Evangelisch-Lutherische Freikirche Zionsgemeinde Hartenstein

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1 Evangelisch-Lutherische Freikirche Zionsgemeinde Hartenstein Predigt zum 14. Sonntag nach Trinitatis 2015 über Ps 50,14f.22f Pastor M. Müller GOTT DANKEN IST IHN NICHT VERGESSEN

2 Predigttext (Ps 50,14f.22f): Opfere Gott Dank und erfülle dem Höchsten deine Gelübde. Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen. Begreift es doch, die ihr Gott vergesset, damit ich nicht hinraffe und kein Retter ist da! Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, das ich ihm zeige das Heil Gottes. Liebe Mitchristen! Als Eltern ist man immer froh, wenn die Kinder sich bedanken. Wir erziehen unsere Kinder dazu, Danke zu sagen. Es gehört einfach dazu. Wenn man etwas geschenkt bekommt, bedankt man sich. Manchmal steht man also als Papa beim Bäcker. Die Kinder bekommen einen Keks geschenkt und nehmen ihn wortlos an. Dann muss Papa oder Mama noch nachhelfen und fragen: Na, was sagt man da? Gott erwartet das Danken auch von uns. Auch bei uns muss er hin und wieder nachhelfen. Er tut das zum Beispiel in Psalm 50: Opfere Gott Dank und erfülle dem Höchsten deine Gelübde (Ps 50,14). Aber ist das Danken ein Opfer? Dankesagen tut doch nicht weh, oder. Doch ganz so einfach ist das mit dem Dankesagen nicht. Das sieht man an Kindern. Wieso muss man als Eltern einiges an Geduld und Mühe aufbringen, um seine Kinder dazu erziehen, dass sie sich bedanken, wenn sie etwas bekommen? 2

3 Die Gründe bei den Kindern sind unterschiedlich: oft vergessen sie ganz einfach das Dankesagen. Manchmal sind sie zu schüchtern, sich zu bedanken und hin und wieder vielleicht auch zu stolz. Ähnlich bei uns. Wieso muss Gott uns zum Beispiel hier im Psalm 51 ans Dankesagen erinnern? Nun wir vergessen es auch oft und sicher sind wir auch manchmal zu stolz uns zu bedanken. Warum bedankt sich nur einer von zehn Geheilten, wie wir das heute im Evangelium gehört haben? Nun die genauen Gründe bekommen wir nicht gesagt. Wir können es nur vermuten. Ganz sicher war Gedankenlosigkeit im Spiel. Vor lauter Freude, dass sie geheilt waren, vergaßen sie sich bei dem zu bedanken, der sie gesund gemacht hatte. Wir kennen alle Ähnliches. Zum Beispiel von Kindern, die aus purer Freude über ein Geschenk das Dankesagen und den Schenker völlig vergessen. Eines meiner Geschwister hatte Geburtstag. Es klingelt an der Tür. Das Kind rennt los, macht die Tür auf. Doch anstatt die Gäste zu begrüßen, fragt es nur: Und wo ist das Geschenk? Wenn Gott ans Dankesasgen erinnert, ist das mehr als nur eine lästige Erziehungsmaßnahme für uns. Es geht nicht bloß darum, dass wir bei Gott unsere Wünsche loswerden können. Er erfüllt dann unsere Wünsche. Und wenn wir bekommen haben, was wir wollten, sagen wir artig Danke und dann sind alle glücklich. Nein, es geht Gott um mehr. Das wird schon daraus deutlich, was Jesus zu dem Mann sagt, der zurückkommt, um sich zu bedanken. Jesus heilt 3

4 zehn Männer vom Aussagt. Nur einer von ihnen bedankt sich und Jesus sagt ihm: Steh auf, geh hin; dein Glaube hat dir geholfen (Lk 17,18). Jesus hat diesen Samariter nicht nur vom Aussatz geheilt. Er hat ihm auch den Glauben gestärkt. Das zeigt seine Dankbarkeit. Er bedankt sich bei Jesus für die Heilung und bringt dadurch seinen Glauben zum Ausdruck. Die neun anderen Männer freuen sich nur, dass sie endlich wieder gesund sind. Aber sie vergessen den, der sie geheilt hat. Sie vergessen Gott. Sie verstehen nicht, dass Jesus noch mehr an ihnen tun wollte. Und genau das ist Danken: Gott nicht vergessen. Danken ist eine Glaubensübung. Gott will gar nicht in erster Linie unseren Dank, sondern er will mehr. Er will unsere Seele, unser Herz. Er will, dass wir ihn nicht vergessen. Natürlich erwartet er auch unseren Dank. Jesus erwartet den Dank aller zehn Männer, die er geheilt hat. Undankbarkeit ist Sünde. Das ist klar. Und wenn es auch nur eine Gedankenlosigkeit ist. Wir haben tausende Gründe, Gott zu danken. Dass es uns so gut geht in unserem Land. Dass wir Arbeit und Auskommen haben. Dass wir Familie und Freunde haben. Wir dürfen Gott danken, dass er mit uns redet. Dass er für uns da ist. Dass wir zu ihm gehören dürfen. Für jeden Tag können wir danken - für jedes Jahr. Und wichtiger noch als unser Dank ist Gott, dass wir ihn selbst nicht vergessen. Gott freut sich von Herzen über unsern Dank. Er will ihn auch. Unser Psalm sagt das ganz klar: 4

5 Opfere Gott Dank und erfülle dem Höchsten deine Gelübde (Ps 50,14). Aber Gott danken ist niemals eine lästige Pflicht, ein großes Opfer was wir bringen müssen. Sondern Danken ist erstmal große Freude. Große Freude über die unzählbaren Geschenke, die Gott uns macht. Gott Danke sagen ist wie bei dem Samariter im heutigen Evangelium für den heutigen Sonntag Ausdruck von Glauben. Wie gesagt, noch viel mehr als unseren Dank will Gott unsere Glauben. Will er, dass IHN NICHT VERGESSEN. In unserem Psalm heißt es: Begreift es doch, die ihr Gott vergesset, damit ich nicht hinraffe und kein Retter ist da! (Ps 50,22) Kurz vorher werden die Gottlosen direkt angesprochen. Die mit Dieben und Ehebrechern gemeinsame Sache machen. Die Böses reden und lästern und verleumden. Schon hier müssen wir uns fragen, wie weit wir davon entfernt sind, gottlos zu sein. Und dann werden im Psalm die angesprochen, die Gott vergessen. Und wie schnell geht das? Schon das Dankesagen vergessen wir manchmal. Ja, und es kommt auch vor, dass wir Gott ganz und gar vergessen. Und dann sind wir wie das Kind, dass seine Geburtstagsgäste an der Haustür stehen lässt und mit dem Geschenk im Arm davonläuft. Wie zu schnell geschieht es, dass wir uns von Gott allerlei Gutes wiederfahren lassen und aus seinen Händen freudig reichen Segen und Gaben entgegennehmen aber das Danke sagen vergessen?! Jesus fragt im Evangelium als nur der eine Samariter sich bedanken kam 5

6 Sind nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neun? (Lk 17,17). Wie oft hat sich Jesus schon bei uns fragen müssen: Sind nicht alle rein geworden? Wo sind denn die Glieder der Zionsgemeinde mit ihrem Dank? Wie oft musste sich Jesus fragen, ob nicht nur das Danken, sondern auch ihn ganz und gar vergessen haben? Gott will nicht, dass wir ihn vergessen. Schon in unserem Psalm zeigt er uns auch warum. Nicht dass Gott unseren Dank irgendwie braucht. Sondern wir brauchen ihn ganz dringend: Begreift es doch, die ihr Gott vergesset, damit ich nicht hinraffe und kein Retter ist da! (Ps 50,22) Wenn wir Gott vergessen, haben wir keinen Retter mehr. Wenn wir Gott vergessen, sind wir verloren. Und darum erinnert Gott uns ans Danken: Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, das ich ihm zeige das Heil Gottes (Ps 50,23). Wir sollen das Heil Gottes sehen. Wir sollen gerettet sein. Gott hat alles dafür getan und gegeben. Er hat alle Himmelskräfte von seinem Sohn bis hin zu seiner Engelarmee in Bewegung gesetzt, um uns zu retten. Christus hat uns einen Weg gebahnt, der in den Himmel führt. Und er setzt alles dran, damit wir diesen Weg im Glauben gehen. Gott danken ist eine wichtige Glaubensübung auf unserem Weg. Nicht das wichtigste. Das hat Christus übernommen. Er hat unsere Seele von der Sünde geheilt und rein gemacht. Und niemals, niemals dürfen wir das vergessen. Sonst sind wir verloren. 6

7 Gott hilft uns dabei, dass wir ihn nicht vergessen. Er ruft sich uns selbst ins Gedächtnis durch unzählige wunderbare Geschenke, die er uns immer wieder macht. Und wenn wir so wollen, kann uns jeder Sonnenstrahl und jede Blume eine Erinnerung an IHN sein. Jede Mahlzeit, die uns schmeckt, jedes Lachen, was durch unser Gesicht huscht, kann uns Erinnerung an den sein, der uns Freude über Freude und Gnade über Gnade schenkt. Und wenn wir dann auch noch Gott Danke sagen für alles, werden wir ein zweites Mal an ihn erinnert. Gott Danke sagen ist Glaubensübung. Und da können wir viel üben: für alle guten Gaben, fürs Essen, für die Tage, für seine Gnade einfach für alles Gute können wir Gott danken. Auch für Gebetserhörung-en können wir Gott denken. Dieser sehr bekannte Bibelvers steht ja auch noch in unserem Psalm: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen (Ps 50,15). Wer das Danken nicht vergisst, der kann auch Gott nicht vergessen. Der kann seinen Retter Jesus Christus nicht vergessen. Und genau das will Gott. Deshalb tut er uns Gutes. Deshalb hat er uns gerettet. Damit wir ihm danken können und IHN NIEMALS VERGESSEN. Amen. Predigtlied: Nun danket alle Gott 7

8 Zionsgemeinde Hartenstein Kontakt: Pastor M. Müller Kleine Bergstr Hartenstein Tel.: /4211 Funk: 01577/ Sie finden uns im Internet unter: Die Predigt können Sie auch im Internet nachhören oder lesen. 8

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