NICHTS GEHT OHNE GUMMI!

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1 Die Kautschukindustrie 2010

2 Die Kautschukindustrie 2010 Viele Jahre war die Kautschukindustrie durch drei S gekennzeichnet: SCHWARZ SCHWER SCHMUTZIG Doch diese Zeiten sind vorbei, denn in einer Welt mit schwindenden fossilen Ressourcen ist Nachhaltigkeit ein Gebot der Stunde. in einer Umwelt, die Tag für Tag in Mitleidenschaft gezogen wird, ist Bewahrung und Schonung überlebenswichtig. in einer Gesellschaft, die zu überaltern droht, ist Fairness und Flexibilität in der Arbeitswelt die einzig zukunftsfähige Lösung. in einer global vernetzten Welt steht die Kautschukindustrie zum Standort Deutschland. Deshalb ist die deutsche Kautschukindustrie heute: BLAU weil sie Zukunft hat weil sie für Sauberkeit steht GRÜN weil sie umweltfreundlich ist Und immer daran denken: NICHTS GEHT OHNE GUMMI! 1

3 2 Die Kautschukindustrie im Überblick

4 Die Kautschukindustrie 2010 Geschäftsverlauf Die deutsche Kautschukindustrie erholte sich im Jahr 2010 erfreulich schnell von den Umsatzeinbrüchen des Vorjahres. Mit einem Umsatzzuwachs gegenüber 2009 von 14,0 % auf 10,49 Milliarden Euro lag die Branche nur 2,8 % unter dem Umsatzniveau des Jahres Ausschlaggebend dafür, dass der Umsatz des Jahres 2008 nicht erreicht worden ist, war ein starker Rückgang bei den Reifen-Exportumsätzen, der nicht auf mangelnde Nachfrage im Ausland zurückzuführen ist, sondern auf die Tatsache, dass die Reifenhersteller in wichtigen Abnehmerländern neue Fertigungskapazitäten aufgebaut haben. Dadurch reduzierten sich die grenzüberschreitenden konzerninternen Lieferungen. Das Inlandsgeschäft der Reifenindustrie zeigte sich in 2010 mit einem Umsatzzuwachs von 7,0 % auf 4,15 Milliarden Euro sowohl bei den Reifenlieferungen in die Fahrzeugerstausrüstung als auch beim Reifenersatzbedarf durchaus positiv. Die Hersteller von Technischen Elastomer-Erzeugnissen (TEE) konnten im Jahr 2010 mit einem Gesamtumsatz von 5,40 Milliarden Euro ein Plus von 28,3 % erreichen, lagen damit aber noch 0,6 % unter dem Niveau von Waren es zum Jahresbeginn überwiegend die Zulieferer für die Automobilindustrie, die steigende Auftragseingänge zu verzeichnen hatten, so erfasste dieser Aufschwung ab dem 2. Quartal auch die Non-Automotive-Bereiche. Der Inlandsumsatz mit TEE stieg 2010 um 25,0 % auf 3,32 Milliarden Euro, der Exportumsatz sogar um 33,8 % auf 2,08 Milliarden Euro. 3

5 UMSATZ 2010 ELASTOMER-ERZEUGNISSE * Quelle: wdk-statistik * Technische Elastomer-Erzeugnisse 4

6 Die Kautschukindustrie 2010 Technische Elastomer- Erzeugnisse (TEE) Für die deutsche Kautschukindustrie gibt es zwei wesentliche Abnehmerbereiche. Das sind zum einen die Fahrzeughersteller und dann der so genannte Non-Automotive-Bereich, in dem sich im Wesentlichen Abnehmer aus dem Maschinenbau, der Elektroindustrie, dem Baugewerbe, dem Bergbau und dem Technischen Handel wiederfinden. Bereits zum Frühjahr 2010 zeichnete sich ab, dass sich die Erholungsphase, ausgehend von einem Umsatzeinbruch von rund 30 % zu Beginn des Jahres 2009 und endend mit einem Minus von 22,5 %, 2010 überraschenderweise fortsetzen würde. Für die an die Automobilindustrie liefernden TEE-Hersteller machte sich diese ab Februar in unerwartet hohen Auftragseingängen deutlich, die über den Jahresverlauf mit zweistelligen prozentualen Zuwächsen zum Vorjahr anhielten und sich im Schlussquartal 2010 noch verstärkten. Für die Produzenten von TEE für Abnehmerbereiche außerhalb der Automobilindustrie verlief das 1. Quartal 2010 moderat positiv, ab April 2010 kamen aber auch diese Unternehmen in den Genuss steigender Nachfrage. Ein Indiz für den Aufschwung war die Entwicklung der Kurzarbeiterquote in der Kautschukindustrie, die im Jahr 2009 durchgehend über 40 % gelegen hatte. Ab Januar 2010 ging sie sukzessive zurück, lag ab Mai schon im niedrigen einstelligen Bereich um im Dezember 2010 den Wert Null zu erreichen. Parallel erhöhte sich die Auslastung, gemessen an der sonst üblichen Vollausnutzung, in vielen Unternehmen bis zur Kapazitätsgrenze. Die Kfz-Zulieferunternehmen der deutschen Kautschukindustrie schlossen das Jahr 2010 mit einem Umsatz von 1,83 Milliarden Euro (+ 24,7 %) ab. Im Non-Automotive-Sektor summierte sich der Inlandsumsatz auf 1,49 Milliarden Euro (+ 23,2 %) bis zum Jahresende. Alle Produkte für industrielle Anwendungen verzeichneten Umsatzzuwächse um 30 %. Niedriger fielen die Umsatzsteigerungen bei Endverbraucher-Produkten aus. Bereifungen Nach dem im Verhältnis zu den Technischen Elastomer- Erzeugnissen nahezu moderaten Geschäftsrückgang in 2009 konnte die deutsche Reifenindustrie in 2010 ein deutliches Umsatzwachstum im Inland verbuchen. In nahezu allen Produktsegmenten des Reifenersatzgeschäftes gab es zweistellige prozentuale Steigerungen. Anhaltendes Winterwetter zu Beginn und Ende des Jahres 2010 einerseits und die Anfang Dezember 2010 in Kraft getretene, die Bereifung von Fahrzeugen im Winter betreffende, Novelle der Straßenverkehrsordnung andererseits belebten den Absatz von Winterreifen. Bei Sommerreifen zog nach Auslaufen der Abwrackprämie, mit der durch die Reduzierung des Altfahrzeugbestandes ein deutlicher Rückgang beim Neureifenabsatz verbunden war, die Nachfrage spürbar an. 5

7 EXPORT 2010 ELASTOMER-ERZEUGNISSE (± % zum Vorjahr, Wert) Quelle: Statistisches Bundesamt 6

8 Die Kautschukindustrie 2010 Handelspartner Die Ersatzbedarfsnachfrage nach Nutzfahrzeugreifen stieg 2010 um rund 20 %. Das Transportgewerbe hatte 2009 aus wirtschaftlichen Gründen Reifenersatzkäufe aufgeschoben und im Fuhrpark alle Reifen bis zur Grenze genutzt. Mit der konjunkturellen Erholung boomte auch die Nachfrage nach Transportleistungen und auf Reifenersatz konnte nicht mehr verzichtet werden. Knappe, sich an den Bestellungen des Reifenhandels orientierende, Produktionsplanung führte, zusammen mit der unerwartet anhaltenden Nachfrage nach Reifen für die Erstausrüstung der Fahrzeughersteller, zu Lieferengpässen und damit auch zu Umsatzeinbußen. Erstausrüstungs- und Ersatzbedarfsnachfrage zusammen brachten den Reifenherstellern im Inland ein Umsatzwachstum von 7,0 % auf 4,15 Milliarden Euro. Die sich 2010 weiter verstärkende Lokalisierung der Reifenfertigung und der Vorrang des deutschen Marktes, ließen den Exportumsatz um 15,4 % auf 940 Millionen Euro sinken. Da Inlands- und Auslandsumsatz der deutschen Kautschukindustrie in 2010 mit annähernd gleich hohen Zuwachsraten gestiegen sind, erhöhte sich die Exportquote nur leicht und lag knapp über 30 %. Wie im Vorjahr war Frankreich das wichtigste Exportland der deutschen Kautschukverarbeiter. Mit einem Anteil von 8,0 % an der wertmäßigen Ausfuhr betrug der Vorsprung gut 1,2 Prozentpunkte auf die Nächstplatzierten. Auf Platz 2 schob sich mit einem Exportanteil von 6,8 % China, das 2009 noch auf Platz 6 gelegen hatte. Auf den weiteren Plätzen folgten die klassischen Handelspartner USA, Italien, Großbritannien und Spanien. Bei den Einfuhren hat sich die Rangfolge der Top 5 zum Vorjahr nicht verändert. Mit einem Anteil von 13,4 % an allen Einfuhren führt auch hier Frankreich gefolgt von Italien (11,9 %), der Tschechischen Republik (8,5 %), Großbritannien (7,3 %) und Polen (7,1 %). Die Saldierung von Ausfuhr und Einfuhr ergab wertmäßig für 2010 einen deutlichen Ausfuhrüberschuss. 7

9 PREISINDEX 2010 WICHTIGE VORMATERIALIEN Quelle: wdk-statistik 8

10 Die Kautschukindustrie 2010 Vormaterialpreise Die wieder ansteigende Produktion der Kautschukindustrie führte zu zunehmender Rohstoffnachfrage, teilweise bis hin zu Lieferengpässen. Damit wurde aufgrund der seit dem 4. Quartal 2008 reduzierten Rohstoffkapazitäten und der knappen Lagerhaltung der Lieferanten die Sicherstellung der Versorgung mit Produktionsmaterial zunehmend zur Herausforderung. Den Gesetzen des Marktes folgend zogen die Materialpreise, insbesondere bei Synthesekautschuken, stark an und erreichten nach kurzfristigen Rückgängen in 2009 bald wieder das hohe Niveau des Jahres Die Verteuerung von Naturkautschuk ist ohne Beispiel. Innerhalb eines Jahres stiegen die Notierungen um rund 80 % auf einen historischen Höchststand von knapp Euro pro Tonne. Dieser Wert sollte dann zum Jahresbeginn 2011 noch deutlich übertroffen werden. Naturkautschuk kostete 2009 im Jahresdurchschnitt rund Euro pro Tonne. Der Mittelwert 2010 lag bei Euro pro Tonne (+ 96,5 %), der Jahresendwert bei Euro pro Tonne (+ 86,6 %). Witterungsbedingte Produktionsausfälle in den Anbauländern und eine hohe Nachfrage, speziell in Asien, haben den Preisauftrieb gefördert. Der Terminhandel an den Kautschukbörsen verstärkte den Aufwärtstrend noch. Bei den Synthesekautschuken, Füllstoffen wie Ruß und Silica, und Chemikalien fanden sich 2010 Preissteigerungen zwischen 10 % und 20 %, in der Spitze sogar bis über 50 %. Besonders betroffen waren die stark nachgefragten Synthesekautschuke Styrol-Butadien Kautschuk (SBR) und Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM). Die Preis-Indices für Mischungen auf Basis dieser Synthesekautschuke stiegen im Jahresdurchschnitt 2010 um 25 % bei SBR- und 10 % bei EPDM-Compounds. Neben diesen Basis-Kautschuktypen kommt für die in Deutschland hergestellten hochwertigen Produkte eine Vielzahl von Spezial-Elastomeren zum Einsatz, deren Preisindex 2010 einen vergleichbaren Verlauf nahm. Gleiches gilt für den mengenmäßig wichtigen Füllstoff Ruß und das breite Spektrum von Chemikalien. 9

11 KAUTSCHUKVERBRAUCH TONNEN Quelle: wdk-statistik Angaben in Tonnen * Technische Elastomer-Erzeugnisse 10

12 Die Kautschukindustrie 2010 Rohstoffverbrauch Die Produktionsmenge der deutschen Kautschukindustrie erhöhte sich 2010 um 21,4 % auf 1,6 Millionen Tonnen. Parallel dazu stieg auch die Nachfrage nach Rohstoffen, die sich sehr schnell Verfügbarkeitsproblemen und deutlich höheren Preisen gegenüber sah. Die Einkaufsgewohnheiten der Kautschukverarbeiter mussten kurzfristig angepasst werden. Längerfristige Kontrakte gehörten der Vergangenheit an, Planungssicherheit in den Bereich des Wunschdenkens. Betriebswirtschaftlich sinnvoll niedrige Lagerhaltung bei Vormaterialien konnte nur unter großen Anstrengungen mit der sich ständig ändernden, meist erhöhenden Nachfrage der Abnehmer der deutschen Kautschukindustrie zur Deckung gebracht werden. Nicht mehr die Lagerhaltung, sondern die Sicherstellung der Lieferfähigkeit hatte absoluten Vorrang. Das der volatilen Lage angepasste Einkaufsverhalten bewährte sich. Produktionsunterbrechungen bei den Kunden der Kautschukindustrie konnten vermieden werden. Allerdings mussten sich die Kautschukverarbeiter die Stabilisierung der Lieferkette mit stark steigenden Rohstoffpreisen erkaufen, für die sie in der Regel keine finanzielle Kompensation vom Kunden erhielten. Insgesamt stieg der Kautschukverbrauch in Deutschland 2010 um 26,4 % auf Tonnen. Er lag damit knapp über dem Niveau des Jahres 2008 und leicht unter dem von Bedingt durch die hohe Nachfrage nach Winter- und Lkw-Reifen erhöhte sich der Bedarf der Reifenhersteller an Naturkautschuk deutlich. Mit Tonnen lag der Verbrauch über dem des Jahres 2008 ( t) und deutlich über 2009 ( t). An Synthesekautschuken setzten die Reifenhersteller Tonnen (+ 11,4 %) ein. Im Vergleich zum Reifensektor benötigt man für die Herstellung von Technischen Elastomer-Erzeugnissen (TEE) deutlich weniger Naturkautschuk, aber mit Tonnen doch 62,5 % mehr als Der Verbrauch an Synthesekautschuken nahm um 33,3 % auf Tonnen zu. Auch der Bedarf an den Füllstoffen Ruß und Silica nahm deutlich zu. Der Rußverbrauch stieg um gut 32 %, der Einsatz von Silica um 28 %. Zukaufteile aus Kunststoffen, Metallen oder anderen Materialien wiesen mit einem Anstieg der verarbeitenden Menge um ein Drittel eine parallele Verbrauchskurve auf. 11

13 KAPAZITÄTSAUSLASTUNG IN % DER BETRIEBSÜBLICHEN VOLLAUSNUTZUNG Jahresdurchschnitt 2010: Reifen 98,0 % TEE* 80,6 % Gesamt 89,8 % Verarbeitendes Gewerbe Investitionsgüter Kautschukindustrie Quelle: ifo München * Technische Elastomer-Erzeugnisse 12

14 Die Kautschukindustrie 2010 Kapazitätsauslastung 2010 stieg die Kapazitätsauslastung im Jahresverlauf kontinuierlich an und erreichte im Schlussquartal einen Wert von 91,8 % der möglichen Vollauslastung. Im Jahresdurchschnitt betrug der Auslastungsgrad 89,8 % und lag damit um 23,7 % über dem Mittelwert des Jahres Die Reifenfabriken liefen ab dem 2. Quartal 2010 unter Volllast. Hohe Lieferabrufe für alle Reifensegmente aus der Fahrzeugindustrie ließen kaum genügend Kapazität für die Produktion von Reifen für das Ersatzgeschäft. Alle deutschen Werke produzierten an sieben Tagen in der Woche im 3-Schicht-Betrieb. Traditionell niedriger, weil eine kontinuierliche Fertigung wie bei Reifen durch die Breite der Produktpalette nicht möglich ist, lag die Kapazitätsauslastung bei den Herstellern von TEE. Sie lag ab dem 2. Quartal 2010 gleichbleibend bei annähernd 83 %. 13

15 BESCHÄFTIGTE IN TSD. Quelle: wdk-statistik 14

16 Die Kautschukindustrie 2010 Beschäftigte Mit Kurzarbeit hatten die Kautschuk verarbeitenden Unternehmen 2009 ihre Stammbelegschaften weitestgehend halten können, was ihnen nun bei einer sich schnell verbessernden Auftragslage sehr zu gute kam. Nahezu problemlos konnte die Fertigungskapazität mit den eigenen qualifizierten Mitarbeitern hochgefahren werden, was sich als großer Vorteil gegenüber europäischen Wettbewerbern, aber auch eigenen Fertigungsstätten im Ausland erwies. In der zweiten Jahreshälfte 2010 führte dann die anhaltend hohe Nachfrage zu einem verstärkten Beschäftigungsaufbau. Dabei kamen zunächst Zeitarbeitskräfte zum Einsatz, da sich das Vertrauen der Unternehmen in die Stabilität des wirtschaftlichen Aufschwungs noch in Grenzen hielt. Gegen Jahresende stabilisierte sich der positive Trend und damit stieg auch die Zahl der Festeinstellungen. Gefördert wurde diese Entwicklung dadurch, dass die Zeitarbeitsfirmen Schwierigkeiten hatten, für die Anforderungsprofile in den Unternehmen der Kautschukindustrie geeignete Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen. Bis zum Jahresende erhöhte sich die Zahl der Mitarbeiter in der Branche um 4,3 % auf Erwerbstätige. In vielen Unternehmen sind aber noch Stellen offen, die auf Grund des eklatanten Fachkräftemangels nicht besetzt werden konnten. Durch Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie attraktive Angebote für Frauen und ältere Erwerbstätige versuchte man, diese Lücke zu schließen. 15

17 INVESTITIONEN IN MIO. Quelle: wdk-statistik 16

18 Die Kautschukindustrie 2010 Investitionen Die Investitionszurückhaltung des Jahres 2009 setzte sich auch in der ersten Jahreshälfte 2010 fort. Nur absolut notwendige Ausgaben zur Anpassung der Kapazitäten an die starke Nachfrage wurden bewilligt. Das änderte sich in der zweiten Jahreshälfte schlagartig und bis zum Jahresende 2010 summierte sich das Investitionsvolumen auf 660 Millionen Euro. Gegenüber 2009 war das zwar eine Steigerung um 27 %, im Vergleich mit den vorangegangenen Jahren blieben die Investitionen aber noch um etwa 10 % zurück. Die Frage der Standortverlagerung aus Deutschland heraus stellte sich 2010 kaum. Lediglich 10 % der Unternehmen sahen Wettbewerbsvorteile für ausländische Produktionsstätten. Entsprechend gab es auch kaum Produktionsverlagerungen. So flossen auch 82 % des Investitionsvolumens, 540 Millionen Euro, in die inländischen Werke. Der Schwerpunkt der Auslandsinvestitionen lag in den BRIC-Staaten. Hierbei handelte es sich angesichts der steigenden lokalen Nachfrage im Wesentlichen um Erweiterungsinvestitionen in bereits bestehende Standorte. Forschung und Entwicklung Auch im ausgesprochen schwachen Jahr 2009 hatten die Unternehmen der Kautschukindustrie ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung nicht gesenkt. Im Gegensatz zur schwachen Nachfrage der Endkunden stiegen die Anforderungen der Abnehmer kontinuierlich an und sorgten so für eine überdurchschnittliche Auslastung in den F&E- Abteilungen. Dabei spielten, im Zuge des sich wandelnden Verbraucherbewusstseins, Umweltverträglichkeit, Sicherheit und Ressourcenschonung von Produkten und Prozessen eine immer wichtigere Rolle. Mehr als 350 Millionen Euro wurden 2010 in Forschung und Entwicklung investiert. Im Branchendurchschnitt war das 3,3 % des Umsatzes, in einigen Unternehmen betrug dieser Anteil 8 % - 10 %. Dabei haben 38 % der Unternehmen die F&E-Budgets in 2010 erhöht, 60 % hielten das Ausgabenniveau der letzten Jahre und nur bei 2 % der Unternehmen lagen die F&E-Aufwendungen unter dem Niveau des Vorjahres. Etwa 70 % der Investitionen im Inland verteilten sich auf die klassischen Motive Erweiterung, Rationalisierung und Ersatzbeschaffung, wobei letzteres den größten Teil der finanziellen Mittel beanspruchte. Die restlichen 30 % der Investitionssumme flossen in Produkt- und Prozessoptimierungen. Die wesentlichen Zielvorgaben waren die Erhöhung der Energieeffizienz, die Verbesserung der Umweltverträglichkeit sowie die Gewichtsreduzierung der Produkte. 17

19 18 Die Kautschukindustrie im Einzelnen

20 Die Kautschukindustrie 2010 Bereifungen In den letzten Jahren bestimmten neben den Einflussgrößen Fahrzeugproduktion, Fahrzeugbestand, Neuzulassungen, Fahrleistung und konjunkturelle Rahmenbedingungen immer wieder Sonderfaktoren das Reifengeschäft. Markante Beispiele sind die Einführung des Winterreifenparagraphen in die Straßenverkehrsordnung im Jahr 2006 und dessen Novellierung Anfang Dezember 2010, die Subventionierung des Fahrzeugmarktes mittels der Abwrackprämie in 2009, EU-Vorschriften zur Kennzeichnung von Reifen mit der so genannten S -Markierung, wobei S für Sound steht, und das Verbot von Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) im Reifen ab Produktionsdatum 1. Januar Keinesfalls zu vernachlässigen ist der Einfluss der Witterungsverhältnisse im Herbst auf das Winterreifengeschäft. Bezogen auf diese Einflussgrößen stand das Jahr 2010 unter einem guten Stern. Die Fahrzeugproduktion verzeichnete in Deutschland Rekordvolumina bei Pkw und SUV-Fahrzeugen, wodurch auch der Fahrzeugbestand deutlich anstieg. Die Fahrleistung bei Pkw blieb konstant und die Transportleistung von Nutzfahrzeugen nahm stetig zu. Der Gesetzgeber konkretisierte die Straßenverkehrsordnung in Bezug auf Winterreifen und der November brachte zum Monatsende flächendeckend Schnee und Glatteis. Negativ dagegen wirkte, dass, wenn auch nicht überraschend, die Neuzulassungen von Pkw im ersten Jahr nach der Abwrackprämie zurückgingen. All diese positiven Faktoren mit der daraus resultierenden hohen Nachfrage nach Reifen stellten die Reifenhersteller, nachdem auch sie 2009 Kapazitäten reduziert und Kurzarbeit angemeldet hatten, vor eine große Herausforderung. Mehr oder weniger aus dem Stand heraus musste die Produktion auf eine 7-Tage-Woche und auf 3-Schicht-Betrieb hochgefahren werden. Dabei zahlte es sich aus, in 2009 die Stammbelegschaft gehalten zu haben. Doch trotz aller Anstrengungen kam es mit dem Wintereinbruch Ende November zu temporären Verfügbarkeitsengpässen bei Winterreifen. Einige Reifendimensionen waren sogar ausverkauft. Insgesamt lag der Gesamtumsatz der deutschen Reifenindustrie 2010 mit 5,09 Milliarden Euro nur um 2,0 % über dem Vorjahreswert. Der Inlandsumsatz konnte um 7,0 % auf 4,15 Milliarden Euro erhöht werden. Der Auslandsumsatz nahm um 15,4 % auf 940 Millionen Euro ab, was im Wesentlichen auf den seit Jahren steigenden Lokalisierungsgrad, also die Konzentration der Fertigung auf nationale Märkte, zurückzuführen ist. 19

21 PKW-REIFEN ERSATZGESCHÄFT HANDEL AN VERBRAUCHER IN MIO. STÜCK Quelle: wdk-statistik 20

22 Die Kautschukindustrie 2010 Pkw-Reifen Im Zug der weltweit anziehenden Nachfrage nach Pkw fuhren die deutschen Automobilhersteller mit hohem Tempo aus dem Tal des Jahres Im In- und Ausland steigerten sie die Pkw-Produktion um fast ein Fünftel auf über 11,6 Millionen Einheiten und verbesserten den Produktionsrekord von 2007 um knapp Fahrzeuge. Die Pkw-Produktion in den deutschen Werken konnte dabei um 12 % auf etwa 5,6 Millionen Einheiten zulegen und lag damit wieder über dem Niveau von Das bisherige Rekordergebnis aus dem Jahr 2007 (5,7 Millionen Pkw) wurde nur um knapp 3 % verfehlt. Die Auslandsproduktion der deutschen Hersteller übertraf mit 6,09 Millionen Pkw die Fertigung im Inland. Die Reifenlieferungen aus Deutschland an die Fahrzeugindustrie erhöhten sich annähernd in gleichem Umfang. Bei einem Zuwachs von 13 % wurden 30,0 Millionen Pkw-Reifen an die Erstausrüster verkauft. Davon wurden 27,7 Millionen Einheiten an im Inland produzierte Pkw montiert. Die deutschen Reifenhersteller lieferten ,4 Millionen Reifen (+ 11,8 %) an den Handel. Einen Zuwachs von 13,9 % auf 24,4 Millionen Stück verzeichneten Winterreifen, das Volumen von Sommerreifen erreichte 21,0 Millionen Stück (+ 9,4 %). Dazu kamen gut 6 Millionen Reifen von Importeuren oder aus Lagerbeständen. Insgesamt konnte der Reifenhandel mit 51,8 Millionen Stück insgesamt 10,1 % mehr Reifen an Verbraucher verkaufen als im Vorjahr. Anhaltendes Winterwetter zu Jahresanfang und Jahresende, die lebhafte Diskussion um die Winterreifenpflicht und die Anfang Dezember in Kraft getretene Novelle der Vorschrift der Bereifung im Winter in der Straßenverkehrsordnung (StVO) sowie der anstehende Ersatzbedarf der 2006, dem ersten Jahr mit Winterreifenpflicht, gekauften Reifen ließen den Absatz an Winterreifen um 11,5 % auf 27,0 Millionen steigen. Positiv zeigte sich mit 24,8 Millionen Einheiten und einem Zuwachs von 8,6 % auch das Ersatzbedarfsgeschäft mit Pkw-Sommerreifen. Grund war die verbesserte gesamtwirtschaftliche Situation mit ihrer positiven Wirkung auf den privaten Verbrauch. Hinzu kam der höhere Fahrzeugbestand. Dazu kam, dass zum Jahresbeginn 2010 die Lager beim Reifenhandel nicht nur bei Winter-, sondern auch bei Sommerreifen annähernd leer waren. Schließlich hat der Wintereinbruch Ende November, auch wegen temporärer und regionaler Verfügbarkeitsprobleme bei Winterreifen, zu einer gesteigerten Nachfrage nach Ganzjahresreifen geführt, die statistisch dem Sommerreifensegment zugerechnet werden. 21

23 LKW-REIFEN ERSATZGESCHÄFT HANDEL AN VERBRAUCHER IN TSD. STÜCK Quelle: wdk-statistik 22

24 Die Kautschukindustrie x4-Reifen Die Abwrackprämie hatte 2009 den Verkauf von Off- Road-Fahrzeugen kaum tangiert. Dank einiger Modellanläufe in 2010 erhöhten sich die Neuzulassungen auf Einheiten (+ 20,6 %). Mittlerweile wird die Produktpalette nicht mehr von großen Fahrzeugen wie Audi Q7, Porsche Cayenne oder Mercedes M-Klasse dominiert, sondern Fahrzeuge der Mittelklasse und auch Kleinwagen drängen auf die vorderen Plätze der Absatzstatistiken. Beste Beispiele waren die Verkaufserfolge des BMW X1 und des VW Tiguan in Off-Road-Fahrzeuge aus deutscher Produktion waren 2010 nicht nur im Inland gefragt sondern erwiesen sich auch als Exportschlager. Nach der Oberklasse verzeichnete dieses Fahrzeugsegment mit einem Plus von 52 % den höchsten Produktionszuwachs. Entsprechend positiv entwickelten sich auch die Reifenlieferungen in die Fahrzeug-Erstausrüstung. Im Reifen-Ersatzgeschäft wurden gut 2,5 Millionen Reifen (+ 29,3 %) verkauft. Davon waren 55 % Sommer- und 45 % Winterreifen. Lkw-Reifen Nachdem im Jahr 2009 zahlreiche Lkw und Anhänger wegen fehlender Transportaufträge stillgelegt wurden, fand sich in 2010 genau die umgekehrte Entwicklung. Hohe inländische Nachfrage und ein deutlich anziehender Export führten zu kräftig gestiegenen Neuzulassungen von Lkw und Anhängern. In der Klasse über 6 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht stieg der Absatz um 13,4 % auf Fahrzeuge. Die deutschen Nutzfahrzeughersteller konnten die Exporte von schweren Lkw 2010 um zwei Drittel auf Stück steigern. Das waren allerdings nur etwas mehr als halb so viele Lkw wie zum Höhepunkt des Booms Hauptwachstumsregion war Osteuropa, wo mit großen Lkw aus deutscher Fertigung dreimal so viele Fahrzeuge wie 2009 abgesetzt wurden. Die Anhänger- und Aufbautenindustrie hat 2009 einen für sie historischen Absturz erlebt waren erste Lichtblicke erkennbar, und die Hersteller konnten sich leicht erholen. Steigende Neuzulassungen und eine hohe Auslandsnachfrage ließen die Inlandsfertigung 2010 um 66 % auf Fahrzeuge steigen. Das Reifen-Erstausrüstungsvolumen an Lkw- und Trailer- Reifen, das 2008 noch knapp 4 Millionen Stück umfasst hatte und in 2009 dann auf etwa 1,7 Millionen gesunken war, stieg 2010 um rund 90 % auf mehr als 3,2 Millionen Einheiten. Der Stau von aufgeschobenen Ersatzbeschaffungen an Reifen löste sich auf Grund der zunehmenden Verbrauchernachfrage 2010 ebenfalls auf. Vor allem industrielle Güter wurden dank des starken Exportgeschäfts der 23

25 REIFEN ERSATZGESCHÄFT HANDEL AN VERBRAUCHER IN MIO. STÜCK Quelle: wdk-statistik 24

26 Die Kautschukindustrie 2010 Leicht-Lkw-Reifen deutschen Industrie verstärkt wieder per Lkw transportiert und im Bausektor wirkten die staatlichen Konjunkturprogramme stimulierend. So verzeichneten die Lkw-Reifen-Verkäufe in allen Monaten des Jahres 2010 zweistellige Zuwachsraten. Am Jahresende hatte sich der Absatz von Neureifen um 22,6 % auf 1,9 Millionen Stück erhöht. Runderneuerte Lkw-Reifen Die sich an das erste Leben eines Lkw-Reifens anschließende Runderneuerung eines Reifens verlängert dessen Kilometerleistung ohne Leistungseinbußen und trägt damit auch zur Ressourcenschonung bei konnte der Absatz von runderneuerten Lkw-Reifen um rund 20 % auf knapp 1,1 Millionen Stück erhöht werden. Dass der runderneuerte Reifen, insbesondere im Spediteurgewerbe und in der Bauwirtschaft akzeptiert wird, zeigt das seit Jahren stabile Verhältnis zwischen den Verkäufen neuer und runderneuerter Lkw-Reifen mit 63: runderneuerte Lkw-Reifen wurden 2010 für Fahrzeuge im Nah- und Verteilerverkehr verkauft. Baustellenfahrzeuge benötigten runderneuerte Reifen und für Fahrzeuge, die im Fernverkehr liefen, wurden Reifen nachgefragt. Leicht-Lkw-Reifen werden einerseits auf die klassischen Transporter, die vielfach im Handwerk und regionalen Verteilerverkehr eingesetzt werden, montiert, andererseits aber auch auf Pkw mit einer hohen Nutzlast (Utilities). Die Produktion leichter Nutzfahrzeuge erreichte ihren Tiefpunkt bereits im ersten Halbjahr Von da an ging es parallel zur konjunkturellen Erholung wieder aufwärts liefen insgesamt Transporter (+ 38 %) von deutschen Montagebändern. Entsprechend positiv entwickelten sich auch die Reifenlieferungen als Erstausrüstung für diese Fahrzeuge wurden 1,2 Millionen Reifen (+ 41,2 %) an inländische Fahrzeug-Produktionsstätten und (+ 43,3 %) an Werke im europäischen Ausland geliefert. Eine wichtige Rolle spielen im klassischen Transportersegment gerade im Ersatzbedarf so genannte Ganzjahresreifen, die statistisch zu den Sommerreifen gezählt werden. Insbesondere auf sie ist die positive Absatzentwicklung im Sommerreifen-Segment zurückzuführen. Verkauft wurden davon im Jahr ,68 Millionen (+ 9,5 %). Der Trend zu Ganzjahresreifen und die schwachen Neuzulassungen bei Utilities für sich genommen, hätten einen noch stabilen Winterreifenmarkt ergeben. Doch das früh einsetzende und anhaltende Winterwetter so wie die Verschärfung der Straßenverkehrsordnung (StVO), was die Bereifung von Fahrzeugen im Winter anbelangt, lösten zum Jahresende einen Run auf Winterreifen aus. Der Absatz von 1,92 Millionen Winterreifen (+ 10,0 %) hätte noch höher ausfallen können, wären nicht gerade in diesem Reifensegment zum Teil erhebliche Verfügbarkeitsprobleme aufgetreten. 25

27 UMSATZENTWICKLUNG 2010 TECHNISCHE ELASTOMER-ERZEUGNISSE IN % Quelle: wdk-statistik 26

28 Die Kautschukindustrie 2010 Technische Elastomer- Erzeugnisse (TEE) Die Produktvielfalt der in Deutschland hergestellten Technischen Elastomer-Erzeugnisse (TEE) ist immens. Sie reicht von Schwingungsdämpfern in Fahrzeugen bis hin zu Transportbändern, Schläuchen in Lebensmittelund Trinkwassergüte, Fluidsystemen für Klimaanlagen oder Treibstoffe, Kondomen, Babyartikeln wie Saugern sowie Dichtungen für Flachdächer oder Fassaden und Fenster. Überall erfüllen TEE unter zum Teil härtesten Bedingungen unauffällig und höchst zuverlässig ihre Aufgaben. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass schon vor Jahren der Fokus zunehmend auf spezialisierte und anspruchsvolle Teile und Systeme gelegt wurde. Entsprechend breit stellt sich auch die Abnehmerstruktur dar. Nahezu alle industriellen Branchen zählen zu den Kunden der deutschen Kautschukindustrie. Neben den industriellen Abnehmern spielt aber auch der Technische Handel eine nicht unwesentliche Rolle, der neben dem Endverbraucher auch Erstausrüster beliefert. Die heterogene Abnehmerstruktur führt zu recht unterschiedlichen Geschäftsentwicklungen der Unternehmen der Branche, die sich allerdings 2010 erfreulicherweise nur in der Höhe der Zuwachsraten unterschieden. Der größte Abnehmer von Technischen Elastomer-Erzeugnissen ist mit einem Anteil von mehr als 50 % die Automobilindustrie. Es folgen die Industriebranchen Maschinenbau und Elektrotechnik, Bergbau und Bauindustrie, die zusammen für rund 30 % des TEE-Umsatzes stehen. Weitere 15 % verteilen sich auf die anderen industriellen Kunden und 5 % der TEE-Produkte gehen über den technischen Handel oder direkt an den Endverbraucher. Die Nachfrage aus der Automobilindustrie erhöhte sich ab Februar 2010 sprunghaft und blieb bis zum Jahresende auf hohem Niveau. Der Inlandsumsatz im Automotive-Bereich stieg 2010 um 24,7 % auf 1,83 Milliarden Euro. Im Gegensatz zu vielen internationalen Wettbewerbern waren die Unternehmen der deutschen Hersteller von TEE frühzeitig in der Lage, ihre Kapazitäten der steigenden Nachfrage anzupassen. Dies erwies sich insbesondere bei ausländischen Kunden als sehr vorteilhaft. Zudem profitierten die deutschen Kautschukverarbeiter von ihrer guten weltweiten Marktposition, vor allem in den USA und in China. Dies alles führte dazu, dass sich der Auslandsumsatz um 32,8 % auf 1,01 Milliarden Euro erhöhte. 27

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30 Die Kautschukindustrie 2010 Nicht in allen Bereichen war die Marktstellung der deutschen Anbieter so gut wie bei Kfz-Schläuchen, wo der Umsatz um mehr als 40 % auf etwa 650 Millionen Euro gesteigert werden konnte. Bei Teilen zur Schwingungsdämpfung lagen das Plus bei 32 % und das Umsatzvolumen bei 750 Millionen Euro. Formteile erreichten 320 Millionen Euro (+ 27 %) und Karosseriedichtungen, ein Bereich der international Überkapazitäten aufweist, 580 Millionen Euro (+ 12 %). Diese durchaus positive Umsatzentwicklung muss allerdings vor dem Hintergrund gesehen werden, dass der Zuwachs an abgesetzter Tonnage nur um ein Prozent weniger gewachsen war. Berücksichtigt man die exorbitanten Materialpreissteigerungen kann vor einer Ertragssteigerung keine Rede sein. Die Konjunktur der Kautschukindustrie ist vor allem von der Situation ihrer Abnehmerbranchen abhängig, die sich in den meisten Fällen 2010 positiv darstellte. Im Non-Automotive-Bereich konnten die Umsätze mit dem boomenden Maschinenbau am stärksten ausgeweitet werden. Auch die Zulieferer für die Elektroindustrie zeigten sich zufrieden. Ebenfalls Positives gibt es von den Umsätzen mit Bergbauunternehmen zu berichten, bei denen es sich aber zu 80 % um Lieferungen ins Ausland handelte. Moderate Umsatzzuwächse gab es bei Bauprodukten. Gleiches gilt für alle verbrauchernahen Bereiche. Erhebliche Probleme gab es für die Hersteller, die Walzen oder Drucktücher an die Druckindustrie liefern. Die Branche leidet unter dem enormen Druck digitaler Medien und befindet sich in einem schwierigen Anpassungsprozess. Alles in allem wurden mit Abnehmern im Non-Automotive-Bereich Umsätze in Höhe von 2,56 Milliarden Euro (+ 29,5 %) getätigt. Im Inland wuchs der Umsatz um 23,2 % auf 1,49 Milliarden Euro. Der Auslandsumsatz erreichte 1,07 Milliarden Euro (+ 33,9 %). 29

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