsident Josef Herk zu Recht auf. Was erreicht man damit?, stellt er die Frage in den Raum. Entscheidest du nicht so, wie ich will, dann klage ich dich. Das ist schon eine sehr perfide Taktik. Mit möglicherweise gravierenden Folgen. Beamte können dadurch ihre Existenz verlieren und entscheiden unter Umständen nicht mehr objektiv, sondern aus Furcht und nach Gefälligkeit. Das kann es ja wirklich nicht geben. Letztinstanzliche Entscheidungen sind zu akzeptieren. Alles andere höhlt den Rechtsstaat aus. Wohin das geführt hat, haben wir aus der Geschichte schmerzlich gelernt, stellt Herk klar. Recht muss Recht bleiben. Der Rechtsstaat darf nicht ausgehöhlt werden. Wer das tut, spielt mit dem Feuer. n Ganz abgesehen davon, dass diese Vorgehensweise auch teuer ist, denn Verhinderungsszenarien beschäftigen nicht nur die Behörden, sie kosten auch ordentlich Geld. Öffentliches wie privates. Wer trägt den Schaden, wenn bis zum Exzess alles ausgereizt wird und sich Verzögerungen ergeben?, fragt Kurt Egger. Ganz abgesehen davon, dass das auch Arbeitsplätze kosten kann. Letztinstanzliche Entscheidungen sind zu akzeptieren. Recht muss Recht bleiben. Der Rechtsstaat darf nicht ausgehöhlt werden. Wer das tut, spielt mit dem Feuer. Josef Herk, WK0-Steiermark Präsident Foto Stuhlhofer / Wolf Ein unrühmliches Beispiel gab es im Herbst in Graz. Der Spar-Markt an der Ecke Körblergasse/Humboldtstraße, 5

6 Lauter die Kassen nie klingeln Das Weihnachtsgeschäft beschert dem Handel einen ordentlichen Schub Schon mit Ende November sorgt das Weihnachtsgeschäft für ein Umsatzplus im steirischen Handel. Mit Weihnachten verbindet man Familie, Zusammensitzen, Kekse, Christbaum und natürlich Geschenke. Für den Handel ist das Weihnachtsgeschäft die wichtigste Zeit im Jahr. Der Handel ist im Wirtschaftsgefüge der Steiermark eine beachtliche Größe Betriebe mit knapp Beschäftigten sind in der Steiermark im Handel tätig. Die Palette ist riesig und reicht von Lebensmitteln über Mode, Lifestyle, Gesundheit bis zu Technik, Bau- und Rohstoffen. Von A wie Apfel bis Z wie Zement hat der Handel allein in der Steiermark 8,3 Milliarden Euro umgesetzt, erklärt Spartenobmann Gerhard Wohlmuth. In manchen Branchen des Handels wird ein beachtlicher Teil des Umsatzes im Weihnachtsgeschäft erzielt. In den wenigen Wochen vor dem 24. Dezember gehen allein Geschenke im Wert von 210 Millionen Euro über den Ladentisch. Im Uhren- und Schmuckeinzelhandel sowie bei den Spielwaren werden große Teile des gesamten Jahresumsatzes um Weihnachten herum erwirtschaftet. Im Spielwarenhandel ist das Weihnachtsgeschäft, eigentlich das gesamte vierte Quartal, immens wichtig. 40 bis 50% des Jahresumsatzes werden in dieser Zeit erwirtschaftet, weiß Johannes Schüssler, Spielwarenhändler aus Frohnleiten und steirischer Vertreter im Bundesfachausschuss Spielwarenhandel. Ähnlich ist die Situation bei den Juwelieren. Auch für uns hat das Weihnachtsgeschäft eine große Bedeutung. Wir erzielen ein Viertel bis ein Drittel des Jahresumsatzes damit, erklärt der Grazer Juwelier, Schmuck- und Uhrenhändler Hans Schullin. Wann das Weihnachtsgeschäft beginnt, das wird ganz unterschiedlich definiert. Für den Einzelhandel gilt als Weihnachtsgeschäft jeder Brutto-Mehrumsatz im Dezember, der über das normale Jahr von Jänner bis November hinausgeht. Damit beginnt das Weihnachtsgeschäft mit dem 1. Dezember. Für die Konsumenten ist das, zumindest gefühlt, weit davor der Fall. Jedes Jahr beginnt das Weihnachtsgeschäft früher, sagt eine junge Dame auf Nachfrage. Heuer habe ich bereits Ende September die ersten Christbaumkugeln, Lametta und Weihnachtskerzen gesehen, erzählt sie. Rund 340 Euro wollen heuer Herr und Frau Steirer für Geschenke ausgeben. Das ist unter dem steirischen Schnitt von 350 Euro im Jahr In zwei bis drei Einkaufstagen haben die meisten (34 Prozent) alle Geschenke ein- fotolia 6

7 TOP Thema Trotz schwieriger Zeiten und Rahmenbedingungen freut sich der steirische Handel auf die Vorweihnachtszeit und hofft auf ein sehr gutes Geschäft. Der Trend geht heuer ganz in Richtung Gutschein. Auch Last-Minute-Käufe nehmen immer mehr zu. Gerhard Wohlmuth, Spartenobmann Foto Fischer Das Weihnachtsgeschäft entscheidet sehr über den Erfolg des Gesamtjahres. Ein Viertel bis ein Drittel des Jahresumsatzes wird in dieser Zeit erwirtschaftet. Allerdings hat sich in den letzten Jahren auch eine gewisse Verflachung ergeben. So ist heute etwa auch der Jänner ein guter Monat. Das war früher anders. Hans Schullin, Juwelier Schullin gekauft. 28 Prozent kaufen sogar alles an einem Tag, während 17 Prozent mehr als fünf Tage brauchen. In der Rangliste ganz oben stehen übrigens Gutscheine. Diesen Trend beobachten wir schon länger. Er wird auch heuer anhalten, weiß Spartenobmann Gerhard Wohlmuth. Immer häufiger werden auch Last-Minute-Käufe. Heuer werden es schon 33 Prozent sein, die in letzter Minute ihre Geschenke kaufen. Neben Gutscheinen liegen vor allem Bücher, Bekleidung, Spielwaren, Kosmetika, Schmuck, Sportartikel und Unterhaltungselektronik unter dem Christbaum. Im Schnitt kaufen Frauen übrigens sieben Geschenke, während Männer nur fünf kaufen. Dafür aber teurer, kommt es von einem Herrn wie aus der Pistole geschossen. Darüber gibt die jüngste ebay-umfrage keine Auskunft. Dafür aber darüber, dass junge Menschen weniger für Geschenke ausgeben. 14- bis 29-Jährige legen im Schnitt 204 Euro auf den Ladentisch, während über 50-Jährige im Schnitt 375 Euro ausgeben. Für die Enkerln gibt es schon einiges, erklärt eine Omi. Aber Weihnachten ist ja nur einmal im Jahr. Geht es nach dem Handel, könnte das ruhig öfter sein. Aber es gibt ja auch noch Ostern. Ostern und Weihnachten gleichzeitig gab es am 29. Oktober für einige Handelsunternehmen zu feiern. Denn da wurden die Besten der Besten des Handels mit dem Handelsmerkur 2013 ausgezeichnet. Seit 2002 wird dieser Preis von der Sparte Handel vergeben. Heuer wurden die Auswahlkriterien etwas modifiziert und erstmals die Verleihung in Form einer Gala abgehalten. Wir zeichnen jene Betriebe und Persönlichkeiten aus, die durch Innovation, Kreativität, Nachhaltigkeit, regionale Wertschöpfung sowie durch ihre Arbeitsplatzgestaltung bzw. ihre Mitarbeiter besonders auffallen, erklärt Spartenobmann Gerhard Wohlmuth. In der Kategorie bis zehn Mitarbeiter wurde heuer Gerstner Kindermoden ausgezeichnet. Die Andy Wolf Fashion GmbH errang ihren Handelsmerkur in der Kategorie mit mehr als zehn Mitarbeitern. Den Handelsmerkur für das Lebenswerk erhielt Friedrich Poppmeier von Spar. Herzlichen Glückwunsch allen Ausgezeichneten! n 7

8 Über Amazon zu klagen, bringt Für viele Händler ist es allerhöchste Zeit, sich dem Internet zu widmen. Der Onlinehandel boomt und wird sicher nicht schrumpfen. Quelle: Statistik Austria Die einen meinen, Amazon wäre ein Unternehmen, das Steueroasen wie Mitarbeiter gleichermaßen ausnützt und mit diesem Vorteil kleinen und lokalen Händlern den Garaus macht. Die anderen schätzen den Kundendienst des weltgrößten Onlinehändlers. Man kann über Amazon denken, wie man will in jedem Fall ist es der größte Konkurrent tausender steirischer Handelsbetriebe. Und die Konkurrenz wird immer größer, denn immer mehr Konsumenten kaufen im Netz, und während viele steirische Händler noch immer nicht so weit sind, gewinnt der Marktführer Anteile dazu. Das Wachstum im Online-Einzelhandel ist gewaltig: In den letzten zehn Jahren verfünffachte sich die Zahl der Österreicher, die zumindest einmal im Jahr im Netz shoppen, auf 54 Prozent. In der Zielgruppe der 25- bis 34-Jährigen sind es gar 78,3 Prozent, die mehr oder weniger regelmäßig ihre Order in einem Webshop platzieren. Andererseits betreiben laut Statistik Austria gerade einmal 15,4 Prozent der österreichischen Handelsbetriebe E-Commerce, wobei diese tendenziell bei mittleren und großen Unternehmen zu suchen sind. Bei den Umsätzen sieht es für den heimischen Handel noch 2003: 10,9 Prozent trauriger aus. Laut dieser jüngst veröffentlichten Studie der Statistik Austria wird gerade einmal ein Zehntel der Gesamterlöse im heimischen Handel online erwirtschaftet. Dabei ist der Einstieg gar nicht schwierig. Es gibt jede Menge OpenSource-Software, für die keine Lizenzkosten anfallen und die sich oft auch in bestehende Systeme integrieren lässt. Zudem herrscht auch an Partnern für die Umsetzung in der Steiermark kein Mangel. Es muss einfach einmal angegangen werden. Allerdings muss jedem werdenden Onlinehändler bewusst sein, dass es mit ein wenig Software, dem Einstellen von Produkten und dem Versenden von Paketen nicht getan ist. Ein Webshop ist kein Ding aus Einsen und Nullen, sondern ein ständiger Prozess. Es gilt, unentwegt zu kurbeln, um bestehende Kunden erneut 2004: 18,6 Prozent 2005: 25,3 Prozent 2006: 31,9 Prozent Wirtschaftskammer-Förderung Gleich drei Förderungen gibt es von der Sparte Handel der Wirtschaftskammer Steiermark für künftige Online-Händler. Das Rechtshilfepaket unterstützt Handelsbetriebe bei allen juristischen Belangen im Internet. Es gibt Zuschüsse für Werbung, die Gestaltung von Websites bzw. für die Aus- und Weiterbildung. Schlussendlich gibt es noch Hilfen zur Erlangung und Sicherung des österreichischen E-Commerce-Gütezeichens. Infos: auf die Website zu bekommen oder neue Käufer zu gewinnen. Newsletter sind dafür zwar ein ganz probates Mittel man darf aber nicht einfach Mailadressen zusammenklauben und alles an alle schicken. Ein guter Newsletter ist ebenso viel Arbeit wie die kontinuierliche Weiterentwicklung der eigenen Geschäftsprozesse sowie der Shopsoftware und sei es hier nur das Einspielen von Updates oder der Aufbau von Wissen über die Feinheiten des Shops. Hat man Technik und Marketing im Griff, wartet der größte und aufwendigste Brocken des Onlinegeschäfts: das Vertrauen der Kunden. Niemand steckt seine Kreditkarte buchstäblich ins Irgendwo. Im Internet ist Vertrauen zur Währung geworden. Wer schon von Haus aus eine starke Offline-Präsenz hat, kann davon profitieren. Händler, die es wirklich gibt, genießen bei guter Kommunikation einen Vertrauensvorschuss, der allerdings schnell wieder verspielt sein kann. In sozialen Netzen reden Kunden heutzutage nicht nur über gute Einkaufserlebnisse. Vertrauen kommt zudem nicht nur von einem sauber aussehenden Shop, sondern vielmehr von klaren 2007: 35,8 Prozent 8

9 TOP Thema keinen weiter Formulierungen bei Fragen der Privatsphäre, Zahlungsarten, Rückgabemöglichkeiten oder sichtbaren Kennzeichnungen von Lieferkosten. Es kommt auf hunderte Details an. Dazu kommen noch zahllose technische Feinheiten. So sollte der Besucherfluss auf der Website gemessen und analysiert werden. Hier gibt es etwa mit Google Analytics ein exzellentes Werkzeug, um beispielsweise herauszufinden, wo die Absprungraten trotz vollem Warenkorb am höchsten sind. Hat man die Defizite erkannt, sollte man diese auch angehen und nach Lösungen suchen. Ebenfalls keinen Schaden hat derjenige, der sich rechtzeitig um ein gutes Ranking bei Suchmaschinen und passable Fanzahlen in sozialen Netzwerken kümmert. Sich über Amazon aufzuregen, mag legitim sein. Eine Lösung ist es sicher nicht. n 2011: 44,5 Prozent 2013: 54,0 Prozent 2012: 48,5 Prozent 2009: 41,1 Prozent 2010: 42,5 Prozent Starkes Wachstum im Online-Shopping in Österreich 2008: 37,0 Prozent Auch im Onlinehandel gilt: Service, Produktpräsentation und der richtige Marketingmix führen zum Erfolg. Das ist nicht viel anders wie im Geschäft, die Auslage muss einfach passen. Ja, und es ist harte Arbeit! Roland Fink, steirischer Online-Händler, betreibt mit seiner niceshops GmbH in Feldbach zehn Onlineshops und liefert mittlerweile Monat für Monat mehr als Pakete an Kunden in ganz Europa (Exportanteil 75%). Fink fotolia 9

10 Der Weg zum eigenen Webshop Viele Wege führen zu einem Webshop Shop in Untermiete Nicht alles bei Amazon kommt von Amazon selbst. Der US-Konzern bietet unabhängigen Händlern die Möglichkeit, ihre Waren am Marktplatz anzubieten, und auch das Online-Auktionshaus ebay lässt gewerbliche Verkäufer zu. Der größte Vorteil ist die Präsenz dort, wo viele Kunden ohnehin nach Produkten suchen. Weil man kaum Startkosten hat und keinen eigenen Webshop entwickeln, einrichten sowie testen muss, kann man theoretisch binnen Minuten den ersten Umsatz erwirtschaften. Ob es sich lohnt, ist allerdings offen. Man ist jederzeit und vollständig ersetzbar auf Stammkunden braucht man gar nicht erst zu hoffen. Der Zeitvorteil sowie die entfallenden Investitions- und Inkassokosten werden mit saftigen Provisionen erkauft. Bei Amazon fallen zusätzlich zur 39 Euro teuren Monatsgebühr je nach Warengruppe sieben bis 15 Prozent vom Bruttoverkaufspreis an Provision an. Wer nur wenige Produkte verkauft, kann diese Monatsgebühr durch eine feste Verkaufsgebühr von 99 Cent ersetzen. Wenn Amazon das Porto übernimmt, wird bei Büchern, Musik oder DVDs zusätzlich eine feste Abschlussgebühr ab 1,01 Euro fällig. In allen anderen Fällen muss man selbst für das Porto aufkommen oder den Kunden zur Kasse bitten. Weil Amazon bereits so gut wie alles selbst im Sortiment hat, ist man nur konkurrenzfähig, wenn man durch extrem günstigen Einkauf preislich immer noch mithalten kann. Die Dienstleistungen von Amazon gehen sogar so weit, dass die Amerikaner Lager und Versand ebenfalls übernehmen natürlich nicht kostenlos. Wer seine Paletten in eines der Fulfillment Center stellt, bezahlt für das Handling der Ware (Pick & Pack für Nichtmedienprodukte 1,35 Euro) sowie Verpackung und Porto bis max. zwölf Kilogramm (25 Cent bis drei Euro). Dazu kommt noch eine Lagergebühr von pauschal 18 Euro je Kubikmeter. Bei ebay sind die Provisionssätze für Händler mit fünf bis elf Prozent geringer, dafür kann die monatliche Abogebühr je nach Paket bis zu 300 Euro betragen. Sowohl Amazon als auch ebay bieten künftigen Marktplatzhändlern eigene Seminare an, und bei beiden Händlern gilt: Man darf sich keinerlei Fehler erlauben, denn das Bewertungssystem ist unbarmherzig. Wer keine Zufriedenheitsraten jenseits von 95 Prozent nachweist, kann noch so günstig sein und wird von vielen Kunden dennoch als schwindliger Anbieter abgetan. n Der eigene Webshop Will man weiterhin der Herr im eigenen Haus sein, muss man alles selbst aufbauen: Website mit sicherem Shop, Packtische für die Logistik, Lager, Abrechnung und Zahlungssystem. Doch zum Glück gibt es dafür eine Menge guter Lösungen. Die hier aufgeführten Beispiele sind exemplarisch für einen einfachen Shop, es gibt für jeden Bereich dutzende konkurrierende Systeme. Wer als Content Management System WordPress benutzt, ergänzt mit der OpenSource-Erweiterung WooCommerce seine Website um einen kleinen Shop. Plant man eine Nummer größer, ist Magento ebenfalls ein guter Tipp. Beide spielen schon von Haus aus fast alle Stücke, erfordern aber umfangreiche Konfigurations- und Abstimmungsarbeiten. Das Hosting der Site sollte mindestens auf einem sogenannten vserver stattfinden (Kosten für ganz kleine Shops ab etwa zehn Euro/Monat). Weil bei einem Webshop auch heikle Daten übertragen werden, sollte der Datenverkehr von und zum Kunden mit einem SSL-Zertifikat (je nach Güte und Anbieter ab 39 Euro pro Jahr) verschlüsselt werden. Spätestens beim Bezahlen geht es ans Eingemachte. Am einfachsten ist die Integration mit PayPal. Die ebay-tochter behält sich bei Beträgen bis Euro zusätzlich zur Transaktionsgebühr von je 35 Cent 3,4 Prozent des Bruttorechnungsbetrags ein. Will man alle gängigen Zahlungsformen anbieten, braucht man einen Payment-Provider wie Wirecard.at. Der verrechnet neben der Einrichtungsgebühr eine einmalige Gebühr für jede Zahlungsoption (Sofortüberweisung, Visa, Mastercard oder PayPal) sowie monatliche Gebühren. Nach den Kosten für die Ersteinrichtung von ein paar hundert Euro kommen die laufenden Gebühren (aktuell sind Transaktionen enthalten) auf rund 50 Euro pro Monat wieder abhängig von der Zahl der Zahlungsoptionen. TIPP: Ob Kreditkarten-Verträge, Portokosten, Paymentprovider - immer verhandeln und vergleichen, sehr oft sind doch noch einige Prozentpunkte Rabatt möglich. n fotolia 10

11 Unternehmerporträt 140 Jahre Kastner & Öhler Ein Grazer Wahrzeichen feiert Geburtstag Kastner gehört zu Graz wie der Uhrturm und die Mur. Heuer feiert das Traditionskaufhaus ein besonderes Jubiläum: Es ist 140 Jahre alt. Die Gründungsgeschichte von Kastner & Öhler in Graz liest sich wie ein Märchen: Man schreibt das Jahr Carl Kastner, Geschäftspartner von Hermann Öhler, mit dem er seit 1873 in Troppau (heute Opava, Tschechien) eine Kurzwarenhandlung betreibt, versäumt in Graz den Anschlusszug nach Zagreb. Bei einem Spaziergang durch die Stadt entdeckt er ein freies Geschäftslokal in der Sackstraße 7, das er sofort anmietet. Damit entsteht die Keimzelle für eines der bekanntesten steirischen Kaufhäuser. Der Rest ist Geschichte. Mittlerweile führt die fünfte Generation das zur Institution gewordene Kaufhaus. An 13 Standorten in der Steiermark, in Kärnten, dem Burgenland und Oberösterreich gibt es einen Kastner & Öhler. Ein weiterer ist in Laibach (Slowenien). Damit aber noch nicht genug. Dazu kommen noch 17 Gigasport-Geschäfte in Österreich und drei in Slowenien. Kastner & Öhler gehört heute zu den zehn größten Mode-Anbietern, Gigasport zu den fünf größten Sportanbietern Österreichs. 2012/13 arbeiteten 1460 Mitarbeiter für das Unternehmen, 271 Millionen Euro betrug im Vorjahr der Gesamtumsatz der Gruppe. Der Erfolg des Unternehmens lag und liegt in seiner Anpassungsfähigkeit. Wir wollen unsere Kunden immer wieder überraschen und neu begeistern, erklärt Vorstand Thomas Böck. Vorstandskollege Martin Wäg ergänzt: Erneuerung, Erweiterung und Spezialisierung, dem haben wir uns verschrieben. Mit Erfolg, wie ein Blick in die Firmengeschichte zeigt werden angrenzende Häuser in der Badgasse gekauft und mit dem Bau der Kleinen Halle das erste wirkliche Warenhaus in der Monarchie errichtet. 1912/1913 bauen Fellner & Helmer, zu ihrer Zeit vielbeschäftigte und berühmte Architekten, die Große Halle. Damit erhält der Kastner sein heutiges Aussehen. Schon damals gibt es Kundenlifte, eine Lüftungs- und Eigenstromanlage, eine Rohrpost und einen Erfrischungsraum mit Musik. Über drei Stockwerke reichen die Galerien. Heute sind es acht werden bei Kastner & Öhler in Graz die ersten Rolltreppen der Steiermark installiert. Heute gehören sie in Kaufhäusern zur Selbstverständlichkeit. Ab 1978 beginnt sich Kastner & Öhler als zweites Standbein auf den Sport zu fokussieren, mit Erfolg, wie die Zukunft und Gigasport zeigen sollten. Aber auch architektonisch setzt Kastner & Öhler Meilensteine in Graz wird das Grazer Haupthaus von den Architekten Szyszkowitz & Kowalski neu gestaltet, 2003 wird in nur 18 Monaten Bauzeit die Tiefgarage errichtet und 2010 geben die spanischen Architekten Fuensanta Nieto und Enrique Sobejano dem Kaufhaus schließlich ein neues Gesicht. Inklusive neuem Skywalk. Der eröffnet nicht nur neue Blicke auf die Altstadt, er ist mittlerweile auch einer der Hotspots in der Innenstadt. Dass Kastner & Öhler sich über 14 Jahrzehnte gehalten hat, ist nicht nur bemerkenswert, es hat auch einen Grund: Das Kaufhaus ist mit seinen Kunden gewachsen. Seit Kindheitstagen gehe ich dort einkaufen, hört man, wenn man die Grazer auf ihren Kastner anspricht. Meine Eltern haben mir hier meine erste Schultasche und meine ersten Schi gekauft. Jetzt kaufe ich hier Schultasche und Schi für meine Kinder. Der Samstag-Vormittagsbesuch beim Kastner gehört zu unserer Familienkultur. Happy Birthday, Kastner & Öhler! n alle Fotos K&Ö ! Haben auch Sie ein Firmenjubiläum zu feiern oder eine Auszeichnung erhalten? Lassen Sie es uns wissen. Wir berichten darüber. an: C. Kastner H. Öhler M. Wäg T. Böck 11

12 Ich halte unsere Dezentralität un RLB-Generaldirektor Martin Schaller im W!-Interview RLB-Generaldirektor Martin Schaller Seit 1. Oktober hat die größte steirische Bank, die Raiffeisen-Landesbank Steiermark (RLB), einen neuen Chef. Auf Markus Mair (48), der Styria-Vorstandsvorsitzender wurde, folgt Martin Schaller (48). W! hat den neuen Raiffeisen-General über die Zukunft der Raiffeisen- Bankengruppe und vieles mehr befragt. Herr Generaldirektor, Sie sind seit etwa 50 Tagen im Amt, haben also die Hälfte der traditionellen Schonfrist schon hinter sich. Wie geht es Ihnen in Ihrer neuen Funktion? Martin Schaller: Die Zeiten, in denen eine Schonfrist gewährt wurde, sind vorbei. Ich habe meine neue Funktion mit 150% Motivation begonnen und mich von Anfang an den Herausforderungen gestellt. Daran hat sich natürlich nichts geändert. Aber danke, es geht mir gut. Sie sagen selbst, Sie stehen vor großen Herausforderungen. Welche sind denn die größten? Martin Schaller: Zum einen ist das sicher die Reglementierungswut, denen Banken ausgesetzt sind. Vor allem Basel III trifft dezentrale Bankensektoren wie Raiffeisen überdimensional hart. Aber nicht nur Basel III sorgt für immer neue Vorschriften, auch sonst werden immer wieder neue Regeln erfunden, die es Banken nicht leicht machen, ihr Geschäft auszuüben. Was oft übersehen wird: Durch neue Regeln fallen auch immer mehr Kosten an, die wir zu bewältigen haben, vor allem in der IT. Eine weitere große Herausforderung wird sein, wie wir mit demographischen Gegebenheiten umgehen werden. Immer mehr Leute zieht es in die Ballungszentren. Auf der anderen Seite gibt es Regionen, die mit enormen Abwanderungen zu kämpfen haben. Darauf werden auch wir reagieren müssen. Genauso darauf, dass unsere Kunden immer mobiler werden und immer mehr im Internet erledigen. Raiffeisen rühmt sich immer damit, besonders nah am Kunden zu sein. Bleibt es bei Raiffeisenlandesbank Steiermark den derzeit 79 selbständigen Raiffeisenbanken und den rund 335 Bankstellen? Martin Schaller: Ich bin sehr dafür, dass wir unser Alleinstellungsmerkmal, die enge Verbundenheit mit Land und Leuten, beibehalten. Natürlich wird es auch in Zukunft, wie schon in der Vergangenheit, zu Fusionen von Raiffeisenbanken und Adaptierungen bei den Bankstellen kommen. Neben Fusionen gibt es aber auch Raiffeisenlandesbank Steiermark 12

13 Interview d Dreistufigkeit für sehr gut andere Wege. Zum Beispiel kann die Zusammenarbeit von Raiffeisenbanken untereinander noch ausgebaut und gestärkt und können dabei Synergien gehoben werden. Man muss das Rad nicht jedes Mal neu erfinden. Was für die Raiffeisenbanken gilt, gilt übrigens auch für die Landesbanken. Auch da gibt es einige Möglichkeiten, die Zusammenarbeit zu verstärken und gemeinsame Strukturen auf- und auszubauen. Ziel all unserer Anstrengungen ist es, unsere große Nähe zum Kunden zu erhalten und dort zu sein, wo unsere Kunden sind. Wird Raiffeisen einmal ein zentral geführter Bankensektor sein? Martin Schaller: Nein, wir werden nie eine zentrale Bank sein. Ich halte unsere Dezentralität und Dreistufigkeit für sehr gut. Aber natürlich überlegen wir auch Konzepte zur Weiterentwicklung auf Basis der bestehenden Organisationsform. Raiffeisenlandesbank Steiermark Sehen Sie das auch so? Martin Schaller: Also zunächst einmal muss ich festhalten, dass Unternehmer für Raiffeisen Steiermark und die RLB sehr wichtig sind und wir uns sehr intensiv und gerne um sie bemühen. Ich sehe keine Kreditklemme. Gut aufgestellte Unternehmen werden immer an Kredite herankommen. Diejenigen, die nicht ganz so gut aufgestellt sind, werden durch Basel III mehr Sicherheiten benötigen. Kredite zu vergeben, gehört zu den Kernkompetenzen einer Bank, daran wird sich nichts ändern. Die Raiffeisenlandesbanken in Niederösterreich/Wien und Oberösterreich haben ein breites Beteiligungsspektrum. Wird das in der Steiermark ausgebaut? Martin Schaller: Wir haben nicht so viele Beteiligungen wie die Kollegen in Ober- und Niederösterreich. Deren Engagement in dieser Richtung ist im Laufe der Jahrzehnte entstanden. Wir haben wenige, dafür aber sehr feine Beteiligungen. Wir werden uns auch weiterhin auf unsere Kernkompetenzen, das ist das Kundengeschäft und unsere Rolle als Verbundbank, konzentrieren. Vielen Dank für das Gespräch! n! Martin Schaller ganz persönlich Meine Lieblingsfarbe ist: Blau Mein Lieblingsbaum ist: Der Kirschbaum Dort fühle ich mich wohl: Wo meine Familie ist Am liebsten esse ich: Cordon bleu Mein liebstes Getränk ist: Ein guter steirischer Weißwein Ich höre gerne: Mozart und Beatles Ich lese am liebsten: Umberto Eco Als Kind träumte ich zu sein wie: Ein Diplomat Mein Motto lautet: Es gibt viel zu tun, packen wir es an. Unternehmer beklagen immer lauter, dass es für sie schwieriger wird, an Kredite zu kommen. Die Rede ist sogar von einer Kreditklemme. 13

14 Premiere Erfolgreicher erster steirischer WKO-Unternehmertag Foto Fischer LR Christian Buchmann, Theo Waigel, Christian Knill, WKO-Steiermark Präsident Josef Herk Man nehme rund Unternehmer, einen ehemaligen deutschen Finanzminister, eine topbesetzte Podiumsdiskussion und jede Menge gute Stimmung: Fertig ist die gelungene Premiere des steirischen Unternehmertages. So viel geballtes Unternehmertum wie am 5. November im messecongress in Graz gibt es wohl nur selten zu sehen. Genau Unternehmer kamen zur Premiere des steirischen Unternehmertags, um sich zu vernetzen, ihre Branchensitzungen abzuhalten, 30 Stände zu besuchen, vor allem aber um dem Impulsreferat des ehemaligen deutschen Finanzministers Theo Waigel zuzuhören. Das hatte es dann in sich. Wenig überraschend legte der Schöpfer des Namens der Gemeinschaftswährung Euro ein Bekenntnis zu Europa ab. Wie er das tat, das konnte sich sehen oder besser gesagt hören lassen. Mit viel Charme und einer kräftigen Portion Schmäh warb Waigel für Europa und fesselte damit das Publikum. Waigel gab in seinem Referat Einblicke in die Geburtsphase des Euro und zeigte auf, welche Klippen zu umschiffen waren, ehe die gemeinsame Währung Andreas Ittner Foto Fischer Griechenland. Und dann wurde der Stabilitätspakt just von Deutschland als erstes gebrochen, mit unglaubliche Folgen. Der damalige Kanzler war übrigens der Sozialdemokrat Gerhard Schröder. Waigel sieht keine Alternative zum Euro. Wer glaubt, dass die europäische Wirtschaft zwischen dem Dollar und der bald voll kompatiblen chinesischen Währung Renminbi mit 20 Währungen mitspielen kann, der Volles Haus beim 1. steirischen WKO-Unternehmertag Foto Fischer entstehen konnte. Die Einführung des Euro war gut. Danach sind leider einige Erziehungsfehler passiert, brachte es Theo Waigel auf den Punkt. Zwei davon benannte er: Es wurden Staaten dazu genommen, die einfach nicht Euro-fit waren, wie zum Beispiel Theo Waigel Foto Fischer 14

15 Erfolg Unternehmer und stolz d rauf! Unter diesem Motto fanden sich zahlreiche Besucher des Steirischen WKO-Unternehmertages an unserem W! Stand ein. Die dort entstandenen Porträtaufnahmen werden wir in den kommenden Ausgaben präsentieren. irrt sich. Er warnte auch davor, dass, wenn der Euro zusammenbricht, nicht nur ein Wirtschaftskonstrukt fällt. Wenn es zwei unterschiedliche europäische Geschwindigkeiten - eine nördliche, zu der wohl Deutschland, Österreich, die Benelux-Staaten und die Skandinavier gehören würden, und eine südliche unter der Führung von Frankreich - gibt, dann wäre das das politische Ende der deutsch-französischen Achse. Es würde sehr kalt um Deutschland herum werden. Der ehemalige deut- sche Finanzminister sprach sich auch dafür aus, das Positive in den Vordergrund zu stellen. Wir brauchen ein Bündnis für Europa, das alle umfasst - die Kirchen, die Gewerkschaften, die Intellektuellen, die Wirtschaft, die Landwirtschaft und vor allem die Jugend. An die Entstehung der Vereinigten Staaten von Europa glaubt Waigel nicht, eher an Vereinigte Staaten in Europa. Auf alle Fälle dürfe das Erreichte nicht aufs Spiel gesetzt werden. Dem schloss sich der zweite Gastreferent, der Vize-Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, Andreas Ittner, an: Eine exzessive Belastung der Banken schadet dem Standort auf jeden Fall. Wir brauchen eine wettbewerbsfähige Wirtschaft und eine stabile Finanzwirtschaft. Landesrat Christian Buchmann und WKO-Steiermark Präsident Josef Herk bezogen dabei klar Stellung für ein geeintes Europa. Sehr originell fiel das rhetorische Bild aus, das Herk in den Raum stellte: Das,gallische Dorf Steiermark gibt es im internationalen Wettbewerb nicht. Ohne,Römisches Reich, also Europa, funktioniert unsere Wirtschaft nicht. Der erste Unternehmertag war eine gelungene Premiere, die, geht es nach Präsident Herk, im nächsten Jahr auf jeden Fall ihre Fortsetzung finden wird. n W! vor Ort Foto Fischer In der anschließenden Podiumsdiskussion mit WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk, Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann und dem CEO der Knill Energy Holding GmbH, Christian Knill, unterstrich Theo Waigel seine Position. 15

16 Wirtschaft fordert: Vollgas bei Kein Zurück zu alten Strukturen Es ist immer wieder das alte Lied: Jeder verlangt Reformen, nur wenn sie endlich angegangen werden, sollen sie einen selber nicht treffen, sondern andere. Umso erfreulicher ist es, dass die Gemeindestrukturreform nicht nur weiter auf Schiene ist, sondern allmählich in die Zielgerade einbiegt. Der Ausgang der Nationalratswahl hat das Thema Gemeindestrukturreform in den österreichweiten Fokus gestellt. Voreilige Kommentatoren haben ihr die Schuld für die überdurchschnittlichen Verluste von SPÖ und ÖVP in der Steiermark gegeben. Ein Blick auf die Detailergebnisse offenbart anderes. Nicht nur in den Gemeinden, die von der Reform betroffen sind, haben SPÖ und ÖVP verloren, sondern auch in allen anderen. Tatsächlich dürfte der überdurchschnittliche Erfolg des Team Stronach in der Steiermark schuld an den großen Verlusten sein. Teilt man den über dem Österreichschnitt liegenden Gewinn des Teams auf SPÖ und ÖVP auf, kommt man rasch in die Nähe der tatsächlichen Verluste der beiden Parteien. Die Befürchtungen, dass das Nationalratswahlergebnis zu einer Reformbremse wird, haben sich jedenfalls für die Steiermark nicht bewahrheitet. Im Gegenteil. Mitverantwortlich dafür ist nicht nur der Wille der Reformpartner, am Gas zu bleiben, sondern auch eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung und den Medien. Vor allem letztere haben nach der Wahl massiv darauf gedrängt, nicht nachzulassen. Mittlerweile lichten sich auch immer mehr die Nebel, wie die Gemeindestruktur der Steiermark nach dem 1. Jänner 2015 aussehen wird. Von 542 Gemeinden werden dann aus derzeitiger Sicht nur mehr 288 übrigbleiben. Das ist immerhin eine Einsparung von 53,14 Prozent. WB-Obmann Landesrat Christian Buchmann sieht die Reform nicht nur als gut und richtig an, sondern als notwendig: Die Reform wird von der steirischen Wirtschaft sehr unterstützt. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, durch innovative Modelle und eine moderne Verwaltung sowie Strukturanpassungen die Position der Steiermark in den Finanzausgleichsverhandlungen 2015 zu stärken und die Regionalentwicklung weiter zu fördern. Dass man in der Wirtschaft Erfahrung mit Reformen hat, das wurde schon in der Vergangenheit bewiesen. Die Funktionäre des Wirtschaftsbundes waren bereits bei den Reformen in der WKO Steiermark, bei der Reduktion der 21 Bezirksstellen auf zwölf Regionalstellen, Einsparungen beim Personal sowie Die Reform wird von der steirischen Wirtschaft unterstützt. Eine schlankere Verwaltung und moderne Strukturen stärken auch den Wirtschaftsstandort Steiermark. bei der Verkleinerung der Fachorganisationen von 130 auf 100 Reformmotoren. Jetzt bringen wir unser Know-how auch in die Gemeindestrukturreform ein, erklärt Buchmann. Übrigens: Auch wenn in letzter Zeit viel über Reformverweigerer zu lesen war, stehen die meisten Gemeinden hinter den Plänen. 80% der von der Gemeindestrukturreform betroffenen Gemeinden haben bis Ende September einen Beschluss zur Gemeindevereinigung gefasst. Davon waren 72% der Beschlüsse einstimmig. Lediglich 60 Gemeinden wehren sich vehement gegen die Fusion. Dass nicht alle in Jubel ausbrechen, ist LR Christian Buchmann, WB-Obmann Robert Frankl 16

17 Thema Gemeindestrukturreform wenig überraschend. Die überwiegende Mehrheit trägt die Reform mit, merkt Landesrat Christian Buchmann an. Wenn man in die Regionen hineinhört, erhärtet sich dieses Bild. So steht zum Beispiel der Murauer Bürgermeister Thomas Kalcher der Gemeindestrukturreform sehr positiv gegenüber: Ich halte das für eine gute Sache. Gerade wir sind ein Paradebeispiel für eine längst überfällige Fusion, erklärt Kalcher. Bei uns verbinden sich Murau, Stolzalpe, Triebendorf und Lassnitz. Wir machen das freiwillig und arbeiten schon intensiv an der Umsetzung der Zusammenführung. Das betrifft vor allem die Bereiche Personal, Logistik und die Datenerfassung. Wir sind aber optimistisch, dass am 1. Jänner 2014 alles funktioniert. Ähnlich argumentiert der Bürgermeister von Eibiswald, Baumeister Florian Arnfelser: Als Unternehmer bin ich es gewohnt, in die Zukunft zu schauen. Das sollte man auch in der Verwaltung. Rund um Eibiswald sollen sich sechs Gemeinden zu einer großen Gemeinde zusammenschließen. Wenn alles so Wir schließen uns freiwillig zusammen und arbeiten schon intensiv an der Umsetzung der Zusammenführung, damit am 1. Jänner 2014 alles funktioniert. kommt, wie es geplant ist, werden wir voraussichtlich die größte Gemeinde im Bezirk sein. Arnfelser sieht die Zusammenlegung als große Chance. Künftig stehen mehr Spezialisten für einzelne Aufgaben zur Verfügung. Die Tagesabläufe können besser bewältigt werden, Krankenstände führen nicht mehr zu Stillständen und vieles mehr. n Stadt Murau Thomas Kalcher, Bürgermeister Murau Jobticket Foto: istock Bezahlte anzeige Das Jobticket der Graz Linien Preiswerte Mobilität für ihr Unternehmen und ihre Mitarbeiterinnen ihre chance: Kaufen Sie als Unternehmen Graz Linien Jobtickets und profitieren Sie unter anderem von der ausweitung der neuen Pendlerförderung alle infos dazu finden Sie auf in Kooperation mit informationen: Mobilitäts- und Vertriebscenter Jakoministraße Graz Tel.:

18 Andreas Zakostelsky Starke Stimme für den steirischen Weg in Wien Seit 29. Oktober haben die Steiermark und die steirische Wirtschaft mit Andreas Zakostelsky einen neuen Abgeordneten zum Nationalrat. Der Top-Manager ist seit 25 Jahren in der heimischen Finanzwirtschaft und gilt als Umsetzer mit Vision und klaren Zielen. W! hat den Neo-Politiker zum Interview über seine Ziele und inhaltlichen Schwerpunktsetzungen sowie die Rolle der Steirer in Wien gebeten. NR Andreas Zakostelsky Wirtschaftsbund Österreich / Weinkirn Wofür steht Andreas Zakostelsky in der Politik? Was darf man sich konkret erwarten? Andreas Zakostelsky: Mein Fokus liegt natürlich stark auf Wirtschafts- und Finanzthemen. Am wichtigsten ist für mich die Budgetkonsolidierung. Wir müssen budgetäre Spielräume für wichtige Investitionen in die Zukunft schaffen. Ich bin für einen Abbau der Staatsverschuldung - ganz klar ausgabenseitig und nicht über Steuererhöhungen. Denn Österreichs Abgabenquote liegt schon jetzt bei über 42 Prozent. Langfristig muss es uns gelingen, das zu ändern und gleichzeitig die Staatsschuldenquote deutlich, zumindest auf den Maastricht-Wert von 60 Prozent, zu senken. Die Steiermark lebt mit dem Weg zum Nulldefizit heute schon vor, wie das geht. Ein ausgeglichenes Budget werden wir meiner Meinung nachhaltig nur über ausgabenseitige Strukturreformen erreichen können. Ich denke da vor allem an die Bereiche Verwaltung also Modernisierung und Reform der Staatsaufgaben und ans Pensionssystem. Sie haben sich in den vergangenen Jahren stark mit dem Thema Pensionen beschäftigt. Ihr Ansatz? Andreas Zakostelsky: Österreich gibt mehr für die Vergangenheit aus als für die Zukunft wird der Bund bereits 37,3 Prozent seiner Ausgaben für Zinsen und Pensionen verwenden. Eine umfassende und konsistente Strategie für die Altersvorsorge unter Berücksichtigung aller drei Säulen fehlt, ist aber unumgänglich. Schon heute ist klar, dass die Bedeutung der kapitalgedeckten Altersvorsorge als Ergänzung zum herkömmlichen Umlagesystem steigen muss. Was sehen Sie als Ihr wichtigstes Anliegen für die Steiermark? Andreas Zakostelsky: Ich habe auch hier mehrere Ziele: Erstens eine Förderung der Unternehmen insbesondere der KMU, denn diese sind das Rückgrat der steirischen Wirtschaft. Hier ist mittelfristig eine schrittweise Senkung der Lohnnebenkosten auf bis zu 40 Prozent anzustreben. Außerdem bin ich für flexiblere Arbeitszeitmodelle, weil das die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärkt. Zweitens der Ausbau moderner Infrastruktur ob unser Teil der Baltisch-Adriatischen Achse mit Semmering- und Koralmtunnel oder die Erweiterung leistungsfähiger Kommunikations-Hochgeschwindigkeitsnetze. Wir brauchen ein innovatives und abgestimmtes Infrastruktur- und Kommunikationssystem. Das ist die Basis für bessere Erreichbarkeit und Kommunikation und damit für die Wettbewerbsfähigkeit der Steiermark. In der Forschung ist die Steiermark besonders wettbewerbsfähig Andreas Zakostelsky: Investitionen in die Wissenschaft und Forschung sind Investitionen in unsere Zukunft. Daher bin ich stolz, dass die Steiermark Innovationsstandort Nummer 1 in Österreich ist. Damit das so bleibt, müssen wir die Kooperation von Wirtschaft, Universitäten/FHs und Forschungseinrichtungen weiter forcieren. Auch die Bildung von neuen Clustern, das Vernetzen verschiedener Betriebe und Einrichtungen innerhalb einer Sparte, gilt es voranzutreiben. Zudem sollten wir unsere Exzellenz in Forschung und Entwicklung in ganz Österreich ausbauen; ich bin außerdem klar für eine Stärkung der heimischen Forschungstätigkeiten über die Landesgrenzen hinaus. Große Aufgaben, wie wollen Sie das alles bewältigen? Andreas Zakostelsky: Es ist unsere gemeinsame Aufgabe als Wirtschaftsbund, die Umsetzung dieser Ziele anzugehen. Der steirische Wirtschaftsbund hat ein exzellentes Team und ist sehr gut aufgestellt ich werde meinen Anteil zum Erfolg beitragen. Dabei geht es mir als Erstes um den Aufbau nachhaltiger Beziehungen in alle Bezirke und Ebenen des Wirtschaftsbundes. Damit können wir sicherstellen, dass Informa- 18

19 Interview tionen rechtzeitig (in beide Richtungen!) fließen. Gleichzeitig werden wir Steirer in Wien über parteipolitische Grenzen hinausgehend die Vernetzung der steirischen Wirtschaft mit den Entscheidungsträgern in Wien verbessern. Dazu werden wir verstärkt die leitenden Beamten und Kabinettsmitarbeiter der relevanten Ministerien ansprechen, um eine nachhaltige Beziehung aufzubauen. Es ist in unserer schnelllebigen Zeit entscheidend, rasch an die richtigen Informationen zu kommen. Mir geht es dabei um den Aufbau eines positiven Netzwerks: Denn ich stehe ganz klar für einen sauberen Stil in der Politik und für Handeln im politischen Alltag zum Wohl der Menschen. n! Andreas Zakostelsky ganz persönlich n Geboren 1962 in Sydney (Australien), aufgewachsen in Graz n Studium der Rechtswissenschaften in Graz n Berufsstart in der Raiffeisenbank Graz, mehrere Karriereschritte in der Bankenbranche n Seit 2002 im Top-Management in der Finanzwirtschaft n Seit 2008 Vorsitzender des Vorstandes der Valida Holding AG n 2010 Wahl zum Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) n Seit 2013 Abgeordneter zum Nationalrat n Obmann des Vereins der Steirer in Wien Die Lieblings-Steirer. NEU: KREISCHBERG 10er Gondel- Bahn Die schönsten Pisten weit und breit. 19

20 Arbeiterkammer-Wahl 2014 ÖAAB stellt Weichen für die Wahl Nach der Wahl ist vor der Wahl, lautet ein bekannter Stehsatz. Ende März/Anfang April gibt es wieder Wahlen in der Steiermark. Die Zusammensetzung der Arbeiterkammer wird neu gewählt. AK-Vizepräsident Franz Gosch führt den ÖAAB- FCG in diese Wahlauseinandersetzung und hat dabei große Pläne. Die AK Steiermark steht nicht im Eigentum der SPÖ, betont AK-Vizepräsident Franz Gosch. Er wird die ÖAAB-FCG Liste FRANZ GOSCH als Spitzenkandidat in diese Wahl führen. Wir stehen für Soziale Sicherheit mit Zukunft und sind die Arbeitnehmervertretung mit dem gesunden Hausverstand, erklärt Gosch. Unsere Stärke ist der ganzheitliche Ansatz. Deshalb sind für uns Arbeit und Wirtschaft kein Gegensatz, sondern die Grundlage für eine funktionierende Sozialpartnerschaft. Vor allem den Faktor Arbeit will Gosch entlasten. Wir wollen die Arbeitgeber nicht durch unsinnige Forderungen nach neuen Steuern belasten. Denn diese gefährden Arbeitsplätze und wir wollen Arbeitsplätze in einem gesunden Umfeld erhalten und schaffen, erklärt er. Daneben will sich seine Liste auch der Gesundheit der arbeitenden Menschen sowie möglichst optimalen Bedingungen, um zur Arbeit zu kommen, annehmen. AK-Vizepräsident Franz Gosch ÖAAB Übrigens: 2014 kann auf zwei Arten gewählt werden. Einmal kann im Unternehmen ein Betriebswahlsprengel eingerichtet werden. Dazu ist das AK-Wahlbüro bereits mit größeren Betrieben in Kontakt getreten. Oder aber man kann bei der Briefwahl seine Stimme abgeben. Zusätzlich zur normalen Briefwahl gibt es auch die Möglichkeit, sich die Wahlunterlagen statt an die Privatadresse an die Betriebsadresse zustellen zu lassen. Voraussetzung ist, dass der Betriebsrat oder der Betriebsinhaber das AK-Wahlbüro darüber informiert, dass in seinem Betrieb die Zustellung an die Betriebsadresse gewünscht wird. Betriebe, die ihren Mitarbeitern dieses Service bieten wollen, können sich direkt an das AK-Wahlbüro unter oder an den Steirischen ÖAAB unter 0316/ wenden. n Wir bedrucken alles. Seit über 50 Jahren. Druck. Lackierung. Folierung. Schriften. Aufkleber. Lichtwerbung. Transparente. Rollups. Fahnen. Plakate. Textildruck. Fahrzeugbeschriftung. Und vieles mehr. a echt steirische Druckerei 8071 Gössendorf Bundesstraße 160 tel:

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