TUI: Joussen greift durch. Amadeus wächst weiter. Durchbruch für Airport-IT. Trendwende in Sicht MARKTENTWICKLUNG. Editorial

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1 Update Juni Magazin für Führungskräfte im österreichischen Reisemarkt Klassik-Reisebüros Erfolgreich mit frischen Ideen und bewährten Tugenden Walter Krahl: Zurück zu den Wurzeln Christoph Berg: Verdienen ohne Buchungen

2 MARKTENTWICKLUNG Editorial Trendwende in Sicht Wir werden uns noch alle die Augen reiben: Mitarbeiter werden knapp und die Personalkosten werden steigen. Das ist die ganz normale Folge der demografischen Entwicklung: In den nächsten Jahren treten die geburtenschwachen Jahrgänge ins Berufs leben ein und das verändert auch in der Reisebranche vieles. Unangenehm ist, dass dies zeitgleich mit einem generellen Strukturwandel in der Reisewirtschaft ablaufen wird. Für Chefs ist die neue Situation herausfordernd und verlangt viel Fingerspitzengefühl. Was ist jetzt neu? Stationäre Reisebüros verlieren viele (aber nicht alle) Kunden, die bisher einfache, preiswerte Reisen nachgefragt haben, an Internet-Portale und den Direktvertrieb der Anbieter. Das ist ein Mega-Trend, der nicht aufzuhalten ist. Gleichzeitig wächst die Gruppe der anspruchsvollen, zahlungskräftigen Kunden, die vom Reisebüro-Mitarbeiter eine kompetente Beratung und problemlose Abwicklung erwarten. Und an dieser Stelle kann es zu einem Problem kommen: Für diese Kundengruppe brauchen wir fachlich kompetente, aber auch persönlich souveräne Mitarbeiter, die den Kunden auf Augenhöhe begegnen können. Von solchen Mitarbeitern gibt es derzeit zu wenige und es wird in den nächsten Jahren eine wichtige Management-Aufgabe sein, solche Mitarbeiter heranzuziehen. Keine Frage: Diese Mitarbeiter sind teuer. Der Balance-Akt gelingt also nur dann, wenn die Mitarbeiter produktiver sind als heute, sprich: mehr höherwertige Reisen verkaufen. Bei unserer Fachstudienreise nach Hamburg, die wir Mitte Mai durchgeführt haben (siehe Seiten 4 bis 7), war das eine interessante Beobachtung: Die Mitarbeiter, die sich um Nischenprodukte, Eigenveranstaltungen, Kreuzfahrten u. ä. kümmerten, waren durchwegs erfahrene, also nicht mehr ganz junge Mitarbeiter. Das scheint sich zu lohnen. Das Reise unternehmen Globetrotter hat mit Gudrun Bevernitz sogar eine Managerin für Personalentwicklung. Personalentwicklung ist hier schon Chefsache geworden. Und Frau Bevernitz zeigte auf, dass zu einer klugen Personalführung nicht nur Geld gehört, sondern beispielsweise auch eine abgestufte Mitsprache an der Unternehmensentwicklung. Zum Schluss noch ein Nebenaspekt: Das G riss um Talente gibt es natürlich nicht nur in der kleinen Reisebranche, sondern mehr noch bei den großen Unternehmen der Industrie und der Dienstleister. Kluge Personalchefs überlegen jetzt, den neuen Talenten auch mal Goodies bei Dienstreisen anzubieten: Bessere Hotels, coolere Mietwagen oder auch mal das Angebot, den Lebenspartner auf den Business-Trip mitnehmen zu können. Die Aufgaben der Travel Manager und Reisebüro-Mitarbeiter erweitern sich: Bald geht es darum, die Dienstreise nicht nur kostengünstig zu planen, sondern auch für das Wohlfühlen der Mitarbeiter zu sorgen. Keine schlechten Aussichten. Ihr Wilfried Kropp, GF Amadeus Austria TUI: Joussen greift durch Der neue Vorstandsvorsitzende der TUI AG, Friedrich Joussen, setzt bei Europas größtem Reiseunternehmen neue Akzente. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagt er klar: Was sich nicht rechnet, wird nicht gemacht. Einer der ersten Geschäftsbereiche, die er kritisch anschaut, ist die Hapag Lloyd Kreuzfahrten GmbH. Bei den beiden neuen Schiffen Europa 2 und Columbus 2 fallen hohe Verluste an. Joussen: Ein Teil der Flotte fährt mit zu geringer Auslastung und zu niedrigen Preisen. Die Abgrenzung hat nicht wie erwartet funktioniert. Das werden wir mit einem neuen Management in Ordnung bringen. Von der TUI Travel, in der das Veranstaltergeschäft zusammengefasst ist, erwartet er eine markante Verbesserung der Rendite. Unterm Strich kommt beim Nettoergebnis zu wenig an, und das muss sich ändern. Amadeus wächst weiter Amadeus hat für das erste Quartal 2013 solide Zahlen vorgelegt. Der bereinigte Gewinn für das erste Quartal stieg um 5,0 Prozent auf 176,3 Millionen Euro. Dies wurde durch ein Umsatzwachstum von 4 Prozent auf 795 Millionen Euro sowie eine 5,3-pro - zentige (6,2 % währungsbereinigt) Verbesserung des EBITDA auf 323,4 Millionen Euro unterstützt. Amadeus hat mit den Flughäfen München und Kopenhagen Abkommen über die gemeinsame Entwicklung von zwei neuen Airport-IT-Lösungen unterzeichnet. Mit dem Airport München wird Amadeus den Airport Sequence Manager auf den Markt bringen. Die Lösung optimiert die Ablaufplanung für Startbahnen, auch unter ungünstigen Bedingungen. Mit dem Flughafen Kopenhagen Die Geschäftsbereiche Distribution und IT-Lösungen sind kontinuierlich weiter gewachsen. Die Umsätze im Distributionsbereich wuchsen um 2,4 Prozent auf 612,2 Millionen Euro. Die gesamten Reisebüro-Flugbuchungen verbesserten sich um 2,9 Prozent auf 119,3 Millionen begünstigt durch einen weltweiten Marktanteil von 39,8 Prozent bei Reisebüro-Flugbuchungen, 1,6 Prozentpunkte mehr als vorher. Durchbruch für Airport-IT Kastrup, dem größten in Skandinavien, wird Amadeus den Airport Fixed Resource Optimiser entwickeln. In der Planungsphase wird die Lösung eine bessere Nutzung der Flugzeugpositionen und Gates ermöglichen. In der Betriebsphase geht es darum, kürzere Umkehrzeiten und schnelle Transfers zu organisieren. Für John Jarrell, Leiter der Airport IT bei Amadeus, bilden diese beiden Vereinbarungen die technische Grundlage für das neue Flughafen-Angebot von Amadeus. 2 Juni 13 Update

3 Vertrieb Frischer Wind in der City Mancher Online-Händler träumt von einem Geschäft in guter Lage Die Gefechtslage ist einigermaßen un - übersichtlich geworden: Es stehen sich nicht nur Offline-Vertrieb und Online- Vertrieb gegenüber. Immer mehr Onliner wollen auch mit attraktiven Stores in die City. Und dass die Offliner, beispielsweise die stationären Reisebüros, am Online- Erfolg mitnaschen wollen, ist ohnehin klar. Einen durchschlagenden Erfolg hat aber bisher kein Unternehmen, das sich in beiden Welten bewegt. Sicher ist nur, dass die Offline-Welt auf die erfolgreichen Onliner einen neuen Reiz ausübt. Der erste Prominente, der das erkannt hat, war Amazon-Gründer Jeff Bezos, der in einem Fernseh-Interview erklärte: Wir würden gerne Geschäfte aufmachen, aber nur wenn wir eine Idee haben, mit der wir uns wirklich differenzieren können. Bezos hat das Kernproblem angesprochen: Ein neues Vertriebskonzept würde nur dann richtig funktionieren, wenn beide Vertriebswelten ihre jeweils spezifischen Stärken ausspielen und sich gegenseitig verstärken könnten. Das Zögern von Amazon zeigt, dass zum echten Multichannel-Vertrieb noch ein weiter Weg zu gehen ist. Multichannel kann erfolgreich sein Es wird munter experimentiert. Eines der interessantesten Unternehmen, das die spezifischen Vorteile des Offline- und des On line- Vertriebs nutzt, ist der Internet-Brillenhändler Mister Spex. Eigentlich sind Brillen denkbar ungeeignet für den Online-Vertrieb, doch Gründer Dirk Graber beweist das Gegenteil. Er setzte im letzten Jahr rund 26 Millionen Euro um. Der Vorteil im Online- Geschäft: Eine riesige Auswahl, wie sie kein normaler Optiker anbieten kann. Mister Spex hat mehr als verschiedene Brillenmodelle zur Auswahl und Brillen auf Lager. Aber wie löst er das Problem mit dem Sehtest? Mister Spex baut ein Netz von selbstständigen Partner-Optikern auf, die eine Umsatzbeteiligung und eine fixe Gebühr von 15 Euro pro Sehtest erhalten. In 80 der 100 größten deutschen Städte konnte Mister Spex bereits Partner gewinnen, die Abdeckung soll weiter erhöht werden. Die spezifischen Vorteile von Vertriebsformen und Medien setzt der inzwischen marktführende Anbieter von Fotokunst, LUMAS, ein. Als reine Online-Galerie von Dirk Graber, Gründer des Internet-Brillenhändlers Mister Spex, hat ein Netz von über 300 Partneroptikern in ganz Deutschland aufgebaut. Stefanie Harig und Marc Ullrich gegründet, wurden in den folgenden Jahren allein in Deutschland 15 Shops in bester City-Lage aufgebaut. Hier finden auch Veranstaltungen statt und hier können Interessenten die Bilder auch in Originalgröße sehen. Nicht zu vergessen: Die Print-Kataloge von LUMAS, die als Beilage in Zeitschriften Millionen erreichen, haben unter Kunstinteressenten fast Kultcharakter. Die Verbindung der beiden Vertriebswelten Online und Offline ist die entscheidende Aufgabe der nächsten Jahre. Die beiden Vertriebskanäle dürfen nicht unverbunden nebeneinander herlaufen. Es müssen Lösungen gefunden werden, mit denen die spezifischen Vorteile beider Welten ausgespielt werden können. Für stationäre Reisebüro heißt das: in Beratung investieren sich auf spezielle Zielgruppen einstellen Wohlfühl-Atmosphäre schaffen. Durch den neuen Blick der erfolgreichen Onliner auf den stationären Vertrieb wird deutlich, dass in den Citys spezielle Chancen liegen. Frische Konzepte kommen oft von außen. Es lohnt sich wie immer, über die eigenen Branchengrenzen hinaus zu schauen. Wilfried Kropp Die Online-Galerie LUMAS, 2003 gegründet von Stefanie Harig und Marc Ullrich, betreibt inzwischen auch 22 Galerien zwischen London, New York und Berlin. 3 Juni 13 Update

4 strategie Klassik-Reisebüros Old School, aber erfolgreich Manchmal sind es die kleinen Dinge, auf die es ankommt, wenn ein Reisebüro bei Kunden Vertrauen bilden will. Für Wibke Bachor, temperamentvolle Chefin von 340 Reiseland -Filialen, war es das Markenzeichen von Apple, der angebissene Apfel, auf der Rückseite der PC-Bildschirme. Die Botschaft hieß ganz einfach: Wir sind auf der Höhe der Zeit. Der Apfel sagt alles. Dass die Amadeus-Anwendungen und die klassischen Business-Anwendungen auch auf Apple-Computern problemlos laufen, war nur ein angenehmer Nebeneffekt. Die Beobachtung von Wibke Bachor rührt an ein Grundproblem der gegenwärtigen Reisebüro- Positionierung: Reisebüros können durchaus erfolgreich sein und hochwertige Reisen verkaufen, wenn sie von den Kunden als Partner akzeptiert werden. Das ist nicht nur eine fachliche Herausforderung, sondern auch eine stilistische: Reisebüros müssen mit der Einrichtung wie auch mit dem Auftreten der Mitarbeiter auf Augenhöhe mit den Kunden sein. Reiseland in der Hamburger City In der Hamburger City hat Bachor ein Reisebüro gestaltet, in dem sich auch anspruchsvolle Kunden wohlfühlen können. Die Wohlfühlatmosphäre wird primär erzeugt durch Farben und Materialien: Im Reisebüro werden bewusst warme Gestaltungselemente wie Boden, Wand, Sessel, Leuchten kombiniert mit technischen, eher kühlen Elementen wie etwa Schreibtisch-Platten in Form eines Flug - zeugflügels und Scheinwerfern für die Tisch - beleuchtung. Dieser Kontrast macht den be - son deren Reiz der neuen Reiseland-Filiale aus. Mit witzigen Einrichtungsideen gelingt es Bachor, das Reisebüro unverwechselbar zu machen. Eine Beratungsecke ist beispielsweise als Flugzeug-Kabine mit Original- Lufthansa-Sesseln gestaltet. Diese Ecke wird Private Jet genannt und wird zur Beratung vor allem von Familien mit Kindern reserviert. Doch mit einem neuen Einrichtungskonzept allein gewinnt ein Reisebüro nur wenige neue Kunden. Wibke Bachor ist Marketing- Profi und weiß, dass viele Elemente zusammenspielen müssen, um den Verkaufserfolg zu bringen. Ein Beispiel unter vielen: Wir müssen die Kontaktpunkte zu den Kunden auf etwa fünf pro Jahr erhöhen. Dazu müssen die Mitarbeiter von administrativen Dingen entlastet werden. Aktives Telefonmarketing spielt eine große Rolle. Für das Beratungstool Pax Connect war Reiseland Pilotkunde. Verkaufstraining wird mit einem externen Consulter ganzjährig durchgeführt. Und das Ergebnis? Wibke Bachor lächelt selbstbewusst: Reiseland ist sicher die rentabelste Reisebüro-Kette in Deutschland. Dass die Branche mitten in einer Phase der Marktbereinigung steht, macht ihr keine Angst. Im Gegenteil: Wir müssen doch froh sein, wenn die Schrabbel-Reisebüros verschwinden. Die ziehen doch nur unser Image runter. (Anmerkung: schrabbelig ist ein typisch Hamburger Ausdruck, der für unordentlich, schmuddelig steht.) Reiseland gehört zur Otto Freizeit und Touristik GmbH, die rund 700 Millionen Euro umsetzt. Am Unternehmen ist die Raiffeisen Touristik Group (Altötting) beteiligt. Beratungsinsel im Hamburger Reiseland, eingerichtet mit Original Lufthansa-Sesseln. Im Private Jet fühlen sich vor allem Familien mit Kindern wohl. 4 Juni 13

5 strategie Die Teilnehmer an der Informationsreise nach Hamburg (von rechts stehend): Maximilian Schlögl, Harald Pree, Franz Pech, Ernst Gottscholy, Johann Jöbstl und Wilfried Kropp. Sitzend: Martin Stacherl, Robert Chlebec und Markus Bürger. Das neue Reiseland-Büro in der Hamburger Innenstadt war eine Station bei einer Informationsreise für österreichische Reisebüro-Chefs, bei der Hamburger Reisebüros besucht wurden. Organisiert wurde die Reise von Amadeus Austria. Hamburg ist eine der wohlhabendsten Regionen in der EU und in Deutschland, bekannt für seine große Zahl von klassischen Reisebüros. Nicht geplant, aber eingetreten: Alle be - suchten Reisebüros sind Old School : Sie arbeiten vorwiegend stationär, die Online- Aktivitäten laufen eher nebenher aber alle sind auf ihre Weise erfolgreich. Trotz aller Unterschiede einzelne Elemente der Unternehmenskonzepte kommen immer wieder vor: extreme Betonung der Mitarbeiter-Qualifikation, Beschäftigung auch von erfahrenen, älteren Mitarbeitern, permanente Ausund Weiterbildung Entwicklung von neuen Geschäftsfeldern, Ausbau von Nischen-Aktivitäten, eigenen Veranstalter-Aktivitäten Konzentration auf höherwertige (und höher preisige) Angebote Hochwertige und/oder coole Einrichtungen, die aber auf jeden Fall stylish wirken. Hier ein paar Notizen zu einzelnen Unternehmen, die sich präsentiert haben. Globetrotter Pinneberg/Hamburg Globetrotter betreibt zwölf Reisebüros und beschäftigt mit den anderen Unternehmensbereichen rund 160 Mitarbeiter. Ausgelöst durch eine Krise im Jahr 2001 wurde eine Strategie entwickelt, mit der sich das Unternehmen breiter und damit risiko-resistenter aufstellen kann. Stärkster Bereich sind heute die Werksführungen; allein im Airbus-Werk in Finkenwerder/Hamburg be - treut Globetrotter rund Gäste jährlich. Klein, aber fein sind Motorrad-Reisen durch Osteuropa und Outdoor-Touren für spezielle Kundengruppen. Kreuzfahrten wer - den unter einer eigenen Marke angeboten. Im Firmengeschäft besteht eine Zusammenarbeit mit Lufthansa City Center. Die Beteiligung der Mitarbeiter an der Unternehmens-Entwicklung hat einen hohen Stellenwert bei Globetrotter. Dabei werden auch die Auszubildenden einbezogen. Projekte in der nahen Zukunft sind die Vernetzung des vorhandenen Expertenwissens in den Reisebüros und die Zusammenarbeit mit einem befreundeten Zeitungsverlag. Geschäftsführer sind Christian von Schröder und Heinz Goy, der Bereich Eigenveranstaltung wird von Karsten Abe verantwortet, für Personalentwicklung ist Gudrun Bevernitz zuständig. BTO24 Hamburg Der Business-Travel-Spezialist setzt rund 27 Millionen Euro um und arbeitet anders als in den ersten Jahren nach der Gründung mit einem klassischen Geschäftsmodell: Persönliche Betreuung plus Online-Service mit Amadeus e-travel Manager und einem differenzierten Gebührenmodell. Das war einmal anders: BTO24 hat sich vor der 9/11-Krise aggressiv vermarktet und auf Service-Gebühren verzichtet. Nach wirtschaftlichen Turbulenzen und mehrfachem Eigentümer-Wechsel ist das Reisebüro in die Normalspur gewechselt und wächst trotzdem Tickets werden in diesem Jahr online gebucht. Der Gründer und jetzige Consultant Stephan Kowalski nimmt an, dass die Online- Sättigung bei einem Anteil von etwa 40 Prozent eintritt. Seine derzeitige Aufgabe besteht darin, für das Reisebüro nach Service-Nischen zu suchen, die nicht von Provisionen der Airlines oder Transaktionsgebühren abhängig sind: Wir müssen die richtige Spezialisierung finden, uns darauf fokussieren und uns dann die Marktführerschaft in dieser Nische erkämpfen. BTO24 gehört heute mehrheitlich der AER- Ticket-Gruppe in Berlin. 5 Juni 13 Update

6 strategie Cruise Lounge Sonnenreisen ist eine klassische Reisebüro-Kette mit acht Filialen im Großraum Hamburg, die es seit 26 Jahren gibt. Mitinhaber und Geschäftsführer Thomas Reiche hat 2012 in eine Innovation investiert: Ein auf Kreuzfahrten spezialisiertes Reisebüro in unmittelbarer Hafennähe. Neben der Spezialisierung zeichnet noch eine weitere Besonderheit das Reisebüro aus: Die Cruise Lounge ist gleichzeitig auch Café und Bar. Thomas Reiche: Wir wollten einen Treffpunkt in Hafennähe bauen, um die Kunden häufiger zu sehen, als das in einem normalen Reisebüro der Fall ist. Deshalb gibt es auch häufig Info-Veranstaltungen im Reisebüro, zu denen als Gesprächspartner auch Mitarbeiter der Kreuzfahrt-Reedereien kommen. Reiche hofft, dass Lounge plus Info-Angebote mittelfristig neue Kunden anziehen werden. Der Kreuzfahrt-Anteil am Reisebüro- Geschäft liegt derzeit bei 80 Prozent; schwerpunktmäßig wird AIDA verkauft. Hamburg Süd Reiseagentur Die zur Oetker-Gruppe gehörende Reiseagentur ist mit über 60 Millionen Euro Umsatz und 65 Mitarbeitern ein Schwergewicht im Business Travel und nutzt seit dem Jahr 2000 die Verbundvorteile der Lufthansa City Center. Der Online-Anteil liegt heute schon bei 30 Prozent und wird vom Unternehmen, wie Geschäftsführer Klaus Schneider erläutert, massiv vorangetrieben. Das Unternehmen Hamburg Süd selbst ist eine der größten Reedereien der Welt und das Reisebüro nutzt geschickt die Nähe zur Mutter : Die Reiseagentur ist eine der weltweit größten Anbieter von Frachtschiffreisen. Auf rund 350 Frachtschiffen von 50 Reedereien werden Reisen angeboten. Daneben gilt das Reisebüro in Norddeutschland als kompetenter Kreuzfahrt-Spezialist. Intern ist die Hamburg Süd Reiseagentur allen Innovationen gegenüber aufgeschlossen: Im Back-Office-Bereich wurde eine komplett papierlose Archivierung mit dem IT-Provider RBS (Leiter: Ingo Brandes) realisiert. Im volumenstarken Business-Travel wurde mit einer Ticketstraße die Produktivität deutlich erhöht. IT-Leiter ist Cord Goedecke. Hapag Lloyd Kreuzfahrten ist nicht nur Vermarktungsgesellschaft von vier Kreuzfahrt-Schiffen und einem Kreuzflug-Jet, sondern organisiert fast wie ein normales Reisebüro die An-und Abreise der Kreuzfahrt-Gäste. Das ist das Komplizierteste, sagt Vertriebs-Chefin Tina Kirfel. Grund dafür sind nicht nur die vielen Sonderwünsche der Gäste, sondern auch das Yield-Management der Airlines. Die hohe Komplexität ist auch eine der Ursachen, dass Hapag-Lloyd- Kreuzfahrten nicht online über Amadeus- TOMA buchbar sind. Zumindest ein Teilprojekt in Richtung Online sollte bald realisiert werden: Die Suche nach unseren Angeboten sollte online möglich sein, so Tina Kirfel. Sechs Momentaufnahmen, sechs unterschiedlich erfolgreiche Reiseunternehmen, sechs innovative Konzepte: Was ist der gemeinsame Nenner? Ein persönliches Resümee: Alle besuchten Reiseunternehmen sind Old School: Etabliert, traditionell, die meis ten mit einem Schwerpunkt im stationären Vertrieb. Aber: Ausnahmslos alle sind innovativ, passen sich aktiv an neue Herausforde rungen an, entwickeln neue Geschäftsfelder und schauen optimistisch in die Zukunft. Wilfried Kropp Reiseland-Chefin Wibke Bachor, links im Bild Markus Bürger von sabtours. Wohlfühl-Atmosphäre in der Reiseland-Filiale Hamburg City. 6 Juni 13 Update

7 strategie Hamburg Süd Reiseagentur: Blick in das Kreuzfahrt-Center. Ernst Gottscholy (Pipal) und Johann Jöbstl (jetzturlaub.at) in der Cruise Lounge. Martin Stacherl (7SC Seven Seas) im Gespräch mit Stephan Kowalski (rechts), dem Gründer von BTO24. 7 Juni 13 Update

8 online-marketing Verdienen ohne Buchung Online-Marketing mit travel audience macht s möglich Viele Reisende informieren sich, suchen und buchen heute online. Die Reisebüros antworten darauf mit einer Fülle von Online-Angeboten. Doch oft bucht der Kunde eben doch nicht oder bei einem anderen Anbieter. Seit einiger Zeit gibt es ein Unternehmen, das genau hier ansetzt. Es scheint unglaublich, ist aber höchst erfolgreich: Das Onlinemarketing-Netzwerk travel audience bietet Reisebüros die Chance, mit Kunden Geld zu verdienen, die sich online über Angebote informieren aber nicht buchen. Und es sorgt für die Platzierung von Angeboten im bestmöglichen Umfeld, abgestimmt auf Kundeninteressen, und erhöht so die Buchungswahrscheinlichkeit. Travel audience schafft das mit Performance-Marketing, das speziell auf die Reisebranche zugeschnitten ist. Wie das funktioniert? Das Konzept ist einfach, aber genial. Christoph Berg, Head of Publisher Network Sales bei travel audience, erklärt es so: Wir stellen Reiseangebote, seien es Reisen, Flüge oder reisenahe Produkte auf reiserelevanten Umfeldern dar. Dazu hat travel audience ein Netzwerk aus Werbung ausliefernden Portalen (Publisher) und Werbung schaltenden Kunden (Advertiser). Die Grundannahme dahinter: Wer nicht gleich bucht, bucht gar nicht außer man liefert passende Alternativen. Alternativangebote sind der Clou Konkret kann man sich das folgendermaßen vorstellen: Findet ein Kunde bei der Suche nach seiner Reise auf der ersten Ergebnisseite kein Angebot, das er auch bucht, ist er für diesen Anbieter verloren. Soll heißen, auf weiteren Ergebnisseiten wird er mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht buchen. Viel eher führt ihn sein Weg zurück zur Suchmaschine und einer komplett neuen Suche. Und genau an diesem Punkt sorgt travel audience dafür, dass es anders läuft. Der Clou an der Sache: Am Ende der ersten Seite der Suchergebnisse eines Anbieters bekommt der User Alternativen zu seiner Suchanfrage geboten. Hat er nach Mallorca- Angeboten gesucht, findet er alternative Mallorca-Angebote. Diese stammen von anderen Anbietern, also wenn sich der Kunde z.b. auf der Opodo-Seite befindet, könnten die Alternativen von Trivago sein oder von Weg.de. Opodo verdient dann als Publisher für den Klick auf das Alternativangebot. Trivago hat als Advertiser sein (Mallorca-)Angebot gezielt bei einem potenziellen Kunden für eine (Mallorca-) Reise platziert. Alle profitieren: der Publisher verdient mittels Kundenklick Geld, auch wenn er keine eigene Reise verkauft. Der verlorene Kunde wird also doch noch monetarisiert. Der Advertiser platziert sein Angebot zielgruppengerecht, steigert damit die Buchungswahrscheinlichkeit und zahlt dafür einen geringen Obolus an den Publisher und an travel audience. Der Kunde erspart sich die neuerliche Suche. Erfolgreichster Anbieter auf dem Markt Keine andere Marketing-Plattform ist so erfolgreich im Bereich Reisen. Das Geheimnis, weshalb selbst Google & Co da nicht mit können, liegt darin, dass travel audience es schafft, Reiseangebote nur auf Seiten zu zeigen, auf denen buchungswillige User unterwegs sind. Die einen streben als Advertiser mehr Buchungen an, andere mehr Abonnenten ihres Newsletters oder Services (z.b. Travelzoo). Die Publisher sind interessiert daran, mit ihrer Seite Umsätze zu generieren. Wir sorgen dafür, dass der Advertiser seine Ziele bestmöglich erreicht. Und der Publisher verdient mit jedem Klick, so Christoph Berg. Jedes Reisebüro kann teilnehmen. Die Daten kommen direkt von TravelTainment. Integrationsmöglichkeiten gibt es dynamisch für alle, die eine TravelTainment-IBE haben. Mittels User-Suchkriterien eruiert der Computer, welches Angebot aus der TravelTainment-Datenbank passt. Reisebüros, die keine IBE haben, können statisch integriert werden. Es gibt weder Programmieraufwand noch Setup-Gebühr. Abgerechnet wird nach Klicks, für die die Advertiser bezahlen. Publisher und travel audience teilen sich die Einnahmen nach dem Shared Revenue Modell. Travel audience ist extrem erfolgreich damit. Seit Beginn der Unternehmenstätigkeit Ende 2011 konnte der Kölner Onlinemarketing-Profi die Anzahl der werbeschaltenden Kunden und die Zahl der Werbung ausliefernder Portale mehr als verzehnfachen. Nach einem Blick in die Zukunft gefragt, meint Christoph Berg: Würden alle, die TravelTainment bzw. Amadeus nutzen, auch mit travel audience zusammenarbeiten, bliebe alles Geld, das mittels Klicks lukriert wird, in dieser Familie. Immerhin wechselt ein Kunde, bis er online bucht, bis zu 8-mal zurück auf eine Suchmaschine und generiert damit nach Klick auf Suchmaschinen-Werbung einen Umsatz von dem Reisebüros sich einen Teil holen könnten. Travel audience ist eine Performance Marketing Plattform, die Reiseangebote und Reiseumfelder perfekt aufeinander abstimmt, und sich an Online-Reisebüros, Reiseveranstalter, Hotelanbieter, Flugsuchmaschinen richtet, kurz: an Anbieter von Reiseprodukten aller Art. Das Unternehmen wurde vor knapp zwei Jahren als Teil eines Joint Ventures mit der Amadeus Tochtergesellschaft TravelTainment gegründet. Seit kurzem ist travel audience ein Amadeus-Unternehmen. Johanna Jakob 8 Juni 13 Christoph Berg

9 Business Travel Meeting Place Finder Geld sparen bei internationalen Meetings International aufgestellte Firmen organisieren Meetings und Konferenzen, zu denen Teilnehmer aus mehreren Ländern zusammenkommen. Den kostengünstigsten Meeting-Ort zu finden, hängt erst in zweiter Linie von den Hotel-Kosten ab. Es sind die Kosten der Flugtickets, die letztlich entscheidend sind. Wenn nun Travel Manager oder Reisebüro-Mitarbeiter versuchen, die gesamten Flugkosten aller Teilnehmer aus unterschiedlichen Städten für mehrere mögliche Zielorte zu ermitteln, benötigen sie dafür viele Stunden. Amadeus hat jetzt eine elegante Lösung für diese Aufgabe: Den Amadeus Meeting Place Finder. Damit können bis zu 30 Abflugorte und bis zu fünf alternative Veranstaltungsorte für die Preisermittlung erfasst werden. Das Ergebnis einer komplexen Abfrage liegt in wenigen Sekunden vor. Der günstigste Veranstaltungsort wird mit einem Best Price-Indikator versehen; die für alle Veranstaltungsorte angezeigten Cost Savings beziehen sich auf die prozentuale Ersparnis gegenüber dem teuersten Veranstaltungsort. Die angezeigten Resultate können gespeichert und im PDF-Format exportiert werden. CHECKMYTRIP Premium Neue App für Reisebüro-Kunden CHECKMYTRIP Premium ist eine App, die Amadeus für Reisebüros entwickelt hat, die wiederum die App ihren Kunden anbieten können. Sie enthält die Daten von gebuchten Linienflügen, Hotels und Mietwagen, ergänzt sie aber mit weiteren nützlichen Funktionen: Check-In mit Bordkarte im QR-Format Push-Benachrichtungen im Fall von Änderungen Kartenfunktionen für den Zielort Möglichkeit, Autofahrten manuell einzugeben Status-Anzeige für Bahnverbindungen (Deutsche Bahn). TravelTainment Amadeus Offers löst ein Problem Vakanzgeprüfte Alternativangebote und schnelle Buchung über PNR Was die Account-Manager der Business-Travel-Reisebüros mit ihren Kunden ausmachen, führt im operativen Geschäft häufig zu einem Aufstöhnen. Beliebte Praxis ist zum Beispiel die Vereinbarung, dass für Flüge ab einem bestimmten Preis-Niveau immer auch Alternativ-Angebote übermittelt werden sollen. Der manuelle Aufwand dafür ist hoch. Und falls Reisebüro-Mitarbeiter zur Sicherung des Alternativ- Angebots auch noch Doppelbuchungen vornehmen, ist das Risiko groß, von der Fluggesellschaft ein ADM zu erhalten. Amadeus hat mit dem neuen Produkt Amadeus Offers eine elegante Lösung geschaffen. Offers ist zwar kostenpflichtig, spart aber eine Menge Arbeitszeit. Die Angebote, die Reisebüro-Mitarbeiter mit der neuen Funktion verschicken, sind zum Zeitpunkt der Erstellung bereits vakanzgeprüft. Kunden erhalten die Angebote per in einem übersichtlichen Standardformat. Die Angebote sind in einem PNR enthalten. Entscheidet sich der Kunde für ein Angebot, wird der PNR aufgerufen, das Angebot aktualisiert und schnell gebucht. Eine wichtige Ergänzung zu Amadeus Offers stellen die Mini-Rules dar: Die Mini-Rules bieten eine klare und übersichtliche Darstellung der Tarifkonditionen: Vorausbuchungsfrist, Min./Max. Aufenthalt, Umbuchung, Umschreibung und Storno alles in deutscher Sprache. Das aufwändige manuelle Überprüfen der Tarifinformationen ist nicht mehr erforderlich. Auch für die Airlines hat Offers einen angenehmen Nebeneffekt: Amadeus Offers blockieren keine Plätze durch Doppelbuchungen. Die nächste Ausbaustufe: die Einbeziehung von Hotels in Offers. Persönliche TripPage und Live-Beratung Die Amadeus-Tochtergesellschaft TravelTainment stellt zwei neue Produkte vor, mit denen die persönliche Beratung im Reisebüro mit innovativen Internet-Services verknüpft wird. Beide Produkte sind Teil des Beratungs - systems BistroPortal. Die TripPage ist eine persönliche Website, die das Reisebüro automatisch für einen Kunden nach der Buchung erstellen kann. Die Website enthält alle Informationen zum Hotel, zur Destination und zum Flughafen, sowie nützliche Reise- Checklisten. Auf seiner persönlichen Website kann der Kunde nach der Rückkehr auch seine Bewertung abgeben. Bei der Live-Beratung unterhalten sich Reisebüro-Mitarbeiter und Kunde am Telefon über Angebote, die in die engere Wahl kommen. Diese Angebote stellt der Reiseberater auf eine persönliche Website, die der Kunde während des Gesprächs aufruft. Er sieht damit alle Reisedetails, selbstverständlich auch Verfügbarkeit und Preise, kann sich Alternativen vorstellen lassen. Die Website bleibt auch nach dem Telefongespräch erhalten. Der Kunde kann später ganz entspannt mit Familie oder Freunden die Angebote am PC oder am Tablet vergleichen. 9 Juni 13 Update

10 Travel technology Kurz gemeldet Weniger Reisebüros Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands ist im letzten Jahr die Zahl der stationären Reisebüros auf gesunken. Das sind Reisebüros weniger als im Jahr Die Reisebüro-Dichte beträgt 11,3 Reisebüros auf Einwohner. In Österreich liegt dieser Wert nach Amadeus-Angaben bei 14 pro Einwohnern. Kuoni reduziert Kosten Das klassische Tour Operating verliert beim Schweizer Reisekonzern rapide an Bedeutung. Die verlustbringenden Veranstalter-Töchter in Italien und Frankreich wurden verkauft. Beim Veranstalter Kuoni Schweiz stehen Kostenreduktionen in der Produktion an. Travel Manager gegen Gepäckgebühren In einer Blitzumfrage der abta sprachen sich 68 Prozent der befragten Travel Manager in Unternehmen gegen die Einführung von Gepäckgebühren aus, wie sie beispielsweise von Air France und KLM geplant waren. Marktanteile Österreich Neue Suchtechniken von TravelTainment Self Learning Cache spart IT-Kosten Im April fand der fvw Travel Technology Day in Köln statt, ein Forum für IT-Profis in der Touristik. Hier präsentierte Travel- Tainment-Geschäftsführer Oliver Rengelshausen das neue TravelTainment-Konzept TT-SmartConnect. Neben dem bisherigen zentralen Cache wird derzeit an einem intelligenten Konzept für Live-Anfragen an die Veranstaltersysteme und einem so genannten Self Learning Cache ge - arbeitet. Bei aktuell bereits mehr als 30 Mrd. Daten macht es Sinn, nicht alle Reisen in einem Cache vorzuhalten, sondern nur das relevante Angebot, erklärte Rengelshausen. Da Veranstalter ihr gesamtes Sortiment im Vertrieb platzieren möchten, werde ein paral leles System zusätzlich zum zentralen Cache eingerichtet. Seltene Anfragen laufen dann direkt an den Veranstalter und die Antworten gehen in den Self Learning Cache. Bei einer erneuten Anfrage ist das Angebot sofort präsent daher der Name Self Learning. Damit soll zukünftig der zentrale Cache mit den Inhouse-Reservierungssystemen der Veranstalter verknüpft werden. Ein zentraler Vorteil für die Veranstalter ist: Sie sparen IT-Kosten, da sie nur noch die ausgefalleneren Anfragen direkt beantworten müssen. IATA will neue Darstellung der Airline-Angebote Onlineportale wachsen Jene Online-Portale, auf denen Österreicher Urlaubsreisen buchen, haben auch 2012 wieder zugelegt. Allerdings: Das Wachstumstempo, das in den vergangenen Jahren zwischen 20 und 30 Prozent lag, hat sich auf knapp 11 Prozent vermindert. Da das Buchungsvolumen der stationären Reisebüros dagegen im letzten Jahr um rund 6 Prozent zurückgegangen und auch in den ersten Monaten 2013 rückläufig ist, konnten die Onliner als Gruppe weiter Marktanteile gewinnen. Insgesamt haben nach der neuen Analyse von Amadeus Austria Österreicher ihre Veranstalter-Reise online gebucht. Im Vorjahr waren es rund Der Online-Umsatz mit Veranstalter- Reisen betrug nach Amadeus-Angaben im letzten Jahr 160 Millionen Euro. Das sind knapp 20 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Der Airline-Verband IATA hat eine Initiative gestartet, die nach ihrer Umsetzung die Darstellung der Airline-Angebote radikal verändern wird. Der Arbeitstitel heißt New Distribution Capability (NDC). Vereinfacht gesagt soll ein neuer Industrie- Standard in Reisebüros und bei Firmen eingeführt werden, der es den Fluggesellschaften ermöglicht, ihre Angebote präziser und umfassender darzustellen und vor allem die Angebote zu personalisieren. Was auf den Airline-Websites möglich ist, soll auch im Profi-Bereich möglich werden. Die IATA hat zahlreiche Beteiligte zur Mitarbeit an dem Projekt aufgerufen: Verbände, IT-Unternehmen, darunter auch Amadeus, Online- und Offline-Reisebüros und die Aufsichtsbehörden in der EU und den Vereinigten Staaten. Die größte Umstellung soll durch die Personalisierung eintreten. Das was heute und durchaus erfolgreich Internet-Portale praktizieren, nämlich Angebote aufgrund eines Kundenprofils zu empfehlen, streben auch die Airlines an. Heute ist die Suche nach Flugangeboten weitgehend preisorientiert oder nach Abflugzeit sortiert. Die Airlines weisen aber darauf hin, dass sie viele wertvolle Zusatzleistungen anbieten und auch mehr Informationen auf ihren Websites darstellen können. Aber sie beklagen, dass diese Informationen weder auf den Bildschirmen der Reisebüros noch auf den Seiten der Online-Portale vollständig zu sehen sind. Der neue Standard soll sicherstellen, dass Kunden erweiterte Angebote sehen, die auf ihren bisherigen Buchungen oder anderen Profil-Informationen basieren. Amazon & Co haben diese Praxis zur Perfektion gebracht; die Airlines wollen von diesen Erfahrungen profitieren. Branchen-Experten wie Hannes Schwarz, Chef von FCm Österreich und Vorsitzender des ÖRV-Flugausschusses, sieht die Initiative vor allem im Geschäftsreisebereich kritisch: Damit könnte die Travel Policy der Unternehmen ausgehebelt werden. 10 Juni 13 Update

11 corporate culture Das neue Zauberwort Eine alte Tugend gewinnt an Bedeutung Wer bisher mit dem Begriff Compliance nichts anfangen konnte, für den hat Dr. Martin Walter eine schlichte, aber zutreffende Übersetzung parat: Sich anständig verhalten. Ausgelöst durch Fehlverhalten von Managern wurde Walter als Director Group Compliance der Telekom Austria berufen. Er erläuterte die Aufgabe seines Teams bei einer Business Travel Lounge der abta. Sein Kollege Mag. Rudolf Schwab stellte die Zusammenhänge mit dem Travel Management dar. Es geht um mehr als Kalender, Kugelschreiber und Klumpert In der Öffentlichkeit wird das Thema Compliance häufig verkürzt auf Geschenkannahmen und Einladungen. Gerade die Aufarbeitung des aktuellen Telekom-Skandals zeigt aber ein breiteres Themenspektrum: Hier ging es um Auftragsvergaben, Beraterverträge, Immobiliengeschäfte, Wertpapiertransaktionen. Es gehe auch nicht allein darum, neue Regeln aufzustellen, stellt Walter klar, denn für einige dieser Fälle gab es bereits Richtlinien. Nur: Manager haben sich nicht daran gehalten. Deshalb sind als grobe Richtschnur die umgangssprachlichen Formulierungen wie sich anständig verhalten oder das gehört sich einfach nicht trotz ihrer Schlichtheit aussagekräftiger als komplizierte Regeln, die doch nie alle denkbaren Fälle abbilden können. Walter appellierte an die Unternehmen, nicht allein das Ergebnis zu bewerten, sondern auch den right way zu beachten: Im Zweifelsfall verzichten wir auf ein Geschäft. In die Unternehmenswerte der Telekom wurde jetzt auch der Begriff der persönlichen Integrität aufgenommen. Integrität werde heute bereits bei Einstellungen und Beförderungen berücksichtigt. Rudolf Schwab zeigte am Beispiel Einladungen auf, dass von der neuen Compliance-Kultur auch der Geschäftsreisebereich betroffen ist: Keine Einladungen, wenn Vertragsverhandlungen laufen, keine Einladungen an Amtsträger zu Veranstaltungen ohne geschäftlichen Charakter. Es soll immer die Unabhängigkeit der Entscheidungsfindung gewährleistet sein. Praktisch wird das bei Dr. Martin Walter, Telekom Austria der Telekom so umgesetzt, dass die Reiseund Übernachtungskosten vom Eingeladenen selbst zu tragen sind. Ausnahmen, die für Travel Manager selbst relevant sind, beziehen sich beispielsweise auf Airlines und Hotels, die ihre Produkte nur durch Einladungen präsentieren können. WK Neues Mid-Office-System bei ALDA: Umbrella.net Im Juli 2012 fällt die Entscheidung, das mittlerweile in die Jahre gekommene Mid- Office-Programm beim Wiener Business- Travel-Reisebüro ALDA durch ein neues zeitgemäßes Produkt zu ersetzen. Ein Anforderungskatalog wird erstellt, um entsprechend den Markt zu sondieren. Die Schwerpunkte sind relativ rasch definiert, die Schnittstelle zum Rechnungswesen ergibt sich automatisch, ebenso jene zu den Kreditkarten-Unternehmen AirPlus und Amex. Ein langfristiger Support sowie eine kontinuierliche Weiterentwicklung sollten unbedingt gewährleistet sein. Nach vielen informativen Präsentationen und ebenso vielen Angeboten bleiben nur noch zwei Anbieter im Rennen. ALDA-Geschäftsführer Thomas Holasek entscheidet zügig: Kompetenz und Flexibilität von Umbrella.net in Verbindung mit einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis haben mir die Entscheidung letztendlich sehr einfach gemacht. Und ein weiterer, nicht unwesentlicher Aspekt sei die enge Zusammenarbeit von Umbrella mit Amadeus Austria. Umbrella ist ein Software-Unternehmen mit Sitz in der Schweiz, das in Österreich bereits mit zahlreichen Reisebüros zusammenarbeitet. ALDA befindet sich in der Testphase 1 und Holasek sagt: Ich kann nur Positives über die noch junge Zusammenarbeit berichten. Die lösungsorientierte Denkweise der gesamten Mannschaft von Umbrella.net stimmt mich zuversichtlich in Hinblick auf Thomas Holasek, ALDA die Probleme, welche generell bei einer Systemumstellung auftreten. Ich fühle mich in meiner Entscheidung für dieses Produkt absolut bestätigt und freue mich schon auf die Arbeitserleichterung, wenn wir dann mit 1. Oktober 2013,live gehen. 11 Juni 13 Update

12 Business lunch mit Walter Krahl Zurück zu den Wur Das Thermometer zeigt fast 30 Grad an. Die Bäume unterhalb des Schlosses stehen in voller Blüte. Das Restaurant Rauch-Hof bietet den ersten Spargel vom eigenen Acker an. Wir sitzen nicht weit vom Schloss Stainz entfernt, mitten im Schilcherland, eine halbe Stunde südwestlich von Graz. Walter Krahl, Vertriebsleiter und Chef von über 100 ruefa Reisebüros, setzt sich lächelnd und entspannt an den Tisch im Garten. Der Wirt begrüßt ihn mit Handschlag. Nicht weit vom Rauch-Hof besitzt Krahl ein noch unbebautes Grundstück; viele Familienfeiern fanden im Rauch-Hof statt und manche Mountainbike-Touren endeten dort. Krahl ist ein sportlicher Typ, und obwohl er seit Ewigkeiten in der Branche arbeitet, hat er sich den sportlichen Ehrgeiz auch im Beruf erhalten. Die Kombination von Ehrgeiz, Ausdauer und Ruhe kommt dem Unternehmen zugute: Die Verschmelzung von Verkehrsbüro und ruefa war eine Herkulesaufgabe, die abgeschlossen ist. Der Ausbau neuer geschäftlicher Aktivitäten kam in den letzten Jahren hinzu; weiters die neue Fokussierung der Reisebüros, verbunden mit vielen internen Änderungen: Diese Aufgaben bewältigt kein Verwalter, hier braucht es einen Manager, der hellhörig und aufmerksam sein Umfeld beobachtet und mit langem Atem die neuen Strategien im Tagesgeschäft umsetzt. Pendler zwischen mehreren Welten Walter Krahl ist Grazer und hat sein Berufsleben weitgehend hier verbracht, zunächst im Reisebüro Kienreich, später bei der ruefa. Seit 35 Jahre arbeitet er für die ruefa aber alle fünf, sechs Jahre kam eine neue Aufgabe innerhalb des Unternehmens auf ihn zu: Ich brauche diese Herausforderung. Heute pendelt er zwischen Graz und Wien: Dienstag, Mittwoch und Donnerstag sind die Wien-Tage, Montag und Freitag arbeitet er am Hauptplatz in Graz: Das sind meine liebsten Tage: Hier kann ich in Ruhe konzeptionell arbeiten und habe doch die Berührung mit der Praxis im Reisebüro. Die ruefa-lounge im Erdgeschoss war vor fünf Jahren seine Erfindung durchaus 12 Juni 13 Update

13 business travel zeln mutig, sehr modern. Obwohl anfangs auch branchenintern kritisiert, war die neue ruefa im besten Sinn des Wortes stilbildend, denn in den folgenden Jahren sind in Österreich zahlreiche Reisebüros umgebaut worden, die Gestaltungselemente der ruefa- Lounge übernommen haben. Der Weg in die Zukunft führt die stationären Reisebüros zurück zu ihren Wurzeln Walter Krahl ist jetzt 57 Jahre alt und seit 1977 bei der ruefa beschäftigt. Die Familie lebt in Graz, die Abende in Wien verbringt er weitgehend mit geschäftlichen Aktivitäten. Krahl lacht: Dieser Split ist ideal für den Arbeitgeber. Ehefrau Sigrid und die beiden Kinder leben in Graz. Krahl ist ein Genussmensch, obwohl man das seiner Figur nicht ansieht: Er liebt gutes Essen das ist in der Steiermark nicht so selten und gestattet sich, wenn er sich rundum wohl fühlt, auch mal eine gute Zigarre. Angesichts des schleichenden Rückgangs der stationären Reisebüros wirkt Krahl erstaunlich optimistisch: Wir erleben keine Krise, aber einen dramatischen Wandel. Und darauf stellt er die große ruefa-organisation ein: Er nimmt an, dass mittelfristig die Kunden, die einfache Veranstalter-Reisen nachfragen, bei denen der Preis die entscheidende Rolle spielt, ins Internet abwandern werden. Dafür sorge schon der eine oder andere Veranstalter mit Marketing- Aktionen. Aber: Anspruchsvolle Kunden fragten häufiger individuell zusammengestellte Reisen nach. Die durchschnittlichen Reisepreise steigen bei der ruefa deutlich. Die Umsatzentwicklung sei erfreulich. Krahl: Wir können mit dem Internet gut leben. Wir haben Chancen. Eigentlich, so Krahl, entwickeln sich die stationären Reisebüros zurück zu den Wurzeln. Mit individuell zusammengestellten Reisen, basierend auf der Fachkenntnis des persönlichen Beraters, habe die Branche begonnen. Und dorthin bewegen sich die Reisebüro wieder. Vor zehn Jahren galten Reisebüros als Auslaufmodell. Diese Sichtweise wandele sich gerade. Wenn wir unsere Mit-Arbeiter zu Mit- Unternehmern machen können, haben wir gute Chancen, sagt Krahl. Deshalb legt er extrem großen Wert auf die Ausbildung der Mitarbeiter. Unterstützt wird das Ausbildungskonzept durch ein Prämien-Modell, das 2013 in einigen Filialen getestet wird. Wir arbeiten an uns, sagt Krahl mit einem gewissen Understatement, wenn die Rede auf die vielen ruefa-projekte kommt. Mit dem deutschen Marktführer unter den Consolidator, AER Ticket (Berlin), hat Krahl ein Joint Venture gegründet. Schon 40 Prozent aller Flugbuchungen in den ruefa-filialen werden über das von AER Ticket bereitgestellte Tool gebucht. Besondere IATA-Kenntnisse brauchen die Mitarbeiter nicht zu haben. Die Tickets werden automatisiert über eine Robotic-Lösung produziert. Das anspruchsvolle Ziel: 70 Prozent. Diesen hohen Automatisierungsgrad weist keine andere österreichische Reisebüro-Kette auf. Schwerpunkt bleibt bei ruefa die Mitarbeiter-Ausbildung Wie sehen die nächsten fünf Jahre aus? Mit dem Filialnetz ist Krahl zufrieden, da werde sich in absehbarer Zeit nicht viel tun. Schwerpunkt bleibt die Mitarbeiter-Ausbildung hier geht es vor allem darum, die Eigeninitiative, das unternehmerische Denken zu fördern. Der Anteil der klassischen Flugpauschalreise werde abnehmen; die Bedeutung der aktuell kalkulierten, individuellen und auch hochwertigen Reisen werde wachsen. Dadurch entwickelten sich die Reisebüros in Richtung Veranstalter. In diese Strategie passe auch der mehrheitliche Erwerb von Jumbo: Hier ist viel Knowhow vorhanden, das wir unternehmensweit noch besser nutzen wollen, sagt Krahl. ruefa die Nr. 1 in Österreich Im touristischen Vertrieb ist die Reisebüro-Kette mit 118 Betriebsstellen (2012) der Marktführer in Österreich. Der Umsatz beträgt rund 300 Millionen Euro. Das Wachstum des Reisebüro-Vertriebs betrug im vergangenen Jahr vier Prozent. Unter ruefa.at wird ein On line-portal betrieben, das mittlerweile zu den größten in Österreich zählt. Ruefa ist die einzige Reisebüro-Kette, die einen nennenswerten Betrag in Radio- und Online-Werbung investiert. Zur Branchenstruktur: Die Franchise-Systeme sind ein Auslaufmodell; hier wird es eine Bereinigung geben, weil eine Vertriebssteuerung bei eigentümergeführten Franchise-Partnern in der Realität nicht durchsetzbar ist. Kleinere Reisebüros werden es seiner Ansicht nach schwer haben; die verbleibenden Reisebüros werden nach Krahls Ansicht größer werden aber sie werden sich fokussieren und nicht mehr alles verkaufen. Tradition, Kultur, Kulinarik eine Gastwirtschaft der besonderen Art Unser Restaurant zu Mittag ist der Rauch- Hof, auf den ersten Blick ein normaler, guter Landgasthof. Doch der Rauch-Hof ist seit langer Zeit auch Treffpunkt von Schriftstellern und Künstlern. Eine ganze Fotogalerie zeigt Péter Esterházy, Felix Mitterer, Urs Widmer, Barbara Frischmuth, Günther Brus und den Grazer Lokal-Hero Reinhard B. Gruber. Offenbar hat der Schilcher seinen Teil zu äußerst lebhaften Diskussionen beigetragen. In der nahen Schlosskirche gastiert jedes Jahr der Dirigent Nikolaus Harnoncourt im Rahmen der Styriarte mit seinem eigenen Ensemble Concentus Musicus. Mit den Besitzern des Schlosses, der Familie Meran, sind die Harnoncourts weitläufig verwandt. An diesem Ort, geprägt von Tradition, Kultur, Kulinarik, inmitten einer paradiesischen Landschaft, ein Gespräch führen zu dürfen, das ist schon etwas ganz Besonderes. Wilfried Kropp 13 Juni 13 Update

14 xxxxxxx Doch das Rätsel löst sich: Leiterin des Travel Managements ist Romana Kneier, die Tür an Tür mit Martin Prater arbeitet. Ein Mann mit seiner Erfahrung, seinem Netzwerk ist auch ohne offizielle Funktion im Travel Management der Bank Gold wert vor allem bei Verhandlungen mit Leistungsträgern. Von seinem Schreibtisch kann Martin Prater auf den Stadtpark schauen, auch der Turm des Stephansdoms ist zu erkennen. Heute schaut Prater aber auch zurück auf seinen beruflichen Weg: 42 Jahre hat er im Banmenschen im fokus Martin Prater, Raiffeisen Bank International AG, Wien Der Netzwerker kenbereich verbracht, war zuletzt Abteilungsdirektor mit Prokura bei der Raiff eisen Bank International. Mit dem Travel Management hat er sich schon vor 20 Jahren beschäftigt, zunächst mit Reisekosten- Abrechnung, später mit Airline-Verhandlungen. Er ist, wie man so locker sagt, ein alter Fuchs, der sich auskennt im Geschäft und der auch über ein dichtes Netzwerk zu Kollegen und Geschäftspartnern verfügt. Doch jetzt ist der Schwerpunkt ein anderer: Der Betriebsratsvorsitzende Prater ist jetzt selbst geschäftlich viel unterwegs, hauptsächlich im Osten Europas. In der Gruppe beschäftigt die Raiffeisen Bank International rund Mitarbeiter. Travel-Management-Themen fliegen immer mit im Gepäck: Das Travel Management ist dezentral organisiert; die Nutzung zentraler Tools steht noch am Anfang. Wichtig ist ihm, dass auch die österreichische Gesprächs- und Konsenskultur Eingang findet in die Tochterbanken. Man kann aus diesen wenigen Bemerkungen schon ablesen, dass es Martin Prater besonders wichtig ist, dass Management und Mitarbeiter respektvoll miteinander umgehen. Seine ausgleichende Art ist auch in zahlreichen Gremien der Interessenvertretungen der Arbeitnehmer gefragt. Die Überraschung ist perfekt: Einer der bekanntesten Travel Manager in Österreich, fixer Gast bei vielen Branchenveranstaltungen, ist gar kein Travel Manager: Martin Prater von der Raiffeisen Bank International ist tatsächlich Vorsitzender des Betriebsrates im Rang eines Executive Directors. Er vertritt die Interessen von rund Mitarbeitern der Bank und ist dafür freigestellt. Der Klassiker des Travel Managements Zurück zum Travel Management. Knapp Geschäftsreisen wickelt die Reisestelle ab. Das betreuende Reisebüro ist FCm. Viele Mitarbeiter buchen selbst über das Reisebüro, ein Online-Tool wird derzeit noch nicht eingesetzt. Eine wichtige Aufgabe des Travel Managements ist die Kontrolle der Reisekosten-Abrechnung. Dafür wird SAP genutzt. Den Einkauf, also das Abschließen von Special Deals mit Airlines und Hotels hat inzwischen die Einkaufsabteilung der Bank übernommen. Der private Martin Prater ist ganz unkompliziert: Er fährt in der warmen Jahreszeit gerne mit dem Rad, tobt sich im Garten aus und geht auch ganz gern zum Wirt n. Nicht weit vom Raiffeisen-Hochhaus ist der Stadtwirt in der Unteren Viaduktgasse eines seiner Lieblingslokale: Ein Klassiker der Wiener Wirtshauskultur. Da passt er auch hin Martin Prater, der Klassiker unter den Travel Managern in Österreich. Wilfried Kropp 14 Juni 13 Update

15 studie 300 Blockbuster-Strecken Asien ist top bei den Rennstrecken, Europa bei den Low Costern gen: Insbesondere ist die Strecke Peking Shanghai in der Liste der führenden Stre cken der Welt vom siebten auf den vierten Platz vorgerückt. Die Strecke Sapporo Tokio hat Rio de Janeiro São Paulo überholt und steht jetzt an zweiter Stelle. Die Strecke Okinawa Tokio ist neu in den Top Ten und nimmt Rang neun ein. Eine neue Amadeus-Studie zeigt, dass sich 22 Prozent des weltweiten Flugreiseverkehrs auf lediglich 300 Strecken konzentriert. Auf jeder davon fliegen jährlich mehr als eine Million Passagiere. 69 Prozent des weltweiten Flugreiseverkehrs laufen auf Hauptstrecken mit jeweils Passagieren jährlich. Das weltweite Flugverkehrs-Aufkommen ist zwischen 2011 und 2012 um fünf Prozent gestiegen. Asien ist dabei der größte, am schnellsten wachsende und wettbewerbsintensivste Markt für Flugreisen. Das zeigt eine Auswertung der Amadeus Lösung Air Traffic Travel Intelligence. Sie liefert umfangreiche und präzise Daten zum Passagieraufkommen für beliebige Start- und Zielflughäfen. Sie berücksichtigt dabei sowohl den direkten als auch den indirekten Vertrieb von Flügen. Diesen Zahlen zufolge wuchs der asiatische Markt zwischen 2011 und 2012 um neun Prozent, gefolgt von Lateinamerika mit sechs Prozent. Unter den Drehkreuzen sticht der Analyse zufolge der Nahe Osten als besonders leistungsstark hervor. Die drei wichtigsten Flughäfen in Doha, Abu Dhabi und Dubai zeigen alle einen hohen Anteil an Umsteigepassagieren. Zusammengenommen fliegen inzwischen etwa 15 Prozent aller Passagiere auf den Strecken von Asien nach Europa und von Europa in den Südwestpazifik über einen dieser drei Airports. Das Passagieraufkommen zwischen Europa und Asien mit Umstieg im Nahen Osten wächst etwa 20 % pro Jahr. Die verkehrsreichsten Flugstrecken liegen in Asien Der innerasiatische Flugverkehr dominiert die aufkommenstärksten Flugstrecken. Die Analyse zeigt, dass sieben der zehn meist genutzten Passagierstrecken der Welt in Asien liegen. Die Verbindung zwischen den Städten Jeju und Seoul in Südkorea bleibt die verkehrsreichste Flugstrecke der Welt, und viele der stärksten Verbindungen des Jahres 2011 sind auch 2012 in der Tabelle aufgeführt es gab aber auch Veränderun- Low Cost Carrier sind am stärksten in den klassischen Märkten vertreten Low Cost Carrier haben in den vergangenen zehn Jahren einen bedeutenden Aufstieg erlebt, allerdings vor allem in den klassischen Märkten. In Europa ist der Anteil des Low-Cost-Carrier-Flugaufkommens am größten, im Jahr 2012 beträgt er 38 Prozent des Gesamtvolumens. Die Regionen Südwestpazifik mit 37 Prozent und Nordamerika mit 30 Prozent verzeichnen ebenfalls eine deutliche Durchdringung mit Low Cost Carriern. In den Ländern allerdings, in denen das Flugreiseaufkommen am stärksten wächst, liegt der Anteil der Low Cost Carrier auf moderatem Niveau im Nahen Osten stehen sie für nur 14 Prozent des Gesamtverkehrs, in Asien für 19 und in Lateinamerika für 25 Prozent. Innerhalb einzelner Regionen variiert die Verbreitung von Billigfliegern stark. Von den europäischen Ländern hat Spanien mit 57 Prozent den höchsten Anteil an Low-Cost- Carrier-Abflügen, gefolgt von Großbritannien mit 52 Prozent. Trotz des insgesamt niedrigen Marktanteils von Low-Cost-Carrier-Flugreisen in Asien trotzen einige Länder diesem Trend, beispielsweise laufen 65 Prozent aller Flugreisen auf den Philippinen und 61 Prozent aller Flugreisen in Thailand über Low- Cost-Carrier. Der Nahe Osten wird als weltweites Flugdrehkreuz zunehmend wichtiger Die drei wichtigsten Flughäfen der Region Naher Osten Dubai, Doha und Abu Dhabi verzeichnen ein insgesamt starkes Flugreisen-Wachstum von rund zehn Prozent pro Jahr. Der Anteil der Umsteiger ist sehr hoch und liegt bei jeweils rund 50 Prozent. Diese Zahlen zeigen die zunehmend wichtigere Rolle der Region als Drehkreuz zwischen Eu ropa und den Wachstumsmärkten in den Regionen Asien und Südwestpazifik. M/H/V: Amadeus Austria Marketing GmbH, A-5020 Salzburg, Alpenstraße 108a. T +43(0) , F +43(0) Redaktionsleitung: Wilfried Kropp. Hersteller: offset5020. Grafik: pürcher & partner. Amadeus Austria, Servicebüro Wien: A-1220 Wien, Dresdner Straße 91/C1/4. T +43(0) , F +43(0) Juni 13 Update

16 Innovationen leben Mehr Qualität und mehr Zeit für Kunden durch Automation mit den Robotic-Lösungen von Amadeus Hiltrud Plach, Head of Operation, BTU Business Travel Unlimited, Österreich Der wachsende Online-Anteil bei den Flugbuchungen stellt Reisebüros vor zwei Aufgaben: Online-Buchungen sollten möglichst touchless und damit kostengünstig weiterverarbeitet werden. Gleichzeitig müssen die Buchungen auf Qualität kontrolliert werden. Die neuen Robotic-Lösungen von Amadeus erfüllen diese Anforderungen speziell entwickelt für österreichische Reisebüros. Amadeus Only: Maßgeschneiderte Robotic-Lösungen für österreichische Reisebüros gibt es nur bei Amadeus. Mehr Infos: Tel facebook

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