Investitionen und Abschreibungen ab 2012

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1 Investitionen und Abschreibungen ab Einleitung Per 1. Januar 2011 sind die neue Finanzverordnung und die neue Vollzugsverordnung in Kraft getreten. Für die Kirchgemeinden bedeutete dies, dass bereits im Jahr 2010 das Budget 2011 anhand der neuen Verordnungen erstellt werden musste. Wegen der relativ kurzen Zeitspanne zwischen Veröffentlichung der Verordnungen und der Termine für die Erstellung des Budgets 2011 wurden die neuen Regelungen betreffend Investitionen und Abschreibungen erst auf 2012 in Kraft gesetzt. Die wesentlichen Änderungen gegenüber der bisherigen buchhalterischen Handhabung von Investitionen und Abschreibungen werden nachfolgend beschrieben: 2 Investitionen Unter Investitionen werden diejenigen Ausgaben verstanden, die für den Erwerb, die Erstellung sowie die Verbesserung dauerhafter Vermögenswerte für öffentliche Zwecke getätigt werden. Diese Ausgaben ermöglichen eine neue oder erhöhte Nutzung der Vermögenswerte in quantitativer oder qualitativer Hinsicht. Die Investitionsausgaben werden am Ende des Rechnungsjahres in das Verwaltungsvermögen übertragen. (Handbuch des Rechnungswesens der Zürcherischen Gemeinden, Kapitel 10). Die Aktivierungsgrenzen sind abhängig von der Grösse der Kirchgemeinde ( 19, Abs. 3 Vollzugsverordnung zur Finanzverordnung), sie entsprechen den im Handbuch des Rechnungswesens der Zürcherischen Gemeinden festgelegten Grenzen zur Führung der Investitionsrechnung: Kirchgemeindegrösse Aktivierungsgrenze < Mitglieder CHF bis 6'000 Mitglieder CHF > 6'000 Mitglieder CHF

2 Investitionsvorhaben werden neu erst zum Zeitpunkt des Beginns ihrer Nutzung aktiviert! Erstreckt sich ein Investitionsvorhaben also über den Abschluss eines Rechnungsjahres hinaus, so werden auf den bisher getätigten Investitionsausgaben noch keine Abschreibungen gebucht. Die Erläuterung der Buchungen finden Sie unter 5 Buchungsbeispiel. 3 Lineare Abschreibungen Ab dem Geschäftsjahr 2012 werden alle Investitionen linear über eine festgelegte Nutzungsdauer abgeschrieben. Damit wird ein erster Schritt in Richtung einer betriebswirtschaftlich korrekten Betrachtungsweise gemacht. Die Nutzungsdauer richtet sich nach der Art des Investitionsgutes. In 48 der Vollzugsverordnung zur Finanzverordnung sind für das Verwaltungsvermögen folgende Anlagekategorien und Nutzungsdauern festgelegt: Anlagekategorie Nutzungsdauer Abschreibungssatz Grundstücke, Gebäude, Rohbauten 20 Jahre 5 % Innenausbauten von bestehenden Gebäuden oder Rohbauten 10 Jahre 10 % Mobiliar und Maschinen 5 Jahre 20 % 4 Anlagebuchhaltung Die Kirchgemeinden führen neu eine Anlagebuchhaltung ( 19, Abs. 2 und 48, Abs. 2 Vollzugsverordnung zur Finanzverordnung): Diese zeigt die Investitionsposition, deren Zeitpunkt des Beginns der Nutzung, Investitionswert, Abschreibungsdauer, Abschreibungen und zusätzliche Abschreibungen. In der Regel genügt für die Anlagebestände einer auch grösseren Kirchgemeinde eine einfache aber sinnvoll aufgebaute Exceldatei. Eine entsprechende Vorlage ist auf der website erhältlich ( 2

3 Die Anlagenbuchhaltung zeigt die Herleitung der Bestandeswerte in den entsprechenden Aktivkonti. Diese weisen dann nicht einfach einen Restbuchwert auf sondern der Bestand kann auf den Restbuchwert der einzelnen Anlage zurückverfolgt werden. 5 Buchungsbeispiel An den folgenden Beispielen wird der Ablauf der Buchungen eines Investitionsvorhabens, das sich über einen Jahresabschluss erstreckt, erläutert. Im Jahr 1 fallen Rechnungen an für das Investitionsvorhaben Kirchenrenovation. Das Vorhaben ist Ende Jahr nicht abgeschlossen sondern wird erst im Laufe des Folgejahres beendet sein. Es gibt mehrere Möglichkeiten, Investitionen, die über mehrere Jahre dauern, zu verbuchen. Nachfolgend werden zwei Möglichkeiten dargestellt, die je eine unterschiedliche Sichtweise auf die Investitionen in den Vordergrund stellen. Die Kirchgemeinde muss sich für die eine oder andere Variante entscheiden und diese für alle Investitionen anwenden. 3

4 5.1 Gesamtinvestition in Investitionsrechnung Bei diesem Vorgehen, werden die aufgelaufenen Investitionen für den Jahresabschluss auf Anlagen im Bau gebucht und zu Beginn des neuen Rechnungsjahres wieder zurück in die Investitionsrechnung gebucht. Damit ist das Total der bisherigen Investitionen in dieses Projekt jederzeit in der Investitionsrechnung ablesbar. Der Nachteil dieser Vorgehensweise ist, dass die Nettoinvestitionen des laufenden Jahres nicht ohne weiteres ausgewiesen werden können. Bisher Jahr 1 Jahr 2 Jahr 1 Jahr 2 Aktivierung am Jahresende Jahr Abschreibungen Jahr Rechnungen für Kirchenrenovation 50 Aktivierung am Jahresende Jahr Abschreibungen Jahr Neu n n AiB Aktivierung auf AiB Jahr 1 (31.12.) Auflösung AiB Jahr 2 (1.1.) Rechnungen für Kirchenrenovation Jahr 2 50 Aktivierung Jahr Abschreibungen

5 5.2 Gesamtinvestition am Jahresende auf Anlagen im Bau Bei diesem Vorgehen werden die Investitionen am Jahresende ebenfalls auf Anlagen im Bau gebucht aber zu Beginn des neuen Rechnungsjahres nicht mehr zurück in die Investitionsrechnung gebucht. Für eine Aussage betreffend der Gesamtinvestition müssen daher im Jahr 2 das Konto "Anlagen im Bau" und das Investitionskonto gemeinsam betrachtet werden. Bisher Jahr 2 Jahr 1 Jahr 2 Jahr 1 Aktivierung am Jahresende Jahr Abschreibungen Jahr Rechnungen für Kirchenrenovation 50 Aktivierung am Jahresende Jahr Abschreibungen Jahr Neu n n AiB Aktivierung auf AiB Jahr 1 (31.12.) Rechnungen für Kirchenrenovation Jahr 2 50 Aktivierung auf AiB Jahr Auflösung AiB Abschreibungen

6 6 Restbuchwerte 2011 Die bis Ende 2011 verbuchten Investitionen werden mittels eines vereinfachten Verfahrens ebenfalls linear abgeschrieben. Es erfolgt keine Neubewertung des Verwaltungsvermögens, ein entsprechendes Restatement ist also nicht nötig. Die Kirchenpflege entscheidet, über welche Dauer die bestehenden Restbuchwerte abgeschrieben werden (mindestens fünf Jahre, höchstens acht Jahre; 85 der Vollzugsverordnung zur Finanzverordnung). 6

Inhaltsverzeichnis Kapitel 5

Inhaltsverzeichnis Kapitel 5 Inhaltsverzeichnis Kapitel 5 5 Verwaltungsvermögen 5.1 Allgemein...1 5.2 Aktivierung...2 5.2.1 Aktivierungskriterien... 2 5.2.2 Aktivierungsgrenzen... 3 5.3 Bewertungsgrundsätze...4 5.3.1 Erstmalige Bewertung...

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