Die elektronische Identität - einmal registriert, überall akzeptiert. Oberlandesgericht DüsseldorfD

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1 Die elektronische Identität - einmal registriert, überall akzeptiert. Dipl.-Phys. Meinhard Wöhrmann, W Oberlandesgericht DüsseldorfD IT-Forum: E-Justice Im Dienste der Gesellschaft Oberlandesgericht Köln, K 23. April 2009

2 Die elektronische Identität Digitale Informationen zu einer Person mit verschiedenen Zusatzinformationen Eindeutiger Bezeichner (ID) Satz von Attributen und Berechtigungen Personen haben mehrere digitale Identitäten für verschiedene Dienste Die jeweils relevante Identität muss genutzt werden. Die Nutzung eines Dienstes setzt die Authentisierung voraus. Benutzer Mitgliedschaft Rolle/Gruppe Zugriffsrechte Ressourcen (IAM) Identity / Access Management ist eine Methode, wie IT-gestützte Geschäftsprozesse in Unternehmen sicher und vertrauensvoll ermöglicht werden. 2

3 Die elektronische Identität: Beteiligte Web 2.0 Communities Community Web Sites Online Händler Gerichte/Justizbehörden Subjekte (Personen und Anwendungen): benötigen Zugriff auf Online- Angebote ecommerce elektronischer Rechtsverkehr Behörden/ Kommunen Kreditinstitute E Government Online Banking Dienstanbieter: stellen digitale Identitäten mit dazugehörigen Attributen aus (z. B. Nutzername + Passwort) fachliche Services: benötigen digitale Identitäten zur Steuerung des Zugriffs auf Inhalte und Dienste 3

4 Die elektronische Identität: Zugriffsteuerung Und wieviele Passworte verwalten Sie? 4

5 Die elektronische Identität: Definition und Ziele Definition: Übergreifende Verwaltung von Nutzerdaten für eine Vielzahl von Anwendungen Nutzerdaten: Wer greift auf meine Anwendung zu? Identifikation bzw. Authentisierung Hat er die notwendige Berechtigung? Eigenschaft des identifizierten Nutzers (Attribut) einheitliche Verwaltung von Personendaten (Name, Kontaktdaten, etc.) Eigenschaften (Notar, Justizbediensteter, angemeldeter Nutzer, etc.) Mitteln der Authentisierung (Passwörter, Zertifikate, etc.) Ziel der einheitlichen Verwaltung Erfassung, Prüfung und Änderung von Daten müssen nur an einer Stelle vorgenommen werden. 5

6 Die elektronische Identität: Identitätsverwaltung Viele Domänen/Dienste mit eigenen Identity Management Systemen Unterschiedliche Standards Wenige Vertrauensstellungen Schwierige Bedingungen für länder- und institutionsübergreifende E-Justice und E-Government Dienste 6

7 Die elektronische Identität: Ziele für ein Identity Management System Erfassung, Prüfung und Änderung von Daten müssen nur an einer Stelle vorgenommen werden Nutzung für möglichst viele, ggf. vom Sicherheitsniveau unterschiedliche Verfahren übergreifend für (Bundes-) Länder, Kommunen und Organisationen übergreifend in Europa Zielgruppe in erster Linie professionelle E-Justice/E-Government-Kommunikationspartner Behörden / Wirtschaft / Anwälte / Notare (G2G, B2G) aber auch die Bürgerkommunikation (Person) mit Behörden (C2G) Technik Webservices über aktive Komponenten (Fachverfahren, Kommunikationsanwendungen) mit grundsätzlich personenbezogener Kommunikation Browserdienste über Web-Applikationen 7

8 Ausgangslage: Gesetzliche Regelungen Gesetz zur Anpassung der Formvorschriften 13. Juli Ersatz der Schriftform durch die elektronische Form. JKomG (Justizkommunikationsgesetz) 22. März Gesetzesgrundlage für die elektronische Aktenbearbeitung in der deutschen Justiz und die Einreichung von Klagen und Schriftsätzten per . Rechtsverordnungen der Länder Musterrechtsverordnung und Muster für die Internetbekanntmachung Gesetz über elektronische Handelsregister und Genossenschaftsregister sowie das Unternehmensregister (EHUG) Seit dem 1. Januar 2007 ausschließlich elektronische Einreichung der Eintragungsunterlagen. Mahnverfahren 690 Abs. 3 ZPO seit dem 1. Dezember 2008: Anträge durch Rechtsanwälte ausschließlich in maschinell lesbarer Form 8

9 Ausgangslage: Kommunikationsinfrastruktur in der Justiz EGVP Download Registrierungs- speicher Aktuell ca Beschluss der 80. Sitzung der BLK am 8. und 9. November 2006 in Wiesbaden Deutschland-Online-Projekt Einheitliche Kommunikationsinfrastruktur für den elektronischen Rechtsverkehr Anwalt, Notar, etc. OSCI-Manager Gericht, Behörde 9

10 DEUTSCHLAND ONLINE Offiziell Deutschland-Online Projekt seit Dezember 2007 S.A.F.E. Secure Access to Federated E-Justice/E-Government Deutschland-Online Federführung: Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz 10

11 Konzeption: Vorüberlegungen Zentraler Ansatz für f r alle Dienste? Dezentral zu jedem Dienst? 11

12 Konzeption: Was ist S.A.F.E.? S.A.F.E. ist ein Projekt im Rahmen von Deutschland-Online zur Realisierung einer wirtschaftlichen Kommunikationsinfrastuktur für das E-Government S.A.F.E. definiert ein technisches Rahmenwerk für eine interoperable und sichere Nutzung digitaler Identitäten über administrative Domänengrenzen (Trust-Domain) hinweg. S.A.F.E. setzt auf dem Webservice-Stack ( WS-* ) von OASIS und W3C (OSCI 2.0) auf und profiliert einige Standards zur Verbesserung der Interoperabilität. S.A.F.E. ermöglicht die Kapselung bestehender Identity-Infrastrukturen durch standardisierte Schnittstellen. Das S.A.F.E.-Konzept ist zweistufig aufgebaut: generische, Fachdomänen-übergreifende Schnittstellendefinition Justiz-spezifische Ausprägung mit Erweiterungen zur Ablösung des aktuellen Registrierungsservers 12

13 Konzeption: Vertrauensdomänen - Trust Domains Trust D.I.M. TD NRW TD Notare Register Service Trust Trust Trust Trust TD deutsche Justiz TD Portugal Notar / RA Trust TD Frankreich TD Tschechien Register Service 13 * D.I.M. Distributed Identity Management

14 Konzeption: Offene Identity Management Standards S.A.F.E. ID-SIS-PP Identity Repräsentation SPML WS-Federation Attribute Service SAML Assertion als Security-Token Metadata: WS-Policy WS- SecurityPolicy WS-Federation WS-Trust WS-SecureConversation WS-Security WS - * Stack SOAP Foundation, WS-Addressing 14

15 Konzeption: Einbindung bestehender IDM Strukturen WS-Trust & WS-Federation SAML 2.0 Token: elektronischer Ausweis (SAML Assertion) 15

16 S.A.F.E. Details: Adressierte Funktionalitäten S.A.F.E. adressiert vornehmlich zwei Funktionsblöcke: Authentifizierung Zentrale Authentifizierung von Nutzern innerhalb einer Trust-Domain und über Trust-Domains hinweg auf Basis von Security-Token (Single-Sign-On). Instanz: Identity-Provider Verzeichnisdienst Webservice-Schnittstelle zur Abfrage von Daten (Attributen) zu Identitäten mit differenzierter Sichtbarkeit. Instanz: Attribute-Service 16

17 S.A.F.E. Details: Konzeptionelles Basismodell Abstraktes, technologieunabhängiges Grundprinzip ist die vertrauenswürdige Verknüpfung von Identitäten und Attributen. Attribute sind behauptete und durch eine vertrauenswürdige Instanz zugesicherte Eigenschaften, Rollen oder Rechte einer Identität. Die Verwendung von Identitäten über Domänen hinweg basiert vornehmlich auf kontextabhängiger Transformation der Attribute. Format der Zusicherung und Protokolle zum Austausch der Token sind technologieabhängig. 17

18 S.A.F.E. Details: Kontextabhängige Attribute Vertrauenswürdige rdige Zusicherung von Attributen und Identitäten ten durch Identity-Provider <Token EM123-A> Nachname = Muster Rolle = Anwältin ID = EM123 <Token EM123-B> = Vorname = Erika Nachname = Muster = Rolle = Anwältin Zertifikate / Signatur <Token EM123-C> Vorname = Erika Nachname = Muster U/hash(P): Erika / Me3yGeb5Ea 18

19 S.A.F.E. Details: Behauptete Identitäten elektronischer Ausweis Wer ist der Besitzer? <Subject> elektronische Signatur <Authentication> <Attribute> <Authorization> Wann, wie und wo hat sich der Besitzer authentifiziert? Rollen und Eigenschaften des Besitzers Zugriffsrechte des Besitzers S.A.F.E. <SAMLAssertion> Token 19

20 S.A.F.E. Details: Fachlicher-Service Dienstnutzung EGVP Identity Provider Identity Store 1 Authentisieren 2 Token anfordern Token prüfen 4 3 Token EGVP präsentieren Client EGVP öffnen, Nachricht versenden 5 EGVP 20

21 Token prüfen S.A.F.E. Details: z. B. Grundbuchauskunft Trust Domain Notare Identity Provider Trust Domain Justiz Identity Provider Vertrauen 1 Authentisieren 2 Token anfordern 3 Token präsentieren 4 neues Token übermitteln 6 Client Daten Daten anfrage anfrage Dienst nutzen verknüpft mit Token 5 Grundbuchauskunft 21

22 Projektstand und Ausblick Grobkonzept und Feinkonzept liegen vor Abstimmung mit dem Deutschland-Online Projekt Bürgerportale Basis für Ausschreibung der konkreten Justiz-Implementierung Dok. 1: Allgemeines fachunabhängiges Konzept Dok. 2: Justiz-spezifische Ausprägung/Erweiterung Dok. 3: Migrationskonzept EGVP Dok. 4: Proof-of-Concept Dok. 5: Kooperationskonzept DVDV / S.A.F.E Präsentation im Juni 2008 für Wirtschaft EU-weite funktionale Ausschreibung zur Zeit in der Auswertung Realisierung der Migration des EGVP Registrierungsdienstes in 2010 geplant Weitere Abstimmung mit OSCI 2.0, Deutschland-Online und der Wirtschaft (z. B. elektronischer Personalausweis, CardSpace und DE-Ident der Bürgerportale) Abstimmung mit dem Datenschutz Projektiert als Distributed Identity Management im europäischen EU ejustice Portal Die EU Kommission sieht S.A.F.E. als praktische Pilotanwendung für europäische Identity Management Projekte 22

23 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Kontakte: Jürgen Ehrmann, Justizministerium Baden-Württemberg, Peter Werle, Ministerium des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz, Meinhard Wöhrmann. Oberlandesgericht Düsseldorf, weitere Informationen unter: und

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