Das Geheimnis der erfolgreichen Partnerwahl

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1 C H R I S T I A N T H I E L Das Geheimnis der erfolgreichen Partnerwahl

2 5 Inhalt Einleitung... 9 Glückliche Paare unglückliche Paare Davonlaufen geht nicht Gegenwind für die Liebe Wer passt zu mir? Das wüsste ich auch gerne! Steuern Sie Ihr Lebensschiff selbst Teil 1: Verantwortung Der Mythos Dornröschen Lassen Sie sich nicht finden! Wie Männer nach einer Partnerin suchen Ein Wort an die Männer Warum wir die Verantwortung scheuen Freiheit eine Lebensaufgabe Sechs Strategien beim Ablehnen von Verantwortung 32 Wie Sie die Verantwortung übernehmen Erste Strategie: Finden Sie heraus, wie Sie sich vor der Verantwortung drücken Zweite Strategie: Werden Sie Realist tragen Sie Ihren Fernseher in den Keller Dritte Strategie: Sorgen Sie für neue Erkenntnisse lesen Sie psychologische Bücher Vierte Strategie: Tauchen Sie ein in die Welt der realen Liebe sammeln Sie Liebesgeschichten 45 Abschied vom Kontinent Verantwortung... 48

3 6 Inhalt Teil 2: Selbsterkenntnis Warum Selbsterkenntnis hilft Erkenne dich selbst! Wie wir Selbsterkenntnis erreichen können Erste Regel: Nachdenken hilft nicht Zweite Regel: Gespräche mit Freunden helfen nicht 63 Dritte Regel: Nutzen Sie den fremden Blick Vierte Regel: Wissen hilft ist aber nur von begrenztem Nutzen Fünfte Regel: Vergangenheitserforschung hilft ist aber nicht alles Sechste Regel: Unsere Stärken zählen und nicht unsere Schwächen Siebte Regel: Das Handeln zählt nicht die Worte 91 Abschied vom Kontinent Selbsterkenntnis Teil 3: Passen Wie Sympathie entsteht Das erste Gesetz der Sympathie Das zweite Gesetz der Sympathie Das dritte Gesetz der Sympathie Warum Gegensätze sich auch anziehen können Die Dinge in der Schwebe halten Die sechs Ebenen der Partnerwahl Erste Ebene: Aussehen Zweite Ebene: Bildung Dritte Ebene: Interesse Vierte Ebene: Soziales Milieu

4 Inhalt 7 Fünfte Ebene: Weltbild Sechste Ebene: Charakter Abschied vom Kontinent Passen Teil 4: Menschenkenntnis Beim nächsten Mann wird alles anders Wie der menschliche Charakter entsteht Die Macht der sozialen Vererbung Unsere inneren Drehbücher Gibt es Kriterien dafür, wer zu mir passt? Die Arbeit Die Herkunftsfamilie Pflichtbewusstsein und Verantwortung Verwöhnung Introspektion was weiß der andere über sich selbst? Das Gespräch Das gute Gespräch Was das Gespräch uns über Menschen verrät Indizien für ein schwaches Selbstwertgefühl Werte Abschied vom Kontinent Menschenkenntnis Teil 5: Wählen Wählen nicht finden Warum wir eine Wahl treffen sollten Schwieriges Suchmuster 1: Keine Wahl treffen Schwieriges Suchmuster 2: Der Partner soll ergänzen, was mir fehlt

5 8 Inhalt Schwieriges Suchmuster 3: Der Partner soll auf keinen Fall Vater oder Mutter ähneln Die gelungene Wahl Abschied vom Kontinent Wählen Nachwort Bücher, die weiterhelfen

6 Warum wir die Verantwortung scheuen 31 Menschen dagegen fürchten die Folgen ihrer Handlungen. Eine Entscheidung kann sich später als falsch herausstellen. Der strahlende Prinz kann sich nach einigen Monaten oder Jahren als griesgrämiger Besserwisser entpuppen. Die anmutige Prinzessin verwandelt sich, bei Licht betrachtet, in eine arge Langweilerin. Die Verantwortung in der Liebe zu übernehmen ist also riskant. Wenn wir es tun, dann sind wir bei Fehlschlägen auch für unsere Niederlagen verantwortlich. Die Freiheit, zu entscheiden, und die Angst, welche Folgen unsere Entscheidung nach sich zieht, gehören also zusammen. Sie sind wie zwei Seiten einer Medaille. Nicht jeder möchte deshalb diese Herausforderung der Verantwortung auch annehmen. Nicht jeder möchte sein Leben führen, also bewusst gestalten. Nicht jeder möchte die Freiheit, die er hat, nutzen und eigenständige Entscheidungen fällen. Viele Menschen wollen sich im Nachhinein nicht eingestehen müssen, dass sie einen Fehler gemacht haben. Darüber hinaus hat auch die Komplexität von Problemen einen großen Einfluss auf die Bereitschaft von Menschen, Verantwortung zu übernehmen. Bei einfach strukturierten Lebensbereichen sind Menschen erheblich entscheidungsfreudiger als bei komplexen. Sie verwenden hierauf paradoxerweise auch viel mehr Zeit als auf schwierige Lebensprobleme. Ein Beispiel: Vor dem Kauf eines neuen Autos verwenden Männer etwa 20 Stunden darauf, sich über verschiedene, in Frage kommende Modelle und über mögliche Preise zu informieren. Beim Abschluss einer privaten Altersvor-

7 32 Teil 1: Verantwortung sorge einer ungleich komplexeren Entscheidung sind es gerade noch ein bis zwei Stunden. In der Liebe, wir wissen es, sind vielen Menschen schon fünf Minuten der ernsthaften Beschäftigung mit dem Thema zu viel. Verantwortung zu übernehmen gehört also aus philosophischer und anthropologischer Sicht zum Wesenskern des Menschen hinzu. Doch gleichzeitig gilt auch: Verantwortung nicht übernehmen zu wollen ist allzu menschlich. Wir alle neigen zu diesem Verhalten. Mythen, moderne wie althergebrachte, dienen dabei als Konstrukte, die uns die Last der Verantwortung erleichtern und uns das Unerklärliche erklären. Sechs Strategien beim Ablehnen von Verantwortung Die Menschen, die Verantwortung meiden, tun das aus verschiedenen Gründen. Es ist hilfreich, wenn wir uns die verschiedenen Methoden, mit denen Menschen die Verantwortung für die Partnerwahl von sich wegschieben, einmal genauer anschauen. Ich werde Ihnen im Folgenden sieben solcher Methoden vorstellen. Viele Menschen sind nicht umstandslos einer bestimmten Gruppe zuzuordnen. Manche finden sich gar in allen sieben Untergruppen wieder. Allerdings zu verschiedenen Zeiten in unterschiedlichem Maße.

8 Warum wir die Verantwortung scheuen Die Bequemen oder: Ich lasse mich finden Warum bitteschön soll ich nach einem Partner suchen? Ich warte einfach, wer kommt. Ich lasse mich finden! (Veronika F., 36) Mit der Bequemlichkeit des Sich-finden-Lassens haben wir uns bereits am Beispiel von Anna-Marie beschäftigt. Da der Mythos von Dornröschen aber Kernbestandteil unserer Kultur ist, findet sich die Bequemlichkeit als Motiv bei nahezu allen Menschen, unabhängig von ihrem Aussehen, wenn auch in unterschiedlichem Maße. 2. Die Perfekten oder: Ich mach doch keine Fehler Sie mit Ihrer blöden Verantwortung! Ich bin jedenfalls nicht schuld, dass meine letzte Beziehung in die Brüche gegangen ist. Wenn Sie es ganz genau wissen wollen: Sie hat mich verlassen. (Erwin B., 46) Manche Menschen wollen die ehrliche Auseinandersetzung mit der vergangenen Beziehung unbedingt vermeiden. Sie wollen unter gar keinen Umständen eigene Fehler erkennen, die sie in der vergangenen Beziehung gemacht haben oder schon bei der Partnerwahl. Für diese Haltung ist in der Regel eine Mischung aus Stolz und Überheblichkeit verantwortlich, die ihre Ursache in großen Selbstwertzweifeln hat. Lebensunsichere Menschen verwenden ihre Energie bevorzugt darauf, keine Fehler zu machen oder sie zumindest nicht zuzugeben.

9 34 Teil 1: Verantwortung Sicher ist Ihnen auch schon aufgefallen, wie herablassend mancher Mann von seiner ehemaligen Partnerin redet und manche Frau von ihrem ehemaligen Partner. Schnell bekommt man bei diesen Erzählungen den Eindruck, sie oder er sei ein wahrer Zombie gewesen, eine Ansammlung sehr problematischer psychischer Absonderlichkeiten. Wir alle schieben auf diese Weise gerne die Verantwortung von uns. An mir lag es nicht! Kurzfristig bringt eine solche Haltung Entlastung, langfristig aber manövrieren wir uns auf diese Weise in eine Sackgasse. An mir lag es nicht! Der andere war schuld. Wir selbst können, ja brauchen nichts zu lernen und nichts zu ändern. Und genau das tun die Perfekten auch nicht. Sie brauchen nichts zu verändern, brauchen keine neuen Antworten zu finden auf die Frage Wer passt zu mir? Klar, dass die Perfekten sich auf Verantwortung sehr unwohl fühlen. Sie haben große Angst, einen Fehler zuzugeben. Von der Lust am Fehler Das menschliche Leben bringt es mit sich, dass wir Fehler machen. Entscheidend ist deshalb nicht, ob wir ab und an irren. Wichtig ist vielmehr, dass wir aus unseren Fehlern auch lernen. Das geht aber nur, wenn wir bereit sind, uns selbst Fehler auch einzugestehen. Dieser Schritt fällt vielen Menschen sehr schwer. Sie sind sich selbst gegenüber im Grunde ihres Herzens sehr kritisch eingestellt. Sobald sie einen Fehler bei sich wahrnehmen, brechen regelrecht alle Dämme und eine wahre Flut von negativen Gedanken überschwemmt sie.

10 Warum wir die Verantwortung scheuen 35 Manchmal kommen Ratsuchende nur deshalb zu mir in die Beratung, weil sie sich ihren Fehlern in vergangenen Beziehungen nur mit Hilfe eines professionellen Coaches stellen können und wollen. Sie wollen endlich die Lust am Fehler entdecken. Und sie brauchen jemanden, der allzu negativen Gedanken entgegentritt. 3. Die Romantiker oder: Ich will mich endlich neu verlieben Hauptsache, ich verliebe mich wieder. Ich will endlich dieses tolle Gefühl wieder erleben. Alles andere ist mir egal. (Elvira S., 38) Die Romantiker haben den Zeitgeist auf ihrer Seite. Sie haben einen ganz modernen Mythos über die Liebe verinnerlicht. Ob Hera Lind, Rosamunde Pilcher oder das Traumschiff die Devise heißt hier immer: Hauptsache verliebt! Alles andere wird sich finden. Es ist nicht einmal Nebensache. Es ist einerlei. Denke nicht nach! so rufen diese Liebesgeschichten uns zu. Verliebe dich einfach neu! Die nächste Liebe kommt bestimmt. Diesmal ist es garantiert der oder die Richtige. Verliebe dich einfach neu und alles wird gut! Diese Nachricht der Verantwortungslosigkeit kommt bei vielen Menschen gut an. Wir alle lieben die einfachen Erklärungen, die triviale Liebesmythen anbieten: Die Liebe, eine Schicksalsmacht. Keine Anstrengung ist dafür nötig. Kein Nachdenken, nur Zuwarten. Schade, dass der Zeitgeist ein so schlechter Ratgeber in Sachen Liebe ist.

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