RU Primarstufe. Spuren aufnehmen und Spuren hinterlassen Ideen zum Adventskalender 2010 des Bistums Essen. Erarbeitet von Johannes Breker

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1 materialbrief RU Primarstufe Spuren aufnehmen und Spuren hinterlassen Ideen zum Adventskalender 2010 des Bistums Essen Erarbeitet von Johannes Breker H1 einen adventsweg gestalten Einen Adventsweg gestalten von Beate Lohmann, Bochum Bild farbig downloadbar unter:

2 H2 Berufung entfalten von Heribert A. Huneke Heribert A. Huneke: Berufung entfalten. 2002, Ölgemälde, 80 x 60 cm Bild farbig downloadbar unter:

3 H3 Vom Gastmahl von Heribert A. Huneke Heribert A. Huneke: Vom Gastmahl, 2002, Ölgemälde, 80 x 60 cm Bild farbig downloadbar unter: Heribert H. Huneke: Vom Gastmahl

4 H4 spuren aus licht 1. und 4. Strophe Spuren aus Licht durchziehn die Zeit leuchten bis heute in Ewigkeit. Refrain: Vom Himmel zur Erde und wieder zurück, Gott ist mit uns jeden Augenblick, Gott ist mit uns jeden Augenblick. 2. Strophe Spuren aus Licht durchziehn die Zeit strahlen von ferne in unsre Zeit. Refrain 3. Strophe Spuren aus Licht in Freud und Leid dringen bis tief in die Dunkelheit. Refrain Text: Eckart Bücken; Musik: Reinhard Horn; aus Liederbuch Zu allen Zeiten ; KONTAKTE Musikverlag, Lippstadt

5 H5 Wir machen uns auf den Weg Text: Thomas Laubach Musik: Thomas Quast Aus: Ruhama Liederbuch 1994, alle Rechte im tvd-verlag Düsseldorf 2. Strophe Zieh du mit uns an einem Strang, und wir machen uns auf den Weg. 3. Strophe Bleib du uns auf den Fersen, Gott, und wir machen uns auf den Weg. 4. Strophe Bau du uns gold ne Brücken, Gott, und wir machen uns auf den Weg. Text: Thomas Laubach; Musik: Thomas Quast; tvd-verlag Düsseldorf

6 H6 Rafikis und Tambus Zeichen Ein Mann hatte zwei Söhne, Rafiki und Tambu. Eines Tages rief der Vater die beiden zu sich und sagte: Meine Söhne, ihr seid nun alt genug, geht hinaus ins Grasland und seht euch in den Dörfern um. Hinterlasst Spuren auf eurem Weg, damit ihr in einigen Tagen nach Hause zurückfindet. Tambu und Rafiki gehorchten dem Vater und gingen hinaus ins Grasland. Nach wenigen Schritten schon begann Tambu, Zeichen auf seinem Weg zu machen. Hier knüpfte er einen Knoten in einen hohen Grasbüschel, da knickte er einen Zweig an einem Busch. Der ganze Weg war so voller Zeichen. Rafiki, der Jüngere, lief neben seinem Bruder her, guckte sich um und tat nichts. Du knickst keine Zweige und knüpfst keine Knoten ins Gras, sagte Tambu zu ihm. Warum sollte ich das tun? fragte Rafiki. Der Vater hat es befohlen, antwortete Tambu. Der Vater hat nicht befohlen, Knoten ins Gras zu knüpfen und Zweige zu knicken, sagte Rafiki und ging weiter. Nach einiger Zeit kamen die beiden an ein Dorf. Da saßen die Männer des Dorfes im großen Palaverhaus. Rafiki lief sogleich zu ihnen und grüßte sie. Er erzählte ihnen, dass der Vater ihn und seinen Bruder Tambu ausgeschickt hatte, um sich im Grasland umzusehen. Den Männern gefiel der Junge, und sie luden ihn ein, bei ihnen zu sitzen und mit ihnen zu essen und zu trinken. Als der Mond aufging und alle müde waren, durfte Rafiki in einer der Hütten schlafen. Tambu indessen hatte unterwegs so viele Zeichen geknüpft, dass er todmüde an einer Hüttenwand einschlief. Am anderen Morgen zogen die beiden Brüder weiter. Wie tags zuvor machte Tambu wieder Zeichen auf dem Weg, knüpfte Gras und knickte Zweige. Und Rafiki lief neben ihm her, guckte sich um und tat nichts. Sie kamen wieder an ein Dorf. Rafiki ging zu einem Jungen, der bei der ersten Hütte saß und fing an, mit ihm zu reden. Der Junge führte Rafiki in die Hütte seiner Eltern, die sich über den überraschenden Besuch sehr freuten. Rafiki erzählte über die Regenwolke, die er gesehen hatte und von den Tieren, denen er im Grasland begegnet war. Er erzählte auch von seinem Vater und seinem Bruder. Die Leute im Dorf gaben Rafiki zu essen und zu trinken, und er schlief in der Hütte des Jungen. Als sie am Morgen weiterzogen, knüpfte und knickte Tambu wiederum Grasbüschel und Zweige. Rafiki lief wieder neben ihm her und tat nichts. Es war sehr heiß an diesem Tag, und sie waren sehr durstig. Im nächsten Dorf hatten sie Glück. Da stand ein Mädchen mit einem Wasserkrug und rief den beiden Jungen zu: Kommt her, und trinkt! Rafiki kam sofort gelaufen. Tambu aber überhörte den Ruf des Mädchens, zu sehr war er mit seinen Zeichen beschäftigt. An diesem Abend legte sich Tambu wieder müde in den Schatten einer Hütte, ohne auch nur mit einem Menschen geredet zu haben. Rafiki aber feierte an diesem Abend mit den Dorfbewohnern ein Fest. Sie aßen, tranken, tanzten und erzählten einander Geschichten. Am nächsten Morgen schenkten sie ihm eine Ziege und baten ihn, bald wieder zu Besuch zu kommen. Als Rafiki und Tambu heimkamen, stand der Vater vor der Hütte und fragte: Wie ist es euch ergangen? Da gab Rafiki dem Vater die Ziege, und Tambu erzählte von seinen Grasbüscheln und geknickten Zweigen. Ich habe Spuren auf dem Weg hinterlassen wie du befohlen hast, sagte er. Wenn du hinausgehst, kannst du sie sehen. Ich werde mir auch Rafikis Zeichen ansehen, sagte der Vater. Rafiki hat keine Zeichen hinterlassen, rief Tambu. Er ist nur gelaufen und hat herumgeguckt. Wir werden sehen, antwortete der Vater. So gingen alle drei in das Grasland hinaus. Bei jedem Grasbüschelkopf und bei jedem geknickten Zweig schrie Tambu: Schau, Vater, ein Zeichen von mir. Rafiki dagegen hat nichts gemacht! Da lächelte der Vater und ging mit ihnen weiter. Als er in das erste Dorf kamen, saßen die Männer im Palaverhaus und riefen: Da kommt ja der freundliche Junge von damals. Jetzt hat er seinen Vater mitgebracht. Herzlich willkommen! Und Rafiki und sein Vater mussten sich zu den Männern setzen, und auch Tambu wurde diesmal eingeladen. Am anderen Morgen gingen sie weiter, und auch im zweiten Dorf kannten alle Rafiki. Sie hießen ihn, seinen Vater und auch Tambu willkommen und wussten nur Gutes über Rafiki zu berichten. Im dritten Dorf war es genauso. Ich verstehe nicht, warum keiner mich kennt, sagte Tambu. Alle sind zu Rafiki freundlich, obwohl er nichts getan und kein einziges Grasbüschelchen geknüpft hat. Da sagte der Vater: Es gibt auch noch andere Zeichen. Sie prägen sich in den Herzen der Menschen ein. Solche Spuren hat Rafiki auf seinem Weg hinterlassen. Darum haben die Leute ihn wiedererkannt und sich über seinen Besuch gefreut. Diese Spuren in den Herzen der Menschen bleiben, wenn die Grasbüschel längst von Tieren gefressen sind. Nach: Friedl Hofbauer,Kindergarten und Mission, Heft 1/84. Kindermissionswerk Aachen

7 H7 Wie Sankt Nikolaus einem Menschen ein neues Herz gegeben hat Teil 1 Es lebte einst in Myra ein wohlhabender Kaufmann. Er hieß Avarrizio. Obwohl es ihm gut ging, war er nicht zufrieden mit dem, was er besaß. Er wollte alles besitzen und nichts hergeben. Die Leute in der Stadt sagten: Er hat ein Herz aus Stein. Avarrizio nahm sich alles, was er nur erwischen konnte. Er nahm sich auch von denen, die gar nichts hatten, von den armen Menschen in seiner Stadt. Seinen Arbeitern zahlte er nur ganz wenig Lohn und Bettler, die an seine Tür klopften, jagte er weg. Avarizzio besaß das größte Haus in der Stadt und auch den größten Garten drumherum. In diesem Garten wuchsen die prächtigsten Blumen und es gab große Bäume mit den köstlichsten Früchten. Als Avarizzio all seine Schätze und Reichtümer betrachtete, bekam er plötzlich Angst. Er dachte: Wahrscheinlich spricht es sich herum, dass ich so reich bin. Vielleicht kommen eines Tages Diebe und Räuber und nehmen mir alles weg. Da ließ Avarizzio rund um sein Haus und seinen prächtigen Garten eine ganz hohe und dicke Mauer bauen. Das Eingangstor ließ er aus hartem Holz zimmern und mit schweren Eisenbändern befestigen. Jetzt kann mir niemand mehr etwas wegnehmen dachte Avarizzio. Aber das wollte ohnedies niemand in der Stadt. Die Leute wollten mit dem bösen Mann nichts mehr zu tun haben. Seit langem schon machten sie einen weiten Bogen um sein Haus. Keiner wollte in seiner Nähe sein. Sogar die Nachbarn waren inzwischen in einen anderen Teil der Stadt gezogen. Avarizzio war zwar der reichste Mann der Stadt, aber er war allein. Er konnte mit niemandem reden, spielen, ja nicht einmal mehr streiten. Teil 2 Bischof Nikolaus kannte die Menschen in seiner Stadt. Die Großen und die Kleinen, die Alten, die Jungen, die Reichen und die Armen. Er wusste, was sie mögen und wusste, was sie traurig macht. Es schien so, als könnte Nikolaus direkt in die Herzen der Menschen hineinschauen. Eines Tages ging er zum Haus von Avarizzio. Er dachte sich: Dieser Mann ist so reich und doch ist er so arm. Niemand liebt ihn. Er ist ganz alleine und muss ziemlich einsam sein. Das kann doch nicht gut sein! Nikolaus klopfte an die schwere Tür von dem großen Haus. Er musste öfters klopfen, bis Avarizzio endlich öffnete. Verschwinde, du bekommst von mir nichts! schrie Avarizzio durch den Türspalt. Guten Morgen, lieber Avarizzio! antwortete der Bischof Nikolaus. Was willst du von mir? fragte Avarizzio. Ich möchte dir einen schönen Tag wünschen! Sieh doch nur, heute lacht die Sonne vom Himmel und die Vöglein zwitschern wie noch nie! In der Stadt ist alles friedlich und die Menschen freuen sich über diesen Tag. antwortete Nikolaus mit ruhiger Stimme. Lass mich in Ruhe! Was kümmern mich die anderen! zischte Avarizzio durch den Türspalt. Ich will gar nicht wissen, was da draußen los ist! Nun komm, Avarizzio! sagte Nikolaus, ich wollte einfach ein wenig mit dir plaudern. Lass mich doch in dein Haus eintreten! Avarizzio überlegte. Widerwillig trat er vom Tor zurück, öffnete und ließ den Bischof eintreten. Doch wie erschrak dieser! Drinnen, hinter dem Tor, wo früher der schöne Garten mit den großen Bäumen war, war alles finster und verdorrt, von Unkraut und Dornen überwuchert. Und es war ziemlich kalt, weil die Sonne nicht mehr über die dicke, hohe Mauer in den Garten scheinen konnte. Und auch das Mauerwerk des prächtigen Hauses schien bröckelig, die Fensterscheiben waren trüb und alles war so seltsam still im Garten.

8 Du bist ein armer Mann, Avarizzio! seufzte Bischof Nikolaus. Avarizzio begann zu zittern. Und plötzlich brach es aus ihm heraus. Er schluchzte und jammerte, er klagte und schrie, er tobte und winselte. Der harte, böse Mann, vom dem die Menschen sagten, er habe ein Herz aus Stein, weinte und weinte und weinte. Und er konnte gar nicht mehr aufhören, dem Bischof sein Leid zu klagen: Ich habe alles, was ich will! Ich besitze alle Reichtümer der Erde! Aber es gibt niemanden, der mich mag! Nikolaus ging auf Avarizzio zu, streckte ihm die Hand entgegen und umarmte ihn. Und Avarizzio spürte die Wärme und den Frieden, die von Bischof Nikolaus ausging. Was soll ich nur tun? fragte er. Lass die Sonne wieder in dein Haus! antwortete Nikolaus. Avarizzio begann sich zu verändern. Zuerst öffnete er das große Eingangstor. Dann versuchte er ein Loch in seine Gartenmauer zu stemmen. Das schaffte er alleine nicht. Also ging er in die Stadt und suchte sich Arbeiter, die ihm helfen sollten. Er musste sie sehr gut für die Arbeit bezahlen, weil keiner so recht für Avarizzio arbeiten wollte. Das kümmerte ihn aber nicht, denn er hatte ja Geld genug. Hauptsache, die Sonne schien wieder in seinen Garten und in sein Haus. Viel Arbeit musste getan werden. Avarizzio half überall mit, weil er möglichst rasch fertig werden wollte. Bald redeten die Leute über die wundersame Veränderung, die mit Avarizzio vorging. Er wurde von Tag zu Tag freundlicher, konnte lachen und scherzen und packte überall an, wo es nötig war. Inzwischen machte es auch den Menschen aus der Stadt Spaß, Haus und Garten wieder so herzurichten, dass die Sonne darin Platz hatte. Sie halfen Avarizzio mit guten Ideen und brauchbaren Ratschlägen. Freilich, der große Reichtum des Avarizzio schmolz dahin. Nicht nur, weil er jetzt seine Arbeiter gut bezahlte, sondern auch weil er begann mit seinem Geld anderen zu helfen. Als ein Jahr vorübergegangen war, erzählten sich die Menschen in der Stadt, dass Avarizzio nun ein ganz weiches Herz bekommen hatte. Und in der Tat: der Garten blühte und grünte prächtiger als je zuvor, Kinder spielten zwischen den Bäumen und in dem großen Haus feierte Avarizzio mit all seinen Freunden große Feste. Der Bischof Nikolaus freute sich mit: Jetzt ist Avarizzio wirklich reich geworden, dachte er, jetzt hat er kein Herz aus Stein mehr, sondern ein lebendiges, ein gutes Herz! TEXT: Nikolaus und Avarizzo (veränderter Text), Birgit Bender aus: Bilderbuch: Nikolaus und Avarizzo, der Mann mit dem steinernen Herzen RPA-Verlag GmbH,

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