Erste Praxiserfahrungen in der internationalen Friedensarbeit

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1 Titel Erste Praxiserfahrungen in der internationalen Friedensarbeit Eine Handreichung für Studierende, AbsolventInnen und QuereinsteigerInnen

2 Inhalt Einleitung... 2 Freiwilligendienste und ehrenamtliche Tätigkeiten... 5 Nachwuchsförderprogramme Praktika Förderungsmöglichkeiten Tipps zum Weiterlesen und Recherchieren... 24

3 Einleitung Friedensfachkräfte 1 müssen meist ein hohes Anforderungsprofil erfüllen: mehrjährige Berufserfahrung, hohe psychische und physische Belastbarkeit, angemessene Berufsausbildung und Zusatzqualifikationen im Bereich der Konfliktbearbeitung etc. Eine typische Stellenausschreibung entsprechender Anbieter stellt folgende Anforderungen an die BewerberInnen: Land: Berater/in des Programms "Good Governance, Frieden, Demokratie" [ZFD] Studienabschluss in den Bereichen: Sozialarbeit, Sozialwissenschaften, Soziologie, Politikwissenschaften, Geographie Die Mitarbeit als Fachkraft im 'Zivilen Friedensdienst' stellt besondere Anforderungen. Wir erwarten deshalb eine der jeweiligen Tätigkeit angemessene Berufsausbildung im psychosozialen und/oder pädagogischen Bereich, möglichst mehrjährige Berufserfahrungen in Konfliktprävention und -nachsorge sowie die Bereitschaft, zwei oder drei Jahre die Arbeit unserer kirchlichen Partnerorganisationen engagiert zu unterstützen. Sie haben Erfahrungen in den Bereichen: - Öffentlichkeitsarbeit, Journalismus, Medienarbeit - Organisationsentwicklung (OE), Qualitätsmanagement - Menschenrechtsarbeit/Methoden des Monitoring - Frieden- und Versöhnungsarbeit - Vernetzungsarbeit - sozialökonomischer Recherche und Lobbyarbeit - Projektmanagement - Organisationsentwicklung Sie haben besondere Expertise in der Ressourcenproblematik und ihren politischen Implikationen. Sie sind sehr belastbar. Eine Person, die all diese Anforderungen erfüllt, wird selbst unter älteren, erfahrenen Fachkräften nicht leicht zu finden sein für Berufsanfänger muss es fast unmöglich scheinen, in einem solchen Feld Fuß zu fassen. Entscheidende Auswahlkriterien für Tätigkeiten im Zivilen Friedensdienst sind allgemeine Zulassungskriterien wie vorhandene Berufserfahrung, zivilgesellschaftliches Engagement, soziale, persönliche und je nach Projekt spezifische Kompetenzen und Qualifikationen. Kurz: viel Erfahrung und typische Schlüsselqualifikationen sind gefragt. Für Studierende und HochschulabsolventInnen aus den relevanten Fächern stellt sich daher die Frage: Wie kann ich die geforderten praktischen Erfahrungen sammeln? Welche Möglichkeiten des Berufseinstiegs gibt es? Zunächst ist anzumerken, dass es nicht den einen Weg zur Friedensarbeit gibt. Menschen, die im ZFD und verwandten Bereichen arbeiten, verfügen über unterschiedlichste Ausbildungshintergründe und Praxiserfahrungen: Ein großer Anteil der Friedensfachkräfte hat einen pädagogischen, sozialwissenschaftlichen oder 1 Fachkräfte, die im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Projekten der Friedensförderung eingesetzt werden. Bei der Akademie für Konflikttransformation kann man durch Qualifizierungsmaßnahmen zertifizierte Friedensfachkraft werden. Weitere allgemeine Informationen zum Zivilen Friedensdienst, zum Berufsprofil der Friedensfachkraft und Darstellungen von Beispielprojekten bietet die gemeinsame Broschüre der Trägerorganisationen: Mehr Frieden wagen... Wege zur Überwindung von Gewalt Sieben Jahre Ziviler Friedensdienst, o. O. 2006, (hier auch weitere allgemeine Informationen und zentrale Dokumente zum ZFD). 2

4 psychologischen Hintergrund, aber auch Juristen mit Kenntnissen von Menschenrechtsinstrumenten und öffentlichem Recht sind beispielsweise gefragt. Standard sind jedoch in jedem Fall Zusatzqualifikationen im Bereich der Zivilen Konfliktbearbeitung, d.h. entsprechende praxisorientierte Fortbildungen und immer wieder Praxiserfahrungen. Auch die Teilnahme an den von der Akademie für Konflikttransformation angebotenen umfassenden Qualifizierungskursen für Friedensfachkräfte, die im Allgemeinen bei den Trägerorganisationen als Ausweis von Fachkompetenz gilt, ist nur bei vorhandenen relevanten Vorerfahrungen möglich. Es ist daher notwendig, frühzeitig möglichst schon während des Studiums oder auch davor auf Tuchfühlung mit der Praxis der Friedensarbeit zu gehen, wenn man seine berufliche Zukunft in diesem Bereich sucht. Je nach biographischem Standort finden sich jeweils passende Gelegenheiten nach dem Schulabschluss ist sicherlich ein internationales Workcamp oder ein niedrigschwelliger Freiwilligendienst geeigneter, während gegen Ende oder nach Abschluss des Studiums Nachwuchsförderprogramme und anspruchsvollere Freiwilligendienste Einstiegsmöglichkeiten bieten. Seminare und Trainings für Nachwuchskräfte mit wenig Praxiserfahrung bilden eine weitere Gelegenheit, sich jenseits der universitären Ausbildung Fachkenntnisse anzueignen. Die Akademie für Konflikttransformation bietet ebenso wie einige weitere Einrichtungen regelmäßig Fortbildungsmöglichkeiten für EinsteigerInnen an. Ein hoher Stellenwert kommt auch Regionalkenntnissen zu. Durch Studienreisen, Auslandspraktika oder Studienaufenthalte im Ausland können erste Einblicke in andere Kulturen und Gesellschaften erlangt werden. Besonders wertvoll sind Auslandsaufenthalte natürlich, wenn sie eine relevante Tätigkeit in der jeweiligen Region beinhalten sei es ein Praktikum, ein Freiwilligendienst, Feldforschung zu einschlägigen Themen oder auch erste kleinere Jobs in der internationalen Zusammenarbeit. Auch ehrenamtliches Engagement, sei es in politischen oder studentischen Gruppen, Solidaritäts- und Menschenrechtsorganisationen o.ä., gehört unbedingt dazu. Es dokumentiert, dass man die nötige Portion Idealismus mitbringt, und gibt Gelegenheit, Softskills wie Organisationsfähigkeit, Teamkompetenz und klare Kommunikation zu entwickeln. Aus guten Gründen legen alle Entsendeorganisationen entsprechenden Wert darauf. Es empfiehlt sich insgesamt, bewusst ein individuelles Profil mit fachlichen und regionalen Spezialisierungen zu entwickeln auch schon während des Studiums und über die Studieninhalte hinaus. Dazu ist es u.a. wichtig, sich über zentrale Konzepte und politische Hintergründe des ZFD und verwandter Arbeitsfelder zu informieren und sich klarer darüber zu werden, welche konkreten Perspektiven man für realistisch und wünschenswert hält. Entscheidende Informationsquellen sind die ZFD-Trägerorganisationen, zusammengeschlossen im Konsortium Ziviler Friedensdienst, und das BMZ. Schließlich ist anzumerken, dass derzeit im Zivilen Friedensdienst ein großer Fachkräftemangel herrscht. Wer also in diesem Bereich über einschlägige Erfahrungen verfügt, hat auch als junger Mensch realistische Einstiegschancen. Die sehr hohen Anforderungen haben angesichts der komplexen Aufgaben natürlich ihre Berechtigung, jedoch müssen die Träger notgedrungen gewisse Abstriche machen, wenn ihre Kontingente an offenen Stellen zu groß werden. Insofern sollte sich niemand entmutigt fühlen: der Weg zur professionellen Friedensarbeit ist nicht leicht, aber auch nicht unmöglich. 3

5 Die vorliegende Handreichung gibt Einschätzungen und Informationen darüber, wie und wo man auf dem Weg zum Einstieg in die professionelle Friedensarbeit relevante und interessante Erfahrungen sammeln kann. Vorgestellt werden Freiwilligendienste, Trainee- und Nachwuchsförderprogramme sowie Praktika. Mit diesem Leitfaden erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern möchten in erster Linie Interessierten Informationen zur Orientierung anbieten. Vor allen Dingen ersetzt die Handreichung keine eigene Recherche über das hier behandelte berufliche Feld, die den LeserInnen dringend empfohlen wird. Die Darstellung der Tätigkeitsfelder der vorgestellten Organisationen basiert auf deren Selbstdarstellung im Internet. Über Rückmeldungen und Hinweise zur Überarbeitung und Ergänzung freuen wir uns. 4

6 Freiwilligendienste und ehrenamtliche Tätigkeiten Freiwilligendienste erweisen sich für viele Berufanfänger als Einstiegsmöglichkeit in die Praxis im Ausland. Wichtig bei der Auswahl des geeigneten Freiwilligendienstes für eine spätere Tätigkeit als Friedensfachkraft, KonfliktberaterIn o.ä. ist die thematische Nähe zu Friedensarbeit, d.h. zu Ziviler Konfliktbearbeitung, Demokratieförderung, Förderung von Zivilgesellschaft, EZ im Konfliktkontext, Menschenrechtsarbeit etc. Um dies beurteilen zu können, sollte man wiederum mit den konzeptionellen Hintergründen des ZFD und verwandter Bereiche vertraut sein. Bei Freiwilligendiensten oder ehrenamtlichem Engagement im Inland sind verschiedene Felder der Zivilen Konfliktbearbeitung von Interesse. Relevant sind etwa Flüchtlingsund Menschenrechtsarbeit, Antirassismusprojekte, Friedensarbeit, Projekte der Gewaltprävention z.b. im Fußball. Auslandsaufenthalte werden dadurch aber nicht ersetzt. Das Feld von Institutionen, bei denen man sich im Inland ehrenamtlich sinnvoll und mit persönlichem Gewinn engagieren kann, ist immens und wird daher hier nicht im Detail behandelt. Freiwilligendienste orientieren sich teilweise inhaltlich an vollwertigen Jobs im Berufsfeld Frieden und Konfliktbearbeitung. Die Bezahlung ist jedoch nur teilweise zum Überleben ausreichend, häufig müssen private Unterstützerkreise aufgebaut werden oder andere Quellen der Finanzierung, wie Stipendien, Reisekostenzuschüsse etc. genutzt werden. Einige Anbieter hingegen kommen für Unterkunft, Verpflegung, Versicherung etc. auf (z.b. Peace Brigades International und pax christi). Mehr zum Thema Finanzierung ist unter Förderungsmöglichkeiten (S. 21) zu finden. Man unterscheidet zwei Formen bei den längerfristigen Freiwilligendiensten: die geregelten und die ungeregelten Dienste. Zu den geregelten Diensten zählen das Freiwillige Soziale bzw. Ökologische Jahr (FSJ/FÖJ), der Andere Dienst im Ausland (A- DiA) und der Europäische Freiwilligendienst (EFD), alle sonstigen Freiwilligen- und Friedensdienste zählen zu den ungeregelten Diensten. Während die geregelten Dienste mindestens sechs und höchstens zwölf Monate dauern, an gesetzliche Vorgaben gebunden sind und von staatlicher bzw. europäischer Seite gefördert werden, verpflichten die ungeregelten Dienste zu einem Mindesteinsatz von 12 Monaten und können auch bis zu 24 Monate dauern. Sie basieren auf einer rein privatrechtlichen vertraglichen Vereinbarung zwischen dem Freiwilligen und der Entsendeorganisation. Damit entfällt ein Anspruch auf Unterstützung durch öffentliche Fördermittel. Finanzierung und Versicherung müssen z.b. größtenteils eigenverantwortlich organisiert werden. Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst weltwärts des BMZ Eine vielversprechende Option im Rahmen von Freiwilligendiensten stellt der neue Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) weltwärts dar, der mit umfangreichen Finanzmitteln ausgestattet wird und entsprechend vielen Interessierten einen Auslandsaufenthalt ermöglichen wird. Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst startet zum 1. Januar 2008, wird durch das 5

7 BMZ finanziert und von einer Vielzahl von zivilgesellschaftlichen Entsendeorganisation im partnerschaftlichen Dialog mit den Projektpartnern durchgeführt. Bewerbungen richten sich an die Entsendeorganisationen selbst, die bei weltwärts anerkannt sein müssen. Eine Liste der Organisationen findet sich unter: Struktur und Verfahren sind zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Broschüre noch im Werden begriffen für aktuelle Informationen die weltwärts-website konsultieren. weltwärts versteht sich als Lerndienst, der jungen Menschen die Erfahrung des direkten interkulturellen Austauschs in den Entwicklungsländern ermöglicht. Auch hier gilt es in Selbstrecherche den ausreichenden friedenspolitischen Bezug der Projekte festzustellen. Die Voraussetzungen für die Teilnahme sind relativ überschaubar. Ein Studienabschluss wird nicht verlangt, generelles Interesse an Kulturen, gute Grundkenntnisse der im Gastland gesprochenen Sprache und soziales und politisches Engagement gelten jedoch als wichtige Eigenschaften. Alter: Jahre, Dauer des Aufenthalts 6-24 Monate, monatliche Unterstützung in Höhe von bis zu 580 Euro (75 % der anfallenden Kosten für Anreise, Unterkunft, pädagogische Begleitung, verschiedene Auslandsversicherungen, Taschengeld und Unterstützung des Projektpartners), die restlichen 25 % werden von der Entsendeorganisation oder einem Spenderkreis finanziert. Sekretariat weltwärts, Postfach , Bonn, 0228/ , Anbieter von Freiwilligendiensten im Bereich Friedensarbeit Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) Die AGDF ist ein Dachverband von 34 Organisationen und Institutionen, die alle mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Arbeitsprogrammen im In- und Ausland Friedensarbeit leisten. Unter denjenigen Mitgliedsorganisationen, die im Bereich Friedensdienst tätig sind, finden sich Peace Brigades International (PBI), Ohne Rüstung Leben (ORL), Weltfriedensdienst (WFD), Eirene, Kurve Wustrow u.a. Geregelte und ungeregelte Dienste möglich, 3-24 Monate Einsatzdauer, die Mitgliedsorganisationen der AGDF decken mit ihren Programmen ein breites Länderspektrum und vielfältige Aufgabenbereiche (Soziales, Bildung und Pädagogik, Politik, Ökologie und Handwerk) ab. Voraussetzungen für Teilnehmende: Mindestalter 21 Jahre, abgeschlossene Berufsausbildung, Grundstudium oder vergleichbare Lebenserfahrung. Liste der Mitglieder nach Einsatzländern unterteilt siehe: Mitglieder-n html. AGDF e.v., Blücherstraße 14, Bonn, , Aktion Sühnezeichen Friedensdienst (ASF) Die ASF strebt einen umfassenden und gerechten Frieden an. Die Organisation engagiert sich in Projekten, die sich gegen die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Religion, politischen Überzeugung, nationalen oder sozialen Herkunft, Hautfarbe, Spra- 6

8 che, körperlichen Konstitution, sexuellen Orientierung und Identität, ihres Alters oder Geschlechts richten. Die ASF entsendet pro Jahr rund 150 Frauen und Männer in Länder, die in besonderem Maße unter der NS-Herrschaft zu leiden hatten: Belgien, Frankreich, Großbritannien, Israel, die Niederlande, Norwegen, Polen, Russland, Tschechien, der Ukraine, die USA und Weißrussland. Die Freiwilligen sind überwiegend junge Menschen zwischen 18 und 27 Jahren. Grundlegende Kosten (Reisekosten, Unterkunft, Verpflegung, Taschengeld etc.) werden vom Verein übernommen. Teilnehmer werden aber gebeten, für einen Solidaritätsbeitrag aufzukommen und einen privaten Spenderkreis zu gründen, der die laufenden Kosten abdeckt. Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.v., Auguststr. 80, Berlin, , EIRENE e.v. Internationaler christlicher Friedensdienst EIRENE ist ein ökumenischer, internationaler Friedens- und Entwicklungsdienst, der als Träger des Entwicklungsdienstes und des sogenannten "Anderen Dienstes im Ausland" (anstelle des Zivildienstes in Deutschland) anerkannt ist. Im Rahmen des EIRENE-Nord- und Ostprogramms kann man sich für Freiwilligenplätze in den USA, Kanada, Europa, Afrika oder Lateinamerika bewerben. Bei einem Dienst in Europa, Kanada oder den USA beträgt die Mindestdauer 12 Monate. Bei einem Freiwilligendienst in Osteuropa, Afrika oder Lateinamerika beträgt sie mindestens 18 Monate. In dieser Zeit ist die Vorbereitungszeit im Inland enthalten. Derzeitige Dienste haben eine Mindestdauer von 18 Monaten, um für die Partner des Friedens- und Entwicklungsdienstes einen möglichst großen Nutzen sicher zu stellen. Teilnehmer werden gebeten, einen Unterstützerkreis aufzubauen sowie Reisekosten zu übernehmen, weitere Kosten werden von EIRENE oder den Partnerorganisationen im Projektland übernommen. Mehr dazu siehe: EIRENE-Internationale Geschäftsstelle, Postfach 1322, Neuwied, , Friedenskreis Halle e.v. Der Friedenskreis Halle e.v. engagiert sich in in den Bereichen internationale Jugendbildung und Freiwilligendienste mit dem Schwerpunkt Südosteuropa, Zivile Konfliktbearbeitung und Friedensbildung. Er bietet Workcamps, Seminare und Fortbildungen für Jugendliche und Erwachsene an. Es bestehen verschiedene Freiwilligendienstangebote, z.b. die Mitarbeit in einem Jugendzentrum in Bosnien oder in einer Jugendorganisation in Armenien, deren Schwerpunkt die friedenspolitische Entwicklung in Nordarmenien ist. Die Unterhaltskosten (Unterkunft, Verpflegung, An- und Abreisekosten, Versicherung, Taschengeld sowie die Kosten für Vor- und Nachbereitung und pädagogische Begleitung) werden überwiegend vom Friedenskreis Halle übernommen, die Teilnehmer werden aber gebeten, einen privaten Förderkreis zu gründen. 7

9 Friedenskreis Halle e.v., Große Klausstr. 11, Halle/S., , ICJA Freiwilligenaustausch weltweit e.v. Der Verein leistet praktische Friedensarbeit und engagiert sich entwicklungspolitisch durch internationalen, interkulturellen Freiwilligenaustausch. Freiwilligendienste auf nahezu allen Kontinenten möglich, Länderliste auf der Website. Finanzierung durch die Teilnehmer selbst, in einigen wenigen begründeten Fällen ist eine teilweise Förderung möglich. Je nach Programm unterschiedliche Dauer, in der Regel jedoch ein Jahr. ICJA Freiwilligenaustausch weltweit e.v., Stralauer Allee 20E, Berlin, , Internationaler Versöhnungsbund Deutscher Zweig e.v. Der Internationale Versöhnungsbund verfolgt das Ziel einer "Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit". Er setzt sich gemeinsam mit seinen Partnern für Gewaltprävention und Erziehung zu gewaltfreiem Zusammenleben, für die Opfer von Gewalt, ob als Flüchtlinge, Obdachlose, Kinder oder Arme und für ein umweltgerechtes Verhalten und Verständnis für die "Eine Welt" ein. Im Jahr 2008 werden größtenteils 3- bis 6monatige Freiwilligendienste in den USA, Tansania und Sizilien angeboten. Voraussetzungen bilden Nähe zum christlichen Glauben, Erfahrungen in Jugendarbeit und soziales Engagement; Teilnehmende müssen für Versicherung selbst aufkommen, in einigen Fällen wird von den Partnerorganisationen ein kleines Taschengeld gezahlt. Aktuelle Ausschreibungen für 2008 unter: 08.pdf. Kontakt und Informationen: Geschäftstelle: Versöhnungsbund, Schwarzer Weg 8, Minden, , Referent für Internationalen Austausch und Freiwilligendienste: Uli Sonn, Martin-Niemöller-Haus, Pacelliallee 61, Berlin, , KURVE Wustrow - Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion e.v. KURVE Wustrow zielt darauf ab, einen Betrag zu leisten, dass Betroffenheit über kriegerische Auseinandersetzungen, ökologische Zerstörung und soziale Ungerechtigkeit in überlegtes, gewaltfreies Handeln umgesetzt werden kann. Freiwilligendienst soll einen Beitrag zu Frieden und Gerechtigkeit leisten. KURVE Wustrow entsendet Freiwillige nach Ost- und West-Europa, Indien, Sri Lanka und Südafrika. Dabei übernehmen KURVE Wustrow als Entsendeorganisation und die Aufnahmeprojekte die Kosten für Unterkunft und Verpflegung, das monatliche Taschengeld, anfallende 8

10 Versicherungen und die Hin- und Rückreise. Ein Teilnahmebeitrag wird nicht erhoben. Die Finanzierung wird durch Spenden einer Unterstützungsgruppe und öffentliche Zuschüsse gedeckt. KURVE Wustrow e.v., Kirchstr. 14, Wustrow, , Missionszentrale der Franziskaner Zu den Aufgaben der Missionszentrale der Franziskaner zählen die Aktualisierung und Förderung des franziskanischen Missionsverständnisses, die Vermittlung von Freiwilligeneinsätzen in Projekten, entwicklungspolitische Einflussnahme und die Organisation von Bildungsveranstaltungen und reisen. Der internationale Freiwilligendienst der Missionszentrale der Franziskaner entsendet Freiwillige nach Brasilien, Peru, Bolivien, Chile, und Indien. Dabei haben die Freiwilligen die Möglichkeit, für einige Monate in Projekten der franziskanischen Partner der Organisation mitzuleben und mitzuarbeiten, das Leben und Engagement vor Ort kennen zu lernen, sich auf eine fremde Kultur und andere Lebensbedingungen einzulassen und Anregungen und Hoffnung für solidarisches Engagement zu finden. Es besteht keine Altersgrenze. Dauer: mind. sechs, höchstens 12 Monate, Förderung durch weltwärts möglich, aber auch als selbstfinanzierter Freiwilligendienst. Missionszentrale der Franziskaner, Wollankstr. 19, Berlin, 030/ , Pax Christi im Bistum Aachen Pax Christi im Bistum Aachen bietet jungen Frauen und Männern die Möglichkeit, im Rahmen eines Sozialen Dienstes für Frieden und Versöhnung für 14 Monate in verschiedenen Projekten in Polen mitzuarbeiten. Eine weitere Möglichkeit ist die Mitarbeit als Freiwillige/r im Pax Christi-Projekt in Bosnien/Herzegowina. Versicherungsleistungen werden für den Zeitraum des Freiwilligendienstes übernommen, Pax Christi Aachen und die jeweilige Einsatzstelle übernehmen Kosten und Leistungen für Intensivsprachkurs, Verpflegung und Unterkunft während der Vorbereitung in Aachen, während des Sprachkurses und in der Einsatzstelle sowie Fahrtkosten. Die Freiwilligen erhalten ein monatliches Taschengeld in Höhe von 153 und projektabhängig einen zusätzlichen monatlichen Verpflegungszuschuss. Zudem werden die Freiwilligen gebeten, einen privaten Spenderkreis aufzubauen. Kontakt und Informationen: Pax Christi Aachen, Klosterplatz 7, Aachen, , Service Civil International Deutscher Zweig e.v. (SCI) Service Civil International, kurz SCI, ist eine internationale Organisation, die sich durch Freiwilligenarbeit für Frieden, gewaltfreie Konfliktlösung, Gerechtigkeit und interkulturellen Austausch einsetzt. In 90 Ländern finden Workcamps zu Menschenrechten, Natur- und Umweltschutz, Kinder- und Jugendarbeit und zu vielen weiteren Themen statt. Dabei arbeitet die Organisation mit ca. 80 Partnerorganisatio- 9

11 Dabei arbeitet die Organisation mit ca. 80 Partnerorganisationen auf fünf Kontinenten zusammen. Wer als Long Term Volunteer, also in einem Projekt im Rahmen eines längerfristigen Freiwilligendienstes von zwei bis zwölf Monaten teilnimmt, arbeitet meist allein im entsprechenden Projekt. Langzeitfreiwillige werden im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienst (EFD/EVS), weltwärts und ungeregelten Diensten, die grundsätzlich allen Interessierten offen stehen, vermittelt. Es gibt relativ geringe Voraussetzungen für die Teilnahme wie ein Mindestalter von 18 Jahren, Offenheit für andere Kulturen und Interesse an den Projekten. Möchte man an einem Projekt in Afrika, Asien oder Mittel- /Südamerika teilnehmen, sind außerdem Auslandserfahrungen in einem vergleichbaren Land, gute Sprachkenntnisse, Erfahrungen in ehrenamtlicher Arbeit und Workcamp- Erfahrungen Voraussetzung. Bei der Teilnahme am weltwärts-programm gelten die spezifischen Bedingungen. Zudem muss jede/r Freiwillige zur Finanzierung einen privaten Spenderkreis aufbauen. Kontakt und Informationen: SCI - Deutscher Zweig e.v., Blücherstraße 14, Bonn, 0228/ , The United Nations Volunteers programme (UNV) Das UN-Volunteer-Programm verfolgt die Erreichung der Millenniumsziele, Armutsbekämpfung, aber auch die Stärkung und den Ausbau von Ressourcen für die Verhinderung und den Umgang mit Krisen. Es richtet sich zwar in erster Linie an Menschen mit Berufserfahrung, bei entsprechendem Bedarf wird allerdings auch auf BewerberInnen mit weniger Erfahrung zurückgegriffen. Für den Freiwilligen-Pool von UNV bewirbt man sich auf der u.a. Website. Kontakt und Informationen: United Nations Volunteers, Postfach , Bonn, Youth Action for Peace Deutschland/Christlicher Friedensdienst e.v. (YAP-CFD) Als anerkannter Träger der freien Jugendhilfe organisiert der CFD eigene Workcamps in Deutschland und vermittelt Jugendliche an Workcamps der CFD-Partnerorganisationen in über 35 Ländern. Wichtige Schwerpunkte des cfd sind die Vermittlung und Betreuung von mittel- und langfristigen Freiwilligen in der EU und in Ex-Jugoslawien sowie die direkte Unterstützung von Projekten in Lateinamerika und Osteuropa. Freiwilligendienste in Europa, Asien, Afrika, Naher Osten und Lateinamerika. Nach Ländern sortierte Angebote auf der Website. Teilnehmende müssen für ihren Einsatz selbst aufkommen und werden gebeten, einen privaten Unterstützerkreis aufzubauen. YAP-CFD e.v. Youth Action for Peace Deutschland, Rendeler Str. 11 a, Frankfurt 069/ , 10

12 Freiwilligendienste im Bereich Menschenrechtsbeobachtung/- begleitung Ein der Friedensarbeit eng verwandter Bereich, in dem es diverse Möglichkeiten von Freiwilligendiensten gibt, ist die Menschenrechtsarbeit. Die Begleitung bedrohter MenschenrechtsaktivistInnen und die Beobachtung der Menschenrechtssituation werden teilweise auch in professionellen Friedensdiensten wie dem ZFD als Instrumente angewandt, etwa von den Peace Brigades International oder der Nonviolent Peaceforce. eine Gefährdung darstellt. Für den Einstieg ist es wichtig, zwischen Menschenrechtsbegleitung und Menschenrechtsbeobachtung zu differenzieren. Während BegleiterInnen häufig einzelne Personen oder Organisationen intensiv betreuen und begleiten, halten sich BeobachterInnen häufig in von Menschenrechtsverletzungen betroffenen Dorfgemeinschaften o.ä. auf, ohne bestimmten Personen zugeordnet zu sein. Letzteres ist teilweise auch ohne große Vor- und Praxiserfahrungen möglich, während die Begleitung bedrohter Personen eine stärkere persönliche Belastung und u.u. auch MenschenrechtsbeobachterInnen/-begleiterInnen werden in Regionen eingesetzt, in denen es in der Vergangenheit vermehrt zu Menschenrechtsverletzungen kam, mit der Absicht, diese zu verhindern oder zumindest zu verringern. BeobachterInnen sollen in den jeweiligen Regionen das Gefühl vermitteln, dass eine internationale Öffentlichkeit die Übergriffe registriert und die Verantwortlichen mit politischen Konsequenzen rechnen müssen. Die Freiwilligen zeigen Präsenz, beobachten die Lage, melden Menschenrechts- und humanitäre Völkerrechtsverletzungen an öffentliche Stellen im Inund Ausland und sollen so Freiräume für politische Veränderungen schaffen helfen. Die Anwesenheit von Menschenrechtsbeobachtern soll die allgemeine Hemmschwelle für die Bereitschaft zu Menschenrechtsverletzungen anheben. Anbieter von Freiwilligendiensten: MenschenrechtsbeobachterInnen / - begleiterinnen CAREA e.v. Der Verein ist überparteilich und weltanschaulich ungebunden. Er setzt sich zum Ziel, die von Gewalt bedrohten oder vertriebenen Bevölkerungsteile durch die Beobachtung der Menschenrechtssituation in Konfliktgebieten und der Begleitung der betroffenen Bevölkerung im Sinne physischer Präsenz zu unterstützen. Die Anwesenheit internationaler BeobachterInnen soll als Schutz vor Übergriffen durch Militär und paramilitärische Gruppen und zur Erweiterung von Handlungsspielräumen der Zivilbevölkerung dienen, indem sie eine internationale Öffentlichkeit herstellt. Die Arbeit folgt dem Prinzip der Nichteinmischung und Unparteilichkeit. 11

13 CAREA e.v. bereitet in Kooperation und Abstimmung mit dem Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de las Casas und der Solidaritätsorganisation Enlace Civil Leute als MenschenrechtsbeobachterInnen für die Region Chiapas in Mexiko vor. In Guatemala werden Freiwillige zum Zeugenbegleitprogramm der Menschenrechtsorganisation CALDH entsendet. Im Sinne der oben erläuterten Unterscheidung kommt für Freiwillige mit wenig Erfahrung nur das erste Projekt in Frage. Teilnehmende müssen für sämtliche anfallenden Kosten aufkommen. Das Mindestalter beträgt 21 Jahre. Weitere Voraussetzungen: ausreichende Spanischkenntnisse, politisches oder soziales Engagement etc. Es besteht die anschließende Möglichkeit der weiteren Mitarbeit im Verein, z.b. durch die eigenständige Durchführung von Vorbereitungsseminaren, Vorträgen und Veranstaltungen etc. CAREA e.v., Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Str. 4, Berlin 030/ , Ecumenical Accompaniment Programme in Palestine and Israel (EAPPI) EAPPI ist eine Initiative des Ökumenischen Rates der Kirchen, die sich im Rahmen der Ökumenischen Kampagne zur Beendigung der rechtswidrigen Besetzung Palästinas: Für einen gerechten Frieden im Nahen Osten einsetzt. Ziel der Initiative ist es, Israelis und Palenstinenser bei gemeinsamen Bemühungen zur Beendigung der Besatzung zu begleiten und zu unterstützen. Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Programms leisten Unterstützung, indem sie unter anderem die Lage beobachten, Menschenrechts- und humanitäre Völkerrechtsverletzungen melden, Schutz durch ihre gewaltlose Anwesenheit gewähren und sich für politische Veränderungen einsetzen. Mindestalter 25 Jahre (in seltenen Ausnahmefällen auch jünger), Mindesteinsatzdauer drei Monate. Die Kosten für die Teilnehmenden belaufen sich monatlich auf US-$. Teilnehmende oder deren Geldgeber kommen zudem auch für die Reise- und Versicherungskosten auf. In einigen Fällen regelt und übernimmt dies die aussendende Organisation. Aussendende Organisationen in Deutschland sind u.a.: Evangelischer Entwicklungsdienst, Brot für die Welt, Evangelisches Missionswerk in Südwestdeutschland, Evangelisches Missionswerk in Deutschland, Pax Christi Deutschland (siehe weiter unten). WCC/EAPPI International Coordination Team, World Council of Churches 150, route de Ferney PO Box 2100, CH Geneva 2, , Kontaktformular auf der Website, International Peace Observers Network IPON IPON existiert seit 2006 und begleitet MenschenrechtsverteidigerInnen, die sich durch Beobachtung für die Einhaltung von Menschenrechten einsetzen. Diese Aufgaben werden über einen Freiwilligendienst im Ausland geleistet. Freiwilligendienst vor allen Dingen auf der philippinischen Halbinsel Bondoc. Mindestens dreimonatiger Einsatz, Mindestalter 21 Jahre, keine besondere Ausbildungs- und Be- 12

14 rufserfahrung notwendig, aber erste Erfahrungen in sozialer oder politischer Arbeit von Vorteil. Es gibt zwar keinen Teilnehmerbeitrag für das Projekt, Reisekosten müssen aber selbst getragen werden. Genauso müssen die Teilnehmer selbst für Versicherung, Impfungen, Visakosten sowie Verpflegung aufkommen. International Peace Observers Network IPON, Hinrichsenstraße 40, Hamburg 040/ , Peace Brigades International (PBI) Deutscher Zweig e.v. PBI ist eine Menschenrechtsorganisation, die auf Anfrage lokaler Organisationen, die sich von politisch motivierter Gewalt bedroht sehen, eine schützende Präsenz mit Hilfe internationaler Teams von Freiwilligen und professionellen Friedensfachkräften organisiert. Derzeit werden Projekte in Kolumbien, Mexiko, Guatemala, Indonesien, Nepal und im Kongo durchgeführt. Außerdem beteiligt sich PBI an dem Gemeinschaftsprojekt SIPAZ (Servicio Internacional para la Paz) in Chiapas (Mexiko). Das Mindestalter für die Mitarbeit in einem PBI-Projekt im Ausland beträgt 25 Jahre für den einjährigen Friedensdienst. Die Freiwilligendienste werden nicht vergütet, für die Teilnehmenden besteht aber für den gesamten Zeitraum eine Kranken-, Haftpflicht- und Unfallversicherung. Reisekosten, Kost und Logis im Projektland und ein angemessenes monatliches Taschengeld werden von PBI übernommen. Peace Brigades International (PBI) - Deutscher Zweig e.v., Bahrenfelder Str. 79, Hamburg, , Peace Watch Switzerland (PWS) PWS möchte durch die Anwesenheit von BeobachterInnen in konfliktgeprägten Dorfgemeinschaften einen Beitrag zur Verhinderung von Gewalt und Konflikten leisten. Dazu entsendet die Organisation Freiwillige für einen Zeitraum von bis zu drei Monaten in Konfliktgebiete. PWS entsendet BeobachterInnen zur Begleitung von Dorfgemeinschaften in Konfliktgebiete u.a. in Mexiko, Guatemala und Palästina/Israel. Die Voraussetzungen variieren je nach Einsatzprojekt. Ziel ist es, durch die internationale Präsenz einen Beitrag zur Verhinderung gewalttätiger Übergriffe auf die Zivilbevölkerung zu leisten. Freiwillige BeobachterInnen werden ausgebildet und für zwei oder drei Monate in eines der Projekte entsandt. Kosten, die während der auf den Einsatz vorbereitenden Ausbildung entstehen, werden teilweise von Peace Watch abgedeckt, andere Kosten (z.b. im Einsatzland) müssen von Teilnehmenden selbst aufgebracht werden. Peace Watch Switzerland, Quellenstrasse 31, 8005 Zürich, 0041/ , 13

15 Pax Christi - Internationale katholische Friedensbewegung Pax Christi ist die ökumenische Friedensbewegung der katholischen Kirche und ist in 53 Ländern weltweit aktiv. Sie bemüht sich um gerechte Strukturen des Zusammenlebens und zivile Wege der Konfliktbearbeitung. Pax Christi ist Mitträgerin des Ökumenischen Friedensdienstes in Palästina und Israel (ÖFPI bzw. engl. EAPPI, s.o.), und schickt Freiwillige als Beobachter, die u.a. auf Menschenrechtsverstöße aufmerksam machen, im Rahmen des ökumenischen Freiwilligendienstes nach Palästina und Israel. Freiwillige begleiten dabei unter anderem Schülerinnen und Schüler zur Schule oder Kranke ins Krankenhaus und schützen sie durch ihre gewaltfreie Präsenz. Sie können mit ihren gastgebenden Organisationen und abgestimmt mit dem Koordinationsbüro des Weltkirchenrats in Jerusalem an gewaltfreien Widerstandsaktionen von palästinensischen und israelischen Gruppen teilnehmen. Sie können Menschenrechtsverletzungen und Verstöße gegen internationales Recht dokumentieren. Ein wichtiger Teil der Arbeit besteht in der Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland, besonders nach der Rückkehr. Das Koordinationsbüro des Weltkirchenrats in Jerusalem organisiert und koordiniert den Einsatz, bereitet die Freiwilligen vor Ort vor und begleitet sie. Mindestalter 25 Jahre. Übernommen werden die Kosten für Unterkunft und Verpflegung, die Reise, die Vorbereitung und Begleitung des Einsatzes. Mehr zu den Voraussetzungen unter: Pax Christi-Bewegung, Sekretariat der deutschen Sektion, Postfach 13 45, Bad Vilbel bzw. Feststr. 9, Bad Vilbel, , 14

16 Nachwuchsförderprogramme Nachwuchsförderungsprogramme werden von mehreren großen Diensten der Entwicklungs- und technischen Zusammenarbeit angeboten. Sie bieten prinzipiell einen sehr guten Einblick in die Projektpraxis der professionellen EZ. Da sie die Teilnehmenden insbesondere mit den trägerinternen Strukturen und Abläufen vertraut machen, können sie in besonderer Weise für eine Weiterbeschäftigung bei demselben Träger qualifizieren. Teilweise wird dies auch ausdrücklich angestrebt. Inwiefern sie inhaltlich als Vorerfahrung oder Einstiegsmöglichkeit für professionelle Friedensarbeit relevant sein können, hängt vom jeweiligen Angebot und dem konkreten Projekt ab und muss individuell recherchiert werden. Auch hier ist wieder zu beachten, dass das ausgewählte Projekt einen Zusammenhang mit Friedensförderung (und verwandten Bereichen, s.o. unter Freiwilligendienste) oder Entwicklungszusammenarbeit im Konfliktkontext, d.h. EZ unter expliziter Berücksichtigung ihrer Einbindung in eine Konfliktsituation, aufweisen sollte. Anbieter von Nachwuchsförderungsprogrammen / Traineeprogrammen Trainee-Programm der Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe e.v. (AGEH) Die AGEH ist der deutsche katholische Fachdienst für internationale Zusammenarbeit und vermittelt in Zusammenarbeit mit ihren Partnerorganisationen in aller Welt Fachkräfte in Projekte der Entwicklungszusammenarbeit kirchlicher Organisationen in Afrika, Asien, Lateinamerika und in den Ländern Mittel- und Osteuropas. Die Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe e.v. (AGEH) führt in Zusammenarbeit mit dem Bischöflichen Hilfswerk MISEREOR e.v. und dem Deutschen Caritas- Verband/Caritas international Trainee-Programme durch. Ziel der Programme ist die Einführung von Nachwuchskräften mit abgeschlossener beruflicher Ausbildung in die spezifischen Aufgaben der Entwicklungszusammenarbeit (Misereors) bzw. des Sozialmanagements und der Humanitären Hilfe (von Caritas International). Die Einführung erfolgt durch ein On-the-job-Training in den Geschäftsstellen von Misereor, Caritas international und der AGEH. Dazu gehören Phasen intensiver Einführung und Einübung in das Programm- und Projektmanagement in den Zentralen, kombiniert mit Phasen der praktischen Mitarbeit in Entwicklungsprojekten und Strukturaufbauprojekten der Humanitären Hilfe im Ausland. Im Wechsel damit ist die Teilnahme an passenden Kursen, Trainings- und Lernangeboten vorgesehen. Die Mitarbeit im Rahmen eines Trainee- Programms soll eine Tätigkeit in der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit bzw. der Strukturaufbauarbeit in der Humanitären Hilfe, vornehmlich im Ausland ermöglichen. 15

17 Nach Abschluss der Traineezeit wird eine Vermittlung als AGEH-Fachkraft in ein von MISEREOR gefördertes bzw. von Caritas International finanziertes Projekt der Entwicklungszusammenarbeit / Strukturaufbauhilfe angestrebt. Kontakt und Informationen: Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH) e.v., Ripuarenstraße 8, Köln 0221/8896-0, ASA-Programm / InWEnt Das ASA-Programm vergibt dreimonatige Stipendien und organisiert und finanziert sechsmonatige Austauschprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika. Das Programm fördert globales verantwortungsbewusstes Handeln und bietet die Möglichkeit, gesellschaftlich aktiv zu werden. Im Rahmen der ASA-Programme werden Reisekosten finanziert und ein Teilstipendium für die Dauer des Aufenthalts in dem Projektland vergeben. Wichtig zu bemerken ist, dass sich das Programm nicht an Studienabgänger richtet: Bewerben kann sich nur, wer zwischen 21 und 30 Jahre alt ist und eingeschriebene/r StudentIn oder Bachelor-AbsolventIn ist oder eine nicht-akademische Berufsausbildung abgeschlossen hat. Voraussetzungen für die Aufnahme in das Stipendienprogramm sind neben der fachlichen Qualifikation und Grundkenntnissen in der jeweiligen Landessprache ein Interesse an entwicklungspolitischen Fragestellungen sowie die Bereitschaft, sich nach der Rückkehr in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit in Deutschland und/oder Europa zu engagieren. Kontakt und Informationen: ASA-Programm / InWEnt, Lützowufer 6-9, Berlin, , Juniorpositionen/-professionals beim Centrum für internationale Integration und Entwicklung (CIM) CIM ist eine Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH und der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (BA) und wurde 1980 gegründet. Finanziert wird CIM zum Großteil vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Aber auch andere Ministerien, staatliche und halbstaatliche Institutionen, Nichtregierungsorganisationen und die Privatwirtschaft beteiligen sich an den CIM-Programmen. Aktuelle Angebote / Ausschreibungen Young Professionals unter: Kontakt: Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM), Mendelssohnstr , Frankfurt am Main, , Nachwuchsförderungsprogramm des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) Zentrale Anliegen des DED sind Armutsminderung, nachhaltige Entwicklung, der Erhalt von natürlichen Lebensgrundlagen, die Verwirklichung demokratischer Strukturen und zivile Konfliktbearbeitung. Um diese Ziele zu verwirklichen, unterstützt der DED einheimische Organisationen und Selbsthilfe-Initiativen durch fachliche Beratung, die Finanzierung kleinerer Programme und die Förderung einheimischer Fachkräfte. 16

18 Das Nachwuchsförderungsprogramm (NFP) ist ein Stipendienprogramm, das BerufsanfängerInnen sowie Fach- und HochschulabsolventInnen ermöglicht, während eines einjährigen Aufenthalts in einem der Partnerländer des DED entwicklungspolitische, berufliche, persönliche und interkulturelle Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit zu sammeln. Die Teilnehmenden sollten zum Bewerbungszeitpunkt nicht älter als 28 Jahre sein, evtl. sind im Einzelfall Ausnahmen möglich. Der DED kooperiert im Rahmen des NFP mit anderen Entsendeorganisationen, zur Zeit mit Eirene und dem Weltfriedensdienst (WFD). Im Bereich des Zivilen Friedensdienstes gibt es ebenfalls NFP- Stellen, die natürlich als Praxiserfahrung und Qualifikation im hier behandelten Sinne von höchster Relevanz sind. Aktuelle Stellenangebote unter: - Sektor Nachwuchsförderungsprogramme. Deutscher Entwicklungsdienst ggmbh, Tulpenfeld 7, Bonn, 0228/ , Personalvermittlungsprogramm 24 (PV 24) des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED) Das Personalvermittlungsprogramm 24 (PV 24) soll den Teilnehmenden einen vertieften Einblick in die Entwicklungszusammenarbeit ermöglichen, die Verbundenheit jüngerer Fachkräfte mit der evangelischen Entwicklungsarbeit fördern und auf Seiten des EED die entwicklungspolitische Debatte mit den Perspektiven von jungen Menschen bereichern. PV 24 richtet sich an Menschen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung im Alter von ca. 25 bis 30 Jahren, die ökumenisch und entwicklungspolitisch engagiert sind, a- ber noch keine zwei Jahre Berufserfahrung erlangt haben. Voraussetzungen sind neben ehrenamtlichem Engagement auch Praktika, Joberfahrungen vor oder während eines Studiums, Studienaufenthalte und Fremdsprachenkenntnisse. Die Mitarbeit umfasst das ganze Spektrum der von Partnerorganisationen des EED durchgeführten Arbeitsfelder. Die Dauer des Einsatzes beträgt 24 Monate plus Vorbereitung vor der Ausreise und Nachbereitung nach Rückkehr. Die Leistungen richten sich nach dem Entwicklungshelfer-Gesetz. Kontakt und Informationen: Evangelischer Entwicklungsdienst e.v. (EED),Referat Fachkräfte, Ulrich-von-Hassell-Str. 76, Bonn, , Trainee-Programm der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) Demokratie und Entwicklung weltweit fördern, zu Frieden und Sicherheit beitragen, die Globalisierung solidarisch gestalten und die Erweiterung und Vertiefung der Europäischen Union unterstützen - dies sind grundlegende Leitlinien der internationalen Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung. Über Projekte in mehr als 100 Ländern begleitet die Stiftung aktiv den Aufbau und die Konsolidierung zivilgesellschaftlicher und staatlicher Strukturen zur Förderung von Demokratie und sozialer Gerechtigkeit, starker und freier Gewerkschaften sowie das Eintreten für Menschenrechte und die Gleichstellung der Geschlechter. Traineeship bei der FES Die FES bietet jährlich für zwei Nachwuchswissenschaftler/innen, vor allem der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, ein berufsqualifizierendes einjähriges Traineeprogramm. Dieses Programm soll umfassende, vor allem praktische Kenntnisse in den Gebieten gesellschaftspolitische Bildungsarbeit, politikbezogener öffentlicher Dialog, 17

19 Politikberatung, beratungsorientierte Forschung, gesellschaftspolitische Analyse und internationale Entwicklungszusammenarbeit vermitteln und für eine spätere Tätigkeit bei Institutionen, Verbänden und sonstigen Einrichtungen qualifizieren, die im Bereich der Organisierung des politikbezogenen öffentlichen Dialogs, in der nationalen oder internationalen gesellschaftspolitischen Bildungsarbeit, Politikberatung, Entwicklungszusammenarbeit usw. tätig sind. Projektassistenz bei der FES Die FES bietet jährlich für zwei Nachwuchswissenschaftler/innen, vor allem der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, ein berufsqualifizierendes zweijähriges Projektassistenzprogramm. Dieses Programm soll umfassende, vor allem praktische Kenntnisse in den unter Traineeship bereits genannten Gebieten vermitteln. Dabei schließt sich an eine sechsmonatige Vorbereitung in einem Referat der beiden internationalen Abteilungen in Deutschland eine achtzehnmonatige Assistenz in einem der Auslandsprojekte der FES an. Kontakt und Informationen: Friedrich-Ebert-Stiftung, Maria Theodossiou, Personalabteilung, Abteilung Internationale Entwicklungszusammenarbeit, Godesberger Allee 149, Bonn, 0228/ , Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) unterstützt komplexe Reformen und Veränderungsprozesse in Entwicklungs- und Transformationsländern. Dabei zielen alle Aktivitäten darauf ab, die Lebensbedingungen und Perspektiven der Menschen nachhaltig zu verbessern. Trainee-Stellen Die Dauer des Programms beträgt 18 Monate, davon zweimonatige Vorbereitung, 9 Monate Beschäftigung in einem GTZ-Vorhaben, anschließende Tätigkeit bei einer weiteren deutschen sowie einer internationalen EZ-Organisation und im BMZ. Anforderungen an Teilnehmende beinhalten ein abgeschlossenes Hochschulstudium und erste Berufserfahrungen (auch Praktika). Aktuelle Ausschreibungen: Junior Professionals Das Angebot der Juniorpositionen richtet sich an Personen mit akademischem Abschluss und höchstens zweijähriger einschlägiger Berufserfahrung. Die Laufzeit der Verträge ist befristet; anschließende Perspektiven sind sowohl bei der GTZ als auch bei internationalen Organisationen der EZ oder bei Nichtregierungsorganisationen vorstellbar. Juniorfachkräfte werden in verschiedenen Bereichen eingesetzt: im Ausland (Fach- und Managementaufgaben), im Kompetenzzentrum bei Planung und Entwicklung der GTZ-Zentrale (inhaltliche, aber auch Management-Aufgaben), als Fachassistent/in im Bereich Planung und Entwicklung (fachliche und administrative Aufgaben), als Juniorprojektbearbeiter/in in einer Regionalgruppe, als Juniorprojektmanager/in im Bereich International Services (Verwaltungs-, Management- und kaufmännische Aufgaben in der GTZ-Zentrale) oder als Juniorreferent/in im Personal- und Sozialbereich (Fragen der Personalbereitstellung und betreuung). Aktuelle Ausschreibungen unter: Kontakt und Informationen: 18

20 Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH, Dag- Hammarskjöld-Weg 1-5, Eschborn, 061/ , World Vision World Vision arbeitet in 96 Ländern und bildet so ein weltweites Netzwerk der Hilfe. Projekte der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe werden in enger Zusammenarbeit mit Partnerbüros in den jeweiligen Ländern durchgeführt. World Vision bietet zweimal jährlich ein Traineeprogramm für je eine Fachkraft Entwicklungszusammenarbeit und eine Fachkraft Humanitäre Hilfe an. Die Voraussetzungen dafür sind: abgeschlossenes Studium in relevanten Studienfächern (z.b. Soziologie, Politologie oder BWL), erste Erfahrungen in den Bereichen Humanitäre Hilfe oder Entwicklungszusammenarbeit im Ausland, erkennbares Engagement in einem der beiden Bereiche, sehr gute Kenntnisse der englischen Sprache. Kontakt und Informationen: World Vision Deutschland e.v., Am Houiller Platz 4, Friedrichsdorf, , 19

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