Flexible Learning in der beruflichen Aus- und Weiterbildung für den Einzelhandel

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1 Zentralstelle für Berufsbildung im Einzelhandel e.v. in Verbindung mit dem Hauptverband des Deutschen Einzelhandels Flexible Learning in der beruflichen Aus- und Weiterbildung für den Einzelhandel Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Europäischen Union Europäischer Sozialfonds gefördert

2 Inhalt I. Das Gesamtkonzept... 3 II. Projektpartnerschaft... 6 III. Arbeitsplan AP1: Bedarfsanalyse AP 2: Recherche von Lehr- und Lernmaterialien entsprechend der neuen Verordnungen AP 3: Entwicklung von elearning-modulen AP 4: Entwicklung eines NQF-Modells Einzelhandel sowie eines Zertifizierungsmodells AP 5:Erprobung der elearning-module in differenzierten Szenarien AP 6 und 7: Entwicklung und Erprobung eines Qualifizierungs-konzeptes für Ausbilder, Dozenten, Berufschullehrer und Führungskräfte mit Personalverantwortung AP 8: Etablierung einer Kommunikationsplattform (Online-Community) als Vernetzungsinstrument aller Bildungsbeteiligten Kontakt

3 I. Das Gesamtkonzept Der Einzelhandel gehört zu den beschäftigungs- und ausbildungsintensivsten Branchen in Deutschland. In den vergangenen Jahren wurden die wichtigsten Qualifizierungsstufen im Einzelhandelsbereich neu geordnet. 1. Der Anteil von Bachelorstudiengängen an Fachhochschulen macht heute etwa 80% und an Universitäten knapp die Hälfte der Studienangebote aus. Die in den Neuordnungen verankerten Pflicht- aber vor allem Wahlqualifikationen bieten den Unternehmen und dem Lerner neue flexible Möglichkeiten der Gestaltung von Aus- und Weiterbildung. Für die Einzelhandelsunternehmen ist es dabei besonders wichtig, auch in der Ausund Weiterbildung flexibel auf die Unternehmens- und Markterfordernisse zu reagieren, um praxisnahe, bedarfsorientierte und effiziente Personalentwicklung realisieren zu können. Die Flexibilisierung von Aus- und Weiterbildung ist eine wesentliche Voraussetzung, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, damit letztendlich auch Arbeitsplätze zu sichern und die Ausbildungsbereitschaft von Unternehmen zu fördern. Besonderes Augenmerk verdient dabei nach Meinung der Unternehmen die Verbesserung der Ausbildungsreife der Bewerber. 2 Die Flexibilisierung von Aus- und Weiterbildung liegt aber auch im Interesse der Menschen, die eine Aus- oder Weiterbildung im Einzelhandel absolvieren möchten. Für sie sind besonders die Durchstiegsmöglichkeiten und Spezialisierungen interessant, von der Berufsvorbereitung bis zum Bachelor, die Anerkennung und Anrechnung von Qualifikationen und Teilqualifikationen, flexible Kostenmodelle und ein transparenter Bildungsmarkt. Das gesellschaftliche und berufsbildungspolitische Interesse zielt ebenfalls auf die Flexibilisierung von Aus- und Weiterbildung ab, mit dem Ziel der Verbesserung von Bildungsqualität, Bildungschancen sowie Arbeitsplatzschaffung und erhaltung. Zahlreiche Initiativen des BMBF belegen dies eindrucksvoll, nicht zuletzt das vorliegende Förderprogramm. 3 Erste Erfahrungen zeigen, dass der gesamte Bildungsprozess im Einzelhandel sich in einer Phase der Neuorientierung, Umstrukturierung und Anpassung an die aktuellen Erfordernisse der neuen Verordnungen und der Wirtschaftswelt befindet. Daraus ergeben sich neue Anforderungen an alle am Bildungsprozess Beteiligten. Die Nutzung der Potenziale der neuen Medien spielt dabei eine entscheidende Rolle. 1 Ausbildungsordnung Verkäufer/ Verkäuferin sowie Kaufmann/ Kauffrau im Einzelhandel sowie entsprechender Rahmenlehrplan Juni/ Juli 2004, Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Handelsassistent Einzelhandel/Geprüfte Handelsassistentin Einzelhandel vom 12. Juli 2006 (BGBl. I S. 1688), Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Handelsfachwirt/Geprüfte Handelsfachwirtin vom 17. Januar 2006 (BGBl. I S. 59), 2 Vgl. Pressemitteilung HDE, Handel bildet deutlich mehr aus, Vgl. Der Berufsbildungsbericht 2006,

4 Das Projekt Flexible Learning im Einzelhandel hat das Ziel, diese Herausforderungen anzunehmen und mit den angestrebten Projektergebnissen zur Flexibilisierung des Bildungsprozesses beizutragen. Flexible Learning ist ein ganzheitlicher Konzeptansatz, der den gesamten Bildungsprozess umfasst. Im Mittelpunkt steht der Lerner als Einzelperson oder Mitarbeiter eines Unternehmens mit einem konkreten Bildungsbedarf sowie individuellen und unternehmensspezifischen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen. Flexible Learning heißt, dem Lerner oder/ und dem Unternehmen eine flexibel handhabbare Auswahl an Qualifizierungsmöglichkeiten anzubieten, die den individuellen, unternehmerischen und gesellschaftlichen Zielsetzungen entsprechen und mit denen der konkrete Bedarf so optimal und effektiv wie möglich gedeckt werden kann. Die Auswahl bezieht sich dabei auf alle Komponenten des Bildungsprozesses von den Inhalten bis hin zur methodisch didaktischen Umsetzung als auch die Berücksichtigung möglicher Lernorte, die Anerkennung von Teilqualifikationen etc. Um solche Auswahlmöglichkeiten zu schaffen, bedarf es folgender Voraussetzungen: Modularisierung und damit Flexibilisierung von Aus- und Weiterbildungsinhalten vertikal durch die unterschiedlichen Ausbildungsstufen mit Hilfe von elearning Verzahnung und Anrechnung (Zertifikate/ Teilzertifikate) ausgewählter Teilqualifikationen von der Berufsvorbereitung bis zur Aufstiegsfortbildung/ zum Studium und damit Erhöhung der Durchlässigkeit der einzelnen Ausbildungsstufen unter Berücksichtigung verschiedener Lernorte - 4 -

5 Verstärkte Nutzung der Potenziale der IuK und des elearning zur Herausbildung einer neuen Kultur des lebenslangen Lernens in der beruflichen Aus- und Weiterbildung Prüfung der Anwendbarkeit von ECVET, NQF und EQF unter dem Blickwinkel der Anrechenbarkeit und Durchlässigkeit auch im europäischen Maßstab Qualifizierung des Bildungspersonals als Grundvoraussetzung für die Entwicklung und den Einsatz moderner Flexible Learning Modelle Verstärkte Vernetzung von beruflicher Aus- und Weiterbildung zur Unterstützung von Modularisierung und Durchlässigkeit Schaffung einer Kommunikationsplattform zur Förderung des informellen und lebenslangen Lernens und Vernetzung aller am Bildungsprozess Beteiligten Durch die Flexibilisierung des gesamten Bildungsprozesses kann eine neue Qualität - ausgerichtet an den Bedarfen von Lernern und Unternehmen - in der beruflichen Bildung erreicht werden. Ausgehend von diesem Flexible-Learning- Ansatz besteht das konkrete Ziel des Projektes darin, beispielhaft Auswahlmöglichkeiten für die Aus- und Weiterbildung im Einzelhandel in Form von elearning-modulen sowie einer Kommunikationsplattform im Internet und unterschiedlichen Lernszenarien zu entwickeln, zu erproben und zu zertifizieren. Die elearning-module bauen aufeinander auf und sollen vertikal durch die verschiedenen Ausbildungsstufen verlaufen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Erprobung aber vor allem für eine nachhaltige Implementierung dieses Flexible-Learning-Ansatzes in die berufliche Aus- und Weiterbildung im Einzelhandel ist jedoch die Qualifizierung des Bildungspersonals. Das Bildungspersonal muss in die Lage versetzt werden, den Auswahlprozess zu steuern und den Bildungsprozess entsprechend flexibel zu begleiten. Es benötigt ein breites Wissen über die existierenden Auswahlmöglichkeiten und die Entwicklung neuer Varianten

6 II. Projektpartnerschaft Projektträger zbb Beirat HDE Ver.di BiBB Unternehmen REWE Zentral AG Metro AG Bildungseinrichtungen des Handels Bildungszentrum des Sächsischen Handels ggmbh Bildungszentrum Handel und Dienstleistungen Thüringen ggmbh Akademie Handel e.v., München Berufsschule Berufskolleg an der Lindenstraße, Köln Hochschule/ Universität Fachhochschule Worms Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Wissenschaftliche Begleitung und Evaluation Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung ggmbh (isw) elearning Agentur Modern Learning, Berlin - 6 -

7 III. Arbeitsplan Die Projektlaufzeit beträgt 36 Monate von September 2007 bis August Eine Reihe von Arbeitspaketen sind zur Erreichung der Projektziele geplant. Alle Arbeitspakete sind sowohl inhaltlich als auch organisatorisch eng miteinander verzahnt. Überblick zu den Arbeitspaketen: 1. AP1: Bedarfsanalyse Um den Bedarf der unterschiedlichen Zielgruppen (Lerner/ Bildungspersonal, Unternehmen, Berufsschule) zu konkretisieren und als Ausgangspunkt für die weitere Vorgehensweise zu nutzen, wurde eine Befragung durchgeführt. Ausschnitt zu den Befragungsergebnissen: A Befragung von Bildungspersonal in Unternehmen, Berufsschulen und Bildungseinrichtungen des Einzelhandels : Welcher Qualifizierungsbedarf besteht? Welche Entwicklungen, Veränderungen und Anpassungen sind bei der beruflichen Bildung für die Nutzung von elearning und Online- Communities notwendig? 137 Rückmeldungen - 7 -

8 - 8 -

9 - 9 -

10 - 10 -

11 B Befragung von Lernenden in unterschiedlichen Ausbildungsstufen nach: ihrem Bedarf ihren Nutzungsgewohnheiten ihren Vorstellungen in Hinblick auf die Nutzung von elearning und Online- Communities 934 Rückmeldungen

12 2. AP 2: Recherche von Lehr- und Lernmaterialien entsprechend der neuen Verordnungen Ziel ist die Entwicklung einer Online-Datenbank, über welche aktuelle Lehr- und Lernmaterialien sowohl von den Lernern als auch vom Bildungspersonal abgerufen werden können. 3. AP 3: Entwicklung von elearning-modulen Ziel ist die Entwicklung von elearning-modulen vertikal durch die verschiedenen Qualifizierungsstufen. Da im Projektrahmen nicht alle Qualifizierungsstufen inhaltlich vollständig bearbeitet werden können, wurden exemplarisch die zwei einzelhandelsspezifischen Themen Marketing und Warenwirtschaft herausgegriffen. Zu jedem Thema werden fünf aufeinander aufbauende elearning-module ausgehend von der Berufsvorbereitung bis zum Bachelor erstellt. Das didaktische Konzept ist ausgerichtet an der Sicherstellung einer flexiblen Nutzung der Module in unterschiedlichsten Lernszenarien und an unterschiedlichen Lernorten. Ausgangspunkt bilden dabei Handlungsorientierung und Praxisbezug. 4. AP 4: Entwicklung eines NQF-Modells Einzelhandel sowie eines Zertifizierungsmodells Ein Schwerpunkt bei der Entwicklung der elearning-module wird außerdem die Anrechenbarkeit der Qualifizierung in Form von Teilzertifikaten sein. Ziel ist die Entwicklung eines Zertifizierungsmodells, dass die Anrechnung von anerkannten Teilzertifikaten auf die unterschiedlichen Ausbildungsstufen ermöglicht. Dies verbessert die Durchstiegsmöglichkeiten der Auszubildenden, deren Mobilität und die Personalförderung in den Unternehmen. Gleichzeitig wird der Versuch unternommen, unter Berücksichtigung der aktuellen Diskussion zu dem EQF und NQF einen NQF-Entwurf für den Einzelhandel zu entwickeln. 5. AP 5:Erprobung der elearning-module in differenzierten Szenarien Die elearning-module sind eine Grundvoraussetzung für die Erprobung des Flexible- Learning-Ansatzes. An der Erprobung sind beteiligt METRO, REWE, die drei Bildungseinrichtungen des Einzelhandels, das Berufskolleg Köln und die FHS Worms. Es werden insgesamt sieben unterschiedliche Lernszenarien für den Einsatz der elearning-module entwickelt. Der gesamte Erprobungsprozess wird dokumentiert und evaluiert. Darauf aufbauend werden Materialien erarbeitet, die den Transfer dieser Erprobungsergebnisse auf weitere Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Hochschulen und Berufsschulen ermöglichen soll

13 6. AP 6 und 7: Entwicklung und Erprobung eines Qualifizierungskonzeptes für Ausbilder, Dozenten, Berufschullehrer und Führungskräfte mit Personalverantwortung Eine wichtige Voraussetzung für flexibles Lernen ist die Akzeptanz und kompetente Anwendung moderner didaktischer Konzepte und Medien durch den Menschen. Um die Nachhaltigkeit dieses Projektes im Sinne der Zielsetzung zu gewährleisten, ist die Entwicklung und Erprobung eines Qualifizierungsprozesses für das Bildungspersonal ebenfalls Bestandteil des Projektes. Ziel ist das Bildungspersonal aus allen Bereichen (Berufsschule, freie Bildungsträger, Unternehmen, Hoch- und Fachschulen etc.) zu informieren, einzubeziehen, zu überzeugen und für den Einsatz von Flexible Learning zu befähigen. 7. AP 8: Etablierung einer Kommunikationsplattform (Online- Community) als Vernetzungsinstrument aller Bildungsbeteiligten Ziel ist, mit Hilfe einer Online Community das selbstorganisierte formelle aber vor allem informelle Lernen zu unterstützen und zu fördern, soziale Kontakte mit Gleichgesinnten zu organisieren und den erfolgreichen Abschluss der unterschiedlichen Qualifizierungen sicher zu stellen. Die Community wird als wichtiges didaktisches Element des Flexible-Learning-Konzeptes betrachtet. Kontakt Zentralstelle für Berufsbildung im Einzelhandel e.v. (zbb) Gabriele Lehmann Mehringdamm Berlin Tel.: Fax: Mail: Web:

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