Die Thüringer Gemeinschaftsschule - gemeinsam erfolgreicher lernen

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1 Die Thüringer Gemeinschaftsschule - gemeinsam erfolgreicher lernen Staatssekretär Prof. Dr. Roland Merten Seite 1

2 Die Thüringer Gemeinschaftsschule - gemeinsam erfolgreicher lernen 1. Was ist bisher passiert 2. Änderungen im Schulgesetz 3. Grundsätze der Thüringer Gemeinschaftsschule 4. Die Schulstruktur 5. Die Schul- und Unterrichtskultur 6. Weitere Eckpunkte der Thüringer Gemeinschaftsschule 7. Arbeitsstrukturen Seite 2

3 1. Was ist bisher passiert? Februar 2010: Vorstellung der Eckpunkte der Thüringer Gemeinschaftsschule durch das TMBWK März 2010: TMBWK richtet den Beirat zur Thüringer Gemeinschaftsschule ein (Schulpraktiker, Wissenschaftler, Kommunen, Gewerkschaften, Fraktionen) Juni 2010: 1. Kabinettdurchgang, danach Regierungsanhörung des Gesetzentwurfs (über 40 Stellungnahmen) August 2010: Start der Pilotphase Thüringer Gemeinschaftsschulen im Aufbau ; über 10 Schulen gehen an den Start September 2010: 2. Kabinettdurchgang, Diskussion des Gesetzentwurfs im Parlament: 1. Lesung am 8. Oktober Lesung und Verabschiedung im Dezember 2010 Seite 3

4 2. Änderungen im Gesetzentwurf Einführung der Thüringer Gemeinschaftsschule als gleichberechtigte Schulart des Landes individuelle Förderung wird als gemeinsamer Auftrag für alle Thüringer Schulen verankert Festschreibung der Vollzeitschulpflicht auf 10 Jahren (bisher 9 Jahre); Ausnahme: ein Schüler kann die Schule nach 9 Jahren verlassen, wenn er den Hauptschulabschluss hat und ein Ausbildungsverhältnis nachweisen kann der bisher an 21 Schulen laufende Modellversuch der flexiblen Schulausgangsphase wird verstetigt; damit soll der Anteil der Absolventen ohne Schulabschluss verringert werden Möglichkeit der Ganztagsbetreuung für Klassenstufe 5 und 6 in allen weiterführenden Schularten Seite 4

5 2. Änderungen im Gesetzentwurf Weiterentwicklung der Regelschule durch das Qualitätssiegel Oberschule ; Qualitätssiegel kann an Schulen vergeben werden, die Schüler in besonderem Maße auf den Eintritt in das berufsbildende System vorbereiten Erwerb des schulischen Teils der Fachhochschulreife in der gymnasialen Oberstufe an Gymnasien, der Thüringer Gemeinschaftsschule, an Gesamtschulen, an beruflichen Gymnasien und am Kolleg neue Regelungen zur Schülerbeförderung, damit gemeinsamer Unterricht besser ermöglicht wird Regulierung der Schulnetzplanung für Berufsschulen durch staatliche Schulaufsicht und Sicherstellung einer effektiven Schulnetzplanung Seite 5

6 3. Grundsätze der Thüringer Gemeinschaftsschule (TGS) Die Thüringer TGS: garantiert längeres gemeinsames Lernen (bis einschließlich Klasse 8) stellt ein verlässliches Angebot zur ganztägigen Bildung und Erziehung für alle Schülerinnen und Schüler dar ermöglicht grundsätzlich den Erwerb aller allgemein bildenden Schulabschlüsse ist eine eigenverantwortliche und kommunal vernetzte Schule (kommunale Bildungslandschaft) ist eine gleichberechtigte Schulart mit einer spezifischen Struktur und Unterrichtskultur Seite 6

7 Thüringer Gemeinschaftsschule Abitur / Oberstufe Brückenjahr Grundschule Grundschule Seite 7

8 4. Die Schulstruktur TGS ist grundsätzlich eine weiterführende Schule und beinhaltet die Klassenstufen 1 bis 12 TGS ist in der Regel mit einer Grundschule räumlich und organisatorisch verbunden TGS kann mit mehreren Grundschulen kooperieren; gemeinsame Basis für die Zusammenarbeit ist der Thüringer Bildungsplan für Kinder bis 10 Jahre sofern an einer TGS (aufgrund der sächlichen und personellen Bedingungen) keine gymnasiale Oberstufe eingerichtet werden kann, ist die Kooperation mit einem Gymnasium der Region notwendig für eine Übergangszeit von 10 Jahren soll die Entwicklung einer TGS aus Regelschulen, Gesamtschulen und Gymnasien heraus erleichtert Seite 8

9 5. Die Schul- und Unterrichtskultur ThürSchulG-Entwurf 2 Abs. 2 Gemeinsamer Auftrag für die Thüringer Schulen Die Schulen sind im Rahmen ihres Bildungs- und Erziehungsauftrags zur individuellen Förderung der Schüler als durchgängiges Prinzip des Lehrens und Lernens verpflichtet; dies gilt insbesondere bei einem Wechsel der Schulart. im Rahmen des gemeinsamen Lernens setzt die TGS auf individuelle Förderung Unterricht in der Gemeinschaftsschule erfolgt auf der Grundlage eines pädagogischen Konzepts; das Konzept beschreibt Formen des klasseninternen gemeinsamen Lernens bis einschließlich Klassenstufe 8 auf mindestens zwei abschlussbezogenen Anspruchsebenen Seite 9

10 5. Die Schul- und Unterrichtskultur TGS hat eine eigene Stundentafel, welche über die Stundentafel der Regelschule hinausgeht; die Vorgaben der KMK mit 265 Stunden sind für die TGS zu erfüllen, um den Abschluss Abitur in 12 Jahren zu gewährleisten gemeinsames Lernen wird in Lerngruppen mit Lernbegleitung (z.b. Zweipädagogensystem, Jahrgangsteams, Tutorensystem) organisiert das gemeinsame Lernen schließt den Gemeinsamen Unterricht von Schülern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf ein es kann vorgesehen werden, dass in bestimmten Klassenstufen der TGS die Noten durch eine verbale Leistungseinschätzung oder ein Punktsystem ergänzt oder ersetzt werden die TGS ist orientiert an reformpädagogischen Prinzipien und Ansätzen, z.b.: Jenaplan, Dalton, Montessori, Lebensnähe, Wertschätzung des Einzelnen Seite 10

11 6. Weitere Eckpunkte der TGS TGS kann auf drei Wegen entstehen: a) Neuerrichtung der Schule durch den Schulträger b) Umwandlung einer bestehenden Schule oder bestehenden Schulen auf Initiative der Schule im Konsens mit dem Schulträger c) Umwandlung auf Initiative des Schulträgers TGS deckt das Angebot der Schulart Grundschule oder der Schulart Regelschule mit ab Schulträger hat die sächlichen und räumlichen Voraussetzungen sowie eine hinreichende Schülerzahl für die Umsetzung des Konzepts nachzuweisen für TSG werden keine Schulbezirke festgelegt; für eine aus einer Grundschule oder einer Regelschule entstandene Gemeinschaftsschule gilt, dass die Schüler aus dem ehemaligen Schulbezirk der jeweiligen Schulen vorrangig in die Gemeinschaftsschule aufzunehmen sind Seite 11

12 6. Weitere Eckpunkte der TGS Personal: der Einsatz an der TGS hat bei einer der Ausbildung entsprechenden Verwendung keinen Einfluss auf die Besoldung/Vergütung nach Einrichtung einer TGS sind die Schulleiter der Ausgangsschulen von ihren Aufgaben zu entbinden und eine neu Schulleitung zu besetzen die Höhe der Besoldung/Eingruppierung des Schulleiters ist u. a. davon abhängig, ob die TGS mit einer gymnasialen Oberstufe verbunden ist Seite 12

13 7. Arbeitsstrukturen Beirat Thüringer Gemeinschaftsschule aus Praktikern, Fachleuten sowie an schulischer Bildung und Erziehung beteiligten Interessenvertretern: Lehrer, Schüler, Eltern, Schulleitung, Schulträger, Wissenschaft zur kritischen Auseinandersetzung mit den inhaltlichen Grundlagen innerministerielle Projektgruppe Thüringer Gemeinschaftsschule für die Erarbeitung der strukturellen und rechtlichen Grundlagen wissenschaftliche Begleitung zur konzeptionellen Beratung des TMBWK, pädagogischen Beratung der Schulen und Evaluation der TGS Seite 13

14 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Seite 14

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