Tabelle 2.5: Geografische Struktur des deutschen Warenhandels (2011) a

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2 2.3 Internationale Faktorwanderungen 11 Tabelle 2.5: Geografische Struktur des deutschen Warenhandels (2011) a Region Exportanteil in % der Gesamtausfuhr Importanteil in % der Gesamteinfuhr Europa 72,9 69,8 EU-Länder 62,3 57,2 Afrika 2,2 2,1 Amerika 9,8 9,1 USA 7,0 5,4 Asien 14,1 18,5 China 6,1 8,8 Australien und Ozeanien 0,9 0,4 a Export- und Importanteile in Prozent der Gesamtaus- und -einfuhr. Quelle: Statistisches Bundesamt Fachserie 7, Reihe 1, Tabelle 1.4; eigene Berechnungen. 4. Importabhängigkeit bei Rohstoffen. Die Rohstoffabhängigkeit der Bundesrepublik ist durch die Energiekrisen der siebziger Jahre deutlich geworden. Wir decken etwa 50 Prozent unseres Primärenergiebedarfs durch Importe. Die Importquoten für ausgewählte mineralische Rohstoffe sind in Tabelle 2.6 dargestellt. Hier zeigt sich z.t. eine extrem hohe Abhängigkeit von importierten Rohstoffen. Tabelle 2.6: Importabhängigkeit bei verschiedenen Rohstoffen*, (2011) Bauxit 78 (China) Silber 55 (Peru) Seltene Erden 88 (China) Niob 78 (Brasilien) Chrom 65 (Südafrika) Vanadium 66 (China) Eisen 57 (Brasilien) Mangan 75 (China) Phosphate 89 (Israel) Molybdän 61 (Chile) Baryt 86 (China) Nickel 59 (Russland) * Importquoten in Prozent; in Klammern sind die Haupthandelspartner aufgeführt. Quelle: Deutsche Rohstoffagentur (2012). Deutschland Rohstoffsituation Internationale Faktorwanderungen Neben Güterbewegungen spielen auch grenzüberschreitende Wanderungen von Produktionsfaktoren bei der internationalen Arbeitsteilung eine erhebliche Rolle. 1. Arbeitskräftemigration. Tabelle 2.7 zeigt den Bevölkerungsanteil der Migranten in den verschiedenen Weltregionen. Die Gesamtzahl der Migranten weltweit wird von der UN auf 214 Millionen geschätzt, das sind 3,1 Prozent der Weltbevölkerung. Der Migrantenanteil in den Industrieländern ist deutlich höher als

3 12 2. Das empirische Bild der internationalen Arbeitsteilung der in Entwicklungsländern. Geografisch stechen als Regionen mit der höchsten Zuwanderung Nordamerika und Australien/Ozeanien heraus. Tabelle 2.7: Anteil der Migranten an der Gesamtbevölkerung in Prozent (2010) Anteil Afrika 1,9 Asien 1,5 Europa 9,5 Lateinamerika 1,3 Nordamerika 14,2 Australien und Ozeanien 16,8 Industrieländer 10,3 Entwicklungsländer 1,5 Welt 3,1 Quelle: United Nations Population Division (2011), Trends in International Migrant Stock: Migrants by Age and Sex. 2. Internationale Direktinvestitionen und multinationale Unternehmen. Im Zeitraum zwischen 1990 und 2012 stieg die Summe der ausländischen Direktinvestitionen stark an (Tabelle 2.8). In den Entwicklungsländern ist dieser Trend besonders deutlich. Tabelle 2.8: Ausländische Direktinvestitionen (in Mrd. US-$) Jahresdurchschnitte Welt 207,4 391,4 626, , ,9 876,2 Industrieländer 172,5 236,0 445, ,5 560,7 540,9 Entwicklungsländer 34,8 149,5 169,2 668,4 702,8 302,1 a Jahresdurchschnitte für Quelle: UNCTAD World Investment Report 2013, Annex Tables, FDI inward. Wichtige Kennzahlen zur Bedeutung multinationaler Unternehmen in der Weltwirtschaft zeigt Schaubild 2.6. Sowohl die Direktinvestitionen als auch die Umsätze und die Wertschöpfung ausländischer Tochtergesellschaften sind im Zeitraum von 1990 bis 2012 deutlich stärker gestiegen als das Bruttoinlandsprodukt. Das weist auf die zunehmende Bedeutung multinationaler Unternehmen hin.

4 Statistische Quellen Direktinvestitionen Umsatz ausländischer Tochterunternehmen Wertschöpfung ausländischer Tochterunternehmen Schaubild 2.6: Kennzahlen zu multinationalen Unternehmen (weltweit), Werte in Relation zum BIP (in Prozent). Quelle: UNCTAD World Investment Report Statistische Quellen Wichtige statistische Quellen für Aspekte der Außenwirtschaft sind: Deutsche Bundesbank, Zahlungsbilanzstatistik. Hier finden sich Angaben zur Zahlungsbilanz, zum Warenhandel, zum Dienstleistungsverkehr, zum Kapitalverkehr, zu Finanzpositionen und zum Wechselkurs (http://www.bundesbank.de). Europäische Zentralbank, Monatsberichte. Die Monatsberichte enthalten die wichtigsten realwirtschaftlichen und monetären Daten über Euroland (http://www.ecb.int). International Monetary Fund, International Financial Statistics und Direction of Trade Statistics. Hier wird über Wechselkurse, internationale Liquidität, Zinssätze, Preise, Produktion, Zahlungsbilanzen, volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen und Handelsströme berichtet(http://www.imf.org). OECD, Economic Outlook. Enthält Analysen der makroökonomischen Situation in den Ländern der OECD mit wichtigen Daten zur konjunkturellen Lage, zur Zahlungsbilanz, zur Finanzpolitik und über wirtschaftliches Wachstum (http://www.oecd.org). Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Jahresgutachten. Das Jahresgutachten enthält in seinem ersten Kapitel eine Schilderung der internationalen Situation und hat einen kurzen internationalen Tabellenteil (http://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de). Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch. Das statistische Jahrbuch enthält die wichtigsten Daten zur deutschen Wirtschaft und ihren internationalen Verflechtungen (http://www.destatis.de).

5 14 2. Das empirische Bild der internationalen Arbeitsteilung United Nations, Monthly Bulletin of Statistics. Enthält wichtige Daten über die Handelsströme (http://unstats.un.org/unsd/mbs/). Weltbank, World Development Indicators. Indikatoren zur Entwicklung von Ländern und Regionen mit Fokus auf Entwicklungsländer (http://data.worldbank.org). WTO, International Trade Statistics. Enthält wichtige Daten über Handelsströme und -trends (http://www.wto.org).

6 3. Absolute Preisvorteile, Wechselkurs und relative Preisvorteile Thus, cloth cannot be imported into Portugal unless it will sell there for more gold than it cost in the country from which it was imported; and wine cannot be imported into England unless it will sell for more there than it cost in Portugal. David Ricardo * Warum tauschen Volkswirtschaften Güter aus? Warum fragen Inländer Güter aus dem Ausland nach? Die Antworten auf diese Fragen hängen häufig mit den Preisvorteilen der Länder zusammen. Ein Land wird dann ein Gut exportieren, wenn es für dieses Gut absolute Preisvorteile hat (Abschnitt 3.1). Der Wechselkurs bringt relative Preisvorteile in absoluten Preisvorteilen zum Ausdruck (Abschnitt 3.2). Außenhandel ist also auf relative Preisvorteile zurückzuführen (Abschnitt 3.3). 3.1 Absolute Preisvorteile 1. Fragestellung und Annahmen. Um die Frage zu beantworten, unter welchen Bedingungen ein Güteraustausch zwischen Volkswirtschaften zustande kommt, wird eine Ausgangssituation mit prohibitiv hohen Handelshemmnissen unterstellt, so dass die Volkswirtschaften in der Ausgangslage geschlossen (autark) sind. Handelshemmnisse können dabei z.b. Transportkosten, Regulierungen, Zölle oder mengenmäßige Handelsbeschränkungen sein. Dieser Ausgangslage stellen wir eine Situation gegenüber, in der keinerlei Handelshemmnisse vorliegen. Wir vergleichen also die Situation geschlossener Länder mit der des völligen Freihandels. Die Fragestellungen lauten dann, welche Aussagen sich über die Richtung des internationalen Güteraustausches ableiten lassen und wie sich das Gleichgewicht nach Aufnahme von Handel von dem Autarkiegleichgewicht unterscheidet. Um die Argumentation weiter zu vereinfachen, wird unterstellt, dass es nur zwei Länder gibt (das Inland und das Ausland) und nur zwei Güter (Gut 1 und Gut 2). Zur Unterscheidung vom Inland werden alle Variablen des Auslands mit einem * gekennzeichnet. * The Principles of Political Economy and Taxation, 1817, zitiert nach der Ausgabe von Dent, London und Melbourne, 1987, S. 84.

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