Theoriegeleitete Prinzipien bei der Wundversorgung bei Frauen mit exulzerierendem Mammakarzinom

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1 Gesundheit Institut für Pflege Theoriegeleitete Prinzipien bei der Wundversorgung bei Frauen mit exulzerierendem Mammakarzinom Dr. Sebastian Probst, DClinPrac, MNS, RN Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Winterthur, Schweiz

2 Inhaltsübersicht Hintergrundinformationen Prinzipien - Erfahrungen von Patienten Schlussfolgerungen

3

4 Hintergrundinformationen Ätiologie einer malignen Wunde: Infiltration von Karzinomzellen in das Epithelgewebe. Beginn von zwei Prozessen: - Ulzeration - Proliferation Untergang des Gewebes Grocott (2007). Nurs Stand. Feb 21-27;21(24):57-58, 60, 62 passim. Mortimer In: Doyle D, Hanks G, Cherny N, Calman K, eds. Oxford Textbook of palliative medicine. Vol 3rd Edition. Oxford: Oxford University Press; 2003.

5 Hintergrundinformationen Prävalenz Schweiz: 6.6% Probst et al. (2009). European Journal of Oncology Nursing. 13(4): USA: 5% auf den Primärtumor zurückzuführen (Haut involviert) 10.4% sind auf Metastasen zurückzuführen Lookingbill, et al., Journal of the American Academy of Dermatology. 22(1), Kanada: 14.5% Maida et al., Int. Wound J. 5(2),

6 Verlust über die Körperkontrolle Schwierige Aufgabe mit einer solchen Wunde umzugehen und diese zu verbinden sichtbares Zeichen der fortgeschrittenen Erkrankung Probleme: Wundsymptome Eigene Strategie entwickeln Symptome sind unkontrollierbar und unvorhersehbar Aufbrechen der «Grenzen des Körpers» unbounded body Verlust der Kontrolle über den eigenen Körper Probst, S., Arber, A. & Faithfull, S. (2011). Qualitative Health Research, under review

7 Verlust über die Körperkontrolle Wunde kostet viel Energie und Zeit Nicht entsprechendes Material zur Verfügung haben Oft kam die Aussage, dass ihr Körper wie nach Gammelfleisch rieche. Die ständige Angst, dass es jemand riechen konnte. Isolation Probst, S., Arber, A. & Faithfull, S. (2011). Qualitative Health Research, under review

8 Verlust über die Körperkontrolle "Ja, es kam mir direkt von der Brust in die Nase, ja, man roch es selber. Das ist schrecklich. Man kann diesen Geruch nicht beschreiben. Es ist schrecklich. Nun, es ist als ob jemand verwesen würde. Und ich hatte das Gefühl, dass andere Menschen es auch rochen. Also, da fing ich an Taschentücher und andere Dinger da reinzustopfen, damit der Geruch nicht rauskommt. Teilweise brauchte ich sehr viel Parfüm. " Probst, S., Arber, A. & Faithfull, S. (2011). Qualitative Health Research, under review

9 Verlust über die Körperkontrolle Palliative Wundpflege basiert auf dem Konzept der holistischen Pflege Leiden ist Teil davon ist eine Erfahrung nicht nur vom Körper sondern von der ganzen Person Verlust der Kontrolle über den eignen Körper kann zu Frustration und Zorn führen. Frank, A.W. (2001) Qual Health Res 11, ; Probst, S., Arber, A. & Faithfull, S. (2011). Qualitative Health Research, under review

10 Verlust über die Körperkontrolle "Es war wie eine laufende Nase. Ich musste mich vier bis sechs mal pro Tag neu anziehen. Ich war die ganze Zeit am Kleider waschen. Das war so frustrierend und arbeitsintensiv.» Probst, S., Arber, A. & Faithfull, S. (2011). Qualitative Health Research, under review

11 Coping mit der Wunde Das Leben in einem unbounded body heisst mit der Wunde sowie der ganzen Situation umgehen zu müssen. Coping-Stragien waren: Verneinen, verstecken der Wunde, sich zurückziehen. Probst, S., Arber, A. & Faithfull, S. (2011). Qualitative Health Research, under review; Lund-Nielsen, B., Midtgaard, J., Rorth, M., Gottrup, F., & Adamsen, L. (2011). Cancer Nurse, 34(4),

12 Coping mit der Wunde «Ja, wegen der Wunde konnte ich nicht mehr in die Sauna gehen... Ich sass nämlich mal so da mit meinem weissen Badetuch und da plötzlich hatte es stark angefangen zu Bluten...die andern Leute schauten so komisch auf meine Brust. Ja, die anderen Leute. Sie können sich dies ja vorstellen.» Probst, S., Arber, A. & Faithfull, S. (2011). Qualitative Health Research, under review

13 Coping mit der Wunde «Es wuchs so schnell. Zunächst frass es meine Brust ab und dann frass es weiter und weiter. Ja nun geht es bis zum Rücken. Es ist sehr peinlich, ich kann mich niemandem mehr zeigen. Ja auch nicht meinem Mann. Ich fühle mich, als ob ich auseinanderfallen würde.» Probst, S., Arber, A. & Faithfull, S. (2011). Qualitative Health Research, under review

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15 Schlussfolgerung Gute Lebensqualität ermöglichen. Angemessene Wundverbände wählen. Anderer Pflegeansatz anwenden.

16 Schlussfolgerungen Elemente, die bei der palliativen Wundpflege berücksichtigt werden müssen: Prinzipien der Wundheilung Schmerz Wundauflagen Asepsis Mikrobiologie Pharmakologie Psychologische Faktoren Ethik Situationsangepasste Kommunikations-Fertigkeiten Haynes, D.F. and Watt, P. J., British Journal of Community Nursing. 13 (12 Suppl): S24 - S30

17 Schlussfolgerungen Psychologischer Aspekt End-of-life-care Wundpflege auf einer individuellen Basis planen Angehörige in Pflege miteinbeziehen empathische holistische Pflege Choi, Y.S. and Billings, J.A. (2002). Oncology (Williston Park) 16, ; discussion ; Probst, S., Arber, A. Trojan, A. & Faithfull, S. (2011). Supportive in Cancer Care, under review;

18 Referenzen Charmaz, K. (1997) Good days and bad days - The self in chronic illness and time. New Brunswick, New Jersey: Rutgers University Press. Choi, Y.S. and Billings, J.A. (2002) Changing perspectives on palliative care. Oncology (Williston Park) 16, ; discussion Chrisman, C.A. (2010) Care of chronic wounds in palliative care and end-of-life patients. Int Wound J 7, Davies, M. and M. Sque (2002). Int J Palliat Nurs 8(12): Frank, A.W. (2001) Can we research suffering? Qual Health Res 11, Grocott, P. (2007) Care of patients with fungating malignant wounds. Nurs Stand 21, 57-58, 60, 62 passim. Haynes, D.F. and Watt, J.P. (2008) The lived experience of healthy behaviors in people with debilitating illness. Holist Nurs Pract 22, Keating, G. M. and B. Jarvis (2001). Drugs 61(14): ; discussion Lawton, J. (2000) The Dying Process. London: Routledge

19 Referenzen Lund-Nielsen, B., Midtgaard, J., Rorth, M., Gottrup, F., & Adamsen, L. (2011). An avalanche of ignoring-a qualitative study of health care avoidance in women with malignant breast cancer wounds. Cancer Nurse, 34(4), Lawton, J. (2000) The Dying Process. London: Routledge. Lookingbill, D.P., Spangler, N. and Helm, K.F. (1993) Cutaneous metastases in patients with metastatic carcinoma: a retrospective study of 4020 patients. J Am Acad Dermatol 29, Maida, V., Ennis, M., Kuziemsky, C. and Trozzolo, L. (2009) Symptoms associated with malignant wounds: a prospective case series. J Pain Symptom Manage 37, Mortimer, P. (2003) Management of skin problems: medical aspects. In Oxford Textbook of palliative medicine eds. Doyle, D., Hanks, G., Cherny, N. and Calman, K. Oxford: Oxford University Press. Probst, S., Arber, A. and Faithfull, S. (2009) Malignant fungating wounds: a survey of nurses' clinical practice in Switzerland. Eur J Oncol Nurs 13,

20 Referenzen Probst, S., Arber, A. Trojan, A. & Faithfull, S. (2011). Caring for a loved one with a malignant fungating wound. Supportive in Cancer Care, under review Probst, S., Arber, A. & Faithfull, S. (2011). Malignant fungating wounds - the meaning of living in an unbounded body. Qualitative Health Research, under review Wicks, L. and Mitchell, A. (2010) The adolescent cancer experience: loss of control and benefit finding. Eur J Cancer Care (Engl) 19,

21 Besten Dank für Ihre Aufmerksamkeit

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