Hydrologische Perspektiven in der Zusammenarbeit von Nachbarländern. Dr. André Weidenhaupt Präsident der IKSMS, Wasserdirektor von Luxemburg

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1 Hydrologische Perspektiven in der Zusammenarbeit von Nachbarländern Dr. André Weidenhaupt Präsident der IKSMS, Wasserdirektor von Luxemburg

2 Hydrologische Perspektiven in der Zusammenarbeit von Nachbarländern Gliederung Deutsch-Luxemburgischer Grenzvertrag Das Mosel-Saar Einzugsgebiet in der Flussgebietseinheit Rhein Hydrologische Zusammenarbeit bei den IKSMS Das EU-Projekt TIMIS Das EU-Projekt FLOW-MS 2

3 194 Jahre gemeinschaftliches Hoheitsgebiet das Kondominium an den Grenzgewässern Mosel, Sauer und Our Die Grenzgewässer Mosel, Sauer und Our gehören den beiden Staaten Deutschland und Luxemburg gemeinschaftlich Die Schaffung des Kondominiums wurde im deutschluxemburgischen Grenzvertrag vom 19. Dezember 1984 definitiv vereinbart. Mit diesem Vertrag wurden Detailfragen des Grenzverlaufs geregelt, der zuvor in der Wiener Schlussakte von 9. Juni 1815 und den Grenzverträgen vom 31. Mai 1815, vom 26. Juni 1816 und vom 7. Oktober 1816 zwischen den Niederlanden und Preußen festgelegt worden war. Mit der Kanalisierung der Mosel zur Großschifffahrtsstraße 1958 bis 1964 gewann die Klärung der Situation erneut an Dringlichkeit. 3

4 Kondominium an den Grenzgewässern Mosel, Sauer und Our 135 km lange Grenze zwischen Deutschland und Luxemburg 127,979 km : Flusssystem Our-Sauer-Mosel im Bereich von Vianden an der Our rund 7 km Luxemburg auch östlich des Flusssystems 118 km Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Luxemburg 10 km: saarländisch-luxemburgische Grenze zahlreiche Flussschlingen (Entfernung Luftlinie knapp 67 km) 4

5 Das Einzugsgebiet von Mosel und Saar in der Flussgebietseinheit Rhein 5

6 Das Einzugsgebiet von Mosel und Saar 4 Staaten Frankreich Deutschland (3 Länder) Luxemburg (Belgien (Region Wallonien)) Fläche km² Länge der Mosel 520 km Länge der Saar 227 km Einwohner 4,32 Mio 6

7 Internationale Kommissionen zum Schutze der Mosel und der Saar, IKSMS, gegründet

8 Rückblick Hydrologie an den IKSMS 1987 Übereinkommen Hochwassermeldewesen im Mosel-Einzugsgebiet (F, L, D); Gründung Technischer Ausschuss (TA) Dez. 1995: Abschlussbericht der internat. AG "Hochwasserschutz an Mosel und Saar" - Synthese der hydrologischen Untersuchungen und Vorschläge für vorbeugende Strategien CT/TA Comité Technique / Technischer Ausschuss IH Protection contre les inondations et hydrologie / Hochwasserschutz und Hydrologie Dez. 1995: Einrichtung einer IKSMS-Projektgruppe Aktionsplan Hochwasser (heute ständige Arbeitsgruppe IH Hochwasserschutz und Hydrologie ) Dez. 1997: Hochwasserschutz im Einzugsgebiet von Mosel und Saar. Bestandsaufnahme 1998: Verabschiedung des Aktionsplanes Hochwasser 1998/2020 (3 Phasen), Bilanzberichte ab 2000 alle 5 Jahre März 2007: Ausführungsvereinbarung zum 1987er Übereinkommen über das Hochwassermeldewesen im Moseleinzugsgebiet Unterstützung des Technischen Ausschusses durch das IKSMS-Sekretariat 8

9 IH-Gruppe Hochwasserschutz und Hydrologie Koordinierung und Begleitung der Aufstellung sowie der Umsetzung der Hochwasserrisikomanagementpläne nach HWRM-RL (2007/60/EG), zu diesem Zweck Umarbeitung des Aktionsplanes Hochwasser in ein übergeordnetes Dokument Verbesserung des Hochwassermelde- und vorhersagewesens in enger Abstimmung mit dem Technischen Ausschuss Gewährleistung des Informationsaustauschs (EU, IKSR, IKM) Bearbeitung hydrologischer Aspekte 9

10 Bearbeitung hydrologischer Aspekte Koordinierung Klimawandeluntersuchungen (Einfluss auf die Gewässer) Koordinierung der Bereitstellung hydrologischer Daten und Informationen auf Anforderung anderer IKSMS-Arbeits- und Expertengruppen Abstimmung der hydrologischen Messmethoden, insbesondere an den Grenzpegeln Bearbeitung der hydrologischen Aspekte signifikanter Abflusssituationen (darunter auch Maßnahmen der Gewässerbewirtschaftung bei Hoch-, Niedrigwasser und Grundwasserneubildung), in Erwartung genauer Ergebnisse und Schlussfolgerungen der EG Klima der IKSR und aus dem Projekt FLOW-MS 10

11 TIMIS Projekt Transnational Internet Map Information System on Flooding Als Reaktion auf die Hochwasser-Ereignisse von 1993, 1995 und 2003 an Mosel, Sauer und Saar entwickelten sieben Projektpartner aus Luxemburg, Frankreich und Deutschland gemeinsam das internet-basierte Hochwasser- Informationssystem TIMIS flood für rund 100 Gewässer aus dem Mosel-Nahe-Rhein- Einzugsgebiet. Interreg IIIB NW-Europe 11

12 TIMIS: Projektziele Transnational Internet Map Information System on Flooding Erstellung von Hochwasser-Gefahrenkarten Verbesserung der Hochwasservorhersage für die Mosel Entwicklung eines Hochwasser-Frühwarnsystems für kleine Flusseinzugsgebiet Aufbau eines Hochwasser-GIS (Geografisches Informationssystem) Bereitstellung der Hochwasser-Informationen im Internet, Hochwasser- Gefahrenkarten, Print-on-demand und Pegeldienst 12

13 TIMIS: Hochwassergefahrenkarten Transnational Internet Map Information System on Flooding Die Hochwassergefahrenkarten zeigen: die räumliche Ausdehnung der Überflutungen bei Hochwasserereignissen die Gefährdung durch diese Überflutungen die Gefährdung hängt von der Intensität (Wassertiefe und Fließgeschwindigkeit) eines Hochwasserereignisses und dessen Eintrittswahrscheinlichkeit ab. Bei TIMIS flood wird der Grad der Gefährdung durch vier Gefahrenstufen dargestellt: erhebliche, mittlere, geringe Gefährdung sowie Restgefährdung. 13

14 Beispiel einer Hochwasser-Gefahrenkarte

15 TIMIS: Pegeldienst Transnational Internet Map Information System on Flooding Der Pegeldienst ermöglicht es Pegelmessungen zu interpretieren Anhand einer internetbasierten Visualisierung der Hochwasserstände für alle Pegel Mit Hilfe einer Internet-Applikation kann jeder Benutzer zu einer Pegelmessstelle navigieren und dort einen bestimmten Wasserstand (z.b. aus der Hochwasservorhersage) einstellen. Die zu dem Wasserstand korrespondierenden Überschwemmungsgebiete oder Wassertiefen werden anschliessend auf der Karte dargestellt. 15

16 Auszug Pegeldienst

17 Projekt FLOW-MS IKSMS FLood & LOW water management in the Moselle and Saar river basin 17

18 Projekt FLOW-MS IKSMS Projektpartner Federführender Begünstigter IKSMS MUFV Rheinland Pfalz DREAL Lorraine AGE Luxembourg MUEV- Saarland 10 strategische Partner Projektkoordination FLOW MS Programm: Interreg IV-A Großregion Laufzeit: Januar 2009 bis Dezember 2013 Gesamtbudget: 3,35 Millionen Euro Kofinanzierung: 50 % aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) 18

19 FLOW-MS Das Projekt gliedert sich in fünf Aktionen Aktion 1 Hochwasserpartnerschaften und Internationales Betreuungszentrum Aktion 2 Kompetenzzentrum für Bauvorsorgemaßnahmen und Hochwassermanagement Aktion 3 Verbesserung und Erweiterung des grenz-überschreitenden Hochwasservorhersagesystems Aktion 4 Ermittlung der Auswirkungen des Klimawandels Aktion 5 Wissensmanagement und Internetplattform 19

20 vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 20

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