Ich kann mich nicht nicht verhalten Ich kann nicht nicht kommunizieren

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1 Ich kann mich nicht nicht verhalten Ich kann nicht nicht kommunizieren Mein Verhalten hat immer eine Wirkung bei anderen Menschen, selbst wenn ich ganz konkret versuche nichts zu tun oder zu sagen. Dann wirkt eben diese Nichtstun und Nichtssagen auf die anderen Personen. Die Anderen......nehmen mein Verhalten wahr......deuten es mit Hilfe der bisherigen Erfahrungen mit mir......ziehen Schlussfolgerungen......und verhalten sich schließlich diesen entsprechend mir gegenüber... Diese Prozesse laufen sehr schnell und unbewusst ab und fließen natürlich in die Kommunikation mit ein. Schwierigkeit: Da dieser Prozess meist unbewusst ist, wird zwischen Kommunikationspartnern kaum abgesprochen, ob die gesendeten Nachrichten gleich verstanden werden. Wie kannst Du mit dieser Gesetzmäßigkeit umgehen, so dass Missverständnisse vermieden werden? - Du kannst Dir bewusst werden, was Du senden willst und das möglichst offen und deutlich machen. - Du musst aufmerksamer darauf achten, was Du sendest, ohne es zu wollen, um Missverständnisse zu vermeiden. - Der Leiter kann sich bewusst werden, welche Botschaft (auch oder gerade nonverbal) er vom anderen auffängt. - Nachfragen vermeidet Missverständnisse - Als Leiter kannst Du die Kommunikation unter den TN wahrnehmen und evtl. nachfragen, aufmerksam machen, etc. Das ist Konfliktvermeidung. Jede Kommunikation enthält einen Inhalts- und Beziehungsaspekt. Der Beziehungsaspekt bestimmt, wie der Sender den Inhalt vom Empfänger verstanden haben will, bzw. wie der Empfänger ihn versteht. Der Inhaltsaspekt wird meist von beiden Kommunikationspartnern gleich verstanden. Das Problem ist, dass die zweite Spur, der Beziehungsaspekt, nicht immer gleich verstanden wird.

2 Es ist leicht verständlich, welche Störungen oder Missverständnisse in der Kommunikation untereinander auftreten, wenn Inhalts- und Beziehungsaspekt ständig miteinander vermischt werden, oder wenn immer nur über den Inhaltsaspekt gesprochen wird, nie aber über die Beziehungsteile. Für Gruppenleiter ist es immer wieder wichtig, sich beide Teile, also sowohl den Inhalts-,als auch den Beziehungsaspekt einer Nachricht, deutlich zu machen. Der Leiter muss versuchen, den Beziehungsaspekt beider Seiten zu erahnen. Wenn die Beziehung zweier Menschen offen und geklärt ist, ist diese Hinterfragung nicht mehr unbedingt nötig. Der Gruppenleiter sollte eine schwebende Aufmerksamkeit entwickeln, für alles, was geschieht. Dann kann ich über mich selbst wahr und echt sprechen und evtl. auch anderen hilfreich werden, indem ich akzeptierend nachfrage nicht mit der Haltung des Aufdeckens oder Entlarvens, sondern mit Hochachtung, um die Begegnung offener und befriedigender zu gestalten. Je mehr ich versuche die Beziehungsaspekte zu verstehen, um so mehr klärt sich das Verhältnis untereinander. Gibt es mich etwa dreimal?? Selbstbild Fremdbild 1. Das ist die Person, die Du wirklich bist, ohne, dass Du sie jemals vollständig kennenlernen wirst 2. Das ist die Person, so, wie Du Dich selbst siehst. Das ist also ein Teil der ersten Person, überlagert durch Deine Wünsche und Vorstellungen, wie Du Dich gerne sehen würdest. 3. Das bist Du als Person, wie sie durch die Wahrnehmung der anderen modelliert wird. Entscheidend, wie wir bei anderen ankommen und wie andere auf uns reagieren, ist allein die Person 3. Eine gute Zusammenarbeit in der Gruppe (Team, Schulung) und das berühmte Feedback bewirkt, dass sich das Selbstbild (2) und das Fremdbild (3) aneinander angleichen.

3 Selektive Wahrnehmung Wahrnehmung ist viel mehr als nur ein rein objektives Registrieren und Wahrnehmen und Verarbeiten dessen, was um uns herum geschieht. Wahrnehmung ist ein Vorgang im Menschen, bei dem manche angebotenen Daten und Fakten ausgeblendet werden und anderes hinzugefügt wird, was wir schon früher in uns gespeichert haben. Jeder Mensch konstruiert sich seine eigene Realität. Das nennt man selektive Wahrnehmung. Geschehnisse können immer nur durch unsere Filter wahrgenommen werden, die wie beim Filmen Bildanteile ausblenden, erweitern, verkleinern, farblich verändern. Die Auswahl ist notwendig, wegen der Unmenge an Informationen, die wir erhalten. Wenn wir immer alle Informationen aufnehmen würden, wären wir handlungsunfähig. Niemand sieht die Wirklichkeit wirklich objektiv. Du musst bereit sein, Deine eigene Realität in Frage zu stellen. Wichtig: Du musst über Deine eigene Realität Bescheid wissen. Wie konstruierst Du Deine Realität? Indem Du Informationen a) aufnimmst b) auswählst c) interpretierst a) Aufnahme von Informationen Die Aufnahme von Informationen hängt ab von -> Deiner Beobachtungsgabe -> Deinen körperlichen Fähigkeiten -> Deinen geistigen Fähigkeiten -> Deiner Sprache oder Sprachkenntnissen -> Deiner eigenen Ruhe -> Deiner psychischen Empfindlichkeit b) Auswahl der Information Die eigenen geistigen und körperlichen (Un-)Fähigkeiten sind angeborene oder erlernte Filter, die die Auswahl der Informationen beeinflussen. Teilweise beeinflussen sie schon die Aufnahme der Information. -> Sehen -> Hören -> Sprechen -> Man kann nur eine bestimmte Anzahl von Informationen pro Zeiteinheit aufnehmen. -> Du nimmst Dinge schneller wahr, die im Zentrum Deiner Aktivität liegen. Hier siehst Du evtl. mehr als andere.

4 -> Werte, Normen, Sitten Du hast gelernt, was Dich angeht, wo Du Deine Nase reinsteckst oder wo nicht -> Du hast Deine Regeln für gut und schlecht, richtig und falsch. Du merkst dabei gar nicht, wie das die Wahrnehmung beeinflusst. -> Werte, Normen, und Sitten sprechen Gefühle als weitere Filter an Angst und Freude Sympathie und Antipathie Mut und Verzweiflung Liebe oder Hass c) Interpretation Zunächst versuchst Du, die Informationen in ein bewährtes Muster zu packen ( Theorien, Erfahrungen, Werte). Die Informationen müssen in Dein Raster passen (Schublade). Schwarze Haare uns Schnurrbart ist gleich Südländer. Erst wenn viele Informationen von aussen nicht mit dem Bild in Einklang zu bringen sind, veränderst Du das Bild. Innere Muster verbinden Informationen mit Empfindungen (schön, hässlich, etc.). Das ist eine sehr persönliche Sache, da aktuelle Informationen mit früheren Erfahrungen und Vorstellungen verbunden werden. Es hat also sehr viel mit Deiner persönlichen Geschichte zu tun. Informationen werden mit Prioritäten versehen. Prioritäten sind stark von unseren eigenen Interessen und Bedürfnissen geprägt, die wir in Bezug auf eine Situation haben. Hinter Wahrnehmung verstecken sich sehr komplizierte psychologische Vorgänge. Die Tatsache, dass wir immer nur selektiv wahrnehmen hat eine wichtige Schutzfunktion für den Einzelnen. Dadurch bleiben Dinge zugedeckt, die zu sehr ängstigen oder mit denen man nicht fertig wird. Wahrnehmung ist immer ein Prozess, an dem die eigene Person mit ihrer Lebensgeschichte beteiligt ist. In diesem Sinne reagiert der Mensch nicht auf die Realität, sondern auf sein Bild davon. Dieses Bild ist entscheidend für die Reaktion. Wir reagiern auf Menschen so, wie wir sie sehen und nicht darauf, wie sie wirklich sind. Wahrnehmung beeinflusst unser Verhalten anderen gegenüber. Du erinnerst Dich an... Übertragungen In jeder Situation, die wir durchleben, treffen wir Menschen, die uns in irgendeiner Weisi an Personen erinnern, die uns früher geprägt haben (Eltern, Freunde, Lehrer, etc.). Erinnerungen werden ausgelöst durch innere und äußerliche Ähnlichkeiten( z.b. in der Gestik, Mimik, berufliche Position, etc.). Man sieht plötzlich einen Anderen in der Person und verhält sich ihm gegenüber, wie der Person von früher.

5 Subjektive Erfahrungen werden in das aktuelle, objektive Geschehen hineingesehen, ohne dass es bewusst wäre. Dieser Vorgang heißt Übertragung. Eine Übertragung ist immer ein Irrtum in Zeit, Ort und Person. Viele Enttäuschungen entstehen im Moment, in dem wir erkennen, dass der Andere nicht der ist, den wir in ihn hineingesehen haben. Auch Erwartungen werden durch die Übertragung geweckt. Er soll nie so sein wie... Für Übertragung gilt in der Praxis: Im Verlauf des Gruppenprozesses sollte überlegt werden, wann und ob es sinnvoll ist Übertragungen anzusprechen. Anzeichen für Übertragung liegen z.b. dann vor, wenn ein TN mit übertriebener Hartnäckigkeit und Intensität oder sehr plötzlich und unangemessen stark (z.b. enttäuscht) reagiert. Wichtig: Der Leiter selbst löst unvermeidlich Übertragungen aus, vor allem im Hinblick auf Personen, deren Autorität die TN früher erlebt haben. An solchen Übertragungen knüpfen die TN Erwartungen, die der Leiter enttäuschen muss. Übertragungsabbau: - Auskünfte über die Wirklichkeit - Konsequenz im Verhalten - Thematisieren von Übertragungen Du als Leiter bist auch nicht frei im Hinblick auf die TN. Es gehört unbedingt dazu, daran zu arbeiten. Interpunktionen In einer Beziehung setzen die Partner unterschiedliche Interpunktionen (d.h. Punkte, Abschnitte, Start-Folge) in ihrer Kommunikation und leiten davon aber das Verständnis ihrer Beziehung ab. Es gibt keinen festmachbaren Beginn für den ersten Start des Kreislaufs. Jeder der Beteiligten begründet sein Verhalten als Folge des Verhalten des Anderen. Letztlich schiebst Du die Verantwortung für das eigene Verhalten dem Anderen zu. Wenn Du anders wärst, könnte ich auch anders sein. Wichtig: Das sind keine bösartigen Verhaltensweisen, sondern Kommunikationsabläufe, die ich nur dann ändern kann, wenn ich sie erkenne. Jeder Mensch strukturiert also bewusst oder unbewusst die Kommunikation zwischen Menschen. Sich gegenseitig beschuldigen hilft sicherlich nichts.

6 Aber wie kann ich mit solchen Abläufen umgehen? => Du hälst den Kreislauf an, indem Du aus dem Kreislauf aussteigst und Dein Folgeverhalten nicht mehr praktizierst. => Du machst Dir klar, dass es für eine Verhaltenskette verschiedene Blickwinkel gibt, die alle berechtigt sind. Ich sage meinen Blickwinkel aus und interessiere mich auch für den des anderen. Beide sind in Ordnung, beide dürfen sein, wir müssen uns nicht unbedingt auf einen einigen. => Denke darüber nach, welches Verhalten Du sinnvoller findest: Wie möchtest Du sein? Wie möchtest Du Dich gerne Verhalten? Versuche das zu verwirklichen. => Du kannst dem Partner noch sagen, welches Verhalten Dir helfen würde. Mache Deine Verhaltensänderung aber auf keinen Fall davon abhängig, ob er sich verändert. So übernimmst Du Verantwortung für Dich selbst, für Dein Verhalten. Das eigene Verhalten ist sehr schwer zu verändern, weil es eingefahren ist. Aber das sind nicht die anderen Schuld. Versuche es immer wieder. Schwer ist die Veränderung auch deshalb: Du musst bewährtes aufgeben, das bedeutet ein Verlust von Sicherheit, auch wenn Dir das alte Verhalten nicht gefallen hat. Außerdem: Wenn sich einer in der Gruppe verändert, verändern sich alle anderen mit. Deswegen wollen andere Gruppenmitglieder die Veränderung oft am liebsten verhindern. Du wirst Widerstand spüren. Eine Gruppe ist wie ein Mobile. Bewegt sich einer, dann bewegen sich alle. Das nennt man Gruppendynamik. Der übliche, weil einfachere Weg ist der, alles beim alten zu lassen, auch wenn sich die Beteiligten nicht gerade wohl dabei fühlen. Die Bereitschaft aller, eventuell auch die Hilfe des Gruppenleiters ist notwendig, um sich die Abläufe aus verschiedenen Blickwinkeln anzuschauen und die eigenen Anteile daran zu akzeptieren. Als Gruppenleiter kannst Du helfen......indem Du Dich selbst auf diese Weise hinterfragst und dadurch zum Modell wirst....indem Du auf Wahrnehmungen aufmerksam machst....indem Du Abläufe anhältst....indem Du zu Nachdenken anregst....indem Du Anstöße zur Veränderung gibst.

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